Santa Maria di Leuca, Gallipoli und Ciro Marina

Wir bleiben etwas in Leuca und kommen langsam in Italien an. Die Stadt wird geprägt durch viele alte Jugendstil Villen. Keine gleicht der anderen. Da hier das Meer sehr felsig ist gab es im Mittelalter für jedes dieser Häuser ein Badehaus in dem der Besitzer ohne der Sonne ausgesetzt zu sein (denn Blässe war modern) und mit frei geräumten Wasserzugang, das baden genießen konnte.

Auf dem Kap Punta Meliso ist schon von weitem der 102m hohe Leuchtturm zu sehen an dem auch die Basilika Santa Maria zu finden ist. Von hier geht auf den Spuren des heiligen Petrus ein Pilgerweg nach Rom los, der auch fleißig genutzt wird. Wir sehen einige Pilger.

Hier oben endet auch das größte Aquädukt Europas (Aquädukte Pugliese) das Apulien und Kampanien schon im Mittelalter mit Wasser versorgte, in einer schönen Kaskade, die aber leider kein Wasser hatte. Komplett trocken😥

Karin, Peter und ich wandern noch zum südlichsten Punkt des Stiefelabsatzes den Punta Ristola und genießen die Aussicht auf die vielen Grotten an dieser Felsigen Küste.

Unseren letzten Abend sitzen wir bei einem Aperol mit Blick auf den Hafen. Denn es geht weiter nach Gallipoli mit hoffentlich gutem Segelwind.

Da wir leider doch aufkreuzen müssen kommen wir recht spät an. Im Hafen werden vier verschiedene Marinas angezeigt und ich bin etwas überfordert wo ich mich jetzt melden muss. Am Ende funke ich in den Hafen und jemand winkt uns zu unseren Platz. Da es recht spät ist bleiben wir an Bord und genießen den Abend zu dritt.

Doch Tags drauf geht es in die Stadt. Wir lassen uns durch enge Gassen dieser wunderbar alten Stadt treiben. Diese Hafenstadt liegt auf der Westseite Apuliens auf der Halbinsel Salento im Golf von Tarent und gilt als Perle. (Perla dello Ionica)

Das kann ich nur bestätigen es ist echt schön hier. So sagt ja auch der Name. Gallipoli = Schöne Stadt.

Es ist noch ruhig im Jahr und so können wir auch etwas die Einheimischen genießen.

Dann kommt aber leider der Abschied von Karin. Sie steigt hier wieder in den Zug und fährt über manche Stationen zurück nach Deutschland. Schön das du da warst. Wir haben es sehr genossen und du hast es super gemeistert.

Sie geht am frühen morgen von Bord und winkt uns noch nach wie wir uns auf den Weg nach Ciro, auf der anderen Seite des Golfes von Tarent, machen.

Komm gut heim liebe Karin🖐.

Auf der Überfahrt sehe ich einige Wasserschildkröten die sich auf den Weg nach Westen gemacht haben. Gesehen habe ich sechs. Es werden aber sicherlich mehr gewesen sein. Vielleicht hatte diese Aufbruchsstimmung ja etwas mit dem gestrigen Blut-Vollmond zu tun. Ich weiß es leider nicht.

Außerdem kamen uns immer wieder Delfine besuchen die einen kurzen Weg mit unserer Bugwelle gespielt haben. Das war wieder richtig magisch. Ich werde mich wohl nie an diesen Tieren sattsehen können.

Der Hafen von Ciro ist das beste was uns zu diesem Zeitpunkt passieren konnte. Denn es war Sturm und Gewitter gemeldet und der Hafen ist von einer fast 20 m hohen Schutzmauer umgeben. Besser ging es nicht. Wir waren sicher wie in Abrahams Schoß. Hier müssen wir etwas bleiben bis alles durchgezogen ist.

Die Stadt ist eine ehrliche Arbeiterstadt. Nichts besonderes aber uns hat es gut gefallen. Hier konnten wir gut einkaufen, haben eine tolle Wanderung gemacht und sind lecker essen gegangen. Die beste Margarita für auf die Hand für unbeschreibliche 1,20€. Unfassbar! 😃

Wir verlassen Korfu,

und segeln zu den vorgelagerten kleinen Inseln Erikousa und Othonoi. Dies soll unser Absprung nach Italien sein.

