Kategorie: 2024
Euböa, Kykladen, Dodekanes, Peleponnes, Ionische Inseln
Letzter Törn dieses Jahr
Wir gehen frĂŒh raus und verlassen Licarta. Bis Marina di Ragusa gibt es keine Möglichkeit mehr zu ankern und so wollen wir mit einem Schlag dorthin. Es ist ruhiges Wetter und wir mĂŒssen am Anfang noch motoren. SpĂ€ter geht eine Weile das Segel hoch. Der angesagte Wind kommt leider nicht und so nehmen wir die Segel wieder runter.
Wir kommen an Ăl oder Gasplattformen vorbei die scheinbar nicht mehr betrieben werden. Zumindest habe ich keine Informationen darĂŒber gefunden.

Unterwegs machen wir das letzte mal mit unserem Wassermacher, Wasser, und wintern ihn danach ein. Dies muss man tun damit sich keine Mikrorganismen bilden. Und da wir ja bald im Hafen sind machen wir dies lieber hier drauĂen.
Unterwegs werden wir von einem einzelnen sehr groĂen Delfin mehrere Stunden begleitet. Er hat sich scheinbar in Alina verknalltđ.


Er kuschelt sich immer wieder an den Rumpf und schlĂ€gt auch mal mit seiner Flosse an unser Unterwasserschiff so das es im inneren des Bootes richtig knallt. Irgendwie erinnert dies an die Orca – Attacken an der Portugiesischen KĂŒste.đź
Als wir der KĂŒste wieder nĂ€her kommen und die ersten Netze im Wasser liegen verschwindet Flipper wieder. Schade, war sehr schön ihn zu beobachten.
In der letzten Stunde vor der Ankunft kommt dann endlich der gemeldete Wind. Doch jetzt wollen wir auch nicht mehr. Ich melde uns ĂŒber Funk in der Marina an und wir können direkt rein fahren. Ein Marinerio im Dingi zeigt uns unseren Platz und Peter fĂ€hrt ohne Probleme in die LĂŒcke.
Wir machen gemĂŒtlich fest und kommen erst mal an, trinken unser verdientes Anlege-Bier das jetzt am Ende der Saison besonders gut schmeckt. Es ist toll nach 1900sm (=3500km) ohne Verletzungen im sicheren Hafen angekommen zu sein!!!!
Nun ab zum HafenbĂŒro, uns anmelden, den Rest bezahlen und gemĂŒtlich zu unserer Alina zurĂŒck schlendern. Unterwegs sagen wir noch kurz âHalloâ bei der Petit Jolie.
Am nĂ€chsten Tag fangen schon die ersten Arbeiten an denn es soll windig und gewittrig werden. So nutzen wir den windstillen Tag und ziehen das Vorsegel raus damit ich es mit SĂŒĂwasser abspritzen kann. WĂ€hrend es dann so vor sich hin trocknet ziehe ich Peter in die Mastspitze.



Denn unser Fall (Leine) um den Para hoch zu ziehen ist aufgescheuert und wir mĂŒssen kontrollieren warum das so ist. Es ist Gott sei Dank nicht gerissen doch wir mĂŒssen uns leider ein neues besorgen was wir aber erst im FrĂŒhjahr in den Mast ziehen werden. Bei der Kontrolle wurden keine scharfen Kanten gefunden. Peter vermutet das es sich mal an einer oberen Maststufe verhangen hat und es deswegen angescheuert ist. Aber super! Keine weiteren SchĂ€den! So kann ich ihn wieder runter lassen.
Jetzt kommt das schlimmste ĂŒberhaupt.
Vorsegel runter lassen und an Deck falten. Da es ein riesen Lappen ist, ist dies ziemlich anstrengend. Doch wir schaffen es ohne Scheidungsandrohungen đ€Łđ.
Ab in den Segelsack und in die Vorschiffskabine. So kann bei den Winterwinden nichts passieren.



Danach ist aber Feierabend und wir machen unseren ersten Ausflug in die Nachbarschaft des Hafens. Echt schön hier!


SĂŒdsardinien
In Cagliari liegen wir in einem kleinen und einfachen Hafen mit bekannten Segelbooten zusammen an einem Kai. Peter ist wieder als Mechaniker in der Nachbarschaft unterwegs und ich genieĂe die Ruhe des Hafens oder trinke bei Bine und Peter auf der Joy, einen Kaffee.

Wir verstehen uns sehr gut und ziehen am Abend auch gerne zusammen durch die Stadt, und lassen unsere Gaumen mit sehr gutem Eis und anderem verwöhnen.








