Blumenriviera

Wegen Krankheit eine Woche später😪

Wir verlassen meinen Herzens-Ort, die Cinque Terre und überqueren den Golf von Genua. Wir können leider nicht viel segeln da die Wellen zu hoch sind und der Wind im Verhältnis zu wenig ist. Es wird aber immer wieder probiert und somit ist die Strecke etwas anstrengend. Im Port Andora treffen wir nette Segler aus Mailand mit denen wir einen schönen Abend erleben. Aber leider haben sie nicht unseren Weg. Wir bleiben einen Tag und waschen mal wieder Wäsche und säubern das Boot. Dann geht es an der Blumenriviera vorbei weiter. Ein schönes Hinterland mit malerischen Bergdörfern, aber die Küste ist meistens mit Hochhäusern bebaut. Es gibt aber auch nette Orte wie Cervo die eine Reise wert sind.

Dieser Abschnitt Liguriens wird deshalb so genannt weil es hier sehr viele Blumenfelder gibt die den Großteil der italienischen Schnittblumen produzieren. Aber natürlich auch Gewächshäuser. Da dieses Gebiet auch im Winter sehr mild ist zieht es sehr viele, meist ältere Menschen her die hier überwintern. Diese Küste, an Sanremo vorbei bis nach Menton an der französischen Küste bringen wir sehr schnell hinter uns.

Im alten Hafen von Menton bekommen wir den allerletzten Platz. Direkt an Eingang des Hafens wo die Wellen einlaufen und es für uns sehr rollig macht. Aber egal, draußen in der Bucht wäre es schlimmer gewesen.

Hier wird vorne an einer Boje angelegt und hinten an der Mole mit Landleinen. Das ist das erste Mal für uns aber es klappt wunderbar..

Nach einer schönen Dusche wird die Perle der französischen Riviera genossen. Der Küstenname bedeutet, „Berge die ins Wasser fallen“. Und so ist es auch. Die letzten Ausläufer der Seealpen fallen steil ins Wasser runter. Menton war und ist wieder bekannt für seine Zitronen die sogar heute eine geschützte Spezialität sind.

Aber auch so ist Menton ein wirklich schönes Städtchen. Wir laufen die schöne Terrakotta Treppe hoch zur Altstadt die mit ihren engen Gassen, gesäumt von alten Häusern ein echtes Labyrinth ist.

Obwohl es unsere erste französische Stadt am Festland ist wirkt sie sehr italienisch. Die Gassen sind sehr schattig und es gibt schöne helle und luftige Plätze. Am Ende der Treppe ist die Bühne für das bekannte Kammermusikfestival vor der Kathedrale aufgebaut. Wir laufen bis ganz nach oben und genießen die tolle Aussicht und machen einen Spaziergang über den ältesten Friedhof der Stadt. Er wurde auch mal der aristokratische Friedhof Frankreichs genannt der auf dem Fundament einer Burg errichtet wurde. Viele Reiche Engländer und Russen kamen auch zum sterben hierher.

Wir bewundern die grandiose Aussicht auf die Seealpen und auch auf die Küste.

Wieder unten in der Stadt trinken wir unseren ersten Pastis und fühlen uns erst jetzt in Frankreich angekommen😁.

Pastis, mmmhhh

Auf dem Weg zum Hafen kommen wir noch an der historischen Markthalle vorbei die auffällig und schön mit mehrfarbigen Kacheln versehen ist. Leider ist kein Markt.

Große Hotelpaläste sind zu sehen in denen im 19.Jahrhundert die reichen Engländer und Russen verkehrten.

Und ich denke auch heute noch.

Leider konnten wir nur für eine Nacht einen Platz ergattern, denn die Häfen sind einfach voll und die Wellen in der Bucht zu hoch.

Aber die Stadt hat einiges zu bieten und ist eigentlich eine längere Reise wert.

Doch für uns muss es am nächsten Tag recht früh weiter zur Cote d´Azur gehen.

Ligurien mein Herzenswunsch

1990 war ich schon mal hier. Und ich kann nur sagen, es hat sich viel verändert.

