Wir verlassen Kreta

Wir stehen um fünf auf und trinken gemütlich Kaffee, machen alles klar und los geht es.

Natürlich mache ich kein Wetter 😉 aber eben das Wetter Routing. Da es am Anfang kein, oder wenig Wind geben soll ist mein Plan, das wir erst so 10 Meilen direkt raus motoren. Dann soll der Wind kommen und wir haben für die restlichen 65 sm einen guten Winkel zum Wind und können segeln. Und mein Plan geht auch super gut auf. 🙏 Der Wind nimmt immer mehr zu und wir fliegen unserem Ziel entgegen. Um 16 Uhr werfen wir auf der Insel Kythera die der Peloponnes vorgelagert ist, den Anker. Auf dem Weg hat noch ein kleiner Thunfisch gebissen, es wäre perfekt für uns gewesen. Aber ein kurzer Moment bevor das Gaffe ihn aufspießen konnte, ist er davon gekommen. Peter war bitter enttäuscht, hat immer wieder vor sich hin geflucht und sich geärgert.

Der Anker sitzt in Kapsali sofort sehr gut. Wir genießen den Abend und gehen früh ins Bett. Der erste Tag an einem neuen Ort bleiben wir gerne erst mal an Bord um alles um uns herum zu beobachten. Beim Frühstück kommt ziemlich Wind auf und wir bemerken das ein Belgisches Boot auf Drift geht. Es sieht danach aus als wenn der Skipper noch schläft. Darum machen wir unser Dinghi fertig und Peter saust rüber um ihn zu wecken. Denn die Felsküste ist nicht mehr weit entfernt. Peter klopft an den Rumpf und ruft. Der verschlafene Kopf kommt raus, brummelt so etwas wie.“Och ne, nicht schon wieder!“

Er lässt sich noch ziemlich Zeit, nimmt den Anker hoch und verschwindet dann. Ein komischer Kauz.

Die Böen sind sehr stark, wir legen mehr Kette und nehmen das Reitgewicht dazu. So ist alles sicher. Bei einer starken Böe schlägt unser Dinghi um. Der Motor ist im Wasser. Ich reagiere schnell und kann es sofort wieder umdrehen. Aber Salzwasser und ein Motor vertragen sich gar nicht. Peter macht sofort alles frei vom Salzwasser und startet mehrmals bis er wieder läuft.

Im Öl wird auch Wasser sein aber das können wir jetzt bei dem Wind nicht machen. Wir verschieben es.

Ich mache an diesem Morgen noch Büro, denn wir sind am Monatsende und es muss die Steuer gemacht werden. Peter repariert etwas am Dinghi. Aber unser Highlight heute ist die Segnung von unseren Enkeln Lio und Liara. Wir können über YouTube direkt dabei sein und es miterleben. Echt schön die heutigen Möglichkeiten. Es ist eine schöne Zeremonie.

Danach räumen wir hoch motiviert die Vorkabine auf, machen Schränke leer und misten für die 4 Hacks ordentlich aus. Denn sie kommen ja bald. Wir freuen uns total.

Abends erkunden wir den Ort, gehen etwas essen und ich nutze das Internet fürs Büro. Es wird noch für den nächsten Tag ein Skooter (Motorroller) klar gemacht aber dann ist es Zeit ins Bett zu gehen.

Wir lassen uns mit dem Roller am nächsten Tag treiben. Entdecken durch Zufall eine tolle Höhle mit Kapelle und Fledermäusen. Fahren in ein schönes Bergdorf mit vielen Wassermühlen. Aber es ist sehr traurig. Seid vier Jahren hat der ehemals Wasserreiche Fluss kein Wasser mehr. Die Mühlen stehen still und die Gänse hecheln neben einer kleinen Pfütze. Wir laufen noch etwas am trockenen Fluss entlang brechen aber ab da es sehr traurig ist.

Danach geht es noch an die Küste runter an einen ganz bezaubernden Ort. Eine kleine Felsenbucht, wunderschön angelegt wo die Kinder die Klippen runter springen. Glasklares Wasser. Traumhaft schön. Am Boot zurück müssen wir erst mal etwas Ankerarbeit machen. Der Wind hat gedreht und abgenommen und die Bucht ist voller geworden. Also bauen wir das Reitgewicht ab und holen mal 10 m Kette rein um niemanden auf die Pelle zu rücken.

Zum Sonnenuntergang fahren wir hoch zur Chora und ihrer Festung und genießen die Athmosphäre. Sie ist sehr weitläufig und schön hergerichtet. In der Chora suchen wir uns einen netten Platz und beobachten das bunte Treiben. Denn hier beginnt das Leben und Treiben mit dem Sonnenuntergang. Denn da ist es einfach kühl. Die Alten stellen irgendwo ihre Stühle zusammen und gallern und die Kinder spielen auf einen Zentralen Platz zusammen. Es ist überall im Land das gleiche.

Am nächsten Morgen wandern wir noch zur Felsenkirche Argios Ioannis (Heiliger Johannes). Bestaunen die tolle Aussicht und unterhalten uns mit dem Wärter. Es hängen uralte Ikonen.

Bei der großen Hitze halten wir Siesta und gehen schwimmen bevor wir uns am frühen Abend für die weite Überfahrt zur Peloponnes fertig machen. Wird sicher etwas anstrengend da drehende Winde zu erwarten sind und eine stark befahrene Schifffahrtsstraße muss gekreuzt werden. Aber wird schon klappen. Ziel ist der westlichste Finger der Peleponnes.

