Ohne Auto!

Nun haben wir kein Auto mehr. Ich habe es gestern zum neuen Besitzer gebracht.

Ein tolles Gefühl. Den Geschäftsbus haben wir noch, aber der kommt auch noch weg!

Es ist toll wer alles gesagt hat: „Gelle, wenn ihr ein Auto braucht hier steht immer eins rum.“

Wirklich toll aber auch der Beweis das viele Autos nur „rumstehen.“

Wir bedanken uns jetzt schon für die lieben Angebote wollen aber auch versuchen im zukünftigen Lebensabschnitt so wenig wie möglich Auto zu fahren. Wird sicherlich vorkommen, aber wir versuchen es.

Ich baue außerdem gerade mein Büro so weit es eben geht auf Home-Office vom Schiff aus, um.

Es geht nicht ganz ohne Unterstützung von hier und das übernimmt der Sohnemann.

Nun bastle ich dran wie ich es machen kann das er so wenig wie möglich tun muss.

Ich hoffe das geht so weit das er nur ausdrucken muss und abheften. Das wäre mein Ziel. Drückt mir die Daumen.

Lebendig!!

Nach dem letzten Eintrag habe ich das besondere Verlangen etwas positives zu schreiben. Nicht das es für mich negativ war sondern wie schon gesagt, „befreiend“, aber ich habe den Eindruck das es mit Beklemmung aufgenommen wurde.

Das positivste überhaupt ist das unser Enkel der nun 5 Monate wird ein ständig lachender Wonneproppen ist und wir ihn fressen könnten.

Und positiv ist, das ich unser Auto verkauft habe und das es so schnell gegangen ist. Aber das ist ja keine Kunst wenn in ganz Deutschland nur 14 von diesem Typ existieren. Aber für uns eben gut.

Nächste Woche fahren wir auf die „boot“ nach Düsseldorf und darauf freue ich mich total. Was mich eigentlich wundert denn ich hasse normalerweise Messen. 🙂

Aber wir brauchen noch ein paar Sachen die sehr wichtig sind wie Seefunkgerät oder das Epirb.

Das Epirb ist eine Notbarke die einen Alarm aktiviert, wenn sie ins Wasser fällt oder wenn wir sie aktiv auslösen. In ihr sind die Daten des Bootes und von uns hinterlegt. Diese gibt ein Signal mit Standortangabe an den Satelliten und von dort geht es dann zu Rettungsstationen.

Man kann sich einfach einen Rettungsping vorstellen der 72 Stunden pingt und eine Armee von Rettung auslöst. Dies macht man auch nur wenn man das Boot verlassen muss weil es brennt und/oder sinkt.

Und es sind noch ein paar Kleinigkeiten auf unserer Liste die wir auch noch abarbeiten müssen.

Noch was positives. Es geht bald los, wir freuen uns wie kleine Kinder.

Weiter geht es mit den Vorbereitungen

Es hört sich nun echt doof an aber ich denke über Krankheit und Tod nach. Keine Angst es ist alles gut 🙂

Ich/Wir möchten nur alles im reinen haben.

Die Generalvollmacht, die Bankvollmacht , die Betreuungsverfügung und auch eine Patientenverfügung alles in deutsch und englisch habe ich nun fast fertig. Auch wie ich/wir beerdigt werden möchten.

Lange haben wir es vor uns her geschoben. Als ich aber nun sah wie die Bürokratie beim Tod meines Vaters war, habe ich mir gedacht das es unmenschlich für die Hinterbliebenen ist, und ich das nicht möchte. Man ist eh schon im emotionalen Ausnahmezustand. Und dann noch die ganze Bürokratie?! Nee nee. Das muss nicht sein.

Wir regeln noch einiges bevor wir gehen, also ich meine zum Schiff gehen. 😉

Es fühlt sich echt gut an. Hätte ich gar nicht gedacht. Ok, wir haben eh schon immer offen über alles gesprochen und es war immer alles klar. Aber nun steht auch alles niedergeschrieben und es muss nicht diskutiert werden.

Nun brauchen wir nur noch die formellen Stempel mit Unterschriften und alles ist fertig.

War überhaupt nicht schlimm und es tut einfach gut!!

Kann ich nur jedem empfehlen.

Aber nun gut. Das Thema ist beendet. Denn ich merke auch bei anderen das für sie dieses Thema nicht einfach ist.

Vom Stahlbauer der unseren Geräteträger bauen soll, haben wir noch nichts gehört. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Wir wünschen ein frohes neues Jahr

„unser Jahr 2023 ist da.“

Ab heute können wir sagen, wir starten dieses Jahr.

Als der Himmel über dem Ort sich bunt verfärbte und die Knaller zu hören waren,

ist mir zum ersten mal bewusst geworden das es gar nicht mehr lange hin ist bis wir starten.

Eine Gefühlsmischung von Aufregung, Ängsten ob alles klappt, Verlust Gefühlen und der absoluten Euphorie was kommen mag.