Am Tag spazieren wir in trauter Zweisamkeit durch diese sehenswerte Stadt, die uns sehr gut gefÀllt, in den vielen alten Gassen herum.
Nach ein paar Tagen trennen sich unsere Wege wieder. Die SY Joy segelt nach Westen und wir wieder nach SĂŒden in die Bucht von Villasimius. Denn ich habe Geburtstag und habe mir gewĂŒnscht eine Wanderung auf das Cap zu machen. Aber wir werden uns ja wieder sehen da wir im gleichen Hafen ĂŒberwintern.
Da es an diesem Tag sehr windig ist gehen wir in den Hafen damit wir den ganzen Tag mit einem guten GefĂŒhl weg vom Boot sein können.







Es wird eine ganz tolle Wanderung, auch wenn es etwas zu heiĂ ist. Wir genieĂen es sehr und eine Aussicht ist schöner als die andere. Am Cap machen wir noch ein Picknick und genieĂen die tolle AtmosphĂ€re hier.
Am Ende klettern wir auch noch zum alten Wachturm hoch und können drei verschiedene Wasser sehen.


Die Bucht in der wir waren, der Hafen in dem wir gerade sind, die Lagune mit Flamingos und die vordere Bucht in der wir bald sein werden.
Am Abend gehen wir noch zur Feier des Tages lecker essen wobei ich mich auf dem Hinweg noch auf die Nase lege und mir den FuĂ verstauche. So was dummes. Aber es ist nicht so schlimm!


Am nÀchsten Tag verlassen wir wieder den Hafen und legen uns davor in die Bucht. Als wir vom einkaufen kommen lernen wir noch nette Segler, Sandra und Jörg von der Curiosa kennen.
Wir fahren vorbei und wollten nur âHalloâ, sagen. Und schon waren wir zum Sundowner mit HĂ€ppchen eingeladen. Tolle Menschen und sehr gastfreundlich. So ist das oft unter Seglern und genau das macht auch dieses Leben wertvoll.
Wir genieĂen noch die Mondfinsterniss zusammen und verabschieden uns dann wieder. Leider treffen wir uns nicht mehr auch wenn wir es vorhatten. Aber das Wetter wollte es nicht, der SY Curiosa war es in unserer Bucht zu rollig. Schade!
Am nĂ€chsten Morgen lernen wir noch Susanne und Chris, von der SY Petite Jolie kennen und verlegen uns zusammen in die Bucht auf der Ostseite. Dort wettern wir die Gewitter mit viel Regen ab, diskutieren mit anderen Seglern wann wohl der beste Zeitpunkt ist um nach Sizilien zu starten und putzen noch das Unterwasserschiff damit uns nichts bremstđ€Ł.


Und dann kommt der Zeitpunkt an dem wir zur 170sm langen Ăberfahrt starten.
DrĂŒckt uns die Daumen.
Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende,
und wir haben wieder viele schöne Ecken mit einfach wundervollen Menschen, in Griechenland erleben dĂŒrfen.
Wir haben eine schöne Runde durch die Ăgais gemacht die dieses Jahr geprĂ€gt war von schon frĂŒh angefangenen starken Winden. Wir mussten oft in Buchten Tagelang warten um StĂŒrmen aus dem Weg zu gehen. In dieser Zeit konnten wir auch oft das Boot nicht verlassen da es zu unsicher erschien. Was auch etwas hat, wenn man Zeit genug hat. Und das haben wir, denn wie es die NeuseelĂ€nder formulieren, sind wir :âRich in Timeâ. Auf deutsch . âZeitmillionĂ€reâ. đ

