Cap de Creus bis zum Ebro Delta

Wir sind in Spanien angekommen und genießen es wieder in geschützten Buchten liegen zu können. Wir suchen uns eine nette Bucht am Cap de Creus aus und finden dort sogar einen antiken Weg zum Leuchtturm des Caps. Juhu. Es ist wieder wandern angesagt👏.

Wir fahren mit dem Dingi an Land und finden auch recht schnell den richtigen Einstieg in den Cami Antic de Cap de Creus. Die Temperaturen sind noch ok und so machen wir uns auf den Weg. Eine wunderschöne wilde Natur. Wir müssen immer wieder stehen bleiben und alles in uns einsaugen. Außer den Arbeitern die den Weg wieder aufbauen( Unwetter haben viele Mauern einstürzen lassen) , sehen wir niemanden. Man kann sich richtig vorstellen wie hier im Mittelalter die Esel lang maschiert sind. Am Leuchtturm hat man tolle Blicke auf das Cap. Nach einer Stärkung geht es dann auf den Rückweg und wir können in der wunderbar ruhigen Bucht die Fischer beobachten die um uns herum ihre Netze ziehen. Eine tolle Stimmung.

Da wir noch nicht ganz aus dem Einzugsbereich des Löwen Golfs sind müssen wir leider bald weiter. Denn der nächste Mistral kündigt sich an der sehr stark sein soll. So machen wir uns auf den Weg über den Golf von Roses.

Da auch Gewitter kommen sollen entscheiden wir uns in einen Hafen zu gehen.

Der erste sagt uns ab und in Estartit sind wir dann willkommen. Auch im Herbst ist es gar nicht so einfach immer einen Hafenplatz zu bekommen wenn wir ihn brauchen. Manchmal muss man auch etwas hartnäckig sein.

Wir wandern natürlich wieder. Auf zum Cap de la Barra. Aber als wir in der Ferne dann die Gewitter kommen sehen machen wir mit einem schnellen Schritt, das wir zackig an Bord kommen.

Bei uns kommt nicht so viel an doch in einigen Städten wie Girona und Barcelona ist einiges passiert. . Eine Regenhose die wir sehen ist schon etwas Angst einflößend und wir sind froh wieder an Bord zu sein.

Regenhose

Als sich alles beruhigt hat segeln wir weiter. Ankern mal , oder gehen in einen Hafen. Aber wir merken beide das wir nur noch ankommen wollen. Wir lassen die Küste an uns vorbei ziehen und sind von der Skyline Barcelonas sehr beeindruckt. Doch nun freuen wir uns einfach am Ebro Delta anzukommen und machen viel Strecke.

Narbonne, Beziers und Freunde

Wir wollen uns mit Freunden treffen also geht es weiter. Doch im Golf von Lyon-oder auch Löwengolf, ist es nach unserem Empfinden gar nicht so einfach einen passenden Hafen zu finden. Und in einen Hafen müssen wir da es hier keinen Schutz gibt und wir bei den jetzigen Witterungsbedingungen leider nicht ankern können. Wir entschließen uns nach Gruissan zu gehen. Der Hafen liegt in einem Etang (Binnensee) und hat nur eine gesicherte Tiefe von 2,5m. Unser Tiefgang ist 1,95m und uns ist ziemlich mulmig als wir dort hinein fahren. Aber es ist alles gut markiert und überhaupt kein Problem. Ich habe mir wieder unnötig Sorgen gemacht.

Als wir fest sind melden wir uns gleich bei Conny und Friedhelm die von unserm Nachbardorf daheim kommen und die Winzer unseres Vertrauens waren. Die beiden sind seid über 25 Jahren in dieser Gegend im Urlaub und kennen jede Ecke hier.

Sie kommen zum Frühstück an Bord und nehmen sich dann unendlich viel Zeit um uns hier die Gegend zu zeigen. Wir sind in der Region Languedoc-Roussillon die von Weinbergen, alten Städten, Altertum bis ins Mittelalter und natürlich Genuss und Entspannung, geprägt ist. Hier kommen die Seealpen bis ans Meer und bringen den ständig stark wehenden Wind mit. Außerdem wird hier die Region von den vielen Binnenseen (Etangs) mit seinen Kanälen geprägt die im Mittelalter sehr wichtig für den Handel waren.

Heute sehen wir eigentlich nur Hausboote die an den Platanen bewachsenen Kanälen bis an den Atlantik oder bis nach Koblenz fahren könnten.

Wir gehen nach dem Regen in den Ort und schauen uns den Etang mal von oben an.

