Jahresende

Nun sind wir schon 3 Wochen zuhause. Ich genieße es sehr und hatte mich auch sehr darauf  gefreut.

Wir verbringen sehr viel Zeit mit unserer Familie und unseren Freunden. Das ist echt nach der Zeit auf dem Wasser sehr schön und auch sehr wichtig für mich. Das habe ich nun gemerkt. Ich genieße zwar die Einsamkeit der Natur und die vielen neuen Begegnungen. Doch es ist auch immer wieder sehr anstrengend und intensiv sich mit neuen Orten und Menschen zu Recht zu finden. Und alle Erlebnisse und Begegnungen haben auch wieder den Abschied zur Folge. Das ist schon ein wenig belastend.

Nun genieße ich den normalen Alltag, stürze mich ins Geschäft und regle mein Büro und versuche den Garten vor den Wintereinbruch winterfest zu machen. Das gelingt mir leider nicht ganz denn der Hexenschuss zwingt mich zum Abbruch. Mein Rücken mag das nass kalte Wetter nicht  😀.

Auch Peter genießt es. Er stürzt sich auch sofort wieder zu 100 % ins Vereinsleben und ist da wo er gebraucht wird..😃

Die Ersatzteile für unseren Generator und andere Sachen die wir noch brauchen oder wollen sind schon fast alle besorgt also kehrt auch bei uns nun die winterliche Ruhe ein und wir können die Adventszeit mit vollen Zügen genießen. Sogar mit ein wenig Schnee.

Ich verabschiede mich nun bis ins neue Jahr und wünsche allen die hier lesen eine schöne Adventszeit, traumhafte Weihnachten mit der Familie und einen feucht fröhlichen Rutsch ins neue Jahr.

Ach was mir noch einfällt.  Ich wüsste gerne ob ihr irgendwelche Fragen habt, was euch besonders interessiert. Wenn ihr es nicht über die Kommentare schreiben wollt ist hier meine Mailadresse tinahack(ät)t-online.de

Würde mich echt freuen. ✍👋

Unsere Route 2023 und mein Rèsume‘

https://maps.app.goo.gl/GyKsMfLGJS2jJ9zq7?g_st=org. (Wenn ihr die Liste ganz nach unten scrollt könnt ihr alle Punkte sehen wo wir waren)

Es fing mit einem Traum an und wurde zu einem Ziel auf das wir hin gearbeitet und gelebt haben.

Und hat sich mein/unser Traum erfüllt?

Ja! Wir sind mit unserem Boot auf dem Wasser und leben unseren Traum!

Erst mal mussten wir das Boot kennen und vertrauen lernen. Und auch wir mussten lernen uns seglerisch zu vertrauen. Auch die Enge auf dem Boot ist zu Anfang nicht immer einfach gewesen.

Nun, nach über acht Monaten ist unsere kleine Alina für uns riesengroß geworden obwohl wir die Kabine vorne in der Spitze noch nicht mal nutzen. In Wirklichkeit braucht man gar nicht viel Platz!

Es gab aber auch Momente wo ich gerne alles hingeschmissen hätte. Wo mir alles zu viel war!

Das war die Zeit als wir noch nicht unser Gleichgewicht gefunden hatten. Wir hetzten von einem Spot zum nächsten um an einem bestimmten Datum ganz oben im Norden zu sein. Das ist nicht der Traum von mir. Mein Traum ist es, Land und Leute kennen zu lernen und das Segeln als fahrbaren Untersatz zu nutzen. Wir haben wunderschöne Orte kennengelernt aber keine Zeit sie richtig einzuatmen und zu genießen.

Mitte August waren wir dann am Treffpunkt und konnten von dort an den Gang raus nehmen.

Wir haben fortan wunderbare Orte kennengelernt und konnten sie auch tief in uns einatmen. Wir hatten nun Zeit an einem Ort die Natur zu genießen in all ihren Facetten. Die Stille die schon fast weh tat zu erfahren und die absolute Dunkelheit an einsamen Orten zu genießen.

In diesen Momenten habe ich gespürt das ich hier richtig bin. Ja ich lebe meinen Traum!

Oft war es mir mulmig wenn wieder mal ein Sturm angesagt war. Und das waren echt nicht wenige. Aber wir haben beim festmachen an der Mole oder beim ankern mit Landleine uns so lange abgesichert bis wir uns sicher waren das wir so den Sturm überstehen können. Alina ist ein starkes Boot mit super Ankergeschirr und ich konnte immer gut schlafen und mich auf sie verlassen.