Bis dann!🖐

Kreta die Größte

12.7.-27.7.24

Nach unserer bisher längsten Strecke am Stück (97sm) sind wir in der Bucht vor Sitia angekommen und fallen nach einem leckeren Fisch Snack todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen funken wir den Hafen an und bekommen einen Platz zugewiesen. Nachdem wir sicher fest sind machen wir erst mal klar Schiff und kommen an.

Der Ort ist sehr nett und wir genießen die vielen Restaurants und Cafés. Hier in Griechenland findet das abendliche Leben meist im luftigen Hafen statt. Hier entfliehen viele Einwohner der Hitze im Ort.

Nach etwas suchen finden wir auch noch einen Skooter den wir leihen können. Kreta ist voll in Touristischer Hand und ein Flieger nach dem anderen landet. Wir hören viel deutsch.

Auf unserer Tour erleben wir ein recht grünes Land mit sehr, sehr vielen Oliven Plantagen die mit tausenden Kilometern Tröpfchen Bewässerung vernetzt sind. Ich übertreibe nicht. Es ist echt enorm!

Unterwegs entdecken wir eine riesige Geisterstadt. Ehemals schöne Ferienhäuser die an Leute verkauft wurden. Kein Haus gleicht dem anderen mit toller Poollandschaft , Läden, Apotheke und was man sich im Alter sonst noch wünscht. Nachdem irgendjemand mit dem Geld abgehauen ist und sich niemand mehr zuständig fühlt verkommt alles. Einzelne Häuser sind in dieser Ruinenstadt noch bewohnt. Denn viele Rentner haben ihr gesamtes Geld in ein Häuschen gesteckt und müssen nun so elendig leben. Traurig oder?!

Kreta ist die größte griechische Insel und zählt auch zu der sonnigsten Perle des Mittelmeeres. Sie hat einiges zu bieten. Eine abwechslungsreiche Natur, die wir hier im Osten der Insel in Form des Palmen Tals von Vai finden und natürlich auch überall die wunderschönen Strände die uns aber jetzt nicht so arg locken. Und auch besondere antike Paläste wie Knossos die tausende von Besucher anzieht.

Uns interessieren eigentlich die Wanderrouten mehr, die es hier reichlich gibt.

Durch die zerklüfteten Berge, kann man zahlreiche tolle Schluchten erwandern die zwar meist kein Wasser mehr führen ( warum wohl, ich sage nur Tröpfchen Bewässerung) aber dennoch spektakulär sind.

Wir haben uns die etwas unbekanntere Richi Schlucht ausgewählt und sind sehr früh aufgestanden damit es nicht so heiß ist.

Leider ist Peter auf halber Strecke runter in die Schlucht aufgefallen das eventuell das Benzin nicht reicht um später den enorm steilen Weg zu zweit wieder hoch zu fahren.

Also haben wir uns getrennt. Peter ist weiter gelaufen und ich bin wieder hoch auf die Hauptstraße und habe die nächste Tankstelle gesucht und getankt.

Dann ging es den steilen Weg wieder runter. Oft gefühlt eine 45% Neigung/Steigung. Die Griechen lieben den direkten Weg 😉. Serpentinen werden überbewertet 🤣.Das haben wir im ganzen Land festgestellt.

Peter wartet schon am Einstig der Schlucht und wir steigen auch sofort in Kretas GEO-Park ein.

Eine wundervolle Wanderung und am Ende werden wir mit einem Rinnsal Wasserfall belohnt.

Nachdem wir den Osten erlebt haben segeln wir weiter. Ich lege ab und wir nehmen Kurs auf die Lepra-Insel Spinalonga. Der Wind ist wieder enorm. In den Hafen von Agios Nikolaos können wir leider nicht. Alles voll mit Langzeitliegern. In die Lagune können wir bei diesem Wind auch nicht🤔 .

Also legen wir uns in eine relativ sichere Bucht und machen den Wassermacher wieder an. Den mussten wir wegen des hohen Wellengangs ausmachen da er durch die Schräglage immer wieder Luft zog. Und das ist nicht so gut.

Hier bleiben wir eine Nacht und einen Tag denn es ist nicht sehr angenehm. Wir brauchen hier auf Kreta einfach einen Hafen da es immer viel Wind aus Nord hat und wir auf der Nordseite sind. Deshalb diese Seite weil es auf der Südseite gar nichts gibt. Komisch aber so ist es.

Bei der letzten langen Strecke sind wir bei Sonnenaufgang los und haben gemerkt das dies doof ist da man durchs kreuzen dann eventuell im dunkeln ankommt. Nun machen wir es anders und fahren Abends um sieben los um im Sonnenaufgang an zu kommen. Das heißt, unsere erste Nachtfahrt mit Schichten. Da wir wieder gegen an müssen legen wir die Wenden so das es bei Schichtwechsel passiert wenn beide an Deck sind. Mit Schwimmwesten bestückt und eingepickt geht es durch die Nacht.

Es klappt sehr gut und um Zehn sind wir im riesen Fähr und Cruiser Hafen von Heraklion, der Hauptstadt von Kreta. Es gibt keinen Platz für uns, what 😨.

Der Altstadthafen ist voll mit Profi-Day Sailor und außerhalb ist soviel Schwell durch die Fähren das es für uns an der Mauer zu gefährlich ist.

Wir machen notdürftig an der Mole des Pilot Bootes fest und ich versuche über mehrere Stationen, Hafen Polizei, Hafen Behörde und Gesamthafen Orts Behörde und und… einen besseren Platz zu bekommen. Eine Beamtin der Stadt hat dann wohl Mitleid und gibt uns einen Platz im Venezianischen Altstadt Hafen von einem Boot das ein paar Tage nicht im Hafen ist. Gott sei Dank. Direkt neben der Venezianischen Festung. Traumhaft schön und Wind sicher👍

Nun machen wir die Hauptstadt unsicher. Erst mal mit dem roten Sightseeingtour Bus und dann zu Fuß.