Eine sehr schöne Landschaft. Da wir aber fast weggeblasen werden steigen wir ins Auto und fahren nach Narbonne in der Region Okzitanien.

Narbonne hatte durch den Canal de la Robine Anschluss an den Canal du Midi und somit auch einen Hafen zum Mittelmeer. Außerdem führte hier die Via Domitia durch. Die erste Römerstraße in Gallien. Und somit entwickelte sich hier die erste römische Kolonie.

Dort schauen wir uns die unvollendete Kathedrale an und laufen etwas in der Altstadt herum.

Friedhelm erzählt viel aus dieser Gegend. Es ist unheimlich interessant. Wir genießen es sehr. Beeindruckend fand ich die einzige Häuserbrücke aus römischen Ursprungs.

Die beiden laden uns zu sich ein und wir grillen lecker.

Am nächsten Tag geht es nach Beziers. Wir laufen zur Kathedrale hoch, lassen uns treiben und finden sogar eine sehr nette Brauerei. Bewundern die Kanalbrücke und die Schleusentreppe Fonseranes aus dem 18. Jahrhundert mit ihren 9 Schleusen.

Zum Abschluss gehen wir in der alten Markthalle essen. Es war eine wunderbare Zeit mit euch beiden. Ihr habt euch so viel Mühe gegeben und diese Region nahe zu bringen. Und ihr habt es geschafft. Ich kann nur sagen , ihr habt einen tollen Ort für eure Zufluchtszeit gefunden.

Am Hafen müssen wir uns leider verabschieden. Danke noch mal für alles.

Für uns geht es am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang weiter. Der nächste Mistral kündigt sich an und wir wollen soweit aus dem Löwengolf wie es geht.

Mit Zwischenstopp in einer schönen Buchten geht es dann in schnellen Schritten nach Spanien.

Montpellier zum Geburtstag

Dies ist mein Herzenswunsch. An meinem runden Geburtstag, ach was, ich kann ja auch sagen, dass es der 60igste ist😉😁, geht es mit dem Bus nach Montpellier. So reisen wir immer wenn wir unterwegs sind.

Ich nehme es mal vorweg, eine tolle Stadt. Sie ist sehr vielseitig und verbindet die Mediterrane Lebensart mit großen Kulturangeboten, vielen historischen Prachtbauten und der modernen Architektur. Sie ist leider „nur“ 10km vom Meer entfernt und das fuchst sie schon sehr.

Aber das hat sie gar nicht nötig denn die vielen Studenten (jeder vierte ist ein Student)machen diese Stadt zu einer der viertgrößten und auch sehr wichtigen Studentenstädte von Frankreich.

Als wir dort ankamen war es das letzte Wochenende vor Vorlesungs-Anfang und so war die Stadt voll mit jungen Leuten und viele die auch mit ihren Eltern unterwegs waren. Echt süß.

Wir lassen uns wie immer durch die Altstadt und ihren mittelalterlichen Gassen und Stadthäusern treiben. Es gibt wahnsinnig viel zu sehen! Wir beginnen am Platz de la Comedie mit einer Schnitzeljagd quer durch die Stadt die uns zu vielen Sehenswürdigkeiten führt und richtig Spaß macht. Der Platz wird auch Place de I‘ OEuf ( Eierplatz) genannt da er eine ovale Form hat. Hier ist die Oper und hier beginnt eine der größten Fußgängerzonen Europas.

Wenn Studenten sich Abends auf den Platz mit den vielen Straßenmusikern treffen wollen, sagen sie auch gerne:“Treffen wir uns auf ein Ei ?“🤣

Hier ist auch der Brunnen der drei Grazien, die symbolischen Göttinnen Montpelliers mit vielen Cafés und Restaurants. Überall spenden Platanen in der Hitze, Schatten.

Aber wir irren lieber durch die engen Gassen, lösen Rätsel und finden so viele bedeutende Orte.

An meinem Geburtstag machen wir uns chic und gehen nach einem Aperitif lecker essen.

Diese Stadt ist echt toll. Den modernen Teil haben wir dieses mal ausgelassen. Aber wir waren bestimmt nicht das letzte Mal hier!

Es war sehr schön

Als wir zurück in La Grande Motte sind geht es auch bald weiter durch den Golf von Lyon, denn wir wollen uns mit Freunden treffen.

Die Frioul Inseln vor Marseille

Da wir leider keinen Platz im Hafen von Marseille bekommen haben, gehen wir auf die Insel Frioul in Sichtweite von Marseille. Sie besteht aus vier kleineren Inseln. Durch ihre Trockenheit bringt sie eine seltene und besondere Flora und Fauna hervor. Die Inseln gehören zum Europäischen Natura 2000 und zum Nationalpark der Calonques.

