Narbonne, Beziers und Freunde

Wir wollen uns mit Freunden treffen also geht es weiter. Doch im Golf von Lyon-oder auch Löwengolf, ist es nach unserem Empfinden gar nicht so einfach einen passenden Hafen zu finden. Und in einen Hafen müssen wir da es hier keinen Schutz gibt und wir bei den jetzigen Witterungsbedingungen leider nicht ankern können. Wir entschließen uns nach Gruissan zu gehen. Der Hafen liegt in einem Etang (Binnensee) und hat nur eine gesicherte Tiefe von 2,5m. Unser Tiefgang ist 1,95m und uns ist ziemlich mulmig als wir dort hinein fahren. Aber es ist alles gut markiert und überhaupt kein Problem. Ich habe mir wieder unnötig Sorgen gemacht.

Als wir fest sind melden wir uns gleich bei Conny und Friedhelm die von unserm Nachbardorf daheim kommen und die Winzer unseres Vertrauens waren. Die beiden sind seid über 25 Jahren in dieser Gegend im Urlaub und kennen jede Ecke hier.

Sie kommen zum Frühstück an Bord und nehmen sich dann unendlich viel Zeit um uns hier die Gegend zu zeigen. Wir sind in der Region Languedoc-Roussillon die von Weinbergen, alten Städten, Altertum bis ins Mittelalter und natürlich Genuss und Entspannung, geprägt ist. Hier kommen die Seealpen bis ans Meer und bringen den ständig stark wehenden Wind mit. Außerdem wird hier die Region von den vielen Binnenseen (Etangs) mit seinen Kanälen geprägt die im Mittelalter sehr wichtig für den Handel waren.

Heute sehen wir eigentlich nur Hausboote die an den Platanen bewachsenen Kanälen bis an den Atlantik oder bis nach Koblenz fahren könnten.

Wir gehen nach dem Regen in den Ort und schauen uns den Etang mal von oben an.

Eine sehr schöne Landschaft. Da wir aber fast weggeblasen werden steigen wir ins Auto und fahren nach Narbonne in der Region Okzitanien.

Narbonne hatte durch den Canal de la Robine Anschluss an den Canal du Midi und somit auch einen Hafen zum Mittelmeer. Außerdem führte hier die Via Domitia durch. Die erste Römerstraße in Gallien. Und somit entwickelte sich hier die erste römische Kolonie.

Dort schauen wir uns die unvollendete Kathedrale an und laufen etwas in der Altstadt herum.

Friedhelm erzählt viel aus dieser Gegend. Es ist unheimlich interessant. Wir genießen es sehr. Beeindruckend fand ich die einzige Häuserbrücke aus römischen Ursprungs.

Die beiden laden uns zu sich ein und wir grillen lecker.

Am nächsten Tag geht es nach Beziers. Wir laufen zur Kathedrale hoch, lassen uns treiben und finden sogar eine sehr nette Brauerei. Bewundern die Kanalbrücke und die Schleusentreppe Fonseranes aus dem 18. Jahrhundert mit ihren 9 Schleusen.

Zum Abschluss gehen wir in der alten Markthalle essen. Es war eine wunderbare Zeit mit euch beiden. Ihr habt euch so viel Mühe gegeben und diese Region nahe zu bringen. Und ihr habt es geschafft. Ich kann nur sagen , ihr habt einen tollen Ort für eure Zufluchtszeit gefunden.

Am Hafen müssen wir uns leider verabschieden. Danke noch mal für alles.

Für uns geht es am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang weiter. Der nächste Mistral kündigt sich an und wir wollen soweit aus dem Löwengolf wie es geht.

Mit Zwischenstopp in einer schönen Buchten geht es dann in schnellen Schritten nach Spanien.

Montpellier zum Geburtstag

Dies ist mein Herzenswunsch. An meinem runden Geburtstag, ach was, ich kann ja auch sagen, dass es der 60igste ist😉😁, geht es mit dem Bus nach Montpellier. So reisen wir immer wenn wir unterwegs sind.

Ich nehme es mal vorweg, eine tolle Stadt. Sie ist sehr vielseitig und verbindet die Mediterrane Lebensart mit großen Kulturangeboten, vielen historischen Prachtbauten und der modernen Architektur. Sie ist leider „nur“ 10km vom Meer entfernt und das fuchst sie schon sehr.

Aber das hat sie gar nicht nötig denn die vielen Studenten (jeder vierte ist ein Student)machen diese Stadt zu einer der viertgrößten und auch sehr wichtigen Studentenstädte von Frankreich.

Als wir dort ankamen war es das letzte Wochenende vor Vorlesungs-Anfang und so war die Stadt voll mit jungen Leuten und viele die auch mit ihren Eltern unterwegs waren. Echt süß.

