Familie (deswegen etwas kürzer da privat😉)

Die Hochzeit von Nina und David steht kurz bevor und wir haben es rechtzeitig nach Castellammare di Golfo geschafft.

Hier lassen wir das Boot die nächsten 7 Tage in der Obhut des Hafenmeisters. Am ersten Tag im Hafen plane ich die Fahrt nach Palermo zum Flughafen. Wir können mit dem Bus fahren. Leider sehr früh und 45Min. zu laufen. Aber das ist kein Problem für uns. Das sind wir gewohnt.

Nur wenn wir wieder zum Boot wollen wird es etwas blöd. Denn der letzte Bus ist nach unserer Landung schon weg. Ich frage den Hafenmeister ob er jemanden kennt der uns dann abholen würde. Und ja er kennt jemanden. So können wir mit gutem Gefühl los. Der Bus startet zwar an einer anderen Stelle, aber wir haben Glück wir kommen auch dort rechtzeitig an.

Bis Rom ist dann alles perfekt nur unser Autovermieter macht wiedermal Probleme. Der Standort des Shuttles stimmt nicht und auch der Name der Firma nicht. So suchen wir ewig am Flughafen Rom nach dem Shuttle und kommen somit zu spät an der Station an. Dort sagt man uns das es unser Auto nicht mehr gibt, da es nur eine Stunde länger zur Verfügung gestellt wird. Obwohl ich mehrmals angerufen und Bescheid gegeben habe. So müssen wir ein größeres nehmen und natürlich drauf bezahlen. „Ein nagelneuer Fiat 600, sagt die Person ganz stolz. Ach und bevor ich es vergesse der Wagen muss innen und außen sauber wieder gebracht werden.“

What? Wie soll das denn gehen?

„Nun, Sie können aber auch 14€ für die Reinigung bezahlen.“😮.

Ich fasse es nicht. Immer ein neuer Trick.

Aber egal. Wir haben das Auto und können zu Hochzeit nach Orvieto fahren.

Zur Hochzeit halte ich mich zurück. Denn das ist einfach Privat. Der Ort, ein Weingut, ist ein Traum und die Feier genauso. Auch wenn uns das Wetter ärgert und wir ins Haus flüchten müssen, so ist es rund herum ein tolles Fest. Vielleicht auch deswegen!

Es ist schön mitfeiern zu dürfen. Und die Rede eines Freundes zur Trauzeremonie, war einfach der Hammer. Wir hatten eine tolle Zeit!

Danke euch beiden! Es war eine perfekte Hochzeit.

Danach fuhren wir mit Anja, Lukas, Lira und Lio noch vier Tage in die schöne Toskana. Haben Thermalbäder besucht, sind wandern gegangen und haben einfach die Familie genossen.

Wir haben einfach eine tolle Familie mit euch sechs. Wir sind sehr stolz und glücklich euch zu haben. Danke das es euch gibt.

Die Rückreise lief ohne Probleme. Sogar unser privater Shuttle zum Hafen war pünktlich da. Ein perfekter Abschluss.

Der Alina erging es auch gut und es war alles in Ordnung als wir ankamen. Das Paket mit den Ersatzteilen war auch im Hafen und so konnten wir dann in der nächsten Bucht loslegen.

Aber dazu später.

Cefalu + Palermo

Alina ist wieder komplett! Das Groß-Segel ist wieder am Mast und wir segeln gemütlich nach Cefalu. Wir sind etwas vorsichtig😊und gehen ins erste Reff. Nicht das wieder etwas passiert.🤔

Was ich nicht glaube, da er alle Nähte nach genäht hat.

Es sind noch hohe Wellen unterwegs aber es geht. Nach einer rolligen Nacht in einer Bucht haben wir super Wind und segeln mit dem Para nach Cefalu. Wir entscheiden uns aber kurzfristig nicht in den Hafen zu gehen sondern auf die andere Seite der Stadt in die Bucht. Denn der Wind steht voll in den Hafen und da ist es auf der anderen Seite viel ruhiger.