Beim segeln spüre ich es besonders wie ich der Natur ausgeliefert bin.Ich fühlte mich manchmal so hilflos da ich das Wetter nicht beeinflussen kann. Wir haben uns einfach (na ja, einfach war es nicht immer) dem Wetter mit unserem Verhalten angepasst, darauf reagiert, gehandelt. Indem wir den Kurs gewechselt haben, das Segel angepasst wurde, aus einer Bucht geflüchtet sind oder mehr Festmacher Leinen befestigt wurden. Es war nach einem der vielen Starkwind-Phasen immer wieder toll zu erkennen das wir die Kontrolle durch unser Wissen behalten haben. Es war schön zu erleben das wir in schwierigen Situationen gut zusammen arbeiten. Und es hat mich auch etwas stolz gemacht das ich alles machen kann. Denn wir sind der Meinung das jeder von uns alles alleine schaffen muss falls der andere mal nicht kann. Und das funktioniert echt gut! Ich habe in diesem Jahr sehr viel dazu gelernt!

Segeln ist eine komplexe Situation und wir mussten oft durch sehr schnelles handeln reagieren da es sonst schnell gefährlich werden kann. Und das haben wir geschafft was mich sehr freut und Stolz macht.

Neben der tollen Natur haben wir auch tolle Menschen kennengelernt. Vor allem natürlich Segler mit spannenden und interessanten Geschichten hinter ihrem Lebensmodell. Alle waren total unterschiedlich aber auch irgendwie doch nicht. Denn das segeln hat uns alle verbunden. Ich bin froh um jede Person die ich kennengelernt habe.

Die Griechen sind toll. Super freundlich und herzlich mit dem Herz an der richtigen Stelle. Und wir waren sehr oft von der Ehrlichkeit begeistert. Es ist wirklich perfekt von hier unseren Traum zu starten.

Ein Segler der schon um die ganze Welt gesegelt ist, hat es mal so gesagt. „Ich habe alles gesehen. Aber hier gehe ich nicht mehr weg denn hier ist es am schönsten!“

Das können wir noch nicht beurteilen. Wir können aber schon sagen das dieses Land viele wunderschöne Ecken hat. Es sind einfach zu viele Inseln und wir haben viele noch nicht gesehen. Darum haben wir beschlossen noch ein Jahr hier in Griechenland dran zu hängen und dann erst weiter durchs Mittelmeer zu ziehen.

Also das heißt,es geht weiter!!!!!!!

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren.“ (Vincent van Gogh)

Athen und Heimreise

Plötzlich ist der 7. November da und wir reisen ab. 😯 Am Ende ist es komischerweise immer etwas Stress.

Habe ich an alles gedacht? Sind die Rest-Lebensmittel alle gut verpackt? Ist wirklich jegliches Wasser aus dem System? Denn auch hier wird es kalt und kann schneien. Ich bin immer etwas unsicher. Auch wenn wir das Einwintern schon zum dritten mal machen.

Aber letztendlich muss ich mir selber vertrauen das ich und Peter an alles gedacht haben. Wir gehen mit ruhigem Gewissen. Denn vor ein paar Tagen hatten wir wieder mal einen Sturm und haben gesehen das Charris mit seinem Vater alle Boote abgelaufen ist und sie kontrolliert hat ob alles gut ist. Außerdem haben wir einen Freund hier der direkt von seinem Balkon auf unsere Alina schaut und somit ein Auge für uns ist. Das beruhigt sehr.

Wir fahren früh mit dem Mietauto nach Chalkida und geben es direkt am Bahnhof wieder ab. Es klappt wunderbar und wir können ohne Unterbrechung in den Zug steigen.

Kurze Pause in Chalkida

Wir genießen die Fahrt und ich komme etwas runter. Denn Boadyard ist immer anstrengend.

Wir fahren anderthalb Stunden und genießen die Aussicht. Auch wenn wir sehr erschrocken sind. Denn auch hier hat 2019 überall das Feuer gewütet. Rechts der Bahnlinie ist alles verbrannt und links sieht es sehr viel besser aus.

Dann sind wir in Athen, steigen in die Metro und finden ganz schnell unsere Unterkunft in Plaka direkt unter der Akropolis. Nun lassen wir uns in dieser schönen Stadt treiben.

Für den ersten Eindruck sind wir mit dem Roten Bus unterwegs und genießen später alles zu Fuß.

Wir schauen uns alles an und sind Abends in angesagten Stadtteilen. Zumindest ein bisschen denn die vielen Eindrücke und ganz besonders die vielen Menschen überfordern uns ein wenig. 🤣 Somit sind wir Abends sehr müde und keine Nachtmenschen. Aber wir genießen es im Straßen Café zu sitzen und Menschen anzuschauen.