Wir sind in PortoVenere angekommen und legen uns in die Bucht vor die Stadt. Es ist enorm viel Bootsverkehr aber in der Nacht ist es sehr ruhig. Im Hafen können wir mit unserem Dingi anlegen und erkunden die Stadt. Ja wir sind in Ligurien. Das sieht man an den pastellfarbenen Häusern die am Abend wunderschön beleuchtet sind. In diesem mittelalterlichen UNESCO-Weltkulturerbe Hafenstädtchen kann man durch enge Gassen das alte Castel besichtigen oder sich einfach so treiben lassen.

An einem Tag, steigen wir in den Bus und fahren nach La Spezia. Die Hauptstadt der Provinz. Dort landen wir mal wieder als erstes in der Markthalle😊.

Beeindruckende Galionsfiguren

Die Stadt ist überraschend schön mit seiner Altstadt und dem Hafen. Sie wird geprägt von einem riesigen Marine Militär Stützpunkt in dem in der Vergangenheit Schiffe gebaut wurden. Wir nutzen den heißen Nachmittag um in das hoffentlich kühle Marine Museum zu gehen. Sehr interessant aber leider nicht kühl.

In der Stadt ist eine sehr lange Tafel aufgebaut und eine Tribüne an der Promenade. Wir erfahren das am nächsten Tag daaas größte Ruderrennen des Golfes von La Spezia stattfindet und alle beteiligten 13 Dörfer des Golfes speisen an dieser Tafel.

Das Rennen sehen wir am nächsten Tag von einem kleinen Lokal in Porto Venere im Fernseher.

Porto Venere gewinnt bei den Männern und so wird Abends groß gefeiert.

Wir ziehen nach einigen Tagen weiter in die Cinque Terre und bewundern die fünf Dörfer wie sie in die Felsen gebaut sind. Die Dörfer sind durch wundervolle Wanderwege verbunden.

Nun kommt die Veränderung seid meinem letzten Besuch. Die Cinque Terre ist heute so überlaufen das man sogar Eintritt für die Wanderwege verlangt. Menschenmassen bewegen sich durch die Gassen. Eine Fähre nach der anderen landet in Vernazze an. Es darf nur eine bestimmte Anzahl von Bussen kommen aber der Zug hält ja auch regelmäßig.

Total verrückt! Wir gehen Abends nochmal ins Dorf und genießen die aufkommende Ruhe.

Wir liegen an der Boje und am frühen Morgen wird es so unruhig das wir beschließen früh auf zu brechen um den Golf von Genua zu überqueren.

Livorno

Wir haben Elba verlassen und in einer Bucht am Festland den Anker geworfen. Es ist ziemlich viel Schwell in dieser Bucht der über Nacht noch zunimmt.Die Wettervorhersage sagte etwas anderes aber so sind wir schon bei Sonnenaufgang los, da an Schlaf eh nicht zu denken war.

Es geht nach Livorno. Es wird schon am Ankerplatz das Segel gesetzt und vor dem Hafen von Livorno nach 10 Stunden wieder runter genommen. So lieben wir es. Wir fahren auf den riesigen Hafen zu, der zum Teil Industriehafen , Cruiser-Anleger (oft mit drei großen Schiffen) und alter Hafen für die kleinen Fischerboote oder Yachthafen ist. Im Hafen treffen moderne und Historie zusammen. Zum Beispiel das im 16.Jahrhundert erbaute Fortezza Veccia das wir Abends besichtigen. Es ist eine tolle Anlage und zudem auch noch kostenlos. Und ganz im Süden bildet sich eine neue moderne Hafencity wie in Hamburg. Aus alt mach neu. Alte Dock,-oder Lagerhallen werden zu Einkaufszentren und Lokalen. Daneben neue Wohnflächen vereint mit historischen Gebäuden.

Beim rein fahren in den Hafen sind wir etwas überfordert. Man kann sich leicht verfahren. Wir finden dennoch den Yachthafen und machen uns dort gut fest. Denn es soll Gewitter geben.

Diese charmante toskanische Hafenstadt am Fuße der Berge gilt als bedeutender Hafen in Italien.Und das merkt man auch.

