Lieber Besuch und böse Überraschungen

Wir sind voll im Boatyard Leben angekommen und starten auch sofort mit unseren Arbeiten. Die beiden großen Sachen die wir machen müssen sind das Kiel und der Abwassertank. Den möchten wir tauschen da der alte in den Schweißnähten undicht war. Edelstahl eben.

Erst mal sind aber die Menschen hier wichtig und wir begrüßen alte und neue Gesichter die wir auch Abends bei Yanis Taverne treffen.

Da hier ziemliches Sauwetter ist suchen wir uns erst mal die Arbeit im Innern. Wir hatten im Herbst plötzlich Rost im Frischwasser und dem wollten wir mal auf dem Grund gehen bevor wir den Tank wieder befüllen. So war dies unsere erste Arbeit. Nach dem öffnen des Deckels kam auch gleich die Miesere in Sicht. Die UV-Lampen zur Bakterienabtötung haben sich aufgelöst😨.

Das Metall der Lampe war total verrostet. 1,5 Jahre sind sie drin und schon sind 500€ am A…! Das gibt es doch nicht!! Wir machen mühevoll die Tanks und die Leitungen sauber damit wir wieder frisches Wasser tanken können. Das ärgert mich sehr und ich nehme Kontakt mit der Firma auf. Sie wollen die Lampen sehen. Also bringe ich sie zur Post bezahle noch mal 30 € und kann jetzt nur hoffen das was zurück kommt.

Als wir so in unserer Arbeit sind stehen plötzlich Tanja und Michael mit ihrem Camper vor unserer Alina. Mit den beiden hatten wir zuhause eigentlich nicht viel zu tun. Man kannte sich aber hatte andere Anlaufpunkte.

Hier haben wir ein paar tolle Tage gemeinsam verbracht. Viel geredet und gelacht, zusammen gekocht und den Unabhängigkeits-Tag erlebt. Die Zeit war sehr intensiv und sie sind uns als Freunde ans Herz gewachsen.

Abschiedsbild von Tanja und Michael
Unabhängigkeitstag in Prevesa

Als wir einmal zusammen im Ort essen waren kamen wir recht spät nach Hause und die Alina hat uns mit einem Alarm-Ton empfangen. Schnell haben wir festgestellt das es der Gas Alarm ist. Dann kommt die böse Überraschung. Zwei unserer drei anderthalb Jahre alten Verbraucherbatterien kochen! Das heißt ein innerer Kurzschluss. Eine davon ist kochend heiß und schon aufgeblasen und an manchen Stellen auch offen. Die zweite die direkt daneben war ist auch sehr heiß.

Als erstes reiße ich alle Fenster auf um das Gas los zu werden und dann bugsieren wir ganz vorsichtig die Batterien von Bord.

Peter schafft die 60kg schweren Batterien an Deck und dort befördern wir sie mit einem Seilzug nach unten. Denn wir stehen ja immer noch auf Stelzen.

Um halb eins in der Nacht sind wir fertig und fallen erst mal tot ins Bett.

Am nächsten Tag fängt das überlegen an. Was machen wir? Wir brauchen neue Batterien und das recht zügig. Bleiben wir bei AGM oder wechseln wir jetzt auf Lithium?

Wir entscheiden uns zu wechseln und holen in Lefkas einige Angebote ein. Gleichzeitig korrespondiere ich mit der Firma bei der wir die Batterien gekauft haben. Wir sollen sie auf ihre Kosten zuschicken. Eine Transportfirma ist schnell gefunden und ab mit ihnen nach Volos.

Wir bestellen die neuen Batterien in einem Autoladen und sparen uns so den Maritimen Aufschlag 😉.

Natürlich geht auch in dieser Zeit die Arbeit weiter. Von Tanja und Michel haben wir uns leider schon verabschieden müssen und so läuft hier wieder der normale Arbeitsalltag ab.

Wenn das Wetter passt arbeite ich am Kiel. Alles muss runter da sich unter der Farbe Oxid bildet und die Farbe abplatzen lässt. Eine heiden Arbeit und ich hoffe das wir dann Ruhe haben.