Die Fahrt dorthin führt uns durch die Engstelle von Korfu und Albanien. Wir haben etwas Strömung gegen uns aber der Wind passt und wir können ohne besonderen Vorkommnisse dort hindurch segeln. Wir sehen auf der Nordwestseite von Korfu noch die wunderschöne Steilküste die immer kleiner wird und langsam im Dunst verschwindet. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir auf Erikousa an und lassen in gutem sandigen Ankergrund den Anker fallen.

Erikousa ist die nördlichste Insel des ionischen Meeres. Ihr Name kommt von dem Busch „Reiki“ der auf der ganzen Insel wächst und im Oktober die Insel mit seiner lila Farbe umhüllt. Die Insel ist eine versteckte Perle auf der man wunderbar entspannen kann. Es gibt einen kleinen Supermarkt der zu einem Restaurant gehört und auch gleichzeitig der Postmann ist, da er morgens zur einzig kommenden Fähre geht und seine Ware holt und eben auch die Post mitbringt.. Er ist hier der Mittelpunkt des Dorfes da es auch zu dieser Jahreszeit noch nichts anderes gibt. Die Leute sind außerordentlich nett. Eigentlich muss man Männer sagen, denn Frauen von der Insel sieht man nicht. Vielleicht ein, zwei Alte.

Wir genießen das Ankunftsbier und lassen den Abend an Bord ausklingen. Die Abendstimmung ist wunderschön und wir genießen es sehr.

Am nächsten Tag begeben wir uns auf eine Wanderung über die Insel. Es ist traumhaft und erinnert vom Bewugs her an Skandinavien. Das Reiki erinnert etwas an Heidekraut, wächst nur etwas höher.

Wir umrunden die Insel und gehen später zu Leonidis lecker und authentisch essen.

Als der Wind passt wechseln wir auf die kleine diapontische Nachbarinsel Othonoi.

Sie ist die größte und westlichste Insel dieser Inselgruppe. Nach Othonoi geht man um der Zivilisation zu entkommen und mit den freundlichen Bewohnern eine ruhige Zeit zu erleben. Nach der griechischen Mythologie hat hier die Nymphe Calypso Odysseus sieben Jahre lang gefangen gehalten. Othoni ist sehr grün und gebirgig und die Küstenlinie ist reich an tollen Felsformationen die zum tauchen einladen. Aber dafür ist das Wasser mit seinen knapp 16°C einfach noch zu kalt.🤣

Wir legen uns in die kleine geschützte Bucht Ammos und warten hier auf den Passenden Wind rüber nach Italien. Natürlich gehen wir auch hier wandern und erleben die tolle Natur auf dem Weg zum Leuchtturm.

Wir bereiten hier in der Bucht das Parasegel vor und nähen den Bergeschlauch an einer kleinen Stelle. Die Leinen werden in Ruhe verlegt und wir sind bereit für die Überfahrt.

Ich bin sehr aufgeregt. Wir sind zwar schon weiter gesegelt und auch über Nacht aber nun geht es über die Adria in ein anderes Land. Und das ist schon ein anderes Kaliber. Natürlich nur emotional denn denn wir wechseln ja auch die See.😉 . Wir segeln von der Ionischen See in die Adria. Das macht irgendwie viel aus.

Denn dann ist es soweit. Ich sehe ein gutes Wetterfenster um nach Italien zu segeln. Wir stehen kurz vor sechs auf, trinken einen schnellen Kaffee und auf gehts.

Italien wir kommen.

Korfu Stadt

Wir segeln nach Ostern zur Stadt Korfu und legen uns in eine große Bucht direkt unterhalb der alten Festung. Wir müssen etwas suchen bis wir eine gute Sandplatte gefunden haben. Denn auf Posseidonia Gras wollen wir nicht ankern da dort die Fischbrut und vieles andere aufwächst.