Livorno hat eine wunderschöne Altstadt die auch als Neu-Venedig der Toskana bezeichnet wird, denn es führen viele Kanäle durch die Stadt. Teilweise sehr eng oder sogar unter der Erde. Dieses gibt der Stadt einen besonderen Flair der abwechslungsreich und lebendig ist. Denn an vielen Kanälen reihen sich tolle Lokale wie eine Perlenkette auf. An einem Nachmittag aktivieren wir das Dingi und fahren durch die Kanäle und auch unter dem Piazza di Republica hindurch. Sehen imposante Gebäude mit prachtvoller Architektur und fahren unter zahlreichen Brücken hindurch. Es ist sehr beeindruckend und sehr ansprechend. Wir genießen diese Ausfahrt durch die Stadt sehr.

Am nächsten Tag lassen wir uns in der Stadt einfach treiben und finden immer wieder tolle Ecken. Den Dom, verschiedene tolle Plätze und das Castel im Zentrum mit Freilichtkino und Konzertbühnen, die Terrasse Mascagni mit seinem Schachbrett Muster und das Aquarium.

Das Aquarium besuchen wir an einem heißen Nachmittag. Es entpuppt sich als wirklich lohnenswert.

Der Focus liegt auf Mittelmeer Bewohner und dem Umweltschutz. Es war ein toller Besuch und wir haben es sehr genossen.

Natürlich müssen wir auch in die alte Markthalle. Wir stehen extra früh auf um dort einen Kaffee und ein Cornetto zu frühstücken. Aber leider sind viele Stände zu da ja Ferienzeit ist.

Ich kann Livorno nur empfehlen uns hat es sehr gut gefallen. Die Stadt hat Ideen und setzt sie auch um.

Nach drei Tagen verlassen wir die Stadt und segeln genau Richtung Norden. Wir machen Zwischenstopp in Rioreggio. Eine furchtbare Stadt in der alles künstlich wirkt. Als wenn man im Phantasia Land wäre. Zig Kilometer Strand der aber in der Hand von zahlreichen Lidos ist und man muss Eintritt bezahlen wenn man auf den Abschnitt will. Schrecklich! Das zieht sich bald bis zur Bucht von La Spezia. Liege an Liege und tausende von Menschen. Wir segeln daran lieber vorbei und ankern vor Portovenere.

Jetzt geht es immer Richtung Nord

Immer Richtung N

Elba

Die Überfahrt beginnt mit Schwachwind und Para und Endet bei knapp 18kn, hohen Wellen und Para. Das heißt wir waren schnell aber die See war sehr ruppig.

Elba in Sicht

Elba gehört zur Toskana und ist die größte des Archipels. Es gibt tolle Sandstrände, malerische Granitfelsen, alte Eisenerzgruben und Bergdörfer, dicht an dicht.

Wir waren 2 Wochen hier und ich werde jetzt nicht jede einzelne Bucht erwähnen. Wir haben die Insel umrundet und verstehen das sie sehr beliebt ist.

Der westliche Teil ist geprägt vom höchsten Berg Monte Capanne (1019m) auf den wir natürlich auch hoch wandern wollen. Aber es ist einfach zu heiß. Wir liegen vor der Marciana Marina vor Anker und beschließen mit dem Bus zum Berg zu fahren. Und fahren mit der ungewöhnlichen Cabinovia (Bergbahn) bis zum Gipfel denn auch oben im Bergdorf ist es über 30°C und zum wandern ungeeignet. Ist schon ein mulmiges Gefühl in einem offenen Käfig zu steigen und 30m, 18 Minuten lang über dem Grund zu schweben.

Auf diesem Gipfel soll im Winter auch mal Schnee liegen, was ich mir heute absolut nicht vorstellen kann. Regen fällt hier im Winter und Frühjahr scheins genug denn die Insel ist toll bewaldet und überall grün von Kork-und Steineichen. Wir haben eine tolle Sicht über die ganze Insel und in der Ferne sieht man sogar Korsika.

Hoffen wir das die sommerlichen Feuer weg bleiben!