Nachdem es Blank ist streiche ich es zweimal mit einem Zweikomponenten Epoxid und muss nun darauf warten das sich ein Wetter Fenster für das Coppercoad bildet. Das ist dann die endgültige Kupferbeschichtung.. Aber das Wetterfenster lässt auf sich warten. Es regnet sehr viel.

Sauwetter

Peter beschäftigt sich mit dem Tankeinbau. Da muss einiges umgebaut werden. Eine Heiden Arbeit die er perfekt ausarbeitet. Zwischendrin kommen unsere lang ersehnten Pakete aus Deutschland an und wir haben kurz etwas von Weihnachten.

Die Treppe wird rutschfest gemacht und es gibt auch mal einen kleinen Spaziergang in den wundervollen Frühling hier in der Rouga Bay. Alles blüht und die Flamingos und Pelikane sind auch wieder da.

Ab und zu treffen wir uns mit Segler Freunden die immer mehr eintrudeln.

Auf nach Griechenland

Sigrid ist von uns gegangen und nun machen wir uns auf dem Weg zurück zur Alina.

Wir sind ziemlich kaputt von den vielen traurigen Emotionen und nutzen jede Gelegenheit auf der langen Reise etwas zur Ruhe zu kommen. Gut das wir bei der Anreise nach Griechenland schon genau wissen wo wir hin müssen.

Die Anreise nach Frankfurt ist ohne nennenswerte Störungen da wir auf jeden Fall eine S-Bahn früher nehmen. Das Vertrauen an die deutsche Bahn ist einfach nicht mehr gegeben 😏.

Wir sind dadurch natürlich viel zu früh am Flughafen und können noch die Flughafen Haute Cuisine bei MC Donalds geniessen.😂

Pünktlich in Athen angekommen fahren wir mit dem Bus zu unserer Unterkunft mitten in die Stadt.

Es zieht uns noch kurz in die Gassen um etwas zu essen und den Wachwechsel beim unbekannten Soldaten zu sehen ,doch es geht nicht lange und wir liegen total zerschlagen im Bett.

Am nächsten Morgen lassen wir uns noch bis um 13Uhr treiben bis der Bus vom Busbahnhof nach Lefkas geht.

Eine sechs Stunden lange Fahrt liegt vor uns und wir genießen den Ausblick und die kurzen Nickerchen.

Rio Brücke über den Golf von Korinth

Unterwegs melde ich mich bei unseren Autovermieter Panos und wir treffen uns am Busbahnhof in Lefkas. Er ist mit seinem Sohn gekommen und steht schon wartend dort. Es ist fast so als wenn uns ein guter Freund abholt.

Wir bringen ihn heim, machen die Papiere fertig und los geht es Richtung Ambrakischen Golf zur Alina.

Auf dem Weg gehen wir schon mal groß einkaufen und dann aber schnell nach Hause zur Alina.

Es ist spät als wir ankommen. Wir richten nur kurz das Bett und schon liegen wir drin.

Es ist alles trocken im Boot. Alina scheint den Winter gut überstanden zu haben.

Dachten wir zumindest. Wir werden in den nächsten Tagen eines besseren belehrt.

Aber dies später.

Brrr ist das kalt! ❄🌨

In Deutschland ist es schöner 🤣

Tschüss

Wir haben von der besten Schwiegermutter die ich mir wünschen konnte, Abschied nehmen müssen.

Ich hätte mit Ihr Pferde stehlen können!

Ich freue mich das ich ein kleiner Teil von deinem Leben sein durfte.

Tschüss, mach’s gut, und misch alle da oben schön auf.

„Wie schön, dass es dich gab
Freundin, für viele Jahre.
Offenes Ohr für meine Sorgen.
Tröstende Worte, in Kummer und Leid.
Einigkeit.
Lachen und glücklich sein.
Viele Dinge gemeinsam erleben.
Auseinandersetzung –
und das Wissen:
Du bist immer für mich da.
Ich vermisse dich!
Tod, grüße sie von mir.“

Annette Andersen

Jetzt können wir schon sagen:“ Nächste Woche geht es los!“

Die Aufregung steigt und die letzten, sehr intensiven zwei Wochen beginnen. Wir haben das schönste Wetter und es beginnt in den Fingern zu jucken.

Pakete sind gepackt die wir bald losschicken werden.