Wir lassen uns durch die tolle Altstadt von Cefalu treiben, essen Eis auf den Treppen des Domes ( ein Juwel mit dem glitzernden goldenen Mosaik), besichtigen den historischen Waschplatz,“Lavatoio Medievale“ und wandern auf den 270m hohen Rocca von Cefalu der über die Stadt wacht. Auf dem Weg dorthin blüht die Natur und auch die riesigen Kakteen. Oben auf dem Felsen gibt es einen über 2000 Jahre alten vorrömischen Tempel (Tempio di Diana). Schon beeindruckend. Wir picknicken auf dem großen Plateau mit einer sagenhaften Aussicht auf die Stadt und die Bucht mit Alina.

Irgendwann ist es aber Zeit weiter zu segeln denn der Termin der Hochzeit ruft.

Aber erst entdecken wir noch Palermo denn da wurde das leckere Eis erfunden. Wir bleiben drei Tage und lassen uns durch diese riesige Stadt treiben. Es ist viel los. Denn jeden Tag liegen zwei Cruiser im Hafen und schütten die Menschen aus. Außer Sonntags, da sind die Italiener aus dem Umland unterwegs😁.

Wir wandern quer durch die Stadt zum Kapuzinerkloster um uns die 2000 Mumien aus dem 16. – 20 Jahrhundert an zu schauen. Etwas gruselig aber doch beeindruckend.

Das ist ein muss aber ab dort lassen wir uns durch die fünftgrößte Stadt Italiens mit seinen über 50000 Studenten treiben.

Die Stadt ist auch wegen seiner Street Food Tradition bekannt und gibt dieser dadurch einen tollen Fair den wir auch sehr genießen und auskosten.

Wir besuchen den großen Brunnen „Fontana Pretoria.

Dieser war ursprünglich von einer privaten Villa beauftragt worden. Landete aber in der Stadt und wurde dort sehr skandalös gesehen, da alle Figuren nackt sind. Heute haben sich die Gemüter beruhigt aber der Beiname,“Brunnen der Schande (Fontana della Vergogna) ist bis heute geblieben.

Die wunderschöne Kathedrale Maria Santissima, das Teatro Massimo und die Kreuzung Quattro Canti (vier Ecken) haben uns begeistert. Besonders das letztere. Dort haben wir gerne verweilt da immer wunderschöne Straßenmusik gespielt wurde. Eigentlich hat er acht Ecken mit einer ausgeprägten Symbolsprache. Denn in jeder Ecke sind illustere Figuren. Mann sieht sehr viel.

Die Palermitaner nennen diesen Platz das Sonnentheater.

Wir lassen uns durch die tolle Altstadt treiben und genießen es sehr.

Aber das beste ist, in dem Moment als ich auf unseren Ponton gehen will, kommt hinter mir ein fragendes: Martina?

Ich drehe mich um und sehe Chris und Stefan vor mir stehen. Gute Bekannte aus dem Nachbarort unserer Heimat.

Was für ein Zufall! Wir gehen gemeinsam zum Boot und überraschen Peter und feiern diese zufällige Begegnung.

Abends gehen wir noch gemeinsam Essen. Ein wirklich toller Zufall. Schön das Ihr da wart.

Leider trennen uns dann schon wieder die Wege, denn die beiden machen eine Rundreise und wir müssen nach Castellmmare di Golfo um dort unser Boot für die Hochzeit zu Parken.

Also genießt eure weitere Tour über Sizilien. Ciao

Wieder durch die Straße von Messina

Letztes Jahr sind wir von der Festlandseite schon mal durch die Straße von Messina durchgekommen. Zu dieser Zeit waren die Schwertfischer schon unterwegs. Dieses Jahr geht es von der Sizilianischen Seite durch.

Die Meerenge Messina

Wir haben ja unser Segel dem Segelmacher zum nähen gegeben und sind so nur mit dem Vorsegel unterwegs. Das ist oft nicht schön und wir müssen den Motor zur Hilfe nehmen denn das Wetter ist nicht optimal um durch die Meerenge zu fahren. Aber uns sitzt eine Hochzeit im Nacken die wir nicht verpassen wollen😁.