Die AgÀis gilt als Wiege der minoischen Kultur und des antiken Griechenlands. Es herrschten aber auch die Perser, Römer, Byzantiner, Genuesen, Venezianer und Osmanen.
Diese Vielfalt der Kulturen begegnete uns tĂ€glich. Denn Griechenland ist reich an AltertĂŒmern die aber leider teilweise verfallen da es einfach zu viele gibt.
Die Inseln der Kykladen und der Dodekanes sind sehr trocken und somit haben wir wenig grĂŒn im Sommer erleben dĂŒrfen. Das hat mir zwischen drin sehr gefehlt und auch zu schaffen gemacht.
Doch jede Insel ist oder hat etwas besonderes. Santorin haben wir ganz bewusst ausgelassen da wir die unbekannteren und ruhigeren Inseln erleben wollten.
Und auĂerdem haben wir Mykonos erlebt. Ein 0.3 er Bier 12⏠und schon am Nachmittag halb nackte Tanzende und volltrunkene Leute auf den Tischen :-0 . Das sind nicht wir, also haben wir es einfach weggelassen.
Wenn mich jemand fragt welche die schönste Insel war kann ich es gar nicht beantworten. Es hat jede besuchte Insel etwas besonderes gehabt.
Wir haben tolle Menschen aus aller Welt kennen gelernt und dadurch wird mein Englisch auch immer besser. Langsam aber stetig đ
Als wir dann Ende August wieder ins ionische Meer abgebogen sind hat es mich sehr gefreut. Wir kannten schon vom letzten Jahr einige schöne Ecken und so war es irgendwie wie nach Hause kommen.
Die Inseln sind hier wieder grĂŒn da der wenige Regen der aus Norden oder Westen kommt, hier gerne abregnet.
Ab September war die Zeit etwas geprĂ€gt von schweren Gewittern die auch StĂŒrme mitgebracht haben. Aber wir hatten GlĂŒck, wir waren immer am richtigen Ort um dies sicher zu ĂŒberstehen. Andere hatten leider nicht so viel GlĂŒck.
In dieser Zeit der Familie haben wir einen anderen Rhythmus eingenommen und die Familie bestimmen lassen was und wohin.
Manchmal musste ich etwas bremsen da meine Erfahrung mit dem Wetter doch erkennbar höher war. Aber oft habe ich auch nichts gesagt und eine unruhige Nacht in einer Traum-Bucht erlebt, in der wir zwei bei diesen Bedingungen nie reingegangen wÀren. Aber ehrlich, dann hÀtten wir auch manches wunderschöne verpasst!
Wir haben nach Verabschieden der Familie diese Region noch sehr genossen und den Herbst ganz toll erlebt.
Nun sind wir zuhause in Deutschland und genieĂen es warm und trocken in einer gemĂŒtlichen Wohnung den Winter mit Freunden und Familie zu erleben.

Und darum möchte ich mich bei euch auch fĂŒr dieses Jahr verabschieden.
Es kehrt Ruhe ein um uns. Habt alle eine tolle Adventszeit. GenieĂt die Weihnachtszeit und einen guten Rutsch.


Es wird ruhig im Ionischen Meer



















Der wunderschön farbige und ruhige Herbst ist da. Und wir genieĂen es in vollen ZĂŒgen. Wir haben nun Anfang November. Die Chartersaison neigt sich dem Ende und es werden immer weniger Segelboote die man unterwegs trifft. Auch bei uns kehrt nun Ruhe ein und wir genieĂen die Wind ruhigen Tage in denen man immer noch gut bei 23 Grad Celsius, schwimmen kann. OK, ich bin eine kleine Pienzerin, wenn etwas Wind ist, ist es mir einfach zu kalt ( ich denke so um 25 °C) đ€Ł. Ich verziehe mich dann Abends lieber unter Deck und wasche mich dort.
Das Wetter ist immer noch sehr gut. Der Herbst bringt Abends den Dunst und es kommt immer mal etwas Regen. Aber ĂŒber den Nachmittag lĂ€uft man noch gerne in kurzen Hosen und im T-Shirt.
Wir sind in der Gegend von Lefkas und lassen uns durch die ruhigen Buchten treiben. Treffen uns mit Seglerfreunden und beginnen die gesellige Zeit.
Langsam mĂŒssen wir uns aber organisieren wie wir es mit unserem Trocken Yard machen. Die Rouga Bay liegt wunderschön im ambrakischen Golf aber ist auch weit weg von jeglicher Zivilisation. đ€
Unsere Lösung ist die. Wir segeln nach Lefkas Stadt und ich hole ein gemietetes Auto. Peter segelt nach Preveza und ich fahre mit dem Auto dorthin. Von Preveza fÀhrt dann Peter in die Rouga Bay und ich segel alleine die 13 sm (24km). Das erste mal Einhandsegler. Ich bin ganz stolz das es auch bei anfÀnglichen 18kn Wind gut klappt.



Es ist irgendwie nach Hause kommen als ich in die Rouga Bay abbiege. Die Natur ist wunderbar und die Flamingos sind auch schon wieder da.
An Land ist das Hallo sehr groĂ und wir genieĂen es sehr alle wieder zu sehen und verabreden uns natĂŒrlich zum Yanis auf ein Wein.
Wir liegen noch zwei Tage im Wasser, machen die ersten Wintervorbereitungen und dann ruft uns auch schon Wolfgang an das wir Nachmittags rauskommen.
Also noch schnell die letzten Arbeiten und schon geht es los.




An Land sind wir wieder ganz schnell im Arbeitsalltag zurĂŒck. Es ist immer etwas zu tun und auch anderen zu helfen.









Neben der vielen Arbeit machen wir aber auch tolle AusflĂŒge ins Hinterland. Denn das Wetter ist perfekt zum wandern.
Wir fuhren zum Monument Zalongos mit dem Kloster Agios Dimitrios und kletterten ĂŒber sehr viele Treppen hoch auf den 462m hohen Felsen und waren von dessen Geschichte und der Umgebung total beeindruckt.





