Sizilien

Wir kommen auf dem schönen Sizilien an und segeln an der Südküste vorbei. Einige sagten zu uns, „Segelt nicht an der Südküste vorbei, da ist nichts , geht nördlich vorbei nach Ragusa da ist es viel schöner!“

Wir lassen uns aber nicht beirren denn für die Südseite passt auch einfach der Wind. Wir können so wunderbar segeln wie schon lange nicht mehr. Es macht richtig Spaß! Kaum Welle und mäßiger Wind. Richtiges Kaffee-segeln, herrlich!

Weil es so herrlich ist machen wir auch gleich einmal 40sm. Wir kommen spät bei Porto Palo an.

Eigentlich wollten wir vor den Tempeln von Selinunt ankern aber dort ist es einfach zu unruhig und wir müssen uns neben dem Hafen etwas verstecken. Rein können wir nicht da er zu flach ist und somit den Fischern vorbehalten.

Einer der vielen Tempel

Selinunt ist ein alter Handelsposten aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. mit einigen Tempeln und einem Marktplatz. Es gilt als größtes Archäologische Areal Europas und gehört zu den bedeutendsten griechischen Tempeln in Sizilien. Das gesamte Areal/Land ist das größte der Welt ( aber hier ist ja nichts🤣). Von Wasser her ist es schon sehr schön anzuschauen aber wir entscheiden uns an einer anderen Stätte uns in die Geschichte zu stürzen. Denn hier können wir das Boot nicht gut alleine lassen. Schade, aber so ist es nun mal manchmal.

Wir segeln weiter nach Sciacca und bleiben dort für vier Nächte. Erst legen wir uns vor die Klippen und haben einen traumhaften Abend an Bord mit einem wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Die Nacht ist sehr ruhig aber wir legen uns wegen kommenden Wetters recht früh in den Hafen von Sciacca. Das war auch gut so denn kaum sind wir fest geht der Wind los. Roberto der Hafenmeister ist sehr nett (wie alle hier!!) und erklärt uns alles genau. Wir machen das Schiff mal wieder sauber, gehen einkaufen und Abends ruft Roberto beim Roller Vermieter an der uns dann abholt und uns einen Roller vermietet. Wow, was für ein Service.

Sciacca ist eine Hafenstadt und ein Thermalbad. Außerdem ist die ganze Gegend sehr Landwirtschaftlich geprägt und gilt als bedeutendste Weinbauregion Siziliens. Unter den Arabern und den Normannen entstand die heutige Stadt mit der Stadtmauer und dem Kastell.

Die Thermalbäder sind in wunderbaren alten Gebäuden, die aber leider alle zu sind da es politische Querelen gibt, wie man uns erklärt hat.

Der Monte San Calogero oder auch Monte Kronio genannt mit dem unvollendeten Hotel Grande San Calogero ist die höchste Erhebung der Stadt und dort fahren wir auch gleich mal mit dem Scooter hin und schauen uns um.

Der ganze Berg ist ein Komplex von Hypogäums (unter der Erde liegend), in der Luft und Dämpfe in thermischen Phänomenen zirkulieren. In diesen Höhlen sind 38°C und mehr das ganze Jahr zugegen. Die fünf Haupthöhlen gehen als Labyrinth durch den ganzen Berg und der Dampf kommt an einigen Stellen zu Tage. Die Menschen gingen mit ihren Leiden in die Höhlen da diese warmen Dämpfe wunderbare Linderung brachte.

Aber wie gesagt es ist leider alles zu.

Abends lassen wir uns noch in der Stadt treiben.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Roller ins Hinterland zu der wunderschönen Bergstadt

Caltabellotta mit der normannischen Burg Sibilla.

Auf kleinen, seeehr schlechten Straßen fahren wir durch wunderbar gepflegtes Landwirtschaftliches Gebiet. Mandeln, die jetzt bald geerntet werden, Oliven, Wein, Zitrus, Getreide und vieles mehr. Wirklich schön hier. Wir genießen es sehr!

Die Stadt Sciacca ist es echt wert das man sich dort etwas Zeit nimmt. Das haben wir auch gemacht und sogar noch etwas verlängert.

In dieser Gegend gibt es auch eine nette Legende.

