Wir verlassen den Ambrakischen Golf

Einen ganzen Monat haben wir uns zwischen dem Ambrakischen Golf und Meghanisi bewegt.

Das haben wir getan um uns erst mal zwei Wochen zu gewöhnen bis wir den ersten Besuch an Bord begrüßen durften. Erst waren es Reinhard und Tuk die auf einem Motorrad Treffen in Igoumenitsa waren , die uns auf einen Kaffee in Vonitsa besuchten. Es war sehr schön, liebe bekannte Gesichter zu treffen und mit ihnen ein paar Stunden zu verbringen.

Schön das ihr uns besucht habt.

Und am gleichen Abend sind Kathrin und Kai gekommen mit denen wir ein paar Tage auf Alina segelnd unterwegs waren. Wir haben uns in Vonitsa getroffen und Peter und Kai sind dann mit dem Wohnmobil in die Rougha Bay gefahren um es dort stehen zu lassen.

Ich habe Kathrin eingewiesen wie es mit dem Anker auf funktioniert und wir sind erst ein Stück rüber motort und dann sogar gesegelt. Vor der Bucht kam das Vorsegel wieder runter und wir sind den Rest reinmotort. Währenddessen habe ich Kathrin die Antiken Steinsärge in der Steilwand gezeigt. Auch das ankern hat sehr gut geklappt. Das erste Mal für mich alles ganz allein.

Dann noch den Dinghi-Motor anschmeißen und rüber zu den Männern düsen. Alle in der Bucht haben mich ganz genau beobachtet 🙂

Fünf wunderschöne Tage haben wir mit euch verbracht, die sehr schön waren.

Nachdem wir euch wieder abgesetzt hatten, haben wir noch etwas Zeit in der Rougha Bay verbracht.

Zum Beispiel sind wir in einer ganz ruhigen Minute Morgens ganz nah an Wolfgangs Steg gefahren um von ihm Wasser zu bunkern. Wir sind knapp 2m tief und müssen deswegen genau aufpassen. Wir beschließen vorwärts hin zu fahren und einen Heckanker zu werfen und dann noch eine Landleine zu befestigen. Ich fahre und Peter macht die Landleine. Alles klappt ganz entspannt und wir können unsere Tanks wieder füllen.

Nachdem wir wieder auf der Ankerposition sind, arbeiten wir noch etwas, putzen und räumen auf, und Abends kommen Susann und Wolfgang an Bord zu einem Sundowner. Ein schöner Abschluss von der Rougha Bay.

Morgens geht es Anker auf und wir verlassen wohl für immer diese Bucht. Noch eine Nacht in Preveza und dann geht es endgültig raus aus den Golf.

Es war eine schöne Zeit aber jetzt muss es endlich weiter gehen Richtung Süden, die Peloponnes entlang.

Wetter

Ich möchte nur kurz erwähnen das wir in Griechenland sind 😉

Im März und April waren wir ja noch auf dem trockenen und haben dort schon sehr, sehr viel Regen, Kälte und Stürme erlebt. Das Boot hat zwar ziemlich vom Wind gewackelt aber wir fühlten uns sicher und haben uns einfach nach innen verkrümelt und dort Arbeiten erledigt.

Ertrunken wären wir auf jeden ja Fall nicht 😉

Auch ein Fünfer Erdbeben war dabei, so das wir Nachts davon wach geworden sind.

Seid Anfang Mai sind wir nun schon im Wasser und haben drei richtig heftige Stürme mit viel Regen erlebt.

Starkwind war auch genug dabei. Die Einheimischen sagten, das es seid 13 Jahren zu dieser Zeit nicht so schlechtes Wetter war.

Na toll sage ich! Nicht das wir Alina erst mal kennen lernen müssen, sondern wir müssen auch erst mal die Seebeine bekommen.

