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Athen und Heimreise

Plötzlich ist der 7. November da und wir reisen ab. 😯 Am Ende ist es komischerweise immer etwas Stress.

Habe ich an alles gedacht? Sind die Rest-Lebensmittel alle gut verpackt? Ist wirklich jegliches Wasser aus dem System? Denn auch hier wird es kalt und kann schneien. Ich bin immer etwas unsicher. Auch wenn wir das Einwintern schon zum dritten mal machen.

Aber letztendlich muss ich mir selber vertrauen das ich und Peter an alles gedacht haben. Wir gehen mit ruhigem Gewissen. Denn vor ein paar Tagen hatten wir wieder mal einen Sturm und haben gesehen das Charris mit seinem Vater alle Boote abgelaufen ist und sie kontrolliert hat ob alles gut ist. Außerdem haben wir einen Freund hier der direkt von seinem Balkon auf unsere Alina schaut und somit ein Auge für uns ist. Das beruhigt sehr.

Wir fahren früh mit dem Mietauto nach Chalkida und geben es direkt am Bahnhof wieder ab. Es klappt wunderbar und wir können ohne Unterbrechung in den Zug steigen.

Kurze Pause in Chalkida

Wir genießen die Fahrt und ich komme etwas runter. Denn Boadyard ist immer anstrengend.

Wir fahren anderthalb Stunden und genießen die Aussicht. Auch wenn wir sehr erschrocken sind. Denn auch hier hat 2019 überall das Feuer gewütet. Rechts der Bahnlinie ist alles verbrannt und links sieht es sehr viel besser aus.

Dann sind wir in Athen, steigen in die Metro und finden ganz schnell unsere Unterkunft in Plaka direkt unter der Akropolis. Nun lassen wir uns in dieser schönen Stadt treiben.

Für den ersten Eindruck sind wir mit dem Roten Bus unterwegs und genießen später alles zu Fuß.

Wir schauen uns alles an und sind Abends in angesagten Stadtteilen. Zumindest ein bisschen denn die vielen Eindrücke und ganz besonders die vielen Menschen überfordern uns ein wenig. 🤣 Somit sind wir Abends sehr müde und keine Nachtmenschen. Aber wir genießen es im Straßen Café zu sitzen und Menschen anzuschauen.

Am 10.11. fliegen wir nach München um den 30igsten unseres Sohnes zu feiern. Er holt uns vom Flughafen ab, fährt uns zur Pension damit wir unser Zimmer beziehen können.

Aber, was für ein Schreck, in unserem Zimmer liegt schon ein Pärchen im Bett😱. Nach ein paar Anrufen ist alles geklärt und wir bekommen den richtigen Schlüssen. Beim Frühstück treffen wir das Pärchen und wir lachen alle über diese Situation😃.

Nun genießen wir unsere Familie und reisen Sonntags mit dem Zug nach Hause.

Unser Enkel unterhält uns alle köstlich und wir haben lange nicht so viel gelacht. Die Zeit verfliegt wie im Flug. Obwohl wir alle total müde sind.

Als wir in unsere Wohnung treten ist es als wenn wir gestern erst weggegangen wären. 🙂

Auf dem Trockenen

29.10.-7.11.23

Und alle Finger sind noch dran! Niemandem ist was ernsthaftes passiert!!!

Wir sind auf unserem Winterplatz gut angekommen und stehen sicher auf den Ständern. Nun heißt es wieder. Leiter rauf und Leiter runter. Ich versuche mal ein paar Arbeiten auf zu zählen die wir nun zu tun haben.

– Unterwasserschiff kontrollieren und an ein paar Stellen nach reinigen

– Propeller Welle sauber kratzen

– Dinghi + Sup reinigen und verstauen

– alles was Metall ist mit Süßwasser spülen damit es nicht rostet

– Rettungsring säubern

– Groß-Segel runter holen und dem Segelmacher mitgeben ((wir brauchen einen neuen Sonnenschutz)

-Vorsegel reinigen und später verpacken und unter Deck tun

-Wassermacher einwintern

– Fender unters Boot binden

– Seile mit Süßwasser spülen

– Anker ablassen

– Motor einwintern

– Wassersystem einwintern = Wasser ablassen

– alles gut reinigen

– Schränke auswaschen etc.

und noch ganz viele Kleinigkeiten. Sogar den Generator hat Peter ausgebaut, was wir erst im Frühling machen wollten, um zu schauen warum er nicht geht. Das war allein eine Heiden Arbeit da er sehr schwer ist und aus dem hintersten Eck unter Deck erst aufs Deck gehievt werden musste und wir dann mit einem selbstgebauten Kran ihn runter vom Schiff auf einen Tisch gehievt haben.

Während ich dann viele Reinigungsarbeiten gemacht habe hat Peter den Generator total zerlegt und den Schaden eingegrenzt. Er muss wohl schon sehr sehr lange undicht gewesen sein und somit wurde einiges vom Salzwasser zerfressen und die Kristalle haben das Auslass-Rohr verstopft.

Aber das schaffen wir im Frühjahr.

Drei Tage haben wir von Morgens bis Abends ohne Pause gearbeitet. Nur Abends haben wir uns mit anderen Seglern immer auf ein Boot zum Abendessen getroffen. Die Community unter den Seglern ist echt toll. Und jeder hat sich natürlich Hilfe beim Peter geholt 😉

Eine tolle Gemeinschaft, jeder bringt Essen mit, aber gegessen wird gemeinsam

Nach diesen anstrengenden ersten Tagen haben wir beschlossen nur Halbtags zu arbeiten und Nachmittags die Insel Euböa die zweitgrößte Insel Griechenlands anzuschauen. Dafür sind wir 85 km mit dem Bus in die Hauptstadt gefahren und haben dort uns ein Mietauto geholt. Die Insel ist sehr bergig und eigentlich das Motorradparadies. Wir sind 85km gefahren als wenn wir in den Alpen über die Pässe wären. Sehr kurvig und wunderschön.

