Schönes Korsika

Wir erleben nun schon eine ganze Weile die große Hitze und haben deswegen beschlossen an der Ostseite Korsikas Richtung Norden zu segeln. Denn ich vermute schwer das sich die Hitze bald mit Gewittern etwas entlädt und uns starken Mistral Wind schickt.

Nach Bonifatius genießen wir erst mal die Buchten die hier in der Nähe Sardiniens und dem Maddallena Archipels sehr voll sind. Es ist ja auch nun Juli und hier haben überall die Ferien begonnen. Es ist aber nicht schlimm. Wir finden immer noch ein Plätzchen für uns. Wir hangeln uns von Bucht zu Bucht nach Porto Vecchio und wettern die zu erwartenden Starkwinde ab. In den Bergen Korsikas gewittert es. Leider bringt es nicht die erhoffte Abkühlung und wir müssen weiter in diese Hitze ausharren.

Die Bucht hier vor Porto Vecchio ist sehr groß und der Untergrund ist sehr schlammig. Unser Anker frisst sich gut in den Schlamm und hält auch bei knapp 40 kn Wind gut.

Andere haben leider Pech. Auf der anderen Seite der Bucht driftet ein Katamaran und zieht wohl von einem anderen Katamaran auch noch den Anker raus. Beide treiben ab. Der eine bleibt an einer Mole hängen wo Arbeiter das beste versuchen um ihn zu sichern. Denn auf beiden Booten ist niemand.

Der andere Katamaran treibt leider auf die Steine und man sieht bald das er Leck schlägt.

Kurze Zeit später kommt ein Bergungs-/Rettungsteam vom Hafen und schleppt den an der Mole hängenden Kat in den Hafen, denn dort ist mittlerweile der Eigner eingetroffen.

Der andere Kat hängt mit einer Kufe schon sehr tief im Wasser. Als auch dort der Eigner kommt, hilft ihn das Rettungsteam und schleppt ihn von den Steinen in den Hafen. Dort werden starke Pumpen eingesetzt und am frühen Morgen hängt er schon im Kran um an Land gestellt zu werden.

Der Verursacher hatte wohl keinen Schaden und verschwand am frühen Morgen aus den Hafen.

Auch an den Stränden sieht man immer wieder Wracks die wohl im Wintersturm dort ankamen. War schon ein unwohles Gefühl aber wir waren fest und sind auch erst an Land wenn der Wind schwach war.

Der Ort ist sehr nett und wir genießen die Abende sehr. Vom Hafen fährt ein E-Bus für umme in die obere Stadt, was bei dieser Hitze sehr angenehm ist.

Nach ein paar Tagen geht es weiter und wir verlegen uns in eine malerische Bucht, unternehmen eine Küstenwanderung und einige Schnorchelgänge.

Doch Nachts bemerkt Peter bei einem Pinkelgang den Geruch von faulen Eiern. Die Batterie😮😮!

Diesmal die Starterbatterie. Und das gerade mal nach vier Jahren. Er klemmt alles ab und legt sich wieder ins Bett.

Ich habe davon gar nichts mitbekommen und bin so am Morgen natürlich schwer geschockt.

Peter baut alles um und wir können mit den anderen Batterien starten und nach Solenzara segeln.

Dort frage ich im Hafen an und es ist kein Problem wir bekommen einen Platz.

Wir mieten ein Auto, kaufen eine neue Batterie und gehen einkaufen. Den Rest des Tages fahren wir in das berühmte Alta Rossa Tal den Fluss hoch und wollen dort ein Stück des berühmten GR- Wanderweg laufen. Wir merken aber bald das es einfach zu heiß ist und so wandern wir zurück und gehen im Fluss baden😊

Am Abend nutzen wir das Auto und fahren nach Aleria und wandern am Etang de Diana (Binnensee) durch die wunderbare Macchia. (=Buschland)

Am nächsten Tag fahren wir seeehr früh am Morgen zu einem Wanderplatz in den Bergen der zu einem Wasserfall führt.

Es ist ein super Weg meist unter Bäumen mit kleinen Kletterstellen bis wir oben ankommen. Dort haben sich einige zum Canyoning versammelt. Dafür scheint Korsika berühmt zu sein. 🤔

Wir schauen ihnen einige Zeit zu, gehen im eiskalten Wasser baden und machen uns dann auf den Rückweg. Wir fahren noch ein Stück in die Berge und genießen es sehr.