Es geht um eine tragische Liebe einer Sicilianerin und einem Mauren während der arabischen Herrschaft. Er verspricht ihr die ewige Liebe und sie erfährt das er in seiner Heimat Frau und Kinder hat. Somit köpft sie ihn im Schlaf und pflanzt in seinem Kopf Basilikum das hervorragend gedeiht. Und so kann man in der ganzen Gegend die auch bekannt für ihre Keramik ist, diese Porzellan Köpfe kaufen. In allen erdenklichen Formen, Farben und Größen.

Wir genießen die Stadt sehr aber irgendwann muss es dann mal weiter gehen.

Tschüss Sardinien

Nach einem abschließenden Spaziergang am Abend verlassen wir nach den Gewittern bei Sonnenaufgang Sardinien.

Mit zwei weiteren Booten haben wir am Nachmittag verschiedene Ideen des Startzeitpunktes diskutiert. Wir segeln als letzte Richtung Sizilien. Die Petite Jolie und die Cutty Sark segeln schon am Abend los. Zu diesem Zeitpunkt ist es uns noch zu gewittrig. Wir haben lieber noch die Nacht abgewartet.

Es heißt also, um fünf raus aus dem Bett und los gehts. Ca.155sm (248km) in 28 Std.

Die Bedingungen sind gut. Nicht zu hohe Wellen und Wind fast von hinten der nicht zu stark ist.

Peter hat sich wieder hingelegt und ich bin ins dunkle gesegelt. Als die Sonne aufgegangen ist habe ich ihn geweckt und wir haben zusammen den Para (Leichtsegel) gesetzt.

Mit dem Segel machen wir gute Fahrt. So kann es bis zum Schluss weitergehen, was es aber leider nicht tut. Am Ende des Tages müssen wir leider motoren. Die Wellen sind zu hoch, der Wind zu schwach und so ist der Para immer wieder zusammen gefallen. Das geht zu sehr aufs Material und so haben wir ihn wieder runter genommen. Zum Trost hat Peter kurz vor Sonnenuntergang noch eine Goldmakrele gefangen. Dies hat uns sehr gefreut .

Durch die Nacht haben wir uns wie schon am Tag immer abgewechselt. Die meiste Zeit ist es ruhig. Nur als wir Sizilien immer näher kommen, werden auch die Schiffskontakte häufiger. Peter muss auch mal mit einem Kreuzfahrtschiff funken da es nicht ersichtlich ist wie es an uns vorbeifahren will. Aber nach einem netten Gespräch ist alles geklärt und es kann ohne weitere Vorkommnisse weiter gehen.

Gegen Morgen habe ich etwas Geschwindigkeit raus genommen damit wir im hellen ankommen. Denn in einem Revier in dem man noch nie war ist es so viel sicherer.

Um halb acht haben wir unseren Anker auf der Insel Favignana in einer Bucht dieses Ägadischen Archipels direkt vor Sizilien, fallen lassen.

Jetzt erst mal schlafen und dann erkunden wir über die nächsten Tage diese Insel.

Diese Insel war bekannt für seine Geschichte des Thunfischfangs, der traditionell durch die Mattanza durchgeführt wurde. Die Tiere wurden durch ein Labyrinth von Netzen zwischen März und Juni in die sogenannte Todeskammer getrieben wo sie dann mit Enterhaken herausgeholt wurden. Ein riesen Massaker! Dann kamen die Tiere in die Tonnara di Favignana (Thunfischfabrik) der Familie Florio, wo sie in Konserven gefüllt wurden. Sie galt bis in die 1990iger Jahre als die größte Fabrik des Mittelmeeres und ist heute ein sehenswertes Museum.

Heute gibt es die Mattanza hier nicht mehr, sondern es werden Schleppnetze verwendet die auch nicht besser sind. Das Mittelmeer ist leider völlig überfischt.

Für uns ist dies alles sehr interessant, wenn es auch traurig ist.

Wir genießen die Zeit hier sehr, lernen neue Segler kennen und segeln dann auch bald weiter zur Südseite Siziliens.

Wir sind sehr gespannt obwohl wir gehört haben das es auf dieser Seite nichts geben soll. Die erste Bucht ist auf jeden Fall schon einmal sehr schön, auch wenn es etwas unruhig ist.