Wir lassen uns wie immer durch die Altstadt und ihren mittelalterlichen Gassen und Stadthäusern treiben. Es gibt wahnsinnig viel zu sehen! Wir beginnen am Platz de la Comedie mit einer Schnitzeljagd quer durch die Stadt die uns zu vielen Sehenswürdigkeiten führt und richtig Spaß macht. Der Platz wird auch Place de I‘ OEuf ( Eierplatz) genannt da er eine ovale Form hat. Hier ist die Oper und hier beginnt eine der größten Fußgängerzonen Europas.

Wenn Studenten sich Abends auf den Platz mit den vielen Straßenmusikern treffen wollen, sagen sie auch gerne:“Treffen wir uns auf ein Ei ?“🤣

Hier ist auch der Brunnen der drei Grazien, die symbolischen Göttinnen Montpelliers mit vielen Cafés und Restaurants. Überall spenden Platanen in der Hitze, Schatten.

Aber wir irren lieber durch die engen Gassen, lösen Rätsel und finden so viele bedeutende Orte.

An meinem Geburtstag machen wir uns chic und gehen nach einem Aperitif lecker essen.

Diese Stadt ist echt toll. Den modernen Teil haben wir dieses mal ausgelassen. Aber wir waren bestimmt nicht das letzte Mal hier!

Es war sehr schön

Als wir zurück in La Grande Motte sind geht es auch bald weiter durch den Golf von Lyon, denn wir wollen uns mit Freunden treffen.

Letzter Törn dieses Jahr

Wir gehen früh raus und verlassen Licarta. Bis Marina di Ragusa gibt es keine Möglichkeit mehr zu ankern und so wollen wir mit einem Schlag dorthin. Es ist ruhiges Wetter und wir müssen am Anfang noch motoren. Später geht eine Weile das Segel hoch. Der angesagte Wind kommt leider nicht und so nehmen wir die Segel wieder runter.

Wir kommen an Öl oder Gasplattformen vorbei die scheinbar nicht mehr betrieben werden. Zumindest habe ich keine Informationen darüber gefunden.

Unterwegs machen wir das letzte mal mit unserem Wassermacher, Wasser, und wintern ihn danach ein. Dies muss man tun damit sich keine Mikrorganismen bilden. Und da wir ja bald im Hafen sind machen wir dies lieber hier draußen.

Unterwegs werden wir von einem einzelnen sehr großen Delfin mehrere Stunden begleitet. Er hat sich scheinbar in Alina verknallt😃.

Er kuschelt sich immer wieder an den Rumpf und schlägt auch mal mit seiner Flosse an unser Unterwasserschiff so das es im inneren des Bootes richtig knallt. Irgendwie erinnert dies an die Orca – Attacken an der Portugiesischen Küste.😮

Als wir der Küste wieder näher kommen und die ersten Netze im Wasser liegen verschwindet Flipper wieder. Schade, war sehr schön ihn zu beobachten.

In der letzten Stunde vor der Ankunft kommt dann endlich der gemeldete Wind. Doch jetzt wollen wir auch nicht mehr. Ich melde uns über Funk in der Marina an und wir können direkt rein fahren. Ein Marinerio im Dingi zeigt uns unseren Platz und Peter fährt ohne Probleme in die Lücke.

Wir machen gemütlich fest und kommen erst mal an, trinken unser verdientes Anlege-Bier das jetzt am Ende der Saison besonders gut schmeckt. Es ist toll nach 1900sm (=3500km) ohne Verletzungen im sicheren Hafen angekommen zu sein!!!!

Nun ab zum Hafenbüro, uns anmelden, den Rest bezahlen und gemütlich zu unserer Alina zurück schlendern. Unterwegs sagen wir noch kurz „Hallo“ bei der Petit Jolie.

Am nächsten Tag fangen schon die ersten Arbeiten an denn es soll windig und gewittrig werden. So nutzen wir den windstillen Tag und ziehen das Vorsegel raus damit ich es mit Süßwasser abspritzen kann. Während es dann so vor sich hin trocknet ziehe ich Peter in die Mastspitze.

Denn unser Fall (Leine) um den Para hoch zu ziehen ist aufgescheuert und wir müssen kontrollieren warum das so ist. Es ist Gott sei Dank nicht gerissen doch wir müssen uns leider ein neues besorgen was wir aber erst im Frühjahr in den Mast ziehen werden. Bei der Kontrolle wurden keine scharfen Kanten gefunden. Peter vermutet das es sich mal an einer oberen Maststufe verhangen hat und es deswegen angescheuert ist. Aber super! Keine weiteren Schäden! So kann ich ihn wieder runter lassen.

Jetzt kommt das schlimmste überhaupt.

