Blumenriviera

Wegen Krankheit eine Woche spĂ€terđŸ˜Ș

Wir verlassen meinen Herzens-Ort, die Cinque Terre und ĂŒberqueren den Golf von Genua. Wir können leider nicht viel segeln da die Wellen zu hoch sind und der Wind im VerhĂ€ltnis zu wenig ist. Es wird aber immer wieder probiert und somit ist die Strecke etwas anstrengend. Im Port Andora treffen wir nette Segler aus Mailand mit denen wir einen schönen Abend erleben. Aber leider haben sie nicht unseren Weg. Wir bleiben einen Tag und waschen mal wieder WĂ€sche und sĂ€ubern das Boot. Dann geht es an der Blumenriviera vorbei weiter. Ein schönes Hinterland mit malerischen Bergdörfern, aber die KĂŒste ist meistens mit HochhĂ€usern bebaut. Es gibt aber auch nette Orte wie Cervo die eine Reise wert sind.

Dieser Abschnitt Liguriens wird deshalb so genannt weil es hier sehr viele Blumenfelder gibt die den Großteil der italienischen Schnittblumen produzieren. Aber natĂŒrlich auch GewĂ€chshĂ€user. Da dieses Gebiet auch im Winter sehr mild ist zieht es sehr viele, meist Ă€ltere Menschen her die hier ĂŒberwintern. Diese KĂŒste, an Sanremo vorbei bis nach Menton an der französischen KĂŒste bringen wir sehr schnell hinter uns.

Im alten Hafen von Menton bekommen wir den allerletzten Platz. Direkt an Eingang des Hafens wo die Wellen einlaufen und es fĂŒr uns sehr rollig macht. Aber egal, draußen in der Bucht wĂ€re es schlimmer gewesen.

Hier wird vorne an einer Boje angelegt und hinten an der Mole mit Landleinen. Das ist das erste Mal fĂŒr uns aber es klappt wunderbar..

Nach einer schönen Dusche wird die Perle der französischen Riviera genossen. Der KĂŒstenname bedeutet, „Berge die ins Wasser fallen“. Und so ist es auch. Die letzten AuslĂ€ufer der Seealpen fallen steil ins Wasser runter. Menton war und ist wieder bekannt fĂŒr seine Zitronen die sogar heute eine geschĂŒtzte SpezialitĂ€t sind.

Aber auch so ist Menton ein wirklich schönes StÀdtchen. Wir laufen die schöne Terrakotta Treppe hoch zur Altstadt die mit ihren engen Gassen, gesÀumt von alten HÀusern ein echtes Labyrinth ist.

Obwohl es unsere erste französische Stadt am Festland ist wirkt sie sehr italienisch. Die Gassen sind sehr schattig und es gibt schöne helle und luftige PlĂ€tze. Am Ende der Treppe ist die BĂŒhne fĂŒr das bekannte Kammermusikfestival vor der Kathedrale aufgebaut. Wir laufen bis ganz nach oben und genießen die tolle Aussicht und machen einen Spaziergang ĂŒber den Ă€ltesten Friedhof der Stadt. Er wurde auch mal der aristokratische Friedhof Frankreichs genannt der auf dem Fundament einer Burg errichtet wurde. Viele Reiche EnglĂ€nder und Russen kamen auch zum sterben hierher.

Wir bewundern die grandiose Aussicht auf die Seealpen und auch auf die KĂŒste.

Wieder unten in der Stadt trinken wir unseren ersten Pastis und fĂŒhlen uns erst jetzt in Frankreich angekommen😁.

Pastis, mmmhhh

Auf dem Weg zum Hafen kommen wir noch an der historischen Markthalle vorbei die auffÀllig und schön mit mehrfarbigen Kacheln versehen ist. Leider ist kein Markt.

Große HotelpalĂ€ste sind zu sehen in denen im 19.Jahrhundert die reichen EnglĂ€nder und Russen verkehrten.

Und ich denke auch heute noch.

Leider konnten wir nur fĂŒr eine Nacht einen Platz ergattern, denn die HĂ€fen sind einfach voll und die Wellen in der Bucht zu hoch.

Aber die Stadt hat einiges zu bieten und ist eigentlich eine lÀngere Reise wert.