Dieses Monument soll daran erinnern das im Jahre 1803 die Frauen aus dem Dorf Souli beschlossen von diesem Felsen singend und tanzend in die Tiefe zu springen statt von den TĂŒrken des Ali Pashas gefangen genommen zu werden.
Sie verabschiedeten sich von der traurigen Welt und dem sĂŒĂen Leben,
denn es lebt kein Fisch auf dem Land
und keine BlĂŒte im Sand,
so leben auch Souliotisses genannt nicht ohne ihre Freiheit,
wie es frei ĂŒbersetzt in ihrem Gesang heiĂt.
AuĂerdem wanderten wir den Acheron FluĂ entlang. Einfach traumhaft!












In der griechischen Mythologie war das Tal des Acheron der Ort, wo die Seelen der Toten wohnten. Der Fluss stellte den Weg dar, ĂŒber den die Seelen der Toten zum See Acherousia gefĂŒhrt wurden, in dessen Tiefen sich das Reich des Hades, die Unterwelt befand. Den Eingang zum Hades bewachte ein wilder, unbarmherziger Hund mit Namen Kerveros. Dieser hatte drei Köpfe und einen Drachenschwanz. Der FĂ€hrmann Haron ĂŒberbrachte die Seelen der Toten mit seinem Boot in die Unterwelt. Diese Reise war nicht umsonst, sondern es musste ein Obulus entrichtet werden. Der Obulus war eine MĂŒnze, die sich unter der Zunge der Toten befand. Aus diesem Grund wurden im antiken Griechenland die Toten entsprechend rituell beerdigt. Seelen, die den Preis der Reise nicht aufbringen konnten, waren dazu verurteilt, ewig am Ufer des Flusses umher zu wandeln.
Wir haben diese Zeit sehr genossen, aber irgendwann mussten wir dann zum Bus Richtung Heimat.



Erst fuhren wir nach Athen und hatten dort Pech das wir in einem Generalstreik geraten sind. Mit ein Paar Schwierigkeiten haben wir es aber ins Hotel geschafft. Ganz frĂŒh am nĂ€chsten Morgen ging es dann mit dem Bus zum Flughafen und ab nach MĂŒnchen zum Sohnemann mit seiner Freundin. Denn dort haben wir noch etwas Zeit mit den Beiden verbracht bis es dann nach Hause ging.



Das Ionische Meer
Ich muss sagen ich habe die Ionischen Inseln sehr genossen. Jede Insel ist auf ihre Weise einzigartig.
FĂŒr mich ist es sehr schön, da es wieder grĂŒn ist und es tolle alte WĂ€lder gibt in die man schöne Wanderungen machen kann.
In den Kykladen und Dodekanes war es mir einfach zu karg. Es sind auch wunderschöne Inseln dabei, aber hier habe ich gemerkt wie arg mir die grĂŒne Natur gefehlt hat.
Wir besuchen einige Ionische Inseln und genieĂen die angenehmeren Winde. Ja, es ist mancher Orts sehr voll. Aber wir haben es immer wieder geschafft einsame Buchten fĂŒr uns alleine zu haben. Denn uns war es nie zu viel, das Boot mit teilweise 70m Kette und bis zu drei Landleinen sicher fest zu machen. So konnten wir eindrucksvolle und wilde Natur erleben.



























Zum Ende der Elternzeit gehen wir noch in den Ambrakischen Golf und zeigen den beiden wo wir im FrĂŒhjahr 23 so lange das Refit von Alina gemacht haben.
Auf dem Törn zurĂŒck nach Preveza ist noch mal sportliches segeln angesagt und Lukas genieĂt es in vollen ZĂŒgen alleine nach Preveza zu kreuzen. Ich sitze vorne am Bugkorb und gebe immer das Wende -Zeichen damit wir keine Fischfarm rammenđ€Ł. Das brĂ€uchte ich natĂŒrlich nicht, aber wir hatten so einen Riesen SpaĂ.

Am Ende war es fĂŒr mich doch sehr traurig denn der Abschied kam immer nĂ€her. đ„
Nun haben wir Lukas, Anja, Lio und Liara zum Bus nach Athen gebracht und sind wieder alleine.