Am 10.11. fliegen wir nach München um den 30igsten unseres Sohnes zu feiern. Er holt uns vom Flughafen ab, fährt uns zur Pension damit wir unser Zimmer beziehen können.

Aber, was für ein Schreck, in unserem Zimmer liegt schon ein Pärchen im Bett😱. Nach ein paar Anrufen ist alles geklärt und wir bekommen den richtigen Schlüssen. Beim Frühstück treffen wir das Pärchen und wir lachen alle über diese Situation😃.

Nun genießen wir unsere Familie und reisen Sonntags mit dem Zug nach Hause.

Unser Enkel unterhält uns alle köstlich und wir haben lange nicht so viel gelacht. Die Zeit verfliegt wie im Flug. Obwohl wir alle total müde sind.

Als wir in unsere Wohnung treten ist es als wenn wir gestern erst weggegangen wären. 🙂

Wir überfahren unsere Tack Linie vom Juli

8.-16.10.23

Nun ist der Moment gekommen an dem wir zu schon bekannten Inseln segeln. Der Kreis schließt sich.

Schirmmeduse auf Peristerie

Das wird mir auf der kleinen Insel Peristerie klar, denn hier waren wir schon mal. Doch hier können wir wieder mal nicht lange bleiben. Der Wind der kommen soll vertreibt uns auf die Insel Alonnisos.

Wir verkrümeln uns nach Steni Vala und lernen wieder mal nette Leute kennen. Die Taverne hat auch noch auf. Das ist momentan nicht selbstverständlich. Vieles ist mittlerweile geschlossen. Es kehrt Ruhe ein in die sonst so Touristische Ecke. Wir genießen das sehr.

Wir bleiben etwas hier und machen auch eine schöne Wanderung zur Höhe hoch und durch Olivenhainen. Wir sehen viele Alpenveilchen und Meereszwiebeln. Wunderschön!

Wanderung+Meereszwiebeln

Der nächste Stopp ist die Bucht Votsi. Dort legen wir uns mit Landleinen an die Steilküste und sind für das was kommt sehr sicher.

Ich fühle mich in den Anlegemanövern immer sicherer und verliere auch immer mehr die Angst etwas falsch zu machen. Die Manöver sind schon richtig eingespielt und es klappt fast immer ohne Worte.

Peter schrieb ins Logbuch: „Tja, Tina wird immer besser und bald braucht sie mich gar nicht mehr, außer zum spülen!“

🙂 So ist das natürlich nicht, aber ich bin schon stolz drauf.

Wir nutzen nach dem festmachen und ankern, sofort den Tag und fahren mit dem Dinghi einige kleine Höhlen ab da es am nächsten Tag zu hohe Wellen haben wird.

Eine tolle Exkursion. Aber leider sehen wir keine seltenen Mönchsrobben. 😦

Am ersten heftigen Windtag bleiben wir gerne beim Boot um zu sehen das alles gut fest ist. Wir machen die normale Bordarbeit und ich mache noch das Baiertaler Büro. Bei einem Spaziergang haben wir Glück und können für den nächsten Tag noch einen Roller bekommen. Denn nach der Saison ist das nicht so einfach.

Also fahren wir am nächsten Tag über die Insel und schauen uns die Chora an, wandern zum Sunset Aussichtspunkt und fahren auf die einsame Nordseite die aber auch ziemlich viel von den Unwettern Anfang September abbekommen hat. Dort fahren wir einen heftigen Offroad Weg die Berge hinunter und haben prompt auch abends noch einen Plattfuß. Also lasse ich den Peter an unserem Sonnenuntergangsplatz zurück und fahre vorsichtig runter in die Stadt zur Tankstelle. Fülle Luft auf ,( beim wegfahren sehe ich das dort dann das Licht ausging-Glück gehabt!) und fahre wieder hoch zur Chora und hole den Peter.

Wir beschließen noch mal mit dem Boot in den einsamen Norden von Alonnisos zu fahren und den Fjord dort zu genießen bevor es wieder zurück in die andere Bucht geht. Denn es kommt schon wieder Starkwind.

Wir bleiben noch ein paar Tage, lernen andere Segler kennen und genießen den Eisvogel der in der Steilwand lebt und auch dort jagt und lauschen gerne der Zwergeule die nach Sonnenuntergang nonstop ruft.

Aber dann wird es Zeit weiter zu segeln.