Doch fĂŒr uns muss es am nĂ€chsten Tag recht frĂŒh weiter zur Cote dÂŽAzur gehen.

Ligurien mein Herzenswunsch

1990 war ich schon mal hier. Und ich kann nur sagen, es hat sich viel verÀndert.

Wir sind in PortoVenere angekommen und legen uns in die Bucht vor die Stadt. Es ist enorm viel Bootsverkehr aber in der Nacht ist es sehr ruhig. Im Hafen können wir mit unserem Dingi anlegen und erkunden die Stadt. Ja wir sind in Ligurien. Das sieht man an den pastellfarbenen HÀusern die am Abend wunderschön beleuchtet sind. In diesem mittelalterlichen UNESCO-Weltkulturerbe HafenstÀdtchen kann man durch enge Gassen das alte Castel besichtigen oder sich einfach so treiben lassen.

An einem Tag, steigen wir in den Bus und fahren nach La Spezia. Die Hauptstadt der Provinz. Dort landen wir mal wieder als erstes in der Markthalle😊.

Beeindruckende Galionsfiguren

Die Stadt ist ĂŒberraschend schön mit seiner Altstadt und dem Hafen. Sie wird geprĂ€gt von einem riesigen Marine MilitĂ€r StĂŒtzpunkt in dem in der Vergangenheit Schiffe gebaut wurden. Wir nutzen den heißen Nachmittag um in das hoffentlich kĂŒhle Marine Museum zu gehen. Sehr interessant aber leider nicht kĂŒhl.

In der Stadt ist eine sehr lange Tafel aufgebaut und eine TribĂŒne an der Promenade. Wir erfahren das am nĂ€chsten Tag daaas grĂ¶ĂŸte Ruderrennen des Golfes von La Spezia stattfindet und alle beteiligten 13 Dörfer des Golfes speisen an dieser Tafel.

Das Rennen sehen wir am nÀchsten Tag von einem kleinen Lokal in Porto Venere im Fernseher.

Porto Venere gewinnt bei den MĂ€nnern und so wird Abends groß gefeiert.

Wir ziehen nach einigen Tagen weiter in die Cinque Terre und bewundern die fĂŒnf Dörfer wie sie in die Felsen gebaut sind. Die Dörfer sind durch wundervolle Wanderwege verbunden.

Nun kommt die VerĂ€nderung seid meinem letzten Besuch. Die Cinque Terre ist heute so ĂŒberlaufen das man sogar Eintritt fĂŒr die Wanderwege verlangt. Menschenmassen bewegen sich durch die Gassen. Eine FĂ€hre nach der anderen landet in Vernazze an. Es darf nur eine bestimmte Anzahl von Bussen kommen aber der Zug hĂ€lt ja auch regelmĂ€ĂŸig.

Total verrĂŒckt! Wir gehen Abends nochmal ins Dorf und genießen die aufkommende Ruhe.

Wir liegen an der Boje und am frĂŒhen Morgen wird es so unruhig das wir beschließen frĂŒh auf zu brechen um den Golf von Genua zu ĂŒberqueren.

Livorno

Wir haben Elba verlassen und in einer Bucht am Festland den Anker geworfen. Es ist ziemlich viel Schwell in dieser Bucht der ĂŒber Nacht noch zunimmt.Die Wettervorhersage sagte etwas anderes aber so sind wir schon bei Sonnenaufgang los, da an Schlaf eh nicht zu denken war.

Es geht nach Livorno. Es wird schon am Ankerplatz das Segel gesetzt und vor dem Hafen von Livorno nach 10 Stunden wieder runter genommen. So lieben wir es. Wir fahren auf den riesigen Hafen zu, der zum Teil Industriehafen , Cruiser-Anleger (oft mit drei großen Schiffen) und alter Hafen fĂŒr die kleinen Fischerboote oder Yachthafen ist. Im Hafen treffen moderne und Historie zusammen. Zum Beispiel das im 16.Jahrhundert erbaute Fortezza Veccia das wir Abends besichtigen. Es ist eine tolle Anlage und zudem auch noch kostenlos. Und ganz im SĂŒden bildet sich eine neue moderne Hafencity wie in Hamburg. Aus alt mach neu. Alte Dock,-oder Lagerhallen werden zu Einkaufszentren und Lokalen. Daneben neue WohnflĂ€chen vereint mit historischen GebĂ€uden.