Hier treffen wir auch wieder Elke und Rudi von der Africa die uns herzlich mit dem Dinghi begrüßen. Wir laden sie zu einem Kaffee ein und verabreden uns für Abends in der Stadt. Die Stadt, auf griechisch Kerkyra ist wirklich sehr von den 400 Jahren Venezianern geprägt. Es sind wundervolle alte venezianischen Gebäude in der Altstadt. Manche verfallen leider aber die ursprüngliche Schönheit ist überall zu sehen. Deswegen ist die Altstadt auch 2007 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden.

Die Stadt beherbergt auch die älteste Universität Griechenlands. Prinz Philip, Duke of Edinburgh ist hier geboren worden und seine Schwester Sophie von Griechenland ebenfalls.

Wir mieten uns hier ein Auto um auch die Westküste etwas zu erkunden. Sie ist von einer wilden Schönheit und einfach wunderbar anzuschauen.

Wanderung zu einem nicht mehr vorhandenen Angelokastro- Engelsburg-

Am zweiten Tag werden wir leider wieder mal von sehr viel Regen verwöhnt. Die Wanderungen müssen leider ausfallen und so fahren wir einfach in den Norden und sind sehr fasziniert wie nah Albanien zu Korfu ist. Durch diese Enge werden wir bald durchfahren.

Abends gehen wir noch zur Hafenpolizei um uns abzumelden. Ja wir wissen das wir in der EU sind. Aber weiß das auch die eventuell schlecht gelaunte Küstenwache aus anderen Ländern?

Manche sagten, macht es und manche sagten , ihr braucht es nicht.

Das war eine Affaire von 5 Minuten und 5€ . Also kein Problem. So kann uns nun jeder kontrollieren wenn er mag😉.

Nachdem wir das Auto wieder abgegeben haben ziehen wir noch durch die Stadt und genießen die Athmosphäre. Noch merkt man nicht das jeden Tag 2-3 große Cruiser im Hafen liegen.

Aber wenn bald die normalen Touristen noch dazu kommen ist diese schöne Stimmung durch zu viele Menschen wohl dahin.

Gut das wir so früh im Jahr hier sind.

Nun geht es aber weiter. Wir segeln ein Stück in den Norden um am größten Yachthafen Korfus die Alina voll zu tanken. Erst mal in eine Bucht und morgens drauf melde ich mich mit Funk an das wir kommen.

Alles klappt wunderbar und wir machen uns auf den Weg Richtung Norden durch die Enge von Griechenland und Albanien.

Auf nach Korfu

Wir starten ganz früh am Morgen Richtung Korfu. Es ist der letzte Tag mit Südwind dann soll sich der Wind drehen. Durch den Kanal von Preveza Motoren wir noch, aber kaum sind wir um die letzte Fahrwasserboje setzen wir die Segel mit dem Ziel bis in den nördlichen Teil von Paxos zu kommen.

Antipaxos und Paxos haben wir im Herbst intensiv mit Anja, Lukas, Lio und Liara besucht. Darum soll es nur ein kleiner Zwischenstopp sein.

Wir hatten die ganze Woche von Süden kommend einen Sturm der die Adria hoch pfiff. Hier am Rande ist es vom Wind machbar aber die Wellen von den Tagelangen Starkwinden sind enorm.

Ich schätze 3-4m hohe Wellen. Aber sehr langgezogen. Sie fühlten sich wie Atlantikwellen an. Die Wellen kommen von Südwest. Dazu kommt ein sportlicher Wind aus Südost. Durch ihn sind wir sehr schnell unterwegs allerdings bringt er auch eine neue Windwelle von Südost.

Diese Kabbel Welle macht die Überfahrt ziemlich ungemütlich aber nicht desto trotz rasen wir unserem Ziel, Gaios auf Paxos entgegen. Um die Mittagszeit entscheiden wir uns ganz hoch in den Norden von Paxos zu segeln da wir gut in der Zeit liegen. Kurz vor dem Ziel müssen wir noch einen schnellen Kreis segeln da eine Fähre nicht einsieht ihren Kurs leicht zu ändern. Auch wenn sie es müsste pochen wir lieber nicht auf unser Recht als Segler Vorfahrt zu haben.😉 So kommen wir halt eine halbe Stunde später in Lakka an. Es ist noch recht ruhig hier. Da es draußen ungemütlich ist gehen wir auch gar nicht an Land sondern genießen den Rest Tag an Bord.

