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Monemvasia 21.6.-25.6.23


Da sind wir eigentlich ganz zufällig hingeraten da uns der Wind ausging. Erst hatten wir schreckliche Fallwinde am Cap des zweitletzten Fingers der Peleponnes mit denen wir etwas zu kämpfen hatten, und dann war er weg , der Wind.
Also Plan B. Und so sind wir zum Gibraltar des Ostens oder auch „ Der Fels“ gekommen. Wir hatten vorher noch gar nichts davon gehört.


Er soll einer der romantischsten Orte Griechenlands sein.  Eine mittelalterliche Festung mit der integrierten Stadt aus verschiedenen Epochen des Mittelalters. Sie wurde unsichtbar vom Festland gebaut und somit nicht angegriffen. Sie ist nur mit einer schmalen Straße mit dem Festland verbunden und auch nur von See her zu sehen.
Allein der Felsen auf dem die Stadt erbaut ist, ist wunderschön. Besonders wenn die Sonne langsam unter geht und die tollen Rosatöne zur Geltung kommen.
Wir gehen spät zur Stadt damit es nicht mehr so warm ist. Die ganze Straße bis zum Stadttor ist mit Autos zugeparkt. Denn ab da kommt kein Auto mehr weiter.


Ab dem Tor ist es sehr Touristisch aber es ist gar nicht schlimm. Wir lassen uns durch einsame Gassen immer nach oben treiben und kommen so zu den Ruinen des ältesten Teil der Stadt, „Die Oberstadt“. Hier oben hat man die pure Geschichte zu Füßen und eine traumhafte Aussicht aufs Meer.
Auch in der „Unterstadt“ ist es traumhaft. Nichts wurde optisch verändert. Man hat echt das Gefühl in der Zeit zurück geschickt worden zu sein.
Hier hätte ein Teil der „Herr der Ringe“ gedreht sein können.
Wir trinken in einer ganz süßen Gasse ein Glas Wein und unterhalten uns mit dem Wirt. Der erklärt uns das zu Renovierungen nur die Steine des Felsens verwendet werden dürfen. Man sieht keine Sat-Schüsseln und keine Kabel. Alles muss authentisch sein. Schwer für normale Griechen dies um zu setzen, da sehr teuer. Darum sind es wohl lauter Unterkünfte für Touristen. Nicht alles aber sehr viel.
Am Abend am Boot merken wir auch bald das es hier nicht unbekannt ist denn ein Dreimaster-Cruiser liegt in der Bucht :-).
Wir sollten uns wohl doch etwas informieren und nicht nur treiben lassen.
Hier ist es auf jeden Fall sehr schön!
Wir bleiben noch einen Tag und machen die normalen Dinge wie einkaufen, saubermachen und Büro.
Am nächsten Morgen geht es dann weiter in den Sonnenaufgang hinein.
Wir haben ziemlich Wind von vorn und müssen aufkreuzen.
Dann knallt es plötzlich laut. Peter war beim reffen ( da wird das Segel kleiner gemacht wenn zuviel Wind ist), als die Reffleine plötzlich reißt.

Meine Gedanken:“Oh Gott was jetzt. Wie kriegen wir das Segel wieder rein? Man kann es mit der Kurbel machen, aber die normale Kurbel ist zu groß!! Was jetzt?“ Peter stürmt nach unten und kommt mit einer kleinen Notkurbel wieder hoch. Mit der können wir dann das Segel einholen.
Glück gehabt. Ich hatte natürlich schon wieder etwas Bammel. Aber wir haben alles gut gemeistert. Ich glaube wir sind ein echt gutes Team!


Als dann der Wind weg ist nehmen wir Kurs auf die nächste Bucht Kyparissi und können dort an eine Mole festmachen und sogar Wasser tanken. Bisher haben wir unseren Wassermacher noch gar nicht laufen lassen.

Heute hat Peter (23.6.) Geburtstag und wir gehen natürlich in der Bucht zur Feier des Tages, essen.


Peter sucht direkt eine neue Reffleine und fängt an zu spleißen ( eine Endlosleine zu verbinden).
Am nächsten Tag als es weiter Richtung Osten auf den letzten Finger der Peleponnes geht ist die Reffleine fertig und wir können wieder ganz normal segeln. Das hat er echt super hingekriegt. Es war sehr schwer weil ihm das richtige Werkzeug dazu fehlte aber mit einer Häkelnadel ging es auch, nur viel Zeitaufwendiger.

Unser nächstes Ziel ist das berühmte Hydra aber in der Nacht davor gehen wir an eine kleine Insel in die Bucht da es schon sehr spät ist und Hydra noch 9nm weit weg.