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Eine Woche Familie

Dieser Beitrag wurde verfasst von Lukas und Anja Hack

Jetzt sind sie schon 6 Monate weg von Baiertal und schon 4 Monate auf dem Wasser. Da wird es Zeit die Sehnsucht zu stillen und die Familie zu besuchen. Deshalb haben wir, Lukas, Anja und Lio (1), uns entschlossen nach Griechenland zu fliegen und eine Zeit lang mit Martina und Peter zu segeln.
Um 2:00 nachts geht es los nach Stuttgart.
Check-In und Sicherheitscheck verlaufen mit Kleinkind erstaunlich schnell und wir sind wie üblich viel zu früh am Gate. Zum Glück wurde der Trinkbecher von Lio auf Sprengstoff untersucht, sonst hätte ich nicht beruhigt fliegen können. Schlafen konnten wir alle drei nicht. Das erste Mal Fliegen ist für das Kind einfach zu aufregend. Ohne Beinfreiheit, immer wieder einnickend (wir, nicht das fröhlich vor sich hin brabbelnde Kind) und gerädert landen wir sicher am Flughafen Kavala „Alexander der Große“ und fahren mit dem Taxi zum Yachthafen. Wir laufen an den Molen vorbei und suchen nach Alina dem neuen Familienmitglied. Dann sehen wir Martina und Peter überrascht winken, weil sie noch nicht mit uns gerechnet haben. Der Empfang ist herzlich und wir freuen uns alle sehr, uns wieder zu sehen. Wir sind verblüfft, wie braun die beiden geworden sind. Richtig südländisch sehen sie aus.

Wir verstauen unser Zeug in der Vorschiffkabine und legen sofort ab, um in die nächstgelegene Bucht zu fahren für die Nacht. Bei der lauen Briese tuckern wir gemächlich dahin und lassen es nach der durchzechten Nacht ganz ruhig angehen. In der Bucht angekommen lassen wir den Anker fallen und fahren mit dem Dingi an Land, um einzukaufen. Abends grillen wir an Bord.

Am nächsten Morgen erfolgte die Überfahrt nach Thassos. Lio erweist sich sofort als potenzieller Seemann und Segler. Voller Neugier krabbelt er am Rand des Schiffes, der Gangway, entlang, hängt sich an die Seile der Großschot und hält interessiert Ausguck. Über ihm blähen sich die weißen Segel der Alina im Wind und tragen das Schiff gemächlich in Richtung Limenaria. Eine kleine Stadt im Süden von Thassos. Die letzten Seemeilen werden aufgrund einer flaute mit dem Motor bewältigt. Am frühen Nachmittag laufen wir in den kleinen und gemütlichen Hafen von Limenaria ein.

Das Schiff wird erkundet
Überfahrt nach Thassos
Kleiner Seemann ganz groß.

In der Nacht läutet die Natur Martinas Geburtstag mit Pauken und Trompeten ein. Der Wind prescht mit Spitzengeschwinden von 50 Knoten (92 km/h) durch das Rigg.

Wie gefesselte Tiere zerren die Schiffe an ihren Leinen, schaukeln hin und her und schlagen immer wieder aneinander. Gehalten von den starken und unerbittlichen Tauen. Die Fender quietschen unter der Belastung. Der auflandige Wind drückt die Schiffe unerbittlich auf die Mole und die Ankerketten knarren und ächzten. Alina liegt mit ihren 68 Meter Kette sicher, doch die Nachbarschiffe haben ganz schön zu kämpfen. Ein Nachbarboot muss über Nacht den Motor laufen lassen, um sich dadurch von der Mole abzudrücken, da der Anker nicht hält.

Der Regen peitscht von oben gegen den Decksalon und von unten klatschen die Wellen an den Rumpf.

Und inmitten dieses, sehr Respekt einflößenden, Konzertes der Natur sitzen wir um den Tisch, lassen die Korken knallen und die Gläser klirren. Wir feiern die beste Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Oma.

Am nächsten Morgen ist der Spuck vorbei. Nur der Wind, der immer wieder das Tauwerk zum Vibrieren bringt, zeugt noch von der letzten Nacht. Der Regen ist versiegt, den Himmel verdeckt eine graue Wolkendecke, die aber nicht bedrohlich wirkt.

Die nächsten Tage erforschen wir mit unserem kleinen Entdecker die Insel. Wir fahren mit einem Mietauto zu einem mystischen Wasserfall, der wie sich dann herausstellte, gar nicht mehr so geheim ist. Jedenfalls nach den Menschenmassen zu urteilen die zum Wasserfall pilgern. Wir springen von 8 Metern Höhe in den Naturpool Giola. Hinein in die weißen Schaumkronen die die Brandung in den Pool schäumt.

