Wir wagen den wilden Ritt

7.8.-15.8.23

Wir warten auf einen guten Moment, um den dritten Finger von Chalkidiki zu umrunden.

Das Wetter, sprich der Wind passt einfach nicht. Der Melthimi weht und will einfach nicht nachlassen.

Grün ist ok, aber orange und besonders rot, ist zu viel Wind

Es macht ja nichts da es hier sehr schön ist. Aber wir wollen doch Vasu und Georges unsere Wirtsleute vom Ort treffen. Darum müssen wir langsam den Schritt wagen. Beim ersten Versuch sind draußen zu hohe Wellen und zu wenig Wind. Mit diesem Wind kommen wir nicht gegen an. Wir entscheiden abzubrechen.

Am nächsten Tag probieren wir es wieder. Wir entscheiden um elf spontan Anker auf zu nehmen. Die Wellen sind weniger und der Wind ist um einiges mehr. Wir kommen gut gegen die Wellen voran. Ich habe nur etwas Angst wenn wir auf der anderen Seite von Arthos sind. Denn der Melthimi wütet immer noch und es werden bestimmt hohe Wellen sein.

Am Anfang haben wir recht schnell bis 22kn Wind und kommen somit schon gut voran. Um Arthos rum sieht man sehr viele Klöster. Es wird auch viel gebaut. Wir schauen uns das alles mit dem Fernglas an, da wir dort ja nicht erwünscht sind.

Am Kap vorne ist der Wind eine Weile ganz weg. Aber nur bis er dann so richtig losbricht.

So lange es hell ist kochen wir etwas und stellen dann die Segel auf die Nachtfahrt ein. Der Wind hat noch zugelegt. Aber viel schlimmer sind die Wellen. Die normalen alten Wellen aus Osten und die neuen Windwellen aus Westen. Das gibt furchtbare Kibbelwellen von 5m Höhen. Es ist kaum auszuhalten. Aber da müssen wir nun durch. Wir stellen für die Nacht die Segel ins 2. Reff (=wir verkleinern das Segel) ziehen uns Wetterfest an und legen auch die Schwimmwesten an. Das ist ein Muss bei diesen Bedingungen und der Dunkelheit. Manchmal kommt ein Brecher sogar bis zu uns in die Plicht (=Ruderstand). Ich bin total angespannt und von Schlaf also keine Rede. Zwischen drin hole ich mal die Mundharmonika und spiele etwas um uns wach zu halten und um mich etwas abzulenken. Als ich meine Schicht antrete habe ich kein Auge zugemacht. Peter bleibt auch wach. Wir legen den Kurs auf Thassos. Gegen Mitternacht sehen wir auch erste Lichter und das beruhigt schon etwas. Denn vorher haben wir nichts gesehen außer in der Ferne Wetterleuchten. Dies hat mir aber nur mehr Anspannung eingebracht. Um eins geht Peter runter, schaut auf die Karte und sucht zum Wind die passende Bucht aus.

Es ist Rabenschwarze Nacht als wir in die Bucht reinfahren. Ganz vorsichtig denn im dunkeln ist es echt schwer die Entfernungen richtig einzuschätzen. Ich leuchte mit der Taschenlampe die Bucht ab und wir werfen in sicherer Entfernung vom Land und anderen Booten, den Anker.

Nach einem Anlegebier und etwas runterkommen dann um zwei ab ins Bett.

Sicher angekommen

Bei Morgengrauen werden wir durch lautes Brüllen von dem Schimpfwort „Malaka“ und mit der Faust auf unseren Rumpf geweckt. Ein alter Fischer mit seinem kleinen Boot ist fuchsteufelswild weil wir unseren Anker über seine Netzboje gelegt haben. Die hatte ich mit der Lampe nicht gesehen.

Wir holen den Anker hoch, die Leine ist frei und es ist auch nichts kaputt gegangen. Der Fischer holt das Netz ein und rudert immer noch laut schimpfend bis ans Land. 🙂

Wir ankern um und legen uns wieder schlafen.

Es ist eine sehr schöne Bucht. Von Land her ziemlich voll. Aber das interessiert uns ja nicht. Erst am späten Nachmittag gehen wir an Land und erkunden die Halbinsel. Diese stellt sich als antiker Steinbruch raus, auf der schon vor mehr als 1500 Jahren der berühmte weiße Marmor abgebaut wurde.