Kalamata 5.6-21.6.23

Das wunderschöne Mani Gebirge

Da wir in Kalamata etwas Zeit verbringen wollen um aufkommendes schlechtes Wetter abzuwarten nehmen wir uns vor einen Roller zu mieten und die Mani zu erkunden. Aber erst bleiben wir einen Tag an Bord um zu schauen ob das Leinen System bei viel Wind gut hebt. Das machen wir eigentlich immer so denn dann kann man mit einem viel besseren Gefühl von Bord gehen.

In der Nacht zerrt es an den Leinen. Ich mache kaum ein Auge zu denn das Boot ist wie ein Klangkörper, kleines Knarzen ist im Bett wie ein Symphonie-Orchester von schiefen Tönen. An Bord ist es selten leise. Entweder gurgelt das Wasser laut an unseren Köpfen( im Bett) oder es klappert und knarzt etwas an Bord. Aber daran muss ich mich einfach gewöhnen.

Die Zeit nutzen wir mit kleinen Arbeiten und ich schnappe mir Bettwäsche und Handtücher und gehe zur Marina eigenen Waschmaschine. Denn da kann ich die großen Teile alle auf einmal rein schmeißen.

Abends gehen wir in die Stadt und suchen einen Roller Vermieter. Das ist gar nicht so einfach aber wir fragen uns bis zur richtigen Stelle durch. Am nächsten Morgen geht es los. Wir wollen über die Mani zur zweitgrößten Tropfsteinhöhle Griechenlands fahren.

Was ist die Mani eigentlich.

Es ist eine Region im Süden der Peleponnes am mittleren Finger. Kernig, wild und trocken mit mächtigen Gebirgszügen, dichtem Laubwald uralten Oliven Plantagen, kleinen Buchten und schmalen Stränden. In den Bergdörfern sind viele antike Ruinen sowie zahlreiche Verteidigungstürme. Jeder der vor langer Zeit dort wohnte hatte sich einen Verteidigungsturm gebaut. Das Resultat ist, das das Mani- Gebirge nie von einer Macht übernommen wurde. Keine Osmanen, Venezianer oder wie sie alle hießen.

Die meisten Türme sind natürlich mittlerweile verfallen aber einige werden auch wieder aufgebaut und zu Ferienunterkünften umgebaut. Es hat einen ganz tollen Charm weil es auch noch ganz wenig Tourismus hat und wohl auch ein richtiger Geheimtipp ist.

Der Weg ist etwas beschwerlich und man muss sich diese tolle Gegend schon hart erarbeiten. Enge Bergstraßen mit vielen Windungen und steil nach oben oder nach unten. Uns hat es irrsinnig gut gefallen. Ein wirklich ursprüngliches Griechenland. Wir haben es sehr genossen.

Irgendwann haben wir es bis zur Höhle geschafft. Es ist um diese Jahreszeit noch sehr ruhig darum haben wir an diesem besonderen Ort auch ziemlich unsere Ruhe.

Man wird in Boote gesetzt und durch die Höhlen geführt. Leider haben wir ja diesen starken Wind draußen der auch vermehrt Meerwasser in die Höhle drückt. So können wir nur eine kleine Tour machen, die aber auch sehr schön ist.

Auf dem Rückweg genießen wir noch die tolle Natur und kaufen am Straßenrand lecker Oliven, Honig etc. ein. Das war eine sehr gelungene Tour die ich mit viel Zeit und einem Auto nur empfehlen kann.

Bald sind wir auch schon wieder mit dem Boot, mit kurzen Übernachtungsstopps in schönen Buchten, Richtung Monemvasia unterwegs.

Ich habe beschlossen nicht mehr von allen Buchten genau zu erzählen. Ich werde nur die rauspicken die für uns etwas besonderes waren. Das heißt aber nicht das das nicht erwähnte, nicht auch schön war.

Kleine Verschnaufpause

Wir fahren nach Pylos. Nicht so der tolle Wind.

Wir passieren auch eine kleine Insel und überlegen dort zu ankern. Es ist sehr tief und der Wind sehr starkund der Anker will nicht halten. Peter würde an der Felswand mit Landleine fest machen aber ich bin für den Abbruch. Es ist mir zu nah an der Felswand und die Fallböen sind sehr stark. Hier würde ich kein Auge zumachen können. Peter geht auf meine Ängste ein. Etwas widerwillig aber so doch tut er es. Würde nicht jeder Mann machen!

