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Samothraki

12.9.-20.9.23

Die kleine Familie ist fort, das Boot wieder aufgeräumt also geht es über Thassos nach:

Samothraki-Die Insel der Ziegen

Ein Segler sagte uns:“Wenn ihr nach Limnos segelt dürft ihr aber nicht Samothraki auslassen. Eine tolle Insel und sie liegt doch fast auf dem Weg.“

Wir hatten noch nichts von ihr gehört. Aber als ich mich informiert habe, wurde ich sehr neugierig.

Also auf nach Samothraki.

Sie ist ein echter Geheimtipp in Nordgriechenland.

Von hier stammt die berühmte Skulptur Nike die aber nur original im Louvre zu bewundern ist.

Samothraki ist wunderschön mit ihrer wilden Natur. Das Gebirge auf ihr ist das höchste der Ägäis mit 1611 m und voll mit tollen Naturwundern. Besonders die Wasserfälle und deren Felspools die den Ursprung hoch oben im Gebirge haben, laden zum schwimmen ein. Aber eiskalt brrrr.

Auf der Insel leben 100 000 Ziegen. Das sind mehr als 30 pro Einwohner. Sie fressen die ganze Insel kahl und müssen deshalb eingedämmt werden. Das heißt für uns, leckeren Ziegenbraten 😉

Die Nike ist nicht mehr da aber dafür tolle Ausgrabungen die aussagen das Poseidon von hier den Trojanischen Krieg beobachtet haben soll.

Wir starten also früh von Thassos und haben auch eine ganze Weile guten Wind. Aber 2 Stunden müssen wir dann doch gegen die hohen Wellen motoren.

Der Hafen ist recht gut geschützt und wir machen längsseits an der Mole fest. Die SY Uenuku ist auch schon da. Sie ist eine Stunde vor uns von Thassos los und nimmt jetzt gerne die Seile an.

Das ist immer sehr schön wenn das jemand tut denn es ist alles viel einfacher und entspannter. Wir helfen auch immer gerne bei anderen Seglern. Wir finden das gehört sich einfach so.

Kaum sind wir fest werden wir schon ausgesprochen freundlich vom örtlichen Roller Vermieter begrüßt. Das hatten wir so auch noch nicht :-). Sehr geschäftstüchtig aber echt nett.

Abends genießen wir von der Strandmauer die Delfine die hier scheinbar ihr Revier haben.

Sie schwimmen am Strand auf und ab.

Am nächsten Tag soll es noch relativ ruhig sein also machen wir einen Segeltörn um die Insel in eine schöne Bucht. Schöne Sandstrände und kleine Buchten zieren die Südseite. Peter geht schön schnorcheln und ich genieße es von Bord. Denn ich bin noch etwas angeschlagen von einer Erkältung.

Wir bekommen von anderen Seglern weitere Tipps was wir uns unbedingt anschauen sollen.

Da hören wir gerne zu und ordern bei dem netten Roller Vermieter gleich drei Roller. Die SY Uenuku auf einen und wir jeweils einen.

Am nächsten Morgen geht es los. Denn zum segeln ist es draußen zu wild.

Als erstes fahren wir nach Chora hoch der eigentlichen alten Hauptstadt. Wir schlendern durch dieses gemütliche und echt schöne Bergdorf.

Von hier fahren wir zur Ausgrabungsstätte der Nike und wandern über das riesige Gelände. Dort sehen wir einige Frauen in weiß gekleidet die dort meditieren. Venus-Anbeterinnen.

Die Insel ist auch ein Treffpunkt der Hippies. Man trifft sie überall und sie bringen einfach einen schönen Flair auf diese Insel.

Nach sehr viel Geschichte brauchen wir jetzt erst mal eine Stärkung beim Ziegenwirt. Dort essen wir hervorragend bei sehr netten Wirtsleuten die lange in Deutschland gelebt haben.

Gefühlt hat hier jeder vierte in der Nähe von Stuttgart gearbeitet. :-).

Dann halten wir am Zugang zum Wasserfall an. Es sind zwei Kilometer zum ersten Wasserfall am Fluss entlang. Wir laufen durch wundervollen alten Baumbestand. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Es ist traumhaft. Und immer wieder trifft man auf Hippies die am Wasser sitzen und diese Atmosphäre genießen.

Am Wasserfall angekommen springen wir in den wirklich eiskalten Felspool. Bleiben noch eine Weile da und wandern dann zurück.

Abschluß machen wir zum Sonnenuntergang auf der Molenmauer und sehen wie ein ca. 2m großer Thunfisch beim jagen frei aus dem Wasser springt. Echt unglaublich.

Die Uenuku zieht am nächsten Morgen schon zur nächsten Insel. Aber wir haben beschlossen noch zu bleiben und die große Wanderung zum obersten Wasserfall zu machen.

Also leihen wir uns noch mal einen Roller und Fahren zum Anfang. Wir erleben eine tolle Natur und genießen die Einsamkeit denn wir treffen nach dem ersten Wasserfall bis oben niemanden mehr. Zum Abschluss noch etwas Musik mit den Hippies am unteren Pool machen und zurück geht es mit müden Knochen.

Die nächsten 2 Tage bleiben wir noch Windbedingt hier und helfen anderen die es trotz starken Melthimi probiert haben, :-0 ihr zerfetztes Vorsegel zu bergen.

OH Gott

Wir sind froh das wir uns fürs bleiben entschieden haben. Aber dann kommt auch für uns der Moment weiter zu Segel und diese ruhige, freundliche, alternative, grüne und hohe Insel zu verlassen.

Eine Woche Familie

Dieser Beitrag wurde verfasst von Lukas und Anja Hack

Jetzt sind sie schon 6 Monate weg von Baiertal und schon 4 Monate auf dem Wasser. Da wird es Zeit die Sehnsucht zu stillen und die Familie zu besuchen. Deshalb haben wir, Lukas, Anja und Lio (1), uns entschlossen nach Griechenland zu fliegen und eine Zeit lang mit Martina und Peter zu segeln.
Um 2:00 nachts geht es los nach Stuttgart.
Check-In und Sicherheitscheck verlaufen mit Kleinkind erstaunlich schnell und wir sind wie üblich viel zu früh am Gate. Zum Glück wurde der Trinkbecher von Lio auf Sprengstoff untersucht, sonst hätte ich nicht beruhigt fliegen können. Schlafen konnten wir alle drei nicht. Das erste Mal Fliegen ist für das Kind einfach zu aufregend. Ohne Beinfreiheit, immer wieder einnickend (wir, nicht das fröhlich vor sich hin brabbelnde Kind) und gerädert landen wir sicher am Flughafen Kavala „Alexander der Große“ und fahren mit dem Taxi zum Yachthafen. Wir laufen an den Molen vorbei und suchen nach Alina dem neuen Familienmitglied. Dann sehen wir Martina und Peter überrascht winken, weil sie noch nicht mit uns gerechnet haben. Der Empfang ist herzlich und wir freuen uns alle sehr, uns wieder zu sehen. Wir sind verblüfft, wie braun die beiden geworden sind. Richtig südländisch sehen sie aus.