Am nächsten Morgen ist um halb zehn der gewünschte Wind da und wir segeln nach Korfu. Nach zwei Stunden ist der Wind weg und kommt auch nicht mehr wieder. Also Motoren wir den Rest nach Petriti und legen uns hier in die Bucht.

Ein netter kleiner Ort mit der größten Fischfangflotte Korfus. Nun wird ein Gang zurückgenommen. Wir verbringen hier die Ostertage.

Ostern auf Korfu wird prächtig und einzigartig gefeiert, wobei alte venezianische und orthodoxe Bräuche vereint werden. In der Karwoche wird gefastet, Andachten und die Erwartung der Auferstehung gefeiert. Dies zieht tausende Menschen in die Stadt und wir beschließen lieber hier im beschaulichen Dorf zu bleiben. So geht es weiter.

Am Karfreitag wird mit Prozessionen der Schrein Christi durch die Straßen getragen.

Am Ostersamstag ist eine Prozession zu Ehren des Schutzpatrons der Insel, des heiligen Spyridon der die Insel vor der Pest bewahrt hat. Um 11 finden sich tausende von Menschen zur „ersten Auferstehungsfeier“ im Altstadtviertel ein. Ein großes Spektakel bei dem mit Wasser gefüllte Tongefäße auf der Straße zertrümmert werden. Ein alter Brauch der von den Venezianern übernommen wurde. Diese pflegten am Neujahrstag alte Gegenstände aus dem Fenster zu werfen, auf dass das neue Jahr, Neue bringe.

Am Abend trifft man sich zur zweiten Auferstehungsfeier zur heiligen Messe. Kurz vor Mitternacht verkündet der Priester „Christos Anesti“ und ein Feuerwerk verkündet den Höhepunkt.

Ostersonntag in der früh, ziehen alle Kirchengemeinden mit den Ikonen der Auferstehung durch die Hauptstraßen. Die Umzüge werden von Schülern und Studenten und den Chören und Marschkapellen begleitet und enden gegen 10 Uhr. Der Nachmittag gehört der Familie, überall werden Lämmer gegrillt und es wird zu Ehren der Auferstehung Jesu ausgelassen gefeiert.

Hier im Dorf gibt es all das auch, aber eben entsprechend kleiner und ruhiger.

Wir, gehen auf eine Wanderung und erkunden das Dorf in beide Richtungen, lernen nette Leute kennen und genießen die Ruhe die nun auch langsam uns zur Ruhe bringt.

Auch wenn wir noch einiges am Boot gemacht haben. 😃

Wieder im Wasser

Wir sind fertig mit allen was wichtig war und auch mit manchen Verbesserungen. Ein letztes Treffen bei Yanis in der Taverne mit allen vom Yard, war sehr schön aber auch Kopfweh trächtig.

Sonntags machen wir noch einen Ausflug aufs Festland und besuchen eine Antike Stätte die Odysseus als Eingang zur Unterwelt gesehen hat. Da der Acheron mit seinen Nebenflüssen hier zusammen in den Boden floß und den Lauf unterirdisch fortsetzte. Dies zeigte den Weg der Toten in den Hardes und ermöglichte den Eintritt zur Unterwelt.

Die Toten wurden bei den alten Griechen als Schatten gesehen befreit von ihrem Körper und in der Lage in die Zukunft zu sehen. Gleichzeitig zeichneten sie sich als gewissenlos und rachsüchtig aus so das der Kontakt mit den Lebenden nicht ungefährlich war. Trotzdem versuchten die Lebenden die Gabe der Vorhersage auszunutzen.

Dieses Nekromonteios liegt oben auf einem Hügel in wunderbarer Natur mit tollen Ausblick.