Wir vermissen sie sehr, genieĂen es aber auch wieder in unserer Zweisamkeit zu sein.
Wir segeln nach Lefkas und legen uns an die Mole von GR-Charter. Es ist nicht teuer und wir können das SĂŒĂwasser nutzen. Das ist echt toll, denn diesen Luxus hatten wir wegen Wassermangel auf den Inseln, das ganze Jahr nicht. Wir schrubben das ganze Boot mit SĂŒĂwasser und machen das SUP und das Dinghi sauber. Gehen die ganze WĂ€sche des Besuchs in der Laundry (WĂ€scherei ) waschen und machen das Boot wieder fĂŒr uns fertig.


Als alles wieder sauber und verrĂ€umt ist, segeln wir in eine wunderschöne und ruhige Bucht, und genieĂen die absolute Ruhe.



Erledigen dabei auch noch so manche Arbeit. Die Relingsnetze werden wieder abmontiert und ein Fenster wird neu eingedichtet.






Nach zwei NĂ€chten mĂŒssen wir wieder mal etwas einkaufen und segeln nach Palairos . Wir schauen uns den kleinen Ort an und lernen andere Segler kennen.


Am nĂ€chsten Tag segeln wir gemĂŒtlich nach Meganisi rĂŒber und verbringen dort zwei ruhige Tage. Die Saison ist zu Ende und in den Buchten sind kaum noch Segler. Allerdings sind auch fast alle Tavernen und CafĂ©s geschlossen. Was uns aber nicht stört.
Dann geht es wieder nach Lefkas/Nidri in die groĂe Vlychon Bucht.
Dort beginnt fĂŒr uns auch der gesellige Teil mit anderen Seglern. Es ist ein Sunbeam â Treffen ( so heiĂt unser Schiffs-Typ) geplant. Wir sind vier Boote und haben Abends in der Taverne viel SpaĂ.
Es sind tolle Menschen die wir immer wieder auf unseren Reisen treffen. Diese Momente mag ich nicht missen.
Danke SY Africa, SY Xarifa und SY Seabbutical.
Unser Bordleben zu sechst
Heute schreibt jeder wie sie/er es nach einem Monat an Bord, empfindet.
Endlich wieder segeln und den ganzen Tag mit der Familie verbringen. Morgens weckt uns Lio zwar schon frĂŒher als uns lieb ist, aber es mach an jedem Tag wieder SpaĂ aufzustehen und das Bootleben zu starten. Morgens schwimmen so oft es geht. In der BordkĂŒche fĂŒr alle kochen und mit dem Kleinen im Wasser planschen. Wir haben alle etwas gebraucht, bis wir uns auf einen gemeinsamen Rhythmus eingespielt haben und jeder sich soweit angepasst hat, dass es fĂŒr die anderen auch ein schönes Miteinander ist. Ich genieĂe die Segelarbeit und das Endecken der verschiedenen Orte. Mal eine einsame Bucht und mal ein vertrĂ€umtes StĂ€dtchen. Ich versuche so oft es geht das Apnoe-Tauchen zu trainieren und suche immer wieder nach TauchplĂ€tzen fĂŒr das GerĂ€tetauchen. Mit Martina hat es auch gut geklappt, die ersten TauchĂŒbungen und -gĂ€nge zu machen. An Board kommt die Zeit zu viert leider etwas zu kurz, dafĂŒr hat jeder auch mal Zeit fĂŒr sich alleine. Wir planen aktuell einen kurzen Landtrip (4 Tage) nur zu viert und danach lassen wir den zweiten Monat an Board ausklingen. Anja und ich sprechen immer wieder ĂŒber unseren (meinen) Plan, auch eine Weltumsegelung zu machen. Das freut mich dann sehr und wir trĂ€umen etwas zu zweit.
Lukas







Boatlife bedeutet fĂŒr mich alltĂ€gliche Dinge weit weg von Zuhause vor traumhaften Kulissen zu machen. Haare schneiden in einer einsamen Bucht, oder kochen mit Blick auf eine Steilwand. Es bedeutet Lio nicht durch spazieren gehen mĂŒde zu machen, sondern mit SchwimmflĂŒgeln zum Strand zu schwimmen. Es ist eine intensive Zeit mit unsrer Tochter Liara da ihr Bruder Lio mittlerweile an den GroĂeltern klebt wie ein âbabbets Gutzelâ (klebriges Bonbon) und sich diese wirklich liebevoll und mit groĂem Einsatz um ihn kĂŒmmern. Es bleibt mehr Zeit zum kuscheln, lesen, oder schwimmen. Der Tierpark wird durch wilde Schweine und Ziegen am Strand ersetzt und die tĂ€gliche Sporteinheit wird bei dem gewackel nicht nur zum Kraft-, sondern auch zum Balanceakt. Einen kleinen Wirbelwind auf so engem Raum zu haben bedeutet, noch mehr als zuhause, aufrĂ€umen, aufrĂ€umen und aufrĂ€umen. Irgendwie ist vieles gleich und doch völlig anders. Es macht SpaĂ, es ist anstrengend und manchmal, gerade in der Mittagsschlafzeit von Lio, auch sehr friedlich.
Anja