Die Ostseite wurde früher vom Bergbau dominiert. Schon die Etrusker bauten hier Eisen ab und 1981 wurde die letzte Grube geschlossen. Sie ist flacher, und überall findet man alte Gruben mit den rostroten Halden. Hier wurde auch Magnetit gefördert und darum sollte man sich nicht 100%ig auf seinen Magnetkurs verlassen sondern auch mit den Augen navigieren. 😉

Hier liegt auch der Hauptort Portoferreio. Wir ankern in der Bucht und wollen uns die Stadt genauer anschauen denn dies ist der wichtigste Hafen von Elba.

Die Altstadt wird von zwei Festungshügeln dominiert die die Stadt im 16. Jahrhundert vor den Korsen erfolgreich verteidigten. Auch wenn man in den Hafen einfährt wirkt es wie eine Riesen Festung. Echt schön.

Wir wollen hoch über die Altstadt und uns das Haus eines berühmten Bewohners anschauen. Napoleon Bonaparte!

Er war hier 10 Monate mit einer Gefolgschaft im Exil und regierte Elba in dieser Zeit als eigenes Fürstentum.

Das Museum ist leider geschlossen aber wir sehen so auch genug.

Marina di Campo ist ein großer Ferienort mit Riesen Stränden, aber wir können nicht bleiben da der Wind ungünstig ist. So verlegen wir uns in die Bucht von Porto Azzurro.

Hier versuchen wir dann doch mal zu wandern. Wir stehen sehr früh auf und machen uns auf den Weg zu einer Kirche in den Bergen und vielleicht zum Croce (Kreuz) ganz oben. Es ist echt schön aber auch am Morgen einfach schon zu heiß. Also lassen wir das Kreuz auf dem Gipfel aus und wandern nach der Besichtigung der Kirche wieder zurück nach Azzurro. Dieser Ort gefällt uns super gut. Hier sind wir wegen den Winden auch zweimal. Eine echt süße Stadt mit einer großen Piazza auf dem Ende Juli und den ganzen August immer wieder Konzerte und andere Vorstellungen sind. Wir fahren mit dem Bus ins Bergdorf lernen in der Bucht ein nettes Pärchen kennen mit denen wir mit einem Englisch-Italienisch und deutsch Mix sehr viel Spaß haben.

Wir genießen hier unseren 33. Hochzeitstag und die Ferien Atmosphäre.

Es ist wirklich eine tolle Insel mit vielen gut ausgewiesenen Wanderwegen, Mountainbike Routen, Tauchspots, Kajak Routen etc. Aber ich würde sagen nicht im Juni,Juli,August. Da ist es einfach zu heiß.

Durch das größte umfassendste Meeresschutzgebiet in Europa ist das Wasser einfach herrlich kristallklar und man kann Wale und Delfine sehen.

Uns sagt aber nun der Wind das es weiter gehen muss denn es kommt ein starker Mistral aus dem Rhone Gebiet und dann wird es hier sehr ungemütlich.

Wirklich eine schöne Insel!

Wegen des Mistrals geht es ans Festland und nicht nach Korsika zurück.

Unterwegs ans Festland

Schönes Korsika

Wir erleben nun schon eine ganze Weile die große Hitze und haben deswegen beschlossen an der Ostseite Korsikas Richtung Norden zu segeln. Denn ich vermute schwer das sich die Hitze bald mit Gewittern etwas entlädt und uns starken Mistral Wind schickt.

Nach Bonifatius genießen wir erst mal die Buchten die hier in der Nähe Sardiniens und dem Maddallena Archipels sehr voll sind. Es ist ja auch nun Juli und hier haben überall die Ferien begonnen. Es ist aber nicht schlimm. Wir finden immer noch ein Plätzchen für uns. Wir hangeln uns von Bucht zu Bucht nach Porto Vecchio und wettern die zu erwartenden Starkwinde ab. In den Bergen Korsikas gewittert es. Leider bringt es nicht die erhoffte Abkühlung und wir müssen weiter in diese Hitze ausharren.

Die Bucht hier vor Porto Vecchio ist sehr groß und der Untergrund ist sehr schlammig. Unser Anker frisst sich gut in den Schlamm und hält auch bei knapp 40 kn Wind gut.