Im Norden haben die Feuer von 2019 den ganzen Waldbestand vernichtet. Sehr viele Menschen haben damals ihre Existenz verloren. In einer eh nicht reichen Ecke gab es fast nichts außer Landwirtschaft wie Oliven, Pistazien, Feigen und Nüsse und Gemüse. Und dann kam das Feuer.

Athen hat die wenigen Löschflugzeuge benutzt um sich selber zu retten und Euböa hat man brennen lassen. Die Menschen konnten nur Richtung Wasser auf Fähren flüchten denn von Land her tobte das Feuer.

Als wir durch das riesige Gebiet fuhren waren wir unendlich traurig über diesen Anblick denn die Baumleichen stehen immer noch und zeugen von einem ehemaligen wunderbaren alten Baumbestand. Andererseits sah es so bizarr aus das es schon wieder mystisch schön wirkte.

Und dann kam dieses Jahr das Wasser und hat auf dem verbrannten Boden alles aus den steilen Hängen abgewaschen und im Tal unter Schlammlawinen vergraben. Wieder sind unzählige Existenzen vernichtet worden.

Anfang September kam das Wasser

Vieles wurde auch ins Meer gewaschen und wird bei den Herbststürmen wieder an den Strand gespült. Es ist sehr traurig wenn man ins Wasser schaut. Überall Müll!

Am 7.11. sind wir dann mit dem Auto zurück zur Hauptstadt Chalkidisch gefahren und sind von dort mit dem Zug nach Athen um dort vor dem Abflug noch ein paar Tage zu verbringen.

Eine tolle Stadt ! Aber dazu später.

Rückweg

17.10.-28.10.23

Ein komischer Titel ich weiß. Aber so fühlt es sich an, denn hier waren wir schon. Es ist toll an Orte zu kommen die man schon kennt oder zumindest dran vorbei gekommen ist. Wir wollen uns am 26.10. an unserem Winterplatz von dem befreundeten Ehepaar der SY Uenuku, verabschieden und gemeinsam essen gehen. Also müssen wir schon jetzt das richtige Wetterfenster abwarten um wieder in in den Dhiavlos zu fahren. Das ist die Straße zwischen Festland und Euböa. Wir haben zwar noch 10 Tage Zeit aber wenn das Wetterfenster nicht passt können wir es auch verpassen.

Unterwegs verbringen wir noch etwas Zeit auf Skopelos bis wir rüber segeln nach Skiathos. Hier wollen wir auf den passenden Wind warten.

Auch auf diesen beiden ABBA-Inseln hat das Unwetter von Anfang September ganz schön gewütet.

Die Fußgängerzone war ein reißender Schlammfluß und hat sehr viel zerstört. Der Norden der Insel ist kaum noch zugänglich. Sehr traurig das zu sehen. 😦 Überall riecht es immer noch nach Kanal.

Da Südwind ist müssen wir warten weil sonst der Wind direkt von vorne käme. Darum beschließen wir in den Norden der Insel zu segeln um eine Höhle zu erschnorcheln. Das geht bei Nordwind nicht. Auf dem Weg dorthin stellen wir fest das ein guter Nordwind herrscht der in der Bucht nicht spürbar, und auch nicht gemeldet war. Wir schauen uns an und beschließen spontan Kurs auf Euböa zu nehmen.

Das war eine sehr gute Entscheidung. Denn die nächsten Tage wäre es nicht mehr gegangen 😉

Auf dem Weg nach Limni treffen wir wieder auf einen bekannten Segler. Helfen ihm bei einen technischen Problem und segeln über verschiedene Stopps nach Limni.

Da dort wieder zuviel Wind aus Süden kommt und wir nicht an die Boje vor dem Boad Yard können, gehen wir nach Limni in den ganz kleinen und engen Hafen. Dort liegen wir sicher und können Abends mit der SY Uenuku schön essen gehen.

Der nächste Tag ist noch sehr heftig und wir bleiben im Hafen aber dann bekommen wir den Anruf mit der Nachricht, das wir an die Boje kommen sollen, denn wir werden rausgeholt. Ohhhh. Die Aufregung ist sehr groß. Wir machen alles fertig und ich fahre rüber zum Yard und auch direkt auf den Trailer.

Nun sind wir nach 2320 Seemeilen = 4296,64 km wieder auf dem Trockenen.

Jetzt haben wir genug Zeit alles fertig zu machen, denn am 10.11. geht es nach München. Dort feiern wir den 30 igsten Geburtstag des Sohnemannes. 🙂

Ich freue mich wie wahnsinnig auf Zuhause.

Wir überfahren unsere Tack Linie vom Juli

8.-16.10.23

Nun ist der Moment gekommen an dem wir zu schon bekannten Inseln segeln. Der Kreis schließt sich.

Schirmmeduse auf Peristerie

Das wird mir auf der kleinen Insel Peristerie klar, denn hier waren wir schon mal. Doch hier können wir wieder mal nicht lange bleiben. Der Wind der kommen soll vertreibt uns auf die Insel Alonnisos.

Wir verkrümeln uns nach Steni Vala und lernen wieder mal nette Leute kennen. Die Taverne hat auch noch auf. Das ist momentan nicht selbstverständlich. Vieles ist mittlerweile geschlossen. Es kehrt Ruhe ein in die sonst so Touristische Ecke. Wir genießen das sehr.