Abends geben wir das Auto wieder ab und besuchen noch das Stadtfest im Ort mit Live Musik.

Dann ist es wieder soweit. Wir segeln weiter und genießen den Anblick der Korsischen Berge auf denen sogar noch ein Hauch Schnee liegt.

Etwas südlich von Bastia nutzen wir den passenden Wind und segeln rüber nach Elba. Bastia und den Finger machen wir dann von Elba aus.

Auf nach Korsika

Wir ziehen noch etwas nach Westen, um nicht so einen weiten Schlag nach Korsika zu haben und kommen so in eine tolle Bucht neben Isola Rossa. So wie der Name schon sagt sind die Felsen in einem rosa bis rötlichen Ton. Wir machen solange die Sonne noch sehr hoch steht mit dem SUP eine Schnorchel Tour. Aber es gibt traurigerweise nicht viel zu sehen.

Am Abend paddeln wir dann mit dem SUP an Land und machen eine kleine Wandertour. Dies geht leider erst sehr spät da es immer noch sehr heiß ist. An Land ist es wunderschön. Das Licht einfach herrlich und wir genießen es sehr. Es ist einfach immer wieder wunderschön wenn wir unsere Alina alleine in so einer Traum-Landschaft ankern sehen.

Wir laufen Richtung Kap bis uns der weitere Weg versperrt ist. Vermutlich ein Schutzgebiet oder Privat. Egal, beides zwingt uns zum umdrehen. Was aber auch gut ist, denn die Sonne geht langsam unter.

Am nächsten Tag soll der Wind stimmen und wir starten sehr früh um über die Straße von Bonifatius zu segeln. Ich habe großen Respekt vor dieser Etappe denn die Winde können sich gegenüber der Prognose nicht selten verdoppeln und die starke Strömung kommt auch noch dazu.

Die Meeresstraße ist bei Seefahrern wegen ihres schwierigen Wetters, der Strömung und der Untiefen gefürchtet. Aber trotzdem ist es schon seid der Antike ein wichtiger Seeweg.

Manchmal muss man sehr lange auf ein passendes Wetterfenster warten. Wir hatten Glück doch Julius Cäsar musste auf der Rückfahrt seines Afrikafeldzuges einen Monat warten. Und wenn man das nicht tut, kann es zu einem Unglück wie 1855 kommen als eine französische Fregatte bei Sturm auf ein Riff lief und alle 693 Seelen starben.

1993 gab es hier ein schweres Tankerunglück und seidem darf kein Schiff mehr mit Gefahrgut durch die Meeresenge zu fahren.

Bei uns lief alles gut, obwohl es noch von Italienischer Seite ein großes Marine-Manöver gab.

Ohne Probleme kamen wir an den wunderschönen Klippen von Bonifatius an. Der Hafen liegt in einem Fjord der sehr schmal vom Wasser her einbiegt.

Die Festungsstadt liegt oben auf den Kreideklippen und man hat den Eindruck das diese bald ins Wasser bricht.

Der wunderbar geschützte Naturhafen wird heute als Fischer-und Yachthafen genutzt. Hier gilt es ähnlich wie in Cannes und Nizza. Sehen und gesehen werden. Je größer die Jacht desto besser. Sicher sieht man hier einige Promis wenn man sie dann auch erkennen würde 🤔. Wir nicht, denn wir kennen keine😁.

Wir ankern in der einzigen Bucht des Fjords und fahren in diesen schicken Hafen mit unserem Gummiboot ( aber grau, nicht rot🤣)

Wir spazieren durch den Hafen, genießen die schöne Altstadt mit Festung und gehen auch mal lecker essen. Eine beeindruckende Stadt mit ihrer Lage.

Wir haben Bonifatius sehr genossen.

Eine Insel auf Zeit zum Geburtstag

Wir sind nun an der Nordseite Sardiniens angekommen. Peter hat Geburtstag und ich zerbreche mir schon eine Weile das Hirn, was ich ihm gutes tun kann. Und dort kommt mir der Lichtblitz.

Ich schenke ihm die Insel Asinara👏. Natürlich nur auf Zeit. Zu mehr langt es leider nicht 😂 aber ich weiß das es ihm gefallen wird.

Da wir in einer sehr heißen Zeit sind schenke ich ihm auch noch einen Tag mit dem elektrischen Golfcar. Denn wandern geht bei diesen Temperaturen auf gar keinen Fall. Leider!

