ist fĂŒr uns zuerst einmal ein Zufluchtsort denn ĂŒber Ventotene geht ein Starkwind Feld und wir suchen einen Ort der uns etwas Schutz bietet. Das bedeutet 30 Seemeilen Richtung Festland segeln. Diese Strecke ist etwas besonderes fĂŒr uns denn wir sehen zwei junge Finnwale. Erst denken wir, es ist ein verloren gegangener Container und das Wasserblasen wird durch die Wellen verursacht. Aber dann können wir es genau erkennen. Einfach magisch. Die Tiere sind eine ganze Weile an der WasseroberflĂ€che und lassen sich einfach treiben. Als aber ein Motorboot angerauscht kommt tauchen sie ab und wir sehen die groĂen Fluken wie sie vor dem Abtauchen in die Höhe gehen. Echt ein Wow-Moment. Mit Walen habe ich hier nun gar nicht gerechnet aber scheinbar gibt es in dieser Gegend ein Schutzgebiet. AuĂerdem sehen wir viele jagende Tunfische die von unserem Köder aber leider nichts wissen wollenđ„.Und am Ende des Tages besuchen uns noch Delfine. Was fĂŒr ein Segeltag.
Wir haben vorher noch nie etwas von Gaeta gehört und sind schon beeindruckt als wir an diesem riesen Felsen vorbeisegeln auf dem das Castello Angioino-Aragonese steht.

Gaeta liegt genau zwischen Rom und Neapel und wir können uns dort vor dem Hafen in die Bucht legen. Dieser Bereich bietet uns genĂŒgend Schutz. Wir nutzen die Zeit und gehen mal wieder gröĂer einkaufen, können in der Marina die Waschmaschinen nutzen und mal die BettwĂ€sche und die HandtĂŒcher durch waschen. Alles wird mal wieder klar Schiff gemacht.
Abends sind wir dann in der Stadt unterwegs denn dann werden die Temperaturen langsam ertrÀglich.







Im mittelalterlichen Stadtkern lassen wir uns ĂŒber viele Treppen und engen Gassen hoch zur Kirche San Francesco treiben. Von hier hat man einen wunderbaren Blick ĂŒber den Golf von Gaeta.

Unten im Hafenviertel steht der Dom von Gaeta mit seinem charakteristischen Glockenturm.Die Altstadt ist sehr lebendig und wir genieĂen es sehr hier zu sein.
An einem Tag wandern wir den Monte Orlando rauf. Wir wollten wegen der Hitze eigentlich frĂŒh los aber es wurde doch wieder zwölf Uhrđ€Ł.
Dort oben liegt eine der schönsten SehenswĂŒrdigkeiten, die Montagna Spaccata = gespaltener Berg. Der Legende nach soll sich der Fels bei der Kreuzigung Christi gespalten haben. Dort liegt nun die Wallfahrtskirche aus dem 15. Jahrhundert und ist ein bekanntes Pilgerziel. Zur Grotta del Turco geht es ĂŒber Treppen zu einer wunderschönen Meeresgrotte. Aber leider haben wir Pech und es ist alles zu.


Also wandern wir weiter zum Mausoleum auf dem Gipfel, das aber leider wegen Restaurationsarbeiten zu ist đ. Irgendwie haben wir Pech.








Ăber einen schönen Weg laufen wir zurĂŒck in die Stadt, genieĂen ein Eis und gehen an Bord kochen. Wir sehen mal wieder ein Löschflugzeug, denn im Umland von Gaeta brennt es. Aber er schafft es bis Sonnenuntergang, und das Feuer ist aus.
Da der Wind uns immer noch zu stark ist, bleiben wir noch etwas und besuchen das Castello.
Der eine Teil wird heute von der Gardia Finanzia als Seeschule verwendet. Den anderen Teil besichtigen wir. Ein Teil gab es schon seid dem 6.-7. Jahrhundert und wurde ĂŒber die vielen Jahrhunderte stĂ€ndig erweitert oder umgebaut.
Von 1881 â 1990 !! wurde es als MilitĂ€rgefĂ€ngnis fĂŒr Kriegsdienstverweigerer und politische HĂ€ftlinge benutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden hier auch die beiden Nazioffiziere Walter Reder, der fĂŒr das Massaker von Marzabote verantwortlich war und Herbert Kappler der federfĂŒhrend beim Massenmord in Rom von 335 Menschen war, eingesperrt.







Den beiden ging es aber nicht schlecht, sie hatten ein Apartment und andere HĂ€ftlinge die fĂŒr sie arbeiten mussten. Obwohl sie ein vielfaches an Lebenslang bekommen hatten, kamen sie Mitte der siebziger frei und konnten in ihre Heimat zurĂŒck. Man munkelt es ist Geld geflossen damit sie diese Privilegien haben können.
Da wird mir ganz schlecht und ich habe mich als Deutsche bei diesen ĂuĂerungen echt nicht wohl gefĂŒhlt. Schlimm kann ich nur sagen!
Danach lassen wir uns wieder durch die Altstadt treiben.
Nach ein paar Tagen geht es dann aber weiter denn der Wind stimmt fĂŒr Ponza.