Hoch konzentriert 🙂

Also brechen wir ab und kämpfen uns bei starkem Wind in die schöne große Bucht von Ormos Navarinou. Wir legen Längsseits an der Stadtmole an. Das klappt sehr gut obwohl es das erste Mal mit Alina ist und wir starken Seitenwind haben. Aber der drückt uns vom Kai weg und das ist auch gut so. Alle Festmacher werden noch eine Weile optimiert und dann gehen wir in die Stadt und hoch zur Festung. Die ist leider schon zu aber außen an der Burgmauer können wir noch einen schönen Sonnenuntergang genießen.

Am Marktplatz erleben wir bei einem Glas Wein eine Griechische Hochzeit . Es ist schön anzuschauen. Wir genießen es, es wird miteinander im Kreis getanzt und gesungen und immer wieder wird im Zentrum des Kreises Porzellan zerdeppert. Alle haben einen heiden Spaß. Und alle außen herum feiern irgendwie mit.

Am nächsten Morgen bekommen wir Besuch von der Port Police. Wir sollen uns dort melden. OHHHH. Ich bin ganz aufgeregt. Das ist das erste Mal. Ich schnappe meine Mappe mit den Papieren und wir laufen zum Büro. Natürlich fehlt ein Papier , nämlich das der Versicherung. Es hat gerade ein frisches Jahr angefangen und ich hatte es noch nicht ausgedruckt. Also flitze ich zurück und kämpfe mit lauter leeren Akkus ( Ja, meine lieben Söhne, eine Powerbank wäre sicher auch leer gewesen ;-). ) Habe aber bald die neue Police ausgedruckt und kann zur Polizei zurück. Sonst ist alles gut und wir können wieder los.

Wir segeln durch die riesen Bucht auf die andere Seite und schmeißen in der Nähe des riesigen Strandes den Anker. Wir warten bis gegen Abend und laufen zur berühmten Ochsenbauchbucht (Voidokilia) und hoch zur Festung. Teilweise mit kleinem Klettersteig aber gut machbar. Eine tolle Wanderung auch wenn sie sehr anstrengend ist. Dort oben sind wir ganz alleine und haben eine traumhafte Aussicht auf die Bucht mit Alina. Kann es einen friedlicheren Ort geben?

Es wird bald dunkel, also müssen wir uns an den Abstieg machen. Der ist um einiges einfacher da er um den ganzen Berg geht und die Neigung nicht so stark ist. Unten angekommen laufen wir noch am fantastischen langen Strand bis zum Dinghi und ab zurück aufs Boot. Kaum da ist es auch schon dunkel und wir lassen den Tag ausklingen.

Die Nacht ist sehr ruhig und wir starten sehr früh mit der Weiterfahrt nach Methoni mit dem wunderbaren Städtchen und seinem Türkischen Turm und der Weiterfahrt nach Kalamata. Dort wollen wir einen aufkommenden Sturm ab wettern.

In diesem Abschnitt erleben wir das Drama von Kalamata mit dem Flüchtlingsboot das unter ging.

Darüber habe ich schon geschrieben und tue es darum nicht mehr.

Alle Wege führen nach Olympia (8.6.-11.6.23)

Unserer halt übers Wasser.

Wir stehen bei Sonnenaufgang auf, denn da soll noch guter Wind aus Osten stehen, und den brauchen wir. Aber leider ist der versprochene Wind nicht da.

Ein Fischschwarm mit jagenden Delfinen und Möwen.

Wir können etwas mit dem Para segeln aber leider nicht lange und schwenken dann wieder bei 18kn auf normale Besegelung um. Die Welle kommt von der Seite. Sehr unangenehm, wir werden ganz schön durchgeschüttelt.

Kurz darauf ist der auch wieder weg und wir müssen motoren. Der ekelige Wellengang von der Seite bleibt aber und wir werden ganz schön durchgeschüttelt. Motoren wir ja gar nicht, aber manchmal will man einfach nur noch ankommen. Und das ist in Kyllinis.

Für uns ist es einfach eine Zwischenstation. Wir ankern vor dem Hafen und Peter fährt mit dem Dinghi an Land Benzin holen. Wir können die Tankstelle sehen und nutzen dies. Denn das kommt selten vor. In der Zeit koche ich. Wir genießen es das kommen und gehen der Fähren zu beobachten auch wenn sie uns unangenehmen Schwell (Wellen) bringen. Der fantastische Sonnenuntergang entschädigt für alles.

Wir gehen am nächsten Morgen etwas später raus und haben sehr schnell genug Wind für den Para.

Wir können mit ihm bis Katakolon segeln, Klasse. Kaum sind wir an der Mole fest helfen wir anderen beim festmachen die sich etwas schwer tun. Das nennt sich „Gute Seemannschaft“.