Wir verstauen unser Zeug in der Vorschiffkabine und legen sofort ab, um in die nächstgelegene Bucht zu fahren für die Nacht. Bei der lauen Briese tuckern wir gemächlich dahin und lassen es nach der durchzechten Nacht ganz ruhig angehen. In der Bucht angekommen lassen wir den Anker fallen und fahren mit dem Dingi an Land, um einzukaufen. Abends grillen wir an Bord.

Am nächsten Morgen erfolgte die Überfahrt nach Thassos. Lio erweist sich sofort als potenzieller Seemann und Segler. Voller Neugier krabbelt er am Rand des Schiffes, der Gangway, entlang, hängt sich an die Seile der Großschot und hält interessiert Ausguck. Über ihm blähen sich die weißen Segel der Alina im Wind und tragen das Schiff gemächlich in Richtung Limenaria. Eine kleine Stadt im Süden von Thassos. Die letzten Seemeilen werden aufgrund einer flaute mit dem Motor bewältigt. Am frühen Nachmittag laufen wir in den kleinen und gemütlichen Hafen von Limenaria ein.

Das Schiff wird erkundet
Überfahrt nach Thassos
Kleiner Seemann ganz groß.

In der Nacht läutet die Natur Martinas Geburtstag mit Pauken und Trompeten ein. Der Wind prescht mit Spitzengeschwinden von 50 Knoten (92 km/h) durch das Rigg.

Wie gefesselte Tiere zerren die Schiffe an ihren Leinen, schaukeln hin und her und schlagen immer wieder aneinander. Gehalten von den starken und unerbittlichen Tauen. Die Fender quietschen unter der Belastung. Der auflandige Wind drückt die Schiffe unerbittlich auf die Mole und die Ankerketten knarren und ächzten. Alina liegt mit ihren 68 Meter Kette sicher, doch die Nachbarschiffe haben ganz schön zu kämpfen. Ein Nachbarboot muss über Nacht den Motor laufen lassen, um sich dadurch von der Mole abzudrücken, da der Anker nicht hält.

Der Regen peitscht von oben gegen den Decksalon und von unten klatschen die Wellen an den Rumpf.

Und inmitten dieses, sehr Respekt einflößenden, Konzertes der Natur sitzen wir um den Tisch, lassen die Korken knallen und die Gläser klirren. Wir feiern die beste Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Oma.

Am nächsten Morgen ist der Spuck vorbei. Nur der Wind, der immer wieder das Tauwerk zum Vibrieren bringt, zeugt noch von der letzten Nacht. Der Regen ist versiegt, den Himmel verdeckt eine graue Wolkendecke, die aber nicht bedrohlich wirkt.

Die nächsten Tage erforschen wir mit unserem kleinen Entdecker die Insel. Wir fahren mit einem Mietauto zu einem mystischen Wasserfall, der wie sich dann herausstellte, gar nicht mehr so geheim ist. Jedenfalls nach den Menschenmassen zu urteilen die zum Wasserfall pilgern. Wir springen von 8 Metern Höhe in den Naturpool Giola. Hinein in die weißen Schaumkronen die die Brandung in den Pool schäumt.

Der Wasserfall
Giola. Der Sprung aus 8 Metern Höhe.

Tag für Tag wird es wieder wärmer und die Sonne kämpft sich immer weiter durch die Wolken, doch der Wind lässt nicht nach. Während die Charter- Crews um uns herum keine andere Wahl haben und sich dem starken Wind von immer noch ca. 25 Knoten stellen müssen, um ihr Schiff pünktlich wieder abzugeben, genießen wir die Vorteile eines Eigners. Wir legen noch zwei Strand Tage ein und erkennen den großen Vorteil der die Kombination Strand und Kind mit sich bringt. Kleine Kinderfüße tapsen über den Sand, begleitet von einem ständigen „Da da“ „Ja ja“ „Bebe“ und natürlich „Plumps“ wenn der Windelpopo in den weichen Sand plumpst. Mit Essen, Trinken, Handtüchern, Badesachen und einem Plastikeimer bewaffnet lässt sich Lio stundenlang am Strand beschäftigen. Steine in den Eimer rein, Steine wieder raus, Steine rein, und raus …..

Natürlich kommt auch der Badespaß nicht zu kurz.

Dann geht es endlich wieder aufs Meer. Früh morgens wird der Anker gelichtet und wenige Minuten später in einer Geschützen Bucht wieder fallen gelassen. Es wird eine Landleine gelegt und es beginnt ein wunderbarer entspannter Tag in einer Bucht, die nur vom Wasser zugänglich ist. Die alte Rettungsinsel wird ausgepackt und über Bord geworfen. Martina zieht an der Leine und mit einem leisten Knall pustet sich die schwarz/orangene Rettungsinsel auf. Mit viel Getöse springen wir von Bord und klettern in die Sicherheit bietende Insel. Ja gut, wir liegen in einer ruhigen Bucht ohne jeglichen Seegang bei strahlendem Sonnenschein. Aber in unserer Fantasie sind wir Schiffbrüchige auf hoher See die ums überlegen kämpfen und um ihr Leben „schwammen“ (Das Wasser mithilfe eines Schwammes aus der Rettungsinsel bekommen).

Unter einem Sternenklaren Himmel verbringen wir eine ruhige Nacht in der Bucht und lassen den schönen Tag ausklingen.

Nach der Nacht in der Bucht wollen wir die Insel Thassos halb umrunden, um uns noch die Hauptstadt von Thassos anzuschauen. 20 Knoten Wind und hohe Welle können uns nicht von dem Vorhaben abbringen. Wir gehen ins 2. Reff (Segelfläche verkleinert) und kreuzen an den Bohrinseln vorbei nach Nordosten. Alina legt sich in den Wind und das Wasser schöpft immer wieder über den Rand bis auf die Gangway. Der Wind in den Haaren und die Sonne im Gesicht jagen wir über die weißen Schaumkronen der Wellen. Wir stampfen bis zum Nachmittag gegen an und liegen um 15 Uhr im Hafen von Thassos an. Dort entsorgen wir die ausgediente Rettungsinsel und gehen mit Lio an den Strand.