Beim rein fahren in den Hafen sind wir etwas ĂŒberfordert. Man kann sich leicht verfahren. Wir finden dennoch den Yachthafen und machen uns dort gut fest. Denn es soll Gewitter geben.

Diese charmante toskanische Hafenstadt am Fuße der Berge gilt als bedeutender Hafen in Italien.Und das merkt man auch.

Livorno hat eine wunderschöne Altstadt die auch als Neu-Venedig der Toskana bezeichnet wird, denn es fĂŒhren viele KanĂ€le durch die Stadt. Teilweise sehr eng oder sogar unter der Erde. Dieses gibt der Stadt einen besonderen Flair der abwechslungsreich und lebendig ist. Denn an vielen KanĂ€len reihen sich tolle Lokale wie eine Perlenkette auf. An einem Nachmittag aktivieren wir das Dingi und fahren durch die KanĂ€le und auch unter dem Piazza di Republica hindurch. Sehen imposante GebĂ€ude mit prachtvoller Architektur und fahren unter zahlreichen BrĂŒcken hindurch. Es ist sehr beeindruckend und sehr ansprechend. Wir genießen diese Ausfahrt durch die Stadt sehr.

Am nĂ€chsten Tag lassen wir uns in der Stadt einfach treiben und finden immer wieder tolle Ecken. Den Dom, verschiedene tolle PlĂ€tze und das Castel im Zentrum mit Freilichtkino und KonzertbĂŒhnen, die Terrasse Mascagni mit seinem Schachbrett Muster und das Aquarium.

Das Aquarium besuchen wir an einem heißen Nachmittag. Es entpuppt sich als wirklich lohnenswert.

Der Focus liegt auf Mittelmeer Bewohner und dem Umweltschutz. Es war ein toller Besuch und wir haben es sehr genossen.

NatĂŒrlich mĂŒssen wir auch in die alte Markthalle. Wir stehen extra frĂŒh auf um dort einen Kaffee und ein Cornetto zu frĂŒhstĂŒcken. Aber leider sind viele StĂ€nde zu da ja Ferienzeit ist.

Ich kann Livorno nur empfehlen uns hat es sehr gut gefallen. Die Stadt hat Ideen und setzt sie auch um.

Nach drei Tagen verlassen wir die Stadt und segeln genau Richtung Norden. Wir machen Zwischenstopp in Rioreggio. Eine furchtbare Stadt in der alles kĂŒnstlich wirkt. Als wenn man im Phantasia Land wĂ€re. Zig Kilometer Strand der aber in der Hand von zahlreichen Lidos ist und man muss Eintritt bezahlen wenn man auf den Abschnitt will. Schrecklich! Das zieht sich bald bis zur Bucht von La Spezia. Liege an Liege und tausende von Menschen. Wir segeln daran lieber vorbei und ankern vor Portovenere.

Jetzt geht es immer Richtung Nord

Immer Richtung N

Elba

Die Überfahrt beginnt mit Schwachwind und Para und Endet bei knapp 18kn, hohen Wellen und Para. Das heißt wir waren schnell aber die See war sehr ruppig.

Elba in Sicht

Elba gehört zur Toskana und ist die grĂ¶ĂŸte des Archipels. Es gibt tolle SandstrĂ€nde, malerische Granitfelsen, alte Eisenerzgruben und Bergdörfer, dicht an dicht.

Wir waren 2 Wochen hier und ich werde jetzt nicht jede einzelne Bucht erwÀhnen. Wir haben die Insel umrundet und verstehen das sie sehr beliebt ist.

Der westliche Teil ist geprĂ€gt vom höchsten Berg Monte Capanne (1019m) auf den wir natĂŒrlich auch hoch wandern wollen. Aber es ist einfach zu heiß. Wir liegen vor der Marciana Marina vor Anker und beschließen mit dem Bus zum Berg zu fahren. Und fahren mit der ungewöhnlichen Cabinovia (Bergbahn) bis zum Gipfel denn auch oben im Bergdorf ist es ĂŒber 30°C und zum wandern ungeeignet. Ist schon ein mulmiges GefĂŒhl in einem offenen KĂ€fig zu steigen und 30m, 18 Minuten lang ĂŒber dem Grund zu schweben.

