Naxos + Amorgos+ Levitha

bis 2.6.24

Wegen des starken Nordwindes verstecken wir uns ganz unten auf der SĂŒdseite von Naxos in eine wunderschöne tiefe und einsame Bucht. 30Km bis zum nĂ€chsten Ort in dem man was einkaufen könnte. Echt herrlich. Außer einem kleinen Kiosk und ein paar einsamen FerienhĂ€usern ist hier nichts. Wir verankern uns sicher mit Landleine und können so mit einem ruhigen GefĂŒhl zu einer Wanderung aufbrechen. Hier ist die Ă€lteste Akropolis Griechenlands, die wir uns natĂŒrlich ansehen wollen. Über alte Ziegenwege machen wir uns auf den Weg. Vorher melden wir uns aber am Kiosk zum Essen an. Das freut die Besitzer sehr denn wir sind hier die einzigen. Wir bleiben drei Tage hier und genießen es sehr. Die Besitzerin des Kiosk ist so lieb und bringt uns Brot aus dem Dorf mit.

Wenn es dunkel wird hört man nur noch Schafe und Ziegen. Wir lieben solche einsamen Ecken.

Unser nĂ€chster Stopp soll Amorgos sein. Wir ankern aber noch mal fĂŒr 3-4 Stunden auf der Nachbarinsel Koufonisi da der Wellengang der sich die letzten Tage aufbauen konnte noch enorm ist und der Wind sich auch noch nicht wirklich gelegt hat. Wir warten etwas ab und machen uns mit gutem Rest Wind dann auf dem Weg nach Amorgos.

Diese Insel wird fĂŒr uns einer der Highlights in den Kykladen.

Erst mal mĂŒssen wir uns nach der einsamen Zeit wieder mit Frisch Sachen bestĂŒcken aber danach erkunden wir die Insel.

Amorgos ist eine reine Felseninsel mit zwei hohen Bergen bis 700m hoch. Auf der SĂŒdseite fallen die Klippen bis zu 300m in die Tiefe und genau dort liegt in dieser Klippe das berĂŒhmte Felsenkloster Chozoviotissa. FrĂŒher war es nicht weiß gestrichen und wurde somit nie von Piraten oder anderen kriegerischen Völker, eingenommen. Heute leuchtet es wunderschön weiß in den Felsen. Wir fahren von unserer Bucht auf der Nordseite mit dem Bus ĂŒber die Insel bis unterhalb des Klosters. Wir wandern zum Kloster hoch und genießen dort fĂŒr eine kurze Zeit eine tolle AtmosphĂ€re mit Klosterschnaps😃

Von dort geht es erst runter und dann wandern wir hoch auf den Berg zur traumhaft schönen Chora mit ihren WindmĂŒhlen.

Hier ist es sehr ruhig denn Amorgos liegt abseits der Touristenströme. Hier hin verirren sich nur die Rucksack Touristen und Wanderer. Denn die Wanderwege sind sehr gut ausgezeichnet. Auch wir nehmen nach erkunden der Chora und dem Besuch in einem kleinen Museum, einen dieser tollen Wanderwege zurĂŒck in unsere Bucht. Echt herrlich.

Bald wechseln wir fĂŒr kurze Zeit in eine Bucht mit Wrack an dem der Peter schnorcheln will. Auf Amorgos wurde auch an dieser Stelle der Film „Im Rausch der Tiefe“ oder „Deep blue “ gedreht und ist fĂŒr sein tief blaues Wasser berĂŒhmt. Dies ist auch die Insel der Harpun Taucher.

Als Peter wieder aus den Tiefen des Wassers rauskommt wechseln wir in den östliche Hafen nach Amorgos und werfen den Anker im Hafenbecken. Allerdings mit Trippleine (= Boje die mit einer Leine am Anker befestigt ist) denn hier soll der Boden mit vielerlei Leinen und Ketten verseucht sein. Und so bekommt man im schlimmsten Fall den Anker wieder frei.

Wir genießen einen Strandspaziergang und die Stadt am Abend, trinken einen Sundowner auf unserer „Terrasse“ und machen dann alles fĂŒr die Nacht fertig.

Das heißt das wir jederzeit im Notfall Anker auf gehen können. Dinghi hoch nehmen und alles ist weg gerĂ€umt.

Außerdem wollen wir eh am nĂ€chsten Morgen auf die kleine Kykladen Insel Levitha.

Die Überfahrt wird angenehm. Am Ende etwas ruppig aber wir freuen uns auf den Bauern mit seinen Bojen. Dort liegen wir dann mit anderen in einer kleinen Bucht. Die Boje ist frei wenn man beim Bauern isst. Das tun wir natĂŒrlich und genießen diese kleine Insel fĂŒr ein paar Tage.

