Blumenriviera

Wegen Krankheit eine Woche später😪

Wir verlassen meinen Herzens-Ort, die Cinque Terre und überqueren den Golf von Genua. Wir können leider nicht viel segeln da die Wellen zu hoch sind und der Wind im Verhältnis zu wenig ist. Es wird aber immer wieder probiert und somit ist die Strecke etwas anstrengend. Im Port Andora treffen wir nette Segler aus Mailand mit denen wir einen schönen Abend erleben. Aber leider haben sie nicht unseren Weg. Wir bleiben einen Tag und waschen mal wieder Wäsche und säubern das Boot. Dann geht es an der Blumenriviera vorbei weiter. Ein schönes Hinterland mit malerischen Bergdörfern, aber die Küste ist meistens mit Hochhäusern bebaut. Es gibt aber auch nette Orte wie Cervo die eine Reise wert sind.

Dieser Abschnitt Liguriens wird deshalb so genannt weil es hier sehr viele Blumenfelder gibt die den Großteil der italienischen Schnittblumen produzieren. Aber natürlich auch Gewächshäuser. Da dieses Gebiet auch im Winter sehr mild ist zieht es sehr viele, meist ältere Menschen her die hier überwintern. Diese Küste, an Sanremo vorbei bis nach Menton an der französischen Küste bringen wir sehr schnell hinter uns.

Im alten Hafen von Menton bekommen wir den allerletzten Platz. Direkt an Eingang des Hafens wo die Wellen einlaufen und es für uns sehr rollig macht. Aber egal, draußen in der Bucht wäre es schlimmer gewesen.

Hier wird vorne an einer Boje angelegt und hinten an der Mole mit Landleinen. Das ist das erste Mal für uns aber es klappt wunderbar..

Nach einer schönen Dusche wird die Perle der französischen Riviera genossen. Der Küstenname bedeutet, „Berge die ins Wasser fallen“. Und so ist es auch. Die letzten Ausläufer der Seealpen fallen steil ins Wasser runter. Menton war und ist wieder bekannt für seine Zitronen die sogar heute eine geschützte Spezialität sind.

Aber auch so ist Menton ein wirklich schönes Städtchen. Wir laufen die schöne Terrakotta Treppe hoch zur Altstadt die mit ihren engen Gassen, gesäumt von alten Häusern ein echtes Labyrinth ist.

Obwohl es unsere erste französische Stadt am Festland ist wirkt sie sehr italienisch. Die Gassen sind sehr schattig und es gibt schöne helle und luftige Plätze. Am Ende der Treppe ist die Bühne für das bekannte Kammermusikfestival vor der Kathedrale aufgebaut. Wir laufen bis ganz nach oben und genießen die tolle Aussicht und machen einen Spaziergang über den ältesten Friedhof der Stadt. Er wurde auch mal der aristokratische Friedhof Frankreichs genannt der auf dem Fundament einer Burg errichtet wurde. Viele Reiche Engländer und Russen kamen auch zum sterben hierher.

Wir bewundern die grandiose Aussicht auf die Seealpen und auch auf die Küste.

Wieder unten in der Stadt trinken wir unseren ersten Pastis und fühlen uns erst jetzt in Frankreich angekommen😁.

Pastis, mmmhhh

Auf dem Weg zum Hafen kommen wir noch an der historischen Markthalle vorbei die auffällig und schön mit mehrfarbigen Kacheln versehen ist. Leider ist kein Markt.

Große Hotelpaläste sind zu sehen in denen im 19.Jahrhundert die reichen Engländer und Russen verkehrten.

Und ich denke auch heute noch.

Leider konnten wir nur für eine Nacht einen Platz ergattern, denn die Häfen sind einfach voll und die Wellen in der Bucht zu hoch.

Aber die Stadt hat einiges zu bieten und ist eigentlich eine längere Reise wert.

Doch für uns muss es am nächsten Tag recht früh weiter zur Cote d´Azur gehen.

Ligurien mein Herzenswunsch

1990 war ich schon mal hier. Und ich kann nur sagen, es hat sich viel verändert.

Wir sind in PortoVenere angekommen und legen uns in die Bucht vor die Stadt. Es ist enorm viel Bootsverkehr aber in der Nacht ist es sehr ruhig. Im Hafen können wir mit unserem Dingi anlegen und erkunden die Stadt. Ja wir sind in Ligurien. Das sieht man an den pastellfarbenen Häusern die am Abend wunderschön beleuchtet sind. In diesem mittelalterlichen UNESCO-Weltkulturerbe Hafenstädtchen kann man durch enge Gassen das alte Castel besichtigen oder sich einfach so treiben lassen.

An einem Tag, steigen wir in den Bus und fahren nach La Spezia. Die Hauptstadt der Provinz. Dort landen wir mal wieder als erstes in der Markthalle😊.

Beeindruckende Galionsfiguren

Die Stadt ist überraschend schön mit seiner Altstadt und dem Hafen. Sie wird geprägt von einem riesigen Marine Militär Stützpunkt in dem in der Vergangenheit Schiffe gebaut wurden. Wir nutzen den heißen Nachmittag um in das hoffentlich kühle Marine Museum zu gehen. Sehr interessant aber leider nicht kühl.