Heute, Dienstag geht es ins Wasser. Ich fülle den Wassertank, mache nochmal das Deck sauber und schon sehe ich wie Assen den Trailer und den Radlader fertig macht um uns zu wassern.

Ich bin wie immer wahnsinnig aufgeregt und renne rum als hätte ich „Hummeln im Ar…“

Das aufnehmen der Alina auf den Trailer geht wie immer sehr ruhig und konzentriert von statten.

Immer wenn ein Boot ins Wasser kommt laufen alle zusammen. Das ist auch sehr schön. Wir verabschieden uns von allen. Schade das wir euch nicht mehr sehen. Alice und Jörg mit eurem tollen Holzboot, Walter der sein altes GFK Boot polieren kann so das es wie neu aussieht und auch vorher nicht aufhört. Außerdem liebe ich deinen trockenen NRW Humor der mich an meine Heimat erinnert. Macht es gut Angi und Andi, Georg, Gerhard, Wolfgang, Susann, Assen und Susanne.

Wir werden uns wohl leider nicht mehr wiedersehen. Aber so ist das mit Freunden einer kurzen Wegstrecke.

👏👏👏👏👏 Wir sind im Wasser. Wie wunderbar ist das denn. Keine Leiter mehr klettern um auf die Toilette zu gehen. Wasser das wir plätschern hören, der andere Blickwinkel aufs Land.

Alle die am Steg standen gehen wieder an ihre Schiffe zur Arbeit und aus unserem Leben.

Ein trauriges Gefühl.

Wir genießen es sehr im Wasser zu sein auch wenn das Wetter noch nicht so toll ist. Abends paddeln wir noch mal zu Yanis Taverne um etwas zu trinken und uns zu verabschieden.

Die erste Nacht ist wie immer für mich etwas schlaflos. Neue Geräusche plagen mich etwas. Der Wind im Rigg, das Wasser das plätschert und die Angst das etwas nicht dicht ist.

Das erste mal vorne den Sternenhimmel genießen❤

Aber morgens schwimmen wir tatsächlich noch und alles ist gut 🙏

Wir stehen früh auf um zu starten. Der Wind ist natürlich noch recht schwach aber wir segeln ganz langsam dahin. Ein perfekter Anfang denn ich brauche noch etwas bis mir die Segelbeine gewachsen sind. Manchmal habe ich ein mulmiges Gefühl. Zum Beispiel in der kleinen Toilette wenn es eng ist. Aber ich weiß ja das es bald vorbei.

Wir sind am späten Nachmittag in Preveza und gehen Abends mit Freunden von der SY Hoppetosse, Karin und Michael in der Stadt spazieren.

Die beiden haben ungefähr den gleichen Weg dieses Jahr. Gehen nur später ins Wasser. Vielleicht treffen wir uns im Winter auf Sizilien. Das wäre schön.

Allen anderen wünsche ich eine tolle und unfallfreie Saison und natürlich immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Der normale Frühjahrs Wahnsinn

Wir sind voll im Flow! Das Wetter wird langsam besser aber Nachts ist es noch sehr kalt. Es graupelt sogar. Aber diese kalte Luft frisst für einen kurzen Zeitraum die Luftfeuchtigkeit und wir können bald mit dem finalen Anstrich am Kiel loslegen.

Bis dorthin passiert aber noch einiges andere.

Die neuen Batterien sind da und können montiert werden. Das erste Mal essen wir draußen 😃🙏

und genießen diese einsame Bucht am Abend.

Peter arbeitet am Fäkalien Tank weiter und am Tag X fange ich an das Coppercoat zu mischen.

Wir streichen es sechs mal und hoffen das nun alles klappt.

In den Phasen zwischen den Anstrichen richte ich das Beiboot und blase es auf. Wir montieren die letzten Seile z. B. für das Großsegel. Für die letzten zwei neuen Seile muss der Peter in den Mast.

Das machen wir aber erst als der Kiel fertig ist.