Zwischen drin noch mal geschwind ein Zimmer saniert.

Und dann nur noch Familie und Freunde genießen.

Was geht in mir vor?

Na, ich kann es nicht so richtig beschreiben. Ich freue mich auf Alina und hoffe das über Winter alles gut gegangen ist. Keine Sturm oder Wasserschäden sind. Ich freue mich auf die Leute dort und dieses unbefangene Leben. Ich freue mich aber besonders auf die Natur dort, diesen wunderschönen Frühling. Die Ruhe die wieder einkehrt. Die Zweisamkeit. Nur wir im jetzt und hier.

Auch auf die Arbeit die uns auf Alina erwartet. Aber ich freue mich besonders auf den Moment wenn es wieder ins Wasser geht und wir uns Richtung Italien aufmachen. Ein neues Land, neue „Lebensmusik“, neue Geräusche und Gerüche eine neue Kultur.

Aber erst mal haben wir noch etwas zu tun. Wir müssen uns wieder als Team zusammenraufen und jeder seine Rolle finden.

Aber da mache ich mir keine Sorgen.

Nächstes Wochenende werde ich keinen Bericht schreiben. Sondern erst wenn wir angekommen sind.

Ich möchte jetzt noch jede Minute genießen.

Also bis in Griechenland. 👋

Unser Plan 2025

Im letzten Jahr haben wir beschlossen das es an der Zeit ist Griechenland zu verlassen. Es ist ein tolles Land mit wunderbaren Menschen und einer abwechslungsreichen Natur und wir haben es sehr genossen!!!!

Nun soll es aber nach 2 1/2 Jahren langsam Richtung Westen gehen.

Ich werde es mal versuchen zu zeigen wie die Planung hier an Bord funktioniert und ich das dritte Jahr auf dem Wasser angehe.

Über das Jahr 24 haben wir schon des öfteren überlegt und diskutiert und uns Gedanken über das nächste Jahr gemacht. Segeln wir die Adria hoch bis Venedig und auf der Ostseite des Stiefels wieder runter? Oder gehen wir von Korfu um den Stiefelfuß herum und genießen Süditalien mit seinen Inseln?

Es ging hin und her und wir waren etwas hilflos bei unserer Entscheidung. Irgendwann habe ich dann gesagt:“ Ok. Wir überlegen jetzt einfach jeder für sich. Und daheim, um Weihnachten herum, sprechen wir darüber und entscheiden uns.“

Für mich war es übers Jahr wichtig die Erfahrungen anderer Segler anzunehmen und ich denke beim Peter war es auch so. Und außerdem ist das ein weiter Weg und alles sehr voll. Man merkt schon.

Nach unserem Gespräch um Weihnachten rum war es klar das wir unten im Süden rum gehen.

Wenn das Wetter im Frühling mitspielt möchten wir vielleicht noch Albanien , Landgestützt besuchen. Mal sehen.

Es ist glaube ich gut erkennbar das diese Grundlegende Entscheidung etwas langwierig war.

Aber nun ist sie da und die eigentliche Planungsarbeit beginnt.

Die wichtigste überhaupt ist, wo wollen wir überwintern. Denn Liegeplätze sind rar und sollten schon bald für den Winter 25/26 gebucht werden.

Dafür plane ich eine ungefähre Runde damit der Winterplatz auch gut liegt.

Das heißt, lesen , recherchieren, lesen, informieren und wieder lesen,lesen lesen…..

Jetzt sind wir Ende Februar und eine ungefähre Runde ist geplant. Und die lautet ganz grob:

Von Korfu rüber zur Italienischen Hacke, durch die Straße von Messina, über die Liparischen Inseln auf die Festlandseite wechseln, hoch bis zur Bucht von Neapel, rüber nach Süd-Sardinien dann zurück nach Sizilien auf der wir überwintern.

Die Suche nach einer Marina ist immer wieder aufregend. Ich mache Orts und Preisvergleiche und habe mich dieses Jahr für die Porto Touristico Marina di Ragusa entschieden.

Die Kommunikation funktioniert auf Englisch und hat hervorragend geklappt. Sofortige Antwort auf Fragen, das liebe ich.