Der Südosten von Sardinien

Wir bewegen uns langsam Richtung Süden. Geschützte Buchten gibt es leider nicht so viel und da das Wetter sehr unbeständig und gewittrig ist, gehen wir dann doch ab und zu in einen Hafen.

Diese gibt es nicht so oft da die Küstenlandschaft eher eine Mischung aus Sandstränden ( Wie die berühmte Costa Rei) und kleinen Felsbuchten mit dem Sarrabus Gebirge im Hintergrund, ist.

Im Hinterland gibt es immer wieder Binnenseen die von den vorbeiziehenden Vögeln Richtung Süden gerne für eine Pause genutzt werden. Zur Zeit sieht man einige Flamingos aber auch vorbeiziehende weiße Reiher. Ein untrügliches Zeichen das der Herbst nun anfängt.

Nachdem wir bei einer sehr ungemütlichen Überfahrt mit sehr hoher Welle und zu wenig Wind, 2/3 des Großsegels als Stütze draußen gelassen haben, haben wir uns einen etwa 1,5m langen Riss eingefangen. Also fragen wir im Hafen Corallo an ob wir kommen dürfen. Es geht klar und wir legen bei 22kn Seitenwind an. Alles klappt super!

Hier lernen wir ganz liebe Menschen von der SY Joy kennen mit denen wir sehr viel schöne Zeit verbringen.

Als wir dann irgendwann einmal starten um weiter zu kommen, kommt auch noch Jörg von der SY Fitou dazu.

Auch dies wird ein harter Ritt und wir haben bald ohne Großsegel keine Chance mehr da gegen anzukommen und müssen leider mit dem Motor weiter stampfen. Wir haben alle drei das gleiche Ziel. Eine relativ gut geschützte Bucht am Ende der Costa Rei. Kaum angekommen bereiten wir alles vor um unser Segel zu nähen.

Wir wollen gerade anfangen da kommt eine Nachricht der Fitou. „Ihr habt doch Tauchsachen, oder?! Könnt ihr mir helfen, mein Anker hängt zwischen Felsen und kommt nicht mehr hoch. Der hat sich total verklemmt.“

Also Nähzeug wieder weg und die Tauchsachen zusammen suchen. Etwas ärgerlich aber wir helfen ja gerne.

Mich macht ein nahes Boot immer etwas unruhig und ich kann nicht gut schlafen. Denn man weiß ja nie. Aber nach Ansprache korrigiert er etwas und daraufhin ist es eigentlich gut.

Peter braucht mit der lieben Hilfe von Bine, die schwimmend die Oberfläche sichert und Anweisungen von Peter unter Wasser weitergibt, mehr als eine Stunde. Doch dann ist der Anker frei und die Fitou kann sich einen besseren Platz suchen. Leider etwas nah an uns, aber gut.

Nach dieser Nacht segeln wir ums südöstliche Cap Sardiniens in die Bucht Carbonara vor der Stadt Villasimius. Die anderen beiden segeln weiter nach Caligiari, so können wir hier in Ruhe den ganzen Tag das Segel nähen. Es klappt sehr gut und wir sind bald ein eingespieltes Team mit der Nadel. Jeder auf einer Seite und die Nadel annehmen und zurück führen.

Nach sechs Stunden sind wir mit einer sehr guten Naht fertig und können das Segel noch vor Sonnenuntergang wieder aufziehen. Wir beide sind super glücklich das wir das geschafft haben.

In der Nacht dreht der Wind auf auflandig und es wird sehr ungemütlich. So starten wir schon bei Sonnenaufgang nach Cagliari und treffen dort wieder auf SY Joy und SY Fitou.

Sardinien,

ist wirklich eine schöne Insel. Wir bewegen uns langsam Richtung Süden und besuchen verschiedene Buchten. So wie es der Wind zulässt. Und wir besuchen das ehemals kleinste Königreich der Welt. Die Insel Tavolara liegt vor der Bucht von Olbia und erinnert an einen schlafenden Drachen der jedes Schiff durch seine beeindruckende Größe begrüßt. Für Wanderer und Kletterer ein Paradies aber leider nicht im August da es viel zu heiß dafür ist. Wir überqueren die Bucht von Olbia und legen uns vor diese schöne Insel, machen einen schönen Spaziergang und essen Abends im Restaurant des letzten Nachfahren des Königs von Tavolara. Es leben nur noch elf Personen in dieser Mini-Monarchie die schon seid 1962 nicht mehr anerkannt ist. Aber eigentlich existiert sie immer noch, denn Italien hat diese 6km lange Insel offiziell nie einverleibt.