Abends gehen wir in den Ort der winzig ist aber einen riesen Hafen hat. Wir wollen ein Auto mieten um nach Olympia zu fahren. Der Mann im Büro ist ultra nett und smart. Er erklärt das morgen eins der größten Cruiser hier halt macht. Wir sollen ganz früh losfahren bevor die 4000 Passariere dort ankommen. :-0

Wir bekommen einen kleinen LILA Flitzer ( grässlich 🙂 )und düsen schon um halb acht los. Genau richtig. Alles ist noch schön ruhig. Außerdem empfiehlt er eine virtuelle Brille die an bestimmten Punkten im Gelände erklärt und wenn man durchschaut auch zeigt wie es damals wohl aussah. Echt Klasse.

Wir schauen uns alles genau an und sind fertig als die Massen kommen. Olympia die Stadt ist auch sehr nett. Über Olympia gibt es zuviel zu erzählen ich wüsste gar nicht wo ich anfangen sollte, darum lass ich es lieber. An dieser Stätte sind auf jeden Fall einige Epochen drüber gerauscht.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch ein altes Weingut und gehen sehr lange an einem ca. 30km langen Strand spazieren.

Heute gehen wir mal Essen. Das war ein sehr anstrengender Tag.

Am nächsten Morgen ist schon früh Hafenkino. Ein Catamaran will ablegen und zieht einen anderen Anker mit hoch. Als er frei ist will unser Nachbar raus. Erst hat er eine Mooringleine am Haken und dann eine Kette. Er braucht eine Stunde bis er wieder frei ist.

Und dann können wir endlich los. Unser Nachbar hat eine Kette über unsere gelegt. Na toll. Also ist auch bei uns Kettensalat. Aber Peter kann es schnell enthuddeln und wir können los nach Kyparissia. Ein etwas blöder Kurs. Sogar mir wurde unter Deck beim kochen etwas mulmig. Aber kurz die Nase in den Wind und alles war wieder gut. Wir ankern in Kyparissia mitten im Hafenbecken.

Ich glaube dort leben um die zehn Schildkröten die wir vom Boot oder vom Sub aus beobachten können. Manchmal sind bis zu drei in direkter Nähe. Wir machen unsere obligatorische Wanderung durch die Stadt, gehen noch baden, sprich duschen und legen morgens drauf schon wieder ab Richtung Pylos. Da wollen wir dann etwas länger bleiben.

Wir sind immer noch an Strecke machen.

Nun machen wir erst mal etwas Strecke (3.6.-7.6.23)

Das sind wir unterwegs

Wir verlassen Kalamos nach einem frühen und kaltem schwimmen, und kreuzen raus mit dem Ziel Messalonghi am Golf von Korinth. Wir bauen auf dieser Strecke das Paragsegel auf. Wir wissen noch nicht genau wo, für alle Rollen und Leinen, der beste Platz ist, aber das werden wir mit der Zeit schon lernen. Es dauert nicht mehr so lange bis er steht, und ein wenig wackelig ist er noch. Aber man merkt jetzt schon was für ein Gewinn es ist ihn zu haben. Danke Friedel!

Aber es dauert nicht lange und wir haben den typischen Winddreher des Ionischen Meeres. Wir drehen ab und fahren in die Bucht Spilia auf halber Strecke nach Messalonghi. Kurz vorher briest es plötzlich auf 19kn hoch und die Wellen( die noch schlimmer sind) gehen auf 1,5m hoch.

Also den Para wieder runter, was bei 13 Knoten Wind auch keinen Spaß macht. Es schaukelt ziemlich vorne an Deck. Peter turnt am Vordeck rum und ich bin am Ruder und habe vier Leinen in der Hand. :-0 Den Bergeschlauch über das Segel ziehen, dann fällt es automatisch zusammen, alle Stricke vorne ordnen, dann die Luke der Vorderkabine aufgemacht und mit der langen Wurst rein damit. Luke zu , Affe tot 🙂 . Hat alles gut geklappt.

Messalonghi kann es nicht werden das schaffen wir bei diesem starken Wind auf die Nase nicht. So ist das eben beim segeln, die Pläne richten sich nach dem Wind. Wir steuen eine geschützte Bucht in der Nsis Petalas an.