Es gibt tiefe Einschnitte in den Felsen mit kleinen Stränden und kristallklarem Wasser in dem man sehr gut schnorcheln kann.

Mit einem Damm verbunden

Wir konnten im Hafen des Dorfes Frioul unterkommen der massig Platz hat.

Es füllte sich zwar, da schlecht Wetter angesagt war, aber immer noch genügend Platz. Viele Gäste kommen für einen Tag mit der Fähre von Marseille um die Calonques zu genießen oder sich die Insel Chateau d’If anzuschauen. Hier wurde der Film von Alexandre Dumas „Der Graf von Monte Christo“, gedreht und so wurde das Inselchen berühmt. In Wirklichkeit kam König Franz der I. auf die Idee hier um 1516 eine Festung zu bauen. Da es aber sehr abgeschieden ist, entstand schnell ein Gefängnis. Um 1800 verlor sie diese Funktion und wurde für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wir verbrachten drei Tage im Hafen der durch ein Damm zwischen zwei der Inselchen entstanden ist und super Schutz bringt.

Wir sind über jeden Zipfel der Insel gewandert, haben uns alte Festungsanlagen angeschaut und Kriegsarchitektur die nun zerfällt.

Wir haben die Zeit hier sehr genossen und diese trockene Insel lieben gelernt.

Doch dann kommt der Punkt an dem es weiter gehen soll.

Wir entscheiden uns nicht direkt über den Löwengolf zu gehen, (Die Wetterküche des Mittelmeers mit seinem Mistral) sondern wir wollen ihn aus segeln und die Camargue erleben.

Unser Ziel ist erst mal die Stadt La Grande Motte.

Wir segeln bis zu einer schönen Bucht. Aber morgens um halb vier entschließen wir uns weiter zu segeln, da die Wellen zugelegt haben und schlafen nicht möglich ist.

Es ist irre am Rhone Delta vorbei zu segeln. Es ist sehr flach denn die ca. 800km lange Rhone ist der wasserreichste Fluss von Frankreich und bringt so sehr viel Sand aus dem Delta in den Golf.

Aber wir passen natürlich auf und legen uns vor La Grande Motte in eine Bucht auf 3,80m!!😮😊.

Kommt sehr selten vor bei uns.

Wir haben den Hafen erst zum 1.9. gebucht, da er dann fast die Hälfte kostet. Denn wir sind ja Pfennigfuchser🤣.

Hier bleiben wir eine Woche, wandern den endlosen Strand entlang und machen eine Radtour durch die Camargue. Besuchen die Stadt Aigues Mortes-Sie ist die größte noch erhaltene mittelalterliche Festungsstädte die schon 100 vor Christus als Siedlung erwähnt wurde.

Fahren an Salinen vorbei und genießen diese unbeschreiblich schöne Natur.

Aber der Grund warum wir so lange bleiben ist mein 60igster Geburtstag. Diesen möchte ich in Montpellier verbringen und hier ist es günstig und sicher.

La Grande Motte ist eine etwas gewöhnungsbedürftige Stadt. Die Architektur entstammt einem Künstler der auch die Hauptstadt von Brasilien mit entworfen hat und hier auch mit seinem Können brillierte. Eine vollkommene Retorten Stadt. Wie viele hier im Golf von Lion.

Die einen mögen es, die anderen nicht😉.

Ich freue mich nun auf Montpellier😁.

Die ersten Unwetter

Ich habe ja schon erzählt das wir vor St. Tropez eine ziemlich unruhige Nacht hatten. Wir lagen dort an einer freien Boje und haben uns sehr gefreut darüber. Und das im August😊.

Das Wetter sollte ruhig und der Wind ablandig sein. Am Abend wurden dann die Wellen immer höher und der Wind stärker. Weit draußen muss wohl ein heftiges Gewitter gewesen sein das nicht gemeldet war. Der Wind wurde zum Gewittersturm und die Wellen waren enorm hoch. Wir sind natürlich nicht mehr von Bord gegangen und haben immer wieder die Leinen kontrolliert.

In dieser Nacht war erst nicht an Schlaf zu denken denn wir hüpften vielleicht 2m rauf und runter und irgendwann kamen auch die Wellen von der Seite. Nichts war mehr möglich. Irgendwann wurde es etwas ruhiger und wir kamen doch noch etwas zur Ruhe. Bei einem Kontrollgang merkten wir das sogar ein Festmacher gerissen war. Er wurde erneuert und nachts noch mehrmals kontrolliert aber wir lagen nun wieder gut. Wir sichern uns immer doppelt und das war hier auch sehr gut so!!!