Asinara ist auf dem Land und im Wasser ein Nationalpark. Ankern ist nicht erlaubt, was ich sehr gut finde. Ich melde mich also für eine Boje an, was auch kein Problem ist.

Asinara ist schon seid dem Neolithikum bewohnt und im Mittelalter gab es darauf ein Kloster. Seid dem 16. Jahrhundert war es von Fischern bewohnt die das Dörfchen Cala di Oliva gründeten.

Diese Fischer wurden 1885 vom Italienischen Staat vertrieben und die Insel fortan als Gefängnisinsel genutzt. Das hielt bis 1999 an.

Im ersten Weltkrieg war es ein Kriegsgefangenen Lager. 50 000 Tausend Gefangene machten sich von Serbien auf den Weg wo schon tausende an Cholera starben. Auch bei der Verschiffung nach Asinara starben nochmal 1500 Gefangene. So kamen nur 24 000 auf Asinara an. Das Lager dort war nur für 700 Gefangene vorgesehen und so starben in den ersten drei Monaten nochmal 7000 Menschen unter schlimmen Bedingungen.

Für diese Menschen aus Österreich und Ungarn wurde dann später zu Ehren ein Gebeinhaus gebaut.

Nach dem Krieg wurden 16000 Gefangene an Frankreich übergeben.

In der weiteren Zeit war es eine Quarantänestation und es gab 11 Gefängnisse auf der Insel verteilt die heute langsam zerfallen.

Man versuchte über die Landwirtschaft die Gefangenen wieder ins richtige Leben zu führen und so sind ein paar Lager auch wie große Bauernhöfe errichtet. Mit Silos für das Getreide.

Das Hauptgefängnis der Insel, „Fornelli“, war in den 1930igern ein „Justizsanatorium“, Tuberkolose -Krankenhaus und ab den bleiernen Jahren (Mafia-Zeit) auch Hochsicherheitstrakt für die Mafia-Verbrecher.

In den 80igern waren Sondergefangene der rechts- und linksextremen Kriminellen dort inhaftiert. Dann kam die Tora Null und alle wurden irgendwo hin verteilt bis 1992 nach dem Massaker von Capaci der Ort wieder als Hochsicherheitsgefängnis gebraucht wurde.

1997 wurde es entgültig geschlossen und 1999 als National Park und Meeresschutzgebiet eingerichtet.

Da 112 Jahre hier nichts passierte gibt es eine wunderbare karge Natur mit seinen Bewohnern.

Herrlich sind die wilden leuzistischen Zwergesel die überall auf der Insel zu finden sind.

Wir holen früh am morgen den Golfcar ab und fahren quer über die Insel. In der ersten Stunde sehen wir noch einige Tiere wie den Steinkauz, ein Mufflon, Rebhühner, Greife, Ziegen und natürlich viele Esel.

Später ist es zu heiß und außer den Eseln sieht man nichts mehr. Nur die vielen Lagerruinen und die karge und doch tolle Natur.

Wir sind überall dort unterwegs wo wir dürfen und genießen diesen Tag sehr. Nur gibt es leider kein Restaurant wo wir Peters Geburtstag feiern können. So genießen wir ein Radler und gehen dann auf Alina lecker essen.

Auch unter Wasser ist einiges zu sehen und so genießen wir die Zeit hier auf Asinara sehr. Das Wasser kommt bei dieser Hitze natürlich nicht zu kurz.

Unsere Vorräte gehen zu Ende und wir beschließen wieder auf die Nordseite Sardiniens zu segeln.

Dort suchen wir uns eine Stadt aus in der wir es ganz nah zum Supermarkt haben.

Frisch bestückt und von vier verschiedenen kreischenden Musikanlagen aus verschiedenen Strandbars bis tief in die Nacht beschallt, machen wir uns morgens wieder auf und ziehen weiter.

Diesen Krach sind wir nicht mehr gewöhnt😁

Die Westküste Sardiniens

Nach dem Starkwind Feld auf Carlaforte sehen wir in der Großwetterlage eine ruhige Zeit und machen uns auf der Westseite auf Richtung Norden. Diese Seite Sardiniens wird normalerweise von den starken West oder Nordwest-Winden (Mistral) gebeutelt. Und das sieht man auch an der Küste.