Der erste Gewittersturm kam auf Lefkas /Nidri in der Vlychos Bucht. Wir lagen vor Anker und schliefen. Wir wurden vom pfeifen des Windes wach. 30-35kn ! Beide standen wir eine Weile im Salon und beobachteten alles. Kein anderes Schiff slippte. (so heißt es wenn der Anker nicht hält und über den Grund rutscht) Das Boot wurde vorne am Anker hin und her gerissen. Jedes mal gab es einen Schlag wenn es auf die andere Seite gerissen wurde. Gott sei Dank ist hier ein guter Ankergrund. Und wir hatten auch bei 5m Tiefe genug Platz für 50m Kette. Das sollte halten. Es hielt auch aber das muss man nicht haben. Mir standen die Nackenhaare. Peter blieb zuerst im Salon zur Ankerwache und am frühen Morgen ich. Alles ist gut gegangen! Als es hell wurde beruhigte sich die Lage.

Das zweite Mal keine Woche später am Stadthafen von Lefkas. Dort war es über Tag. Wir wussten das was kommt. Aber so heftig war dann doch nicht klar.

Am Stadthafen fährt man rückwärts an die Mole und lässt während dessen den Anker raus. Kurz inne halten und einfahren und dann weiter rückwärts bis an die Mole, um mit zwei Landleinen fest zu machen. Das hat alles ohne Probleme geklappt. Wir hatten genug Abstand zur Mauer und der Anker war weit voraus gut eingefahren.

Und dann kam am Nachmittag der Wind mit 25-30 Knoten direkt auf die Nase (also von vorn).

Von der Seite waren wir durch einen riesen Catamaran geschützt. Die Mauer kam immer Näher. Wir mussten den Motor anmachen um uns von der Mole frei zu fahren. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, um nach zwei Stunden Pause, das gleiche noch mal zu tun. Insgesamt waren es drei Mal. Echt die Hölle. Und Nachts auch noch mal das gleiche. Wir haben uns wieder bei der Wache abgewechselt.

Und das dritte mal war es in Preveza. Wir kamen aus dem Ambrakischen Golf und sahen über den ganzen Tag wie sich hinter uns, ganz weit weg, vor den Bergen ein Gewitter sammelte. Kein Problem das war ja hinter uns. Wir konnten gut mit unserem Besuch nach Preveza segeln. Dort ankerten wir wieder auf 3m unter Kiel mit 30m Kette. Alles gut. Noch schön schwimmen (das erste mal das man es konnte) und dann in die wunderschöne Stadt zum essen. Erst hielten wir in einem Café, saßen keine zehn Minuten als ich merkte das sich von jetzt auf nachher der Wind um 180° gedreht hat und das Gewitter zurück kam.

Ich sagte nur noch, Peter wir müssen zum Boot (er saß mit dem Rücken zur Front) und den anderen sie sollen unseres mit begleichen und ich melde mich später. Dann sind wir los gerannt zum Dinghi und rüber zum Boot. Gerade noch rechtzeitig, dann ging es schon los. 35Kn Wind und sehr starker Regen. Man hat keine 50m mehr schauen können. Wieder standen wir im Salon und haben die anderen Boote beobachtet. Gott sei Dank waren auf allen die Eigner vertreten. Zwei, drei waren auf slipp ( sie trieben ab) nahmen aber sofort Anker auf und sind in sicheres Tiefwasser gefahren. Nach 1 Stunde war es wieder ruhiger. Kathrin und Kai haben in der Stadt gegessen und wir an Bord. So ist das eben! Später haben wir sie mit dem Dinghi geholt und noch einen ruhigen Abend verbracht.

So was hatten wir so geballt in unseren 30 Jahren segelei noch nicht. Es reicht jetzt auch. Ich hoffe es wird mal bald etwas stetiger mit dem Wetter. In solchen Momenten habe ich natürlich vergessen Bilder zu machen aber ein paar von kurz vorher und danach kann ich zeigen.

Wir schwimmen noch!

Nun sind wir schon drei Wochen im Wasser und wir schwimmen noch. Scheinbar ist wirklich alles dicht. Alina scheint uns akzeptiert zu haben und mag uns nicht ärgern.

Es ist echt schön im Wasser zu sein. Keine Leiter mehr! Das ist erst mal das beste. Und das wir wieder ein benutzbares Klo haben.

Wir bleiben noch zwei Nächte in der Rougha Bay. Die erste zum ankommen und die zweite, weil Peter noch die Werkstatt der Werft nutzen möchte um die Reelings-Stützen für die Solarplatten zu bauen. Sonntags segeln wir aber nach Vonitsa um am nächsten Morgen ganz früh auf dem schönen Markt einzukaufen.