Morgens ging es dann auch gleich weiter die Küste der Cote’ d Azur entlang. Wir haben Strecke gemacht um schnell weiter zu kommen denn es war absehbar das sich die Hitze bald wieder entladen wird. Wir haben in manchen Buchten nur übernachtet und sind gleich weiter. Und dann war es soweit. Es kündigten sich Superzellen an. Zwei oder drei weit draußen aber auch eine über Frankreich. Ich versuchte verzweifelt einen Hafenplatz zu bekommen. Aber überall hieß es – Wir sind voll –

Ich schrieb an Ciotat, die sagten mir das sie nur ab drei Tagen eine Reservierung über Mail annehmen. Ich soll morgens anrufen.

Ok, kein Problem das tat ich einfach. Aber es ging niemand ans Telefon. Da ich wusste das es heftig kommt, sind wir einfach in den Hafen rein!

Nach kurzer Diskussion,ging es dann doch noch!

Zwei kleine Bötchen wurden beiseite geschoben und wir hatten unseren Platz. Nicht optimal da die vordere Mooring (Befestigung ) für unsere Bootslänge zu kurz war aber es ging irgendwie. Wir waren fest. Gott sei Dank!!

Wir machten einen kurzen Spaziergang durch die Stadt und gingen aber bald zum Boot zurück. Denn man spürte schon die Gewitterzelle.

Kaum an Bord ging es auch bald los. Es gewitterte, der Wind drehte um 180° und wurde zum Sturm. Es war finster wie in der Nacht. Der Sturm drückte unser Boot auf die Mole und wir mussten den Motor starten um weg zu bleiben. Die Alina legte sich ein paar mal richtig auf die Seite. Es war der Horror.

Wir lagen neben der berühmten Ciotat-Werft in der riesige Megayachten refitet werden. Plötzlich hören wir ein lautes sirren und ein ca. 300m langes und vielleicht 8 Etagen hohes Gerüst stürzt um. Der Wahnsinn!! Gott sei Dank von uns weg sonst wären Teile noch auf uns gestürzt.

In diesem Gerüstfach war auch noch kein Boot, die Megayacht von Benetti sollte erst drei Tage später darunter parken. Echt der Horror!

Nach etwa 45 Minuten war der Spuk vorbei und wir konnten durchatmen. Noch regnete es stark aber das sahen wir als willkommene Süßwasserdusche für Alina an.

Als es trockener wurde haben wir uns dann heraus getraut und alles kontrolliert. Bei uns war alles gut aber in der Werft sah es schrecklich aus.

Als wir am nächsten Morgen dann weiter sind haben wir das riesen Desaster erst richtig sehen können. Wahnsinn was das Wetter kann. Dieses Sirren werde ich niemals vergessen.

Nicht weit von uns im Inland ging ein Tornado durch. Vielleicht war es bei uns auch einer. Ich weiß es nicht denn es war stockdunkel.

Wir haben dieses Erlebnis schnell abgehakt und sind an den Calanques (tiefe Einschnitte in der Steilküste) vorbei Richtung Marseille. Diese Strecke ist ein riesen Naturschutz-Park. Die Calanques sind bis auf einen für alle gesperrt und somit schauen wir uns nur kurz einen an und segeln bei noch ungemütlicher Welle ( noch vom Unwetter) weiter nach Marseille.

Unterwegs

Aber auch dort winken sie ab. Voll!!

Also gehen wir auf die Insel Frioul vor Marseille und wettern dort die nächsten Unwetter (aber nicht so schlimm) ab, denn dieser Hafen hat Platz ohne Ende.👏👏👏

Cote’d Azur

Wir segeln einfach an allem vorbei und sind plötzlich auf der Höhe von Monaco. Ein eigenes Land mit eigener Grenze. Hin wollen wir aber nicht. Das ist einfach nicht unsere Welt. Wir betrachten es aus der Ferne 😉 das genügt uns.

Unser nächstes Ziel ist das Cap Ferrat das zu den exquisitesten Wohngebieten der Welt zählt. Weitläufige Villen mit zum Teil bewaldeten Arealen. Die Hauptattraktion ist wohl die Villa der Rothschilds die heute ein Museum beherbergen.

Die Halbinsel kann man über einen schönen Fußweg umrunden. Was wir natürlich tun.

Auf der höchsten Erhebung gibt es eine Signal und Beobachtungsstation, eine Semaphore von 1862 die heute noch zur Beobachtung des Landes genutzt wird um schnell gegen Waldbränden reagieren zu können und auch Richtung Meer für den Küstenschutz und der Seenotrettung. Es wird vom Militär genutzt und die werden wohl noch ein paar weitere Dinge sehen😉.