Nach dem kurzen Aufenthalt in Thassos Hafen geht es auch schon wieder zurück nach Kavala. Mit achterlichem Wind schaukelt die Alina über das blaue Wasser. Lio turnt wieder begeistert an Deck herum und versucht sich auch am Steuer.

Wir legen an der mit Anemonen und Muscheln übersäten Mole an. Am letzten Abend gehen wir nochmal gut essen, Peter jagt mit Lio die Katzen, leider fangen sie jedoch keine.

Am nächsten Morgen geht der Flug zurück. Es waren wirklich 10 wunderschöne Tage voller Familien- Strand- und Segelspaß, die wir auf keinen Fallen missen wollen.

Wir kommen auf jeden fall gerne wieder und können es kaum erwarten.

Lukas, Anja und Lio

Der nordwestlichste Teil unserer Reise

Wir sind auf Thassos eine Insel der nördlichen Sporaden. Sie ist sehr hoch, vulkanischen Ursprungs und kreisrund. Sie gilt als grüner Smaragd Griechenlands da sie sehr bewaldet ist. Leider hat auch hier in den letzten Jahren das Feuer viel von den schönen alten Wäldern, weggefressen.

Thassos ist außerdem berühmt wegen seines weißen Marmors, Honigs, Oliven und der Schafe. Aber auch sehr stark im Tourismus.

Sie ist sehr schön aber auch durch die Kreisrunde Form sehr anstrengend für Segler. Wir haben des öfteren schnell eine Bucht verlassen müssen da der Schwell herein kam oder eben der Wind. Das ändert sich hier fast im Stundentakt.

Um sicher die Insel mit dem Roller zu erkunden, sind wir in den Hafen gefahren und haben uns dort fest gemacht. Wir umrunden die Insel mit dem Roller und finden viele tolle Plätze.

Irgendwann geht es dann weiter in Richtung Westen da wir ja unsere Gastwirte Vasu und Georges treffen wollen. Unterwegs verdunkelt sich der Himmel von den Rauchschwaden der Feuer in unserer Nähe. Es sieht sehr bedrohlich aus. Aber wir schaffen es der Wolke davon zu segeln.

Über verschiedene Buchten kommen wir dem Hafen wo wir uns treffen wollen immer Näher.

Aber diesen Hafen können wir nicht nehmen da die Einfahrt vollkommen versandet ist und wir nicht rein können. Also geht es nach Stavros am nordwestlichsten Teil von Chalkidiki.

Hier verbringen wir ein paar Tage. Wir sind die Attraktion des Hafens. Denn hierher verirrt sich wohl sehr selten ein Segler. Wir haben auch schon geraume Zeit keine mehr gesehen.

Wir genießen die Stadt. Sehr voll mit Touristen aus dem Balkan da dieser ja auch nicht weit weg ist.

Am ausgemachten Tag, stehen sie plötzlich vor unserem Boot. Vasu und Georges. Ein großes „Hallo“. Wir freuen uns total. Nach einem Kaffee in der Stadt legen wir mit den beiden ab und segeln etwa eine Stunde bei gutem Wind raus. Georges fühlt sich am Ruder pudelwohl und genießt es in vollen Zügen. 🙂 Vasu ist etwas zurückhaltend, genießt es aber auch. Dann legen wir eine Angelrunde ein und Georges ist total enttäuscht das er nichts fängt. Wie soll er auch. Das Mittelmeer ist nahezu leer.

Wir können auf dem Rückweg einem Gewitter davon segeln und legen bei 20kn wieder sicher im Hafen an. Das war ein toller Tag mit euch beiden und ich habe es sehr genossen bekannte Gesichter von Zuhause bei mir zu haben.

Am nächsten Tag machen wir eine tolle Wanderung in die Berge durch uralte Wälder. 850 Höhenmeter und 12km Länge. Es war sehr anstrengend da es auch wieder sehr heiß war aber wunderbar.

Fast am Ende treffen wir Waldarbeiter die uns mit Händen und Füßen erklären, das man hier wegen der Brandgefahr gar nicht wandern darf. Denn das ist der Zeitraum in dem es bei Kavala und im Grenzbereich zur Türkei sehr stark brennt.

Das ist nicht weit weg. Aber es geht alles gut und wir sind bald wieder sicher an Bord.

Morgens drauf ist vor unserem Boot Markttag und wir können alles einkaufen was wir brauchen. Nun leihen wir uns noch 😉 in einer Baustelle in der Nähe einen langen Schlauch und können somit das Boot von der Brandasche und vom Salz befreien und unseren Tank auffüllen.

Am nächsten Morgen legen wir ab und segeln mit einem Halt in einer großen Bucht Richtung Kavala. In der Bucht fährt Peter morgens zu den Fischern rüber und fragt nach Fisch.

Dieser greift mit Schaufelhänden zweimal in einen Behälter und füllt zu einem drittel unseren Eimer, und das für 5€.

An Bord sehe ich dann das auch einige Baby Tunfische dabei sind. Sehr traurig. Die Netze sind viel zu kleinmaschig.

Dann geht es Anker auf nach Kavala. Denn am 2.9. kommen Anja,Lukas und Lio für zehn Tage zu Besuch. Ich bin sehr aufgeregt und freue mich total auf einen Teil meiner Familie.

Wir wagen den wilden Ritt

7.8.-15.8.23

Wir warten auf einen guten Moment, um den dritten Finger von Chalkidiki zu umrunden.

Das Wetter, sprich der Wind passt einfach nicht. Der Melthimi weht und will einfach nicht nachlassen.

Grün ist ok, aber orange und besonders rot, ist zu viel Wind

Es macht ja nichts da es hier sehr schön ist. Aber wir wollen doch Vasu und Georges unsere Wirtsleute vom Ort treffen. Darum müssen wir langsam den Schritt wagen. Beim ersten Versuch sind draußen zu hohe Wellen und zu wenig Wind. Mit diesem Wind kommen wir nicht gegen an. Wir entscheiden abzubrechen.