Nun kann ich mich etwas zurück lehnen. Es ist immer ein gutes Gefühl wenn der Winterplatz fest gebucht ist.

Das ist die theoretische Planung. In der Praxis zeigt uns das Wetter wohin wir können und wie groß die Runde wird. Als Segler lernt man schnell mit Plan B oder auch Plan C zu arbeiten.

Gut das wir flexibel sind und es uns eigentlich überall gefällt.

Und in Griechenland habe ich schnell gelernt, das ich mir nicht einbilden kann , alles zu sehen.

Es gibt einfach zu viele schöne Orte auf dieser Welt und ich muss lernen auch an manchen vorbei zu segeln .

Italien wir kommen. 👏👏

An tausend Sachen müssen wir denken

Wir sind nun 2 Monate zu Hause und haben nicht nur Familie und Freunde getroffen sondern auch schon viel geplant und besorgt.

Ich habe ein kleines Heft in dem ich über das Jahr immer alles reinschreibe was in der Winterpause zu reparieren oder verbessern ist und was ich zuhause besorgen muss.

Denn es gehen übers Jahr wie bei einem Eigenheim an Land auch, immer mal etwas kaputt oder wir haben eine Idee der Verbesserung.

So haben wir schon viele kleine Dinge bestellt die wir dieses Jahr schicken möchten. Da ist schon eine ganze Menge zusammen gekommen.

Ein ganz großer Posten sind Leinen die wir austauschen möchten. Wir haben letztes Jahr schon einen Teil getauscht und dieses Jahr haben wir auf der Boot den Rest bestellt.

Dies ist ein großer Posten der von der Firma direkt nach Griechenland geschickt wird. Bin gespannt und hoffe auch, das alles klappt. Leider kann ich dazu kein Bild zeigen.

Wir haben aber auf der Boot einen ganz wichtigen Punkt erledigt und das waren neue Schwimmwesten die uns gut passen. Das hatten wir bisher nicht. Also Westen hatten wir natürlich schon. Die sind allerdings vom Voreigner und wir empfinden sie als sehr unbequem.

Dies ist aber ein sehr wichtiger Punkt. Sie müssen bequem sein damit man sie auch gerne länger anzieht.

Wir konnten einige Marken ausprobieren was nur auf der Boot Messe geht. Dort hatten wir dann den direkten Vergleich und konnten für uns die besten auswählen.

Nächste Woche werde ich mal unser gesammeltes Zeug von der Liste auseinander klabüstern und schauen wie viel Pakete ich senden muss 😋

Nebenbei suche ich schon für den nächsten Winter einen Liegeplatz denn da muss man früh genug ran gehen um überhaupt einen Liegeplatz zu bekommen.

Wie ich da ran gehe erkläre ich nächstes mal genauer

Ich melde mich zurück

Unser Heimaturlaub neigt sich langsam dem Ende zu. Na ja es sind noch 4 Wochen die wir hier mit Familie und Freunden genießen, aber die Gedanken sind immer öfter beim Boot.

Denn wir haben wieder viel auf unserer Besorgungsliste gehabt an die wir denken müssen.

Dafür waren wir auch auf der größten Boots-Messe der Welt in Düsseldorf. Ich wollte neue Rettungswesten und dies ist der beste Ort um alle Marken an zu probieren. Denn wenn sie nicht gut passen zieht man sie auch nicht gerne an. 😉

Nun ist die Liste zum größten Teil abgearbeitet, der Rückflug ist gebucht und wir können noch die nächste Zeit genießen.

Also noch etwas Geduld bald geht es hier weiter.

Kleine Serie der Erinnerung.

Danke Anja und Lukas für die Drohnenbilder.

Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende,

und wir haben wieder viele schöne Ecken mit einfach wundervollen Menschen, in Griechenland erleben dürfen.

Wir haben eine schöne Runde durch die Ägais gemacht die dieses Jahr geprägt war von schon früh angefangenen starken Winden. Wir mussten oft in Buchten Tagelang warten um Stürmen aus dem Weg zu gehen. In dieser Zeit konnten wir auch oft das Boot nicht verlassen da es zu unsicher erschien. Was auch etwas hat, wenn man Zeit genug hat. Und das haben wir, denn wie es die Neuseeländer formulieren, sind wir :“Rich in Time“. Auf deutsch . „Zeitmillionäre“. 🙂

Unsere Route 2024

Die Agäis gilt als Wiege der minoischen Kultur und des antiken Griechenlands. Es herrschten aber auch die Perser, Römer, Byzantiner, Genuesen, Venezianer und Osmanen.