Am Abend besucht uns noch eine Baby Seeschlange die an die Badeleiter will, was wir aber nicht wollen 😉

Beim rausfahren aus der Bucht verabschiedet uns eine Schildkröte und unterwegs treffen wir auf Delfine.

Schöner kann es nicht anfangen!!

Über Vonitsa nach Preveza und raus aus den Ambrakischen Golf ins Mittelmeer. Auch draußen besuchen uns wieder Delfine. Echt toll.

Wir müssen durch die schwimmende Brücke von Lefkas die jede ganze Stunde für 10 Minuten den Booten Platz macht. In Lefkas Stadt machen wir an der Mole fest und schauen erst mal ob unsere bestellten Ersatzteile angekommen sind und ziehen somit durch die Stadt. An der Lagune trinken wir noch etwas und nutzen das Wlan um mit der Familie zu telefonieren.

Es fühlt sich noch an wie ein Charterurlaub und nicht wie unser zukünftiges Leben. Alles ist noch so unwirklich.

Als die Mole ausgestorben ist füllen wir noch unsere Wassertanks voll damit wir eine Weile genug haben und genießen den Abend an Bord.

Morgens drauf legen wir früh ab und motoren durch den Kanal von Lefkas. Unser Ziel ist auf Meghanisi die Bucht Atherinos.

Hier bleiben wir einige Tage. Es ist noch schön ruhig in der Bucht, aber eben auch noch ziemlich kalt in der Nacht. Schwimmen geht gar nicht, brrrr.

Kurz rein, einseifen, nochmal kurz rein und dann mit Süßwasser abspritzen. So sieht unser duschen aus. Und das ist momentan noch sehr heftig kalt.

Wir arbeiten noch viel aber Nachmittags gehen wir wandern oder in den Ort. Wir lernen nette Menschen kennen die wir dann auch nach ein paar Tagen wieder verabschieden müssen, denn wir müssen zurück nach Lefkas um Ersatzteile abzuholen. Und außerdem bekommen wir bald Besuch.

Kurz mal zum Wetter. Es ist immer noch sehr April lastig. In den drei Wochen haben wir schon drei Stürme erlebt. Ich hoffe das wird bald mal besser.

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Es regnet sehr viel und der Südwind bringt Saharastaub mit. Gestern hatte ich erst drei Stunden geschrubbt. Das passierte 3 Mal 😦 . Ich finde es reicht jetzt!

Aber davon berichte ich nächste Woche, das wäre jetzt zu viel.

Elektrik

Den Geräteträger haben wir ja für die Energieversorgung bauen lassen. Auf diesem liegen jetzt 3x 180W Paneel und an der Reling kommen nochmal 2x 155W.

Wir haben 3x 280Ah AGM Verbraucherbatterien. Dies muss gefüllt werden weil wir einen Wassermacher an Bord haben, der Peter einen Tauchkompressor betreiben will, eine Waschmaschine Mini gerade eingebaut wird (auch Peters Baby) und ich mir eine Eismaschine gewünscht habe. Also sehr viel Luxus mit 220V.

Dies alles muss natürlich erst mal eingebaut werden und geht auch nicht von heute auf morgen.

Peter hat sich schon daheim eingelesen und weiß genau was er will.

Der Einbau ist fast schon eine Doktorarbeit und dabei lasse ich ihn auch lieber in Ruhe, damit er sich konzentrieren kann. Ich mache die Holz-oder Aluarbeiten die er bei mir in Auftrag gibt um die blauen Geräte daran zu montieren.

Wir klettern in den tiefen des Schiffes herum und verlegen Kabel die von den Paneelen an die Geräte geführt werden. Für eine Seite an der Reling fehlt uns leider noch das Kabel.

Das ist jetzt sehr kurz beschrieben, war aber eine heiden Arbeit über viele Tage hinweg.

In dem Zug haben wir auch viele unnötigen Kabel herausgezogen die teilweise ungesichert auf irgendwas geklemmt war. Besonders in der Navigationsecke wurde viel aufgeräumt und unnötiges entfernt. Es hat sehr viel Platz gegeben. Ich habe wieder die Holzarbeiten gemacht.