Die neuen Seile werden an die alten Seile genäht und so kann man ganz einfach die neuen Seile durch den Mast ziehen. Damit wir sicher sind das es über die richtigen Rollen an der Mastspitze geht ziehe ich den Peter hoch und er kann alles kontrollieren wenn ich die Seile durchziehe.😉

Diese Aktion ist ratz fatz fertig. Es hat alles super funktioniert was an einem Boot eigentlich nicht die Regel ist😉.

Es ist immer noch sehr kalt hier aber über Tag wird es immer schöner. Die Stimmung hier in der Bucht ist einfach wunderbar Frühlingshaft.

Der nächste große Schritt ist nun das anschleifen vom alten Coppercoat um das Kupfer neu zu aktivieren und den neuen Kiel um es das erste Mal zu aktivieren. Peter macht die großen Flächen und ich kümmere mich um die kleinen Sachen die nur von Hand gehen.

Eigentlich sind wir mit allem fertig. Ich habe sogar noch den Rumpf gewienert und Peter macht schon Final wieder seinen Schrank, denn der Tank ist auch fertig.

Ins Wasser geht es aber erst am Dienstag und darauf freuen wir uns schon ganz dolle. Morgen wollen wir mal einen Ausflug machen. Dies ist in der Arbeitsphase zu kurz gekommen.

Dafür haben wir immer wieder Segelfreunde getroffen was auch sehr schön ist.

Ich melde mich vom Wasser wieder 🖐

Lieber Besuch und böse Überraschungen

Wir sind voll im Boatyard Leben angekommen und starten auch sofort mit unseren Arbeiten. Die beiden großen Sachen die wir machen müssen sind das Kiel und der Abwassertank. Den möchten wir tauschen da der alte in den Schweißnähten undicht war. Edelstahl eben.

Erst mal sind aber die Menschen hier wichtig und wir begrüßen alte und neue Gesichter die wir auch Abends bei Yanis Taverne treffen.

Da hier ziemliches Sauwetter ist suchen wir uns erst mal die Arbeit im Innern. Wir hatten im Herbst plötzlich Rost im Frischwasser und dem wollten wir mal auf dem Grund gehen bevor wir den Tank wieder befüllen. So war dies unsere erste Arbeit. Nach dem öffnen des Deckels kam auch gleich die Miesere in Sicht. Die UV-Lampen zur Bakterienabtötung haben sich aufgelöst😨.

Das Metall der Lampe war total verrostet. 1,5 Jahre sind sie drin und schon sind 500€ am A…! Das gibt es doch nicht!! Wir machen mühevoll die Tanks und die Leitungen sauber damit wir wieder frisches Wasser tanken können. Das ärgert mich sehr und ich nehme Kontakt mit der Firma auf. Sie wollen die Lampen sehen. Also bringe ich sie zur Post bezahle noch mal 30 € und kann jetzt nur hoffen das was zurück kommt.

Als wir so in unserer Arbeit sind stehen plötzlich Tanja und Michael mit ihrem Camper vor unserer Alina. Mit den beiden hatten wir zuhause eigentlich nicht viel zu tun. Man kannte sich aber hatte andere Anlaufpunkte.

Hier haben wir ein paar tolle Tage gemeinsam verbracht. Viel geredet und gelacht, zusammen gekocht und den Unabhängigkeits-Tag erlebt. Die Zeit war sehr intensiv und sie sind uns als Freunde ans Herz gewachsen.

Abschiedsbild von Tanja und Michael
Unabhängigkeitstag in Prevesa

Als wir einmal zusammen im Ort essen waren kamen wir recht spät nach Hause und die Alina hat uns mit einem Alarm-Ton empfangen. Schnell haben wir festgestellt das es der Gas Alarm ist. Dann kommt die böse Überraschung. Zwei unserer drei anderthalb Jahre alten Verbraucherbatterien kochen! Das heißt ein innerer Kurzschluss. Eine davon ist kochend heiß und schon aufgeblasen und an manchen Stellen auch offen. Die zweite die direkt daneben war ist auch sehr heiß.

Als erstes reiße ich alle Fenster auf um das Gas los zu werden und dann bugsieren wir ganz vorsichtig die Batterien von Bord.