Am nächsten Tag probieren wir es wieder. Wir entscheiden um elf spontan Anker auf zu nehmen. Die Wellen sind weniger und der Wind ist um einiges mehr. Wir kommen gut gegen die Wellen voran. Ich habe nur etwas Angst wenn wir auf der anderen Seite von Arthos sind. Denn der Melthimi wütet immer noch und es werden bestimmt hohe Wellen sein.

Am Anfang haben wir recht schnell bis 22kn Wind und kommen somit schon gut voran. Um Arthos rum sieht man sehr viele Klöster. Es wird auch viel gebaut. Wir schauen uns das alles mit dem Fernglas an, da wir dort ja nicht erwünscht sind.

Am Kap vorne ist der Wind eine Weile ganz weg. Aber nur bis er dann so richtig losbricht.

So lange es hell ist kochen wir etwas und stellen dann die Segel auf die Nachtfahrt ein. Der Wind hat noch zugelegt. Aber viel schlimmer sind die Wellen. Die normalen alten Wellen aus Osten und die neuen Windwellen aus Westen. Das gibt furchtbare Kibbelwellen von 5m Höhen. Es ist kaum auszuhalten. Aber da müssen wir nun durch. Wir stellen für die Nacht die Segel ins 2. Reff (=wir verkleinern das Segel) ziehen uns Wetterfest an und legen auch die Schwimmwesten an. Das ist ein Muss bei diesen Bedingungen und der Dunkelheit. Manchmal kommt ein Brecher sogar bis zu uns in die Plicht (=Ruderstand). Ich bin total angespannt und von Schlaf also keine Rede. Zwischen drin hole ich mal die Mundharmonika und spiele etwas um uns wach zu halten und um mich etwas abzulenken. Als ich meine Schicht antrete habe ich kein Auge zugemacht. Peter bleibt auch wach. Wir legen den Kurs auf Thassos. Gegen Mitternacht sehen wir auch erste Lichter und das beruhigt schon etwas. Denn vorher haben wir nichts gesehen außer in der Ferne Wetterleuchten. Dies hat mir aber nur mehr Anspannung eingebracht. Um eins geht Peter runter, schaut auf die Karte und sucht zum Wind die passende Bucht aus.

Es ist Rabenschwarze Nacht als wir in die Bucht reinfahren. Ganz vorsichtig denn im dunkeln ist es echt schwer die Entfernungen richtig einzuschätzen. Ich leuchte mit der Taschenlampe die Bucht ab und wir werfen in sicherer Entfernung vom Land und anderen Booten, den Anker.

Nach einem Anlegebier und etwas runterkommen dann um zwei ab ins Bett.

Sicher angekommen

Bei Morgengrauen werden wir durch lautes Brüllen von dem Schimpfwort „Malaka“ und mit der Faust auf unseren Rumpf geweckt. Ein alter Fischer mit seinem kleinen Boot ist fuchsteufelswild weil wir unseren Anker über seine Netzboje gelegt haben. Die hatte ich mit der Lampe nicht gesehen.

Wir holen den Anker hoch, die Leine ist frei und es ist auch nichts kaputt gegangen. Der Fischer holt das Netz ein und rudert immer noch laut schimpfend bis ans Land. 🙂

Wir ankern um und legen uns wieder schlafen.

Es ist eine sehr schöne Bucht. Von Land her ziemlich voll. Aber das interessiert uns ja nicht. Erst am späten Nachmittag gehen wir an Land und erkunden die Halbinsel. Diese stellt sich als antiker Steinbruch raus, auf der schon vor mehr als 1500 Jahren der berühmte weiße Marmor abgebaut wurde.

Echt wunderschön hier.

Als wir zurückkommen sehen wir das der Wind um 180° gedreht hat und Alina nun Richtung Strand liegt. An Bord erkennen wir das nur noch 3m unter uns sind. Also Anker auf und in eine sichere Bucht wechseln. Eigentlich wollen wir in den Hafen von Thassos aber unterwegs finden wir eine schöne Bucht in der wir dann sogar länger bleiben.

Die nächsten zwei Wochen mache ich hier im Blog eine Pause. Denn unser Sohn mit seiner kleinen Familie kommt zu Besuch. Und da möchte ich jede Minute genießen. 😉

( Hier noch die Übersetzung des Schimpfwortes: Malaka=Wichser, Sorry)

Die drei Finger von Chalkidiki

1.8.-10.8.23

Nun sind wir wieder auf Skiathos in den Sporaden und warten auf ein Wetterfenster um rüber auf die Finger bei Thessaloniki zu segeln. Unterwegs zeigt es sich das leider weniger Wind wie gemeldet ist und irgendwann ist er dann auch ganz weg. Also müssen wir leider den Rest motoren. Das ist nicht schön aber manchmal ist es eben so. Wir kommen an einem kleinen Fischerhafen an der ersten Fingerspitze an und können sicher fest machen.

Nea Skioni erster Finger

Wir entscheiden uns dagegen bis hinten nach Thessaloniki rein zu segeln sondern überspringen diesen Finger (Kassandra) und segeln in den größten Naturhafen von Griechenland auf dem zweiten Finger (Sithonia). In der Bucht ist es zu tief und der Anker will nicht fassen. Also machen wir an einer alten Mole in Porto Koufo fest die viel zu hoch ist und überall Stahl rausschaut.

Hier bleiben wir ein paar Nächte. Wir schauen uns gleich um ob man ein Auto oder Roller mieten kann. Aber leider gibt es in diesem kleinen Ort nichts. Ein junger Mann erklärt uns das es nur in Marmaras Vermietungen gibt. Also steigen wir am nächsten Tag in den Bus und fahren in die Stadt. Das Büro ist leider dauerhaft geschlossen aber wir können alles über das Telefon klären und haben am Abend schon ein Auto um zurück zum Boot zu fahren.

Am nächsten Morgen starten wir unsere Rundreise über den mittleren Finger.

Er ist sehr bergig und hat tolle Wandermöglichkeiten. Die können wir wegen der anhaltenden Hitze aber leider nicht laufen. Wir besuchen eine Geisterstadt. Straßen und die Infrastruktur wurden über eine riesige Fläche schon erschlossen. Aber dann ist alles gestoppt worden. Wir wissen nicht warum und es ist auch schon eine ganze Weile her. Es ist auch nicht zu verstehen, denn in der Nähe sind wunderschöne Strandbuchten die an die Seychellen erinnern.

Wir halten immer wieder an und schauen uns verschiedene Orte an. Der Finger ist echt sehr schön.