In der Stadt ist eine sehr lange Tafel aufgebaut und eine Tribüne an der Promenade. Wir erfahren das am nächsten Tag daaas größte Ruderrennen des Golfes von La Spezia stattfindet und alle beteiligten 13 Dörfer des Golfes speisen an dieser Tafel.

Das Rennen sehen wir am nächsten Tag von einem kleinen Lokal in Porto Venere im Fernseher.

Porto Venere gewinnt bei den Männern und so wird Abends groß gefeiert.

Wir ziehen nach einigen Tagen weiter in die Cinque Terre und bewundern die fünf Dörfer wie sie in die Felsen gebaut sind. Die Dörfer sind durch wundervolle Wanderwege verbunden.

Nun kommt die Veränderung seid meinem letzten Besuch. Die Cinque Terre ist heute so überlaufen das man sogar Eintritt für die Wanderwege verlangt. Menschenmassen bewegen sich durch die Gassen. Eine Fähre nach der anderen landet in Vernazze an. Es darf nur eine bestimmte Anzahl von Bussen kommen aber der Zug hält ja auch regelmäßig.

Total verrückt! Wir gehen Abends nochmal ins Dorf und genießen die aufkommende Ruhe.

Wir liegen an der Boje und am frühen Morgen wird es so unruhig das wir beschließen früh auf zu brechen um den Golf von Genua zu überqueren.

Livorno

Wir haben Elba verlassen und in einer Bucht am Festland den Anker geworfen. Es ist ziemlich viel Schwell in dieser Bucht der über Nacht noch zunimmt.Die Wettervorhersage sagte etwas anderes aber so sind wir schon bei Sonnenaufgang los, da an Schlaf eh nicht zu denken war.

Es geht nach Livorno. Es wird schon am Ankerplatz das Segel gesetzt und vor dem Hafen von Livorno nach 10 Stunden wieder runter genommen. So lieben wir es. Wir fahren auf den riesigen Hafen zu, der zum Teil Industriehafen , Cruiser-Anleger (oft mit drei großen Schiffen) und alter Hafen für die kleinen Fischerboote oder Yachthafen ist. Im Hafen treffen moderne und Historie zusammen. Zum Beispiel das im 16.Jahrhundert erbaute Fortezza Veccia das wir Abends besichtigen. Es ist eine tolle Anlage und zudem auch noch kostenlos. Und ganz im Süden bildet sich eine neue moderne Hafencity wie in Hamburg. Aus alt mach neu. Alte Dock,-oder Lagerhallen werden zu Einkaufszentren und Lokalen. Daneben neue Wohnflächen vereint mit historischen Gebäuden.

Beim rein fahren in den Hafen sind wir etwas überfordert. Man kann sich leicht verfahren. Wir finden dennoch den Yachthafen und machen uns dort gut fest. Denn es soll Gewitter geben.

Diese charmante toskanische Hafenstadt am Fuße der Berge gilt als bedeutender Hafen in Italien.Und das merkt man auch.

Livorno hat eine wunderschöne Altstadt die auch als Neu-Venedig der Toskana bezeichnet wird, denn es führen viele Kanäle durch die Stadt. Teilweise sehr eng oder sogar unter der Erde. Dieses gibt der Stadt einen besonderen Flair der abwechslungsreich und lebendig ist. Denn an vielen Kanälen reihen sich tolle Lokale wie eine Perlenkette auf. An einem Nachmittag aktivieren wir das Dingi und fahren durch die Kanäle und auch unter dem Piazza di Republica hindurch. Sehen imposante Gebäude mit prachtvoller Architektur und fahren unter zahlreichen Brücken hindurch. Es ist sehr beeindruckend und sehr ansprechend. Wir genießen diese Ausfahrt durch die Stadt sehr.

Am nächsten Tag lassen wir uns in der Stadt einfach treiben und finden immer wieder tolle Ecken. Den Dom, verschiedene tolle Plätze und das Castel im Zentrum mit Freilichtkino und Konzertbühnen, die Terrasse Mascagni mit seinem Schachbrett Muster und das Aquarium.

Das Aquarium besuchen wir an einem heißen Nachmittag. Es entpuppt sich als wirklich lohnenswert.

Der Focus liegt auf Mittelmeer Bewohner und dem Umweltschutz. Es war ein toller Besuch und wir haben es sehr genossen.

Natürlich müssen wir auch in die alte Markthalle. Wir stehen extra früh auf um dort einen Kaffee und ein Cornetto zu frühstücken. Aber leider sind viele Stände zu da ja Ferienzeit ist.

Ich kann Livorno nur empfehlen uns hat es sehr gut gefallen. Die Stadt hat Ideen und setzt sie auch um.

Nach drei Tagen verlassen wir die Stadt und segeln genau Richtung Norden. Wir machen Zwischenstopp in Rioreggio. Eine furchtbare Stadt in der alles künstlich wirkt. Als wenn man im Phantasia Land wäre. Zig Kilometer Strand der aber in der Hand von zahlreichen Lidos ist und man muss Eintritt bezahlen wenn man auf den Abschnitt will. Schrecklich! Das zieht sich bald bis zur Bucht von La Spezia. Liege an Liege und tausende von Menschen. Wir segeln daran lieber vorbei und ankern vor Portovenere.