An eine liebe Wiener Crew da draußen

Da ich euch nicht anders erreichen kann, sage ich es eben hier.

Ich finde es toll das ihr eure Lebensmittel und die GetrĂ€nke nicht in den MĂŒll geschmissen habt. Denn so sind wir auch gestrickt.

Nicht nur das Ressourcen geschont werden sondern auch weil nun unser KĂŒhlschrank rappel voll ist und wir heute einen leckeren Wein auf euch trinken können.

Habt eine gute Zeit und bleibt wie ihr seid. Vielleicht treffen wir und irgendwo mal wieder.

Ganz liebe GrĂŒĂŸe.

Fortsetzung

Es ist nun schon halb elf und stockdunkel. Bei jedem Blitz kann ich sehen das alle Boote stÀndig anders stehen da andauernd der Gewitterwind aus einer anderen Richtung weht. Peter ist noch an Bord und ich sehe um uns einige Positionslichter, das mir sagt das Boote unterwegs sind.

Neben uns lagen zwei TĂŒrkische Boote die im PĂ€ckchen lagen. Das heißt sie haben sich zusammen gebunden.

Nun bei diesem Gewitter mussten sie sich ja schnell lösen, was aber nicht ging da sich ihre Anker zusammengeknotet hatten.

Und Alina mitten drin in diesem Dilemma.

Als es sich etwas entspannt hatte kam Peter mit dem Dinghi angesaust um mir zu sagen das ich schnell bezahlen soll.

Er war ziemlich aufgewĂŒhlt und sauste erst mal wieder zurĂŒck zum Boot um mir fĂŒrs zahlen etwas Zeit zu geben und dort auf zu passen.

Bald war ich auch wieder an Bord. Das Gewitter hatte sich dann auch beruhigt. Wir haben noch mal alles kontrolliert. Die TĂŒrken haben sich in der Bucht verteilt und wir konnten ins Bett gehen.

Schlafen konnte ich nach alledem nicht besonders gut und eines habe ich daraus gelernt, das wir bei solchen Wetteranzeichen immer gemeinsam an Bord zurĂŒck gehen.

Auch wenn der Tisch noch voll steht. Das muss in diesem Moment egal sein!!

Ein aktueller Moment

Wir sitzen im Restaurant in der Klosterbucht von Symi.

Ich nutzt hier das Internet um endlich unseren Blog hoch zu laden und etwas BĂŒro zu machen. Danach wollen wir eigentlich um die Bucht wandern.

Plötzlich sind wir mit weiteren zwei Tischen in einem intensiven GesprĂ€ch. Wir sagen unsere Wanderung ab und genießen lieber diese Begegnung.

In diesem GesprÀch merken wir aber nicht das ein Gewitter heranzieht. Wir haben Wein bestellt und einen griechischen Salat. Alles steht auf dem Tisch. Die ersten Tropfen fallen. Blitze leuchten auf.

Der Donner lÀsst uns hören das das Gewitter schon sehr nah ist.

Wir haben bei der Hitze natĂŒrlich alle Fenster auf.

Die Nachbar-Tische verschwinden auf ihre Boote. Was machen wir mit unserem vollen Tisch.

Peter schlÀgt vor zum Schiff zu paddeln und alles dicht zu machen. Ich bleibe hier.

NatĂŒrlich hat er sein Handy bei mir gelassen so können wir uns nicht erreichen. Was jetzt?

Nachdem er eine Weile weg ist merkt man das sich das Gewitter verzieht. Gott sei Dank gab es keinen Böenkragen. Zumindest bis jetzt.

Es ist ein komisches GefĂŒhl nicht mit Peter bei dieser Gefahr an Bord zu sein sondern hier, handlungsunfĂ€hig in diesem Lokal zu sitzen und ab zu warten wie das Gewitter weiter zieht.

In diesem Moment sehe ich das unser Nachbar Anker auf genommen hat. Warum?? Ich mache mir Sorgen. Sind sie uns zu nahe gekommen?

Ich weiß es nicht und das macht mich etwas unruhig.

Gut das Peter an Bord ist. Ihm vertraue ich Alina zu 100% an.

Der Regen lÀsst langsam nach. Ab und zu donnert es noch und Blitze leuchten auf.

Um Alina sind Boote unterwegs. Ich sehe es an den Lichtern. Ich fĂŒhle mich total hilflos.

Antiparos, Schionousa, Koufonisi

19.5.24-26.5.24

Die kleinen Kykladen von denen ich noch nie gehört hatte.

Neben Paros liegt die kleine Insel Delos die ein Hotspot der Antike ist und mit Tempel und Figuren damals das religiöse Zentrum Griechenlands darstellte und heute tausende Touristen anzieht.