Andere haben leider Pech. Auf der anderen Seite der Bucht driftet ein Katamaran und zieht wohl von einem anderen Katamaran auch noch den Anker raus. Beide treiben ab. Der eine bleibt an einer Mole hängen wo Arbeiter das beste versuchen um ihn zu sichern. Denn auf beiden Booten ist niemand.

Der andere Katamaran treibt leider auf die Steine und man sieht bald das er Leck schlägt.

Kurze Zeit später kommt ein Bergungs-/Rettungsteam vom Hafen und schleppt den an der Mole hängenden Kat in den Hafen, denn dort ist mittlerweile der Eigner eingetroffen.

Der andere Kat hängt mit einer Kufe schon sehr tief im Wasser. Als auch dort der Eigner kommt, hilft ihn das Rettungsteam und schleppt ihn von den Steinen in den Hafen. Dort werden starke Pumpen eingesetzt und am frühen Morgen hängt er schon im Kran um an Land gestellt zu werden.

Der Verursacher hatte wohl keinen Schaden und verschwand am frühen Morgen aus den Hafen.

Auch an den Stränden sieht man immer wieder Wracks die wohl im Wintersturm dort ankamen. War schon ein unwohles Gefühl aber wir waren fest und sind auch erst an Land wenn der Wind schwach war.

Der Ort ist sehr nett und wir genießen die Abende sehr. Vom Hafen fährt ein E-Bus für umme in die obere Stadt, was bei dieser Hitze sehr angenehm ist.

Nach ein paar Tagen geht es weiter und wir verlegen uns in eine malerische Bucht, unternehmen eine Küstenwanderung und einige Schnorchelgänge.

Doch Nachts bemerkt Peter bei einem Pinkelgang den Geruch von faulen Eiern. Die Batterie😮😮!

Diesmal die Starterbatterie. Und das gerade mal nach vier Jahren. Er klemmt alles ab und legt sich wieder ins Bett.

Ich habe davon gar nichts mitbekommen und bin so am Morgen natürlich schwer geschockt.

Peter baut alles um und wir können mit den anderen Batterien starten und nach Solenzara segeln.

Dort frage ich im Hafen an und es ist kein Problem wir bekommen einen Platz.

Wir mieten ein Auto, kaufen eine neue Batterie und gehen einkaufen. Den Rest des Tages fahren wir in das berühmte Alta Rossa Tal den Fluss hoch und wollen dort ein Stück des berühmten GR- Wanderweg laufen. Wir merken aber bald das es einfach zu heiß ist und so wandern wir zurück und gehen im Fluss baden😊

Am Abend nutzen wir das Auto und fahren nach Aleria und wandern am Etang de Diana (Binnensee) durch die wunderbare Macchia. (=Buschland)

Am nächsten Tag fahren wir seeehr früh am Morgen zu einem Wanderplatz in den Bergen der zu einem Wasserfall führt.

Es ist ein super Weg meist unter Bäumen mit kleinen Kletterstellen bis wir oben ankommen. Dort haben sich einige zum Canyoning versammelt. Dafür scheint Korsika berühmt zu sein. 🤔

Wir schauen ihnen einige Zeit zu, gehen im eiskalten Wasser baden und machen uns dann auf den Rückweg. Wir fahren noch ein Stück in die Berge und genießen es sehr.

Abends geben wir das Auto wieder ab und besuchen noch das Stadtfest im Ort mit Live Musik.

Dann ist es wieder soweit. Wir segeln weiter und genießen den Anblick der Korsischen Berge auf denen sogar noch ein Hauch Schnee liegt.

Etwas südlich von Bastia nutzen wir den passenden Wind und segeln rüber nach Elba. Bastia und den Finger machen wir dann von Elba aus.

Auf nach Korsika

Wir ziehen noch etwas nach Westen, um nicht so einen weiten Schlag nach Korsika zu haben und kommen so in eine tolle Bucht neben Isola Rossa. So wie der Name schon sagt sind die Felsen in einem rosa bis rötlichen Ton. Wir machen solange die Sonne noch sehr hoch steht mit dem SUP eine Schnorchel Tour. Aber es gibt traurigerweise nicht viel zu sehen.