Außerdem hat der Peter am Anker das Kettenzählwerk montiert und mit seinen Ideen auch zum laufen gebracht obwohl alle auf „Der Boot“ gesagt haben das es nicht geht.

Ich habe in der Zeit den Ankerkasten gerichtet und gestrichen. Der neue Ankerwirbel ist nun auch montiert und das ankern wird jetzt sicher eine Wonne sein.

Bisher war es so das man ihn mehrmals festfahren musste und beim hoch holen hat er sich nicht in die richtige Position gedreht. Das war echt nervig und ich habe von daheim gleich einen neuen Wirbel mitgebracht. Man hat gesehen das in einem Sturm scheinbar ziemlich daran gezerrt wurde und Peter musste einiges schleifen um die Schadstellen wieder zu glätten.

Ich werde berichten wie er läuft wenn wir dann im Wasser sind.

In ein paar Tagen ist es soweit. Wir haben den Termin bekommen. Jetzt geben wir nochmal Gas und freuen uns dann aufs Wasser.

Friede, Freude, Eierkuchen?

Wir sind jetzt schon eine ganze Weile hier und arbeiten die ganze Zeit.

Es gibt nicht nur Hochgefühle weil etwas klappt sondern auch Enttäuschungen wenn es nicht so klappt.

Und so fühle ich mich manchmal schon etwas „bescheiden“.

Aber im Grunde ist alles gut. Der Geräteträger ist fertig, aber wie es halt so oft hier in Griechenland ist müssen wir Geduld haben. Denn es kommt ständig etwas dazwischen. Denn zur Zeit sind einige Eigner hier die schnell ins Wasser wollen und brauchen noch etwas von Wolfgang. Somit werden wir immer etwas nach hinten geschoben.

Es ist nicht immer einfach. Das Warten ist echt doof.

Aber wir sind hier eine nette kleine Gemeinschaft in der Marina. Sehr verschiedene Menschen echt spannend.

Nun kommt aber die Zeit des Abschied Nehmens.

Immer wieder geht ein Boot ins Wasser. Bisher war es so das es die Boote waren die in zwei Tagen gerichtet waren und dann ab ins Wasser gingen.

Aber nun kommt die Zeit wo auch die gehen die man über die lange Zeit ins Herz geschlossen hat.

Und da bisher meistens Sauwetter war und alle so vor sich hin gearbeitet haben habe ich für den nächsten schönen Tag einen Grillabend organisiert.

Mein Gemüt hat es auch gebraucht mal aus dem Arbeitstrott heraus zu kommen.

Ich habe allen Bescheid gegeben und die Kohle besorgt. Auch die Werft-Leute wie Asem, Wolfgang und Gerhard sind eingeladen für die wir auch eingekauft haben.

Der Rest der Bande bringt sein eigenes Zeug mit und manche machen einen Salat. So ist das üblich.

Es sind auch alle da und es beginnt ein richtig schöner Abend dem manch einem noch ein paar Tage in den Knochen liegt 🙂

An den folgenden Tagen verlassen uns manche Boote die wir am Steg verabschieden, winken oder sogar ein Shanty-Chor bilden.

Auch das muss ich erst lernen. Wir lernen nicht nur tolle Menschen kennen sondern müssen sie auch bald wieder verabschieden.

Also es ist nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“, sondern kann auch sehr hart sein.

Nicht nur die Arbeit, auch die Emotionen.

Aber wir glauben das es das wert ist dieses Leben zu führen.

Lefkas

Eine wirklich schöne Insel. Wir haben bisher von der Stadt Lefkada bis nach Nidri die Insel etwas kennen gelernt. In der Stadt bekommt man alles was das Segler-Herz bedarf und schön ist sie auch.

Zwischen Lefkas und dem Festland befindet sich eine fahrende Klapp-Brücke die alle volle Stunde die Boote hindurchfahren lässt. Die Brücke ist eigentlich ein Schiff, denn Lefkas möchte nicht seinen Inselstatus mit mehr Zuschüssen verlieren. Wenn es eine Brücke wäre, wäre die Insel mit dem Festland verbunden und die Zuschüsse für eine Insel wären weg. Finde ich echt schlau.