Nun geht es bald los. Ich werd verrückt. Die Oneway Tickets sind gebucht. Es gibt kein zurück mehr.

Wir wünschen allen ein wundervoll spannendes Jahr und das sich eure Wünsche erfüllen.

Welt wir kommen!

Jetzt spüre ich die Veränderungen ganz nah

Es ist schon der 6. Dezember vorbei und das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Mit genauso großen Schritten wird Punkt für Punkt auf unserer Liste abgearbeitet .Wie man auf dem Bild sieht klappt die Transformation vom „Selbstständigen Dasein“ zum „Lebenskünstler Dasein“ immer besser, denn heute haben wir das Firmenschild abgehängt. Wieder ein Haken mehr auf der Liste. Ich bin schon über 3 Monate von der Werkstatt weg und Martina und mein Vater meistern die Sache richtig gut. Die Umstellung und die Akzeptanz von Ihm, für unsere Entscheidung werden immer größer. Ich denke Er hat sich in der neuen Werkstatt schon richtig gut eingelebt und kann so seinem Hobby uns seiner Berufung folgen solange er will und kann. Das ist uns sehr wichtig, damit wir ohne Sorgen unseren neuen Lebensabschnitt beginnen können.

Die nächste Herausforderung wird nun die Reisevorbereitung für einen längeren Aufenthalt in Griechenland zu planen und die Arbeiten am Boot zu koordinieren. Schon jetzt sammeln wir viele Kleinigkeiten die wir mitnehmen, besuchen im Januar die Bootsmesse in Köln, hören Onlineseminare und bringen unsre Papiere in Ordnung für den Fall der Fälle. Ja die Veränderungen ziehen sich durch alle Bereiche und der Alltag ist ja auch noch zu meistern. Martina stemmt davon den Löwenanteil und ich bin froh, dass sie die Energie hat und dankbar, dass ich sie an meiner Seite habe bei diesem Abenteuer das wir vor uns haben.

In den nächsten beiden Monaten muss ich bei meinen Aufgaben noch etwas Gas geben aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Es war die richtige Entscheidung so ein Wagnis zu beginnen und trotz allem Stress überwiegt die Vorfreude auf das was kommt.

Das Schild wird nun abgehängt!

Autor: Peter

Pause

So nun sind wir schon seid drei Wochen zuhause, die Beerdigung eine Weile her. Ich war eine Woche dort und konnte noch einiges an Bürokratie erledigen. Es ist echt wahnsinnig viel an das man denken muss und das auch erledigt werden muss. Meine Geschwister hatten schon sehr viel gemacht. Was macht eine Person die alleine zurück bleibt? Das ist ja unmenschlich!

Die Beerdigung war sehr schön und liebevoll von Mama und Astrid organisiert. Alle waren da!

Nun ist die Zeit des Sammelns. Ich bin wieder zuhause und stürze mich gerne in die Arbeit. Der Alltag tut gut. Das Chaos in den Sinnen wird ruhiger.

Ich wusste nicht das Emotionen sooooo kraftraubend sind. Die Erholung tut nun gut.

Erst wird der Garten auf Vordermann gebracht und dann das Büro. Und wenn dies alles erledigt ist fange ich mal an unserer neuen Boots-Bedarfs Liste an. Sind aber nur Kleinigkeiten aber dafür viele 🙂

Das wichtigste sind die Seeventile und die dazugehörigen Borddurchlässe.

Aber jetzt ist erst mal eine kurze Pause zur Besinnung angesagt.

Also bis dann mal.

Und gleich wieder raus!

4.10.22

Heute gegen Mittag gehen wir wieder raus. Diesmal mit einem Travel Anhänger. Das wird spannend. Es soll erst ein Polnisches Schiff raus kommen. Wir schauen genau zu wie es funktioniert. Aber das liften wird abgebrochen da das Kiel zu breit für seinen Traveler ist und er den erst mal umbauen muss. Also kommt die Ansage das wir vorgezogen werden. Also schnell zurück, Dinghi hoch und Anker lichten. Wir fahren ganz langsam auf die Slipanlage zu und hoffen das wir genug Wasser unter dem Kiel behalten. :-0

Peter am Steuer und ich vorne am Anker. Ganz langsam und in Ruhe läuft alles ab. Es wird professionell und bedacht alles gemacht.

Kaum steht es fest auf seinem Platz legen wir mit dem Rest fürs winterfest machen los. Wassersystem leeren, Motor Glysantin rein, alles abdecken und mit Wolfgang über den Geräteträger sprechen. Irgendwann fallen wir müde ins Bett. Am nächsten Morgen stehen wir sehr früh auf und brechen auf.

Die neue Aussicht von Alina

Jetzt geht es los. Die Rückfahrt klappt gut.

Man sieht viele junge Flüchtlinge auf der Balkanroute. An der Autobahn entlang mit nur dem was sie am Körper haben. Sehr beklemmend. In Belgrad ist der Strom dann zu Ende. Es geht wohl über eine grüne Grenze nach Kroatien.

Wir übernachten zweimal. Und haben immer nette Begegnungen.