Wir bleiben etwas hier und machen auch eine schöne Wanderung zur Höhe hoch und durch Olivenhainen. Wir sehen viele Alpenveilchen und Meereszwiebeln. Wunderschön!

Wanderung+Meereszwiebeln

Der nächste Stopp ist die Bucht Votsi. Dort legen wir uns mit Landleinen an die Steilküste und sind für das was kommt sehr sicher.

Ich fühle mich in den Anlegemanövern immer sicherer und verliere auch immer mehr die Angst etwas falsch zu machen. Die Manöver sind schon richtig eingespielt und es klappt fast immer ohne Worte.

Peter schrieb ins Logbuch: „Tja, Tina wird immer besser und bald braucht sie mich gar nicht mehr, außer zum spülen!“

🙂 So ist das natürlich nicht, aber ich bin schon stolz drauf.

Wir nutzen nach dem festmachen und ankern, sofort den Tag und fahren mit dem Dinghi einige kleine Höhlen ab da es am nächsten Tag zu hohe Wellen haben wird.

Eine tolle Exkursion. Aber leider sehen wir keine seltenen Mönchsrobben. 😦

Am ersten heftigen Windtag bleiben wir gerne beim Boot um zu sehen das alles gut fest ist. Wir machen die normale Bordarbeit und ich mache noch das Baiertaler Büro. Bei einem Spaziergang haben wir Glück und können für den nächsten Tag noch einen Roller bekommen. Denn nach der Saison ist das nicht so einfach.

Also fahren wir am nächsten Tag über die Insel und schauen uns die Chora an, wandern zum Sunset Aussichtspunkt und fahren auf die einsame Nordseite die aber auch ziemlich viel von den Unwettern Anfang September abbekommen hat. Dort fahren wir einen heftigen Offroad Weg die Berge hinunter und haben prompt auch abends noch einen Plattfuß. Also lasse ich den Peter an unserem Sonnenuntergangsplatz zurück und fahre vorsichtig runter in die Stadt zur Tankstelle. Fülle Luft auf ,( beim wegfahren sehe ich das dort dann das Licht ausging-Glück gehabt!) und fahre wieder hoch zur Chora und hole den Peter.

Wir beschließen noch mal mit dem Boot in den einsamen Norden von Alonnisos zu fahren und den Fjord dort zu genießen bevor es wieder zurück in die andere Bucht geht. Denn es kommt schon wieder Starkwind.

Wir bleiben noch ein paar Tage, lernen andere Segler kennen und genießen den Eisvogel der in der Steilwand lebt und auch dort jagt und lauschen gerne der Zwergeule die nach Sonnenuntergang nonstop ruft.

Aber dann wird es Zeit weiter zu segeln.

Weiterlesen „Wir überfahren unsere Tack Linie vom Juli“

Skyros

29.9.-6.10.23

Wir haben einen wunderbaren Segeltag nach Skyros rüber. In den 10 Stunden können wir fast die ganze Zeit den Parasailor nutzen und machen gute Fahrt.

Unterwegs produzieren wir mit dem Wassermacher frisches Wasser und lassen auch gleich zwei Waschmaschinen laufen. Wir nutzen die langen Fahrten immer zum Wasser machen, da unterwegs das sauberste Wasser ist und unsere Filter nicht so schnell verschmutzt sind. Die Wäsche ist unterwegs auch sehr schnell trocken. Auch die normale Haus/Schiffsarbeit wie, durchsaugen oder Bäder putzen, machen wir sehr gerne unterwegs. Somit haben wir am neuen Ort alle Zeit der Welt und können auf Entdecker Tour gehen 😉

Skyros: Zitat: Schlicht, authentisch und gastfreundlich.

Seid der Bronzezeit als Handelsrouten Stützpunkt sehr wichtig da sie ziemlich in der Mitte der Ägäis liegt. Leider auch deswegen immer schon als Militärbasis wichtig.

Wir laufen einen geschlossenen Hafen in der Mitte der Insel an, der nicht genutzt wird. Außer von ein paar Fischerbooten. Riesen groß, aber verlassen weil draußen Felsen in der Nähe der Einfahrt liegen, die als gefährlich gelten. Wir hatten gar keine Probleme damit aber es ist auch wirklich nur bei ruhigem Wetter zu empfehlen. „Speedy Gonzales“, ist natürlich schon da. 🙂

Am nächsten Tag laufen und trampen wir zur Chora. Das ist die Hauptstadt die selber keinen Hafen hat und auf dem Berg mit einer tollen Festung, liegt. Wir lassen uns durch die Stadt immer weiter nach oben treiben bis wir auf der Festung ankommen und die beiden anderen Segler treffen.

Gemeinsam ziehen wir weiter und teilen uns dann ein Taxi zurück zum Boot.

In der Nacht kommt Wind auf und wir merken warum dieser Hafen als gefährlich gilt. Es bilden sich immer höhere Wellen. Um 4 Uhr kann ich nicht mehr schlafen weil die Wellen laut an den Rumpf schlagen. Wir entschließen uns direkt bei Sonnenaufgang den Hafen zu verlassen um sicher aus der gefährlichen Einfahrt raus zu kommen. Das klappt auch problemlos und wir sehen das auch kurz darauf die Ramba den Hafen verlässt.

Hier trennen sich leider wieder unsere Wege. Die beiden segeln ans Festland und wir segeln in den einsamen und wilden Süden von Skyros der komplett zum Naturschutzgebiet NATURA 2000 gehört und trocken-karg und manchmal grün bewaldet ist.

Wir liegen in völliger Einsamkeit in einer tollen Bucht und genießen es den Eleonore Falken bei der Jagt zu beobachten. Außerdem sieht man Schafe und Ziegen sonst nichts. 🙂 Die endemischen Zwergpferde sehen wir leider nicht.