Eine raue Felsenküste die mit langen Dünen-Stränden unterbrochen wird. Sie wirkt wilder, rauer und ursprünglicher als die Ostseite. Die See ist Gott sei Dank nicht wild und wir können über riesigen Kalkklippen glühende Sonnenuntergänge beobachten, die die alten Minengebäude und Maschinen rot beleuchten und Flamingos in den Lagunen in Schwärmen sehen.

Hier dominiert noch die Natur und es gibt nur kleine Orte mit dezentem Tourismus da wo Dünen sind.

Auf der Sini Halbinsel mit vielen traumhaften Stränden bleiben wir etwas länger. Überall sind Bojen in den Meeresschutzgebieten damit keine Anker das Poseidonia Gras beschädigen. Wenn eine da ist nehmen wir immer eine. Denn ich finde das eine gute Sache. Die Anmeldung funktioniert nicht und es kommt auch nie jemand. Also ist sie sogar Kostenlos.👏👏👏

Wir genießen es hier sehr. Machen Wanderungen auf die Halbinsel und schauen uns das alte Tharros an das 800 Jahre vor Christus von den Phöniziern gegründet wurde und schnorcheln viel in dieser tollen Unterwasserwelt. Ich sehe meinen ersten Tintenfisch der mich aus seinen großen gelben Augen genauso mustert wie ich ihn. Erleben Delfine direkt um unser Boot. Mutter, Vater und Kind. Und wir genießen auch die tolle Ruhe an diesem Ort.

Da wir mal wieder einkaufen müssen machen wir uns auf dem Weg zum malerischen und bunten Ort Bosa. Ich schreibe mit dem Hafen, der im Fluss Temo bei Bosa liegt und bekomme sofort eine positive Antwort mit Bildern und anlege Anweisungen. Einfach perfekt! Es ist etwas spannend in den Fluss zu fahren da wir an der flachesten Stelle nur ein Meter Wasser noch unter uns haben.

Aber es klappt alles super und wir machen uns mit dem Dingi auf in die Stadt zu fahren um durch die engen Gassen zu wandern. Echt schön hier. Eine der ältesten Städte hier an der Westseite.

Wir fahren am nächsten Tag mit dem Dingi weit den Fluss Temu hoch. Hier ist die Zeit stehen geblieben und wir genießen die absolute Ruhe. Vögel sieht man kaum. Diese haben sich bei der Hitze in Büsche verkrochen. Nach einem lecker Essen abends in der Stadt geht es dann auch Richtung Alghero weiter.

Da der Wind gut steht und wir gerade aus einer Stadt kommen und alles haben was wir brauchen, entscheiden wir uns ins Reservat Cala Conte zu segeln. Hier liegen auch wieder Bojen die wir auch benutzen. Es kommt wieder niemand😊. An einem Abend kommt die immer präsente Guardia Finanzia ins Bojenfeld gefahren. Aber sie kontrollieren nur einen Schweizer und fahren zu einem Italiener der ankert. Denn das ist hier verboten.

Er geht später Anker auf, macht an der Boje fest, ist aber am Morgen wieder vor Anker. Sorry, aber das geht gar nicht!!!

Wir interessieren sie nicht.

Hier ist es sehr ruhig in der Nacht. Echt schön.

Unser nächster Ankerstopp bevor es durch die Fornelli Passage geht ist Argentiera eine alte Mine die hier mehr wie hundert Jahre zu gange war. Sie wurde soweit saniert das sie nicht weiter verfällt und an einer kleinen Stelle wird es auch bewirtschaftet. Wir ankern auf Sand. Der Untergrund ist tot. Ich denke die Mine hat damals auch mit Chemikalien gearbeitet.

Am Rand in den Felsen gibt es Leben aber nicht sehr üppig.

Und das nach so langer Zeit.

Doch nun kommt unsere letzte Etappe an der Westseite und wir segeln durch die sehr schmale Fornelli Passage auf die Nordseite Sardiniens und ankern in Karibischem Wasser.

Die Passage muss man genau fahren da sie seeehr flach ist. Doch am Land sind Markierungen die man anpeilen kann und so kommt man auch ohne elektronischen Hilfsmitteln sehr gut und sicher durch. Geniale Sache.

Was mir noch einfällt. Wir haben einen riesigen Mondfisch gesehen. Habe gar nicht gewusst das es sie im Mittelmeer gibt. Aber sie gibt es und wir haben einen gesehen. Wie wunderbar ist das denn!!!!