Am Abend paddeln wir dann mit dem SUP an Land und machen eine kleine Wandertour. Dies geht leider erst sehr spät da es immer noch sehr heiß ist. An Land ist es wunderschön. Das Licht einfach herrlich und wir genießen es sehr. Es ist einfach immer wieder wunderschön wenn wir unsere Alina alleine in so einer Traum-Landschaft ankern sehen.

Wir laufen Richtung Kap bis uns der weitere Weg versperrt ist. Vermutlich ein Schutzgebiet oder Privat. Egal, beides zwingt uns zum umdrehen. Was aber auch gut ist, denn die Sonne geht langsam unter.

Am nächsten Tag soll der Wind stimmen und wir starten sehr früh um über die Straße von Bonifatius zu segeln. Ich habe großen Respekt vor dieser Etappe denn die Winde können sich gegenüber der Prognose nicht selten verdoppeln und die starke Strömung kommt auch noch dazu.

Die Meeresstraße ist bei Seefahrern wegen ihres schwierigen Wetters, der Strömung und der Untiefen gefürchtet. Aber trotzdem ist es schon seid der Antike ein wichtiger Seeweg.

Manchmal muss man sehr lange auf ein passendes Wetterfenster warten. Wir hatten Glück doch Julius Cäsar musste auf der Rückfahrt seines Afrikafeldzuges einen Monat warten. Und wenn man das nicht tut, kann es zu einem Unglück wie 1855 kommen als eine französische Fregatte bei Sturm auf ein Riff lief und alle 693 Seelen starben.

1993 gab es hier ein schweres Tankerunglück und seidem darf kein Schiff mehr mit Gefahrgut durch die Meeresenge zu fahren.

Bei uns lief alles gut, obwohl es noch von Italienischer Seite ein großes Marine-Manöver gab.

Ohne Probleme kamen wir an den wunderschönen Klippen von Bonifatius an. Der Hafen liegt in einem Fjord der sehr schmal vom Wasser her einbiegt.

Die Festungsstadt liegt oben auf den Kreideklippen und man hat den Eindruck das diese bald ins Wasser bricht.

Der wunderbar geschützte Naturhafen wird heute als Fischer-und Yachthafen genutzt. Hier gilt es ähnlich wie in Cannes und Nizza. Sehen und gesehen werden. Je größer die Jacht desto besser. Sicher sieht man hier einige Promis wenn man sie dann auch erkennen würde 🤔. Wir nicht, denn wir kennen keine😁.

Wir ankern in der einzigen Bucht des Fjords und fahren in diesen schicken Hafen mit unserem Gummiboot ( aber grau, nicht rot🤣)

Wir spazieren durch den Hafen, genießen die schöne Altstadt mit Festung und gehen auch mal lecker essen. Eine beeindruckende Stadt mit ihrer Lage.

Wir haben Bonifatius sehr genossen.

Eine Insel auf Zeit zum Geburtstag

Wir sind nun an der Nordseite Sardiniens angekommen. Peter hat Geburtstag und ich zerbreche mir schon eine Weile das Hirn, was ich ihm gutes tun kann. Und dort kommt mir der Lichtblitz.

Ich schenke ihm die Insel Asinara👏. Natürlich nur auf Zeit. Zu mehr langt es leider nicht 😂 aber ich weiß das es ihm gefallen wird.

Da wir in einer sehr heißen Zeit sind schenke ich ihm auch noch einen Tag mit dem elektrischen Golfcar. Denn wandern geht bei diesen Temperaturen auf gar keinen Fall. Leider!

Asinara ist auf dem Land und im Wasser ein Nationalpark. Ankern ist nicht erlaubt, was ich sehr gut finde. Ich melde mich also für eine Boje an, was auch kein Problem ist.

Asinara ist schon seid dem Neolithikum bewohnt und im Mittelalter gab es darauf ein Kloster. Seid dem 16. Jahrhundert war es von Fischern bewohnt die das Dörfchen Cala di Oliva gründeten.