Die Insel genießt es auf jeden Fall mit dieser Popularität.

Wie überall ist es über Tag sehr voll und am Abend wird es wunderschön. Nach einem kleinen Tanz am Strand fahren wir wieder zu unserer Alina und verlassen diese schöne Insel am nächsten Morgen da das Wetter schlechter werden soll.

Und tatsächlich. Auf Tavolara setzt sich ein Wolkenhut und für die Einheimischen ist klar das es bei diesem eindeutigen Zeichen, Regen gibt.

Wir sind aber inzwischen in einer sicheren Bucht und können diesen Stark Regen gut ab wettern. Nach dem einkaufen und einer kleinen Wanderung die Küste entlang geht es nach ein paar Tagen auch schon weiter.

Wir wollen in einen Hafen und suchen uns la Caletta aus. Wir lernen nette Holländer kennen die hier permanent leben und verbringen mit Esther und Clemens zwei tolle Abende. Erleben einen Sardischen Abend mit Tanz und gutem Essen und leihen uns ein Auto um das Inland kennen zu lernen.

Hier ist Sardinien schön wild mit hohen Bergen und einem Tal der Bauern. Wir besuchen eine Tropfsteinhöhle mit dem größten Stalagmiten Europas (37m) fahren durch die Berge, besichtigen ein altes Grab des Urvolkes von Sardinien und eine schöne Burg mit toller Aussicht.

Nach zwei Tagen geht es weiter Richtung Süden und wir besuchen verschiedene Buchten und erkunden unsere eigene kleine Tropfsteinhöhle in der Cala Luna.

Ich würde sagen sehr viel schöner als die berühmte blaue Grotta.

Hier ist das Höhlenlabyrinth 18km bis ins Inland erforscht. Aber man vermutet das es noch viele km mehr sind und sich tief ins Gebirge zieht. Auch die große Tropfsteinhöhle Ispinigoli, in der wir waren, gehört zu diesem Labyrinth.

Am Morgen stehen wir extra früh auf um die Höhlen von Cala Luna alleine zu erleben und zeigen dem französischen Pärchen Carolin und Daniele noch unsere Höhle mit dem Dingi. Sie sind begeistert von dieser traumhaften kleinen Tropfsteinhöhle.

Zurück an Bord, bekommen wir ekelhaften Schwell auf die Seite und Alina schwankt wie verrückt. So lichten wir einfach den Anker und segeln weiter nach Süden.

Das Maddalena Archipel ,

liegt in der Straße von Bonifacio und besteht aus einer Vielzahl von Inseln, Inselchen, Riffen und Felsen die aus dem starken Mistral-Wind und der Strömung geformt wurden. Hier herrscht der rosa Granitfelsen vor und ist wunderschön an zu sehen. Der Wind hat viele Buchten und schöne Strände geformt die im kristallklarem Wasser mit seinen tollen Farben einfach traumhaft wären wenn wir nicht August hätten. Schlimmer noch,“ Ferragosta“, Maria Himmelfahrt. Es ist am Tag alles sehr sehr voll aber am Abend beruhigt es sich und wir hatten schöne ruhige Abende.

Das Archipel gilt als Geheimtipp, was es definitiv nicht mehr ist sondern der Treffpunkt der Reichen und Super Reichen. An einigen Stränden sind wir mit unserem ollen Dingi nicht gerne gesehen und an anderen können wir ein 0,2l Bier für 10 € genießen.

Seid 1994 ist dieses Archipel ein Naturschutzgebiet mit seinen Anordnungen. Diese werden aber leider nicht eingehalten. Es wird überall geankert! Die Park Rancher sind zwar jeden Tag unterwegs und kontrollieren ob du den Eintritt bezahlt hast aber das war es auch.

Die 3 kn maximal Geschwindigkeit werden nicht eingehalten denn die Italiener wollen zeigen was sie unter der Haube haben und das mitten durchs Ankerfeld damit es auch ja alle sehen.😏Wir genießen die Zeit trotzdem und saugen alles in uns auf. Es gibt traumhaft schöne Momente.