Wir haben sie links liegen lassen und sind gleich nach Antiparos in eine wunderschöne große Bucht gesegelt. Dort steht der große Apollo Tempel den man erst vor kurzem(1993) entdeckt hat und immer noch weitere Teile entdeckt und restauriert. Es wird nun schon vermutet das er noch Ă€lter wie Delos ist. Wir konnten leider nicht hin da es geschlossen war, haben es aber sehr aus der Entfernung genossen.

Endlich ist die Wassertemperatur knapp ĂŒber 20 °C und auch ich kann mich zu sehr kurzem schwimmen aufraffen. Aber auch nur um zu duschen.😋

Peter beginnt die Griffe fĂŒr die Backskisten zu montieren. Wir versuchen immer kleine Arbeiten zu erledigen und alles was uns auffĂ€llt auch gleich zu richten. Wie zuhause. Am Haus ist auch immer etwas zu tun.

Plötzlich ruft uns jemand, ich springe nach draußen und sehe das die SY Sunny neben uns anhĂ€lt.

Wir freuen uns sehr die beiden die wir letztes Jahr in den Sporaden kennengelernt haben, wieder zu sehen. Als sie kurz drauf in der Ferne fest sind fahren wir mit dem Dinghi rĂŒber und begrĂŒĂŸen die beiden. Wir verabreden uns fĂŒr den Abend den wir dann auch total genießen.

Es ist einfach toll wenn man bekannte Gesichter wieder trifft.

Uns zieht es aber am nĂ€chsten Tag weiter denn der Wind soll passen. Ich lege unter Segel ab und es toll diese schöne Bucht gemĂŒtlich an mir vorbei ziehen zu lassen und die zweite Tasse Kaffee zu genießen.

Keine 2 Stunden spĂ€ter ist der Wind schon wieder so stark das wir das Segel gehörig verkleinern mĂŒssen. Wir gehen ins 2. Reff. WĂ€hrend ich segel macht der Peter unten Wasser und fĂŒllt den Wassertank und meine Trinkflaschen wieder auf. Wir trinken das Wassermacher Wasser sehr gerne. Es schmeckt sehr gut. Die fehlenden Mineralien fĂŒllen wir durch etwas Saft auf und es gibt in jedem Lokal erst mal eine Flasche Wasser wenn man sich hinsetzt. Bis jetzt haben wir noch keinen Mangel festgestellt.

Die nÀchste Insel auf der wir zwei Tage verweilen ist Schionousa. Die Magie dieser Insel ist wunderbar. Als wenn die Zeit auf dieser kleinen Kykladeninsel stehen geblieben wÀre. Es gibt nur zwei Orte. Die Hauptstadt (Chora) auf dem Berg und ein sehr kleiner charmanter Hafen. Wir erwandern beides und lieben diese Insel auf Anhieb. Eine sehr authentische griechische Insel auf der die Zeit wohl stehen geblieben ist.

Aber leider mĂŒssen wir weiter. Der Wind zwingt uns dazu.

Wir sind sehr frĂŒh unterwegs, treffen auf zwei Delfin-MĂŒtter mit ihren Jungen. Es ist immer wieder wundervoll diese Tiere zu treffen und uns ist auch bewusst das dies ein riesen Privileg ist und bestimmt nicht selbstverstĂ€ndlich. Unsere Welt ist sooo schön.đŸ„°

Bald liegen wir in einer karibischen Bucht auf Koufonisi. Das Wasser ist wahnsinnig in den Farben. Der Wind ist recht stark aber der Halt ist sehr gut.

Wir merken nun immer mehr das hier die Saison beginnt. Die Bucht ist schon recht voll was aber nicht unangenehm ist. Auch andere möchten die schönen Flecken dieser Erde entdecken😉

Wir bleiben hier zwei NĂ€chte und genießen das kommen und gehen der verschiedenen Boote, die Farben des Wassers und die zerklĂŒfteten Felsen mit den vielen Höhlen. Leider können wir dort nicht schnorcheln da der Wind zu stark und auflandig ist. Aber wir wandern ĂŒber die Insel in die Stadt.

Dann nervt mich aber bald der laute Wind und das rollende Boot und so rege ich an hoch nach Naxos in eine geschĂŒtzte Bucht zu gehen um dort den zunehmenden Wind abzuwettern.

Ja ich weiß, es ist immer wieder das Thema Wind. Aber der ist hier in den Kykladen auch sehr dominant und wir können das leider nicht umgehen.đŸ€Ș

Aktuell sind wir sehr nah an der tĂŒrkischen Grenze. Und ohne es zu merken hat der TĂŒrke unser Datenvolumen vom Router gefressen da ich es nicht schaffe um zu stellen😏.