Echt wunderschön hier.

Als wir zurückkommen sehen wir das der Wind um 180° gedreht hat und Alina nun Richtung Strand liegt. An Bord erkennen wir das nur noch 3m unter uns sind. Also Anker auf und in eine sichere Bucht wechseln. Eigentlich wollen wir in den Hafen von Thassos aber unterwegs finden wir eine schöne Bucht in der wir dann sogar länger bleiben.

Die nächsten zwei Wochen mache ich hier im Blog eine Pause. Denn unser Sohn mit seiner kleinen Familie kommt zu Besuch. Und da möchte ich jede Minute genießen. 😉

( Hier noch die Übersetzung des Schimpfwortes: Malaka=Wichser, Sorry)

Die drei Finger von Chalkidiki

1.8.-10.8.23

Nun sind wir wieder auf Skiathos in den Sporaden und warten auf ein Wetterfenster um rüber auf die Finger bei Thessaloniki zu segeln. Unterwegs zeigt es sich das leider weniger Wind wie gemeldet ist und irgendwann ist er dann auch ganz weg. Also müssen wir leider den Rest motoren. Das ist nicht schön aber manchmal ist es eben so. Wir kommen an einem kleinen Fischerhafen an der ersten Fingerspitze an und können sicher fest machen.

Nea Skioni erster Finger

Wir entscheiden uns dagegen bis hinten nach Thessaloniki rein zu segeln sondern überspringen diesen Finger (Kassandra) und segeln in den größten Naturhafen von Griechenland auf dem zweiten Finger (Sithonia). In der Bucht ist es zu tief und der Anker will nicht fassen. Also machen wir an einer alten Mole in Porto Koufo fest die viel zu hoch ist und überall Stahl rausschaut.

Hier bleiben wir ein paar Nächte. Wir schauen uns gleich um ob man ein Auto oder Roller mieten kann. Aber leider gibt es in diesem kleinen Ort nichts. Ein junger Mann erklärt uns das es nur in Marmaras Vermietungen gibt. Also steigen wir am nächsten Tag in den Bus und fahren in die Stadt. Das Büro ist leider dauerhaft geschlossen aber wir können alles über das Telefon klären und haben am Abend schon ein Auto um zurück zum Boot zu fahren.

Am nächsten Morgen starten wir unsere Rundreise über den mittleren Finger.

Er ist sehr bergig und hat tolle Wandermöglichkeiten. Die können wir wegen der anhaltenden Hitze aber leider nicht laufen. Wir besuchen eine Geisterstadt. Straßen und die Infrastruktur wurden über eine riesige Fläche schon erschlossen. Aber dann ist alles gestoppt worden. Wir wissen nicht warum und es ist auch schon eine ganze Weile her. Es ist auch nicht zu verstehen, denn in der Nähe sind wunderschöne Strandbuchten die an die Seychellen erinnern.

Wir halten immer wieder an und schauen uns verschiedene Orte an. Der Finger ist echt sehr schön.

Abends sind wir wieder an Bord und genießen die lauten Angler und die gefräßigen Mücken die durch alle Netze kommen 😉

Am nächsten Morgen nutzen wir erst mal das Auto um Benzin für das Dinghi zu holen denn heute Abend geben wir es ja schon ab.

Dann machen wir uns auf den Weg zum ersten Finger ( Kassandra). Dieser ist ganz anders, landwirtschaftlich geprägt. Wir wollen zur Hauptstadt die in der Mitte des Landes liegt. Man merkt das das Leben an der Küste stattfindet. Eine sterbende Stadt. Sehr viel Leerstand.

Irgendwo hatte ich diese Erklärung mal gelesen. Auf Kassandra sind die Feier Meilen für die Jugend. Hier trifft man sich, lernt sich lieben und zeugt Kinder. Auf Sithonia gehen dann diese Familien in Urlaub die sich auf Kassandra gefunden haben.:-)

Abends geben wir das Auto wieder ab. Alles klappt wunderbar. Nach anfänglichem Zweifel klappt es dann auch mit dem Bus.

Warten auf den Bus der dann doch noch kommt

Es ist spät als wir wieder an Bord sind.