Semaphore

Wir lassen uns durch den kleinen Ort treiben und kaufen das teuerste Wasser im Supermarkt, ever. Hier erleben wir ein starkes Gewitter das einige Boote am Anker in Bewegung bringt. Aber wir waren fest! Zur Sicherheit lief der Motor aber alles ist gut ausgegangen. Von einem anderen Boot gingen die Leute mit dem Dingi in diesem Moment an Land!🤔 Ihr Boot driftete schon und wir versuchten mit lautem Hupen ihnen klar zu machen das ihr Boot unterwegs ist. Aber keine Chance. Sie kamen nach dem Gewittersturm wieder und fuhren ihr Boot von den Felsen weg auf denen sie nun aufgesessen waren. Wer das wohl versteht?!

Wir sind bald ums Cap nach Villefranche-Sur-Mer auf die andere Seite und haben diesen Ort sehr genossen.

Bald ging es weiter nach Antibes eine schöne alte Stadt mit viel Kunst und schönen Plätzen. Überall findet man Galerien und Veranstaltungen. Die Stadt ist voll und sehr lebendig. Wir genießen das herumstreunen und hoffen Abends die Sonnenfinsternis zu sehen. Aber leider ziehen Wolken auf und wir haben Pech.

Beim nächsten Stopp legen wir uns zwischen die Inseln Saint Margarite und Saint Honorat mit Hunderten Nachbarn. Es ist wirklich irre wie voll es ist aber wir haben noch ein Plätzchen gefunden und können so entspannt das Geschehen beobachten. Am nächsten Morgen legen wir uns aber auf die Nordseite. Denn dort können wir beruhigter an Land und die Insel Saint Margarite umrunden.

Es ist alles irre trocken und ich hoffe nur das hier den Sommer nichts passiert, denn es sind seeeeeehr viele Gäste auf der Insel und natürlich auch Raucher.

Die nächste Nacht gehen wir an die Boje denn wir wollen das tolle Feuerwerk von Cannes bewundern. Wir liegen 2 Seemeilen weg, aber es kommen soviel Boote aus allen Richtungen und legen sich vor Cannes, das man meinen könnte trockenen Fußes rüber hüpfen zu können. Echt der Wahnsinn.

Am nächsten Morgen starten wir durch und machen über Frejus und Port Grimaud an St. Tropez vorbei, über Lavandou und vorbei an Toulon nach Ciotat Strecke, denn es soll etwas kommen.

Einen Gewittersturm haben wir noch an der Boje vor St. Tropez erlebt der uns gefühlt, 2m hat hüpfen lassen wobei eine Festmacherleine geborsten ist.

Nur was jetzt kommen soll ist heftiger. Wir müssen uns einen Hafen suchen und darum geht es so schnell weiter. Alle Häfen winken ab weil sie voll sind. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.

Blumenriviera

Wegen Krankheit eine Woche später😪

Wir verlassen meinen Herzens-Ort, die Cinque Terre und überqueren den Golf von Genua. Wir können leider nicht viel segeln da die Wellen zu hoch sind und der Wind im Verhältnis zu wenig ist. Es wird aber immer wieder probiert und somit ist die Strecke etwas anstrengend. Im Port Andora treffen wir nette Segler aus Mailand mit denen wir einen schönen Abend erleben. Aber leider haben sie nicht unseren Weg. Wir bleiben einen Tag und waschen mal wieder Wäsche und säubern das Boot. Dann geht es an der Blumenriviera vorbei weiter. Ein schönes Hinterland mit malerischen Bergdörfern, aber die Küste ist meistens mit Hochhäusern bebaut. Es gibt aber auch nette Orte wie Cervo die eine Reise wert sind.

Dieser Abschnitt Liguriens wird deshalb so genannt weil es hier sehr viele Blumenfelder gibt die den Großteil der italienischen Schnittblumen produzieren. Aber natürlich auch Gewächshäuser. Da dieses Gebiet auch im Winter sehr mild ist zieht es sehr viele, meist ältere Menschen her die hier überwintern. Diese Küste, an Sanremo vorbei bis nach Menton an der französischen Küste bringen wir sehr schnell hinter uns.

Im alten Hafen von Menton bekommen wir den allerletzten Platz. Direkt an Eingang des Hafens wo die Wellen einlaufen und es für uns sehr rollig macht. Aber egal, draußen in der Bucht wäre es schlimmer gewesen.

