Syrakus

Nach der geruhsamen Zeit in der Bucht von Portopalo und das erste Bad dieses Jahr ( das allerdings nur sehr kurz war🥶) ging es weiter nach Syrakus.

Auf diese Stadt freuen wir uns schon eine ganze Weile. Der Törn dorthin geht leider die meiste Zeit unter Motor. Aber die Stadt zieht uns irgendwie magisch an und ein passendes Wetterfenster für besseres segeln zeigt sich die ganze Woche nicht. Also muss es auch mal unter Motor sein.

Wenn man in die große Bucht hereinfährt soll man sich bei der Hafenpolizei über Funk anmelden. Das tun wir auch und sind so auf der sicheren Seite. Darum müssen wegen irgendwelcher Strafen keine Angst haben. Denn über diese Bucht wird manches gemunkelt, das aber bei uns nicht eintraf.

Kurz nach dem ankommen machen wir auch zum ersten Mal das Dingi fertig um an Land zu fahren. Es ist alles noch etwas ungewohnt, besonders die schwere Kette um den Motor und das Dingi im Hafen fest zu schließen. Das fühlt sich auch total falsch an. Aber es wird hier leider empfohlen.

Die historische Stadt ist wunderschön an zu sehen. Da sie strategisch günstig lag war sie schon in der Antike ein blühendes Handelszentrum und wurde so zu bedeutendsten Stadt Italiens lange bevor Rom oder Alexandria zu Weltmächten wurden. Man findet auch an jeder Ecke, die Macht und den Reichtum aus dieser Zeit. Das historische Zentrum ist auf der Halbinsel Ortygia und ist auch das Herz der Stadt. Nur ein paar Meter breit ist die Durchfahrt zwischen der neuen Stadt und Ortygia. Die Altstadt ist im Barrock gebaut und wurde auch wieder nach einem schweren Erdbeben im 17. Jahrhundert in diesem Stil aufgebaut

Wir genießen einen Sundowner und lassen uns durch das Gewirr von kleinen Gassen treiben.

Überall sieht man kunstvolle Portale und Fassaden. Einfach nur schön.

Am nächsten Tag geht es früh los. Wir besuchen den Archäologischen Park und besichtigen das Griechische Theater aus dem 5. Jahrhundert mit einer Größe von 15000 Zuschauern. Das Aushängeschild ist aber das römische Amphitheater in dem die brutalen Gladiatoren Kämpfe ausgetragen wurden. Es ist vollständig in einen Felshügel gebaut.

Außerdem besuchen wir dort das Ohr des Dionysos. Es ist eine Höhle in der Dionysos seine Gefangenen belauscht hat. Diese hat er zu tausenden in dieser Höhle verrecken lassen.

Auf dem Weg dorthin besuchen wir noch die futuristische Kirche der weinenden Madonna . Die Kirche ist 80m hoch (Sieht aus wie ein Faltenrock) und wurde 1950 gebaut nachdem ein Madonnen Bildnis ungefähr an dieser Stelle zu weinen anfing. Die Träne wurde untersucht und es war wirklich vom Menschen. Nach der Untersuchung weinte sie nicht mehr. 🤔

Wir sehen uns viele andere Dinge an. Den Dom , die berühmte Quelle „Fonte Aretusa mit seinem Papyrus und der Legende von Arethusa und Alpheios und natürlich der berühmte Dianabrunnen im Zentrum der Altstadt. Er stellt den Mythos der Nymphe Arethusa dar die von Artemis(Diana) in eine Quelle verwandelt wird während sie vor dem Flussgott Alpheios flieht.

Die Stadt ist voll von solchen Legenden und an jeder Ecke sieht man die Geschichte.

Wir bummeln aber auch durch die Geschäfte ( wie ich das hasse!!😊) und finden endlich unser Outfit für die Hochzeit von Nina und David.👏👏👏👏👏 Gott sei Dank😂

Wir haben die Zeit hier sehr genossen und segeln nach ein paare Tagen mit tollem Schmetterling weiter Richtung Catania.

