Und gleich wieder raus!

4.10.22

Heute gegen Mittag gehen wir wieder raus. Diesmal mit einem Travel Anhänger. Das wird spannend. Es soll erst ein Polnisches Schiff raus kommen. Wir schauen genau zu wie es funktioniert. Aber das liften wird abgebrochen da das Kiel zu breit für seinen Traveler ist und er den erst mal umbauen muss. Also kommt die Ansage das wir vorgezogen werden. Also schnell zurück, Dinghi hoch und Anker lichten. Wir fahren ganz langsam auf die Slipanlage zu und hoffen das wir genug Wasser unter dem Kiel behalten. :-0

Peter am Steuer und ich vorne am Anker. Ganz langsam und in Ruhe läuft alles ab. Es wird professionell und bedacht alles gemacht.

Kaum steht es fest auf seinem Platz legen wir mit dem Rest fürs winterfest machen los. Wassersystem leeren, Motor Glysantin rein, alles abdecken und mit Wolfgang über den Geräteträger sprechen. Irgendwann fallen wir müde ins Bett. Am nächsten Morgen stehen wir sehr früh auf und brechen auf.

Die neue Aussicht von Alina

Jetzt geht es los. Die Rückfahrt klappt gut.

Man sieht viele junge Flüchtlinge auf der Balkanroute. An der Autobahn entlang mit nur dem was sie am Körper haben. Sehr beklemmend. In Belgrad ist der Strom dann zu Ende. Es geht wohl über eine grüne Grenze nach Kroatien.

Wir übernachten zweimal. Und haben immer nette Begegnungen.

Samstags sind wir zuhause und Montags fahre ich mit dem Zug zu meiner Mutter.

Jetzt bereiten wir uns auf die Beerdigung von Papa am Mittwoch vor.

Es geht los

3.10.22

Unser Lift-In Termin ist um 10.30. Wir stehen um sieben auf. Es ist noch dunkel und kalt. Dies ist einfach nicht unsere Zeit.

Nach dem Frühstück geht Peter das defekte Seeventil kaufen und wir warten auf den Kran. Der ist pünktlich und wir werden ohne Stress und Hektik ins Wasser gelassen.

Wir kontrollieren alle Seeventile und die frisch gemachten Borddurchlässe. Alles dicht!

Nach dem tanken in Preveza fahren wir bei absoluter Windstille und glatter See in den Ambrakischen Golf Richtung neuer Marina.

Irgendwann kommt etwas Wind. Aber da wir das Segel wieder weggeräumt haben motoren wir den Rest auch noch. Die See wird richtig kibbelig. Es läuft die Strömung gegen den Wind. Schaumkronen bilden sich, aber alles ist gut um 14 Uhr sind wir in der Rougar Bucht beim Hainzl und schmeißen den Anker.

Unser neues Zuhause

Das Dinghi berührt das erste mal das Wasser und Peter saust strahlend durch die Gegend 🙂

Wir melden uns beim Hainzl an und spazieren noch über das Gelände um manchen Leuten „Hallo“ zu sagen.

Wieder an Bord beginnen wir schon für den Winter alles einzupacken. Bei den Fendern lassen wir die Luft raus und können so alle vorne am Ankerkasten verstauen.

Die Winschen werden verpackt und am Mast auch einige Leinen. Am Vorsegel wickel ich die Genua-Einhol- Leine ganz auf den Furler und packe alles gut ein.

Wir sind für morgen wenn es wieder raus geht, gut vorbereitet.

Nun genießen wir die einzigen Urlaubsmomente mit schwimmen, lesen und chillen.

Ein freier Tag

2.10.22

Na nicht ganz. Am Vormittag räumen wir noch etwas auf. Außerdem stand neben dem Container wieder mal was brauchbares 🙂

Ein alter Windgenerator. Den könnten wir doch als Projekt für Lukas mit nach Hause nehmen, meint Peter.

Kaum ausgesprochen bugsieren wir den Flattermann unter Deck. Gar nicht so einfach das Ding ist ziemlich schwer. Bin mal gespannt. Er soll laut Zettel noch funktionieren. Wir werden sehen.

Mit dem Fahrrad fahren wir noch über das ganze Gelände und finden noch so manches.

Uns fällt dann noch ein das wir die Seeventile alle bewegen und kontrollieren wollten. Das tuen wir jetzt auch und prompt hat der Peter einen Hebel in der Hand. So ein Mist! Müssen wir gleich morgen früh besorgen. Dann ist aber endlich Feierabend.

Wir essen eine Kleinigkeit und wandern durch die Marina zur Lagune. Endlich etwas Natur und das Wasser.

Danach gehen wir zum Abschied noch mal lecker essen

Letztes Bild unserer Marinestraße K

Die letzte Nacht in dieser riesigen Trocken Marina bricht an

Der Tag an dem die Zeit still stand

Papa ist tot. Am Vormittag versuche ich meine Gedanken zu ordnen. Alles dreht sich in mir. Ich weiß nicht wie ich mit meiner Trauer umgehen soll. Bald habe ich mich gefangen. Was machen wir jetzt?

Soll ich nach Hause fliegen und Peter alleine lassen? Nein das geht nicht. 2300Km alleine fahren finde ich nicht richtig. Ist zu gefährlich!

Bald ist es klar, am Montag den 3. geht es ins Wasser. Wir wollten bis Freitags segeln und dann an der neuen Marina wieder raus. Nach einem Anruf, wissen wir, wir können schon am Dienstag raus. Super, das hat schon mal geklappt. Also bauen wir so manches schon mal wieder zurück. Segel wieder runter und die Luft vom SUP wieder raus. Alles geht irgendwie automatisch.

Wir werden einfach rüber motoren, aus dem Wasser gehen und alles wieder winterfest machen.

Wenn alles gut geht können wir Mittwoch losfahren und am Wochenende wieder zuhause sein.

Ich rufe zuhause an und bespreche unseren Plan mit der Familie . Alle sind einverstanden. Die Beerdigung wird in der Woche danach sein.

Gut! So ist der erste Druck weg und wir können uns heute erst mal sammeln.

Peter steckt am Nachmittag das Fahrrad in den Bus und fährt den Bus zur neuen Marina. Dann steigt er aufs Fahrrad und fährt die 30km zurück.

In dieser Zeit weiß ich gar nicht mehr was ich getan habe. Es ist irgendwie alles leer.

Peter ist schneller wie gedacht. Ich habe noch nicht mal gekocht.

Das tue ich aber nun und wir gehen dann früh ins Bett. Ich bin fix und alle.

Meine Welt steht still!

Heute ist Samstag 1.10.22. Ich habe wahnsinnig schlecht geschlafen. Um kurz vor acht Griechischer Zeit, Deutschland ist eine Stunde früher, bekomme ich einen Anruf von meinem Bruder.

Papa ist für immer eingeschlafen. Er ist erlöst worden von einer Krankheit von der wir bis vor drei Wochen noch gar nichts wussten. Er hat uns die ganzen Jahre geschützt und es mit sich ganz alleine ausgemacht. Typisch Hegger-Gen.

Papa, ich hätte dich sehr gerne unterstützt in dieser Zeit aber ich verstehe und akzeptiere deine Entscheidung. Du wirst immer bei mir sein das weiß ich und du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben. Ich zeige dir die Welt mit unserer Alina. Tschüss ich habe dich ganz doll lieb.

RIP mein lieber Papa