Der Wasserfall
Giola. Der Sprung aus 8 Metern Höhe.

Tag für Tag wird es wieder wärmer und die Sonne kämpft sich immer weiter durch die Wolken, doch der Wind lässt nicht nach. Während die Charter- Crews um uns herum keine andere Wahl haben und sich dem starken Wind von immer noch ca. 25 Knoten stellen müssen, um ihr Schiff pünktlich wieder abzugeben, genießen wir die Vorteile eines Eigners. Wir legen noch zwei Strand Tage ein und erkennen den großen Vorteil der die Kombination Strand und Kind mit sich bringt. Kleine Kinderfüße tapsen über den Sand, begleitet von einem ständigen „Da da“ „Ja ja“ „Bebe“ und natürlich „Plumps“ wenn der Windelpopo in den weichen Sand plumpst. Mit Essen, Trinken, Handtüchern, Badesachen und einem Plastikeimer bewaffnet lässt sich Lio stundenlang am Strand beschäftigen. Steine in den Eimer rein, Steine wieder raus, Steine rein, und raus …..

Natürlich kommt auch der Badespaß nicht zu kurz.

Dann geht es endlich wieder aufs Meer. Früh morgens wird der Anker gelichtet und wenige Minuten später in einer Geschützen Bucht wieder fallen gelassen. Es wird eine Landleine gelegt und es beginnt ein wunderbarer entspannter Tag in einer Bucht, die nur vom Wasser zugänglich ist. Die alte Rettungsinsel wird ausgepackt und über Bord geworfen. Martina zieht an der Leine und mit einem leisten Knall pustet sich die schwarz/orangene Rettungsinsel auf. Mit viel Getöse springen wir von Bord und klettern in die Sicherheit bietende Insel. Ja gut, wir liegen in einer ruhigen Bucht ohne jeglichen Seegang bei strahlendem Sonnenschein. Aber in unserer Fantasie sind wir Schiffbrüchige auf hoher See die ums überlegen kämpfen und um ihr Leben „schwammen“ (Das Wasser mithilfe eines Schwammes aus der Rettungsinsel bekommen).

Unter einem Sternenklaren Himmel verbringen wir eine ruhige Nacht in der Bucht und lassen den schönen Tag ausklingen.

Nach der Nacht in der Bucht wollen wir die Insel Thassos halb umrunden, um uns noch die Hauptstadt von Thassos anzuschauen. 20 Knoten Wind und hohe Welle können uns nicht von dem Vorhaben abbringen. Wir gehen ins 2. Reff (Segelfläche verkleinert) und kreuzen an den Bohrinseln vorbei nach Nordosten. Alina legt sich in den Wind und das Wasser schöpft immer wieder über den Rand bis auf die Gangway. Der Wind in den Haaren und die Sonne im Gesicht jagen wir über die weißen Schaumkronen der Wellen. Wir stampfen bis zum Nachmittag gegen an und liegen um 15 Uhr im Hafen von Thassos an. Dort entsorgen wir die ausgediente Rettungsinsel und gehen mit Lio an den Strand.

Nach dem kurzen Aufenthalt in Thassos Hafen geht es auch schon wieder zurück nach Kavala. Mit achterlichem Wind schaukelt die Alina über das blaue Wasser. Lio turnt wieder begeistert an Deck herum und versucht sich auch am Steuer.

Wir legen an der mit Anemonen und Muscheln übersäten Mole an. Am letzten Abend gehen wir nochmal gut essen, Peter jagt mit Lio die Katzen, leider fangen sie jedoch keine.

Am nächsten Morgen geht der Flug zurück. Es waren wirklich 10 wunderschöne Tage voller Familien- Strand- und Segelspaß, die wir auf keinen Fallen missen wollen.

Wir kommen auf jeden fall gerne wieder und können es kaum erwarten.

Lukas, Anja und Lio

Der große Tag

Wir wussten es ja ein paar Tage , nämlich am 5.5.23 soll es ins Wasser gehen . Wolfgang hat uns diesen Termin genannt. Und trotzdem war der Schreck groß als dann tatsächlich, urplötzlich 😉 der 5.5. war. Die letzten zwei Tage konnten wir nichts machen da es aus Eimern geregnet hat.