Wir versuchen eine Wanderung zu unternehmen, hören aber plötzlich immer wieder Schüsse von Jägern und entscheiden uns lieber wieder zurück zum Boot zu gehen. Man muss die Ziegen und Schafe eindämmen da sie alles wegfressen.

Am nächsten Tag haben wir wieder einen Starkwind Tag von bis zu 40kn Wind. Wir sind aber gut fest, kein Problem. Der Wind ist schon recht kalt also verkrümeln wir uns unter Deck und machen groß reine.

Die nächste Station ist der einzige Hafen von Skyros auf der Nordseite. Sehr nobel hier, das hatten wir in Griechenland noch nie.

Wir leihen uns einen Roller um den Norden der Insel zu erkunden und genießen diese Insel sehr.

Jeden Abend kommt eine Fähre in den Hafen die mit dem Lied “Also sprach Zarathrusta“, begrüßt wird, echt Klasse.

Nach weiteren zwei Tagen haben wir ein gutes Wetterfenster und wir segeln nach einer Woche Skyros weiter nach Peristerie.

Plötzlich ist der Herbst da

20.-29.9.23

Die Nächte werden kühler und morgens ist das Boot oft nass. Ein bekanntes Zeichen das der Herbst schon voll da ist. Über Tag ist es noch wunderbar warm aber das Wasser hier im Nordosten Griechenlands ist schon sehr kalt. Ich gehe nicht mehr gerne baden und zum duschen muss ich mich Abends ganz schön überwinden. Ja ich weiß, ich bin ein Warm Duscher 🙂

Als der Wind nachgelassen hat machen wir uns auf den Weg Richtung Süden. Nach Limnos.

Der Wind ist weniger aber die hohen Melthimi Wellen sind noch da. Es ist etwas unangenehm aber ich freue mich das wir uns wieder Richtung Süden bewegen.

Nach 10 Std. kommen wir in Limnos an und treffen wieder auf die SY Uenuku. Die Freude ist groß und Regine verwöhnt uns zur Ankunft mit Leckereien. Es ist ein schöner Hafen über dem die größte Festung Griechenlands thront. Wir verwöhnen uns Abends mit Pizza und Lasagne beim Blick auf den Berg Arthos und fallen dann aber früh tot ins Bett.

Die nächsten Tage verbringen wir mit der SY Uenuku (maorisch für Regenbogen) in einsamen Buchten und genießen die Zeit mit gemeinsamen Abenden an Bord bis uns dann leider wieder der Weg trennt. Wir gehen zurück in den Hafen da wieder 😦 Melthimi kommt und die Uenuku segelt dem Melthimi nach Lesbos davon.

Wir hängen dann einige Tage im Hafen fest. Was aber gar nicht schlimm ist denn die Stadt mit der Festung ist echt schön. Wir versorgen uns wieder mit allem, leihen ein Auto ( ein Nachbar schaut auf unsere Alina) um die Insel zu erkunden und umwandern die Bucht zur Agia Maria.

Dann geht es aber endlich weiter. Der Wind lässt nach und wir verlassen mit drei anderen Booten den Hafen um auf die nächste Insel im Süden zu segeln. Wir haben Gott sei Dank beim Anker hoch holen keine Probleme. Andere fangen sich leider eine alte Ankerkette oder Leine ein und haben ganz schön zu kämpfen um sie wieder los zu bekommen.

Auch ein Spanisches Boot, die SY Ramba VI verlässt mit uns den Hafen. Ist aber um einiges schneller als wir, da es nur die Hälfte wiegt und schmaler ist. Für uns ist das kein Problem, wir sind gerne etwas gemütlicher unterwegs. Dafür nimmt die Ramba auf Efstratios im kleinen Hafen uns die Leinen ab. Das ist sehr nett. Wir verabreden uns um acht in der einzigen Taverne und laufen bis dahin über der Stadt in der Bucht umher und gehen ins Museum der Demokratie.

Es stellt sich raus das Efstratios eine Gefängnisinsel war für ins Exil geschickter Griechen. Es gab einige dieser Inseln auf denen die Verurteilten einfach abgeladen wurden und sie sich dann selber versorgen sollten. Das hört sich einfacher an als es war. Viele Menschen starben nur weil sie der damaligen Regierung störten. Es gab auch 5000 Frauen mit vielen Kindern.

Die letzten wurden tatsächlich erst 1974 befreit.

Abends treffen wir dann Carmen und Raphael in der Taverne und lernen die Madriter näher kennen. Sehr nette Leute. Wir haben einen schönen Abend. Die beiden gehen auch am nächsten Morgen weiter nach Skyros.

Wir starten bei Sonnenaufgang und können fast die ganze Zeit wieder mal den Para nutzen. Immer wieder schön anzusehen. Die Ramba startet etwas später. Natürlich überholen sie uns unterwegs und bekommen den Spitznamen“Speedy Gonzales“. 🙂

Samothraki

12.9.-20.9.23

Die kleine Familie ist fort, das Boot wieder aufgeräumt also geht es über Thassos nach:

Samothraki-Die Insel der Ziegen

Ein Segler sagte uns:“Wenn ihr nach Limnos segelt dürft ihr aber nicht Samothraki auslassen. Eine tolle Insel und sie liegt doch fast auf dem Weg.“

Wir hatten noch nichts von ihr gehört. Aber als ich mich informiert habe, wurde ich sehr neugierig.

Also auf nach Samothraki.

Sie ist ein echter Geheimtipp in Nordgriechenland.

Von hier stammt die berühmte Skulptur Nike die aber nur original im Louvre zu bewundern ist.