Und dann ist es endlich soweit

Wir sind nach unserem Winsch-Disaster soweit und könnten los. Peter hat sie auf manuell umgebaut.

Aber das Wetter spielt einfach nicht mit. So „müssen“ wir noch das Hafenleben genießen.😁

Wir helfen Nachbarn, genießen das „Dolce Vita“, machen Ausflüge und besuchen nochmal mit unseren Freunden Bine und Peter, im Landesinnern die Provinz Hauptstadt Ragusa mit Ragusa Ibla.

Im Hintergrund Ragusa Ibla mit Bine + Peter von der SY Joy

Dort kündigt sich dann plötzlich der Gutachter für den nächsten Tag an. Das ist doch perfekt. Gut das wir noch nicht weg sind.

Er schaut sich ganz genau den Schalter an der das Überhitzen der Winsch verursacht hat. Sein Ergebnis ist das über die Jahre die Kontakte immer mehr ( mikroskopisch) durch die feuchte Luft korrigiert sind und so langsam zusammen gewachsen sind. Wohlgemerkt in 25 Jahren!

So haben sie sich irgendwann berührt und es floss Dauerstrom der den Motor überhitzt hat.

Er war sehr freundlich und sehr kompetent hat unsere Eigenleistung gesehen und gelobt.

Jetzt warten wir einfach ab was kommt. Bin echt gespannt.

So ist das für uns auch erst mal erledigt. Was sehr schön war, er hat den Zustand und die Pflege von unserer Alina sehr gelobt.

Und das von einem Maritimen Gutachter! Ist doch toll, oder?!

Nun müssen wir noch den nächsten Sturm mit um die 50 kn abwettern und dann könnte unser Wetterfenster für den Saisonstart kommen.

Und am 15.4.26 ist es soweit. Wir wissen das es noch kein tolles segeln ist da wir noch sehr hohe Wellen haben aber wir wollen jetzt einfach los. Es ist Zeit!

Und so müssen wir uns von allen verabschieden, die sogar in der frühen Stunde an unsern Steg kommen und Tschüss sagen. Danke euch, es war toll euch alle kennen zu lernen.

Draußen kann man schön segeln. Wir sind nicht schnell! Aber wir segeln!!

Zwischen drin geht für zwei Stunden leider gar nichts mehr, aber dann kommt der Wind wieder und aus anderer Richtung, so das wir direkt auf unser Ziel, Portopalo zusteuern können.

Die Wellen waren noch enorm und immer wieder kam eine Haushohe Welle auf uns zu die aber gut zu reiten war. Am Nachmittag sind wir glücklich in Portopalo angekommen und haben es sehr genossen in der Bucht zu liegen.

Unsere Zeit im Winterhafen

Im Porto Turistico Marina di Ragusa (ja, ein sehr langer Name😁) sind viele Segler die hier den Winter verbringen. So lernen wir viele nette Leute kennen mit denen wir viel Spaß haben.

Beim gemeinsamen spielen, Eis essen gehen, wandern, grillen oder zusammen Musik machen.

Es gibt viele Gelegenheiten etwas zusammen zu machen. Auch die Hilfe die von Peters Fachwissen ausgeht, ist immer gerne gesehen und genutzt.

Wir machen aber auch immer wieder schöne Ausflüge ins Hinterland oder die Küste entlang.

Mit Freunden wandern und den Frühling genießen.

Zwischen drin werden kleinere Arbeiten gemacht und das Boot ist nun fertig für die Weiterfahrt.

Aber das Wetter lässt es noch nicht wirklich zu um zu starten. Also genießen wir einfach noch unsere letzten Tage im Hafen. Denn der schlimme Abschied kommt noch früh genug. Denn fast alle gehen Richtung Griechenland und nur zwei Boote, wo wir es wissen gehen Richtung Nordwesten.

Also Richtung Sardinien, Korsika und Festland Frankreich/Spanien.

Sizilien finde ich sehr schön. Es ist hier im Süden sehr landwirtschaftlich geprägt. Aber leider auch viel Plastik- Gewächshäuser ( Mare Plastico ).

