Schönes Korsika

Wir erleben nun schon eine ganze Weile die große Hitze und haben deswegen beschlossen an der Ostseite Korsikas Richtung Norden zu segeln. Denn ich vermute schwer das sich die Hitze bald mit Gewittern etwas entlädt und uns starken Mistral Wind schickt.

Nach Bonifatius genießen wir erst mal die Buchten die hier in der Nähe Sardiniens und dem Maddallena Archipels sehr voll sind. Es ist ja auch nun Juli und hier haben überall die Ferien begonnen. Es ist aber nicht schlimm. Wir finden immer noch ein Plätzchen für uns. Wir hangeln uns von Bucht zu Bucht nach Porto Vecchio und wettern die zu erwartenden Starkwinde ab. In den Bergen Korsikas gewittert es. Leider bringt es nicht die erhoffte Abkühlung und wir müssen weiter in diese Hitze ausharren.

Die Bucht hier vor Porto Vecchio ist sehr groß und der Untergrund ist sehr schlammig. Unser Anker frisst sich gut in den Schlamm und hält auch bei knapp 40 kn Wind gut.

Andere haben leider Pech. Auf der anderen Seite der Bucht driftet ein Katamaran und zieht wohl von einem anderen Katamaran auch noch den Anker raus. Beide treiben ab. Der eine bleibt an einer Mole hängen wo Arbeiter das beste versuchen um ihn zu sichern. Denn auf beiden Booten ist niemand.

Der andere Katamaran treibt leider auf die Steine und man sieht bald das er Leck schlägt.

Kurze Zeit später kommt ein Bergungs-/Rettungsteam vom Hafen und schleppt den an der Mole hängenden Kat in den Hafen, denn dort ist mittlerweile der Eigner eingetroffen.

Der andere Kat hängt mit einer Kufe schon sehr tief im Wasser. Als auch dort der Eigner kommt, hilft ihn das Rettungsteam und schleppt ihn von den Steinen in den Hafen. Dort werden starke Pumpen eingesetzt und am frühen Morgen hängt er schon im Kran um an Land gestellt zu werden.

Der Verursacher hatte wohl keinen Schaden und verschwand am frühen Morgen aus den Hafen.

Auch an den Stränden sieht man immer wieder Wracks die wohl im Wintersturm dort ankamen. War schon ein unwohles Gefühl aber wir waren fest und sind auch erst an Land wenn der Wind schwach war.

Der Ort ist sehr nett und wir genießen die Abende sehr. Vom Hafen fährt ein E-Bus für umme in die obere Stadt, was bei dieser Hitze sehr angenehm ist.

Nach ein paar Tagen geht es weiter und wir verlegen uns in eine malerische Bucht, unternehmen eine Küstenwanderung und einige Schnorchelgänge.

Doch Nachts bemerkt Peter bei einem Pinkelgang den Geruch von faulen Eiern. Die Batterie😮😮!

Diesmal die Starterbatterie. Und das gerade mal nach vier Jahren. Er klemmt alles ab und legt sich wieder ins Bett.

Ich habe davon gar nichts mitbekommen und bin so am Morgen natürlich schwer geschockt.

Peter baut alles um und wir können mit den anderen Batterien starten und nach Solenzara segeln.

Dort frage ich im Hafen an und es ist kein Problem wir bekommen einen Platz.

Wir mieten ein Auto, kaufen eine neue Batterie und gehen einkaufen. Den Rest des Tages fahren wir in das berühmte Alta Rossa Tal den Fluss hoch und wollen dort ein Stück des berühmten GR- Wanderweg laufen. Wir merken aber bald das es einfach zu heiß ist und so wandern wir zurück und gehen im Fluss baden😊

Am Abend nutzen wir das Auto und fahren nach Aleria und wandern am Etang de Diana (Binnensee) durch die wunderbare Macchia. (=Buschland)

Am nächsten Tag fahren wir seeehr früh am Morgen zu einem Wanderplatz in den Bergen der zu einem Wasserfall führt.

Es ist ein super Weg meist unter Bäumen mit kleinen Kletterstellen bis wir oben ankommen. Dort haben sich einige zum Canyoning versammelt. Dafür scheint Korsika berühmt zu sein. 🤔

Wir schauen ihnen einige Zeit zu, gehen im eiskalten Wasser baden und machen uns dann auf den Rückweg. Wir fahren noch ein Stück in die Berge und genießen es sehr.