Samothraki ist wunderschön mit ihrer wilden Natur. Das Gebirge auf ihr ist das höchste der Ägäis mit 1611 m und voll mit tollen Naturwundern. Besonders die Wasserfälle und deren Felspools die den Ursprung hoch oben im Gebirge haben, laden zum schwimmen ein. Aber eiskalt brrrr.

Auf der Insel leben 100 000 Ziegen. Das sind mehr als 30 pro Einwohner. Sie fressen die ganze Insel kahl und müssen deshalb eingedämmt werden. Das heißt für uns, leckeren Ziegenbraten 😉

Die Nike ist nicht mehr da aber dafür tolle Ausgrabungen die aussagen das Poseidon von hier den Trojanischen Krieg beobachtet haben soll.

Wir starten also früh von Thassos und haben auch eine ganze Weile guten Wind. Aber 2 Stunden müssen wir dann doch gegen die hohen Wellen motoren.

Der Hafen ist recht gut geschützt und wir machen längsseits an der Mole fest. Die SY Uenuku ist auch schon da. Sie ist eine Stunde vor uns von Thassos los und nimmt jetzt gerne die Seile an.

Das ist immer sehr schön wenn das jemand tut denn es ist alles viel einfacher und entspannter. Wir helfen auch immer gerne bei anderen Seglern. Wir finden das gehört sich einfach so.

Kaum sind wir fest werden wir schon ausgesprochen freundlich vom örtlichen Roller Vermieter begrüßt. Das hatten wir so auch noch nicht :-). Sehr geschäftstüchtig aber echt nett.

Abends genießen wir von der Strandmauer die Delfine die hier scheinbar ihr Revier haben.

Sie schwimmen am Strand auf und ab.

Am nächsten Tag soll es noch relativ ruhig sein also machen wir einen Segeltörn um die Insel in eine schöne Bucht. Schöne Sandstrände und kleine Buchten zieren die Südseite. Peter geht schön schnorcheln und ich genieße es von Bord. Denn ich bin noch etwas angeschlagen von einer Erkältung.

Wir bekommen von anderen Seglern weitere Tipps was wir uns unbedingt anschauen sollen.

Da hören wir gerne zu und ordern bei dem netten Roller Vermieter gleich drei Roller. Die SY Uenuku auf einen und wir jeweils einen.

Am nächsten Morgen geht es los. Denn zum segeln ist es draußen zu wild.

Als erstes fahren wir nach Chora hoch der eigentlichen alten Hauptstadt. Wir schlendern durch dieses gemütliche und echt schöne Bergdorf.

Von hier fahren wir zur Ausgrabungsstätte der Nike und wandern über das riesige Gelände. Dort sehen wir einige Frauen in weiß gekleidet die dort meditieren. Venus-Anbeterinnen.

Die Insel ist auch ein Treffpunkt der Hippies. Man trifft sie überall und sie bringen einfach einen schönen Flair auf diese Insel.

Nach sehr viel Geschichte brauchen wir jetzt erst mal eine Stärkung beim Ziegenwirt. Dort essen wir hervorragend bei sehr netten Wirtsleuten die lange in Deutschland gelebt haben.

Gefühlt hat hier jeder vierte in der Nähe von Stuttgart gearbeitet. :-).

Dann halten wir am Zugang zum Wasserfall an. Es sind zwei Kilometer zum ersten Wasserfall am Fluss entlang. Wir laufen durch wundervollen alten Baumbestand. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Es ist traumhaft. Und immer wieder trifft man auf Hippies die am Wasser sitzen und diese Atmosphäre genießen.

Am Wasserfall angekommen springen wir in den wirklich eiskalten Felspool. Bleiben noch eine Weile da und wandern dann zurück.

Abschluß machen wir zum Sonnenuntergang auf der Molenmauer und sehen wie ein ca. 2m großer Thunfisch beim jagen frei aus dem Wasser springt. Echt unglaublich.

Die Uenuku zieht am nächsten Morgen schon zur nächsten Insel. Aber wir haben beschlossen noch zu bleiben und die große Wanderung zum obersten Wasserfall zu machen.

Also leihen wir uns noch mal einen Roller und Fahren zum Anfang. Wir erleben eine tolle Natur und genießen die Einsamkeit denn wir treffen nach dem ersten Wasserfall bis oben niemanden mehr. Zum Abschluss noch etwas Musik mit den Hippies am unteren Pool machen und zurück geht es mit müden Knochen.

Die nächsten 2 Tage bleiben wir noch Windbedingt hier und helfen anderen die es trotz starken Melthimi probiert haben, :-0 ihr zerfetztes Vorsegel zu bergen.

OH Gott

Wir sind froh das wir uns fürs bleiben entschieden haben. Aber dann kommt auch für uns der Moment weiter zu Segel und diese ruhige, freundliche, alternative, grüne und hohe Insel zu verlassen.

Eine Woche Familie

Dieser Beitrag wurde verfasst von Lukas und Anja Hack

Jetzt sind sie schon 6 Monate weg von Baiertal und schon 4 Monate auf dem Wasser. Da wird es Zeit die Sehnsucht zu stillen und die Familie zu besuchen. Deshalb haben wir, Lukas, Anja und Lio (1), uns entschlossen nach Griechenland zu fliegen und eine Zeit lang mit Martina und Peter zu segeln.
Um 2:00 nachts geht es los nach Stuttgart.
Check-In und Sicherheitscheck verlaufen mit Kleinkind erstaunlich schnell und wir sind wie üblich viel zu früh am Gate. Zum Glück wurde der Trinkbecher von Lio auf Sprengstoff untersucht, sonst hätte ich nicht beruhigt fliegen können. Schlafen konnten wir alle drei nicht. Das erste Mal Fliegen ist für das Kind einfach zu aufregend. Ohne Beinfreiheit, immer wieder einnickend (wir, nicht das fröhlich vor sich hin brabbelnde Kind) und gerädert landen wir sicher am Flughafen Kavala „Alexander der Große“ und fahren mit dem Taxi zum Yachthafen. Wir laufen an den Molen vorbei und suchen nach Alina dem neuen Familienmitglied. Dann sehen wir Martina und Peter überrascht winken, weil sie noch nicht mit uns gerechnet haben. Der Empfang ist herzlich und wir freuen uns alle sehr, uns wieder zu sehen. Wir sind verblüfft, wie braun die beiden geworden sind. Richtig südländisch sehen sie aus.