Diese Vielfalt der Kulturen begegnete uns täglich. Denn Griechenland ist reich an Altertümern die aber leider teilweise verfallen da es einfach zu viele gibt.

Die Inseln der Kykladen und der Dodekanes sind sehr trocken und somit haben wir wenig grün im Sommer erleben dürfen. Das hat mir zwischen drin sehr gefehlt und auch zu schaffen gemacht.

Doch jede Insel ist oder hat etwas besonderes. Santorin haben wir ganz bewusst ausgelassen da wir die unbekannteren und ruhigeren Inseln erleben wollten.

Und außerdem haben wir Mykonos erlebt. Ein 0.3 er Bier 12€ und schon am Nachmittag halb nackte Tanzende und volltrunkene Leute auf den Tischen :-0 . Das sind nicht wir, also haben wir es einfach weggelassen.

Wenn mich jemand fragt welche die schönste Insel war kann ich es gar nicht beantworten. Es hat jede besuchte Insel etwas besonderes gehabt.

Wir haben tolle Menschen aus aller Welt kennen gelernt und dadurch wird mein Englisch auch immer besser. Langsam aber stetig 🙂

Als wir dann Ende August wieder ins ionische Meer abgebogen sind hat es mich sehr gefreut. Wir kannten schon vom letzten Jahr einige schöne Ecken und so war es irgendwie wie nach Hause kommen.

Die Inseln sind hier wieder grün da der wenige Regen der aus Norden oder Westen kommt, hier gerne abregnet.

Ab September war die Zeit etwas geprägt von schweren Gewittern die auch Stürme mitgebracht haben. Aber wir hatten Glück, wir waren immer am richtigen Ort um dies sicher zu überstehen. Andere hatten leider nicht so viel Glück.

In dieser Zeit der Familie haben wir einen anderen Rhythmus eingenommen und die Familie bestimmen lassen was und wohin.

Manchmal musste ich etwas bremsen da meine Erfahrung mit dem Wetter doch erkennbar höher war. Aber oft habe ich auch nichts gesagt und eine unruhige Nacht in einer Traum-Bucht erlebt, in der wir zwei bei diesen Bedingungen nie reingegangen wären. Aber ehrlich, dann hätten wir auch manches wunderschöne verpasst!

Wir haben nach Verabschieden der Familie diese Region noch sehr genossen und den Herbst ganz toll erlebt.

Nun sind wir zuhause in Deutschland und genießen es warm und trocken in einer gemütlichen Wohnung den Winter mit Freunden und Familie zu erleben.

Der Opa als Nikolaus

Und darum möchte ich mich bei euch auch für dieses Jahr verabschieden.

Es kehrt Ruhe ein um uns. Habt alle eine tolle Adventszeit. Genießt die Weihnachtszeit und einen guten Rutsch.

Tschüß bis 2025

Es wird ruhig im Ionischen Meer

Der wunderschön farbige und ruhige Herbst ist da. Und wir genießen es in vollen Zügen. Wir haben nun Anfang November. Die Chartersaison neigt sich dem Ende und es werden immer weniger Segelboote die man unterwegs trifft. Auch bei uns kehrt nun Ruhe ein und wir genießen die Wind ruhigen Tage in denen man immer noch gut bei 23 Grad Celsius, schwimmen kann. OK, ich bin eine kleine Pienzerin, wenn etwas Wind ist, ist es mir einfach zu kalt ( ich denke so um 25 °C) 🤣. Ich verziehe mich dann Abends lieber unter Deck und wasche mich dort.

Das Wetter ist immer noch sehr gut. Der Herbst bringt Abends den Dunst und es kommt immer mal etwas Regen. Aber über den Nachmittag läuft man noch gerne in kurzen Hosen und im T-Shirt.

Wir sind in der Gegend von Lefkas und lassen uns durch die ruhigen Buchten treiben. Treffen uns mit Seglerfreunden und beginnen die gesellige Zeit.