Jetzt geht es immer Richtung Nord

Immer Richtung N

Elba

Die Überfahrt beginnt mit Schwachwind und Para und Endet bei knapp 18kn, hohen Wellen und Para. Das heißt wir waren schnell aber die See war sehr ruppig.

Elba in Sicht

Elba gehört zur Toskana und ist die größte des Archipels. Es gibt tolle Sandstrände, malerische Granitfelsen, alte Eisenerzgruben und Bergdörfer, dicht an dicht.

Wir waren 2 Wochen hier und ich werde jetzt nicht jede einzelne Bucht erwähnen. Wir haben die Insel umrundet und verstehen das sie sehr beliebt ist.

Der westliche Teil ist geprägt vom höchsten Berg Monte Capanne (1019m) auf den wir natürlich auch hoch wandern wollen. Aber es ist einfach zu heiß. Wir liegen vor der Marciana Marina vor Anker und beschließen mit dem Bus zum Berg zu fahren. Und fahren mit der ungewöhnlichen Cabinovia (Bergbahn) bis zum Gipfel denn auch oben im Bergdorf ist es über 30°C und zum wandern ungeeignet. Ist schon ein mulmiges Gefühl in einem offenen Käfig zu steigen und 30m, 18 Minuten lang über dem Grund zu schweben.

Auf diesem Gipfel soll im Winter auch mal Schnee liegen, was ich mir heute absolut nicht vorstellen kann. Regen fällt hier im Winter und Frühjahr scheins genug denn die Insel ist toll bewaldet und überall grün von Kork-und Steineichen. Wir haben eine tolle Sicht über die ganze Insel und in der Ferne sieht man sogar Korsika.

Hoffen wir das die sommerlichen Feuer weg bleiben!

Die Ostseite wurde früher vom Bergbau dominiert. Schon die Etrusker bauten hier Eisen ab und 1981 wurde die letzte Grube geschlossen. Sie ist flacher, und überall findet man alte Gruben mit den rostroten Halden. Hier wurde auch Magnetit gefördert und darum sollte man sich nicht 100%ig auf seinen Magnetkurs verlassen sondern auch mit den Augen navigieren. 😉

Hier liegt auch der Hauptort Portoferreio. Wir ankern in der Bucht und wollen uns die Stadt genauer anschauen denn dies ist der wichtigste Hafen von Elba.

Die Altstadt wird von zwei Festungshügeln dominiert die die Stadt im 16. Jahrhundert vor den Korsen erfolgreich verteidigten. Auch wenn man in den Hafen einfährt wirkt es wie eine Riesen Festung. Echt schön.

Wir wollen hoch über die Altstadt und uns das Haus eines berühmten Bewohners anschauen. Napoleon Bonaparte!

Er war hier 10 Monate mit einer Gefolgschaft im Exil und regierte Elba in dieser Zeit als eigenes Fürstentum.

Das Museum ist leider geschlossen aber wir sehen so auch genug.

Marina di Campo ist ein großer Ferienort mit Riesen Stränden, aber wir können nicht bleiben da der Wind ungünstig ist. So verlegen wir uns in die Bucht von Porto Azzurro.

Hier versuchen wir dann doch mal zu wandern. Wir stehen sehr früh auf und machen uns auf den Weg zu einer Kirche in den Bergen und vielleicht zum Croce (Kreuz) ganz oben. Es ist echt schön aber auch am Morgen einfach schon zu heiß. Also lassen wir das Kreuz auf dem Gipfel aus und wandern nach der Besichtigung der Kirche wieder zurück nach Azzurro. Dieser Ort gefällt uns super gut. Hier sind wir wegen den Winden auch zweimal. Eine echt süße Stadt mit einer großen Piazza auf dem Ende Juli und den ganzen August immer wieder Konzerte und andere Vorstellungen sind. Wir fahren mit dem Bus ins Bergdorf lernen in der Bucht ein nettes Pärchen kennen mit denen wir mit einem Englisch-Italienisch und deutsch Mix sehr viel Spaß haben.

Wir genießen hier unseren 33. Hochzeitstag und die Ferien Atmosphäre.

Es ist wirklich eine tolle Insel mit vielen gut ausgewiesenen Wanderwegen, Mountainbike Routen, Tauchspots, Kajak Routen etc. Aber ich würde sagen nicht im Juni,Juli,August. Da ist es einfach zu heiß.

Durch das größte umfassendste Meeresschutzgebiet in Europa ist das Wasser einfach herrlich kristallklar und man kann Wale und Delfine sehen.

Uns sagt aber nun der Wind das es weiter gehen muss denn es kommt ein starker Mistral aus dem Rhone Gebiet und dann wird es hier sehr ungemütlich.

Wirklich eine schöne Insel!

Wegen des Mistrals geht es ans Festland und nicht nach Korsika zurück.

Unterwegs ans Festland