Wir besuchen einen riesen Bauernmarkt und fühlen uns wie im Schlaraffenland. Voll bepackt mit frischem Obst und Gemüse fahren wir mit dem Bus zurück. Die Stadt bietet alles was man sich nur wünschen kann.

Die Profis aus dem Hafen verschwinden mehrmals täglich Richtung der kleinen Insel Dia und Abends um halb neun müssen alle wieder da sein da dieser riesige Hafen wegen der Fähren geschlossen wird. Wahnsinn, oder!?

Und wir dachten als wir morgens Heraklion anliefen es fände eine Regatta statt. Dabei waren es nur diese 30 Profis auf ihrer Tour🤣.

Die Stadt selber ist nicht sehr schön da sie im Krieg total zerbombt wurde. Einzelne alte Häuser sieht man. Und eine der berühmten Kretischen Hochzeiten mit über 2000 Gästen erleben wir am Rande mit.

Nach ein paar Tagen müssen wir dann wieder los da der Liegeplatz wieder gebraucht wird. Wir fahren zur Insel Dia rüber die die Day Sailor auch ansteuern, aber erst nachdem sie dort aufbrechen.😉 Eine einsame Insel auf der mal eine wunderschöne Taverne stand. Wege waren angelegt zu einem Sonnenuntergangs-Aussichtspunkt, Zisternen und Steg. Ein Traum ist geplatzt und die Anlage seid 20 Jahren verwaist. Echt schade. Was mag passiert sein?

Am nächsten Morgen bringt unser Stegnachbar aus Heraklion eine 1,5l Flasche Raki und eine Flasche Olivenöl, da Peter ihm bei einer Kleinigkeit geholfen hat. Ein echt netter Kerl!

Der nächste Stopp ist Rethimnon etwas westlich. Hier wollen wir eigentlich noch mal einen fahrbaren Untersatz mieten und uns umschauen. Aber wir lernen sehr nette Neuseeländer kennen und bleiben in der Stadt hängen. Die Stadt ist sehr schön und hat einen alten Stadtkern durch den wir uns treiben lassen. Abends grillen wir mit unseren Bootsnachbarn und erledigen die Bootswäsche in einer super Laundry. Bettwäsche des Gastes und mehr. Muss für die neuen Gäste die bald kommen, alles schön sauber sein😊.

Wir haben unseren Liegeplatz nur begrenzt und es war uns dieses mal einfach wichtiger den Kontakt zu pflegen, aber nun müssen wir leider weiter und da es keinen Hafen mehr gibt suchen wir uns eine Bucht. Ganz in den Westen zu den berühmten Stränden können wir leider nicht wegen des starken Westwindes. Also ab in eine Bucht für den Absprung Richtung Peloponnes.

Fazit:

Eine wirklich tolle Insel aber zu wenig sichere Plätze für Segler. Für uns der falsche Zeitraum. Denn zum Wandern muss man im Frühjahr oder Herbst kommen. Vielleicht machen wir das nächstes Frühjahr. 😊

Naxos + Amorgos+ Levitha

bis 2.6.24

Wegen des starken Nordwindes verstecken wir uns ganz unten auf der Südseite von Naxos in eine wunderschöne tiefe und einsame Bucht. 30Km bis zum nächsten Ort in dem man was einkaufen könnte. Echt herrlich. Außer einem kleinen Kiosk und ein paar einsamen Ferienhäusern ist hier nichts. Wir verankern uns sicher mit Landleine und können so mit einem ruhigen Gefühl zu einer Wanderung aufbrechen. Hier ist die älteste Akropolis Griechenlands, die wir uns natürlich ansehen wollen. Über alte Ziegenwege machen wir uns auf den Weg. Vorher melden wir uns aber am Kiosk zum Essen an. Das freut die Besitzer sehr denn wir sind hier die einzigen. Wir bleiben drei Tage hier und genießen es sehr. Die Besitzerin des Kiosk ist so lieb und bringt uns Brot aus dem Dorf mit.

Wenn es dunkel wird hört man nur noch Schafe und Ziegen. Wir lieben solche einsamen Ecken.

Unser nächster Stopp soll Amorgos sein. Wir ankern aber noch mal für 3-4 Stunden auf der Nachbarinsel Koufonisi da der Wellengang der sich die letzten Tage aufbauen konnte noch enorm ist und der Wind sich auch noch nicht wirklich gelegt hat. Wir warten etwas ab und machen uns mit gutem Rest Wind dann auf dem Weg nach Amorgos.

Diese Insel wird für uns einer der Highlights in den Kykladen.

Erst mal müssen wir uns nach der einsamen Zeit wieder mit Frisch Sachen bestücken aber danach erkunden wir die Insel.

Amorgos ist eine reine Felseninsel mit zwei hohen Bergen bis 700m hoch. Auf der Südseite fallen die Klippen bis zu 300m in die Tiefe und genau dort liegt in dieser Klippe das berühmte Felsenkloster Chozoviotissa. Früher war es nicht weiß gestrichen und wurde somit nie von Piraten oder anderen kriegerischen Völker, eingenommen. Heute leuchtet es wunderschön weiß in den Felsen. Wir fahren von unserer Bucht auf der Nordseite mit dem Bus über die Insel bis unterhalb des Klosters. Wir wandern zum Kloster hoch und genießen dort für eine kurze Zeit eine tolle Atmosphäre mit Klosterschnaps😃

Von dort geht es erst runter und dann wandern wir hoch auf den Berg zur traumhaft schönen Chora mit ihren Windmühlen.