Zwischen der Insel und dem Festland befindet sich ein langer Kanal (Drepanos-Kanal) der auf Festlandseite viele Feuchtgebiete hat. Echt schön.

Dann gibt es noch die Festung Agia Mavra ( Santa Maura) die wie vieles schon sehr sehr alt ist ( ca. 13. Jahrhundert ) und einige Nationen rüber gerutscht sind. Erbaut von Sizilianern, dann kamen die Osmanen und 2 Hundert Jahre später die Venezianer. Die Osmanen bauten auch eine Brücke zum Festland. Dies wurde aber durch ein verheerendes Erdbeben mit vielem der Festung zerstört. Sie ist 12 mal in 7 Jahrhunderten belagert worden und wurde sogar im Weltkrieg als Lazarett genutzt.

Man kann schön über das 25000m2 großen Gelände spazieren gehen. Viel zu erkennen ist nicht mehr aber überall stehen Tafeln auf denen alles sehr ausführlich beschrieben ist.

Nach der Kultur kommt natürlich Natur. Wir laufen auf die Landzunge zur Lagune über eine sehr sehr verrottete Brücke über das Feuchtgebiet.

Sehr wackelig und fragwürdig. Aber ich habe meinen Schweinehund überwunden und bin rüber balanciert.

Wir treffen einen ewig langen Strand (Kies) vor mit einer ehemaligen Strandbar die wohl für die Kitesurfer gedacht war die hier in der Lagune die besten Bedingungen haben.

Wir lassen unsere Seele baumeln und genießen die Ruhe bevor wir wieder zum Schiff fahren um weiter zu arbeiten.

Es ist immer das Gefühl da das wir noch so viel zu tun haben. Aber das hat hoffendlich bald ein Ende.

Geräteträger

Dieser muss einfach einen eigenen Eintrag bekommen.

Den Tipp hat uns der alte Eigner von der Alina gegeben das hier in der Rouga Bay der Wolfgang Hainzl -„Steele Designe“ – ist. Darum sind wir im Oktober hergekommen um alles zu besprechen und ihn über Winter anfertigen zu lassen.

Das hat leider nicht geklappt. Als wir am 2.3.23 hier angekommen sind, hat er noch nicht mal angefangen. Und ein anderes Schiff war noch vor uns dran.

Erst haben wir ein wenig die Schnute gezogen aber dann schnell gemerkt das es gut ist wenn man warten muss. Denn es kamen immer neue Ideen was Form und Stabilität und auch Integration der alten Reling angeht.

Ende März geht es los. Wir sind total aufgeregt. Der vorgefertigte Grundbogen wird angepasst und alles genau ausgemessen wo die Füße hinkommen. Eine Heidenarbeit.

Alles wird kurz angeheftet damit es am Ende auch passt.

Die vorhandene Reling wird weggenommen um sie zu integrieren.

Nun leben wir 4 Wochen ohne hintere Reling. Das heißt wir können nicht mehr über die Leiter von hinten hoch sondern müssen von der Seite hoch klettern. Es ist kein Problem. Doch so ohne Reling ( ich habe aber ein Seil gespannt) kitzelt es bei dieser Höhe schon manchmal in der Bauchgegend.

Wir haben noch genug zu tun (zum Teil schon berichtet) und haben überhaupt keine Eile.

Eines Tages heißt es: „ Am Dienstag passen wir den Geräteträger an“. :-0 Oh mein Gott!

Es geht los. Wir sind total aufgeregt.

Es hat alles super geklappt. Hier noch ein paar Detailaufnahmen.

Nun kommt das Solar drauf, unsere alte Davids ( damit wird das Dinghi hochgezogen) ist auch integriert und wird bestückt und ein paar andere Halterungen werden noch geändert.

Wir können nur über diese Arbeit schwärmen. Sehr gutes Material verbunden mit einer pefektionistischen Arbeit. Wir können Wolfgang und sein Team nur empfehlen.

Nur etwas Geduld mitbringen 🙂 .

„ Ihr treibts scho e Kult“

Was haben wir die ganze Zeit gemacht? Natürlich nicht nur schöne Ausflüge!

Die Hauptarbeit war bisher natürlich der Rumpf.

Das Abkratzen und schleifen haben ich ja schon berichtet. Darum nicht noch einmal.