Die Hauptstadt ist wirklich nett und wir machen einen schönen Spaziergang durch den Ort.

Auch auf den Inselchen machen wir kleine Wanderungen.

Am Tag drängeln sich die Boote. Es kommt leider nicht rüber.

Nach fünf Tagen haben wir genug und segeln wieder nach Sardinien. Und von jetzt an immer Richtung Süden.👏

Ankunft auf Sardinien

Nach der etwas anstrengenden Überfahrt nach Sardinien legen wir uns erst mal in eine Bucht um auszuruhen. Den Ausdruck „ruhige Bucht“, muss ich weg lassen, denn wir haben August und das ist die Haupt Ferien Zeit der Italiener. 😉🤣 Und außerdem steht auch Ferragosto ( Mariahimmelfahrt) vor der Tür. Und das ist der wichtigste Feiertag hier in Italien.

Das heißt für uns das zig Motorbötchen über Tag an uns vorbei rasen und einen Wellengang wie bei einem Sturm von 8 Beaufout verursachen. Denn sie kennen nur die Gasstellung, Stopp oder Vollgas😂.

Es geht nur schnell

Eigentlich wollten wir erst die berühmten Maddalena Inseln anfahren aber die Strömung aus der Straße von Bonifacio heraus hat uns südlicher Richtung Olbia getrieben. Aber das ist nicht schlimm. Auch hier gibt es super schöne Buchten die man nach 19 Uhr auch für sich alleine haben kann. Denn Die Italiener gehen Abends wieder in den Hafen wenn es geht und so ist es dann Abends traumhaft ruhig. Wir bewegen uns zwischen verschiedenen Buchten im Golf von Olbia. Mal gehen wir in eine Bucht die nah an einem Supermarkt ist oder in eine Bucht in der man schön wandern kann. Dieses tuen wir aber erst gegen frühen Abend denn hier sind die ganze Zeit über 35°C im Schatten. Und Schatten gibt es bei diesen Wanderungen nicht.

Hier in der Gegend kommen wir erst mal an und gewöhnen uns an die Menge von Booten.

Man hat viel zu schauen denn es gibt auch ganz Fantasievolle Boote.😀

Landurlaub

Wir haben am Römer Flughafen ein Auto gemietet und lassen unsere Alina im Yachthafen von Rom zurück. Hannes und Isolde ein deutsches Seglerpaar hat bei diesen Winden und Gewittern ein Auge auf Sie. So können wir uns ohne Bedenken auf den Weg zu Nina und David auf den Campingplatz am Bolsener Vulkansee machen.

Eigentlich könnten wir in zwei Stunden dort sein. Aber wir lassen uns über die kleinen Sträßchen einfach treiben sehen immer mal wieder Gruppen von Jugendlichen die auf dem Weg nach Rom sind, picknicken auf einer Kuhweide und schauen uns die Klosterherberge der Pilgernden an.

Am Nachmittag sind wir bei David und Nina in Val di Lago und freuen uns sehr auf unsere gemeinsame Zeit.

Wir besuchen schöne alte Orte wie Pitigliano, Orvieto und Bolsena die auf Tuffsteinfelsen gebaut sind, und lassen uns durch die Gassen treiben. Gehen lecker zusammen essen und genießen aber auch gemeinsam den See und ihre Freunde dort am Campingplatz.

Am letzten Tag ist eine Weinverkostung mit Besichtigung gebucht auf die wir uns schon sehr freuen.

Das Weingut liegt oberhalb vom Bolsener See mit traumhaften Blick zum Lago. Das Weingut Villa Caviciana wurde dort von den Deutschen Fritz und Mocca Metzler aufgebaut und im Jahr 2022 an einem non Profit Verein (Fai-Fondo per L’Ambiente Italiano) anvertraut.

Ein wunderbarer Ort.

Dort wurden wir auch von einem Heiratsantrag von David an Nina, überrascht. Es ist wunderschön mit anzusehen und des öfteren sind meine Augen auch voll von Tränen weil ich mit ihnen so glücklich bin. David hat alles wunderbar geplant und trifft mit allem tief in Ninas Herz. Sie sagt ja! 😀🙏 Nächstes Jahr dürfen wir eine Hochzeit feiern.🙏

Es ist ein wundervoller Ort für einen Antrag, besser geht es nicht.