Somit ist es nicht immer Sonntag wenn was kommt, sondern nur dann wenn ich in einer Taverne mit Wifi bin. Sorry!

Syros, Mykonos und Paros

8.5.-18.5.24

Drei wunderschöne Kykladen Inseln und keine ist annÀhernd gleich. Nur die Landschaft Àhnelt sich sehr.

Wir liegen in einer gut geschĂŒtzten Bucht auf Syros und mĂŒssen wieder mal einen Wind von 40 kn abwettern.

Der Anker liegt gut und tief eingegraben im Sand und somit sind wir sicher. Aber die LautstĂ€rke des Windes ist sehr anstrengend. Und so flĂŒchten wir an einem Tag von Bord, fahren mit dem Dinghi ans Land und mit dem Bus in die Hauptstadt. Die Busfahrt ist richtig angenehm. Wir sehen viel vom Insel Innern. Getreide, GemĂŒse was man so braucht wĂ€chst hier. Aber es ist alles schon sehr trocken. Es hat im Winter kaum geregnet und somit herrscht hier schön die Brandgefahr „orange“.

Syros, die edle. Wenn man durch die Hauptstadt lÀuft, könnte man fast meinen in Italien zu sein. Es ist gut zu sehen das die Venezianer eine ganze Zeit auf der Insel geherrscht haben. Die typischen venezianischen Villen und Kuppelbauten. Wunderschöne alte GebÀude. Die Stadt Emourpoli ist auch Uni-Stadt und somit gibt es sehr viel junge Leute und nette kleine Cafés .

Wir lernen auch wieder ganz nette Segler kennen mit denen wir gerne Zeit verbringen. Aber die beiden segeln frĂŒher los und haben ein anderes Ziel wie wir und somit trennen sich wieder unsere Wege. Schade, es war schön mit euch Ingrid und Gerd.

Peter mag unbedingt nach Mykonos. Ich eigentlich nicht da ich nun wirklich keine PartygĂ€ngerin bin. Aber wie heißt es: „In guten wie in schlechten Zeiten“, 😁

Mykonos steht fĂŒr TraumstrĂ€nde und Party. Sie ist vielleicht die berĂŒhmteste und bekannt fĂŒr ihr pulsierendes Nachtleben. Und so kommt es natĂŒrlich auch das hier 3 große Cruiser in der Bucht liegen, wir keinen Platz ( trotz Anmeldung per Mail) im Hafen bekommen, und das teuerste Bier, 0,330ml fĂŒr 12 € in unserem Leben trinken. Schon um neun tanzen leicht bekleidete Urlauber auf den Tischen und wir machen uns von klein Venedig davon und laufen durch schöne enge Gassen in denen die teuersten Lable und Galerien, ihre Ware anbieten und die Preise sogar in MĂŒnchen ein SchnĂ€ppchen wĂ€ren.

Wir sind spĂ€t gekommen und haben in einer etwas entfernten Bucht eine Boje ergattert die allerdings 50€ kosten soll. Abends kam niemand und morgens sind wir schon bei Sonnenaufgang geflĂŒchtet und so war sie kostenlos.😉

Unser nĂ€chstes Ziel sollte Naxos sein. Aber die ĂŒber 3m hohen Wellen lassen uns die Richtung etwas angenehm Ă€ndern und wir steuern Paros an.

Wir legen uns nach einer anstrengenden Fahrt in die Bucht der Hauptstadt, wir möchten einen WĂ€sche Tag einlegen. Denn hier hat es eine MĂŒnz WĂ€scherei und so können wir die ganze BettwĂ€sche und unsere HandtĂŒcher waschen. DafĂŒr ist unsere Waschmaschine zu klein.

Paros ist wunderschön und eine richtige Postkarteninsel. Weiß blaue kleine Fischerdörfer und ein wildes Hinterland.

Wir ordern fĂŒr den nĂ€chsten Tag einen Roller und fahren ĂŒber die Insel, besuchen die Chora Lefkes und schlendern durch die engen Gassen. Ein Besuch der alten Minen in denen der berĂŒhmte fast durchsichtige Marmor abgebaut wurde steht auch noch auf dem Plan. Daraus wurde der Tempel von Delphi und Delos gebaut und auch die berĂŒhmte Venus von Milos oder die Nike von Samuthraki.

Abends kommen wir mit tausend EindrĂŒcken wieder an Bord und lassen den Tag ausklingen.

Der nĂ€chste Tag ist diesig und schwĂŒl. Wir wollen um die große Bucht wandern. Aber plötzlich ist von jetzt und in die nĂ€chste Sekunde ein Windwechsel von nichts auf 35kn und ein Dreher um 180°.