Abends sind wir wieder an Bord und genießen die lauten Angler und die gefräßigen Mücken die durch alle Netze kommen 😉

Am nächsten Morgen nutzen wir erst mal das Auto um Benzin für das Dinghi zu holen denn heute Abend geben wir es ja schon ab.

Dann machen wir uns auf den Weg zum ersten Finger ( Kassandra). Dieser ist ganz anders, landwirtschaftlich geprägt. Wir wollen zur Hauptstadt die in der Mitte des Landes liegt. Man merkt das das Leben an der Küste stattfindet. Eine sterbende Stadt. Sehr viel Leerstand.

Irgendwo hatte ich diese Erklärung mal gelesen. Auf Kassandra sind die Feier Meilen für die Jugend. Hier trifft man sich, lernt sich lieben und zeugt Kinder. Auf Sithonia gehen dann diese Familien in Urlaub die sich auf Kassandra gefunden haben.:-)

Abends geben wir das Auto wieder ab. Alles klappt wunderbar. Nach anfänglichem Zweifel klappt es dann auch mit dem Bus.

Warten auf den Bus der dann doch noch kommt

Es ist spät als wir wieder an Bord sind.

Neben uns hat ein großer Fischkutter fest gemacht. Lauter libysche Matrosen. Denen schenken wir unsere alten Auflagen die wir nicht mehr wollen. Diese sind überaus glücklich und legen sich gleich zum schlafen darauf . Hatten sie vorher gar keine Unterlagen? Könnte sein. So sah es zumindest aus.

Am nächsten Tag starten wir wieder und segeln ganz hinten rein zwischen dem zweiten und dritten Finger. Diese Ecke wurde uns empfohlen und stellt sich auch als wunderschön raus. Nur leider sehr voll denn hier ist die Urlaubszeit des ganzen Balkans.

Zwischen dem ersten und zweiten Finger fühlt man sich auf die Seychellen versetzt

Den dritten Finger (Arthos) dürfen wir nicht betreten. Denn dort herrscht die Arthos Mönchsrepublik. Wir müssen1 Seemeile weit von der Küste wegbleiben da ich, eine Frau, mit an Bord bin. Wäre nur ein Mann an Bord dürfte er 500m nah ran. Täglich dürfen 10 ausländische Pilger an Land aber die Bürokratie für die Erlaubnis ist enorm. Für Griechen ist es einfacher.

Da es 70nm bis Thassos sind und wir nicht anlegen dürfen müssen wir auf ein gutes Wetterfenster warten. Das ist diesmal sehr schwer. Ich fühle mich ein wenig wie in einer Falle so weit hinten drin.

Aber dann machen wir es einfach, und das wird etwas heftig. 😉

Zurück nach Volos

22.7.- 30.7.23
Da unsere Verbraucherbatterien kaputt gegangen sind müssen wir zurück nach Volos. Denn diese sind für uns sehr wichtig zum leben. Wir kochen, machen Süßwasser, waschen unsere Wäsche, betreiben den Kühlschrank und alle elektrischen Instrumente aus diesen Batterien die über Solar immer wieder gefüllt werden.
Die Motor-und Ankerbatterie sind extra und sind auch tadellos in Ordnung da sie auch noch nicht so alt sind.
Ich konnte durch einen Tipp eines anderen Seglers, alles über Telefon organisieren und somit kann es sogar sein das sie schon vor uns in Volos ankommen. Wir brauchen für diese Strecke gemütliche 3 Tage. Denn es ist eh Wochenende und da passiert ja nicht sehr viel ;-). Wir segeln bei wunderbaren leichten Winden in den Teufelskanal und in den Golf von Volos.


Wir sind mitten in einer Hitzewelle und es herrschen in der Mittagszeit oft über 40°C. Und somit entsteht über den Nachmittag immer mehr Wind. So das wir im Golf in unsere ausgewählte Bucht gar nicht rein können weil direkt von dort 23 kn Wind raus pfeifen. Also suchen wir uns einfach eine andere aus. Es ist ein winziger Hafen der uns auch mal empfohlen wurde. Sehr schön aber leider legt auch eine ganze Flotille mit acht Booten dort an.

Kottai, super schöner Hafen im Golf von Volos


Als wir fest sind erst mal bei über 40°C sofort ins Wasser. Dort der Schock. Das Wasser ist Pi….warm. In der Bucht geht auch kein Lüftchen. Unter Deck ist es in der Nacht über 30°C.


Darum legen wir am sehr frühen Morgen schon ab, denn an schlafen war nicht mehr denken, fahren ein Stück raus und baden erst mal im erfrischenden Wasser. Wir lassen uns treiben und frühstücken dort. Bei achterlichem Wind ( Wind von hinten) segeln wir mit kleinem Segel unser nächstes Ziel an und gehen unterwegs immer wieder zum abkühlen ins Wasser. Wir kommen am frühen Nachmittag in Milina an und halten erst mal Siesta. Das haben wir uns bei dieser Hitze angewöhnt und das ist auch sehr gut so.
Abends gehen wir ganz toll essen denn heute ist unser 30igster Hochzeitstag und Papas 90igster Geburtstag. Und das muss gefeiert werden.


Bei unserer letzten Etappe nach Volos sehen wir ein Feuer in der Ferne. Ich überlege ob ich es melden soll und sehe aber schon das ein Löschhubschrauber seine Arbeit beginnt.

Kleines Feuer bei Volos


Hier in Griechenland brennt es an verschiedenen Stellen. Dieses Jahr ist es auf Rhodos verheerend.
Kurz vor Volos übergebe ich das Steuer an Peter. Um uns rum sind hunderte Jollen in einer Regatta.

Da mussten wir am Rande durch :-0

Von allen Seiten schießen sie an uns vorbei. Das macht mich ganz Jeck. Wir schleppen ausnahmsweise das Dinghi mit langer Leine hinter uns her. Ich muss es sogar heranziehen weil ich Angst habe das eine Jolle die Leine erwischt 🙂
Wir machen bei 18kn an der Mole der Aegaen Service Charter fest. Diese besorgen unsere Batterien und Georges hilft auch beim fest machen. Alle sind super nett hier und der Service klappt super gut.