Neben uns hat ein großer Fischkutter fest gemacht. Lauter libysche Matrosen. Denen schenken wir unsere alten Auflagen die wir nicht mehr wollen. Diese sind überaus glücklich und legen sich gleich zum schlafen darauf . Hatten sie vorher gar keine Unterlagen? Könnte sein. So sah es zumindest aus.

Am nächsten Tag starten wir wieder und segeln ganz hinten rein zwischen dem zweiten und dritten Finger. Diese Ecke wurde uns empfohlen und stellt sich auch als wunderschön raus. Nur leider sehr voll denn hier ist die Urlaubszeit des ganzen Balkans.

Zwischen dem ersten und zweiten Finger fühlt man sich auf die Seychellen versetzt

Den dritten Finger (Arthos) dürfen wir nicht betreten. Denn dort herrscht die Arthos Mönchsrepublik. Wir müssen1 Seemeile weit von der Küste wegbleiben da ich, eine Frau, mit an Bord bin. Wäre nur ein Mann an Bord dürfte er 500m nah ran. Täglich dürfen 10 ausländische Pilger an Land aber die Bürokratie für die Erlaubnis ist enorm. Für Griechen ist es einfacher.

Da es 70nm bis Thassos sind und wir nicht anlegen dürfen müssen wir auf ein gutes Wetterfenster warten. Das ist diesmal sehr schwer. Ich fühle mich ein wenig wie in einer Falle so weit hinten drin.

Aber dann machen wir es einfach, und das wird etwas heftig. 😉

Zurück nach Volos

22.7.- 30.7.23
Da unsere Verbraucherbatterien kaputt gegangen sind müssen wir zurück nach Volos. Denn diese sind für uns sehr wichtig zum leben. Wir kochen, machen Süßwasser, waschen unsere Wäsche, betreiben den Kühlschrank und alle elektrischen Instrumente aus diesen Batterien die über Solar immer wieder gefüllt werden.
Die Motor-und Ankerbatterie sind extra und sind auch tadellos in Ordnung da sie auch noch nicht so alt sind.
Ich konnte durch einen Tipp eines anderen Seglers, alles über Telefon organisieren und somit kann es sogar sein das sie schon vor uns in Volos ankommen. Wir brauchen für diese Strecke gemütliche 3 Tage. Denn es ist eh Wochenende und da passiert ja nicht sehr viel ;-). Wir segeln bei wunderbaren leichten Winden in den Teufelskanal und in den Golf von Volos.


Wir sind mitten in einer Hitzewelle und es herrschen in der Mittagszeit oft über 40°C. Und somit entsteht über den Nachmittag immer mehr Wind. So das wir im Golf in unsere ausgewählte Bucht gar nicht rein können weil direkt von dort 23 kn Wind raus pfeifen. Also suchen wir uns einfach eine andere aus. Es ist ein winziger Hafen der uns auch mal empfohlen wurde. Sehr schön aber leider legt auch eine ganze Flotille mit acht Booten dort an.

Kottai, super schöner Hafen im Golf von Volos


Als wir fest sind erst mal bei über 40°C sofort ins Wasser. Dort der Schock. Das Wasser ist Pi….warm. In der Bucht geht auch kein Lüftchen. Unter Deck ist es in der Nacht über 30°C.


Darum legen wir am sehr frühen Morgen schon ab, denn an schlafen war nicht mehr denken, fahren ein Stück raus und baden erst mal im erfrischenden Wasser. Wir lassen uns treiben und frühstücken dort. Bei achterlichem Wind ( Wind von hinten) segeln wir mit kleinem Segel unser nächstes Ziel an und gehen unterwegs immer wieder zum abkühlen ins Wasser. Wir kommen am frühen Nachmittag in Milina an und halten erst mal Siesta. Das haben wir uns bei dieser Hitze angewöhnt und das ist auch sehr gut so.
Abends gehen wir ganz toll essen denn heute ist unser 30igster Hochzeitstag und Papas 90igster Geburtstag. Und das muss gefeiert werden.


Bei unserer letzten Etappe nach Volos sehen wir ein Feuer in der Ferne. Ich überlege ob ich es melden soll und sehe aber schon das ein Löschhubschrauber seine Arbeit beginnt.

Kleines Feuer bei Volos


Hier in Griechenland brennt es an verschiedenen Stellen. Dieses Jahr ist es auf Rhodos verheerend.
Kurz vor Volos übergebe ich das Steuer an Peter. Um uns rum sind hunderte Jollen in einer Regatta.