Abends geben wir das Auto wieder ab und besuchen noch das Stadtfest im Ort mit Live Musik.

Dann ist es wieder soweit. Wir segeln weiter und genießen den Anblick der Korsischen Berge auf denen sogar noch ein Hauch Schnee liegt.

Etwas südlich von Bastia nutzen wir den passenden Wind und segeln rüber nach Elba. Bastia und den Finger machen wir dann von Elba aus.

Auf nach Korsika

Wir ziehen noch etwas nach Westen, um nicht so einen weiten Schlag nach Korsika zu haben und kommen so in eine tolle Bucht neben Isola Rossa. So wie der Name schon sagt sind die Felsen in einem rosa bis rötlichen Ton. Wir machen solange die Sonne noch sehr hoch steht mit dem SUP eine Schnorchel Tour. Aber es gibt traurigerweise nicht viel zu sehen.

Am Abend paddeln wir dann mit dem SUP an Land und machen eine kleine Wandertour. Dies geht leider erst sehr spät da es immer noch sehr heiß ist. An Land ist es wunderschön. Das Licht einfach herrlich und wir genießen es sehr. Es ist einfach immer wieder wunderschön wenn wir unsere Alina alleine in so einer Traum-Landschaft ankern sehen.

Wir laufen Richtung Kap bis uns der weitere Weg versperrt ist. Vermutlich ein Schutzgebiet oder Privat. Egal, beides zwingt uns zum umdrehen. Was aber auch gut ist, denn die Sonne geht langsam unter.

Am nächsten Tag soll der Wind stimmen und wir starten sehr früh um über die Straße von Bonifatius zu segeln. Ich habe großen Respekt vor dieser Etappe denn die Winde können sich gegenüber der Prognose nicht selten verdoppeln und die starke Strömung kommt auch noch dazu.

Die Meeresstraße ist bei Seefahrern wegen ihres schwierigen Wetters, der Strömung und der Untiefen gefürchtet. Aber trotzdem ist es schon seid der Antike ein wichtiger Seeweg.

Manchmal muss man sehr lange auf ein passendes Wetterfenster warten. Wir hatten Glück doch Julius Cäsar musste auf der Rückfahrt seines Afrikafeldzuges einen Monat warten. Und wenn man das nicht tut, kann es zu einem Unglück wie 1855 kommen als eine französische Fregatte bei Sturm auf ein Riff lief und alle 693 Seelen starben.

1993 gab es hier ein schweres Tankerunglück und seidem darf kein Schiff mehr mit Gefahrgut durch die Meeresenge zu fahren.

Bei uns lief alles gut, obwohl es noch von Italienischer Seite ein großes Marine-Manöver gab.

Ohne Probleme kamen wir an den wunderschönen Klippen von Bonifatius an. Der Hafen liegt in einem Fjord der sehr schmal vom Wasser her einbiegt.

Die Festungsstadt liegt oben auf den Kreideklippen und man hat den Eindruck das diese bald ins Wasser bricht.

Der wunderbar geschützte Naturhafen wird heute als Fischer-und Yachthafen genutzt. Hier gilt es ähnlich wie in Cannes und Nizza. Sehen und gesehen werden. Je größer die Jacht desto besser. Sicher sieht man hier einige Promis wenn man sie dann auch erkennen würde 🤔. Wir nicht, denn wir kennen keine😁.

Wir ankern in der einzigen Bucht des Fjords und fahren in diesen schicken Hafen mit unserem Gummiboot ( aber grau, nicht rot🤣)

Wir spazieren durch den Hafen, genießen die schöne Altstadt mit Festung und gehen auch mal lecker essen. Eine beeindruckende Stadt mit ihrer Lage.

Wir haben Bonifatius sehr genossen.

Eine Insel auf Zeit zum Geburtstag

Wir sind nun an der Nordseite Sardiniens angekommen. Peter hat Geburtstag und ich zerbreche mir schon eine Weile das Hirn, was ich ihm gutes tun kann. Und dort kommt mir der Lichtblitz.