Abends laufen wir die riesige Promenade von Volos entlang und wissen dann auch warum hier so viel Jollen unterwegs waren.
In dieser Woche findet die Jugend-Weltmeisterschaft im Jollen segeln statt. Echt was los hier!
Wir nutzen die Zeit des Wartens gut. Peter geht einkaufen ( er läuft bei dieser Hitze zwei mal sehr weit zum Lidl) und baut die Batterien ein und ich mache Büro. Als es abends leer wird an der Mole nutzen wir einen fremden Wasserschlauch, füllen unsere Tanks auf, spritzen das Deck ab, waschen unsere Wäsche und duschen ständig. 🙂
Super gut. Als wir gerade fertig sind kommt der Besitzer wieder. Aber alles ist gut. Niemand sagt was. Denn um 23 Uhr herrschen hier noch 31°C.


Am nächsten Tag segeln wir in eine Bucht am Ausgang vom Golf von Volos und treffen uns mit anderen Seglern.

Wir verbringen dort schöne gemeinsame Tage und erleben leider auch das Feuer von Volos. Es fliegt sehr viel Asche durch die Luft und es riecht verbrannt. Sehr beklemmend. Nach einer Nacht ist die Asche im und auf dem ganzen Boot verteilt und Abends beim Essen hören wir drei wahnsinnige Detonationen.

Wir erfahren das ein Monitions Depot der Air Force in die Luft geflogen ist. Gerade mal 10km weit weg. Wirklich beängstigend! Alles hat gewackelt. Sogar auf dem Wasser. Echt krass! Man hat Angst das jede Minute auch hier ein Feuer ausbrechen kann.
Aber alles geht bei uns gut und wir verlassen den Golf gemeinsam mit einem anderen Boot und intakten Batterien mit Kurs auf die Sporaden.

Sporaden mit Hindernis

Bis 22.7.23

Auf den Spuren des Mama Mia Films. Denn wenn man nach Skiathos oder Skopelos segelt, kommt man daran gar nicht vorbei. Ein Segler empfiehlt uns den Film auf Skiathos open Air anzusehen. Das nehmen wir uns auch vor denn Peter kennt den Film noch gar nicht. Aber auf dem Weg nach Skiathos bekomme ich bei der Reservierung gesagt das es erst in vier Tagen wieder Karten gibt. Also ändern wir kurzerhand den Kurs und segeln erst nach Skopelos in eine wunderbar Fjordähnliche Bucht und bleiben dort ein paar Tage.

Wir mieten ein Quat (Schreeeeeklich auf Asphalt zu fahren:-), da es keine Roller mehr gibt, bewegen uns über der ganzen Insel und besuchen natürlich auch den berühmten Felsen mit Kapelle, aus dem Film, bei Kastri.

Echt schön hier aber auch gut besucht. Aus aller Welt kommen Besucher und wollen diese Felsen sehen. Skopelos ist sehr grün und waldig und hat einen tollen alten Kiefernbestand. Überall kleine Buchten die dann auch jetzt in der Hochsaison sehr voll sind. Aber das stört uns nicht. Wir sind eh keine Strandratten. Segler gibt es genug so das es in manchen Buchten schon mal etwas eng wird.

Wir besuchen auch die Hauptstadt Skopelos. Eine echte Perle. Kleine Gassen die verwinkelt durch den Ort führen. Wirklich schnuckelig, traumhaft schön.

Skopelos hat uns echt gut gefallen aber dann naht unser Kino Termin auf Skiathos und wir lichten den Anker aus dieser tollen Bucht und segeln bei angenehmen leichtem Wind rüber nach Skiathos. Extra langsam damit es sich lohnt Wasser zu machen, denn dies wollen wir in den Buchten wo so viel los ist nicht machen. Unterwegs ist das Wasser sauberer und unsere Filter kann man länger nutzen. Bei dieser Überfahrt riecht es unter Deck plötzlich nach faulen Eiern. Eine von den großen Verbraucherbatterien ist kaputt. Wir müssen sie abtrennen vom System.

Wir machen auf Skiathos in der großen Bucht an der Steilklippe fest und fahren Abends mit dem Dinghi in die Stadt.

Die Menschenmenge erschlägt uns fast. Abends schiebt man sich durch die Gassen. Das ist wirklich nicht meins.

Wir drehen ab und lassen uns durch leere Gassen treiben bis hoch zur Kirche.

Auf Skiathos ist ein Flughafen auf dem ständig ein Flieger Menschen herschafft die dann vielleicht mit einer Fähre auf andere Sporaden Inseln fahren. Aber die meisten bleiben hier und darum ist es auch so voll.

Am nächsten Tag schauen wir uns Abends den Film an der wirklich was hat. Besonders wenn man hier ist und alles um uns rum tanzt und mitsingt.

Aber uns ist es hier zu voll und wir segeln wieder mit kurzem Stopp auf Skopelos nach Alonnisos, die dritte Sporaden Insel. Hier legt der Wind plötzlich ziemlich zu und wir finden keine passende Bucht in der es sicher ist und noch Platz wäre. Alles, (Segler) verkriecht sich in die sicheren Löcher.

Somit segeln wir weiter bis auf die vierte Insel Peristerie und finden Platz in einer tollen Bucht.

Hier bleiben wir etwas um uns von den vielen Menschen zu erholen ;-).

Und dann geht die zweite Batterie kaputt. Nun wird es mit unserer Energie knapp und wir müssen uns etwas überlegen. Ich schreibe einem bekannten Segler der hier viel unterwegs ist und dieser gibt uns eine Telefonnummer von Castos aus Volos. Mit dem setze ich mich dann in Verbindung und nach nicht mal einem halben Tag haben wir die Zusage der Bestellung. Einziges Mango ist das wir knapp 70nm zurück segeln müssen. Denn die Batterien gibt es nur in Volos. Also müssen wir leider die Sporaden verlassen obwohl wir noch nicht auf allen waren um dorthin zu segeln.

Etwas doof, aber wir brauchen die Batterien und können es nicht ändern.

Also auf nach Volos.

EUBÖA

2.7.23-9.7.23
Wir segeln nun zwischen dem Festland Attika und Euböa immer Richtung Norden. Hier ist es etwas geschützter da auf der östlichen Seite von Euböa schon der Meltimi wütet. Das ist ein sehr starker Wind in der Ägäis, der sich in den heißen Monaten aufbaut. Und da es schon sehr heiß und trocken ist geht es auch schon mit dem Meltimi los.