Da mussten wir am Rande durch :-0

Von allen Seiten schießen sie an uns vorbei. Das macht mich ganz Jeck. Wir schleppen ausnahmsweise das Dinghi mit langer Leine hinter uns her. Ich muss es sogar heranziehen weil ich Angst habe das eine Jolle die Leine erwischt 🙂
Wir machen bei 18kn an der Mole der Aegaen Service Charter fest. Diese besorgen unsere Batterien und Georges hilft auch beim fest machen. Alle sind super nett hier und der Service klappt super gut.



Abends laufen wir die riesige Promenade von Volos entlang und wissen dann auch warum hier so viel Jollen unterwegs waren.
In dieser Woche findet die Jugend-Weltmeisterschaft im Jollen segeln statt. Echt was los hier!
Wir nutzen die Zeit des Wartens gut. Peter geht einkaufen ( er läuft bei dieser Hitze zwei mal sehr weit zum Lidl) und baut die Batterien ein und ich mache Büro. Als es abends leer wird an der Mole nutzen wir einen fremden Wasserschlauch, füllen unsere Tanks auf, spritzen das Deck ab, waschen unsere Wäsche und duschen ständig. 🙂
Super gut. Als wir gerade fertig sind kommt der Besitzer wieder. Aber alles ist gut. Niemand sagt was. Denn um 23 Uhr herrschen hier noch 31°C.


Am nächsten Tag segeln wir in eine Bucht am Ausgang vom Golf von Volos und treffen uns mit anderen Seglern.

Wir verbringen dort schöne gemeinsame Tage und erleben leider auch das Feuer von Volos. Es fliegt sehr viel Asche durch die Luft und es riecht verbrannt. Sehr beklemmend. Nach einer Nacht ist die Asche im und auf dem ganzen Boot verteilt und Abends beim Essen hören wir drei wahnsinnige Detonationen.

Wir erfahren das ein Monitions Depot der Air Force in die Luft geflogen ist. Gerade mal 10km weit weg. Wirklich beängstigend! Alles hat gewackelt. Sogar auf dem Wasser. Echt krass! Man hat Angst das jede Minute auch hier ein Feuer ausbrechen kann.
Aber alles geht bei uns gut und wir verlassen den Golf gemeinsam mit einem anderen Boot und intakten Batterien mit Kurs auf die Sporaden.

Sporaden mit Hindernis

Bis 22.7.23

Auf den Spuren des Mama Mia Films. Denn wenn man nach Skiathos oder Skopelos segelt, kommt man daran gar nicht vorbei. Ein Segler empfiehlt uns den Film auf Skiathos open Air anzusehen. Das nehmen wir uns auch vor denn Peter kennt den Film noch gar nicht. Aber auf dem Weg nach Skiathos bekomme ich bei der Reservierung gesagt das es erst in vier Tagen wieder Karten gibt. Also ändern wir kurzerhand den Kurs und segeln erst nach Skopelos in eine wunderbar Fjordähnliche Bucht und bleiben dort ein paar Tage.

Wir mieten ein Quat (Schreeeeeklich auf Asphalt zu fahren:-), da es keine Roller mehr gibt, bewegen uns über der ganzen Insel und besuchen natürlich auch den berühmten Felsen mit Kapelle, aus dem Film, bei Kastri.

Echt schön hier aber auch gut besucht. Aus aller Welt kommen Besucher und wollen diese Felsen sehen. Skopelos ist sehr grün und waldig und hat einen tollen alten Kiefernbestand. Überall kleine Buchten die dann auch jetzt in der Hochsaison sehr voll sind. Aber das stört uns nicht. Wir sind eh keine Strandratten. Segler gibt es genug so das es in manchen Buchten schon mal etwas eng wird.

Wir besuchen auch die Hauptstadt Skopelos. Eine echte Perle. Kleine Gassen die verwinkelt durch den Ort führen. Wirklich schnuckelig, traumhaft schön.

Skopelos hat uns echt gut gefallen aber dann naht unser Kino Termin auf Skiathos und wir lichten den Anker aus dieser tollen Bucht und segeln bei angenehmen leichtem Wind rüber nach Skiathos. Extra langsam damit es sich lohnt Wasser zu machen, denn dies wollen wir in den Buchten wo so viel los ist nicht machen. Unterwegs ist das Wasser sauberer und unsere Filter kann man länger nutzen. Bei dieser Überfahrt riecht es unter Deck plötzlich nach faulen Eiern. Eine von den großen Verbraucherbatterien ist kaputt. Wir müssen sie abtrennen vom System.