Vorsegel runter lassen und an Deck falten. Da es ein riesen Lappen ist, ist dies ziemlich anstrengend. Doch wir schaffen es ohne Scheidungsandrohungen 🤣👍.

Ab in den Segelsack und in die Vorschiffskabine. So kann bei den Winterwinden nichts passieren.

Danach ist aber Feierabend und wir machen unseren ersten Ausflug in die Nachbarschaft des Hafens. Echt schön hier!

Südsardinien

In Cagliari liegen wir in einem kleinen und einfachen Hafen mit bekannten Segelbooten zusammen an einem Kai. Peter ist wieder als Mechaniker in der Nachbarschaft unterwegs und ich genieße die Ruhe des Hafens oder trinke bei Bine und Peter auf der Joy, einen Kaffee.

Wir verstehen uns sehr gut und ziehen am Abend auch gerne zusammen durch die Stadt, und lassen unsere Gaumen mit sehr gutem Eis und anderem verwöhnen.

Am Tag spazieren wir in trauter Zweisamkeit durch diese sehenswerte Stadt, die uns sehr gut gefällt, in den vielen alten Gassen herum.

Nach ein paar Tagen trennen sich unsere Wege wieder. Die SY Joy segelt nach Westen und wir wieder nach Süden in die Bucht von Villasimius. Denn ich habe Geburtstag und habe mir gewünscht eine Wanderung auf das Cap zu machen. Aber wir werden uns ja wieder sehen da wir im gleichen Hafen überwintern.

Da es an diesem Tag sehr windig ist gehen wir in den Hafen damit wir den ganzen Tag mit einem guten Gefühl weg vom Boot sein können.

Villasimius Hafen

Es wird eine ganz tolle Wanderung, auch wenn es etwas zu heiß ist. Wir genießen es sehr und eine Aussicht ist schöner als die andere. Am Cap machen wir noch ein Picknick und genießen die tolle Atmosphäre hier.

Am Ende klettern wir auch noch zum alten Wachturm hoch und können drei verschiedene Wasser sehen.

Die Bucht in der wir waren, der Hafen in dem wir gerade sind, die Lagune mit Flamingos und die vordere Bucht in der wir bald sein werden.

Am Abend gehen wir noch zur Feier des Tages lecker essen wobei ich mich auf dem Hinweg noch auf die Nase lege und mir den Fuß verstauche. So was dummes. Aber es ist nicht so schlimm!

Am nächsten Tag verlassen wir wieder den Hafen und legen uns davor in die Bucht. Als wir vom einkaufen kommen lernen wir noch nette Segler, Sandra und Jörg von der Curiosa kennen.

Wir fahren vorbei und wollten nur „Hallo“, sagen. Und schon waren wir zum Sundowner mit Häppchen eingeladen. Tolle Menschen und sehr gastfreundlich. So ist das oft unter Seglern und genau das macht auch dieses Leben wertvoll.

Wir genießen noch die Mondfinsterniss zusammen und verabschieden uns dann wieder. Leider treffen wir uns nicht mehr auch wenn wir es vorhatten. Aber das Wetter wollte es nicht, der SY Curiosa war es in unserer Bucht zu rollig. Schade!

Am nächsten Morgen lernen wir noch Susanne und Chris, von der SY Petite Jolie kennen und verlegen uns zusammen in die Bucht auf der Ostseite. Dort wettern wir die Gewitter mit viel Regen ab, diskutieren mit anderen Seglern wann wohl der beste Zeitpunkt ist um nach Sizilien zu starten und putzen noch das Unterwasserschiff damit uns nichts bremst🤣.

Und dann kommt der Zeitpunkt an dem wir zur 170sm langen Überfahrt starten.

Drückt uns die Daumen.

Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende,

und wir haben wieder viele schöne Ecken mit einfach wundervollen Menschen, in Griechenland erleben dürfen.

Wir haben eine schöne Runde durch die Ägais gemacht die dieses Jahr geprägt war von schon früh angefangenen starken Winden. Wir mussten oft in Buchten Tagelang warten um Stürmen aus dem Weg zu gehen. In dieser Zeit konnten wir auch oft das Boot nicht verlassen da es zu unsicher erschien. Was auch etwas hat, wenn man Zeit genug hat. Und das haben wir, denn wie es die Neuseeländer formulieren, sind wir :“Rich in Time“. Auf deutsch . „Zeitmillionäre“. 🙂

Unsere Route 2024

Die Agäis gilt als Wiege der minoischen Kultur und des antiken Griechenlands. Es herrschten aber auch die Perser, Römer, Byzantiner, Genuesen, Venezianer und Osmanen.