Hier ist es sehr ruhig denn Amorgos liegt abseits der Touristenströme. Hier hin verirren sich nur die Rucksack Touristen und Wanderer. Denn die Wanderwege sind sehr gut ausgezeichnet. Auch wir nehmen nach erkunden der Chora und dem Besuch in einem kleinen Museum, einen dieser tollen Wanderwege zurück in unsere Bucht. Echt herrlich.

Bald wechseln wir für kurze Zeit in eine Bucht mit Wrack an dem der Peter schnorcheln will. Auf Amorgos wurde auch an dieser Stelle der Film „Im Rausch der Tiefe“ oder „Deep blue “ gedreht und ist für sein tief blaues Wasser berühmt. Dies ist auch die Insel der Harpun Taucher.

Als Peter wieder aus den Tiefen des Wassers rauskommt wechseln wir in den östliche Hafen nach Amorgos und werfen den Anker im Hafenbecken. Allerdings mit Trippleine (= Boje die mit einer Leine am Anker befestigt ist) denn hier soll der Boden mit vielerlei Leinen und Ketten verseucht sein. Und so bekommt man im schlimmsten Fall den Anker wieder frei.

Wir genießen einen Strandspaziergang und die Stadt am Abend, trinken einen Sundowner auf unserer „Terrasse“ und machen dann alles für die Nacht fertig.

Das heißt das wir jederzeit im Notfall Anker auf gehen können. Dinghi hoch nehmen und alles ist weg geräumt.

Außerdem wollen wir eh am nächsten Morgen auf die kleine Kykladen Insel Levitha.

Die Überfahrt wird angenehm. Am Ende etwas ruppig aber wir freuen uns auf den Bauern mit seinen Bojen. Dort liegen wir dann mit anderen in einer kleinen Bucht. Die Boje ist frei wenn man beim Bauern isst. Das tun wir natürlich und genießen diese kleine Insel für ein paar Tage.

Syros, Mykonos und Paros

8.5.-18.5.24

Drei wunderschöne Kykladen Inseln und keine ist annähernd gleich. Nur die Landschaft ähnelt sich sehr.

Wir liegen in einer gut geschützten Bucht auf Syros und müssen wieder mal einen Wind von 40 kn abwettern.

Der Anker liegt gut und tief eingegraben im Sand und somit sind wir sicher. Aber die Lautstärke des Windes ist sehr anstrengend. Und so flüchten wir an einem Tag von Bord, fahren mit dem Dinghi ans Land und mit dem Bus in die Hauptstadt. Die Busfahrt ist richtig angenehm. Wir sehen viel vom Insel Innern. Getreide, Gemüse was man so braucht wächst hier. Aber es ist alles schon sehr trocken. Es hat im Winter kaum geregnet und somit herrscht hier schön die Brandgefahr „orange“.

Syros, die edle. Wenn man durch die Hauptstadt läuft, könnte man fast meinen in Italien zu sein. Es ist gut zu sehen das die Venezianer eine ganze Zeit auf der Insel geherrscht haben. Die typischen venezianischen Villen und Kuppelbauten. Wunderschöne alte Gebäude. Die Stadt Emourpoli ist auch Uni-Stadt und somit gibt es sehr viel junge Leute und nette kleine Cafés .

Wir lernen auch wieder ganz nette Segler kennen mit denen wir gerne Zeit verbringen. Aber die beiden segeln früher los und haben ein anderes Ziel wie wir und somit trennen sich wieder unsere Wege. Schade, es war schön mit euch Ingrid und Gerd.

Peter mag unbedingt nach Mykonos. Ich eigentlich nicht da ich nun wirklich keine Partygängerin bin. Aber wie heißt es: „In guten wie in schlechten Zeiten“, 😁

Mykonos steht für Traumstrände und Party. Sie ist vielleicht die berühmteste und bekannt für ihr pulsierendes Nachtleben. Und so kommt es natürlich auch das hier 3 große Cruiser in der Bucht liegen, wir keinen Platz ( trotz Anmeldung per Mail) im Hafen bekommen, und das teuerste Bier, 0,330ml für 12 € in unserem Leben trinken. Schon um neun tanzen leicht bekleidete Urlauber auf den Tischen und wir machen uns von klein Venedig davon und laufen durch schöne enge Gassen in denen die teuersten Lable und Galerien, ihre Ware anbieten und die Preise sogar in München ein Schnäppchen wären.

Wir sind spät gekommen und haben in einer etwas entfernten Bucht eine Boje ergattert die allerdings 50€ kosten soll. Abends kam niemand und morgens sind wir schon bei Sonnenaufgang geflüchtet und so war sie kostenlos.😉

Unser nächstes Ziel sollte Naxos sein. Aber die über 3m hohen Wellen lassen uns die Richtung etwas angenehm ändern und wir steuern Paros an.

Wir legen uns nach einer anstrengenden Fahrt in die Bucht der Hauptstadt, wir möchten einen Wäsche Tag einlegen. Denn hier hat es eine Münz Wäscherei und so können wir die ganze Bettwäsche und unsere Handtücher waschen. Dafür ist unsere Waschmaschine zu klein.

Paros ist wunderschön und eine richtige Postkarteninsel. Weiß blaue kleine Fischerdörfer und ein wildes Hinterland.

Wir ordern für den nächsten Tag einen Roller und fahren über die Insel, besuchen die Chora Lefkes und schlendern durch die engen Gassen. Ein Besuch der alten Minen in denen der berühmte fast durchsichtige Marmor abgebaut wurde steht auch noch auf dem Plan. Daraus wurde der Tempel von Delphi und Delos gebaut und auch die berühmte Venus von Milos oder die Nike von Samuthraki.