Nachdem die letzten Flaschen im Garten des Weingutes geleert sind fahren wir zum Campingplatz zurück und feiern dort mit Freunden und Pizza bis tief in die Nacht.

Für uns geht es nach drei Tagen schon wieder zurück. Schade eigentlich denn hier die Gegend ist wunderschön und ich hätte noch etwas bleiben können. Aber so ist es eben. Wenn es am schönsten ist….

Am Hafen wieder angekommen verbringen wir noch viel Zeit mit Hannes und Isolde, gehen mit dem Auto nochmal groß einkaufen und müssen uns dann auch schon von allen verabschieden.

Der Wind passt, es geht rüber nach Sardinien. Die Wellen sind etwas hoch aber es geht und ist machbar. Wir haben nun fast hundert vierzig Seemeilen vor uns. Die längste Etappe bisher.

Über Tag wechseln wir uns am Ruder ab, so wie es gerade passt. In der Nacht teilen wir die Nachtwache auf jeweils vier Stunden ein. Ich segle bis ein Uhr Morgens und Peter bis um sechs. Danach bin ich wieder dran und Peter kann sich nochmal hinlegen. Nach seiner Pause frühstücken wir gemeinsam und der Rest der Strecke geht wieder im Wechsel.

Vier/fünf Stunden finden wir gut in der Nacht so kann jeder mal richtig zur Ruhe kommen und eventuell richtig schlafen. Was bei diesen klatschenden Wellen allerdings etwas schwierig war.

Nach 32 Std. kommen wir an und müssen erst mal eine Weile einen Ankerplatz suchen da alles voll ist.

Aber dann heißt es ankommen und erst mal ausruhen.

Auf ans Festland

Wir haben bis zum römischen Hafen Ostia 80 sm zu segeln und nicht ganz einfaches Wetter.

Aber wir starten heute da der Wind sich sonst gegen uns drehen wird, und wir es dann besonders schwer haben. Die Wellen sind etwas anstrengend und der Wind nimmt auf der ersten Etappe auch gehörig zu. Aber da er mehr von hinten kommt sind 26 kn nicht ganz so schlimm.

Bald realisieren wir das wir bei diesen Wellen und Winden am Festland nicht frei ankern können. Es gibt nur einen Hafen auf unserem Weg und das ist die Marina Nettuno.

Wir funken kurz vor dem Hafen rein und haben Glück, wir dürfen kommen. Auch dieser Hafen ist wie viele etwas am Eingang versandet . Schon eine Seemeile vor dem Hafen sind nur noch 6m unterm Kiel. Schon etwas gruselig. Aber wir schaffen die Einfahrt ohne Probleme und der Mann vom Tower leitet uns in einem perfekten und gut verständlichen Englisch auf unseren Platz. Das ist erwähnenswert da dies leider kaum vorkommt.😉.

Marina Nettuno

Nachdem ich uns angemeldet und bezahlt habe lernen wir erst mal unsere Umgebung kennen.

Nettuno hat eine sehr schöne aber auch sehr kleine Altstadt direkt am Hafen. Es gibt riesige und zig Kilometerlange Strände. Diese Gegend ist den nicht so betuchten Italienern vorbehalten.

Leider ist das meiste in der Neustadt schon etwas runtergekommen und ich vermute auch das hier Nachts die Gangs unterwegs sind.

Für uns ist aber alles super! Wir können duschen, haben eine tolle kleine Altstadt, wir können einkaufen und uns vor dem kommenden Starkwind verstecken. Einfach perfekt.Wir erledigen kleine Dinge und kommen mit unserem Italienischen Nachbarn Roberto nett ins Gespräch.

Nach zwei Tagen geht es aber weiter denn unser Ziel ist ja der Hafen Porto Touristico di Roma.

Wir kommen gut voran und der Wind passt auch. Da wir immer etwas Zeitpuffer einkalkulieren sind wir natürlich etwas zu früh und segeln an der Tiber-Mündung vorbei zu einem toten Hafen.

Das große Hafenbecken existiert aber sonst auch nichts. Für uns ist das egal denn uns genügt dieser Schutz auf gut haltendem Sand. Wir bleiben zwei wunderbar ruhige Nächte und fahren dann in unseren gebuchten Hafen. Denn es soll Sauwetter geben. Viel Wind mit Gewittern. Und in ein paar Tagen wollen wir auch David und Nina am Bolsener See besuchen.