Diese Vielfalt der Kulturen begegnete uns täglich. Denn Griechenland ist reich an Altertümern die aber leider teilweise verfallen da es einfach zu viele gibt.

Die Inseln der Kykladen und der Dodekanes sind sehr trocken und somit haben wir wenig grün im Sommer erleben dürfen. Das hat mir zwischen drin sehr gefehlt und auch zu schaffen gemacht.

Doch jede Insel ist oder hat etwas besonderes. Santorin haben wir ganz bewusst ausgelassen da wir die unbekannteren und ruhigeren Inseln erleben wollten.

Und außerdem haben wir Mykonos erlebt. Ein 0.3 er Bier 12€ und schon am Nachmittag halb nackte Tanzende und volltrunkene Leute auf den Tischen :-0 . Das sind nicht wir, also haben wir es einfach weggelassen.

Wenn mich jemand fragt welche die schönste Insel war kann ich es gar nicht beantworten. Es hat jede besuchte Insel etwas besonderes gehabt.

Wir haben tolle Menschen aus aller Welt kennen gelernt und dadurch wird mein Englisch auch immer besser. Langsam aber stetig 🙂

Als wir dann Ende August wieder ins ionische Meer abgebogen sind hat es mich sehr gefreut. Wir kannten schon vom letzten Jahr einige schöne Ecken und so war es irgendwie wie nach Hause kommen.

Die Inseln sind hier wieder grün da der wenige Regen der aus Norden oder Westen kommt, hier gerne abregnet.

Ab September war die Zeit etwas geprägt von schweren Gewittern die auch Stürme mitgebracht haben. Aber wir hatten Glück, wir waren immer am richtigen Ort um dies sicher zu überstehen. Andere hatten leider nicht so viel Glück.

In dieser Zeit der Familie haben wir einen anderen Rhythmus eingenommen und die Familie bestimmen lassen was und wohin.

Manchmal musste ich etwas bremsen da meine Erfahrung mit dem Wetter doch erkennbar höher war. Aber oft habe ich auch nichts gesagt und eine unruhige Nacht in einer Traum-Bucht erlebt, in der wir zwei bei diesen Bedingungen nie reingegangen wären. Aber ehrlich, dann hätten wir auch manches wunderschöne verpasst!

Wir haben nach Verabschieden der Familie diese Region noch sehr genossen und den Herbst ganz toll erlebt.

Nun sind wir zuhause in Deutschland und genießen es warm und trocken in einer gemütlichen Wohnung den Winter mit Freunden und Familie zu erleben.

Der Opa als Nikolaus

Und darum möchte ich mich bei euch auch für dieses Jahr verabschieden.

Es kehrt Ruhe ein um uns. Habt alle eine tolle Adventszeit. Genießt die Weihnachtszeit und einen guten Rutsch.

Tschüß bis 2025

Es wird ruhig im Ionischen Meer

Der wunderschön farbige und ruhige Herbst ist da. Und wir genießen es in vollen Zügen. Wir haben nun Anfang November. Die Chartersaison neigt sich dem Ende und es werden immer weniger Segelboote die man unterwegs trifft. Auch bei uns kehrt nun Ruhe ein und wir genießen die Wind ruhigen Tage in denen man immer noch gut bei 23 Grad Celsius, schwimmen kann. OK, ich bin eine kleine Pienzerin, wenn etwas Wind ist, ist es mir einfach zu kalt ( ich denke so um 25 °C) 🤣. Ich verziehe mich dann Abends lieber unter Deck und wasche mich dort.

Das Wetter ist immer noch sehr gut. Der Herbst bringt Abends den Dunst und es kommt immer mal etwas Regen. Aber über den Nachmittag läuft man noch gerne in kurzen Hosen und im T-Shirt.

Wir sind in der Gegend von Lefkas und lassen uns durch die ruhigen Buchten treiben. Treffen uns mit Seglerfreunden und beginnen die gesellige Zeit.

Langsam müssen wir uns aber organisieren wie wir es mit unserem Trocken Yard machen. Die Rouga Bay liegt wunderschön im ambrakischen Golf aber ist auch weit weg von jeglicher Zivilisation. 🤔

Unsere Lösung ist die. Wir segeln nach Lefkas Stadt und ich hole ein gemietetes Auto. Peter segelt nach Preveza und ich fahre mit dem Auto dorthin. Von Preveza fährt dann Peter in die Rouga Bay und ich segel alleine die 13 sm (24km). Das erste mal Einhandsegler. Ich bin ganz stolz das es auch bei anfänglichen 18kn Wind gut klappt.

Es ist irgendwie nach Hause kommen als ich in die Rouga Bay abbiege. Die Natur ist wunderbar und die Flamingos sind auch schon wieder da.