Diese Fischer wurden 1885 vom Italienischen Staat vertrieben und die Insel fortan als Gefängnisinsel genutzt. Das hielt bis 1999 an.

Im ersten Weltkrieg war es ein Kriegsgefangenen Lager. 50 000 Tausend Gefangene machten sich von Serbien auf den Weg wo schon tausende an Cholera starben. Auch bei der Verschiffung nach Asinara starben nochmal 1500 Gefangene. So kamen nur 24 000 auf Asinara an. Das Lager dort war nur für 700 Gefangene vorgesehen und so starben in den ersten drei Monaten nochmal 7000 Menschen unter schlimmen Bedingungen.

Für diese Menschen aus Österreich und Ungarn wurde dann später zu Ehren ein Gebeinhaus gebaut.

Nach dem Krieg wurden 16000 Gefangene an Frankreich übergeben.

In der weiteren Zeit war es eine Quarantänestation und es gab 11 Gefängnisse auf der Insel verteilt die heute langsam zerfallen.

Man versuchte über die Landwirtschaft die Gefangenen wieder ins richtige Leben zu führen und so sind ein paar Lager auch wie große Bauernhöfe errichtet. Mit Silos für das Getreide.

Das Hauptgefängnis der Insel, „Fornelli“, war in den 1930igern ein „Justizsanatorium“, Tuberkolose -Krankenhaus und ab den bleiernen Jahren (Mafia-Zeit) auch Hochsicherheitstrakt für die Mafia-Verbrecher.

In den 80igern waren Sondergefangene der rechts- und linksextremen Kriminellen dort inhaftiert. Dann kam die Tora Null und alle wurden irgendwo hin verteilt bis 1992 nach dem Massaker von Capaci der Ort wieder als Hochsicherheitsgefängnis gebraucht wurde.

1997 wurde es entgültig geschlossen und 1999 als National Park und Meeresschutzgebiet eingerichtet.

Da 112 Jahre hier nichts passierte gibt es eine wunderbare karge Natur mit seinen Bewohnern.

Herrlich sind die wilden leuzistischen Zwergesel die überall auf der Insel zu finden sind.

Wir holen früh am morgen den Golfcar ab und fahren quer über die Insel. In der ersten Stunde sehen wir noch einige Tiere wie den Steinkauz, ein Mufflon, Rebhühner, Greife, Ziegen und natürlich viele Esel.

Später ist es zu heiß und außer den Eseln sieht man nichts mehr. Nur die vielen Lagerruinen und die karge und doch tolle Natur.

Wir sind überall dort unterwegs wo wir dürfen und genießen diesen Tag sehr. Nur gibt es leider kein Restaurant wo wir Peters Geburtstag feiern können. So genießen wir ein Radler und gehen dann auf Alina lecker essen.

Auch unter Wasser ist einiges zu sehen und so genießen wir die Zeit hier auf Asinara sehr. Das Wasser kommt bei dieser Hitze natürlich nicht zu kurz.

Unsere Vorräte gehen zu Ende und wir beschließen wieder auf die Nordseite Sardiniens zu segeln.

Dort suchen wir uns eine Stadt aus in der wir es ganz nah zum Supermarkt haben.

Frisch bestückt und von vier verschiedenen kreischenden Musikanlagen aus verschiedenen Strandbars bis tief in die Nacht beschallt, machen wir uns morgens wieder auf und ziehen weiter.

Diesen Krach sind wir nicht mehr gewöhnt😁

Die Westküste Sardiniens

Nach dem Starkwind Feld auf Carlaforte sehen wir in der Großwetterlage eine ruhige Zeit und machen uns auf der Westseite auf Richtung Norden. Diese Seite Sardiniens wird normalerweise von den starken West oder Nordwest-Winden (Mistral) gebeutelt. Und das sieht man auch an der Küste.

Eine raue Felsenküste die mit langen Dünen-Stränden unterbrochen wird. Sie wirkt wilder, rauer und ursprünglicher als die Ostseite. Die See ist Gott sei Dank nicht wild und wir können über riesigen Kalkklippen glühende Sonnenuntergänge beobachten, die die alten Minengebäude und Maschinen rot beleuchten und Flamingos in den Lagunen in Schwärmen sehen.