Samstags sind wir zuhause und Montags fahre ich mit dem Zug zu meiner Mutter.

Jetzt bereiten wir uns auf die Beerdigung von Papa am Mittwoch vor.

Es geht los

3.10.22

Unser Lift-In Termin ist um 10.30. Wir stehen um sieben auf. Es ist noch dunkel und kalt. Dies ist einfach nicht unsere Zeit.

Nach dem Frühstück geht Peter das defekte Seeventil kaufen und wir warten auf den Kran. Der ist pünktlich und wir werden ohne Stress und Hektik ins Wasser gelassen.

Wir kontrollieren alle Seeventile und die frisch gemachten Borddurchlässe. Alles dicht!

Nach dem tanken in Preveza fahren wir bei absoluter Windstille und glatter See in den Ambrakischen Golf Richtung neuer Marina.

Irgendwann kommt etwas Wind. Aber da wir das Segel wieder weggeräumt haben motoren wir den Rest auch noch. Die See wird richtig kibbelig. Es läuft die Strömung gegen den Wind. Schaumkronen bilden sich, aber alles ist gut um 14 Uhr sind wir in der Rougar Bucht beim Hainzl und schmeißen den Anker.

Unser neues Zuhause

Das Dinghi berührt das erste mal das Wasser und Peter saust strahlend durch die Gegend 🙂

Wir melden uns beim Hainzl an und spazieren noch über das Gelände um manchen Leuten „Hallo“ zu sagen.

Wieder an Bord beginnen wir schon für den Winter alles einzupacken. Bei den Fendern lassen wir die Luft raus und können so alle vorne am Ankerkasten verstauen.

Die Winschen werden verpackt und am Mast auch einige Leinen. Am Vorsegel wickel ich die Genua-Einhol- Leine ganz auf den Furler und packe alles gut ein.

Wir sind für morgen wenn es wieder raus geht, gut vorbereitet.

Nun genießen wir die einzigen Urlaubsmomente mit schwimmen, lesen und chillen.

Ein freier Tag

2.10.22

Na nicht ganz. Am Vormittag räumen wir noch etwas auf. Außerdem stand neben dem Container wieder mal was brauchbares 🙂

Ein alter Windgenerator. Den könnten wir doch als Projekt für Lukas mit nach Hause nehmen, meint Peter.

Kaum ausgesprochen bugsieren wir den Flattermann unter Deck. Gar nicht so einfach das Ding ist ziemlich schwer. Bin mal gespannt. Er soll laut Zettel noch funktionieren. Wir werden sehen.

Mit dem Fahrrad fahren wir noch über das ganze Gelände und finden noch so manches.

Uns fällt dann noch ein das wir die Seeventile alle bewegen und kontrollieren wollten. Das tuen wir jetzt auch und prompt hat der Peter einen Hebel in der Hand. So ein Mist! Müssen wir gleich morgen früh besorgen. Dann ist aber endlich Feierabend.

Wir essen eine Kleinigkeit und wandern durch die Marina zur Lagune. Endlich etwas Natur und das Wasser.

Danach gehen wir zum Abschied noch mal lecker essen

Letztes Bild unserer Marinestraße K

Die letzte Nacht in dieser riesigen Trocken Marina bricht an

Der Tag an dem die Zeit still stand

Papa ist tot. Am Vormittag versuche ich meine Gedanken zu ordnen. Alles dreht sich in mir. Ich weiß nicht wie ich mit meiner Trauer umgehen soll. Bald habe ich mich gefangen. Was machen wir jetzt?

Soll ich nach Hause fliegen und Peter alleine lassen? Nein das geht nicht. 2300Km alleine fahren finde ich nicht richtig. Ist zu gefährlich!

Bald ist es klar, am Montag den 3. geht es ins Wasser. Wir wollten bis Freitags segeln und dann an der neuen Marina wieder raus. Nach einem Anruf, wissen wir, wir können schon am Dienstag raus. Super, das hat schon mal geklappt. Also bauen wir so manches schon mal wieder zurück. Segel wieder runter und die Luft vom SUP wieder raus. Alles geht irgendwie automatisch.

Wir werden einfach rüber motoren, aus dem Wasser gehen und alles wieder winterfest machen.

Wenn alles gut geht können wir Mittwoch losfahren und am Wochenende wieder zuhause sein.

Ich rufe zuhause an und bespreche unseren Plan mit der Familie . Alle sind einverstanden. Die Beerdigung wird in der Woche danach sein.

Gut! So ist der erste Druck weg und wir können uns heute erst mal sammeln.

Peter steckt am Nachmittag das Fahrrad in den Bus und fährt den Bus zur neuen Marina. Dann steigt er aufs Fahrrad und fährt die 30km zurück.

In dieser Zeit weiß ich gar nicht mehr was ich getan habe. Es ist irgendwie alles leer.

Peter ist schneller wie gedacht. Ich habe noch nicht mal gekocht.

Das tue ich aber nun und wir gehen dann früh ins Bett. Ich bin fix und alle.