Auf diesem Gipfel soll im Winter auch mal Schnee liegen, was ich mir heute absolut nicht vorstellen kann. Regen fĂ€llt hier im Winter und FrĂŒhjahr scheins genug denn die Insel ist toll bewaldet und ĂŒberall grĂŒn von Kork-und Steineichen. Wir haben eine tolle Sicht ĂŒber die ganze Insel und in der Ferne sieht man sogar Korsika.

Hoffen wir das die sommerlichen Feuer weg bleiben!

Die Ostseite wurde frĂŒher vom Bergbau dominiert. Schon die Etrusker bauten hier Eisen ab und 1981 wurde die letzte Grube geschlossen. Sie ist flacher, und ĂŒberall findet man alte Gruben mit den rostroten Halden. Hier wurde auch Magnetit gefördert und darum sollte man sich nicht 100%ig auf seinen Magnetkurs verlassen sondern auch mit den Augen navigieren. 😉

Hier liegt auch der Hauptort Portoferreio. Wir ankern in der Bucht und wollen uns die Stadt genauer anschauen denn dies ist der wichtigste Hafen von Elba.

Die Altstadt wird von zwei FestungshĂŒgeln dominiert die die Stadt im 16. Jahrhundert vor den Korsen erfolgreich verteidigten. Auch wenn man in den Hafen einfĂ€hrt wirkt es wie eine Riesen Festung. Echt schön.

Wir wollen hoch ĂŒber die Altstadt und uns das Haus eines berĂŒhmten Bewohners anschauen. Napoleon Bonaparte!

Er war hier 10 Monate mit einer Gefolgschaft im Exil und regierte Elba in dieser Zeit als eigenes FĂŒrstentum.

Das Museum ist leider geschlossen aber wir sehen so auch genug.

Marina di Campo ist ein großer Ferienort mit Riesen StrĂ€nden, aber wir können nicht bleiben da der Wind ungĂŒnstig ist. So verlegen wir uns in die Bucht von Porto Azzurro.

Hier versuchen wir dann doch mal zu wandern. Wir stehen sehr frĂŒh auf und machen uns auf den Weg zu einer Kirche in den Bergen und vielleicht zum Croce (Kreuz) ganz oben. Es ist echt schön aber auch am Morgen einfach schon zu heiß. Also lassen wir das Kreuz auf dem Gipfel aus und wandern nach der Besichtigung der Kirche wieder zurĂŒck nach Azzurro. Dieser Ort gefĂ€llt uns super gut. Hier sind wir wegen den Winden auch zweimal. Eine echt sĂŒĂŸe Stadt mit einer großen Piazza auf dem Ende Juli und den ganzen August immer wieder Konzerte und andere Vorstellungen sind. Wir fahren mit dem Bus ins Bergdorf lernen in der Bucht ein nettes PĂ€rchen kennen mit denen wir mit einem Englisch-Italienisch und deutsch Mix sehr viel Spaß haben.

Wir genießen hier unseren 33. Hochzeitstag und die Ferien AtmosphĂ€re.

Es ist wirklich eine tolle Insel mit vielen gut ausgewiesenen Wanderwegen, Mountainbike Routen, Tauchspots, Kajak Routen etc. Aber ich wĂŒrde sagen nicht im Juni,Juli,August. Da ist es einfach zu heiß.

Durch das grĂ¶ĂŸte umfassendste Meeresschutzgebiet in Europa ist das Wasser einfach herrlich kristallklar und man kann Wale und Delfine sehen.

Uns sagt aber nun der Wind das es weiter gehen muss denn es kommt ein starker Mistral aus dem Rhone Gebiet und dann wird es hier sehr ungemĂŒtlich.

Wirklich eine schöne Insel!

Wegen des Mistrals geht es ans Festland und nicht nach Korsika zurĂŒck.

Unterwegs ans Festland

Eine Insel auf Zeit zum Geburtstag

Wir sind nun an der Nordseite Sardiniens angekommen. Peter hat Geburtstag und ich zerbreche mir schon eine Weile das Hirn, was ich ihm gutes tun kann. Und dort kommt mir der Lichtblitz.