Auf nach Carlaforte

Kaum ist unser lieber Besuch weg , geht es für uns auch gleich weiter. Denn wir haben uns am Vormittag an die Tankstelle gelegt damit die beiden von dort in das Taxi steigen können. Aber dort müssen wir ja auch wieder gehen.

Unser grobes Ziel ist Carlaforte auf der Insel San Pietro mit einigen Steps unterwegs.

Der Wind ist sehr gut. Wir müssen zwar aus den Golf von Cagliari raus kreutzen aber das macht nichts da wir guten Wind haben. Wir kommen den wartenden Tankern an der Raffinerie manchmal etwas nah aber es ist immer noch Platz genug. Es macht riesen Spass. Die Tanker sind mit ihrer Größe schon etwas Angst einflößend. Man kommt sich daneben echt winzig vor!

Unser erster Stopp ist der Archäologische Park Nora. Diese antike Stadt ist eine der wichtigsten auf Sardinien und vermittelt einen Hauch von Pompeii. Sie ist neben Bosa wohl die älteste Siedlung auf Sardinien und von den Phöniziern gegründet. Es war mal das wichtigste Handelszentrum unter den Puniern und später den Römern.

Ich war schon mal mit meiner Schwester dort und so sind wir nicht an Land sondern weiter Richtung Porto Pino. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde.

Ein riesen Strand mit Dünenlandschaft und einer dahinter liegenden Lagune in der allerhand Vögel unterwegs sind.

Wir müssen allerdings am nächsten Tag gleich weiter da es bald Starkwind gibt und den wollen wir in Carlaforte abwettern und uns die Insel anschauen.

Wir halten noch in einer Bucht auf der Südseite von San Pietro bevor wir in den Hafen gehen.

Die Insel wurde in der Antike von Phöniziern, Griechen und Römern als geschützter Hafen genutzt. Sie bauten Ocker ab und betrieben den Thunfischfang (Mattanza). Auch der Apostel Petrus soll der Legende nach hier im Sturm Zuflucht gesucht, und der Insel so den Namen gegeben haben.

Genuesische Korallenfischer wurden von Tunesien hierhin vertrieben und der König Karl Emanuel III. Schenkte diesen Flüchtlingen 1738 die Insel als neue Heimat.

Carlaforte ist ein wirklich liebenswertes Städtchen und wir genießen es sehr. Wir wandern um die alte Saline mit unzähligen Flamingos, Säbelschnabel, Stelzenläufer, weißen Reihern und vielen mehr.

Wandern in die Höhe und mieten uns einen Roller um die Insel zu erkunden. Sehen von oben die Netze der Mattanza, wandern zu einem einfach spektakulären natürlichen Pool an der südwestlichen Steilküste mit riesiger Brandung im Hintergrund und genießen diese Natur in vollen Zügen.

Eine wirklich liebenswerte Insel. Das manche sie lieben

(gelle, liebe Susanne😘)

kann ich sehr gut verstehen.

Aber dann heißt es leider Abschied nehmen. Das Wetterfenster passt für die Westseite Sardiniens und wir machen uns auf den Weg.

150 Seemeilen liegen vor uns

Vor so einer Etappe bin ich immer sehr angespannt. Seid Tagen schaue ich mir verschiedene Wettermodelle an. Und in diesen beobachte ich was sich entwickelt in Wind, Welle und Strömung.

Jedes Wettermodell ist natürlich etwas anders und die Entscheidung nun los zu segeln liegt am Ende natürlich an uns. Diesmal helfen uns bei der Entscheidung, Nina und David die sich für den 4.6. bei uns anmelden. Treffpunkt Cagliari😮.

Also fackeln wir nicht lange.

Das Wetter passt einigermaßen.

Los gehts.

Wir starten kurz nach Sonnenaufgang. Der Wind kommt erst später und so entscheiden wir die ersten Stunden direkt nach Westen zu steuern um dann mit dem Kommenden Westwind nach Norden abzudrehen und mit einem netten Halbwind Richtung Ziel zu segeln.

Die Zeit vergeht eigentlich rasend schnell. Wir hängen ziemlich viel herrum da die letzte Nacht durch aufkommende Wellen nicht besonders erholsam war.

Lesen, schlafen, essen, kleine Arbeiten die noch zu machen sind. Ich muss noch das Moskitonetz fertig nähen und eine Birne in der Vorschiff Kabine wechseln. Wie zuhause. Immer etwas zu tun.

