Eine Insel auf Zeit zum Geburtstag

Wir sind nun an der Nordseite Sardiniens angekommen. Peter hat Geburtstag und ich zerbreche mir schon eine Weile das Hirn, was ich ihm gutes tun kann. Und dort kommt mir der Lichtblitz.

Ich schenke ihm die Insel Asinara👏. Natürlich nur auf Zeit. Zu mehr langt es leider nicht 😂 aber ich weiß das es ihm gefallen wird.

Da wir in einer sehr heißen Zeit sind schenke ich ihm auch noch einen Tag mit dem elektrischen Golfcar. Denn wandern geht bei diesen Temperaturen auf gar keinen Fall. Leider!

Asinara ist auf dem Land und im Wasser ein Nationalpark. Ankern ist nicht erlaubt, was ich sehr gut finde. Ich melde mich also für eine Boje an, was auch kein Problem ist.

Asinara ist schon seid dem Neolithikum bewohnt und im Mittelalter gab es darauf ein Kloster. Seid dem 16. Jahrhundert war es von Fischern bewohnt die das Dörfchen Cala di Oliva gründeten.

Diese Fischer wurden 1885 vom Italienischen Staat vertrieben und die Insel fortan als Gefängnisinsel genutzt. Das hielt bis 1999 an.

Im ersten Weltkrieg war es ein Kriegsgefangenen Lager. 50 000 Tausend Gefangene machten sich von Serbien auf den Weg wo schon tausende an Cholera starben. Auch bei der Verschiffung nach Asinara starben nochmal 1500 Gefangene. So kamen nur 24 000 auf Asinara an. Das Lager dort war nur für 700 Gefangene vorgesehen und so starben in den ersten drei Monaten nochmal 7000 Menschen unter schlimmen Bedingungen.

Für diese Menschen aus Österreich und Ungarn wurde dann später zu Ehren ein Gebeinhaus gebaut.

Nach dem Krieg wurden 16000 Gefangene an Frankreich übergeben.

In der weiteren Zeit war es eine Quarantänestation und es gab 11 Gefängnisse auf der Insel verteilt die heute langsam zerfallen.

Man versuchte über die Landwirtschaft die Gefangenen wieder ins richtige Leben zu führen und so sind ein paar Lager auch wie große Bauernhöfe errichtet. Mit Silos für das Getreide.

Das Hauptgefängnis der Insel, „Fornelli“, war in den 1930igern ein „Justizsanatorium“, Tuberkolose -Krankenhaus und ab den bleiernen Jahren (Mafia-Zeit) auch Hochsicherheitstrakt für die Mafia-Verbrecher.

In den 80igern waren Sondergefangene der rechts- und linksextremen Kriminellen dort inhaftiert. Dann kam die Tora Null und alle wurden irgendwo hin verteilt bis 1992 nach dem Massaker von Capaci der Ort wieder als Hochsicherheitsgefängnis gebraucht wurde.

1997 wurde es entgültig geschlossen und 1999 als National Park und Meeresschutzgebiet eingerichtet.

Da 112 Jahre hier nichts passierte gibt es eine wunderbare karge Natur mit seinen Bewohnern.

Herrlich sind die wilden leuzistischen Zwergesel die überall auf der Insel zu finden sind.

Wir holen früh am morgen den Golfcar ab und fahren quer über die Insel. In der ersten Stunde sehen wir noch einige Tiere wie den Steinkauz, ein Mufflon, Rebhühner, Greife, Ziegen und natürlich viele Esel.

Später ist es zu heiß und außer den Eseln sieht man nichts mehr. Nur die vielen Lagerruinen und die karge und doch tolle Natur.

Wir sind überall dort unterwegs wo wir dürfen und genießen diesen Tag sehr. Nur gibt es leider kein Restaurant wo wir Peters Geburtstag feiern können. So genießen wir ein Radler und gehen dann auf Alina lecker essen.

Auch unter Wasser ist einiges zu sehen und so genießen wir die Zeit hier auf Asinara sehr. Das Wasser kommt bei dieser Hitze natürlich nicht zu kurz.

Unsere Vorräte gehen zu Ende und wir beschließen wieder auf die Nordseite Sardiniens zu segeln.

Dort suchen wir uns eine Stadt aus in der wir es ganz nah zum Supermarkt haben.

Frisch bestückt und von vier verschiedenen kreischenden Musikanlagen aus verschiedenen Strandbars bis tief in die Nacht beschallt, machen wir uns morgens wieder auf und ziehen weiter.

Diesen Krach sind wir nicht mehr gewöhnt😁

Avatar von Unbekannt

Autor: Tina

„In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume. (Mark Twain)

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