Abends kommen wir mit tausend Eindrücken wieder an Bord und lassen den Tag ausklingen.

Der nächste Tag ist diesig und schwül. Wir wollen um die große Bucht wandern. Aber plötzlich ist von jetzt und in die nächste Sekunde ein Windwechsel von nichts auf 35kn und ein Dreher um 180°.

Die Boote werden in die Ankerkette katapultiert, legen sich auf die Seite und drehen sich um 180°. Dann pendeln sie es aus und alles ist wieder gut. Das war echt gruselig. Wir warten noch etwas und gehen dann später wandern. Kann ja sein das noch was kommt. Aber alles bleibt ruhig.

Auch hier findet man Ähnlichkeiten zu Mykonos. Nur viel sympathischer und entspannter.

Und immer wieder die bezaubernden weißen Häuschen mit den blauen Fensterläden.

PS. Etwas spät. Aber manchmal habe ich kein Internet wenn es einfach zu einsam ist.

Wir tauchen in die Kykladen ein

1.5.-8.5.24

Die Kykladen Inseln sind der Inbegriff für weiße Häuser mit blauen Fensterläden. Und natürlich Unmengen weißer Kirchen mit blauen Dächern.
Jeder hat ein Bild von Santorini oder Mykonos . Und ja so sehen fast alle Orte auf den Kykladen aus die wir bisher besucht haben. Wenn man durch die weiß gekalkten Gassen läuft spürt man die Schönheit und das besondere der Kykladen.
Als wir vom Festland gekommen sind haben wir erst mal die Insel Kea angesteuert. Sie ist voll in Athener Hand, da es nicht sehr weit weg ist. Viele Athener haben hier ein Ferienhaus.
Wir gehen mit Alina an die Stadtmole da wieder mal Starkwind😏 gemeldet ist, und hoffen das es dort sicher ist. Das anlegen ist kein Problem obwohl es schon fast voll ist.
Abends gehen wir gerne noch etwas wandern und können oberhalb des Ortes auf den Hafen schauen und sehen das ein Boot mehrfach wieder ablegt und versucht wieder anzulegen.


Das verursacht bei uns ein komisches Gefühl 🤔und wir wandern umgehend wieder zurück.
Der Wind ist noch stärker geworden und bei dem Boot hat der Anker nicht gehalten. Kaum ist dieses Boot wieder sicher fest, sehen wir das auch unser Anker nicht hält. Wir fragen noch schnell einen Österreicher ob er unsere Leinen annimmt wenn wir wieder anlegen und gehen raus und holen den Anker wieder ein. Aber auch der Österreicher muss ablegen weil er slippt (=Anker hält nicht).
Wir legen den Anker neu mit fast 70m Kette und sind dann sicher fest.
Der Österreicher kämpft noch bis er mir zuruft auf Kanal 68 das Funkgerät anzumachen. Dort sagt er mir das er seinen Anker verloren hat, der am Ende nicht gut befestigt war. Er würde versuchen seinen Ersatzanker zu werfen. Ich bleibe derweil am Funk auf Standby. Es ist mittlerweile zehn Uhr Abends und der Wind ist sehr stark.
Fast zwei Stunden kämpft er, aber der Anker will nicht halten. Wir empfehlen ihm trotz auflandigem Wind, längsseits an die Mole zu gehen. Wir würden ihm auch noch Fender zum ab polstern geben.
Er hat eine unruhige Nacht aber ist wenigstens fest. Peter sagt ihm das er am nächsten Morgen nach dem Anker tauchen kann, was ihn sehr glücklich macht.

Gesagt getan. Am nächsten Morgen geht Peter in seine Tauchkluft und sucht den Anker den er auch schnell findet.

Ich leite den Österreicher über Funk an Peter heran damit er die Ankerkette wieder ans Boot befestigen kann. Alles geht gut und er zieht seines Weges wieder davon.

Wir ziehen nach dieser Aktion los und erkunden die Insel Kea mit dem Roller. Sehr bergig mit vielen Mühlen. Eine atemberaubend schöne Landschaft mit wunderschönen Stränden und smaragd- grünem Wasser. Tolle uralte Wanderwege unter schönen alten Eichen.Eine wunderschöne Chora und der berühmte Beschützer, der „Löwe von Kea „ der mehr als 3000 Jahre alt ist.

Hier beginnt gerade das griechische Osterfest und wir können die Prozessionen vom Boot aus verfolgen.

Traditionell wird hier zu Ostern ein rotes Ei im Hefezopf eingebacken

Samstags wird die Auferstehungsfeier groß mit Feuerwerk gefeiert.
Am Ostermontag geht es dann weiter nach Kythnos.
Wir verabschieden uns von allen und los geht es.

Die Winde hier sind um den Inseln nicht so einfach zu besegeln. Sie drehen in kürzester Zeit, werden von starkem zu schwachen Wind, und die Wellen kommen von allen Seiten.
Das heißt wir haben kurz schönen Segelwind und dann reicht er plötzlich nicht mehr um gegen die Wellen anzukommen. Also muss leider der Motor ran.
Am Nachmittag liegen wir in einer tollen Doppelbucht auf Kythnos und ruhen uns erst mal aus.
Zum Sonnenuntergang wandern wir zu einer kleinen Kapelle und genießen dann einen ruhigen Abend.

Die folgende Nacht ist endlich mal wieder super ruhig. Wir können also sehr gut schlafen und am nächsten Tag einige kleine Arbeiten erledigen. Am späten Nachmittag geht es dann zur nächsten Stadt.