Ich schenke ihm die Insel Asinara👏. NatĂŒrlich nur auf Zeit. Zu mehr langt es leider nicht 😂 aber ich weiß das es ihm gefallen wird.

Da wir in einer sehr heißen Zeit sind schenke ich ihm auch noch einen Tag mit dem elektrischen Golfcar. Denn wandern geht bei diesen Temperaturen auf gar keinen Fall. Leider!

Asinara ist auf dem Land und im Wasser ein Nationalpark. Ankern ist nicht erlaubt, was ich sehr gut finde. Ich melde mich also fĂŒr eine Boje an, was auch kein Problem ist.

Asinara ist schon seid dem Neolithikum bewohnt und im Mittelalter gab es darauf ein Kloster. Seid dem 16. Jahrhundert war es von Fischern bewohnt die das Dörfchen Cala di Oliva grĂŒndeten.

Diese Fischer wurden 1885 vom Italienischen Staat vertrieben und die Insel fortan als GefÀngnisinsel genutzt. Das hielt bis 1999 an.

Im ersten Weltkrieg war es ein Kriegsgefangenen Lager. 50 000 Tausend Gefangene machten sich von Serbien auf den Weg wo schon tausende an Cholera starben. Auch bei der Verschiffung nach Asinara starben nochmal 1500 Gefangene. So kamen nur 24 000 auf Asinara an. Das Lager dort war nur fĂŒr 700 Gefangene vorgesehen und so starben in den ersten drei Monaten nochmal 7000 Menschen unter schlimmen Bedingungen.

FĂŒr diese Menschen aus Österreich und Ungarn wurde dann spĂ€ter zu Ehren ein Gebeinhaus gebaut.

Nach dem Krieg wurden 16000 Gefangene an Frankreich ĂŒbergeben.

In der weiteren Zeit war es eine QuarantÀnestation und es gab 11 GefÀngnisse auf der Insel verteilt die heute langsam zerfallen.

Man versuchte ĂŒber die Landwirtschaft die Gefangenen wieder ins richtige Leben zu fĂŒhren und so sind ein paar Lager auch wie große Bauernhöfe errichtet. Mit Silos fĂŒr das Getreide.

Das HauptgefĂ€ngnis der Insel, „Fornelli“, war in den 1930igern ein „Justizsanatorium“, Tuberkolose -Krankenhaus und ab den bleiernen Jahren (Mafia-Zeit) auch Hochsicherheitstrakt fĂŒr die Mafia-Verbrecher.

In den 80igern waren Sondergefangene der rechts- und linksextremen Kriminellen dort inhaftiert. Dann kam die Tora Null und alle wurden irgendwo hin verteilt bis 1992 nach dem Massaker von Capaci der Ort wieder als HochsicherheitsgefÀngnis gebraucht wurde.

1997 wurde es entgĂŒltig geschlossen und 1999 als National Park und Meeresschutzgebiet eingerichtet.

Da 112 Jahre hier nichts passierte gibt es eine wunderbare karge Natur mit seinen Bewohnern.

Herrlich sind die wilden leuzistischen Zwergesel die ĂŒberall auf der Insel zu finden sind.

Wir holen frĂŒh am morgen den Golfcar ab und fahren quer ĂŒber die Insel. In der ersten Stunde sehen wir noch einige Tiere wie den Steinkauz, ein Mufflon, RebhĂŒhner, Greife, Ziegen und natĂŒrlich viele Esel.

SpĂ€ter ist es zu heiß und außer den Eseln sieht man nichts mehr. Nur die vielen Lagerruinen und die karge und doch tolle Natur.

Wir sind ĂŒberall dort unterwegs wo wir dĂŒrfen und genießen diesen Tag sehr. Nur gibt es leider kein Restaurant wo wir Peters Geburtstag feiern können. So genießen wir ein Radler und gehen dann auf Alina lecker essen.

Auch unter Wasser ist einiges zu sehen und so genießen wir die Zeit hier auf Asinara sehr. Das Wasser kommt bei dieser Hitze natĂŒrlich nicht zu kurz.

Unsere VorrĂ€te gehen zu Ende und wir beschließen wieder auf die Nordseite Sardiniens zu segeln.

Dort suchen wir uns eine Stadt aus in der wir es ganz nah zum Supermarkt haben.