Als wir Riposto verlassen, haben wir eine klare Sicht auf den Ätna. Es sieht Atemberaubend aus und dieses Bild begleitet uns lange.

Da wir erst mal die Nase voll von Großstädten haben bewegen wir uns Step by Step Richtung Norden.

Wir ankern unterhalb von Taomina und genießen den Blick und einer relativ ruhigen Nacht.

Die Stadt liegt auf einem Plateau in 200m Höhe auf dem Monte Tauro von der man bestimmt einen tollen Blick hat. Wir genießen ihn von unten nach oben😉. Die beeindruckenste Sehenswürdigkeit ist das Griechische Theater mit Blick auf den Ätna.

Für uns geht es aber weiter und wir kämpfen uns bei ziemlich Wind und Welle durch die Enge, und retten uns für eine Nacht in einen stillgelegten Hafen bevor es am frühen Morgen dann hindurch geht.

Da es noch zu früh im Jahr ist, sind keine Schwertfischer unterwegs und auch die Großschiffe sind wenige. Also geht es ganz entspannt mit Vorsegel in eine Bucht vor Milazzo.

Jeden Abend senden wir dem Segelmacher unseren Standort. Aber leider tut sich noch nichts.

Nächster Stopp ist Tindari in dem wir sehr ruhig liegen und den Abend genießen. Hier sind wir sehr nah an der Werkstatt des Segelmachers. Aber leider…..

Der letzte Ort an dem es klappen könnte ist Capo di Orlando. Dort gehen wir in dem Hafen und bleiben drei Nächte. Der Hafen ist etwas außerhalb und so laufen wir die drei Kilometer und genießen es sehr.

Eine schöne Stadt in der man alles bekommt besonders das glaube ich beste Eis was ich auf Sizilien je gegessen habe. Am nächsten Tag ist der erste Mai und wir leihen uns die Hafen eigenen Fahrräder aus. Sie bräuchten mal etwas Pflege aber wir können uns aus den zehn Rädern was zusammenstellen was dann gerade so geht.

Es macht riesen Spaß auf Maitour zu gehen und wir genießen es sehr. Wir fahren die Küste entlang bis es nicht mehr geht. Denn hier ist der Rand von den Januar Stürmen weggefressen. Zurück geht es durch die Stadt und wir können noch einen Absacker nehmen.

Dann kommt die Nachricht das es mit dem Segel heute klappen könnte.👏👏👏

Abends als wir schon nicht mehr dran glaubten, war es dann soweit. Er brachte uns das Segel und zeigte uns was er gemacht hatte. Alles super. Er hat alle Nähte nach genäht und das zerrissene Stück repariert. Für den Service des Abholens und des Bringens, die ganze Arbeit, hat uns der Spaß mit Trinkgeld 350€ gekostet. Unschlagbar, oder?!!

Es wäre sicherlich auch schneller gegangen wenn in dieser Woche nicht zwei Feiertage gewesen wären.

Wir sind überaus glücklich und können am nächsten Morgen weiter segeln.

Denn es ist ja wohl klar. Obwohl es schon dunkel wurde, haben wir das Segel sofort wieder gehisst.

Endlich wieder kompletto!

Weiter geht es Richtung Straße von Messina

Wir halten aber erst mal auf Catania zu. Die zweitgrößte Stadt Siziliens. Dort hin haben wir schönstes segeln und es macht richtig Spaß. Peter perfektioniert das Ausbaum-System des Vorsegels. So das wir es jeder Zeit verkleinern oder vergrößern können und das der Baum nach vorne und hinten mit Leinen gesichert ist. Auf diese Weise kann er nicht schlagen. So können wir einen gesicherten Schmetterling segeln wenn wir platt vor dem Wind sind.