Denn wir müssen einkaufen.
Morgends drauf geht es dann weiter.

Herzlich willkommen auf dieser wunderschönen Welt die wir für dich beschützen müssen.

Unser neuer Familienzuwachs 🥰

Wind , viel Wind und Sturm

Ich fühle mich schon das ganze Frühjahr wie in einer Waschmaschine.

Natürlich weiß ich das wir in der windreichen Ägäis unterwegs sind. Aber es kann schon sehr anstrengend sein und hat mir des öfteren ganz schön viel Respekt vermittelt.

Bisher war es so das ich eigentlich nicht richtig zur Ruhe gekommen bin.

Mehrmals am Tag das Wetter checken und jedes mal sagt es was anderes. Wo sollen wir uns da vor dem kommenden Starkwind verkrümeln wenn wir nicht wissen aus welcher Richtung er dann nun kommt oder er in der Nacht mehrmals die Richtung ändert. Echt anstrengend. Aber das haben wir ja so gewollt🙃.

Nun bewegen wir uns in den Kykladen und hier ist der Wind nicht weniger geworden, aber hier kommt er meist aus Nord oder auch mal aus Süd. Aus dem Süden bringt er leider den Saharastaub mit 😏.

Der übliche Sommerwind der hier im Juli und August weht, ist der berühmte und auch berüchtigte Meltemi der immer vom Norden weht und meist sehr stark ist. Durch unsere Klimaveränderung fängt er oft sogar viel früher im Jahr an. Denn der Meltemi hängt stark von den Tagestemperaturen ab. In den heißesten Stunden des Tages, weht er am stärksten und lässt gegen Abend etwas nach.

Wir hatten ihn sogar schon des öfteren jetzt im Mai mit Stärken von über 40 kn. Dann verkrümeln wir uns in eine sichere Bucht und warten ab bis es ruhiger wird. Auch wenn ich weiß das die Bucht sicher ist bleibt doch während des Sturmes eine gewisse Anspannung. Dieses und der schreiend laute Wind im Rigg (=Mast+das was ihn hält) kann einen schon zermürben.

Von diesen Momenten habe ich leider kein Bild. Erstens habe ich mit mir dann genug zu tun und zweitens kommt es auf Bildern nicht rüber.

Zwischen den Inseln kann man die Windstärke meist verdoppeln und muss deshalb dort sehr aufpassen und vorbereitet sein. Sprich, wir machen vorher schon das Segel-Kleid kleiner.

Auf manchen Inseln soll man nur ankern wenn man ein starkes Ankergeschirr hat. Das haben wir Gott sei Dank.

Diese Tipps stehen in Revierführern die wir natürlich auch in unsere Planung einbeziehen.

Jetzt habe ich den Eindruck das sich das Wetter etwas beruhigt. Es ist noch kühl und regnerisch, aber auch mit Sonne dazwischen. Die Winde sind zur Zeit OK und machbar.

So können wir endlich auch die verschiedenen Inseln erkunden.

Aber dazu beim nächsten mal mehr.

Aktueller Nachtrag:

Gestern liegen wir in einer sicheren Bucht von Paros. Es ist sehr schwül und gewittrig. Nahezu kein Wind. Wir wollen an Land zu einer Wanderung aufbrechen. Auf einmal das:

Von einer Sekunde zur anderen dreht der Wind um 180* und steigt genauso schnell von 5 auf 36 kn.

Die Boote werden voll in den Anker nach vorne geschmettert, legen sich dann auf die Seite und drehen den Bug wieder in den Wind. Fliegendes Wasser ist unterwegs.

Leicht beängstigend. Unser Anker hält aber bombig. Keine Gefahr.

Da kann man nun etwas nachfühlen was vor zwei Jahren in Italien passiert ist. Dort war es noch stärker und das Resultat war, viele Boote lagen am Strand oder auf Felsen.😔

Bei uns war dann nichts mehr, und wir konnten später zu unserer Wanderung aufbrechen.👍

Schöne ?? und Reiche von Griechenland

Wir erleben ein komplett anderes Griechenland, wie das, welches wir bisher erleben durften und lieben.

Um David und Nina empfangen zu können mussten wir Wetterbedingt auf der Westseite von Attika ziemlich hoch nach Athen segeln. Denn keine Marina vorher hatte Platz.

Diese war etwas ab vom Schuss aber im Zentrum des ehemaligen Olympischen Wasserparks von 2006. Auf diesem ehemaligen Sportgelände und auf einem ehemaligen Athener Flughafen wird nun der riesige Ellinikon Experience Park gebaut. Wirkt etwas wie das amerikanische Silicon Valley.

Die Zwei kommen mit dem Bus vom Flughafen zur Marina. Die Bushaltestelle ist nur 10 Gehminuten von uns weg. Wir laufen Ihnen entgegen und freuen uns riesig als sie uns schon entgegen kommen. Auch die Zwei strahlen über das ganze Gesicht. Nun werden sie das erste mal die Alina sehen. Beide sind begeistert und fühlen sich glaube ich von der ersten Minute an wohl.

Sie richten sich ein, wir erklären alles und Nina stellt fest, das es nichts anders ist wie in einem Wohnmobil. Später laufen wir drei eine Stunde in die Stadt und wollen etwas einkaufen. Apperol und Sekt 😀. Ich bin etwas überfordert. Die totale Großstadt mit allen Läden die es bei uns in D auch gibt. Das bin ich von den Inseln gar nicht gewöhnt. Zurück fahren wir mit dem Bus, denn es war schon etwas weit.