Als wir so unterwegs sind, mache ich in der Griechenlandgruppe über Facebook einen Aufruf wo sie denn alle stecken. Denn ich fühle mich gerade etwas einsam. Wir haben schon sehr lange keinen Kontakt mehr mit anderen Seglern gehabt und schon gar nicht mit Deutschen.
Und tatsächlich sind zwei in unserer Nähe die wir dann auch kennen lernen und teilweise sogar ein Stück miteinander segeln. Das tut echt gut mal wieder Leute zu treffen. Denn es ist immer wieder sehr interessant andere Lebensgeschichten zu hören. Es ist eine tolle Vielfalt und nie langweilig. Alles sehr unterschiedliche Menschen die aber eines verbindet, und das ist das segeln. Herrlich!
Als wir die Hälfte von Euböa hoch geschafft haben müssen wir die Brücke bei Khalkis passieren.


Dies ist die engste Stelle zwischen Festland und Euböa. Die Brücke wird nur zu einer bestimmten Zeit eingezogen damit die Segler durchfahren können. Und diese Zeit bestimmt Ebbe und Flut in der Nacht, damit der Autoverkehr nicht zu arg gestört wird. Die Brücke macht in der kurzen Zeit auf, in der die Tide sich ändert. Das ist die Slagtime. In dieser Zeit ist am wenigsten Strömung. Denn dadurch das es dort so eng ist fließt zur vollen Flut ein richtiger Wildwasserfluss durch diese Stelle. Und das will kein Bootsbesitzer . 😉
Man muss sich im Hafenbüro anmelden und die Durchfahrt bezahlen. Unser Slot ist Gott sei Dank nicht so spät. Um 23 Uhr werden wir Namentlich über Funk gerufen das wir durchfahren können. Echt spannend. Viele Leute stehen oben und winken und laute Musik läuft. Ein tolles Erlebnis!
Danach laufen wir einfach die nächste Bucht an, lassen den Anker fallen und gehen todmüde ins Bett. War alles sehr aufregend für uns. 🙂
In diesem Gebiet ist es gar nicht so einfach zu segeln.
Durch die hohen Berge haben wir ständig Winddreher und die Fallböen die von diesen Bergen runterrutschen haben auch mal gerne 25kn Wind.


In einer Bucht waren wir auf ein anderes Boot eingeladen. Dieses war höchsten 30m weit weg. Da aber Abends 23kn den Berg runter kamen, sind wir sehr schwer rudernd, mit unserem Dinghi wieder zu uns aufs Boot gekommen. Ein richtiger Sturm!
Der Golf von Euböa ist echt anstrengend. Kein wunder das es auch Namen wie „Teufels-Kanal“,gibt.
Das schönste ist wirklich das man nun immer wieder auf bekannte Boote trifft und auch immer mehr ins tiefere Gespräch kommt. Es werden Tipps ausgesprochen wo es sehr schön ist und auch natürlich wo man gut essen gehen kann. Es ist wirklich toll. Einen Deutschen den es in die Türkei geführt hat weil eben dort das schönste Segelrevier ist. Deutsche die schon seid 30 Jahren in Neuseeland leben und andere die im Winter auf La Palma im schönsten Haus der Welt leben 🙂 und im Sommer mit dem Schiff unterwegs sind. Jeder ist spannend und eine wahre Bereicherung sie kennengelernt zu haben.

Im Eingang zum Golf von Volos trennen sich leider unsere Wege, aber wir werden uns hoffentlich wieder sehen. Bis bald.

P.S. Hallo Hias. Ich habe gehört das du hier gerne ließt. Alles liebe nachträglich zum 🎂

Schönes Hydra ?

25.6.-1.7.23
Die Künstlerinsel mit Berühmtheiten oder die es noch werden wollen.
Eine schöne Insel auf der keine Autos fahren sondern nur Esel und Mulis die Ware transportieren. Ein wunderschöner Ort in den Berg gebaut mit vielen kleinen Villen außerhalb der Stadt. Sie hat ihren ganz eigenen Flair. Aber leider, total überlaufen!


Wir kamen so gegen halb zwei an und schauten mit dem Boot in den Hafen. Aber keine Chance. Die Schiffe lagen in dreier Reihen, es war wahnsinnig eng und Boote kämpften mit Ankersalat. Nichts für uns!


Wir fuhren zur nächsten Bucht. Auch dort war es irre voll. Wir brauchten fast zwei Stunden um sicher fest zu sein denn es waren drehende Winde, Wassertaxis schossen an uns ganz nah vorbei und verursachten Mords Wellengang, scharfkantige Felsen, irre tiefer Grund und durcheinander fahrende Boote die einen Platz suchen.

Aber die ständigen Wassertaxis mit ihren Bugwellen waren das schlimmste. Bei diesen Wellen klemmte sich das Dinghi unter die Badeplattform und das Ergebnis war ein krummes Paddel. Nicht mehr zu gebrauchen! Echt ärgerlich! Immer mehr Boote kamen und legten ihren Anker über andere Ankerketten. Das Chaos begann. Wir blieben am Abend lieber an Bord um da zu sein wenn was ist und auch weil es nach Gewitter aussah. Aber es blieb ruhig und wir konnten langsam entspannen.

Am nächsten Morgen wanderten wir früh in die, und durch die Stadt. Sie ist wirklich schön nur mit wirklich viel zu vielen Menschen. Eine Fähre nach der anderen spukte tausende Menschen aus. Echt irre. Die geduldigen Esel trugen Ware und Koffer die Treppen rauf und runter.
Für mich wirkte es als wenn die Stadt am Limit ist.

Über die heiße Zeit gingen wir zurück zum Boot und ruhten uns aus. Ein großes Motorboot hatte neben uns geankert. Gegen Abend legte sich eine Flottille quer zu uns und alle legten ihre Kette über die des Motorbootes. Der Kapitän gab Bescheid das er bald ablegen will, aber der Flottille war dies egal.
Irgendwann begann das Geschrei. Sogar die Polizei kam. Sie sollen ihre Anker lichten damit er fahren kann. Keine Reaktion. Also fuhr der Kapitän langsam los und zog alle Anker mit hoch. Nun mussten sie doch alle nochmal weg. Riesiges Chaos.
Mein Resume ist: Hydra du bist echt schön, aber die Hektik der vielen Menschen und Boote hat mich echt verrückt gemacht. Nie wieder!
Am nächsten Morgen sind wir echt geflüchtet und waren sehr froh das bei uns kein Ankersalat war.
Wir machten einen kurzen Stopp in Poros und fuhren dann aber gleich am nächsten Morgen weiter.