Peter schafft die 60kg schweren Batterien an Deck und dort befördern wir sie mit einem Seilzug nach unten. Denn wir stehen ja immer noch auf Stelzen.

Um halb eins in der Nacht sind wir fertig und fallen erst mal tot ins Bett.

Am nächsten Tag fängt das überlegen an. Was machen wir? Wir brauchen neue Batterien und das recht zügig. Bleiben wir bei AGM oder wechseln wir jetzt auf Lithium?

Wir entscheiden uns zu wechseln und holen in Lefkas einige Angebote ein. Gleichzeitig korrespondiere ich mit der Firma bei der wir die Batterien gekauft haben. Wir sollen sie auf ihre Kosten zuschicken. Eine Transportfirma ist schnell gefunden und ab mit ihnen nach Volos.

Wir bestellen die neuen Batterien in einem Autoladen und sparen uns so den Maritimen Aufschlag 😉.

Natürlich geht auch in dieser Zeit die Arbeit weiter. Von Tanja und Michel haben wir uns leider schon verabschieden müssen und so läuft hier wieder der normale Arbeitsalltag ab.

Wenn das Wetter passt arbeite ich am Kiel. Alles muss runter da sich unter der Farbe Oxid bildet und die Farbe abplatzen lässt. Eine heiden Arbeit und ich hoffe das wir dann Ruhe haben.

Nachdem es Blank ist streiche ich es zweimal mit einem Zweikomponenten Epoxid und muss nun darauf warten das sich ein Wetter Fenster für das Coppercoad bildet. Das ist dann die endgültige Kupferbeschichtung.. Aber das Wetterfenster lässt auf sich warten. Es regnet sehr viel.

Sauwetter

Peter beschäftigt sich mit dem Tankeinbau. Da muss einiges umgebaut werden. Eine Heiden Arbeit die er perfekt ausarbeitet. Zwischendrin kommen unsere lang ersehnten Pakete aus Deutschland an und wir haben kurz etwas von Weihnachten.

Die Treppe wird rutschfest gemacht und es gibt auch mal einen kleinen Spaziergang in den wundervollen Frühling hier in der Rouga Bay. Alles blüht und die Flamingos und Pelikane sind auch wieder da.

Ab und zu treffen wir uns mit Segler Freunden die immer mehr eintrudeln.

Auf nach Griechenland

Sigrid ist von uns gegangen und nun machen wir uns auf dem Weg zurück zur Alina.

Wir sind ziemlich kaputt von den vielen traurigen Emotionen und nutzen jede Gelegenheit auf der langen Reise etwas zur Ruhe zu kommen. Gut das wir bei der Anreise nach Griechenland schon genau wissen wo wir hin müssen.

Die Anreise nach Frankfurt ist ohne nennenswerte Störungen da wir auf jeden Fall eine S-Bahn früher nehmen. Das Vertrauen an die deutsche Bahn ist einfach nicht mehr gegeben 😏.

Wir sind dadurch natürlich viel zu früh am Flughafen und können noch die Flughafen Haute Cuisine bei MC Donalds geniessen.😂

Pünktlich in Athen angekommen fahren wir mit dem Bus zu unserer Unterkunft mitten in die Stadt.

Es zieht uns noch kurz in die Gassen um etwas zu essen und den Wachwechsel beim unbekannten Soldaten zu sehen ,doch es geht nicht lange und wir liegen total zerschlagen im Bett.

Am nächsten Morgen lassen wir uns noch bis um 13Uhr treiben bis der Bus vom Busbahnhof nach Lefkas geht.

Eine sechs Stunden lange Fahrt liegt vor uns und wir genießen den Ausblick und die kurzen Nickerchen.

Rio Brücke über den Golf von Korinth

Unterwegs melde ich mich bei unseren Autovermieter Panos und wir treffen uns am Busbahnhof in Lefkas. Er ist mit seinem Sohn gekommen und steht schon wartend dort. Es ist fast so als wenn uns ein guter Freund abholt.

Wir bringen ihn heim, machen die Papiere fertig und los geht es Richtung Ambrakischen Golf zur Alina.

Auf dem Weg gehen wir schon mal groß einkaufen und dann aber schnell nach Hause zur Alina.