Frisch bestĂŒckt und von vier verschiedenen kreischenden Musikanlagen aus verschiedenen Strandbars bis tief in die Nacht beschallt, machen wir uns morgens wieder auf und ziehen weiter.

Diesen Krach sind wir nicht mehr gewöhnt😁

Die WestkĂŒste Sardiniens

Nach dem Starkwind Feld auf Carlaforte sehen wir in der Großwetterlage eine ruhige Zeit und machen uns auf der Westseite auf Richtung Norden. Diese Seite Sardiniens wird normalerweise von den starken West oder Nordwest-Winden (Mistral) gebeutelt. Und das sieht man auch an der KĂŒste.

Eine raue FelsenkĂŒste die mit langen DĂŒnen-StrĂ€nden unterbrochen wird. Sie wirkt wilder, rauer und ursprĂŒnglicher als die Ostseite. Die See ist Gott sei Dank nicht wild und wir können ĂŒber riesigen Kalkklippen glĂŒhende SonnenuntergĂ€nge beobachten, die die alten MinengebĂ€ude und Maschinen rot beleuchten und Flamingos in den Lagunen in SchwĂ€rmen sehen.

Hier dominiert noch die Natur und es gibt nur kleine Orte mit dezentem Tourismus da wo DĂŒnen sind.

Auf der Sini Halbinsel mit vielen traumhaften StrĂ€nden bleiben wir etwas lĂ€nger. Überall sind Bojen in den Meeresschutzgebieten damit keine Anker das Poseidonia Gras beschĂ€digen. Wenn eine da ist nehmen wir immer eine. Denn ich finde das eine gute Sache. Die Anmeldung funktioniert nicht und es kommt auch nie jemand. Also ist sie sogar Kostenlos.👏👏👏

Wir genießen es hier sehr. Machen Wanderungen auf die Halbinsel und schauen uns das alte Tharros an das 800 Jahre vor Christus von den Phöniziern gegrĂŒndet wurde und schnorcheln viel in dieser tollen Unterwasserwelt. Ich sehe meinen ersten Tintenfisch der mich aus seinen großen gelben Augen genauso mustert wie ich ihn. Erleben Delfine direkt um unser Boot. Mutter, Vater und Kind. Und wir genießen auch die tolle Ruhe an diesem Ort.

Da wir mal wieder einkaufen mĂŒssen machen wir uns auf dem Weg zum malerischen und bunten Ort Bosa. Ich schreibe mit dem Hafen, der im Fluss Temo bei Bosa liegt und bekomme sofort eine positive Antwort mit Bildern und anlege Anweisungen. Einfach perfekt! Es ist etwas spannend in den Fluss zu fahren da wir an der flachesten Stelle nur ein Meter Wasser noch unter uns haben.

Aber es klappt alles super und wir machen uns mit dem Dingi auf in die Stadt zu fahren um durch die engen Gassen zu wandern. Echt schön hier. Eine der Àltesten StÀdte hier an der Westseite.

Wir fahren am nĂ€chsten Tag mit dem Dingi weit den Fluss Temu hoch. Hier ist die Zeit stehen geblieben und wir genießen die absolute Ruhe. Vögel sieht man kaum. Diese haben sich bei der Hitze in BĂŒsche verkrochen. Nach einem lecker Essen abends in der Stadt geht es dann auch Richtung Alghero weiter.

Da der Wind gut steht und wir gerade aus einer Stadt kommen und alles haben was wir brauchen, entscheiden wir uns ins Reservat Cala Conte zu segeln. Hier liegen auch wieder Bojen die wir auch benutzen. Es kommt wieder niemand😊. An einem Abend kommt die immer prĂ€sente Guardia Finanzia ins Bojenfeld gefahren. Aber sie kontrollieren nur einen Schweizer und fahren zu einem Italiener der ankert. Denn das ist hier verboten.

Er geht spÀter Anker auf, macht an der Boje fest, ist aber am Morgen wieder vor Anker. Sorry, aber das geht gar nicht!!!

Wir interessieren sie nicht.

Hier ist es sehr ruhig in der Nacht. Echt schön.