Hier wird vorne an einer Boje angelegt und hinten an der Mole mit Landleinen. Das ist das erste Mal für uns aber es klappt wunderbar..

Nach einer schönen Dusche wird die Perle der französischen Riviera genossen. Der Küstenname bedeutet, „Berge die ins Wasser fallen“. Und so ist es auch. Die letzten Ausläufer der Seealpen fallen steil ins Wasser runter. Menton war und ist wieder bekannt für seine Zitronen die sogar heute eine geschützte Spezialität sind.

Aber auch so ist Menton ein wirklich schönes Städtchen. Wir laufen die schöne Terrakotta Treppe hoch zur Altstadt die mit ihren engen Gassen, gesäumt von alten Häusern ein echtes Labyrinth ist.

Obwohl es unsere erste französische Stadt am Festland ist wirkt sie sehr italienisch. Die Gassen sind sehr schattig und es gibt schöne helle und luftige Plätze. Am Ende der Treppe ist die Bühne für das bekannte Kammermusikfestival vor der Kathedrale aufgebaut. Wir laufen bis ganz nach oben und genießen die tolle Aussicht und machen einen Spaziergang über den ältesten Friedhof der Stadt. Er wurde auch mal der aristokratische Friedhof Frankreichs genannt der auf dem Fundament einer Burg errichtet wurde. Viele Reiche Engländer und Russen kamen auch zum sterben hierher.

Wir bewundern die grandiose Aussicht auf die Seealpen und auch auf die Küste.

Wieder unten in der Stadt trinken wir unseren ersten Pastis und fühlen uns erst jetzt in Frankreich angekommen😁.

Pastis, mmmhhh

Auf dem Weg zum Hafen kommen wir noch an der historischen Markthalle vorbei die auffällig und schön mit mehrfarbigen Kacheln versehen ist. Leider ist kein Markt.

Große Hotelpaläste sind zu sehen in denen im 19.Jahrhundert die reichen Engländer und Russen verkehrten.

Und ich denke auch heute noch.

Leider konnten wir nur für eine Nacht einen Platz ergattern, denn die Häfen sind einfach voll und die Wellen in der Bucht zu hoch.

Aber die Stadt hat einiges zu bieten und ist eigentlich eine längere Reise wert.

Doch für uns muss es am nächsten Tag recht früh weiter zur Cote d´Azur gehen.

Ligurien mein Herzenswunsch

1990 war ich schon mal hier. Und ich kann nur sagen, es hat sich viel verändert.

Wir sind in PortoVenere angekommen und legen uns in die Bucht vor die Stadt. Es ist enorm viel Bootsverkehr aber in der Nacht ist es sehr ruhig. Im Hafen können wir mit unserem Dingi anlegen und erkunden die Stadt. Ja wir sind in Ligurien. Das sieht man an den pastellfarbenen Häusern die am Abend wunderschön beleuchtet sind. In diesem mittelalterlichen UNESCO-Weltkulturerbe Hafenstädtchen kann man durch enge Gassen das alte Castel besichtigen oder sich einfach so treiben lassen.

An einem Tag, steigen wir in den Bus und fahren nach La Spezia. Die Hauptstadt der Provinz. Dort landen wir mal wieder als erstes in der Markthalle😊.

Beeindruckende Galionsfiguren

Die Stadt ist überraschend schön mit seiner Altstadt und dem Hafen. Sie wird geprägt von einem riesigen Marine Militär Stützpunkt in dem in der Vergangenheit Schiffe gebaut wurden. Wir nutzen den heißen Nachmittag um in das hoffentlich kühle Marine Museum zu gehen. Sehr interessant aber leider nicht kühl.

In der Stadt ist eine sehr lange Tafel aufgebaut und eine Tribüne an der Promenade. Wir erfahren das am nächsten Tag daaas größte Ruderrennen des Golfes von La Spezia stattfindet und alle beteiligten 13 Dörfer des Golfes speisen an dieser Tafel.

Das Rennen sehen wir am nächsten Tag von einem kleinen Lokal in Porto Venere im Fernseher.

Porto Venere gewinnt bei den Männern und so wird Abends groß gefeiert.

Wir ziehen nach einigen Tagen weiter in die Cinque Terre und bewundern die fünf Dörfer wie sie in die Felsen gebaut sind. Die Dörfer sind durch wundervolle Wanderwege verbunden.

Nun kommt die Veränderung seid meinem letzten Besuch. Die Cinque Terre ist heute so überlaufen das man sogar Eintritt für die Wanderwege verlangt. Menschenmassen bewegen sich durch die Gassen. Eine Fähre nach der anderen landet in Vernazze an. Es darf nur eine bestimmte Anzahl von Bussen kommen aber der Zug hält ja auch regelmäßig.