Die Boote werden in die Ankerkette katapultiert, legen sich auf die Seite und drehen sich um 180°. Dann pendeln sie es aus und alles ist wieder gut. Das war echt gruselig. Wir warten noch etwas und gehen dann spÀter wandern. Kann ja sein das noch was kommt. Aber alles bleibt ruhig.

Auch hier findet man Ähnlichkeiten zu Mykonos. Nur viel sympathischer und entspannter.

Und immer wieder die bezaubernden weißen HĂ€uschen mit den blauen FensterlĂ€den.

PS. Etwas spÀt. Aber manchmal habe ich kein Internet wenn es einfach zu einsam ist.

Wir tauchen in die Kykladen ein

1.5.-8.5.24

Die Kykladen Inseln sind der Inbegriff fĂŒr weiße HĂ€user mit blauen FensterlĂ€den. Und natĂŒrlich Unmengen weißer Kirchen mit blauen DĂ€chern.
Jeder hat ein Bild von Santorini oder Mykonos . Und ja so sehen fast alle Orte auf den Kykladen aus die wir bisher besucht haben. Wenn man durch die weiß gekalkten Gassen lĂ€uft spĂŒrt man die Schönheit und das besondere der Kykladen.
Als wir vom Festland gekommen sind haben wir erst mal die Insel Kea angesteuert. Sie ist voll in Athener Hand, da es nicht sehr weit weg ist. Viele Athener haben hier ein Ferienhaus.
Wir gehen mit Alina an die Stadtmole da wieder mal Starkwind😏 gemeldet ist, und hoffen das es dort sicher ist. Das anlegen ist kein Problem obwohl es schon fast voll ist.
Abends gehen wir gerne noch etwas wandern und können oberhalb des Ortes auf den Hafen schauen und sehen das ein Boot mehrfach wieder ablegt und versucht wieder anzulegen.


Das verursacht bei uns ein komisches GefĂŒhl đŸ€”und wir wandern umgehend wieder zurĂŒck.
Der Wind ist noch stĂ€rker geworden und bei dem Boot hat der Anker nicht gehalten. Kaum ist dieses Boot wieder sicher fest, sehen wir das auch unser Anker nicht hĂ€lt. Wir fragen noch schnell einen Österreicher ob er unsere Leinen annimmt wenn wir wieder anlegen und gehen raus und holen den Anker wieder ein. Aber auch der Österreicher muss ablegen weil er slippt (=Anker hĂ€lt nicht).
Wir legen den Anker neu mit fast 70m Kette und sind dann sicher fest.
Der Österreicher kĂ€mpft noch bis er mir zuruft auf Kanal 68 das FunkgerĂ€t anzumachen. Dort sagt er mir das er seinen Anker verloren hat, der am Ende nicht gut befestigt war. Er wĂŒrde versuchen seinen Ersatzanker zu werfen. Ich bleibe derweil am Funk auf Standby. Es ist mittlerweile zehn Uhr Abends und der Wind ist sehr stark.
Fast zwei Stunden kĂ€mpft er, aber der Anker will nicht halten. Wir empfehlen ihm trotz auflandigem Wind, lĂ€ngsseits an die Mole zu gehen. Wir wĂŒrden ihm auch noch Fender zum ab polstern geben.
Er hat eine unruhige Nacht aber ist wenigstens fest. Peter sagt ihm das er am nĂ€chsten Morgen nach dem Anker tauchen kann, was ihn sehr glĂŒcklich macht.

Gesagt getan. Am nÀchsten Morgen geht Peter in seine Tauchkluft und sucht den Anker den er auch schnell findet.

Ich leite den Österreicher ĂŒber Funk an Peter heran damit er die Ankerkette wieder ans Boot befestigen kann. Alles geht gut und er zieht seines Weges wieder davon.

Wir ziehen nach dieser Aktion los und erkunden die Insel Kea mit dem Roller. Sehr bergig mit vielen MĂŒhlen. Eine atemberaubend schöne Landschaft mit wunderschönen StrĂ€nden und smaragd- grĂŒnem Wasser. Tolle uralte Wanderwege unter schönen alten Eichen.Eine wunderschöne Chora und der berĂŒhmte BeschĂŒtzer, der „Löwe von Kea „ der mehr als 3000 Jahre alt ist.

Hier beginnt gerade das griechische Osterfest und wir können die Prozessionen vom Boot aus verfolgen.

Traditionell wird hier zu Ostern ein rotes Ei im Hefezopf eingebacken

Samstags wird die Auferstehungsfeier groß mit Feuerwerk gefeiert.
Am Ostermontag geht es dann weiter nach Kythnos.
Wir verabschieden uns von allen und los geht es.