Morgens schnell noch das Coppercoad fertig anschleifen. Außerdem kontrollieren wir noch den Fäkalien tank mit dem Endoskop und Peter tauscht den Schlauch vom Klo in den Tank. Es war ja etwas Glysantin drin und diese Reaktion mit den Fäkalien dämpfen hat uns und unsere Nachbarn kurze Zeit erfreut. Gott sei Dank war es nur kurz.

In der Zwischenzeit habe ich das Stromkabel aus gestöpselt und hatte echt Mühe das Kabel aus den hohen Kräutern und Gräsern wieder heraus zu bekommen. Es war schon richtig eingewachsen.

Na ja wir waren ja nun auch 64 Tage hier in der Werft mit viel Regen und einem wunderbaren

Frühling mit Pflanzen die ich auch nicht kannte.

Das Kabel ist weg, der Wasserschlauch verräumt das Dinghi schon an den Steg gebracht, wir sind bereit.

Um 12 Uhr geht der Radlader an. Das ist unser Zeichen, wir kommen ins Wasser. Ich bin so was von aufgeregt. Mir ist sogar etwas schlecht.

Wird alles dicht sein? Wir haben schließlich alle Löcher selber gemacht.

Ich habe echt Angst.

Das super eingespielte Team mit Wolfgangs Vater auf dem Radlader und Asem und Wolfgang am Trailer, die eine Wahnsinns Ruhe und Sicherheit ausstrahlen, vermitteln mir auch das Gefühl:“ Wird schon gut gehen“.

Mit absoluter Souveränität und Gewissenhaftigkeit wird das Boot auf den Trailer gesetzt und langsam den Hang runter zum Wasser gefahren. Jetzt wird es ernst! Alina berührt nach 8 Monaten Trockendock endlich wieder das Wasser.

Ich sage zum Wolfgang das er uns etwas Zeit geben soll bis wir alles auf Dichtheit geprüft haben. Somit setzt er Alina etwas tiefer rein das alle Borddurchlässe im Wasser sind. Wir rudern mit dem Dinghi zu Alina gehen an Bord und kontrollieren alles. Es scheint alles dicht zu sein. Hipp Hipp Hurra.

Bei Ansage Motor an, starte ich den Motor und schaue ob Kühlwasser raus kommt, gebe Wolfgang mit Daumen hoch das Zeichen das alles klar ist.

Wiederum nach Ansage, Rückwärtsgang rein, fahre ich rückwärts vom Trailer in die Bucht suche bei 5 Metern eine schöne Stelle und Peter setzt dort den Anker.

Nun erst mal etwas runter kommen!

Immer wieder kontrollieren wir alles.

Auch die Wassermelder die ich platziert habe, bleiben ruhig.

So, nun sind wir im Wasser, aber irgendwie kommt der Kopf nicht so schnell hinterher. Es ist noch nicht richtig bei mir angekommen das wir jetzt schwimmen.

Peter probiert den Dinghi-Motor aus und macht die erste Probefahrt. Ist noch etwas alter Sprit drin darum braucht er als noch etwas beim starten. Aber das wird.

Ich fasse es nicht, wir sind im Wasser. Langsam kapieren es auch meine Synapsen und transportieren es zu meinem Hirn.

Aber die Seebeine müssen noch wachsen, denn ich stolpere bei kaum Welle durch die Gegend und habe bestimmt schon zehn blaue Flecken 🙂

Ich freue mich auf die erste Nacht im Wasser.

Friede, Freude, Eierkuchen?

Wir sind jetzt schon eine ganze Weile hier und arbeiten die ganze Zeit.

Es gibt nicht nur Hochgefühle weil etwas klappt sondern auch Enttäuschungen wenn es nicht so klappt.

Und so fühle ich mich manchmal schon etwas „bescheiden“.

Aber im Grunde ist alles gut. Der Geräteträger ist fertig, aber wie es halt so oft hier in Griechenland ist müssen wir Geduld haben. Denn es kommt ständig etwas dazwischen. Denn zur Zeit sind einige Eigner hier die schnell ins Wasser wollen und brauchen noch etwas von Wolfgang. Somit werden wir immer etwas nach hinten geschoben.

Es ist nicht immer einfach. Das Warten ist echt doof.

Aber wir sind hier eine nette kleine Gemeinschaft in der Marina. Sehr verschiedene Menschen echt spannend.

Nun kommt aber die Zeit des Abschied Nehmens.

Immer wieder geht ein Boot ins Wasser. Bisher war es so das es die Boote waren die in zwei Tagen gerichtet waren und dann ab ins Wasser gingen.

Aber nun kommt die Zeit wo auch die gehen die man über die lange Zeit ins Herz geschlossen hat.