Hier im Hafen haben wir seid sehr langer Zeit auch mal wieder eine tolle Begegnung mit deutschen Seglern die hier ihren festen Liegeplatz haben. Wir freunden uns an und Peters Wissen über vieles wird gern gesehen und auch genutzt.😀 Er geht voll darin auf und genießt dies sichtlich.

Isolde und Hans haben auch ein Auge wenn wir zu David fahren. Das ist schon sehr beruhigend denn bei diesen Winden ist auch hier im Hafen von Rom ganz schön Bewegung.

Hier sieht man einige Boote mit Jugendlichen und einer Nonne oder einem Abt. In Rom ist ein großes Jugend Treffen mit Messe die vom Papst gehalten wird. Die Boote kommen meist auf ihrer Pilgerreise von Frankreich und haben schon eine gehörige Strecke hinter sich gebracht.

Wir verbringen die Abende mit Isolde, Hans und den Kindern. Aber dann heißt es, das Auto holen und auf nach Bolsena.

Ponza

Die Lieblingsinsel der Römer gilt außerhalb Italiens als Geheimtipp. Sie gehört auch zu den Pontischen Inseln und ist einfach mit seinen weißen Steilküsten und türkisblauem, kristallklarem Wasser nicht ohne Grund in den Sommermonaten seeeehr gut besucht.

Die Inselhauptstadt ist in dieser Zeit auch gut besucht und man kann schön zwischen den pastellfarbenen Häusern spazieren gehen. Vielleicht sieht man ja einen Promi😉.

In Italien sind einfach schnelle Motorboote beliebt die gerne durch das volle Ankerfeld sausen und so sollte man nicht auf die Idee kommen zwischen fünf und acht Uhr sein Beiboot ins Wasser zu lassen und mit dem Motor zu bestücken. Denn dann herrscht „Rushour“ und es gibt wahnsinnige Wellen. Ähnlich wie an der Amalfiküste. Den Fehler haben wir einmal gemacht und es ist nur nichts passiert weil wir uns akrobatisch verrenkt haben. 🤣 Aber wenn man es weiß gewöhnt man sich so langsam daran.

Wir besuchen je nach Wind verschiedene Buchten, segeln rüber auf die kleine Nachbarinsel Palmarola und wieder zurück nach Ponza.

Wir beobachten Helikopter die den Besuch auf die Megayachten bringen und Abends schauen wir uns die Leute beim flanieren an. Natürlich immer „bella Figura“.

Man merkt schon, wir lassen uns Zeit denn wir wollen uns mit David und Nina auf dem Festland treffen. Darauf freuen wir uns schon sehr. Landurlaub! Mal weg vom Boot ist auch sehr schön und natürlich die Familie.

Es war lange nicht klar ob es klappt. Ob wir einen Hafenplatz finden der dann auch noch bezahlbar ist. Aber ich habe durch einen Tipp, in Ostia Glück. Der Yachthafen von Rom hat ein Plätzchen für uns. Im Tiber wäre es sicher auch noch gegangen aber dort ist es am Eingang sehr flach und das wollten wir dann nicht.

Ich frage sogar noch zwei Tage früher an und bekomme Platz. Denn es soll Sturm geben und so sind wir dann froh dort sein zu können.

Aber bis dort sind es noch 80 Seemeilen und so machen wir uns dann auf den Weg.

P.S. Als Peter den kleinen Anker geborgen hatte war er total heiß und fand beim schnorcheln noch mal einen Anker. Als er dann runter tauchte und am Anker zog, erkannte er das an seinem Anker noch ein Schiff hang. So hat er ihn lieber unter gelassen. 😂🤣 Wir haben uns noch den ganzen Abend darüber amüsiert.😀

Gaeta,

ist für uns zuerst einmal ein Zufluchtsort denn über Ventotene geht ein Starkwind Feld und wir suchen einen Ort der uns etwas Schutz bietet. Das bedeutet 30 Seemeilen Richtung Festland segeln. Diese Strecke ist etwas besonderes für uns denn wir sehen zwei junge Finnwale. Erst denken wir, es ist ein verloren gegangener Container und das Wasserblasen wird durch die Wellen verursacht. Aber dann können wir es genau erkennen. Einfach magisch. Die Tiere sind eine ganze Weile an der Wasseroberfläche und lassen sich einfach treiben. Als aber ein Motorboot angerauscht kommt tauchen sie ab und wir sehen die großen Fluken wie sie vor dem Abtauchen in die Höhe gehen. Echt ein Wow-Moment. Mit Walen habe ich hier nun gar nicht gerechnet aber scheinbar gibt es in dieser Gegend ein Schutzgebiet. Außerdem sehen wir viele jagende Tunfische die von unserem Köder aber leider nichts wissen wollen😥.Und am Ende des Tages besuchen uns noch Delfine. Was für ein Segeltag.