Aber auch die Geschichte hat diese Ecke geprägt. Dies zeige ich einfach mal mit Fotos.

Aktuell

Erst mal wünsche ich allen frohe Ostern, auf das ihr einen wunderschönen Tag habt.

Heute möchte ich mal erklären warum es etwas ruhig um uns war.

Wir liegen immer noch in unserem Winterhafen aus verschiedenen Gründen. Ich weiß nicht ob man das in Deutschland registriert. Im Mittelmeerraum aber auch auf dem Atlantik spielt irgendwie alles verrückt. Wir sind gefühlt am südlichsten Punkt von Europa und es schneit in den höheren Lagen von Sizilien. Auf dem Ätna liegt Meterhoch der Schnee und es kommt immer wieder neuer Schnee dazu. Hier stürmt es unentwegt und es regnet sehr viel. Somit haben wir natürlich keine Lust schon weiter zu segeln. Gut das wir eine Heizung haben.😁 Ein kleines Fenster öffnet sich am Dienstag nach Ostern vielleicht das sich aber schon wieder am Freitag mit stürmischen Winden aus Osten verabschiedet. Und wenn wir am Dienstag starten, wären wir auf der Ostseite von Sizilien relativ Schutzlos. Also werden wir wohl noch warten müssen. Wir werden sehen.

Aber warum ich eigentlich aktuell schreibe ist dieser.

Letzte Woche wäre unsere Alina fast abgefackelt!

Wir waren mit Freunden am Sonntagmittag einen Kaffee trinken. Plötzlich zog es mich wieder zurück zum Boot und wir brachen auf.

Als ich die Luke zum Niedergang öffnete kam mir dichter, beißender Geruch entgegen. Peter schaltete sofort den Hauptschalter aus und ich riss alle Fenster auf. Nach kurzer Suche sah ich das von der Decke der Küche Öl lief. Ich stürmte nach draußen und fühlte an der Elektro- Winsch und diese war sehr, sehr heiß .

Wir bauten die Decke in der Küche ab und sahen das der Motor kurz vor dem Brand stand. Der Außenlack war schon verkohlt und das GFK oben drüber hatte auch schon einen dunkel braunen Fleck. Also Motor raus bauen und auf Fehlersuche gehen.

Das Ergebnis ist, das durch den Betätigungsschalter wohl Feuchtigkeit eingedrungen ist und der Motor unter Dauerstrom kam. Die Winsch hat aber nur halb gedreht weil in der Wicklung ein Draht den Motor blockiert hat. Aber Strom floss weiter Und durch die entstehende Hitze ist der Innenraum unter Rauch gesetzt worden.

Der beißende Geruch des Rauchs war das schlimmste und wir haben nun eine Woche gekämpft um wieder einen Lebensraum zu haben.

Alles abgewaschen, alle Decken Paneelen runter, denn dahinter sind die Hohlräume alle miteinander verbunden. Dort alles abwaschen und danach alles mit Alkohol reinigen. Dann haben wir alles gestrichen und lüften , lüften.

Die Sachen die rumlagen wie Kissen, Decken, Kleidung etc. musste gewaschen werden. Also einfach eine heiden Arbeit.

Nun sind wir soweit das es kaum noch da ist. Wenn eine Schublade aufgeht kommt etwas Geruch heraus. Aber man kann wieder auf der Alina leben. In der Dusche wo es noch am meisten riecht, habe ich Kaffee hingestellt. Kaffee frisst den Geruch. Hätte ich nie gedacht wie gut das klappt.

Jetzt kommen wir langsam wieder zur Ruhe und gehen später mit den gleichen Freunden wieder einen Kaffee trinken. Machen aber vorher den Strom-Hauptschalter aus😉😊

Da es für die Winsch nichts mehr gibt, haben wir sie auf manuell umgebaut und können dann wenn das Wetter passt trotzdem los.

Wir suchen aber sicher noch eine Lösung für die Winsch. Und ich habe alle Schalter gesichert das bei den anderen nichts passiert.

Jetzt gehe ich erst mal auf Eiersuche. 😊 Frohe Ostern nochmal 👋