Wir verstauen unser Zeug in der Vorschiffkabine und legen sofort ab, um in die nächstgelegene Bucht zu fahren für die Nacht. Bei der lauen Briese tuckern wir gemächlich dahin und lassen es nach der durchzechten Nacht ganz ruhig angehen. In der Bucht angekommen lassen wir den Anker fallen und fahren mit dem Dingi an Land, um einzukaufen. Abends grillen wir an Bord.

Am nächsten Morgen erfolgte die Überfahrt nach Thassos. Lio erweist sich sofort als potenzieller Seemann und Segler. Voller Neugier krabbelt er am Rand des Schiffes, der Gangway, entlang, hängt sich an die Seile der Großschot und hält interessiert Ausguck. Über ihm blähen sich die weißen Segel der Alina im Wind und tragen das Schiff gemächlich in Richtung Limenaria. Eine kleine Stadt im Süden von Thassos. Die letzten Seemeilen werden aufgrund einer flaute mit dem Motor bewältigt. Am frühen Nachmittag laufen wir in den kleinen und gemütlichen Hafen von Limenaria ein.

Das Schiff wird erkundet
Überfahrt nach Thassos
Kleiner Seemann ganz groß.

In der Nacht läutet die Natur Martinas Geburtstag mit Pauken und Trompeten ein. Der Wind prescht mit Spitzengeschwinden von 50 Knoten (92 km/h) durch das Rigg.

Wie gefesselte Tiere zerren die Schiffe an ihren Leinen, schaukeln hin und her und schlagen immer wieder aneinander. Gehalten von den starken und unerbittlichen Tauen. Die Fender quietschen unter der Belastung. Der auflandige Wind drückt die Schiffe unerbittlich auf die Mole und die Ankerketten knarren und ächzten. Alina liegt mit ihren 68 Meter Kette sicher, doch die Nachbarschiffe haben ganz schön zu kämpfen. Ein Nachbarboot muss über Nacht den Motor laufen lassen, um sich dadurch von der Mole abzudrücken, da der Anker nicht hält.

Der Regen peitscht von oben gegen den Decksalon und von unten klatschen die Wellen an den Rumpf.

Und inmitten dieses, sehr Respekt einflößenden, Konzertes der Natur sitzen wir um den Tisch, lassen die Korken knallen und die Gläser klirren. Wir feiern die beste Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Oma.

Am nächsten Morgen ist der Spuck vorbei. Nur der Wind, der immer wieder das Tauwerk zum Vibrieren bringt, zeugt noch von der letzten Nacht. Der Regen ist versiegt, den Himmel verdeckt eine graue Wolkendecke, die aber nicht bedrohlich wirkt.

Die nächsten Tage erforschen wir mit unserem kleinen Entdecker die Insel. Wir fahren mit einem Mietauto zu einem mystischen Wasserfall, der wie sich dann herausstellte, gar nicht mehr so geheim ist. Jedenfalls nach den Menschenmassen zu urteilen die zum Wasserfall pilgern. Wir springen von 8 Metern Höhe in den Naturpool Giola. Hinein in die weißen Schaumkronen die die Brandung in den Pool schäumt.

Der Wasserfall
Giola. Der Sprung aus 8 Metern Höhe.

Tag für Tag wird es wieder wärmer und die Sonne kämpft sich immer weiter durch die Wolken, doch der Wind lässt nicht nach. Während die Charter- Crews um uns herum keine andere Wahl haben und sich dem starken Wind von immer noch ca. 25 Knoten stellen müssen, um ihr Schiff pünktlich wieder abzugeben, genießen wir die Vorteile eines Eigners. Wir legen noch zwei Strand Tage ein und erkennen den großen Vorteil der die Kombination Strand und Kind mit sich bringt. Kleine Kinderfüße tapsen über den Sand, begleitet von einem ständigen „Da da“ „Ja ja“ „Bebe“ und natürlich „Plumps“ wenn der Windelpopo in den weichen Sand plumpst. Mit Essen, Trinken, Handtüchern, Badesachen und einem Plastikeimer bewaffnet lässt sich Lio stundenlang am Strand beschäftigen. Steine in den Eimer rein, Steine wieder raus, Steine rein, und raus …..

Natürlich kommt auch der Badespaß nicht zu kurz.

Dann geht es endlich wieder aufs Meer. Früh morgens wird der Anker gelichtet und wenige Minuten später in einer Geschützen Bucht wieder fallen gelassen. Es wird eine Landleine gelegt und es beginnt ein wunderbarer entspannter Tag in einer Bucht, die nur vom Wasser zugänglich ist. Die alte Rettungsinsel wird ausgepackt und über Bord geworfen. Martina zieht an der Leine und mit einem leisten Knall pustet sich die schwarz/orangene Rettungsinsel auf. Mit viel Getöse springen wir von Bord und klettern in die Sicherheit bietende Insel. Ja gut, wir liegen in einer ruhigen Bucht ohne jeglichen Seegang bei strahlendem Sonnenschein. Aber in unserer Fantasie sind wir Schiffbrüchige auf hoher See die ums überlegen kämpfen und um ihr Leben „schwammen“ (Das Wasser mithilfe eines Schwammes aus der Rettungsinsel bekommen).