Total verrückt! Wir gehen Abends nochmal ins Dorf und genießen die aufkommende Ruhe.

Wir liegen an der Boje und am frühen Morgen wird es so unruhig das wir beschließen früh auf zu brechen um den Golf von Genua zu überqueren.

Livorno

Wir haben Elba verlassen und in einer Bucht am Festland den Anker geworfen. Es ist ziemlich viel Schwell in dieser Bucht der über Nacht noch zunimmt.Die Wettervorhersage sagte etwas anderes aber so sind wir schon bei Sonnenaufgang los, da an Schlaf eh nicht zu denken war.

Es geht nach Livorno. Es wird schon am Ankerplatz das Segel gesetzt und vor dem Hafen von Livorno nach 10 Stunden wieder runter genommen. So lieben wir es. Wir fahren auf den riesigen Hafen zu, der zum Teil Industriehafen , Cruiser-Anleger (oft mit drei großen Schiffen) und alter Hafen für die kleinen Fischerboote oder Yachthafen ist. Im Hafen treffen moderne und Historie zusammen. Zum Beispiel das im 16.Jahrhundert erbaute Fortezza Veccia das wir Abends besichtigen. Es ist eine tolle Anlage und zudem auch noch kostenlos. Und ganz im Süden bildet sich eine neue moderne Hafencity wie in Hamburg. Aus alt mach neu. Alte Dock,-oder Lagerhallen werden zu Einkaufszentren und Lokalen. Daneben neue Wohnflächen vereint mit historischen Gebäuden.

Beim rein fahren in den Hafen sind wir etwas überfordert. Man kann sich leicht verfahren. Wir finden dennoch den Yachthafen und machen uns dort gut fest. Denn es soll Gewitter geben.

Diese charmante toskanische Hafenstadt am Fuße der Berge gilt als bedeutender Hafen in Italien.Und das merkt man auch.

Livorno hat eine wunderschöne Altstadt die auch als Neu-Venedig der Toskana bezeichnet wird, denn es führen viele Kanäle durch die Stadt. Teilweise sehr eng oder sogar unter der Erde. Dieses gibt der Stadt einen besonderen Flair der abwechslungsreich und lebendig ist. Denn an vielen Kanälen reihen sich tolle Lokale wie eine Perlenkette auf. An einem Nachmittag aktivieren wir das Dingi und fahren durch die Kanäle und auch unter dem Piazza di Republica hindurch. Sehen imposante Gebäude mit prachtvoller Architektur und fahren unter zahlreichen Brücken hindurch. Es ist sehr beeindruckend und sehr ansprechend. Wir genießen diese Ausfahrt durch die Stadt sehr.

Am nächsten Tag lassen wir uns in der Stadt einfach treiben und finden immer wieder tolle Ecken. Den Dom, verschiedene tolle Plätze und das Castel im Zentrum mit Freilichtkino und Konzertbühnen, die Terrasse Mascagni mit seinem Schachbrett Muster und das Aquarium.

Das Aquarium besuchen wir an einem heißen Nachmittag. Es entpuppt sich als wirklich lohnenswert.

Der Focus liegt auf Mittelmeer Bewohner und dem Umweltschutz. Es war ein toller Besuch und wir haben es sehr genossen.

Natürlich müssen wir auch in die alte Markthalle. Wir stehen extra früh auf um dort einen Kaffee und ein Cornetto zu frühstücken. Aber leider sind viele Stände zu da ja Ferienzeit ist.

Ich kann Livorno nur empfehlen uns hat es sehr gut gefallen. Die Stadt hat Ideen und setzt sie auch um.

Nach drei Tagen verlassen wir die Stadt und segeln genau Richtung Norden. Wir machen Zwischenstopp in Rioreggio. Eine furchtbare Stadt in der alles künstlich wirkt. Als wenn man im Phantasia Land wäre. Zig Kilometer Strand der aber in der Hand von zahlreichen Lidos ist und man muss Eintritt bezahlen wenn man auf den Abschnitt will. Schrecklich! Das zieht sich bald bis zur Bucht von La Spezia. Liege an Liege und tausende von Menschen. Wir segeln daran lieber vorbei und ankern vor Portovenere.

Jetzt geht es immer Richtung Nord

Immer Richtung N

Elba

Die Überfahrt beginnt mit Schwachwind und Para und Endet bei knapp 18kn, hohen Wellen und Para. Das heißt wir waren schnell aber die See war sehr ruppig.