An Bord wird erst mal gekocht und lecker gegessen. Danach schmeiße ich die Eismaschine an und wir genießen den Abend bei einem oder zwei Aperol Spritz.

Das Wetter ist hier auf der Westseite auch nicht so toll. Wir haben sehr viel Wind. Ich schlage vor am nächsten Tag nur einen Segelschlag vor Athen zu machen und später in eine sichere Bucht zu flüchten bevor der Wind wieder über 30 kn geht.

Gesagt getan. Wir segeln sportlich raus und machen drei Stunden später, am frühen Nachmittag in der Bucht „Ormos Vouliagmenis“ wieder unter Anker fest. Beide sind seefest und können den kleinen Törn auch genießen.

Wir genießen den Nachmittag an Bord auch wenn die Alina ziemlich am Anker zerrt.

Gegen Abend gehen wir zum Essen an Land. Die Jugend hat ein nettes Lokal ausgewählt. Schnell merkt man, das hier nichts mehr so ist wie auf den Inseln. In dieser Bucht scheint das Geld Athens unterwegs zu sein. Riesen Protz Autos, sogar ehemals schöne Mädels sind in Botox gefallen. Gefühlt jede Person hat Unsummen für Schönheits-OP’s ausgegeben. Ich glaube ich konnte meinen Mund vor Entsetzen nicht mehr schließen. Ein wenig habe ich mich wie Crocodil Dundee in New York gefühlt. Und das bei so jungen Leuten.

Aber nichts desto Trotz hatten wir einen wundervollen Abend in einem hervorragenden Restaurant.

Bei sehr viel Wind kämpfen wir uns mit dem Dinghi wieder zurück an Bord. Wir spielen Kniffel und sind alle recht früh im Bett.

Am nächsten Tag ist der Wind noch sehr heftig und Nina und David beschließen nach Athen zu fahren. Dort verbringen sie einen schönen Tag. Auch wenn David leider etwas kränkelt.

Wir bleiben an Bord und halten Ankerwache.

Abends tauchen wir wieder in die Welt der Reichen ein. David hat in der Beef Bar neben dem 4 Season und dem Naxos Hotel einen Tisch reserviert. Eins der 101 besten Restaurants der Welt.

Oje, was ziehe ich an. Für diese Welt habe ich nichts. Aber dort angekommen merke ich bald das es hier total egal ist. Nicht die Kleidung ist wichtig sondern das Essen und das Ambiente.

Es wird ein klasse Abend mit wirklich leckerem Essen. Das hätten wir ohne die Zwei nie gemacht.

Am nächsten Tag können wir vormittags wieder etwas segeln. Es ist etwas heftig aber es geht.

Wir suchen uns die nächste Bucht aus die bei diesem Wind gut geschützt ist, denn leider müssen die zwei am nächsten Tag schon wieder zurück.

Es war toll das ihr da wart, wir haben uns sehr gefreut und es auch sehr genossen mit euch.

Beim nächsten mal suchen wir uns eine ruhigere Zeit aus damit ihr auch das Meer genießen könnt.

Denn dies war durch den Wind und der Wassertemperatur von 16°C noch nicht so gegeben.

Schön das ihr da wart.

Endlich unterwegs

Endlich können wir unsere Reise beginnen und neue Orte kennenlernen. Da wir wieder durch die Engstelle Zwischen Festland und der Insel Euböa (Chalkis) müssen kommen wir auch wieder an schon bekannte Orte. Die Engstelle verbindet eine Brücke die immer zur Nachtzeit, wenn die Tide ruht, für Segler und Boote geöffnet wird. Nachts deswegen damit der Autoverkehr am wenigsten gestört wird. Wir müssen uns am Hafenbüro anmelden und die Rechnung zahlen. Leider wird uns gesagt das sie heute zu bleibt, weil zu wenig Boote durch wollen. Es ist eben noch sehr früh im Jahr und man muss damit rechnen. Also machen wir uns einen schönen Abend in der Stadt und besteigen am nächsten Vormittag den Berg zur Burg hoch. Chalkis ist die Hauptstadt von Euböa und sehr umtriebig. Man bekommt alles was man braucht.

Spät Abends warten wir dann auf den Funkspruch der uns auffordert durch die Brücke zu gehen.Um halb eins fällt der Anker auf der anderen Seite und wir können ins Bett. Das ganze ist immer sehr aufregend. Laute Musik läuft aus einem Restaurant und viele Leute stehen am Rand und schauen sich diese Attraktion an.

Am nächsten Morgen segeln immer weiter Richtung Süden. Das ist ein sehr gutes Gefühl denn ich hoffe immer noch auf beruhigtes Wetter. Aber leider nicht. Ständig müssen wir mehrere Tage den starken Wind ab wettern. Entweder in einer Bucht vor Anker oder an einer Stadtmole.

In den Buchten sind wir überwiegend alleine. Die wenigen Boote die schon unterwegs sind gehen lieber an eine Stadtmole.

Wir versuchen eine sichere Bucht auf der Festlandseite Nähe Flughafen zu finden da David, unser Sohn mit seiner Freundin Nina an Bord kommen möchten.

Aber auch zu dieser Zeit sagt der Wetterbericht auf der Ostseite von Attika um die 40 kn an, was für uns heißt wir müssen noch um Attika herum und von der Ostseite auf die Westseite wechseln.

Es ist aber kein Problem da wir genug Zeit einkalkuliert haben.

Und dann geht noch der Boiler kaputt. Gerade ist der Generator wieder fix, kommt schon das nächste. Ich fasse es nicht. Scheinbar ist der Heizstab mit der Anode durch. Nur haben wir leider die Wassertanks voll also ist der Wechsel ( wir haben Gott sei Dank Ersatz an Bord) nicht so einfach.