Unser nÀchster Ankerstopp bevor es durch die Fornelli Passage geht ist Argentiera eine alte Mine die hier mehr wie hundert Jahre zu gange war. Sie wurde soweit saniert das sie nicht weiter verfÀllt und an einer kleinen Stelle wird es auch bewirtschaftet. Wir ankern auf Sand. Der Untergrund ist tot. Ich denke die Mine hat damals auch mit Chemikalien gearbeitet.

Am Rand in den Felsen gibt es Leben aber nicht sehr ĂŒppig.

Und das nach so langer Zeit.

Doch nun kommt unsere letzte Etappe an der Westseite und wir segeln durch die sehr schmale Fornelli Passage auf die Nordseite Sardiniens und ankern in Karibischem Wasser.

Die Passage muss man genau fahren da sie seeehr flach ist. Doch am Land sind Markierungen die man anpeilen kann und so kommt man auch ohne elektronischen Hilfsmitteln sehr gut und sicher durch. Geniale Sache.

Was mir noch einfÀllt. Wir haben einen riesigen Mondfisch gesehen. Habe gar nicht gewusst das es sie im Mittelmeer gibt. Aber sie gibt es und wir haben einen gesehen. Wie wunderbar ist das denn!!!!

Auf nach Carlaforte

Kaum ist unser lieber Besuch weg , geht es fĂŒr uns auch gleich weiter. Denn wir haben uns am Vormittag an die Tankstelle gelegt damit die beiden von dort in das Taxi steigen können. Aber dort mĂŒssen wir ja auch wieder gehen.

Unser grobes Ziel ist Carlaforte auf der Insel San Pietro mit einigen Steps unterwegs.

Der Wind ist sehr gut. Wir mĂŒssen zwar aus den Golf von Cagliari raus kreutzen aber das macht nichts da wir guten Wind haben. Wir kommen den wartenden Tankern an der Raffinerie manchmal etwas nah aber es ist immer noch Platz genug. Es macht riesen Spass. Die Tanker sind mit ihrer GrĂ¶ĂŸe schon etwas Angst einflĂ¶ĂŸend. Man kommt sich daneben echt winzig vor!

Unser erster Stopp ist der ArchĂ€ologische Park Nora. Diese antike Stadt ist eine der wichtigsten auf Sardinien und vermittelt einen Hauch von Pompeii. Sie ist neben Bosa wohl die Ă€lteste Siedlung auf Sardinien und von den Phöniziern gegrĂŒndet. Es war mal das wichtigste Handelszentrum unter den Puniern und spĂ€ter den Römern.

Ich war schon mal mit meiner Schwester dort und so sind wir nicht an Land sondern weiter Richtung Porto Pino. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde.

Ein riesen Strand mit DĂŒnenlandschaft und einer dahinter liegenden Lagune in der allerhand Vögel unterwegs sind.

Wir mĂŒssen allerdings am nĂ€chsten Tag gleich weiter da es bald Starkwind gibt und den wollen wir in Carlaforte abwettern und uns die Insel anschauen.

Wir halten noch in einer Bucht auf der SĂŒdseite von San Pietro bevor wir in den Hafen gehen.

Die Insel wurde in der Antike von Phöniziern, Griechen und Römern als geschĂŒtzter Hafen genutzt. Sie bauten Ocker ab und betrieben den Thunfischfang (Mattanza). Auch der Apostel Petrus soll der Legende nach hier im Sturm Zuflucht gesucht, und der Insel so den Namen gegeben haben.

Genuesische Korallenfischer wurden von Tunesien hierhin vertrieben und der König Karl Emanuel III. Schenkte diesen FlĂŒchtlingen 1738 die Insel als neue Heimat.

Carlaforte ist ein wirklich liebenswertes StĂ€dtchen und wir genießen es sehr. Wir wandern um die alte Saline mit unzĂ€hligen Flamingos, SĂ€belschnabel, StelzenlĂ€ufer, weißen Reihern und vielen mehr.

Wandern in die Höhe und mieten uns einen Roller um die Insel zu erkunden. Sehen von oben die Netze der Mattanza, wandern zu einem einfach spektakulĂ€ren natĂŒrlichen Pool an der sĂŒdwestlichen SteilkĂŒste mit riesiger Brandung im Hintergrund und genießen diese Natur in vollen ZĂŒgen.

Eine wirklich liebenswerte Insel. Das manche sie lieben

(gelle, liebe Susanne😘)

kann ich sehr gut verstehen.