Nach 6 Stunden wechseln wir den Kurs Richtung Norden. Der Wind ist moderat und wir haben kaum Welle. Somit sind wir echt schnell und haben eine 50%ige Ausbeute. Der Wind dreht immer wieder etwas und wir haben viel Segelarbeiten. Abends haben wir die Hälfte und es ist schön mit diesem Wissen ins Bett zu gehen.

Ich übernehme die erste Wache. Wir haben uns angewöhnt, das einfach jeder so lange macht wie es geht und weckt dann den anderen zur Übergabe. Das passt bei uns sehr gut in unseren Rhythmus.

Ich segel also bis um eins. Dabei erlebe ich einen tollen Sonnenuntergang und einen traumhaften Blutmond Aufgang. Wunderschön!

Um eins wecke ich Peter, da ich nicht mehr kann und lege mich in die Messe um zu schlafen. Um sechs übernehme ich wieder und wir frühstücken gemeinsam.

Danach legt Peter sich wieder hin.

In der Endphase nimmt der Wind immer weiter zu und die Wellen sind nun auch sehr hoch. Bis drei Meter. Nicht sehr angenehm. Gut das wir beide nicht Seekrank werden. Der Wind dreht immer mehr auf die Nase. Übersetzt heißt das. Es wird immer ungemütlicher.

Zwei Stunden vor dem Ziel haben wir die Nase voll und stampfen mit dem Motor direkt in die Bucht von Villasimius. 154.1 Seemeilen in 31 Std.

Geht schneller aber wir sind sehr zufrieden. Nun erst mal ankommen, aufräumen (Nach so einer Überfahrt sieht es immer aus wie S…),essen und dann mal ablegen.

Am nächsten Tag gehen wir nach Cagliari in die Marina del Sol. Machen das Schiff sauber und gehen einkaufen denn nun heißt es Familienzeit.

Es ist nur über ein verlängertes Wochenende, leider.

So segeln wir im Golf von Cagliari, wechseln die Bucht wegen Feuerquallen, bewundern wahnsinnige Rennmaschinen (Luna Rossa) auf dem Wasser nur mit Wind angetrieben und gehen echt lecker essen.

Dafür hat sich der relativ spontan an gefühlte Start, wirklich gelohnt.

Schön das ihr da wart und bis zum nächsten mal.😘😘

Kaum sind die beiden unterwegs geht es auch für uns weiter nach Carlaforte

PS. Diesmal haben wir bei der Überfahrt leider keinen Fisch gefangen😔

Wieder an Bord

Mit der Heimreise zu Alina klappt alles ganz wunderbar und an Bord ist auch alles in Ordnung.

Wir klaren alles auf, nutzen mal Süßwasser zum abspritzen und legen uns in die Bucht von Castellamare. Dort erneuern wir alle Schalter der Elektrowinschen . Jetzt sind wir wieder voll einsetzbar und safe. Das ist ein sehr gutes Gefühl. Vom Gutachter und der Versicherung haben wir noch nichts gehört.

Dann geht es weiter Richtung Capo San Vito. Wir halten aber auf halber Strecke in der wundervollen Bucht von Scopello vor einer ehemaligen Thunfischfabrik die nun für edle Events gebucht werden kann. Traumhafte Kulisse! Felsen die überseht sind mit Kakteen und unzähligen Vögeln. Wirklich eine schöne Bucht. Wir nehmen das Dingi und rudern an die Felsküste um etwas zu schnorcheln. Sehen tut man leider nicht sehr viel außer ein tolles Licht unter Wasser oder interessante Felsformationen.😔.

Dann geht es weiter nach San Vito. Dort können wir in einer großen Sandbucht sicher ankern und den Ort genießen und eine kleine Wanderung machen. Wirklich sehr nett hier. Leider haben wir um ein paar Tage das berühmte Drachenfest verpasst.

Die nächste Station ist Trapani. Darauf freuen wir uns schon eine Weile. Im Hafen kann man ankern was immer sehr einladend ist denn die Marina Preise in Italien sind etwas gesalzen und werden von Tag zu Tag teurer und erst zum September geht’s dann wieder runter.

Bei der Einfahrt in den Hafen melde ich uns beim Hafenmaster an. Dieser verkündet das wir gerne dort ankern können aber es muss immer jemand an Bord sein und dies wird auch kontrolliert.