Unter einem Sternenklaren Himmel verbringen wir eine ruhige Nacht in der Bucht und lassen den schönen Tag ausklingen.

Nach der Nacht in der Bucht wollen wir die Insel Thassos halb umrunden, um uns noch die Hauptstadt von Thassos anzuschauen. 20 Knoten Wind und hohe Welle können uns nicht von dem Vorhaben abbringen. Wir gehen ins 2. Reff (Segelfläche verkleinert) und kreuzen an den Bohrinseln vorbei nach Nordosten. Alina legt sich in den Wind und das Wasser schöpft immer wieder über den Rand bis auf die Gangway. Der Wind in den Haaren und die Sonne im Gesicht jagen wir über die weißen Schaumkronen der Wellen. Wir stampfen bis zum Nachmittag gegen an und liegen um 15 Uhr im Hafen von Thassos an. Dort entsorgen wir die ausgediente Rettungsinsel und gehen mit Lio an den Strand.

Nach dem kurzen Aufenthalt in Thassos Hafen geht es auch schon wieder zurück nach Kavala. Mit achterlichem Wind schaukelt die Alina über das blaue Wasser. Lio turnt wieder begeistert an Deck herum und versucht sich auch am Steuer.

Wir legen an der mit Anemonen und Muscheln übersäten Mole an. Am letzten Abend gehen wir nochmal gut essen, Peter jagt mit Lio die Katzen, leider fangen sie jedoch keine.

Am nächsten Morgen geht der Flug zurück. Es waren wirklich 10 wunderschöne Tage voller Familien- Strand- und Segelspaß, die wir auf keinen Fallen missen wollen.

Wir kommen auf jeden fall gerne wieder und können es kaum erwarten.

Lukas, Anja und Lio

Der nordwestlichste Teil unserer Reise

Wir sind auf Thassos eine Insel der nördlichen Sporaden. Sie ist sehr hoch, vulkanischen Ursprungs und kreisrund. Sie gilt als grüner Smaragd Griechenlands da sie sehr bewaldet ist. Leider hat auch hier in den letzten Jahren das Feuer viel von den schönen alten Wäldern, weggefressen.

Thassos ist außerdem berühmt wegen seines weißen Marmors, Honigs, Oliven und der Schafe. Aber auch sehr stark im Tourismus.

Sie ist sehr schön aber auch durch die Kreisrunde Form sehr anstrengend für Segler. Wir haben des öfteren schnell eine Bucht verlassen müssen da der Schwell herein kam oder eben der Wind. Das ändert sich hier fast im Stundentakt.

Um sicher die Insel mit dem Roller zu erkunden, sind wir in den Hafen gefahren und haben uns dort fest gemacht. Wir umrunden die Insel mit dem Roller und finden viele tolle Plätze.

Irgendwann geht es dann weiter in Richtung Westen da wir ja unsere Gastwirte Vasu und Georges treffen wollen. Unterwegs verdunkelt sich der Himmel von den Rauchschwaden der Feuer in unserer Nähe. Es sieht sehr bedrohlich aus. Aber wir schaffen es der Wolke davon zu segeln.

Über verschiedene Buchten kommen wir dem Hafen wo wir uns treffen wollen immer Näher.

Aber diesen Hafen können wir nicht nehmen da die Einfahrt vollkommen versandet ist und wir nicht rein können. Also geht es nach Stavros am nordwestlichsten Teil von Chalkidiki.

Hier verbringen wir ein paar Tage. Wir sind die Attraktion des Hafens. Denn hierher verirrt sich wohl sehr selten ein Segler. Wir haben auch schon geraume Zeit keine mehr gesehen.

Wir genießen die Stadt. Sehr voll mit Touristen aus dem Balkan da dieser ja auch nicht weit weg ist.

Am ausgemachten Tag, stehen sie plötzlich vor unserem Boot. Vasu und Georges. Ein großes „Hallo“. Wir freuen uns total. Nach einem Kaffee in der Stadt legen wir mit den beiden ab und segeln etwa eine Stunde bei gutem Wind raus. Georges fühlt sich am Ruder pudelwohl und genießt es in vollen Zügen. 🙂 Vasu ist etwas zurückhaltend, genießt es aber auch. Dann legen wir eine Angelrunde ein und Georges ist total enttäuscht das er nichts fängt. Wie soll er auch. Das Mittelmeer ist nahezu leer.

Wir können auf dem Rückweg einem Gewitter davon segeln und legen bei 20kn wieder sicher im Hafen an. Das war ein toller Tag mit euch beiden und ich habe es sehr genossen bekannte Gesichter von Zuhause bei mir zu haben.

Am nächsten Tag machen wir eine tolle Wanderung in die Berge durch uralte Wälder. 850 Höhenmeter und 12km Länge. Es war sehr anstrengend da es auch wieder sehr heiß war aber wunderbar.

Fast am Ende treffen wir Waldarbeiter die uns mit Händen und Füßen erklären, das man hier wegen der Brandgefahr gar nicht wandern darf. Denn das ist der Zeitraum in dem es bei Kavala und im Grenzbereich zur Türkei sehr stark brennt.

Das ist nicht weit weg. Aber es geht alles gut und wir sind bald wieder sicher an Bord.

Morgens drauf ist vor unserem Boot Markttag und wir können alles einkaufen was wir brauchen. Nun leihen wir uns noch 😉 in einer Baustelle in der Nähe einen langen Schlauch und können somit das Boot von der Brandasche und vom Salz befreien und unseren Tank auffüllen.

