Ich habe ja schon erzählt das wir vor St. Tropez eine ziemlich unruhige Nacht hatten. Wir lagen dort an einer freien Boje und haben uns sehr gefreut darüber. Und das im August😊.
Das Wetter sollte ruhig und der Wind ablandig sein. Am Abend wurden dann die Wellen immer höher und der Wind stärker. Weit draußen muss wohl ein heftiges Gewitter gewesen sein das nicht gemeldet war. Der Wind wurde zum Gewittersturm und die Wellen waren enorm hoch. Wir sind natürlich nicht mehr von Bord gegangen und haben immer wieder die Leinen kontrolliert.
In dieser Nacht war erst nicht an Schlaf zu denken denn wir hüpften vielleicht 2m rauf und runter und irgendwann kamen auch die Wellen von der Seite. Nichts war mehr möglich. Irgendwann wurde es etwas ruhiger und wir kamen doch noch etwas zur Ruhe. Bei einem Kontrollgang merkten wir das sogar ein Festmacher gerissen war. Er wurde erneuert und nachts noch mehrmals kontrolliert aber wir lagen nun wieder gut. Wir sichern uns immer doppelt und das war hier auch sehr gut so!!!
Morgens ging es dann auch gleich weiter die Küste der Cote’ d Azur entlang. Wir haben Strecke gemacht um schnell weiter zu kommen denn es war absehbar das sich die Hitze bald wieder entladen wird. Wir haben in manchen Buchten nur übernachtet und sind gleich weiter. Und dann war es soweit. Es kündigten sich Superzellen an. Zwei oder drei weit draußen aber auch eine über Frankreich. Ich versuchte verzweifelt einen Hafenplatz zu bekommen. Aber überall hieß es – Wir sind voll –




Ich schrieb an Ciotat, die sagten mir das sie nur ab drei Tagen eine Reservierung über Mail annehmen. Ich soll morgens anrufen.
Ok, kein Problem das tat ich einfach. Aber es ging niemand ans Telefon. Da ich wusste das es heftig kommt, sind wir einfach in den Hafen rein!
Nach kurzer Diskussion,ging es dann doch noch!
Zwei kleine Bötchen wurden beiseite geschoben und wir hatten unseren Platz. Nicht optimal da die vordere Mooring (Befestigung ) für unsere Bootslänge zu kurz war aber es ging irgendwie. Wir waren fest. Gott sei Dank!!
Wir machten einen kurzen Spaziergang durch die Stadt und gingen aber bald zum Boot zurück. Denn man spürte schon die Gewitterzelle.




Kaum an Bord ging es auch bald los. Es gewitterte, der Wind drehte um 180° und wurde zum Sturm. Es war finster wie in der Nacht. Der Sturm drückte unser Boot auf die Mole und wir mussten den Motor starten um weg zu bleiben. Die Alina legte sich ein paar mal richtig auf die Seite. Es war der Horror.



Wir lagen neben der berühmten Ciotat-Werft in der riesige Megayachten refitet werden. Plötzlich hören wir ein lautes sirren und ein ca. 300m langes und vielleicht 8 Etagen hohes Gerüst stürzt um. Der Wahnsinn!! Gott sei Dank von uns weg sonst wären Teile noch auf uns gestürzt.
In diesem Gerüstfach war auch noch kein Boot, die Megayacht von Benetti sollte erst drei Tage später darunter parken. Echt der Horror!
Nach etwa 45 Minuten war der Spuk vorbei und wir konnten durchatmen. Noch regnete es stark aber das sahen wir als willkommene Süßwasserdusche für Alina an.
Als es trockener wurde haben wir uns dann heraus getraut und alles kontrolliert. Bei uns war alles gut aber in der Werft sah es schrecklich aus.
Als wir am nächsten Morgen dann weiter sind haben wir das riesen Desaster erst richtig sehen können. Wahnsinn was das Wetter kann. Dieses Sirren werde ich niemals vergessen.

Nicht weit von uns im Inland ging ein Tornado durch. Vielleicht war es bei uns auch einer. Ich weiß es nicht denn es war stockdunkel.
Wir haben dieses Erlebnis schnell abgehakt und sind an den Calanques (tiefe Einschnitte in der Steilküste) vorbei Richtung Marseille. Diese Strecke ist ein riesen Naturschutz-Park. Die Calanques sind bis auf einen für alle gesperrt und somit schauen wir uns nur kurz einen an und segeln bei noch ungemütlicher Welle ( noch vom Unwetter) weiter nach Marseille.







Unterwegs
Aber auch dort winken sie ab. Voll!!
Also gehen wir auf die Insel Frioul vor Marseille und wettern dort die nächsten Unwetter (aber nicht so schlimm) ab, denn dieser Hafen hat Platz ohne Ende.👏👏👏