Langsam müssen wir uns aber organisieren wie wir es mit unserem Trocken Yard machen. Die Rouga Bay liegt wunderschön im ambrakischen Golf aber ist auch weit weg von jeglicher Zivilisation. 🤔

Unsere Lösung ist die. Wir segeln nach Lefkas Stadt und ich hole ein gemietetes Auto. Peter segelt nach Preveza und ich fahre mit dem Auto dorthin. Von Preveza fährt dann Peter in die Rouga Bay und ich segel alleine die 13 sm (24km). Das erste mal Einhandsegler. Ich bin ganz stolz das es auch bei anfänglichen 18kn Wind gut klappt.

Es ist irgendwie nach Hause kommen als ich in die Rouga Bay abbiege. Die Natur ist wunderbar und die Flamingos sind auch schon wieder da.

An Land ist das Hallo sehr groß und wir genießen es sehr alle wieder zu sehen und verabreden uns natürlich zum Yanis auf ein Wein.

Wir liegen noch zwei Tage im Wasser, machen die ersten Wintervorbereitungen und dann ruft uns auch schon Wolfgang an das wir Nachmittags rauskommen.

Also noch schnell die letzten Arbeiten und schon geht es los.

An Land sind wir wieder ganz schnell im Arbeitsalltag zurück. Es ist immer etwas zu tun und auch anderen zu helfen.

Neben der vielen Arbeit machen wir aber auch tolle Ausflüge ins Hinterland. Denn das Wetter ist perfekt zum wandern.

Wir fuhren zum Monument Zalongos mit dem Kloster Agios Dimitrios und kletterten über sehr viele Treppen hoch auf den 462m hohen Felsen und waren von dessen Geschichte und der Umgebung total beeindruckt.

Dieses Monument soll daran erinnern das im Jahre 1803 die Frauen aus dem Dorf Souli beschlossen von diesem Felsen singend und tanzend in die Tiefe zu springen statt von den Türken des Ali Pashas gefangen genommen zu werden.

Sie verabschiedeten sich von der traurigen Welt und dem süßen Leben,

denn es lebt kein Fisch auf dem Land

und keine Blüte im Sand,

so leben auch Souliotisses genannt nicht ohne ihre Freiheit,

wie es frei übersetzt in ihrem Gesang heißt.

Außerdem wanderten wir den Acheron Fluß entlang. Einfach traumhaft!

In der griechischen Mythologie war das Tal des Acheron der Ort, wo die Seelen der Toten wohnten. Der Fluss stellte den Weg dar, über den die Seelen der Toten zum See Acherousia geführt wurden, in dessen Tiefen sich das Reich des Hades, die Unterwelt befand. Den Eingang zum Hades bewachte ein wilder, unbarmherziger Hund mit Namen Kerveros. Dieser hatte drei Köpfe und einen Drachenschwanz. Der Fährmann Haron überbrachte die Seelen der Toten mit seinem Boot in die Unterwelt. Diese Reise war nicht umsonst, sondern es musste ein Obulus entrichtet werden. Der Obulus war eine Münze, die sich unter der Zunge der Toten befand. Aus diesem Grund wurden im antiken Griechenland die Toten entsprechend rituell beerdigt. Seelen, die den Preis der Reise nicht aufbringen konnten, waren dazu verurteilt, ewig am Ufer des Flusses umher zu wandeln.

Wir haben diese Zeit sehr genossen, aber irgendwann mussten wir dann zum Bus Richtung Heimat.

Erst fuhren wir nach Athen und hatten dort Pech das wir in einem Generalstreik geraten sind. Mit ein Paar Schwierigkeiten haben wir es aber ins Hotel geschafft. Ganz früh am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zum Flughafen und ab nach München zum Sohnemann mit seiner Freundin. Denn dort haben wir noch etwas Zeit mit den Beiden verbracht bis es dann nach Hause ging.