An Land ist das Hallo sehr groß und wir genießen es sehr alle wieder zu sehen und verabreden uns natürlich zum Yanis auf ein Wein.

Wir liegen noch zwei Tage im Wasser, machen die ersten Wintervorbereitungen und dann ruft uns auch schon Wolfgang an das wir Nachmittags rauskommen.

Also noch schnell die letzten Arbeiten und schon geht es los.

An Land sind wir wieder ganz schnell im Arbeitsalltag zurück. Es ist immer etwas zu tun und auch anderen zu helfen.

Neben der vielen Arbeit machen wir aber auch tolle Ausflüge ins Hinterland. Denn das Wetter ist perfekt zum wandern.

Wir fuhren zum Monument Zalongos mit dem Kloster Agios Dimitrios und kletterten über sehr viele Treppen hoch auf den 462m hohen Felsen und waren von dessen Geschichte und der Umgebung total beeindruckt.

Dieses Monument soll daran erinnern das im Jahre 1803 die Frauen aus dem Dorf Souli beschlossen von diesem Felsen singend und tanzend in die Tiefe zu springen statt von den Türken des Ali Pashas gefangen genommen zu werden.

Sie verabschiedeten sich von der traurigen Welt und dem süßen Leben,

denn es lebt kein Fisch auf dem Land

und keine Blüte im Sand,

so leben auch Souliotisses genannt nicht ohne ihre Freiheit,

wie es frei übersetzt in ihrem Gesang heißt.

Außerdem wanderten wir den Acheron Fluß entlang. Einfach traumhaft!

In der griechischen Mythologie war das Tal des Acheron der Ort, wo die Seelen der Toten wohnten. Der Fluss stellte den Weg dar, über den die Seelen der Toten zum See Acherousia geführt wurden, in dessen Tiefen sich das Reich des Hades, die Unterwelt befand. Den Eingang zum Hades bewachte ein wilder, unbarmherziger Hund mit Namen Kerveros. Dieser hatte drei Köpfe und einen Drachenschwanz. Der Fährmann Haron überbrachte die Seelen der Toten mit seinem Boot in die Unterwelt. Diese Reise war nicht umsonst, sondern es musste ein Obulus entrichtet werden. Der Obulus war eine Münze, die sich unter der Zunge der Toten befand. Aus diesem Grund wurden im antiken Griechenland die Toten entsprechend rituell beerdigt. Seelen, die den Preis der Reise nicht aufbringen konnten, waren dazu verurteilt, ewig am Ufer des Flusses umher zu wandeln.

Wir haben diese Zeit sehr genossen, aber irgendwann mussten wir dann zum Bus Richtung Heimat.

Erst fuhren wir nach Athen und hatten dort Pech das wir in einem Generalstreik geraten sind. Mit ein Paar Schwierigkeiten haben wir es aber ins Hotel geschafft. Ganz früh am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zum Flughafen und ab nach München zum Sohnemann mit seiner Freundin. Denn dort haben wir noch etwas Zeit mit den Beiden verbracht bis es dann nach Hause ging.

Das Ionische Meer

Ich muss sagen ich habe die Ionischen Inseln sehr genossen. Jede Insel ist auf ihre Weise einzigartig.

Für mich ist es sehr schön, da es wieder grün ist und es tolle alte Wälder gibt in die man schöne Wanderungen machen kann.

In den Kykladen und Dodekanes war es mir einfach zu karg. Es sind auch wunderschöne Inseln dabei, aber hier habe ich gemerkt wie arg mir die grüne Natur gefehlt hat.

Wir besuchen einige Ionische Inseln und genießen die angenehmeren Winde. Ja, es ist mancher Orts sehr voll. Aber wir haben es immer wieder geschafft einsame Buchten für uns alleine zu haben. Denn uns war es nie zu viel, das Boot mit teilweise 70m Kette und bis zu drei Landleinen sicher fest zu machen. So konnten wir eindrucksvolle und wilde Natur erleben.

Zum Ende der Elternzeit gehen wir noch in den Ambrakischen Golf und zeigen den beiden wo wir im Frühjahr 23 so lange das Refit von Alina gemacht haben.

Auf dem Törn zurück nach Preveza ist noch mal sportliches segeln angesagt und Lukas genießt es in vollen Zügen alleine nach Preveza zu kreuzen. Ich sitze vorne am Bugkorb und gebe immer das Wende -Zeichen damit wir keine Fischfarm rammen🤣. Das bräuchte ich natürlich nicht, aber wir hatten so einen Riesen Spaß.

Am Ende war es für mich doch sehr traurig denn der Abschied kam immer näher. 😥

Nun haben wir Lukas, Anja, Lio und Liara zum Bus nach Athen gebracht und sind wieder alleine.