Aber dann heißt es leider Abschied nehmen. Das Wetterfenster passt fĂŒr die Westseite Sardiniens und wir machen uns auf den Weg.

150 Seemeilen liegen vor uns

Vor so einer Etappe bin ich immer sehr angespannt. Seid Tagen schaue ich mir verschiedene Wettermodelle an. Und in diesen beobachte ich was sich entwickelt in Wind, Welle und Strömung.

Jedes Wettermodell ist natĂŒrlich etwas anders und die Entscheidung nun los zu segeln liegt am Ende natĂŒrlich an uns. Diesmal helfen uns bei der Entscheidung, Nina und David die sich fĂŒr den 4.6. bei uns anmelden. Treffpunkt Cagliari😼.

Also fackeln wir nicht lange.

Das Wetter passt einigermaßen.

Los gehts.

Wir starten kurz nach Sonnenaufgang. Der Wind kommt erst spÀter und so entscheiden wir die ersten Stunden direkt nach Westen zu steuern um dann mit dem Kommenden Westwind nach Norden abzudrehen und mit einem netten Halbwind Richtung Ziel zu segeln.

Die Zeit vergeht eigentlich rasend schnell. Wir hÀngen ziemlich viel herrum da die letzte Nacht durch aufkommende Wellen nicht besonders erholsam war.

Lesen, schlafen, essen, kleine Arbeiten die noch zu machen sind. Ich muss noch das Moskitonetz fertig nÀhen und eine Birne in der Vorschiff Kabine wechseln. Wie zuhause. Immer etwas zu tun.

Nach 6 Stunden wechseln wir den Kurs Richtung Norden. Der Wind ist moderat und wir haben kaum Welle. Somit sind wir echt schnell und haben eine 50%ige Ausbeute. Der Wind dreht immer wieder etwas und wir haben viel Segelarbeiten. Abends haben wir die HÀlfte und es ist schön mit diesem Wissen ins Bett zu gehen.

Ich ĂŒbernehme die erste Wache. Wir haben uns angewöhnt, das einfach jeder so lange macht wie es geht und weckt dann den anderen zur Übergabe. Das passt bei uns sehr gut in unseren Rhythmus.

Ich segel also bis um eins. Dabei erlebe ich einen tollen Sonnenuntergang und einen traumhaften Blutmond Aufgang. Wunderschön!

Um eins wecke ich Peter, da ich nicht mehr kann und lege mich in die Messe um zu schlafen. Um sechs ĂŒbernehme ich wieder und wir frĂŒhstĂŒcken gemeinsam.

Danach legt Peter sich wieder hin.

In der Endphase nimmt der Wind immer weiter zu und die Wellen sind nun auch sehr hoch. Bis drei Meter. Nicht sehr angenehm. Gut das wir beide nicht Seekrank werden. Der Wind dreht immer mehr auf die Nase. Übersetzt heißt das. Es wird immer ungemĂŒtlicher.

Zwei Stunden vor dem Ziel haben wir die Nase voll und stampfen mit dem Motor direkt in die Bucht von Villasimius. 154.1 Seemeilen in 31 Std.

Geht schneller aber wir sind sehr zufrieden. Nun erst mal ankommen, aufrĂ€umen (Nach so einer Überfahrt sieht es immer aus wie S
),essen und dann mal ablegen.

Am nĂ€chsten Tag gehen wir nach Cagliari in die Marina del Sol. Machen das Schiff sauber und gehen einkaufen denn nun heißt es Familienzeit.

Es ist nur ĂŒber ein verlĂ€ngertes Wochenende, leider.

So segeln wir im Golf von Cagliari, wechseln die Bucht wegen Feuerquallen, bewundern wahnsinnige Rennmaschinen (Luna Rossa) auf dem Wasser nur mit Wind angetrieben und gehen echt lecker essen.

DafĂŒr hat sich der relativ spontan an gefĂŒhlte Start, wirklich gelohnt.

Schön das ihr da wart und bis zum nĂ€chsten mal.😘😘

Kaum sind die beiden unterwegs geht es auch fĂŒr uns weiter nach Carlaforte

PS. Diesmal haben wir bei der Überfahrt leider keinen Fisch gefangen😔