Und da bisher meistens Sauwetter war und alle so vor sich hin gearbeitet haben habe ich für den nächsten schönen Tag einen Grillabend organisiert.

Mein Gemüt hat es auch gebraucht mal aus dem Arbeitstrott heraus zu kommen.

Ich habe allen Bescheid gegeben und die Kohle besorgt. Auch die Werft-Leute wie Asem, Wolfgang und Gerhard sind eingeladen für die wir auch eingekauft haben.

Der Rest der Bande bringt sein eigenes Zeug mit und manche machen einen Salat. So ist das üblich.

Es sind auch alle da und es beginnt ein richtig schöner Abend dem manch einem noch ein paar Tage in den Knochen liegt 🙂

An den folgenden Tagen verlassen uns manche Boote die wir am Steg verabschieden, winken oder sogar ein Shanty-Chor bilden.

Auch das muss ich erst lernen. Wir lernen nicht nur tolle Menschen kennen sondern müssen sie auch bald wieder verabschieden.

Also es ist nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“, sondern kann auch sehr hart sein.

Nicht nur die Arbeit, auch die Emotionen.

Aber wir glauben das es das wert ist dieses Leben zu führen.

Lefkas

Eine wirklich schöne Insel. Wir haben bisher von der Stadt Lefkada bis nach Nidri die Insel etwas kennen gelernt. In der Stadt bekommt man alles was das Segler-Herz bedarf und schön ist sie auch.

Zwischen Lefkas und dem Festland befindet sich eine fahrende Klapp-Brücke die alle volle Stunde die Boote hindurchfahren lässt. Die Brücke ist eigentlich ein Schiff, denn Lefkas möchte nicht seinen Inselstatus mit mehr Zuschüssen verlieren. Wenn es eine Brücke wäre, wäre die Insel mit dem Festland verbunden und die Zuschüsse für eine Insel wären weg. Finde ich echt schlau.

Zwischen der Insel und dem Festland befindet sich ein langer Kanal (Drepanos-Kanal) der auf Festlandseite viele Feuchtgebiete hat. Echt schön.

Dann gibt es noch die Festung Agia Mavra ( Santa Maura) die wie vieles schon sehr sehr alt ist ( ca. 13. Jahrhundert ) und einige Nationen rüber gerutscht sind. Erbaut von Sizilianern, dann kamen die Osmanen und 2 Hundert Jahre später die Venezianer. Die Osmanen bauten auch eine Brücke zum Festland. Dies wurde aber durch ein verheerendes Erdbeben mit vielem der Festung zerstört. Sie ist 12 mal in 7 Jahrhunderten belagert worden und wurde sogar im Weltkrieg als Lazarett genutzt.

Man kann schön über das 25000m2 großen Gelände spazieren gehen. Viel zu erkennen ist nicht mehr aber überall stehen Tafeln auf denen alles sehr ausführlich beschrieben ist.

Nach der Kultur kommt natürlich Natur. Wir laufen auf die Landzunge zur Lagune über eine sehr sehr verrottete Brücke über das Feuchtgebiet.

Sehr wackelig und fragwürdig. Aber ich habe meinen Schweinehund überwunden und bin rüber balanciert.

Wir treffen einen ewig langen Strand (Kies) vor mit einer ehemaligen Strandbar die wohl für die Kitesurfer gedacht war die hier in der Lagune die besten Bedingungen haben.

Wir lassen unsere Seele baumeln und genießen die Ruhe bevor wir wieder zum Schiff fahren um weiter zu arbeiten.

Es ist immer das Gefühl da das wir noch so viel zu tun haben. Aber das hat hoffendlich bald ein Ende.

Lost Place (Vergessener/verlorener Ort)

Von der Arbeit muss man ja nicht immer berichten. Nur das, wir kommen gut voran. Vielleicht tut sich auch gerade ein Wetterfenster auf in dem wir streichen können. Wir werden sehen. Beim nächsten mal berichte ich mal wieder über die Werft-Arbeiten.

Heute ist glaube ich Sonntag und wir haben vor den Ambrakischen Golf von Land zu erleben.

Wir haben von einem schönen Wasserfall gehört zu dem wir wandern wollen.

Das Wetter ist morgens nicht sehr berauschend. Noch sehr wolkig und kalt. Aber das ist zum wandern ja super. Wir fahren mit unserem kleinen Auto also einfach mal los. Das werden wir schon finden. Der Weg in die Berge ist aber nicht so einfach. Ausgewaschene Schotterwege die wir mit unserem Auto teilweise nicht fahren können. Die ungefähre Richtung ist klar. Wir haben einen Ortsnamen aufgeschnappt und schauen auf der Karte. Ja da soll ein altes Hotel sein an dem man sogar parken kann.