Wir vermissen sie sehr, genießen es aber auch wieder in unserer Zweisamkeit zu sein.

Wir segeln nach Lefkas und legen uns an die Mole von GR-Charter. Es ist nicht teuer und wir können das Süßwasser nutzen. Das ist echt toll, denn diesen Luxus hatten wir wegen Wassermangel auf den Inseln, das ganze Jahr nicht. Wir schrubben das ganze Boot mit Süßwasser und machen das SUP und das Dinghi sauber. Gehen die ganze Wäsche des Besuchs in der Laundry (Wäscherei ) waschen und machen das Boot wieder für uns fertig.

Als alles wieder sauber und verräumt ist, segeln wir in eine wunderschöne und ruhige Bucht, und genießen die absolute Ruhe.

Erledigen dabei auch noch so manche Arbeit. Die Relingsnetze werden wieder abmontiert und ein Fenster wird neu eingedichtet.

Nach zwei Nächten müssen wir wieder mal etwas einkaufen und segeln nach Palairos . Wir schauen uns den kleinen Ort an und lernen andere Segler kennen.

Am nächsten Tag segeln wir gemütlich nach Meganisi rüber und verbringen dort zwei ruhige Tage. Die Saison ist zu Ende und in den Buchten sind kaum noch Segler. Allerdings sind auch fast alle Tavernen und Cafés geschlossen. Was uns aber nicht stört.

Dann geht es wieder nach Lefkas/Nidri in die große Vlychon Bucht.

Dort beginnt für uns auch der gesellige Teil mit anderen Seglern. Es ist ein Sunbeam – Treffen ( so heißt unser Schiffs-Typ) geplant. Wir sind vier Boote und haben Abends in der Taverne viel Spaß.

Es sind tolle Menschen die wir immer wieder auf unseren Reisen treffen. Diese Momente mag ich nicht missen.

Danke SY Africa, SY Xarifa und SY Seabbutical.

Unser Bordleben zu sechst

Heute schreibt jeder wie sie/er es nach einem Monat an Bord, empfindet.

Endlich wieder segeln und den ganzen Tag mit der Familie verbringen. Morgens weckt uns Lio zwar schon früher als uns lieb ist, aber es mach an jedem Tag wieder Spaß aufzustehen und das Bootleben zu starten. Morgens schwimmen so oft es geht. In der Bordküche für alle kochen und mit dem Kleinen im Wasser planschen. Wir haben alle etwas gebraucht, bis wir uns auf einen gemeinsamen Rhythmus eingespielt haben und jeder sich soweit angepasst hat, dass es für die anderen auch ein schönes Miteinander ist. Ich genieße die Segelarbeit und das Endecken der verschiedenen Orte. Mal eine einsame Bucht und mal ein verträumtes Städtchen. Ich versuche so oft es geht das Apnoe-Tauchen zu trainieren und suche immer wieder nach Tauchplätzen für das Gerätetauchen. Mit Martina hat es auch gut geklappt, die ersten Tauchübungen und -gänge zu machen. An Board kommt die Zeit zu viert leider etwas zu kurz, dafür hat jeder auch mal Zeit für sich alleine. Wir planen aktuell einen kurzen Landtrip (4 Tage) nur zu viert und danach lassen wir den zweiten Monat an Board ausklingen. Anja und ich sprechen immer wieder über unseren (meinen) Plan, auch eine Weltumsegelung zu machen. Das freut mich dann sehr und wir träumen etwas zu zweit.

Lukas

Boatlife bedeutet für mich alltägliche Dinge weit weg von Zuhause vor traumhaften Kulissen zu machen. Haare schneiden in einer einsamen Bucht, oder kochen mit Blick auf eine Steilwand. Es bedeutet Lio nicht durch spazieren gehen müde zu machen, sondern mit Schwimmflügeln zum Strand zu schwimmen. Es ist eine intensive Zeit mit unsrer Tochter Liara da ihr Bruder Lio mittlerweile an den Großeltern klebt wie ein „babbets Gutzel“ (klebriges Bonbon) und sich diese wirklich liebevoll und mit großem Einsatz um ihn kümmern. Es bleibt mehr Zeit zum kuscheln, lesen, oder schwimmen. Der Tierpark wird durch wilde Schweine und Ziegen am Strand ersetzt und die tägliche Sporteinheit wird bei dem gewackel nicht nur zum Kraft-, sondern auch zum Balanceakt. Einen kleinen Wirbelwind auf so engem Raum zu haben bedeutet, noch mehr als zuhause, aufräumen, aufräumen und aufräumen. Irgendwie ist vieles gleich und doch völlig anders. Es macht Spaß, es ist anstrengend und manchmal, gerade in der Mittagsschlafzeit von Lio, auch sehr friedlich.