Beim warten auf ein Wetterfenster von mindestens 5 schönen Tagen unter 60% Luftfeuchte haben wir so einiges getan.

Der Geräteträger wurde probehalber angepasst.

Das Teakdeck immer wieder mal ein Stück überarbeitet.

Alle Borddurchlässe (9) erneuert und auch die Ventile dazu.

Die Furlex repariert + gewartet. Das ist die Rolle mit der man das Vorsegel aus und einrollt.

Den Dieselhaupttank gesäubert. Eigentlich wollten wir nur mal reinschauen da unsere Heizung bei diesen tiefen Temperaturen 😦 ausgefallen ist weil der Tank leer war. Wir haben aber gesehen das er am Deckel undicht ist und wohl schon ewig nicht mehr voll befüllt wurde. Am Boden war Schmodder. Aber Gott sei Dank keine Dieselpest. ( Dieselpest sind Microorganismen die einen gallertartigen Schmodder machen. Dieser macht dann alle Leitungen zu und ist ziemlich viel Arbeit um ihn wieder zu entfernen) Also haben wir dieses Mist Ding von morgens um halb neun bis Abends um halb acht sauber gemacht. Wir waren fix und alle. Ausgerechnet jetzt ist es bitter kalt.

Nachdem Peter am nächsten Tag mit Kanistern zur Tankstelle gefahren ist und Diesel geholt hat, haben wir es auch bald wieder warm. Himmlisch.

Zwischendrin brauchen wir auch mal ein Erfolgserlebnis und machen das neue Vorsegel dran. Das tut gut.

:-0 dann ist plötzlich das Wetterfenster da. Ich bin total fertig da ich die Verantwortung habe zu sagen wann es los geht. Aber ich glaube das passt.

Der erste Primer wird aufgetragen unsere Alina wird unten rum grau.

Am nächsten Tag kommt die zweite Schicht mit creme.

Damit man sieht wo gestrichen wurde.

Für das Coppercoad haben wir jetzt ein maximales Fenster von 5 Tagen. Sonst müssen wir wieder alles anschleifen. Am Abend das Desaster. Ein Gewitter kommt auf und weht uns die Plane an manchen Stellen auf den frischgestrichenen Primer. Ich könnte heulen und bin total am Ende.

Ich renne rum und versuche alles zu retten. Peter ist nicht da. Ich schneide soweit ich ran komme die Folie ab. Ganz weg tun kann ich sie nicht da sonst der Regen am Rumpf herunter läuft und alles versauen würde. Als Peter wieder da ist schneiden wir überall die Folie auf ungefähr 10cm zurück. So tropft das Wasser von dieser Kante ab und nichts passiert. Nach drei Stunden ist der Spuk vorbei. Das Gewitter zieht weiter und das Wetter beruhigt sich wieder.

Für den übernächsten Tag sind alle Helfer benachrichtigt. Morgens ist mir schlecht vor Aufregung. Hoffentlich hält das Wetter diesmal. Wir verschieben zwar nochmal von halb zehn auf halb elf da die Luftfeuchte noch zu hoch ist. Aber dann passt alles und wir legen los.

Mit vereinten Kräften sind wir kurz vor drei fertig. Ohne Pause, denn es muss nass in nass durchgestrichen werden. Nicht ohne! Aber dann ist es vollbracht. Jippie!!! Ein riesen Stein fällt mir von meinem Herzen. 🙂

Nun muss es schön trocknen. In dieser Zeit machen wir noch die Winsch- Wartung am Mast,

und reinigen die Wassertanks Händisch und dann mit Citronensäure. Dabei entdecken wir das beide UV-Lampen im Wassertank defekt sind. So ein Mist!

Hier auf der Werft sind einige Österreicher und daher kommt auch der Spruch: „Ihr treibst scho a Kult;“ von der Überschrift. Man hat uns belächelt weil wir es mit dem Rumpf wohl etwas zu genau nehmen. 🙂

Aber es kam auch schon die Aussage: „na ihr machts wenigstens richtig.“

Hoffentlich!

Lost Place (Vergessener/verlorener Ort)

Von der Arbeit muss man ja nicht immer berichten. Nur das, wir kommen gut voran. Vielleicht tut sich auch gerade ein Wetterfenster auf in dem wir streichen können. Wir werden sehen. Beim nächsten mal berichte ich mal wieder über die Werft-Arbeiten.

