Weiter geht es Richtung Straße von Messina

Wir halten aber erst mal auf Catania zu. Die zweitgrößte Stadt Siziliens. Dort hin haben wir schönstes segeln und es macht richtig Spaß. Peter perfektioniert das Ausbaum-System des Vorsegels. So das wir es jeder Zeit verkleinern oder vergrößern können und das der Baum nach vorne und hinten mit Leinen gesichert. Auf diese Weise kann er nicht schlagen. So können wir einen gesicherten Schmetterling segeln wenn wir platt vor dem Wind sind.

Kurz vor dem riesigen Containerhafen von Catania packen wir nach sieben Stunden das Segel wieder ein und fahren ganz nach hinten ins letzte Eck. Dort machen wir in einer kleinen Marina fest. Hier liegen wir quasi im Zentrum der Stadt die nur durch eine große Straße und der Eisenbahn uns den Weg dorthin etwas erschwert.

In der Stadt finden wir viele attraktive Plätze, elegante Villen aus dem 18. Jahrhundert, natürlich Kirchen und das berühmte Teatro Massimo Bellini. Catania hat natürlich auch einen Dom auf dessen Platz findet man das Wahrzeichen der Stadt, den Elefantenbrunnen.

In der Nähe des Hafens ist jeden Tag ein Fischmarkt durch den wir uns treiben lassen.

Vieles ist in der Stadt mit dem dunklen Lavastein des Ätna gebaut. Die der Stadt einen gewissen morbiden Scharm vermittelt. Es wird nicht alles toll gepflegt. Vielleicht ist man ja der Meinung das es dann nicht so schlimm ist wenn wie 1670 die Stadt von Lava vernichtet wird😁.Uns hat es sehr gefallen. Aber wir müssen leider weiter auch wenn das Wetter nicht richtig passt.

Und so passiert es auch, dass bei hohen Wellen und blödem Wind wieder eine Naht unseres Großsegels reißt. (aber eine andere, unsere von Hand genähte Naht hält super🤣).Wir rollen es auf, mit etwas Gewalt und versuchen nur mit dem Vorsegel weiter zu kommen. Das klappt leider nicht und wir müssen den Motor nach Riposto einsetzen.

In Riposto kennen wir einen Segler den ich umgehend nach einen Segelmacher frage. Und tatsächlich er kennt jemanden. Und so können wir schon im Hafen am selben Abend mit ihm Kontakt aufnehmen und wir machen einen Termin für den nächsten Tag.

Nun heißt es aber erst mal das Segel wieder aus den Mast zu bekommen.

Ich ziehe den Peter in den Mast und er zerrt oben und ich unten, so haben wir es dann nach einer Stunde mit vereinten Kräften am Boden, zusammengefaltet im Segelsack.

Leider habe ich von diesen Aktionen keine Bilder, da ich keine Hand frei hatte.😉

Tatsächlich wird das Segel Tags drauf abgeholt und wir können uns in Riposto etwas umschauen.

Das gute daran ist, das wir weiter segeln können. Denn der Segelmacher kommt vom Norden. Und so segeln wir ihm quasi entgegen. Ist doch super, oder?!

Überall wo wir in Riposto laufen sieht man die Schäden des verheerenden Sturms Harry im Januar.

Der Sturm hat Häuser und Straßen weggerissen die Stadt mit Sand und Schotter gefüllt und die Hafenmauer mit seinen riesen Beton-Blöcken von ca. 20t, schwer beschädigt.

Viele Boote im Hafen sind schwer beschädigt worden. Doch überall wird repariert und gebaut. Die Leute machen einfach weiter.

Nur ein Bild geht mir nicht aus dem Kopf.

Wir laufen am Strand entlang und sehen ein Haus direkt an der Strand Kante. Ich vermute ein ehemaliges Fischer-Haus. Es ist total zerstört. Man kann in die Küche und das Bad schauen da die Wände weggerissen wurden. Und vor diesem Haus kehrt ein alter Mann vor der Haustüre den Sand weg und geht dann in das letzte verbliebene Zimmer des Hauses zurück.

Das Haus des alten Mannes

Ich finde das sehr traurig und doch zeugt es von Stärke des alten Mannes. Er hat bestimmt Familie, und in Italien ist die Familie das höchste Gut. Aber er will einfach in sein zerstörtes Haus. Denn das ist seine Heimat.

Die schlimmsten Schäden sind natürlich im ärmsten Teil Italiens. Doch überall wird wieder aufgebaut.

Nur der alte Mann?! Der wird das Geld nicht dafür habe.

Dieses Bild werde ich wohl nie vergessen.

Für uns geht es nun weiter und wir kommen der Straße von Messina immer näher.

Der Ätna begleitet uns und raucht wieder ziemlich