Nach dem âUmbauâ von Alina zum Familienboot fĂŒhlen sich alle nach der Eingewöhnung wohl an Bord. Lio als âKapitĂ€nâ weckt die Mannschaft und mit einem nonstop Programm geht es rasant durch den Tag. FĂŒr alte Opas ist es schon eine Herausforderung mit zu halten. Schwimmen, spielen, tauchen, segeln, und immer wuselt es zwischen den FĂŒĂen. Nach kurzer Zeit, wird man aber entspannter, wenn Lio auf dem Boot oder im Hafen turnt. Die Enkel so nah und intensiv mit den Eltern zu erleben, freut mich riesig und ist ein groĂes Geschenk. Wir fahren Buchten an, die wir zu zweit nicht besucht hĂ€tten, kochen auĂergewöhnliche Gerichte, lachen gemeinsam wenn Lio mit Sport macht und gehen am Abend ins kalte Wasser, weil er sich beim Schwimmen austoben will. Kurz gesagt vieles ist anders aber richtig schön. Tja GroĂeltern sein ist kein Kindergeburtstag. Liara macht in dieser kurzen Zeit eine Entwicklung durch, dass ich staune. Sie ist am Lachen und brabbeln und planscht sogar mit uns im Wasser. Ich bin dankbar, dass sich Anja und Lukas dafĂŒr entschieden haben die Elternzeit hier an Bord zu verbringen und freue mich schon auf den kommenden Monat und vielleicht ein nĂ€chstes Mal.
Peter
Es ist schon eine riesen Umstellung. Nicht nur der enge Raum sondern auch nach dreiĂig Jahren,đ±(sooo lange schon?), zwei Kleinkinder 24/7 um die Ohren zu haben. Aber ich muss sagen ich möchte keine Sekunde dieser intensiven Zeit missen. Ja, es liegen immer irgendwo volle Windeln herrum, ja die Kleine kotzt in jedes Eck ( am Ende machen wir einfach alle einen groĂen Bootsputzđ), ja es liegen immer tausend Sachen herum die aufgerĂ€umt sein sollten, ja unser bisherige Tagesablauf ist passeâ und wir richten uns mit jeder Körperzelle nach den Kindern und ja es ist manchmal sehr anstrengend. Aber soooo nah werden wir unseren Enkeln wohl nie wieder sein. Und ich genieĂe es auch sehr, besonders Lio etwas zu verwöhnen. Die Eltern mögen es mir verzeihenđ.
Der Bordalltag wird natĂŒrlich von den beiden bestimmt. Wann geschlafen wird und wann getobt wird. Beim Rest hat sich nicht viel geĂ€ndert. Es muss nur viel mehr eingekauft werden, es gibt feste Essenszeiten, wir produzieren viel mehr MĂŒll der gemanagt werden muss und wir machen neuerdings einen Essensplan. Der Wasserverbrauch ist natĂŒrlich enorm gestiegen und wir mĂŒssen bei jeder Gelegenheit Wasser machen auch wenn manchmal nicht die Sonnenenergie zur VerfĂŒgung steht. Energie wird natĂŒrlich auch viel mehr verbraucht da einiges geladen werden muss. Aber bisher hat es noch gut geklappt. Doch je spĂ€ter es in den Herbst geht desto enger könnte es werden.
An Bord klappt es also sehr gut zu sechst.
Nun sind wir ein paar Tage alleine da die Vier einen ViertĂ€gigen Ausflug machen. Wir machen in der Zeit kleinere Reparaturen und genieĂen andere Segler bei einem Essen oder einem Bier.
DafĂŒr hatten wir nun doch keine Zeit in diesem Monat đ€Ł doch hier das ist jetzt viel wichtiger!! Martina














Kefalonia und die zweite Woche zu sechst
9.9.24-15.9.24
Nach einer Woche verlassen wir Zakynthos und segeln nach Kefalonia in die tiefe Bucht der Hauptstadt Argostoli. Denn es sind wieder schwere Gewitter angesagt. Es ist eine gut geschĂŒtzte Bucht. Nachdem Lukas, Anja und die Kids etwas einkaufen waren und wir wieder alle zusammen beim Essen an Bord sind, beginnt es auch schon zu schĂŒtten. Der Wind legt zu aber alles ist gut. Nachts toben um uns rum die Gewitter und es schĂŒttet immer wieder. Wir liegen gut und ich mache mir gar keine Sorgen. Nur etwas aufmerksamer ist man doch.