Also los. Die erste Straße geht für uns nicht, da bräuchte man einen Trecker. Dann eben weiter!

Wir kommen in den Ort Trifos und finden ein Schild mit dem Namen eines Hotels das durchgestrichen ist. Außerdem steht dort noch was von heißen Quellen. Ok, also da lang.

Der Weg (Straße kann man nicht sagen) ist ok. Wie bei uns ein alter kaputter Weinbergweg.

Wir fahren immer weiter hoch. Die Tanknadel ist nicht erfreut. Wir hätten wohl doch tanken sollen. Nun ja. Wir sind immer noch Deutschland gewohnt, an jeder Ecke eine Tanke. Das ist hier in der einsamen Provinz nicht so.

Wir fahren einfach langsam weiter, denn Geröll in groß und klein versperren etwas die Straße. Aber eine Spur geht immer.

Als wir ziemlich weit oben sind bleiben wir in einer Nische stehen und laufen weiter. Denn wir haben etwas Angst das wir sonst nicht mehr bis zur nächsten Tankstelle kommen.

Wir laufen ein paar Bergwindungen entlang und dann ist plötzlich Schluss. Die Straße ist abgerutscht. Aber scheinbar ist hier doch was los, denn es geht ein Trampelpfad weiter.

Nach ca. 2km kommen wir tatsächlich an ein altes Hotel. Das wohl schon 15 Jahre verlassen ist. Die Natur holt es sich schon wieder zurück.

Aber es ist verrückt. Wir stapfen durch das Hotel und es wirkt so als wenn es Hals über Kopf wegen eines Erdbebens verlassen wurde. Denn hier bebt es immer wieder. Auch wir haben auf der Werft ein 4,8 Erdbeben erlebt.

Das muss aber schon um einiges mehr gewesen sein. Denn der Berg hat sich ganz schön bewegt. Vieles ist abgerutscht. In den Räumen ist noch wahnsinnig viel erhalten. Auf einem Feuerlöscher lese ich das die nächste Prüfung 2005 sein sollte. So kann man ungefähr ermessen wann es passiert ist.

Nach einer Erkundungstour durch die Räume wandern wir Richtung Wasserfall. Plötzlich grunzt es direkt neben uns. Eine Bache mit Jungen. Sie bleibt Gott sei Dank im Dickicht und wir gehen zügig weiter. Ab jetzt immer mit einem Knüppel in der Hand 😉 .

Das Hotel war wirklich schön angelegt und der Weg zum Wasserfall bis auf kleinere Sachen immer noch begehbar. Doch plötzlich ist auch dieser Weg weg. Schade, kein Durchkommen mehr bis zur heißen Quelle. Auf geht es zurück und wir nehmen den Weg nach unten zum Wasser.

Es ist wirklich traumhaft mit dem hellen Kalkstein. Ein tolles Erlebnis in der einsamen Griechischen Bergwelt mit der tollen Natur.

Wir wandern zurück zum Auto und treffen tatsächlich drei ältere Leute die sich bei uns informieren.

Ich warne auch vor den Wildschweinen und überreiche der Dame meinen Knüppel. Die schaut mich ziemlich verdutzt an 🙂

Nun aber ab zum Auto, tanken und weiter um den Golf. Es kommen nette kleine Ortschaften, die Autobahn die durch den Felsen und schöne alte Olivenplantagen getrieben wird , schrecklich, Solarparks, Windräder und dann Arta. Ich denke die größte Stadt am Golf. Wir wollen die berühmte alte Brücke besuchen die wirklich sehr schön ist. Dort genießen wir die Sonne die endlich da ist und einen lecker Cafe.

Im Golf liegen ein paar Inseln die mit einem Damm verbunden sind. Auch die wollen wir sehen. Echt beeindruckend. Erst durch riiiesige Orangenplantagen ( Es ist gerade Erntezeit) und dann auf den Damm. Schön!

Ein kurzer Rundgang in dem kleinen Ort Koronisia und weiter geht es am Golf entlang.

Nun kommen sogar große Kiwi Plantagen. Echt toll was hier alles wächst.

Überall stehen gelb leuchtende Zitronenbäume in den Gärten. Alles blüht. Ach der Frühling ist schon toll. Es wird schon dunkel als sich in Preveza der Kreis schließt. Wir essen noch lecker und dann aber zurück zur Marina. Ich bin total kaputt.