Elba in Sicht

Elba gehört zur Toskana und ist die größte des Archipels. Es gibt tolle Sandstrände, malerische Granitfelsen, alte Eisenerzgruben und Bergdörfer, dicht an dicht.

Wir waren 2 Wochen hier und ich werde jetzt nicht jede einzelne Bucht erwähnen. Wir haben die Insel umrundet und verstehen das sie sehr beliebt ist.

Der westliche Teil ist geprägt vom höchsten Berg Monte Capanne (1019m) auf den wir natürlich auch hoch wandern wollen. Aber es ist einfach zu heiß. Wir liegen vor der Marciana Marina vor Anker und beschließen mit dem Bus zum Berg zu fahren. Und fahren mit der ungewöhnlichen Cabinovia (Bergbahn) bis zum Gipfel denn auch oben im Bergdorf ist es über 30°C und zum wandern ungeeignet. Ist schon ein mulmiges Gefühl in einem offenen Käfig zu steigen und 30m, 18 Minuten lang über dem Grund zu schweben.

Auf diesem Gipfel soll im Winter auch mal Schnee liegen, was ich mir heute absolut nicht vorstellen kann. Regen fällt hier im Winter und Frühjahr scheins genug denn die Insel ist toll bewaldet und überall grün von Kork-und Steineichen. Wir haben eine tolle Sicht über die ganze Insel und in der Ferne sieht man sogar Korsika.

Hoffen wir das die sommerlichen Feuer weg bleiben!

Die Ostseite wurde früher vom Bergbau dominiert. Schon die Etrusker bauten hier Eisen ab und 1981 wurde die letzte Grube geschlossen. Sie ist flacher, und überall findet man alte Gruben mit den rostroten Halden. Hier wurde auch Magnetit gefördert und darum sollte man sich nicht 100%ig auf seinen Magnetkurs verlassen sondern auch mit den Augen navigieren. 😉

Hier liegt auch der Hauptort Portoferreio. Wir ankern in der Bucht und wollen uns die Stadt genauer anschauen denn dies ist der wichtigste Hafen von Elba.

Die Altstadt wird von zwei Festungshügeln dominiert die die Stadt im 16. Jahrhundert vor den Korsen erfolgreich verteidigten. Auch wenn man in den Hafen einfährt wirkt es wie eine Riesen Festung. Echt schön.

Wir wollen hoch über die Altstadt und uns das Haus eines berühmten Bewohners anschauen. Napoleon Bonaparte!

Er war hier 10 Monate mit einer Gefolgschaft im Exil und regierte Elba in dieser Zeit als eigenes Fürstentum.

Das Museum ist leider geschlossen aber wir sehen so auch genug.

Marina di Campo ist ein großer Ferienort mit Riesen Stränden, aber wir können nicht bleiben da der Wind ungünstig ist. So verlegen wir uns in die Bucht von Porto Azzurro.

Hier versuchen wir dann doch mal zu wandern. Wir stehen sehr früh auf und machen uns auf den Weg zu einer Kirche in den Bergen und vielleicht zum Croce (Kreuz) ganz oben. Es ist echt schön aber auch am Morgen einfach schon zu heiß. Also lassen wir das Kreuz auf dem Gipfel aus und wandern nach der Besichtigung der Kirche wieder zurück nach Azzurro. Dieser Ort gefällt uns super gut. Hier sind wir wegen den Winden auch zweimal. Eine echt süße Stadt mit einer großen Piazza auf dem Ende Juli und den ganzen August immer wieder Konzerte und andere Vorstellungen sind. Wir fahren mit dem Bus ins Bergdorf lernen in der Bucht ein nettes Pärchen kennen mit denen wir mit einem Englisch-Italienisch und deutsch Mix sehr viel Spaß haben.

Wir genießen hier unseren 33. Hochzeitstag und die Ferien Atmosphäre.

Es ist wirklich eine tolle Insel mit vielen gut ausgewiesenen Wanderwegen, Mountainbike Routen, Tauchspots, Kajak Routen etc. Aber ich würde sagen nicht im Juni,Juli,August. Da ist es einfach zu heiß.

Durch das größte umfassendste Meeresschutzgebiet in Europa ist das Wasser einfach herrlich kristallklar und man kann Wale und Delfine sehen.

Uns sagt aber nun der Wind das es weiter gehen muss denn es kommt ein starker Mistral aus dem Rhone Gebiet und dann wird es hier sehr ungemütlich.

Wirklich eine schöne Insel!

Wegen des Mistrals geht es ans Festland und nicht nach Korsika zurück.

Unterwegs ans Festland