In der Bucht ist es relativ sicher. Aber es kommen mal wieder Gewitter auf. Irgendwie hört das nicht auf. Wir legen auf 5m Tiefe 35m Kette das ist gut und sicher. Als wir fest sind merken wir erst mal das Peters Angelschnur noch draußen war und die sich natürlich um den Propeller gewickelt hat als wir geankert haben und Rückwärts gefahren sind. Oh Mist. Also holt Peter sein Tauchzeug raus und befreit uns recht schnell von der Leine. Dann erst mal ankommen und essen. War ein anstrengender Tag mit 24 nautischen Meilen. Abends wird um uns rum wieder alles schwarz. Aber es zieht Gott sei Dank vorbei. Morgens fahren wir noch zu eine Felssteilwand mit Höhle. Ein sehr steiler Weg geht hoch den der Peter erklimmt.

Ich sehe mir die, ich glaube Wanderfalken an die die Dohlen von ihrem Nest fern halten wollen, an. Hier gibt es auch noch andere Greife. Echt schön an zu schauen.

Zurück am Boot wird alles klar gemacht und wir legen ab. Wenig Wind am Morgen. Im Eingang vom Golf von Korinth können wir wieder den Para setzen und bis kurz vor der langen Einfahrt von Messolonghi auch benutzen. Echt toll.

Zur Stadt führt ein langer Kanal durch eine Lagunenwelt gesäumt mit echt schönen Fischerhäusern. Manche vergessen und andere wieder liebevoll aufgebaut zu Ferienhäuser. Denn Fische gibt es ja kaum noch.

Wir ankern im Hafenbecken und genießen noch den späten Abend. Hier bleiben wir drei Nächte da wir uns wieder mit allem zum Leben bestücken müssen. Segler schreiben von einer unattraktiven Stadt. Aber sie ist ab der Kirche echt süß mit vielen kleinen Gassen und alten Häusern.

Die Stadt heißt auch: „Stadt der Helden“, ein heiliger Ort, eine wasserreiche Naturidylle, unzählige Vögel und Fische und das Symbol des nationalen Revolutionsgeistes.

Ich weiß jetzt nicht wie viel ich erklären soll, ich möchte nicht das es langweilig wird. Ihr könnt es ja mal im Kommentar sagen ob ich in die Orte tiefer eintauchen soll.

Wir genießen es mal wieder länger an einem Ort zu sein. Erledigen kleine Arbeiten, ich mache das deutsche Büro und schreibe vielleicht etwas oder gehe schwimmen. So langsam wird das Wasser erträglich.

Es war bisher noch sehr kalt. Das liegt daran das das Wasser hier sehr tief ist und durch den sehr starken Wind noch durchwühlt wird.

Die drei Tage gehen schnell vorbei, und schon machen wir uns wieder auf den Weg.

Lefkas und Kalamos

Lefkada/Stadt haben wir ja sehr viel während der Refit Phase mit dem Auto besuchen müssen darum kannten wir uns auch ziemlich gut aus. Es ist eine sehr schöne grüne Insel an der eben auch viel Regen der von Westen kommt, hängen bleibt. Es ist sehr Touristisch aber alles sehr dezent.

Wir haben mit dem Boot einige Tage in der Vlycho-Bay bei Nidri verbracht und hatten somit auch Gelegenheit einige Wandertouren zu machen. Überall findet man Zitrusbäume im Wechsel mit teilweise uralten Olivenbäumen. Von Kai dem Landschaftsgärtner habe ich gelern das 1cm Wachstum ca. 50 Jahre sind. Somit gibt es hier sehr viele die bestimmt mehr wie 1000 Jahre alt sind. Echt klasse diese knorrigen Altertümer.

Wir sind zu einem Wasserfall gewandert und über manchen Hügel. Es ist lange nicht mehr die ländliche Bauerneinsamkeit oder Provinz wie bei der Werft.

Aber es ist immer einen Besuch wert.

Beim verlassen des Golfes habe wir noch eine Nacht am südlichen Ausgang des Kanals verbracht und konnten schön die ein oder ausfahrenden Boote beobachten.

Von dort haben wir dann mal etwas Strecke gemacht und haben uns in eine geschützte Bucht auf Kalamos begeben. Denn am späten Nachmittag beginnt hier immer ein strammer Wind und dann ist man froh wenn man sicher fest ist. Wir haben den Anker geworfen und zwei Landleinen befestigt. Sicher wie in Abrahams Schoß!

Abends sind wir noch zu einem verlassenen Ort mit einem Kloster rübergefahren und sind etwas rum gelaufen. Echt schön hier. Auch wieder uralte Bäume.

„Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit.“ Herman Hesse

Kaum geht langsam die Sonne unter kommen unzählige schwarze Ziegen aus den Bergen auf den Weg und laufen Richtung nächstem Ort.

Ich glaube hier gibt es nichts anderes wie Ziegen. 😉

Ein schöner einsamer Ort. Es gefällt mir sehr hier an diesem Ort. Sehr friedlich!