Die Winde hier sind um den Inseln nicht so einfach zu besegeln. Sie drehen in kĂŒrzester Zeit, werden von starkem zu schwachen Wind, und die Wellen kommen von allen Seiten.
Das heißt wir haben kurz schönen Segelwind und dann reicht er plötzlich nicht mehr um gegen die Wellen anzukommen. Also muss leider der Motor ran.
Am Nachmittag liegen wir in einer tollen Doppelbucht auf Kythnos und ruhen uns erst mal aus.
Zum Sonnenuntergang wandern wir zu einer kleinen Kapelle und genießen dann einen ruhigen Abend.

Die folgende Nacht ist endlich mal wieder super ruhig. Wir können also sehr gut schlafen und am nÀchsten Tag einige kleine Arbeiten erledigen. Am spÀten Nachmittag geht es dann zur nÀchsten Stadt.

Denn wir mĂŒssen einkaufen.
Morgends drauf geht es dann weiter.

Herzlich willkommen auf dieser wunderschönen Welt die wir fĂŒr dich beschĂŒtzen mĂŒssen.

Unser neuer Familienzuwachs đŸ„°

Wind , viel Wind und Sturm

Ich fĂŒhle mich schon das ganze FrĂŒhjahr wie in einer Waschmaschine.

NatĂŒrlich weiß ich das wir in der windreichen ÄgĂ€is unterwegs sind. Aber es kann schon sehr anstrengend sein und hat mir des öfteren ganz schön viel Respekt vermittelt.

Bisher war es so das ich eigentlich nicht richtig zur Ruhe gekommen bin.

Mehrmals am Tag das Wetter checken und jedes mal sagt es was anderes. Wo sollen wir uns da vor dem kommenden Starkwind verkrĂŒmeln wenn wir nicht wissen aus welcher Richtung er dann nun kommt oder er in der Nacht mehrmals die Richtung Ă€ndert. Echt anstrengend. Aber das haben wir ja so gewollt🙃.

Nun bewegen wir uns in den Kykladen und hier ist der Wind nicht weniger geworden, aber hier kommt er meist aus Nord oder auch mal aus SĂŒd. Aus dem SĂŒden bringt er leider den Saharastaub mit 😏.

Der ĂŒbliche Sommerwind der hier im Juli und August weht, ist der berĂŒhmte und auch berĂŒchtigte Meltemi der immer vom Norden weht und meist sehr stark ist. Durch unsere KlimaverĂ€nderung fĂ€ngt er oft sogar viel frĂŒher im Jahr an. Denn der Meltemi hĂ€ngt stark von den Tagestemperaturen ab. In den heißesten Stunden des Tages, weht er am stĂ€rksten und lĂ€sst gegen Abend etwas nach.

Wir hatten ihn sogar schon des öfteren jetzt im Mai mit StĂ€rken von ĂŒber 40 kn. Dann verkrĂŒmeln wir uns in eine sichere Bucht und warten ab bis es ruhiger wird. Auch wenn ich weiß das die Bucht sicher ist bleibt doch wĂ€hrend des Sturmes eine gewisse Anspannung. Dieses und der schreiend laute Wind im Rigg (=Mast+das was ihn hĂ€lt) kann einen schon zermĂŒrben.

Von diesen Momenten habe ich leider kein Bild. Erstens habe ich mit mir dann genug zu tun und zweitens kommt es auf Bildern nicht rĂŒber.

Zwischen den Inseln kann man die WindstÀrke meist verdoppeln und muss deshalb dort sehr aufpassen und vorbereitet sein. Sprich, wir machen vorher schon das Segel-Kleid kleiner.

Auf manchen Inseln soll man nur ankern wenn man ein starkes Ankergeschirr hat. Das haben wir Gott sei Dank.

Diese Tipps stehen in RevierfĂŒhrern die wir natĂŒrlich auch in unsere Planung einbeziehen.

Jetzt habe ich den Eindruck das sich das Wetter etwas beruhigt. Es ist noch kĂŒhl und regnerisch, aber auch mit Sonne dazwischen. Die Winde sind zur Zeit OK und machbar.

So können wir endlich auch die verschiedenen Inseln erkunden.

Aber dazu beim nÀchsten mal mehr.

Aktueller Nachtrag:

Gestern liegen wir in einer sicheren Bucht von Paros. Es ist sehr schwĂŒl und gewittrig. Nahezu kein Wind. Wir wollen an Land zu einer Wanderung aufbrechen. Auf einmal das:

Von einer Sekunde zur anderen dreht der Wind um 180* und steigt genauso schnell von 5 auf 36 kn.

Die Boote werden voll in den Anker nach vorne geschmettert, legen sich dann auf die Seite und drehen den Bug wieder in den Wind. Fliegendes Wasser ist unterwegs.

Leicht beÀngstigend. Unser Anker hÀlt aber bombig. Keine Gefahr.