Aber Peter klemmt die Leitungen ab und findet auch für den fehlenden 52er Maulschlüssel eine Lösung. Er ist einfach ein Fass und kriegt alles hin. Echt zu bewundern!

Es ist eine Heiden Arbeit wieder in der engen Backskiste, aber nach einem halben Tag geht auch wieder der Boiler und unsere Gäste werden warmes Wasser haben können.

Denn im Meer duschen geht leider noch nicht. Dies hat erst 16 Grad. Wenn es Windstill ist schaffe ich es manchmal. Aber das war bisher nur zwei, dreimal. Peter schafft es öfter.

Ich wasche mich am Waschbecken und das ist auch gar kein Problem für mich. Man gewöhnt sich an alles. Und außerdem verbrauche ich so wahnsinnig wenig Wasser was mich etwas stolz macht aber eigentlich nicht notwendig wäre da wir ja einen Wassermacher haben und eigendlich haben wir auch eine Dusche🤣

Auf der Westseite finden wir dann auch eine Marina die uns aufnimmt und wir liegen sicher neben Schiffen der Reichen. Hier können wir nun auf die Zwei warten. Ich freue mich schon wahnsinnig.

Und immer wieder Generator…

Seid drei Wochen sind wir im Wasser. Die ersten fast zwei Wochen haben wir auf den Zylinderkopf gewartet, den ich nach langem suchen über Bulgarien in Deutschland gefunden habe. Die Lieferung hat etwas Geduld gekostet, dann aber doch sehr gut geklappt. Peter hat bis dorthin sehr viel Arbeit in den Generator gesteckt. Hat alles penibel sauber gemacht. Alle Kanäle die zur Kühlung dienen, waren komplett mit Salz und steinhartem Schmodder zu. Es war eine heiden Arbeit. Ich habe ihm geholfen wo ich konnte.

Als wir dann im Wasser waren haben wir uns vom Werft Leben erholt und sind erst mal in der Nähe geblieben.

Am 9.4. haben wir uns dann vor der Werft an die Boje gehängt und von dort weiter gewartet. Es war sehr starker Wind und wir konnten leider nicht an Land.

Das Wetter ist immer noch sehr unbeständig. An einem Tag kommt der Wind aus allen Richtungen von stürmisch zu windstill.

Am 10. starre ich vom Boot den ganzen Tag auf den Weg ob ein Kurierfahrzeug kommt. Abends bin ich total zermürbt. Wir fahren mit dem Dinghi an Land um auf andere Gedanken zu kommen.

Dort treffen sich dann auch die anderen Segler zum Sundowner und die bauen mich auf ihre lustige Art wieder auf. Danke!⛵❤

Am nächsten Morgen gehen wir früh an Land und helfen Segler Freunden ihren Mast zu stellen.

Irgendwann kommt der Ruf von Charris, Alina ich glaube ich habe euer Päckchen.

Jaaaaa. Endlich! Es ist unser Päckchen. Die Freude ist riesengroß und alle feiern es mit.

Peter packt es natürlich gleich aus und bestätigt schnell das es das richtige ist. Klasse jetzt kann es endlich weiter gehen.👏

Gleich am nächsten Morgen segeln wir weiter Richtung Süden und Peter nutzt jede Gelegenheit in der Vorkabine die zur Werkstatt umgemodelt wurde, den Generator wieder zusammen zu bauen.

Ich muss ihn manchmal zwingen aufzuhören, denn er würde sonst kein Ende finden.

Bald ist der Moment da wo wir den Generator wieder an seine alte Stelle im Motorraum bugsieren müssen. Das sind knapp 100kg die bewegt werden müssen.

Aber mit viel Grips und Muckies wird auch das geschafft. Dann wird von Peter wieder alles angeschlossen was fast einen halben Tag Zeit braucht.

Beim ersten Startversuch bekommt er kein Sprit, Fehler erkannt und behoben. Dann gibt es noch einige Undichtigkeiten die von Peter auch mühevoll beseitigt werden. Immer mit dem Kopf im Motorraum auf engstem Raum. Ich bewundere seinen Biss. Auch wenn ihm zwischendrin als die Zweifel kommen, er beißt sich durch.

Und heute in der Bucht mit wieder mal Starkwind hat er es geschafft. Alles ist dicht und der Generator läuft wieder.

Nun wünsche ich mir für Peter das er auch sehr stabil läuft, damit sich die ganze Arbeit, den Generator general zu überholen, auch gelohnt hat.

Heute den 21.4. feiern wir dies bestimmt erst einmal mit einem Schnaps.😉😀

Impressionen von unterwegs

Heute ist der 19.4. und wir sind seid dem 1.4. im Wasser. Wir mussten aber noch bis zum 11.4. auf unser Ersatzteil für den Generator warten.

Die Warterei war nicht schön aber wir haben das beste daraus gemacht und sind gegenüber an die Inseln und nach Loudra zu den heißen Quellen.

Die Geschichte des Generators kommt noch wenn sie dann beendet ist.

Wir können noch nicht das tuen was wir gerne wollen da das Wetter schon eine Weile wie eine Waschmaschine ist. Der Wind kommt aus allen Richtungen und das an einem Tag. Entweder nichts oder gleich sehr sehr viel. Nicht berechenbar und somit auch nichts richtig planbar. Aus Plan A wird Plan B und doch noch zu Plan C den man erst suchen muss.

Darum möchte ich heute nur ein paar Bildeindrücke bringen. Nächstes mal wieder ausführlicher mit besseren Wind.🤞🖐