Das ist für uns etwas doof, da wir ja nur zu zweit sind.

Wir ankern erst mal und ich frage doch in der Marina an.

Diese sagt uns aber ab. Also verlassen wir wieder den Hafen von Trapani und segeln mit gutem Wind zur vorgelagerten Insel Favigniana auf der wir ein paar Tage bleiben und auf den richtigen Wind warten der uns nach Sardinien bringen soll.

Wir laufen in die Stadt , wandern auf die Burg und leihen uns noch ein Fahrrad und umrunden den Östlichen Teil der Insel. Wir haben eine schöne Zeit.

Zwischen drin ist immer etwas zu tun und dieses mal konzentrieren wir uns auf das Unterwasserschiff. Denn es soll glatt wie ein Baby-Popo sein damit wir rasend schnell auf Sardinien sind😁.

Denn Nina und David kommen uns in Cagliari spontan besuchen.

Wir springen noch auf die nächste Insel Marettimo und starten von dort mit hoffentlich guten Winden nach Sardinien.

Wir sehen uns dort.😗

Familie (deswegen etwas kürzer da privat😉)

Die Hochzeit von Nina und David steht kurz bevor und wir haben es rechtzeitig nach Castellammare di Golfo geschafft.

Hier lassen wir das Boot die nächsten 7 Tage in der Obhut des Hafenmeisters. Am ersten Tag im Hafen plane ich die Fahrt nach Palermo zum Flughafen. Wir können mit dem Bus fahren. Leider sehr früh und 45Min. zu laufen. Aber das ist kein Problem für uns. Das sind wir gewohnt.

Nur wenn wir wieder zum Boot wollen wird es etwas blöd. Denn der letzte Bus ist nach unserer Landung schon weg. Ich frage den Hafenmeister ob er jemanden kennt der uns dann abholen würde. Und ja er kennt jemanden. So können wir mit gutem Gefühl los. Der Bus startet zwar an einer anderen Stelle, aber wir haben Glück wir kommen auch dort rechtzeitig an.

Bis Rom ist dann alles perfekt nur unser Autovermieter macht wiedermal Probleme. Der Standort des Shuttles stimmt nicht und auch der Name der Firma nicht. So suchen wir ewig am Flughafen Rom nach dem Shuttle und kommen somit zu spät an der Station an. Dort sagt man uns das es unser Auto nicht mehr gibt, da es nur eine Stunde länger zur Verfügung gestellt wird. Obwohl ich mehrmals angerufen und Bescheid gegeben habe. So müssen wir ein größeres nehmen und natürlich drauf bezahlen. „Ein nagelneuer Fiat 600, sagt die Person ganz stolz. Ach und bevor ich es vergesse der Wagen muss innen und außen sauber wieder gebracht werden.“

What? Wie soll das denn gehen?

„Nun, Sie können aber auch 14€ für die Reinigung bezahlen.“😮.

Ich fasse es nicht. Immer ein neuer Trick.

Aber egal. Wir haben das Auto und können zu Hochzeit nach Orvieto fahren.

Zur Hochzeit halte ich mich zurück. Denn das ist einfach Privat. Der Ort, ein Weingut, ist ein Traum und die Feier genauso. Auch wenn uns das Wetter ärgert und wir ins Haus flüchten müssen, so ist es rund herum ein tolles Fest. Vielleicht auch deswegen!

Es ist schön mitfeiern zu dürfen. Und die Rede eines Freundes zur Trauzeremonie, war einfach der Hammer. Wir hatten eine tolle Zeit!

Danke euch beiden! Es war eine perfekte Hochzeit.

Danach fuhren wir mit Anja, Lukas, Lira und Lio noch vier Tage in die schöne Toskana. Haben Thermalbäder besucht, sind wandern gegangen und haben einfach die Familie genossen.

Wir haben einfach eine tolle Familie mit euch sechs. Wir sind sehr stolz und glücklich euch zu haben. Danke das es euch gibt.

Die Rückreise lief ohne Probleme. Sogar unser privater Shuttle zum Hafen war pünktlich da. Ein perfekter Abschluss.

Der Alina erging es auch gut und es war alles in Ordnung als wir ankamen. Das Paket mit den Ersatzteilen war auch im Hafen und so konnten wir dann in der nächsten Bucht loslegen.

Aber dazu später.