Wir bleiben noch zwei Tage in der Stadt und machen kleinere Wanderungen zu den WassermĂŒhlen, zum Leuchtturm und zur englischen BrĂŒcke.







Kefalonia ist die gröĂte Ionische Insel und hat den imposanten Berg Ainos der uns wohl auch das schwere Wetter vom Leib gehalten hat. Wir besuchen schöne Buchten und mieten uns in der Stadt Sami ein Auto um das Inland kennen zu lernen. Die einzigartigen PinienwĂ€lder und die bezaubernden goldenen StrĂ€nde. Wir besuchen StĂ€dtchen die beim groĂen Erdbeben 1953 stehen geblieben sind und eine tollen Scharm verbreiten. Wir sehen wie das Meer die Farbe verĂ€ndert und bewundern die venezianische Festung von Assos aus der Ferne. Wirklich traumhaft!













Unter Kefalonia flieĂt ein Flusssystem das sogar tiefer wie der Meeresspiegel in den Melissani-See der Drogarati-Höhle auf die andere Seite flieĂt. Die Farben des unterirdischen Sees sind traumhaft da bei dem Erdbeben damals die Decke einbrach und die Sonne das Wasser tief grĂŒn bis tĂŒrkis scheinen lĂ€sst.



Wir genieĂen es wirklich als Familie unterwegs zu sein. Wir rĂŒcken immer enger zusammen und das ist sehr schön. Lio ist schon voll und ganz angekommen, liebt es nach anfĂ€nglicher Angst im Meer zu schwimmen und ist fast nicht mehr raus zu bekommen. Oma und Opa werden im Wechsel in Beschlag genommen die ihn natĂŒrlich auch etwas verwöhnenđ.
Die kleine Liara merken wir zu Anfang gar nicht da sie noch sehr intensiv an ihrer Mutter klebt. AuĂer das man sie mal hört. Lukas genieĂt es zu segeln und immer wieder mal zu tauchen. Er ist mir ein sehr guter Lehrer und fĂŒhrt mich ganz langsam und behutsam dazu mit ihm zu tauchen.




Anja ist noch ganz eng mit Liara zusammen und hat leider noch nicht die Gelegenheit sich am segeln zu beteiligen. Aber das wird noch mit groĂer Sicherheit kommen.
Sie machen es echt gut als Eltern!




Am letzten Tauchspot drehe ich mit der Alina meine Runden wÀhrend ein stÀrkeres Gewitter runter kommt und Lukas und Peter im Wasser sind. Kaum sind sie wieder an Bord nehmen wir Kurs auf Ithaka die Insel des Odysseus.
Noch ein paar Gutzeln




Der Besuch (01.09. – 08.09.2024)
Hallo liebe Alina Community! Mein Name ist Lukas und ich bin der Sohn von Martina und Peter. Ich werde als Gastautor in den kommenden Wochen auch BeitrĂ€ge veröffentlichen. Ich bin mit meiner Frau Anja und meinen Kindern Lio und Liara fĂŒr 2 Monate bei meinen Eltern zu Besuch. Wir machen Elternzeit auf dem Boot.
Am 1. September starten wir mit 2 Koffern, 3 RucksĂ€cken und viel Vorfreude von Frankfurt aus mit Lufthansa nach Zakynthos Airport. Der Start wurde glĂŒcklicherweise auf 7:35 nach hinten verlegt. Dadurch mussten wir mit den Kids nicht zu frĂŒh am Flughafen sein. Nach einem reibungslosen Flug und netten Sitznachbarn, landen wir um kurz nach 11 Uhr Ortszeit auf Zakynthos. Mit dem Taxi fahren wir direkt bis auf die Mole, an der Alina festgemacht ist. Martina und Peter erwarten uns schon freudig und es gibt ein groĂes Wiedersehen und Hallo. Taschen verrĂ€umen und umziehen â Zack Urlaub.
Lio bekommt nachtrĂ€glich zum Geburtstag noch eine Kleinigkeit: Ein Mini-Planschbecken und Mal-Zeug. Perfekt! Er will natĂŒrlich direkt rein und das wird sofort von den begeisterten GroĂeltern umgesetzt.

Den Abend verbringen wir in Zakynthos Stadt und lassen ihn bei gutem griechischen Gyros ausklingen.
Wir haben uns vorgenommen die SĂŒd- und WestkĂŒste von Zakynthos ĂŒber und unter Wasser zu erkunden. Peter ist voller Tatendrang, da er endlich mal mehr Tauchen kann. Das liegt auch an den Upgrades am Tauchkompressor, die wir von Deutschland mitgebracht haben. Wir erkunden die White Cliffs und die vielen Höhlen. Wir liegen in einsamen Buchten mit mehr oder weniger Schwell und genieĂen die Familienzeit. Lio ist zu beginn noch vorsichtig im Wasser, paddelt aber beim zweiten mal schon alleine mit SchwimmĂ€rmeln in der Flut. Hilfe lehnt er entschieden mit dem Ausruf: âALLEINE!â ab.