Aktuelle Situation

Ein Flüchtlingsboot ist 46nm südwestlich von Pylos gesunken. Die ganze Dramatik haben wir über Funk mitbekommen. Wir sind am Dienstag von Pylos Richtung Kalamata unterwegs und hören immer wieder hektische Funksprüche von Olympic Radio.( Das ist hier die Rettungszentrale)

Das Flüchtlingsboot will sich nicht helfen lassen. Dann darf auch niemand eingreifen da sie in internationalem Gewässer sind.

Ich registriere es erst gar nicht richtig da man kaum über Funk etwas versteht. Der Sprecher redet wahnsinnig schnell.

Einzelne Wörter wie, überfülltes Boot mit Menschen, höre ich aber heraus. Dann ist irgendwann Ruhe.

Mich lässt es nicht los. Es ist einfach furchtbar was hier im Mittelmeer passiert. Jeder weiß es, aber getan wird nichts. Wie gehen wir damit um. Ich mache es immer wieder zum Thema.

Wir haben das Glück hier geboren zu sein, leben unseren Traum! Und keine 50nm von uns weg beginnt ein Drama.

Mir kommen immer wieder die Tränen wenn ich da mithöre. Wir können nicht helfen. Es ist zu weit weg und unser Boot zu klein.

Wir kommen in unserer Übernachtungsbucht Ormos Kolivi an, ankern dort und machen die Elektrik aus. Eben auch das Funkgerät.

Aber es lässt mir keine Ruhe ich träume sogar davon.

Am nächsten Morgen gehen wir sehr früh Anker auf, da der Weg nach Kalamata recht lang ist. Aber wir müssen dort hin da wir schlechtes Wetter bekommen. Der Wind ist jetzt schon. Nachmittags bekommen wir bis 24kn Wind.

Am Morgen überschlägt sich wieder das Funkgerät. Nun wird auch mal ganz deutlich gesprochen und auch sehr eindringlich. Maday relay, Maday Relay, Maday Relay (Das ist ein weitergeleiteter Funkspruch für Leben in Gefahr)

Menschen im Wasser, Schiff sinkt, alle Schiffe in der Nähe sollen zu den Koordinaten fahren.

Das sind Tanker und andere Große. Kalamata schickt alles was es hat auch eine Fregatte, Hubschrauber etc.

Wir sehen sie abends im Hafen und hören auch ständig die Hubschrauber in der Luft.

Unser Hafen wird abgeriegelt denn die Überlebenden werden hier her gebracht. Aber viele haben es nicht geschafft. Details werden wohl genug in den Medien gewesen sein.

Fahnen hängen auf Halbmast, Griechenland trauert. Und ich tue es auch.

Irgendwie schäme ich mich gerade das ich dieses Leben führen kann und es auch tue.

Hat nicht jeder das Recht, das Glück für sein eigenes Leben zu finden?

Doch, das sollte jeder haben!! Das ist zumindest meine Meinung.

Wir verlassen den Ambrakischen Golf

Einen ganzen Monat haben wir uns zwischen dem Ambrakischen Golf und Meghanisi bewegt.

Das haben wir getan um uns erst mal zwei Wochen zu gewöhnen bis wir den ersten Besuch an Bord begrüßen durften. Erst waren es Reinhard und Tuk die auf einem Motorrad Treffen in Igoumenitsa waren , die uns auf einen Kaffee in Vonitsa besuchten. Es war sehr schön, liebe bekannte Gesichter zu treffen und mit ihnen ein paar Stunden zu verbringen.

Schön das ihr uns besucht habt.

Und am gleichen Abend sind Kathrin und Kai gekommen mit denen wir ein paar Tage auf Alina segelnd unterwegs waren. Wir haben uns in Vonitsa getroffen und Peter und Kai sind dann mit dem Wohnmobil in die Rougha Bay gefahren um es dort stehen zu lassen.

Ich habe Kathrin eingewiesen wie es mit dem Anker auf funktioniert und wir sind erst ein Stück rüber motort und dann sogar gesegelt. Vor der Bucht kam das Vorsegel wieder runter und wir sind den Rest reinmotort. Währenddessen habe ich Kathrin die Antiken Steinsärge in der Steilwand gezeigt. Auch das ankern hat sehr gut geklappt. Das erste Mal für mich alles ganz allein.

Dann noch den Dinghi-Motor anschmeißen und rüber zu den Männern düsen. Alle in der Bucht haben mich ganz genau beobachtet 🙂

Fünf wunderschöne Tage haben wir mit euch verbracht, die sehr schön waren.

Nachdem wir euch wieder abgesetzt hatten, haben wir noch etwas Zeit in der Rougha Bay verbracht.