Anja

Nach dem „Umbau“ von Alina zum Familienboot fühlen sich alle nach der Eingewöhnung wohl an Bord. Lio als „Kapitän“ weckt die Mannschaft und mit einem nonstop Programm geht es rasant durch den Tag. Für alte Opas ist es schon eine Herausforderung mit zu halten. Schwimmen, spielen, tauchen, segeln, und immer wuselt es zwischen den Füßen. Nach kurzer Zeit, wird man aber entspannter, wenn Lio auf dem Boot oder im Hafen turnt. Die Enkel so nah und intensiv mit den Eltern zu erleben, freut mich riesig und ist ein großes Geschenk. Wir fahren Buchten an, die wir zu zweit nicht besucht hätten, kochen außergewöhnliche Gerichte, lachen gemeinsam wenn Lio mit Sport macht und gehen am Abend ins kalte Wasser, weil er sich beim Schwimmen austoben will. Kurz gesagt vieles ist anders aber richtig schön. Tja Großeltern sein ist kein Kindergeburtstag. Liara macht in dieser kurzen Zeit eine Entwicklung durch, dass ich staune. Sie ist am Lachen und brabbeln und planscht sogar mit uns im Wasser. Ich bin dankbar, dass sich Anja und Lukas dafür entschieden haben die Elternzeit hier an Bord zu verbringen und freue mich schon auf den kommenden Monat und vielleicht ein nächstes Mal.

Peter

Es ist schon eine riesen Umstellung. Nicht nur der enge Raum sondern auch nach dreißig Jahren,😱(sooo lange schon?), zwei Kleinkinder 24/7 um die Ohren zu haben. Aber ich muss sagen ich möchte keine Sekunde dieser intensiven Zeit missen. Ja, es liegen immer irgendwo volle Windeln herrum, ja die Kleine kotzt in jedes Eck ( am Ende machen wir einfach alle einen großen Bootsputz😉), ja es liegen immer tausend Sachen herum die aufgeräumt sein sollten, ja unser bisherige Tagesablauf ist passe’ und wir richten uns mit jeder Körperzelle nach den Kindern und ja es ist manchmal sehr anstrengend. Aber soooo nah werden wir unseren Enkeln wohl nie wieder sein. Und ich genieße es auch sehr, besonders Lio etwas zu verwöhnen. Die Eltern mögen es mir verzeihen🙏.

Der Bordalltag wird natürlich von den beiden bestimmt. Wann geschlafen wird und wann getobt wird. Beim Rest hat sich nicht viel geändert. Es muss nur viel mehr eingekauft werden, es gibt feste Essenszeiten, wir produzieren viel mehr Müll der gemanagt werden muss und wir machen neuerdings einen Essensplan. Der Wasserverbrauch ist natürlich enorm gestiegen und wir müssen bei jeder Gelegenheit Wasser machen auch wenn manchmal nicht die Sonnenenergie zur Verfügung steht. Energie wird natürlich auch viel mehr verbraucht da einiges geladen werden muss. Aber bisher hat es noch gut geklappt. Doch je später es in den Herbst geht desto enger könnte es werden.

An Bord klappt es also sehr gut zu sechst.

Nun sind wir ein paar Tage alleine da die Vier einen Viertägigen Ausflug machen. Wir machen in der Zeit kleinere Reparaturen und genießen andere Segler bei einem Essen oder einem Bier.

Dafür hatten wir nun doch keine Zeit in diesem Monat 🤣 doch hier das ist jetzt viel wichtiger!! Martina

Kefalonia und die zweite Woche zu sechst

9.9.24-15.9.24

Nach einer Woche verlassen wir Zakynthos und segeln nach Kefalonia in die tiefe Bucht der Hauptstadt Argostoli. Denn es sind wieder schwere Gewitter angesagt. Es ist eine gut geschützte Bucht. Nachdem Lukas, Anja und die Kids etwas einkaufen waren und wir wieder alle zusammen beim Essen an Bord sind, beginnt es auch schon zu schütten. Der Wind legt zu aber alles ist gut. Nachts toben um uns rum die Gewitter und es schüttet immer wieder. Wir liegen gut und ich mache mir gar keine Sorgen. Nur etwas aufmerksamer ist man doch.

Wir bleiben noch zwei Tage in der Stadt und machen kleinere Wanderungen zu den Wassermühlen, zum Leuchtturm und zur englischen Brücke.

Kefalonia ist die größte Ionische Insel und hat den imposanten Berg Ainos der uns wohl auch das schwere Wetter vom Leib gehalten hat. Wir besuchen schöne Buchten und mieten uns in der Stadt Sami ein Auto um das Inland kennen zu lernen. Die einzigartigen Pinienwälder und die bezaubernden goldenen Strände. Wir besuchen Städtchen die beim großen Erdbeben 1953 stehen geblieben sind und eine tollen Scharm verbreiten. Wir sehen wie das Meer die Farbe verändert und bewundern die venezianische Festung von Assos aus der Ferne. Wirklich traumhaft!