Wir haben vorher noch nie etwas von Gaeta gehört und sind schon beeindruckt als wir an diesem riesen Felsen vorbeisegeln auf dem das Castello Angioino-Aragonese steht.

Gaeta liegt genau zwischen Rom und Neapel und wir können uns dort vor dem Hafen in die Bucht legen. Dieser Bereich bietet uns genügend Schutz. Wir nutzen die Zeit und gehen mal wieder größer einkaufen, können in der Marina die Waschmaschinen nutzen und mal die Bettwäsche und die Handtücher durch waschen. Alles wird mal wieder klar Schiff gemacht.

Abends sind wir dann in der Stadt unterwegs denn dann werden die Temperaturen langsam erträglich.

Im mittelalterlichen Stadtkern lassen wir uns über viele Treppen und engen Gassen hoch zur Kirche San Francesco treiben. Von hier hat man einen wunderbaren Blick über den Golf von Gaeta.

Unten im Hafenviertel steht der Dom von Gaeta mit seinem charakteristischen Glockenturm.Die Altstadt ist sehr lebendig und wir genießen es sehr hier zu sein.

An einem Tag wandern wir den Monte Orlando rauf. Wir wollten wegen der Hitze eigentlich früh los aber es wurde doch wieder zwölf Uhr🤣.

Dort oben liegt eine der schönsten Sehenswürdigkeiten, die Montagna Spaccata = gespaltener Berg. Der Legende nach soll sich der Fels bei der Kreuzigung Christi gespalten haben. Dort liegt nun die Wallfahrtskirche aus dem 15. Jahrhundert und ist ein bekanntes Pilgerziel. Zur Grotta del Turco geht es über Treppen zu einer wunderschönen Meeresgrotte. Aber leider haben wir Pech und es ist alles zu.

Also wandern wir weiter zum Mausoleum auf dem Gipfel, das aber leider wegen Restaurationsarbeiten zu ist 😏. Irgendwie haben wir Pech.

Über einen schönen Weg laufen wir zurück in die Stadt, genießen ein Eis und gehen an Bord kochen. Wir sehen mal wieder ein Löschflugzeug, denn im Umland von Gaeta brennt es. Aber er schafft es bis Sonnenuntergang, und das Feuer ist aus.

Da der Wind uns immer noch zu stark ist, bleiben wir noch etwas und besuchen das Castello.

Der eine Teil wird heute von der Gardia Finanzia als Seeschule verwendet. Den anderen Teil besichtigen wir. Ein Teil gab es schon seid dem 6.-7. Jahrhundert und wurde über die vielen Jahrhunderte ständig erweitert oder umgebaut.

Von 1881 – 1990 !! wurde es als Militärgefängnis für Kriegsdienstverweigerer und politische Häftlinge benutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden hier auch die beiden Nazioffiziere Walter Reder, der für das Massaker von Marzabote verantwortlich war und Herbert Kappler der federführend beim Massenmord in Rom von 335 Menschen war, eingesperrt.

Den beiden ging es aber nicht schlecht, sie hatten ein Apartment und andere Häftlinge die für sie arbeiten mussten. Obwohl sie ein vielfaches an Lebenslang bekommen hatten, kamen sie Mitte der siebziger frei und konnten in ihre Heimat zurück. Man munkelt es ist Geld geflossen damit sie diese Privilegien haben können.

Da wird mir ganz schlecht und ich habe mich als Deutsche bei diesen Äußerungen echt nicht wohl gefühlt. Schlimm kann ich nur sagen!

Danach lassen wir uns wieder durch die Altstadt treiben.

Nach ein paar Tagen geht es dann aber weiter denn der Wind stimmt für Ponza.