Zum Beispiel sind wir in einer ganz ruhigen Minute Morgens ganz nah an Wolfgangs Steg gefahren um von ihm Wasser zu bunkern. Wir sind knapp 2m tief und müssen deswegen genau aufpassen. Wir beschließen vorwärts hin zu fahren und einen Heckanker zu werfen und dann noch eine Landleine zu befestigen. Ich fahre und Peter macht die Landleine. Alles klappt ganz entspannt und wir können unsere Tanks wieder füllen.

Nachdem wir wieder auf der Ankerposition sind, arbeiten wir noch etwas, putzen und räumen auf, und Abends kommen Susann und Wolfgang an Bord zu einem Sundowner. Ein schöner Abschluss von der Rougha Bay.

Morgens geht es Anker auf und wir verlassen wohl für immer diese Bucht. Noch eine Nacht in Preveza und dann geht es endgültig raus aus den Golf.

Es war eine schöne Zeit aber jetzt muss es endlich weiter gehen Richtung Süden, die Peloponnes entlang.

Wetter

Ich möchte nur kurz erwähnen das wir in Griechenland sind 😉

Im März und April waren wir ja noch auf dem trockenen und haben dort schon sehr, sehr viel Regen, Kälte und Stürme erlebt. Das Boot hat zwar ziemlich vom Wind gewackelt aber wir fühlten uns sicher und haben uns einfach nach innen verkrümelt und dort Arbeiten erledigt.

Ertrunken wären wir auf jeden ja Fall nicht 😉

Auch ein Fünfer Erdbeben war dabei, so das wir Nachts davon wach geworden sind.

Seid Anfang Mai sind wir nun schon im Wasser und haben drei richtig heftige Stürme mit viel Regen erlebt.

Starkwind war auch genug dabei. Die Einheimischen sagten, das es seid 13 Jahren zu dieser Zeit nicht so schlechtes Wetter war.

Na toll sage ich! Nicht das wir Alina erst mal kennen lernen müssen, sondern wir müssen auch erst mal die Seebeine bekommen.

Der erste Gewittersturm kam auf Lefkas /Nidri in der Vlychos Bucht. Wir lagen vor Anker und schliefen. Wir wurden vom pfeifen des Windes wach. 30-35kn ! Beide standen wir eine Weile im Salon und beobachteten alles. Kein anderes Schiff slippte. (so heißt es wenn der Anker nicht hält und über den Grund rutscht) Das Boot wurde vorne am Anker hin und her gerissen. Jedes mal gab es einen Schlag wenn es auf die andere Seite gerissen wurde. Gott sei Dank ist hier ein guter Ankergrund. Und wir hatten auch bei 5m Tiefe genug Platz für 50m Kette. Das sollte halten. Es hielt auch aber das muss man nicht haben. Mir standen die Nackenhaare. Peter blieb zuerst im Salon zur Ankerwache und am frühen Morgen ich. Alles ist gut gegangen! Als es hell wurde beruhigte sich die Lage.

Das zweite Mal keine Woche später am Stadthafen von Lefkas. Dort war es über Tag. Wir wussten das was kommt. Aber so heftig war dann doch nicht klar.

Am Stadthafen fährt man rückwärts an die Mole und lässt während dessen den Anker raus. Kurz inne halten und einfahren und dann weiter rückwärts bis an die Mole, um mit zwei Landleinen fest zu machen. Das hat alles ohne Probleme geklappt. Wir hatten genug Abstand zur Mauer und der Anker war weit voraus gut eingefahren.

Und dann kam am Nachmittag der Wind mit 25-30 Knoten direkt auf die Nase (also von vorn).

Von der Seite waren wir durch einen riesen Catamaran geschützt. Die Mauer kam immer Näher. Wir mussten den Motor anmachen um uns von der Mole frei zu fahren. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, um nach zwei Stunden Pause, das gleiche noch mal zu tun. Insgesamt waren es drei Mal. Echt die Hölle. Und Nachts auch noch mal das gleiche. Wir haben uns wieder bei der Wache abgewechselt.

Und das dritte mal war es in Preveza. Wir kamen aus dem Ambrakischen Golf und sahen über den ganzen Tag wie sich hinter uns, ganz weit weg, vor den Bergen ein Gewitter sammelte. Kein Problem das war ja hinter uns. Wir konnten gut mit unserem Besuch nach Preveza segeln. Dort ankerten wir wieder auf 3m unter Kiel mit 30m Kette. Alles gut. Noch schön schwimmen (das erste mal das man es konnte) und dann in die wunderschöne Stadt zum essen. Erst hielten wir in einem Café, saßen keine zehn Minuten als ich merkte das sich von jetzt auf nachher der Wind um 180° gedreht hat und das Gewitter zurück kam.