Heute ist glaube ich Sonntag und wir haben vor den Ambrakischen Golf von Land zu erleben.

Wir haben von einem schönen Wasserfall gehört zu dem wir wandern wollen.

Das Wetter ist morgens nicht sehr berauschend. Noch sehr wolkig und kalt. Aber das ist zum wandern ja super. Wir fahren mit unserem kleinen Auto also einfach mal los. Das werden wir schon finden. Der Weg in die Berge ist aber nicht so einfach. Ausgewaschene Schotterwege die wir mit unserem Auto teilweise nicht fahren können. Die ungefähre Richtung ist klar. Wir haben einen Ortsnamen aufgeschnappt und schauen auf der Karte. Ja da soll ein altes Hotel sein an dem man sogar parken kann.

Also los. Die erste Straße geht für uns nicht, da bräuchte man einen Trecker. Dann eben weiter!

Wir kommen in den Ort Trifos und finden ein Schild mit dem Namen eines Hotels das durchgestrichen ist. Außerdem steht dort noch was von heißen Quellen. Ok, also da lang.

Der Weg (Straße kann man nicht sagen) ist ok. Wie bei uns ein alter kaputter Weinbergweg.

Wir fahren immer weiter hoch. Die Tanknadel ist nicht erfreut. Wir hätten wohl doch tanken sollen. Nun ja. Wir sind immer noch Deutschland gewohnt, an jeder Ecke eine Tanke. Das ist hier in der einsamen Provinz nicht so.

Wir fahren einfach langsam weiter, denn Geröll in groß und klein versperren etwas die Straße. Aber eine Spur geht immer.

Als wir ziemlich weit oben sind bleiben wir in einer Nische stehen und laufen weiter. Denn wir haben etwas Angst das wir sonst nicht mehr bis zur nächsten Tankstelle kommen.

Wir laufen ein paar Bergwindungen entlang und dann ist plötzlich Schluss. Die Straße ist abgerutscht. Aber scheinbar ist hier doch was los, denn es geht ein Trampelpfad weiter.

Nach ca. 2km kommen wir tatsächlich an ein altes Hotel. Das wohl schon 15 Jahre verlassen ist. Die Natur holt es sich schon wieder zurück.

Aber es ist verrückt. Wir stapfen durch das Hotel und es wirkt so als wenn es Hals über Kopf wegen eines Erdbebens verlassen wurde. Denn hier bebt es immer wieder. Auch wir haben auf der Werft ein 4,8 Erdbeben erlebt.

Das muss aber schon um einiges mehr gewesen sein. Denn der Berg hat sich ganz schön bewegt. Vieles ist abgerutscht. In den Räumen ist noch wahnsinnig viel erhalten. Auf einem Feuerlöscher lese ich das die nächste Prüfung 2005 sein sollte. So kann man ungefähr ermessen wann es passiert ist.

Nach einer Erkundungstour durch die Räume wandern wir Richtung Wasserfall. Plötzlich grunzt es direkt neben uns. Eine Bache mit Jungen. Sie bleibt Gott sei Dank im Dickicht und wir gehen zügig weiter. Ab jetzt immer mit einem Knüppel in der Hand 😉 .

Das Hotel war wirklich schön angelegt und der Weg zum Wasserfall bis auf kleinere Sachen immer noch begehbar. Doch plötzlich ist auch dieser Weg weg. Schade, kein Durchkommen mehr bis zur heißen Quelle. Auf geht es zurück und wir nehmen den Weg nach unten zum Wasser.

Es ist wirklich traumhaft mit dem hellen Kalkstein. Ein tolles Erlebnis in der einsamen Griechischen Bergwelt mit der tollen Natur.

Wir wandern zurück zum Auto und treffen tatsächlich drei ältere Leute die sich bei uns informieren.