Es ist spät als wir ankommen. Wir richten nur kurz das Bett und schon liegen wir drin.

Es ist alles trocken im Boot. Alina scheint den Winter gut überstanden zu haben.

Dachten wir zumindest. Wir werden in den nächsten Tagen eines besseren belehrt.

Aber dies später.

Brrr ist das kalt! ❄🌨

In Deutschland ist es schöner 🤣

Jetzt können wir schon sagen:“ Nächste Woche geht es los!“

Die Aufregung steigt und die letzten, sehr intensiven zwei Wochen beginnen. Wir haben das schönste Wetter und es beginnt in den Fingern zu jucken.

Pakete sind gepackt die wir bald losschicken werden.

Zwischen drin noch mal geschwind ein Zimmer saniert.

Und dann nur noch Familie und Freunde genießen.

Was geht in mir vor?

Na, ich kann es nicht so richtig beschreiben. Ich freue mich auf Alina und hoffe das über Winter alles gut gegangen ist. Keine Sturm oder Wasserschäden sind. Ich freue mich auf die Leute dort und dieses unbefangene Leben. Ich freue mich aber besonders auf die Natur dort, diesen wunderschönen Frühling. Die Ruhe die wieder einkehrt. Die Zweisamkeit. Nur wir im jetzt und hier.

Auch auf die Arbeit die uns auf Alina erwartet. Aber ich freue mich besonders auf den Moment wenn es wieder ins Wasser geht und wir uns Richtung Italien aufmachen. Ein neues Land, neue „Lebensmusik“, neue Geräusche und Gerüche eine neue Kultur.

Aber erst mal haben wir noch etwas zu tun. Wir müssen uns wieder als Team zusammenraufen und jeder seine Rolle finden.

Aber da mache ich mir keine Sorgen.

Nächstes Wochenende werde ich keinen Bericht schreiben. Sondern erst wenn wir angekommen sind.

Ich möchte jetzt noch jede Minute genießen.

Also bis in Griechenland. 👋

An tausend Sachen müssen wir denken

Wir sind nun 2 Monate zu Hause und haben nicht nur Familie und Freunde getroffen sondern auch schon viel geplant und besorgt.

Ich habe ein kleines Heft in dem ich über das Jahr immer alles reinschreibe was in der Winterpause zu reparieren oder verbessern ist und was ich zuhause besorgen muss.

Denn es gehen übers Jahr wie bei einem Eigenheim an Land auch, immer mal etwas kaputt oder wir haben eine Idee der Verbesserung.

So haben wir schon viele kleine Dinge bestellt die wir dieses Jahr schicken möchten. Da ist schon eine ganze Menge zusammen gekommen.

Ein ganz großer Posten sind Leinen die wir austauschen möchten. Wir haben letztes Jahr schon einen Teil getauscht und dieses Jahr haben wir auf der Boot den Rest bestellt.

Dies ist ein großer Posten der von der Firma direkt nach Griechenland geschickt wird. Bin gespannt und hoffe auch, das alles klappt. Leider kann ich dazu kein Bild zeigen.

Wir haben aber auf der Boot einen ganz wichtigen Punkt erledigt und das waren neue Schwimmwesten die uns gut passen. Das hatten wir bisher nicht. Also Westen hatten wir natürlich schon. Die sind allerdings vom Voreigner und wir empfinden sie als sehr unbequem.

Dies ist aber ein sehr wichtiger Punkt. Sie müssen bequem sein damit man sie auch gerne länger anzieht.

Wir konnten einige Marken ausprobieren was nur auf der Boot Messe geht. Dort hatten wir dann den direkten Vergleich und konnten für uns die besten auswählen.

Nächste Woche werde ich mal unser gesammeltes Zeug von der Liste auseinander klabüstern und schauen wie viel Pakete ich senden muss 😋

Nebenbei suche ich schon für den nächsten Winter einen Liegeplatz denn da muss man früh genug ran gehen um überhaupt einen Liegeplatz zu bekommen.

Wie ich da ran gehe erkläre ich nächstes mal genauer