Ich sagte nur noch, Peter wir müssen zum Boot (er saß mit dem Rücken zur Front) und den anderen sie sollen unseres mit begleichen und ich melde mich später. Dann sind wir los gerannt zum Dinghi und rüber zum Boot. Gerade noch rechtzeitig, dann ging es schon los. 35Kn Wind und sehr starker Regen. Man hat keine 50m mehr schauen können. Wieder standen wir im Salon und haben die anderen Boote beobachtet. Gott sei Dank waren auf allen die Eigner vertreten. Zwei, drei waren auf slipp ( sie trieben ab) nahmen aber sofort Anker auf und sind in sicheres Tiefwasser gefahren. Nach 1 Stunde war es wieder ruhiger. Kathrin und Kai haben in der Stadt gegessen und wir an Bord. So ist das eben! Später haben wir sie mit dem Dinghi geholt und noch einen ruhigen Abend verbracht.

So was hatten wir so geballt in unseren 30 Jahren segelei noch nicht. Es reicht jetzt auch. Ich hoffe es wird mal bald etwas stetiger mit dem Wetter. In solchen Momenten habe ich natürlich vergessen Bilder zu machen aber ein paar von kurz vorher und danach kann ich zeigen.

Wir schwimmen noch!

Nun sind wir schon drei Wochen im Wasser und wir schwimmen noch. Scheinbar ist wirklich alles dicht. Alina scheint uns akzeptiert zu haben und mag uns nicht ärgern.

Es ist echt schön im Wasser zu sein. Keine Leiter mehr! Das ist erst mal das beste. Und das wir wieder ein benutzbares Klo haben.

Wir bleiben noch zwei Nächte in der Rougha Bay. Die erste zum ankommen und die zweite, weil Peter noch die Werkstatt der Werft nutzen möchte um die Reelings-Stützen für die Solarplatten zu bauen. Sonntags segeln wir aber nach Vonitsa um am nächsten Morgen ganz früh auf dem schönen Markt einzukaufen.

Am Abend besucht uns noch eine Baby Seeschlange die an die Badeleiter will, was wir aber nicht wollen 😉

Beim rausfahren aus der Bucht verabschiedet uns eine Schildkröte und unterwegs treffen wir auf Delfine.

Schöner kann es nicht anfangen!!

Über Vonitsa nach Preveza und raus aus den Ambrakischen Golf ins Mittelmeer. Auch draußen besuchen uns wieder Delfine. Echt toll.

Wir müssen durch die schwimmende Brücke von Lefkas die jede ganze Stunde für 10 Minuten den Booten Platz macht. In Lefkas Stadt machen wir an der Mole fest und schauen erst mal ob unsere bestellten Ersatzteile angekommen sind und ziehen somit durch die Stadt. An der Lagune trinken wir noch etwas und nutzen das Wlan um mit der Familie zu telefonieren.

Es fühlt sich noch an wie ein Charterurlaub und nicht wie unser zukünftiges Leben. Alles ist noch so unwirklich.

Als die Mole ausgestorben ist füllen wir noch unsere Wassertanks voll damit wir eine Weile genug haben und genießen den Abend an Bord.

Morgens drauf legen wir früh ab und motoren durch den Kanal von Lefkas. Unser Ziel ist auf Meghanisi die Bucht Atherinos.

Hier bleiben wir einige Tage. Es ist noch schön ruhig in der Bucht, aber eben auch noch ziemlich kalt in der Nacht. Schwimmen geht gar nicht, brrrr.

Kurz rein, einseifen, nochmal kurz rein und dann mit Süßwasser abspritzen. So sieht unser duschen aus. Und das ist momentan noch sehr heftig kalt.

Wir arbeiten noch viel aber Nachmittags gehen wir wandern oder in den Ort. Wir lernen nette Menschen kennen die wir dann auch nach ein paar Tagen wieder verabschieden müssen, denn wir müssen zurück nach Lefkas um Ersatzteile abzuholen. Und außerdem bekommen wir bald Besuch.

Kurz mal zum Wetter. Es ist immer noch sehr April lastig. In den drei Wochen haben wir schon drei Stürme erlebt. Ich hoffe das wird bald mal besser.

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Es regnet sehr viel und der Südwind bringt Saharastaub mit. Gestern hatte ich erst drei Stunden geschrubbt. Das passierte 3 Mal 😦 . Ich finde es reicht jetzt!

Aber davon berichte ich nächste Woche, das wäre jetzt zu viel.