WĂ€hrend der GroĂe die Freuden des Wassers genieĂt verbringt die Kleine Maus die meiste Zeit mit schlafen in der Trage an Mamas Bauch.
In Agios Nikolaos im Norden Zakynthosâ gehen wir an eine Boje und erkunden am nĂ€chsten Tag die Insel mit dem Auto.
Hier unsere Impressionen von Zakynthos:










Das nÀchste Ziel ist Kefalonia und (hoffentlich) einsame Buchten.
Bis nÀchste Woche.
GrĂŒĂe aus der Elternzeit, oder wie manche es nennen: Urlaub!
Zakynthos oder auch Zante
Nach einer angenehmen Ăberfahrt vom Festland kommen wir in der groĂen Bucht von Lagana auf Zakynthos an und legen uns vor den kleinen Ort Keri ins Ankerfeld.



Wir suchen uns immer Sandfelder denn wir wollen unseren Anker nicht ins Poseidonia-Gras legen. Dort findet die Fischbrut Schutz und auch die Jungfische können sich dort verstecken. Diese riesige Bucht ist ein Nationalpark. Hier legt von Mai bis August die unechte Karettschildkröte ihre Eier in tiefen Mulden in den Sand und die Sonne brĂŒtet sie aus.
Doch wir sind ziemlich schockiert. Wahnsinnig viele kleine Boote die man mieten kann schieĂen hier durch die Gegend. Auch in Bereichen wo es eigentlich nicht getan werden soll. Aber die Bucht ist auch in drei Teile eingeteilt. Nur in einen relativ kleinen Bereich darf niemand rein.
Wir lassen uns in dieser Bucht viel Zeit denn wir genieĂen das ankommen, faulenzen ein paar Tage, schauen uns die berĂŒhmten Höhlen von Keri an, lernen andere Segler kennen und bereiten das Boot fĂŒr Lukas, Anja, Lio und Liara vor.














Ich habe Relingsnetz besorgt das wir komplett auĂen herum legen.
Als wir damit fertig sind segeln wir gemĂŒtlich an der WestkĂŒste nach Zakynthos Stadt und liegen einige Zeit vorm Hafen vor Anker. Es ist ziemlich rollig da viele Boote vorbei fahren aber in der Nacht ist es eigentlich ruhig.
Wir schauen uns in der Stadt um und gehen bald wieder Anker auf Richtung Norden und schauen uns etwas um. So kennen wir uns etwas aus wenn Lukas kommt und wissen was machbar ist.



Ein paar Tage vor ihrer Ankunft segeln wir wieder nach Zakynthos Stadt und suchen uns einen Platz in der Marina. Dort mĂŒssen wir auch zwei heftige Gewitter abwettern.
Beim ersten Gewitter retten wir an einem verlassenen Catamaran den Rest des Vorsegels das aber leider schon zerrissen ist. Es war nicht gut gesichert und hat sich komplett gelöst und heftig geschlagen. Dabei ist es kaputt gegangen. Peter, ich und ein Australischer Segler gehen an Bord und retten den Rest.



Wir liegen Gott sei Dank sehr sicher.
Beim zweiten Gewitter, das noch heftiger ist, helfen wir zwei anderen Booten sich an einen besseren Ort zu verlegen. Das eine lag ziemlich am Eingang des Hafens und schlug immer wieder heftig an die Mole.
Das zweite setzte mit dem Kiel immer wieder auf Grund da das Wasser fast um einen Meter im Sturm gesunken war. Beide sind tiefer in den Hafen und lagen bald sicher. Die Segler Gemeinschaft hat wieder mal gut funktioniert!
Dann hieĂ es nur noch warten. Wir waren sehr aufgeregt und konnten es gar nicht mehr abwarten bis die vier endlich mit dem Taxi im Hafen ankamen. Es war ein sehr schöner Moment die kleine Familie zu sehen denn die JĂŒngste hatten wir bisher nur auf Bildern kennen gelernt und konnten sie nun live erleben.
Jetzt beginnt fĂŒr uns ein wahres Abenteuer. 2 Monate auf kleinstem Raum mit zwei Kleinkindern und ihren Eltern. Ich wĂŒnsche uns allen viel Geduld und Nachsicht und besonders viel Kraft und hoffe das wir uns nach dieser Zeit immer noch gerne sehenđ.
DrĂŒckt uns die Daumen.