Fazit zur Elternzeit auf Alina

Wir sind schon wieder 3 Wochen Zuhause und hatten genug Zeit wieder im Alltag anzukommen. Das hat uns auch Zeit gegeben, um die 8 Wochen auf Alina revue passieren zu lassen. Nochmal kurz für die neuen Leser: Wir sind zu viert (Anja, Lio (2), Liara (4 Monate) und ich) am 01.09.2024 auf Zakynthos gelandet und bei meinen Eltern an Bord gegangen. Wir kannten Alina schon von letztem Jahr. Wir wussten also, worauf wir uns einlassen. Allerdings sind 8 Wochen schon sehr lange und es kann nicht immer alles kommen wie man sich das vorstellt. Wir sind von Zakynthos über Kefalonia, Ithaki, Meganisi, Lefkada bis nach Paxos und Antipaxos gesegelt. Wir lagen in einsamen Buchten vor Anker oder haben in einem Hafen fest gemacht. Anfang Oktober sind wir zu viert mit dem Auto nach Arta gefahren und haben dort 4 Tage verbracht. Am 25.10.24 sind wir vier von Preveza aus mit dem Bus nach Athen gefahren (4,5h) und nach zwei schönen Tagen in Athen, sind wir am 28.10. wieder nach Hause geflogen.

Um es vorneweg zu nehmen: die Zeit war toll und jede Minute wert. Wir hatten keine Bedenken mit dem Leben an Bord zu sechst, und das hat sich auch bestätigt. Es hat etwas gedauert, bis sich alle auf das Leben an Bord zu sechst eingestellt haben und jeder musste mit seinen eigenen Bedürfnissen etwas zurücktreten. Das klappt aber gut, wenn man gut kommuniziert und offen über alles reden kann. Für Lio war es eine tolle Zeit mit den Großeltern. Die drei konnten richtig gut zusammen wachsen und intensiv Zeit miteinander verbringen. Er hat, nach kurzer Eingewöhnung, keine Angst vor dem Wasser und der Tiefe gezeigt und jede Möglichkeit genutzt schwimmen zu gehen. Er hat sich gut an Bord bewegt und hat mal mehr oder weniger gut auf die gesetzten Sicherheitsregeln gehört. Ich freue mich sehr auf weitere Segelurlaube mit ihm.

Liara hat entwicklungstechnisch nicht viele Fortschritte gemacht, da sie viel getragen wurde. Sie hat eine intensive Zeit mit ihrer Mama gehabt und Anja konnte sich fast ausschließlich um sie kümmern und hat die Kuschelzeit sehr genossen. Beide Kinder haben die Salz-Luft ganz gut vertragen.

Ich habe die Zeit mit meinen Eltern genossen, da ich sie nicht mehr so oft sehe als früher, aber auch weil ich sehr glücklich darüber bin, dass sie ihren Traum leben und nicht mehr auf ihn hinarbeiten müssen. Sie sind an und auch zur Ruhe gekommen.
Ich habe die Segelarbeit und das Meer genossen. Ich konnte regelmäßig Strecke schwimmen und Schnorcheln gehen. Konnte Apnoe-Tauchen üben und auch Gerätetauchen gehen. Ich haben mir vor der Reise oft vorgestellt selbst auf einem Boot zu leben und währenddessen genaue Vorstellungen von einem eigenen Boot gemacht. Mein Traum, selbst einmal auf dem Boot zu leben und die Welt zu bereisen, ist nach der Reise definitiv nicht weg, aber ich freue mich doch auch mehr auf die Familienzeit im Haus.

Die schönsten Orte, die wir bereist haben, waren die Buchten umringt von einer Steilwand, die Höhlen rings um den ionischen Inseln, der Ambrakische Golf mit seinen Delfinen, Paxos mit der tollen Bucht von Lakka. Die Wanderungen zum Paralia Navagio (Schiffswrack auf Zakynthos) oder in der roten Wüste, sowie über die verschlafenen Insel Antipaxos, auf der die Zeit stillgestanden ist. Aber am schönsten war die Zeit auf und um das Boot mit der Familie in einer Bucht.

Wir haben die zwei Monate gut investiert und würden es auch immer wieder so machen. An alle, die selbst vor der Frage stehen, was sie mit ihrer Elternzeit mit kleinem Kind machen sollen: Macht etwas, das ihr immer schonmal machen wolltet und macht es so lange wie möglich.

Autor und Fotos: Lukas und Anja