Ich warne auch vor den Wildschweinen und überreiche der Dame meinen Knüppel. Die schaut mich ziemlich verdutzt an 🙂

Nun aber ab zum Auto, tanken und weiter um den Golf. Es kommen nette kleine Ortschaften, die Autobahn die durch den Felsen und schöne alte Olivenplantagen getrieben wird , schrecklich, Solarparks, Windräder und dann Arta. Ich denke die größte Stadt am Golf. Wir wollen die berühmte alte Brücke besuchen die wirklich sehr schön ist. Dort genießen wir die Sonne die endlich da ist und einen lecker Cafe.

Im Golf liegen ein paar Inseln die mit einem Damm verbunden sind. Auch die wollen wir sehen. Echt beeindruckend. Erst durch riiiesige Orangenplantagen ( Es ist gerade Erntezeit) und dann auf den Damm. Schön!

Ein kurzer Rundgang in dem kleinen Ort Koronisia und weiter geht es am Golf entlang.

Nun kommen sogar große Kiwi Plantagen. Echt toll was hier alles wächst.

Überall stehen gelb leuchtende Zitronenbäume in den Gärten. Alles blüht. Ach der Frühling ist schon toll. Es wird schon dunkel als sich in Preveza der Kreis schließt. Wir essen noch lecker und dann aber zurück zur Marina. Ich bin total kaputt.

Warten auf ein Wetterfenster

Der Rumpf ist fertig zum streichen, und wir warten auf vier fünf schöne Tage unter 60% Luftfeucht.

Das dauert ein wenig denn es regnet immer wieder mal. Aber für uns kein Problem. Wir haben keine Langeweile. Peter bereitet den Heckkorb vor denn Wolfgang der Werftbesitzer hat unseren Geräteträger angefangen und will ihn am Montag anpassen.

Ich habe mir unterdessen mal das Teak genauer angeschaut und ein paar kleine Sachen gefunden die man ausbessern muss. Leider ist es blöderweise Silikon und ich muss dafür nach Lefkas. Wäre es Polyurethan gewesen hätte es mein Nachbar gehabt. So ein Mist. Es hätte so einfach sein können.

Den Unterschied merkt man daran wenn man eine Probe anzündet, und es gibt graue Asche, dann ist es Silikon.

Aber egal so ist es nun. Morgen ist eh National Feiertag. Der 25.3. Independence Day. Alles ist zu.

Wir fahren nach Preveza und genießen die Parade.

Am Independence Day ( Befreiung von den Türken 1821) gibt es in jeder größeren Stadt eine große Parade die hauptsächlich von den Schulklassen gestaltet wird. Diese marschieren alle im Gleichschritt und schwenken ganz stolz die Arme. Die einen marschieren gut im Takt und andere können es gar nicht 🙂 . Außerdem laufen Gruppen mit verschiedenen Trachten aus der Umgebung mit. Diese haben mir persönlich am besten gefallen. Zum Schluss kommt natürlich noch das Militär. In unserem Fall waren das Kadetten der Marine. Ich vermute das es hier in Preveza eine Marine-Akademie gibt.

Die Prominenz der Stadt saß auf einer kleinen Tribüne und an dieser marschierten dann alle stolz vorbei.

Heute arbeitet niemand und alle Griechen dürfen trotz Fastenzeit etwas leckeres essen. Nach Yanis unserem Restaurant Besitzer, essen an diesem Tag alle Griechen den Bakala (Klippfisch). Das ist Salzfisch der drei Tage gewässert und dann lecker zubereitet wird.

Wir haben es sehr genossen das miterleben zu dürfen. Die Strecke war höchstens 500m lang und es waren sehr viele Menschen am Straßenrand die dann später in die Lokale der Stadt zogen. Wir haben dann auch was gegessen und sind dann zurück zum Boot.

Die Sitzbank im Salon ist fertig. Ist gar nicht mal schlecht geworden. Ich bin zufrieden.

Der Navitisch-Stuhl ist auch fertig. Nicht toll aber Zweckmäßig 😉

Es kommen immer mehr Eigner und beginnen ihr Schiff für die Saison vorzubereiten. Immer wieder wird man in ein Gespräch vertieft. Und ich denke jedes mal :“Oh Mann , ich will doch fertig werden!“ Und dann fällt mir ein, dass es doch Piep Schnurz ist. Die Menschen sind wichtiger wie die Arbeit die ich gerade tue. Die Arbeit läuft mir nicht weg aber diese wertvolle Begegnung schon.