Kurz vor dem riesigen Containerhafen von Catania packen wir nach sieben Stunden das Segel wieder ein und fahren ganz nach hinten ins letzte Eck. Dort machen wir in einer kleinen Marina fest. Hier liegen wir quasi im Zentrum der Stadt die nur durch eine große Straße und der Eisenbahn uns den Weg dorthin etwas erschwert.

In der Stadt finden wir viele attraktive Plätze, elegante Villen aus dem 18. Jahrhundert, natürlich Kirchen und das berühmte Teatro Massimo Bellini. Catania hat natürlich auch einen Dom auf dessen Platz findet man das Wahrzeichen der Stadt, den Elefantenbrunnen.

In der Nähe des Hafens ist jeden Tag ein Fischmarkt durch den wir uns treiben lassen.

Vieles ist in der Stadt mit dem dunklen Lavastein des Ätna gebaut. Die der Stadt einen gewissen morbiden Scharm vermittelt. Es wird nicht alles toll gepflegt. Vielleicht ist man ja der Meinung das es dann nicht so schlimm ist wenn wie 1670 die Stadt von Lava vernichtet wird😁.Uns hat es sehr gefallen. Aber wir müssen leider weiter auch wenn das Wetter nicht richtig passt.

Und so passiert es auch, dass bei hohen Wellen und blödem Wind wieder eine Naht unseres Großsegels reißt. (aber eine andere, unsere von Hand genähte Naht hält super🤣).Wir rollen es auf, mit etwas Gewalt und versuchen nur mit dem Vorsegel weiter zu kommen. Das klappt leider nicht und wir müssen den Motor nach Riposto einsetzen.

In Riposto kennen wir einen Segler den ich umgehend nach einen Segelmacher frage. Und tatsächlich er kennt jemanden. Und so können wir schon im Hafen am selben Abend mit ihm Kontakt aufnehmen und wir machen einen Termin für den nächsten Tag.

Nun heißt es aber erst mal das Segel wieder aus den Mast zu bekommen.

Ich ziehe den Peter in den Mast und er zerrt oben und ich unten, so haben wir es dann nach einer Stunde mit vereinten Kräften am Boden, zusammengefaltet im Segelsack.

Leider habe ich von diesen Aktionen keine Bilder, da ich keine Hand frei hatte.😉

Tatsächlich wird das Segel Tags drauf abgeholt und wir können uns in Riposto etwas umschauen.

Das gute daran ist, das wir weiter segeln können. Denn der Segelmacher kommt vom Norden. Und so segeln wir ihm quasi entgegen. Ist doch super, oder?!

Überall wo wir in Riposto laufen sieht man die Schäden des verheerenden Sturms Harry im Januar.

Der Sturm hat Häuser und Straßen weggerissen die Stadt mit Sand und Schotter gefüllt und die Hafenmauer mit seinen riesen Beton-Blöcken von ca. 20t, schwer beschädigt.

Viele Boote im Hafen sind schwer beschädigt worden. Doch überall wird repariert und gebaut. Die Leute machen einfach weiter.

Nur ein Bild geht mir nicht aus dem Kopf.

Wir laufen am Strand entlang und sehen ein Haus direkt an der Strand Kante. Ich vermute ein ehemaliges Fischer-Haus. Es ist total zerstört. Man kann in die Küche und das Bad schauen da die Wände weggerissen wurden. Und vor diesem Haus kehrt ein alter Mann vor der Haustüre den Sand weg und geht dann in das letzte verbliebene Zimmer des Hauses zurück.

Das Haus des alten Mannes

Ich finde das sehr traurig und doch zeugt es von Stärke des alten Mannes. Er hat bestimmt Familie, und in Italien ist die Familie das höchste Gut. Aber er will einfach in sein zerstörtes Haus. Denn das ist seine Heimat.

Die schlimmsten Schäden sind natürlich im ärmsten Teil Italiens. Doch überall wird wieder aufgebaut.

Nur der alte Mann?! Der wird das Geld nicht dafür haben.

Dieses Bild werde ich wohl nie vergessen.

Für uns geht es nun weiter und wir kommen der Straße von Messina immer näher.

Der Ätna begleitet uns und raucht wieder ziemlich