Wir hatten sehr unsteten Wind und irgendwann einfach keine Lust mehr. Wir sahen in der Ferne eine Bucht mit einem Tempel und warfen einfach dort den Anker. Nun sind wir am Festland auf Attika und dieser Tempel ist der berühmte Poseidon-Tempel.
Wir entdecken vieles einfach nur zufällig.


Da es dort den schönsten Sonnenuntergang überhaupt geben soll, nehmen wir uns vor ihn auch dort zu genießen.
Abends sehen wir aber die Mengen von Menschen die dort hinwandern und entschließen uns den Sonnenuntergang vom Schiff aus zu bewundern. Wir hatten nun wirklich genug Menschen die letzten Tage und an Bord ist der Sonnenuntergang eh am schönsten. 🙂
Am nächsten Tag haben wir dann guten Wind und können bei gutem Tempo weiter segeln.
Auf diesem Weg kommt uns eine große 85 Fuß Contest sehr nah und fährt kurz neben uns her. Der Skipper hält mit uns ein wenig Small Talk während der schnellen Fahrt über die Reeling und lobt unser Schiff. Ein tolles Erlebnis. Wir fühlen uns echt geehrt denn es war der Skipper der Polina Star 4 der vor kurzem erst in der Yacht Zeitschrift war.
Dann dreht er ab und gibt Gas und fährt uns davon. Ein tolles Erlebnis.
Wir suchen uns gegen Abend eine sichere Bucht denn es hat ganz schön aufgebrist und die Wellen sind sehr hoch. Wir kommen mit Segeln nicht mehr gegen an.


Ich dieser Bucht bleiben wir zwei Tage. Ruhen aus, machen kleinere Arbeiten und bestücken uns mit allem was wir brauchen für die nächste Zeit.

23.7.23 Aktuelles

Wie sieht momentan unser Alltag aus
Wir liegen am liebsten in Buchten und haben natürlich so nicht die Annehmlichkeiten einfach von Bord zu gehen und in den nächsten Supermarkt hinein zu maschieren. Oder vom Hafen, Wasser oder Strom zu nutzen. Das letzte mal als wir dies hatten, waren wir in Kalamata und das war glaube ich Anfang Juni. Uns ist es im Hafen einfach zu eng und zu laut und meist auch noch viel heißer als in einer Bucht. Und da wir momentan in einer Hitzewelle stecken und Teile von Griechenland leider wieder brennen, ist es uns in der Bucht viel lieber. Auch wenn wir des öfteren doch35°c und mehr unter Deck haben und Nachts der Wind weg ist um etwas Luft heran zu fächeln.
Aber das heißt auch das alles gut geplant sein muss.
Als erstes muss natürlich das Wetter passen. Das kontrollieren wir jeden Tag! Sogar manchmal mehrmals. Denn der Wind und die Wellen sollen natürlich nicht in die Bucht rein wehen. Das wäre einfach nicht sicher und könnte bei stärkerem Wind gefährlich werden. Aber das geht natürlich im Zeitalter des Internets ohne Probleme. Zu 90% hat man Empfang. Und hat man keinen steigen wir auch mal ins Dinghi, fahren zum Cap vor, klettern auf einen Berg und erledigen dort das wichtigste 🙂


Nach dem Wetter checken überlegen wir wo es hingehen soll. Auch wenn wir uns treiben lassen muss ich persönlich ein Ziel haben auf das ich mich freuen kann.
Das Ziel hängt auch ein bißchen davon ab was wir noch im Kühlschrank haben. Wann können wir das nächste mal einkaufen? Gibt es dort einen Laden in der Nähe?
Wir sind gerade in den kleineren nördlichen Sporaden. Da gibt es gar nichts und das muss auch geplant sein.
Wenn dann das Ziel feststeht und der Kühlschrank nicht genug aufweist, heißt es: „ Dann müssen wir nochmal an Land, einkaufen!“
Also wieder das Dinghi vom Geräteträger runterhiefen, den Motor genauso und ans Schlauchboot fest machen.
Das Schlauchboot hängt an Leinen hinten an der Davids. Also Leinen lösen und das Dinghi vorsichtig runter lassen. Denn hier ist oft viel Fährverkehr oder Wassertaxis sind unterwegs, die keine Rücksicht nehmen und riesen Wellen bilden.
Das hat uns schon ein Paddel gekostet da es so unter unsere Badeplattform geriet und danach verbogen  war.
Dann noch den Motor in diesem wackeligen Boot befestigen.
Wir sind schon ein gutes Team und somit klappt es mittlerweile sehr gut.
Rüber fahren an Land und dort eine geeignete Anlandungsstelle finden.
Nicht überall darf man fest machen, oder ist es sicher vor dem Schwell. Wenn die Wellen das Schlauchboot immer an die Mole schlagen, wäre es bald kaputt da es dort sehr scharfkantige Steine und Muscheln gibt.
Wir schmeißen einen kleinen Anker der das Dinghi von der Wand fernhält ziehen uns an die Mauer, klettern hoch und binden es sicher fest.
Nun suchen wir einen Supermarkt. Wir müssen uns durchfragen und manchmal haben wir auch kein Glück und müssen noch sehr weit laufen.
Hier in der Gegend gibt es nur sehr kleine und man bekommt nicht immer alles was man braucht aber daran haben wir uns schon gewöhnt. Wir kaufen einfach das was da ist 😉
Dann alles durch die Hitze zurück zum Dinghi tragen, einladen und wieder zum Boot fahren. Einkaufstaschen verräumen, Motor wieder mit den Leinen hochhiefen und befestigen und auch das Dinghi wieder an den Geräteträger hochziehen. Beides ist nicht leicht.
Nach alle dem sind wir klatsch nass geschwitzt.
Und nun kommt unser Privileg, wir ziehen uns aus und springen noch mal ins Wasser bevor es los geht. Herrlich!!
Strom haben wir durch unsere Solarpanelen immer. Das klappt echt gut. Wasser können wir mit dieser Energie auch selber machen.
Aber nun gehen leider die Verbraucherbatterien kaputt und können die Energie nicht mehr speichern.
Das heißt für uns, wir müssen leider die einsamen Sporaden verlassen und nach Volos ans Festland zurück um neue Batterien zu bekommen. Das wäre hier unmöglich. Auch das kommt vor, das unsere Pläne über den Haufen geworfen werden.
Das heißt jetzt für uns einen einfachen Weg von drei Tagen auf uns nehmen, um dort an neue Batterien zu kommen.
Hoffen wir das es klappt.

Aktuell: Papas 90igster. Happy Birthday and RIP und unser 0igster Hochzeitstag :-0