Am nächsten Morgen legen wir ab und segeln mit einem Halt in einer großen Bucht Richtung Kavala. In der Bucht fährt Peter morgens zu den Fischern rüber und fragt nach Fisch.

Dieser greift mit Schaufelhänden zweimal in einen Behälter und füllt zu einem drittel unseren Eimer, und das für 5€.

An Bord sehe ich dann das auch einige Baby Tunfische dabei sind. Sehr traurig. Die Netze sind viel zu kleinmaschig.

Dann geht es Anker auf nach Kavala. Denn am 2.9. kommen Anja,Lukas und Lio für zehn Tage zu Besuch. Ich bin sehr aufgeregt und freue mich total auf einen Teil meiner Familie.

Wir wagen den wilden Ritt

7.8.-15.8.23

Wir warten auf einen guten Moment, um den dritten Finger von Chalkidiki zu umrunden.

Das Wetter, sprich der Wind passt einfach nicht. Der Melthimi weht und will einfach nicht nachlassen.

Grün ist ok, aber orange und besonders rot, ist zu viel Wind

Es macht ja nichts da es hier sehr schön ist. Aber wir wollen doch Vasu und Georges unsere Wirtsleute vom Ort treffen. Darum müssen wir langsam den Schritt wagen. Beim ersten Versuch sind draußen zu hohe Wellen und zu wenig Wind. Mit diesem Wind kommen wir nicht gegen an. Wir entscheiden abzubrechen.

Am nächsten Tag probieren wir es wieder. Wir entscheiden um elf spontan Anker auf zu nehmen. Die Wellen sind weniger und der Wind ist um einiges mehr. Wir kommen gut gegen die Wellen voran. Ich habe nur etwas Angst wenn wir auf der anderen Seite von Arthos sind. Denn der Melthimi wütet immer noch und es werden bestimmt hohe Wellen sein.

Am Anfang haben wir recht schnell bis 22kn Wind und kommen somit schon gut voran. Um Arthos rum sieht man sehr viele Klöster. Es wird auch viel gebaut. Wir schauen uns das alles mit dem Fernglas an, da wir dort ja nicht erwünscht sind.

Am Kap vorne ist der Wind eine Weile ganz weg. Aber nur bis er dann so richtig losbricht.

So lange es hell ist kochen wir etwas und stellen dann die Segel auf die Nachtfahrt ein. Der Wind hat noch zugelegt. Aber viel schlimmer sind die Wellen. Die normalen alten Wellen aus Osten und die neuen Windwellen aus Westen. Das gibt furchtbare Kibbelwellen von 5m Höhen. Es ist kaum auszuhalten. Aber da müssen wir nun durch. Wir stellen für die Nacht die Segel ins 2. Reff (=wir verkleinern das Segel) ziehen uns Wetterfest an und legen auch die Schwimmwesten an. Das ist ein Muss bei diesen Bedingungen und der Dunkelheit. Manchmal kommt ein Brecher sogar bis zu uns in die Plicht (=Ruderstand). Ich bin total angespannt und von Schlaf also keine Rede. Zwischen drin hole ich mal die Mundharmonika und spiele etwas um uns wach zu halten und um mich etwas abzulenken. Als ich meine Schicht antrete habe ich kein Auge zugemacht. Peter bleibt auch wach. Wir legen den Kurs auf Thassos. Gegen Mitternacht sehen wir auch erste Lichter und das beruhigt schon etwas. Denn vorher haben wir nichts gesehen außer in der Ferne Wetterleuchten. Dies hat mir aber nur mehr Anspannung eingebracht. Um eins geht Peter runter, schaut auf die Karte und sucht zum Wind die passende Bucht aus.

Es ist Rabenschwarze Nacht als wir in die Bucht reinfahren. Ganz vorsichtig denn im dunkeln ist es echt schwer die Entfernungen richtig einzuschätzen. Ich leuchte mit der Taschenlampe die Bucht ab und wir werfen in sicherer Entfernung vom Land und anderen Booten, den Anker.

Nach einem Anlegebier und etwas runterkommen dann um zwei ab ins Bett.

Sicher angekommen

Bei Morgengrauen werden wir durch lautes Brüllen von dem Schimpfwort „Malaka“ und mit der Faust auf unseren Rumpf geweckt. Ein alter Fischer mit seinem kleinen Boot ist fuchsteufelswild weil wir unseren Anker über seine Netzboje gelegt haben. Die hatte ich mit der Lampe nicht gesehen.

Wir holen den Anker hoch, die Leine ist frei und es ist auch nichts kaputt gegangen. Der Fischer holt das Netz ein und rudert immer noch laut schimpfend bis ans Land. 🙂

Wir ankern um und legen uns wieder schlafen.

Es ist eine sehr schöne Bucht. Von Land her ziemlich voll. Aber das interessiert uns ja nicht. Erst am späten Nachmittag gehen wir an Land und erkunden die Halbinsel. Diese stellt sich als antiker Steinbruch raus, auf der schon vor mehr als 1500 Jahren der berühmte weiße Marmor abgebaut wurde.

Echt wunderschön hier.

Als wir zurückkommen sehen wir das der Wind um 180° gedreht hat und Alina nun Richtung Strand liegt. An Bord erkennen wir das nur noch 3m unter uns sind. Also Anker auf und in eine sichere Bucht wechseln. Eigentlich wollen wir in den Hafen von Thassos aber unterwegs finden wir eine schöne Bucht in der wir dann sogar länger bleiben.

Die nächsten zwei Wochen mache ich hier im Blog eine Pause. Denn unser Sohn mit seiner kleinen Familie kommt zu Besuch. Und da möchte ich jede Minute genießen. 😉

( Hier noch die Übersetzung des Schimpfwortes: Malaka=Wichser, Sorry)