Da kann man nun etwas nachfĂŒhlen was vor zwei Jahren in Italien passiert ist. Dort war es noch stĂ€rker und das Resultat war, viele Boote lagen am Strand oder auf Felsen.😔

Bei uns war dann nichts mehr, und wir konnten spĂ€ter zu unserer Wanderung aufbrechen.👍

Schöne ?? und Reiche von Griechenland

Wir erleben ein komplett anderes Griechenland, wie das, welches wir bisher erleben durften und lieben.

Um David und Nina empfangen zu können mussten wir Wetterbedingt auf der Westseite von Attika ziemlich hoch nach Athen segeln. Denn keine Marina vorher hatte Platz.

Diese war etwas ab vom Schuss aber im Zentrum des ehemaligen Olympischen Wasserparks von 2006. Auf diesem ehemaligen SportgelÀnde und auf einem ehemaligen Athener Flughafen wird nun der riesige Ellinikon Experience Park gebaut. Wirkt etwas wie das amerikanische Silicon Valley.

Die Zwei kommen mit dem Bus vom Flughafen zur Marina. Die Bushaltestelle ist nur 10 Gehminuten von uns weg. Wir laufen Ihnen entgegen und freuen uns riesig als sie uns schon entgegen kommen. Auch die Zwei strahlen ĂŒber das ganze Gesicht. Nun werden sie das erste mal die Alina sehen. Beide sind begeistert und fĂŒhlen sich glaube ich von der ersten Minute an wohl.

Sie richten sich ein, wir erklĂ€ren alles und Nina stellt fest, das es nichts anders ist wie in einem Wohnmobil. SpĂ€ter laufen wir drei eine Stunde in die Stadt und wollen etwas einkaufen. Apperol und Sekt 😀. Ich bin etwas ĂŒberfordert. Die totale Großstadt mit allen LĂ€den die es bei uns in D auch gibt. Das bin ich von den Inseln gar nicht gewöhnt. ZurĂŒck fahren wir mit dem Bus, denn es war schon etwas weit.

An Bord wird erst mal gekocht und lecker gegessen. Danach schmeiße ich die Eismaschine an und wir genießen den Abend bei einem oder zwei Aperol Spritz.

Das Wetter ist hier auf der Westseite auch nicht so toll. Wir haben sehr viel Wind. Ich schlage vor am nĂ€chsten Tag nur einen Segelschlag vor Athen zu machen und spĂ€ter in eine sichere Bucht zu flĂŒchten bevor der Wind wieder ĂŒber 30 kn geht.

Gesagt getan. Wir segeln sportlich raus und machen drei Stunden spĂ€ter, am frĂŒhen Nachmittag in der Bucht „Ormos Vouliagmenis“ wieder unter Anker fest. Beide sind seefest und können den kleinen Törn auch genießen.

Wir genießen den Nachmittag an Bord auch wenn die Alina ziemlich am Anker zerrt.

Gegen Abend gehen wir zum Essen an Land. Die Jugend hat ein nettes Lokal ausgewĂ€hlt. Schnell merkt man, das hier nichts mehr so ist wie auf den Inseln. In dieser Bucht scheint das Geld Athens unterwegs zu sein. Riesen Protz Autos, sogar ehemals schöne MĂ€dels sind in Botox gefallen. GefĂŒhlt jede Person hat Unsummen fĂŒr Schönheits-OP’s ausgegeben. Ich glaube ich konnte meinen Mund vor Entsetzen nicht mehr schließen. Ein wenig habe ich mich wie Crocodil Dundee in New York gefĂŒhlt. Und das bei so jungen Leuten.

Aber nichts desto Trotz hatten wir einen wundervollen Abend in einem hervorragenden Restaurant.

Bei sehr viel Wind kĂ€mpfen wir uns mit dem Dinghi wieder zurĂŒck an Bord. Wir spielen Kniffel und sind alle recht frĂŒh im Bett.

Am nĂ€chsten Tag ist der Wind noch sehr heftig und Nina und David beschließen nach Athen zu fahren. Dort verbringen sie einen schönen Tag. Auch wenn David leider etwas krĂ€nkelt.

Wir bleiben an Bord und halten Ankerwache.

Abends tauchen wir wieder in die Welt der Reichen ein. David hat in der Beef Bar neben dem 4 Season und dem Naxos Hotel einen Tisch reserviert. Eins der 101 besten Restaurants der Welt.

Oje, was ziehe ich an. FĂŒr diese Welt habe ich nichts. Aber dort angekommen merke ich bald das es hier total egal ist. Nicht die Kleidung ist wichtig sondern das Essen und das Ambiente.

Es wird ein klasse Abend mit wirklich leckerem Essen. Das hÀtten wir ohne die Zwei nie gemacht.