Unter Kefalonia fließt ein Flusssystem das sogar tiefer wie der Meeresspiegel in den Melissani-See der Drogarati-Höhle auf die andere Seite fließt. Die Farben des unterirdischen Sees sind traumhaft da bei dem Erdbeben damals die Decke einbrach und die Sonne das Wasser tief grün bis türkis scheinen lässt.

Wir genießen es wirklich als Familie unterwegs zu sein. Wir rücken immer enger zusammen und das ist sehr schön. Lio ist schon voll und ganz angekommen, liebt es nach anfänglicher Angst im Meer zu schwimmen und ist fast nicht mehr raus zu bekommen. Oma und Opa werden im Wechsel in Beschlag genommen die ihn natürlich auch etwas verwöhnen😉.

Die kleine Liara merken wir zu Anfang gar nicht da sie noch sehr intensiv an ihrer Mutter klebt. Außer das man sie mal hört. Lukas genießt es zu segeln und immer wieder mal zu tauchen. Er ist mir ein sehr guter Lehrer und führt mich ganz langsam und behutsam dazu mit ihm zu tauchen.

Anja ist noch ganz eng mit Liara zusammen und hat leider noch nicht die Gelegenheit sich am segeln zu beteiligen. Aber das wird noch mit großer Sicherheit kommen.

Sie machen es echt gut als Eltern!

Am letzten Tauchspot drehe ich mit der Alina meine Runden während ein stärkeres Gewitter runter kommt und Lukas und Peter im Wasser sind. Kaum sind sie wieder an Bord nehmen wir Kurs auf Ithaka die Insel des Odysseus.

Noch ein paar Gutzeln

Der Besuch (01.09. – 08.09.2024)


Hallo liebe Alina Community! Mein Name ist Lukas und ich bin der Sohn von Martina und Peter. Ich werde als Gastautor in den kommenden Wochen auch Beiträge veröffentlichen. Ich bin mit meiner Frau Anja und meinen Kindern Lio und Liara für 2 Monate bei meinen Eltern zu Besuch. Wir machen Elternzeit auf dem Boot.

Am 1. September starten wir mit 2 Koffern, 3 Rucksäcken und viel Vorfreude von Frankfurt aus mit Lufthansa nach Zakynthos Airport. Der Start wurde glücklicherweise auf 7:35 nach hinten verlegt. Dadurch mussten wir mit den Kids nicht zu früh am Flughafen sein. Nach einem reibungslosen Flug und netten Sitznachbarn, landen wir um kurz nach 11 Uhr Ortszeit auf Zakynthos. Mit dem Taxi fahren wir direkt bis auf die Mole, an der Alina festgemacht ist. Martina und Peter erwarten uns schon freudig und es gibt ein großes Wiedersehen und Hallo. Taschen verräumen und umziehen – Zack Urlaub.

Lio bekommt nachträglich zum Geburtstag noch eine Kleinigkeit: Ein Mini-Planschbecken und Mal-Zeug. Perfekt! Er will natürlich direkt rein und das wird sofort von den begeisterten Großeltern umgesetzt.

Den Abend verbringen wir in Zakynthos Stadt und lassen ihn bei gutem griechischen Gyros ausklingen.

Wir haben uns vorgenommen die Süd- und Westküste von Zakynthos über und unter Wasser zu erkunden. Peter ist voller Tatendrang, da er endlich mal mehr Tauchen kann. Das liegt auch an den Upgrades am Tauchkompressor, die wir von Deutschland mitgebracht haben. Wir erkunden die White Cliffs und die vielen Höhlen. Wir liegen in einsamen Buchten mit mehr oder weniger Schwell und genießen die Familienzeit. Lio ist zu beginn noch vorsichtig im Wasser, paddelt aber beim zweiten mal schon alleine mit Schwimmärmeln in der Flut. Hilfe lehnt er entschieden mit dem Ausruf: „ALLEINE!“ ab.

Während der Große die Freuden des Wassers genießt verbringt die Kleine Maus die meiste Zeit mit schlafen in der Trage an Mamas Bauch.

In Agios Nikolaos im Norden Zakynthos’ gehen wir an eine Boje und erkunden am nächsten Tag die Insel mit dem Auto.

Hier unsere Impressionen von Zakynthos:

Das nächste Ziel ist Kefalonia und (hoffentlich) einsame Buchten.

Bis nächste Woche.

Grüße aus der Elternzeit, oder wie manche es nennen: Urlaub!