Hier dominiert noch die Natur und es gibt nur kleine Orte mit dezentem Tourismus da wo Dünen sind.

Auf der Sini Halbinsel mit vielen traumhaften Stränden bleiben wir etwas länger. Überall sind Bojen in den Meeresschutzgebieten damit keine Anker das Poseidonia Gras beschädigen. Wenn eine da ist nehmen wir immer eine. Denn ich finde das eine gute Sache. Die Anmeldung funktioniert nicht und es kommt auch nie jemand. Also ist sie sogar Kostenlos.👏👏👏

Wir genießen es hier sehr. Machen Wanderungen auf die Halbinsel und schauen uns das alte Tharros an das 800 Jahre vor Christus von den Phöniziern gegründet wurde und schnorcheln viel in dieser tollen Unterwasserwelt. Ich sehe meinen ersten Tintenfisch der mich aus seinen großen gelben Augen genauso mustert wie ich ihn. Erleben Delfine direkt um unser Boot. Mutter, Vater und Kind. Und wir genießen auch die tolle Ruhe an diesem Ort.

Da wir mal wieder einkaufen müssen machen wir uns auf dem Weg zum malerischen und bunten Ort Bosa. Ich schreibe mit dem Hafen, der im Fluss Temo bei Bosa liegt und bekomme sofort eine positive Antwort mit Bildern und anlege Anweisungen. Einfach perfekt! Es ist etwas spannend in den Fluss zu fahren da wir an der flachesten Stelle nur ein Meter Wasser noch unter uns haben.

Aber es klappt alles super und wir machen uns mit dem Dingi auf in die Stadt zu fahren um durch die engen Gassen zu wandern. Echt schön hier. Eine der ältesten Städte hier an der Westseite.

Wir fahren am nächsten Tag mit dem Dingi weit den Fluss Temu hoch. Hier ist die Zeit stehen geblieben und wir genießen die absolute Ruhe. Vögel sieht man kaum. Diese haben sich bei der Hitze in Büsche verkrochen. Nach einem lecker Essen abends in der Stadt geht es dann auch Richtung Alghero weiter.

Da der Wind gut steht und wir gerade aus einer Stadt kommen und alles haben was wir brauchen, entscheiden wir uns ins Reservat Cala Conte zu segeln. Hier liegen auch wieder Bojen die wir auch benutzen. Es kommt wieder niemand😊. An einem Abend kommt die immer präsente Guardia Finanzia ins Bojenfeld gefahren. Aber sie kontrollieren nur einen Schweizer und fahren zu einem Italiener der ankert. Denn das ist hier verboten.

Er geht später Anker auf, macht an der Boje fest, ist aber am Morgen wieder vor Anker. Sorry, aber das geht gar nicht!!!

Wir interessieren sie nicht.

Hier ist es sehr ruhig in der Nacht. Echt schön.

Unser nächster Ankerstopp bevor es durch die Fornelli Passage geht ist Argentiera eine alte Mine die hier mehr wie hundert Jahre zu gange war. Sie wurde soweit saniert das sie nicht weiter verfällt und an einer kleinen Stelle wird es auch bewirtschaftet. Wir ankern auf Sand. Der Untergrund ist tot. Ich denke die Mine hat damals auch mit Chemikalien gearbeitet.

Am Rand in den Felsen gibt es Leben aber nicht sehr üppig.

Und das nach so langer Zeit.

Doch nun kommt unsere letzte Etappe an der Westseite und wir segeln durch die sehr schmale Fornelli Passage auf die Nordseite Sardiniens und ankern in Karibischem Wasser.

Die Passage muss man genau fahren da sie seeehr flach ist. Doch am Land sind Markierungen die man anpeilen kann und so kommt man auch ohne elektronischen Hilfsmitteln sehr gut und sicher durch. Geniale Sache.

Was mir noch einfällt. Wir haben einen riesigen Mondfisch gesehen. Habe gar nicht gewusst das es sie im Mittelmeer gibt. Aber sie gibt es und wir haben einen gesehen. Wie wunderbar ist das denn!!!!