Am nÀchsten Tag können wir vormittags wieder etwas segeln. Es ist etwas heftig aber es geht.

Wir suchen uns die nĂ€chste Bucht aus die bei diesem Wind gut geschĂŒtzt ist, denn leider mĂŒssen die zwei am nĂ€chsten Tag schon wieder zurĂŒck.

Es war toll das ihr da wart, wir haben uns sehr gefreut und es auch sehr genossen mit euch.

Beim nĂ€chsten mal suchen wir uns eine ruhigere Zeit aus damit ihr auch das Meer genießen könnt.

Denn dies war durch den Wind und der Wassertemperatur von 16°C noch nicht so gegeben.

Schön das ihr da wart.

Endlich unterwegs

Endlich können wir unsere Reise beginnen und neue Orte kennenlernen. Da wir wieder durch die Engstelle Zwischen Festland und der Insel Euböa (Chalkis) mĂŒssen kommen wir auch wieder an schon bekannte Orte. Die Engstelle verbindet eine BrĂŒcke die immer zur Nachtzeit, wenn die Tide ruht, fĂŒr Segler und Boote geöffnet wird. Nachts deswegen damit der Autoverkehr am wenigsten gestört wird. Wir mĂŒssen uns am HafenbĂŒro anmelden und die Rechnung zahlen. Leider wird uns gesagt das sie heute zu bleibt, weil zu wenig Boote durch wollen. Es ist eben noch sehr frĂŒh im Jahr und man muss damit rechnen. Also machen wir uns einen schönen Abend in der Stadt und besteigen am nĂ€chsten Vormittag den Berg zur Burg hoch. Chalkis ist die Hauptstadt von Euböa und sehr umtriebig. Man bekommt alles was man braucht.

SpĂ€t Abends warten wir dann auf den Funkspruch der uns auffordert durch die BrĂŒcke zu gehen.Um halb eins fĂ€llt der Anker auf der anderen Seite und wir können ins Bett. Das ganze ist immer sehr aufregend. Laute Musik lĂ€uft aus einem Restaurant und viele Leute stehen am Rand und schauen sich diese Attraktion an.

Am nĂ€chsten Morgen segeln immer weiter Richtung SĂŒden. Das ist ein sehr gutes GefĂŒhl denn ich hoffe immer noch auf beruhigtes Wetter. Aber leider nicht. StĂ€ndig mĂŒssen wir mehrere Tage den starken Wind ab wettern. Entweder in einer Bucht vor Anker oder an einer Stadtmole.

In den Buchten sind wir ĂŒberwiegend alleine. Die wenigen Boote die schon unterwegs sind gehen lieber an eine Stadtmole.

Wir versuchen eine sichere Bucht auf der Festlandseite NÀhe Flughafen zu finden da David, unser Sohn mit seiner Freundin Nina an Bord kommen möchten.

Aber auch zu dieser Zeit sagt der Wetterbericht auf der Ostseite von Attika um die 40 kn an, was fĂŒr uns heißt wir mĂŒssen noch um Attika herum und von der Ostseite auf die Westseite wechseln.

Es ist aber kein Problem da wir genug Zeit einkalkuliert haben.

Und dann geht noch der Boiler kaputt. Gerade ist der Generator wieder fix, kommt schon das nÀchste. Ich fasse es nicht. Scheinbar ist der Heizstab mit der Anode durch. Nur haben wir leider die Wassertanks voll also ist der Wechsel ( wir haben Gott sei Dank Ersatz an Bord) nicht so einfach.

Aber Peter klemmt die Leitungen ab und findet auch fĂŒr den fehlenden 52er MaulschlĂŒssel eine Lösung. Er ist einfach ein Fass und kriegt alles hin. Echt zu bewundern!

Es ist eine Heiden Arbeit wieder in der engen Backskiste, aber nach einem halben Tag geht auch wieder der Boiler und unsere GÀste werden warmes Wasser haben können.

Denn im Meer duschen geht leider noch nicht. Dies hat erst 16 Grad. Wenn es Windstill ist schaffe ich es manchmal. Aber das war bisher nur zwei, dreimal. Peter schafft es öfter.

Ich wasche mich am Waschbecken und das ist auch gar kein Problem fĂŒr mich. Man gewöhnt sich an alles. Und außerdem verbrauche ich so wahnsinnig wenig Wasser was mich etwas stolz macht aber eigentlich nicht notwendig wĂ€re da wir ja einen Wassermacher haben und eigendlich haben wir auch eine DuscheđŸ€Ł

Auf der Westseite finden wir dann auch eine Marina die uns aufnimmt und wir liegen sicher neben Schiffen der Reichen. Hier können wir nun auf die Zwei warten. Ich freue mich schon wahnsinnig.