Ich schenke ihm die Insel Asinara👏. Natürlich nur auf Zeit. Zu mehr langt es leider nicht 😂 aber ich weiß das es ihm gefallen wird.

Da wir in einer sehr heißen Zeit sind schenke ich ihm auch noch einen Tag mit dem elektrischen Golfcar. Denn wandern geht bei diesen Temperaturen auf gar keinen Fall. Leider!

Asinara ist auf dem Land und im Wasser ein Nationalpark. Ankern ist nicht erlaubt, was ich sehr gut finde. Ich melde mich also für eine Boje an, was auch kein Problem ist.

Asinara ist schon seid dem Neolithikum bewohnt und im Mittelalter gab es darauf ein Kloster. Seid dem 16. Jahrhundert war es von Fischern bewohnt die das Dörfchen Cala di Oliva gründeten.

Diese Fischer wurden 1885 vom Italienischen Staat vertrieben und die Insel fortan als Gefängnisinsel genutzt. Das hielt bis 1999 an.

Im ersten Weltkrieg war es ein Kriegsgefangenen Lager. 50 000 Tausend Gefangene machten sich von Serbien auf den Weg wo schon tausende an Cholera starben. Auch bei der Verschiffung nach Asinara starben nochmal 1500 Gefangene. So kamen nur 24 000 auf Asinara an. Das Lager dort war nur für 700 Gefangene vorgesehen und so starben in den ersten drei Monaten nochmal 7000 Menschen unter schlimmen Bedingungen.

Für diese Menschen aus Österreich und Ungarn wurde dann später zu Ehren ein Gebeinhaus gebaut.

Nach dem Krieg wurden 16000 Gefangene an Frankreich übergeben.

In der weiteren Zeit war es eine Quarantänestation und es gab 11 Gefängnisse auf der Insel verteilt die heute langsam zerfallen.

Man versuchte über die Landwirtschaft die Gefangenen wieder ins richtige Leben zu führen und so sind ein paar Lager auch wie große Bauernhöfe errichtet. Mit Silos für das Getreide.

Das Hauptgefängnis der Insel, „Fornelli“, war in den 1930igern ein „Justizsanatorium“, Tuberkolose -Krankenhaus und ab den bleiernen Jahren (Mafia-Zeit) auch Hochsicherheitstrakt für die Mafia-Verbrecher.

In den 80igern waren Sondergefangene der rechts- und linksextremen Kriminellen dort inhaftiert. Dann kam die Tora Null und alle wurden irgendwo hin verteilt bis 1992 nach dem Massaker von Capaci der Ort wieder als Hochsicherheitsgefängnis gebraucht wurde.

1997 wurde es entgültig geschlossen und 1999 als National Park und Meeresschutzgebiet eingerichtet.

Da 112 Jahre hier nichts passierte gibt es eine wunderbare karge Natur mit seinen Bewohnern.

Herrlich sind die wilden leuzistischen Zwergesel die überall auf der Insel zu finden sind.

Wir holen früh am morgen den Golfcar ab und fahren quer über die Insel. In der ersten Stunde sehen wir noch einige Tiere wie den Steinkauz, ein Mufflon, Rebhühner, Greife, Ziegen und natürlich viele Esel.

Später ist es zu heiß und außer den Eseln sieht man nichts mehr. Nur die vielen Lagerruinen und die karge und doch tolle Natur.

Wir sind überall dort unterwegs wo wir dürfen und genießen diesen Tag sehr. Nur gibt es leider kein Restaurant wo wir Peters Geburtstag feiern können. So genießen wir ein Radler und gehen dann auf Alina lecker essen.

Auch unter Wasser ist einiges zu sehen und so genießen wir die Zeit hier auf Asinara sehr. Das Wasser kommt bei dieser Hitze natürlich nicht zu kurz.

Unsere Vorräte gehen zu Ende und wir beschließen wieder auf die Nordseite Sardiniens zu segeln.

Dort suchen wir uns eine Stadt aus in der wir es ganz nah zum Supermarkt haben.

Frisch bestückt und von vier verschiedenen kreischenden Musikanlagen aus verschiedenen Strandbars bis tief in die Nacht beschallt, machen wir uns morgens wieder auf und ziehen weiter.

Diesen Krach sind wir nicht mehr gewöhnt😁