Wir machen auf Skiathos in der großen Bucht an der Steilklippe fest und fahren Abends mit dem Dinghi in die Stadt.

Die Menschenmenge erschlägt uns fast. Abends schiebt man sich durch die Gassen. Das ist wirklich nicht meins.

Wir drehen ab und lassen uns durch leere Gassen treiben bis hoch zur Kirche.

Auf Skiathos ist ein Flughafen auf dem ständig ein Flieger Menschen herschafft die dann vielleicht mit einer Fähre auf andere Sporaden Inseln fahren. Aber die meisten bleiben hier und darum ist es auch so voll.

Am nächsten Tag schauen wir uns Abends den Film an der wirklich was hat. Besonders wenn man hier ist und alles um uns rum tanzt und mitsingt.

Aber uns ist es hier zu voll und wir segeln wieder mit kurzem Stopp auf Skopelos nach Alonnisos, die dritte Sporaden Insel. Hier legt der Wind plötzlich ziemlich zu und wir finden keine passende Bucht in der es sicher ist und noch Platz wäre. Alles, (Segler) verkriecht sich in die sicheren Löcher.

Somit segeln wir weiter bis auf die vierte Insel Peristerie und finden Platz in einer tollen Bucht.

Hier bleiben wir etwas um uns von den vielen Menschen zu erholen ;-).

Und dann geht die zweite Batterie kaputt. Nun wird es mit unserer Energie knapp und wir müssen uns etwas überlegen. Ich schreibe einem bekannten Segler der hier viel unterwegs ist und dieser gibt uns eine Telefonnummer von Castos aus Volos. Mit dem setze ich mich dann in Verbindung und nach nicht mal einem halben Tag haben wir die Zusage der Bestellung. Einziges Mango ist das wir knapp 70nm zurück segeln müssen. Denn die Batterien gibt es nur in Volos. Also müssen wir leider die Sporaden verlassen obwohl wir noch nicht auf allen waren um dorthin zu segeln.

Etwas doof, aber wir brauchen die Batterien und können es nicht ändern.

Also auf nach Volos.

EUBÖA

2.7.23-9.7.23
Wir segeln nun zwischen dem Festland Attika und Euböa immer Richtung Norden. Hier ist es etwas geschützter da auf der östlichen Seite von Euböa schon der Meltimi wütet. Das ist ein sehr starker Wind in der Ägäis, der sich in den heißen Monaten aufbaut. Und da es schon sehr heiß und trocken ist geht es auch schon mit dem Meltimi los.


Als wir so unterwegs sind, mache ich in der Griechenlandgruppe über Facebook einen Aufruf wo sie denn alle stecken. Denn ich fühle mich gerade etwas einsam. Wir haben schon sehr lange keinen Kontakt mehr mit anderen Seglern gehabt und schon gar nicht mit Deutschen.
Und tatsächlich sind zwei in unserer Nähe die wir dann auch kennen lernen und teilweise sogar ein Stück miteinander segeln. Das tut echt gut mal wieder Leute zu treffen. Denn es ist immer wieder sehr interessant andere Lebensgeschichten zu hören. Es ist eine tolle Vielfalt und nie langweilig. Alles sehr unterschiedliche Menschen die aber eines verbindet, und das ist das segeln. Herrlich!
Als wir die Hälfte von Euböa hoch geschafft haben müssen wir die Brücke bei Khalkis passieren.


Dies ist die engste Stelle zwischen Festland und Euböa. Die Brücke wird nur zu einer bestimmten Zeit eingezogen damit die Segler durchfahren können. Und diese Zeit bestimmt Ebbe und Flut in der Nacht, damit der Autoverkehr nicht zu arg gestört wird. Die Brücke macht in der kurzen Zeit auf, in der die Tide sich ändert. Das ist die Slagtime. In dieser Zeit ist am wenigsten Strömung. Denn dadurch das es dort so eng ist fließt zur vollen Flut ein richtiger Wildwasserfluss durch diese Stelle. Und das will kein Bootsbesitzer . 😉
Man muss sich im Hafenbüro anmelden und die Durchfahrt bezahlen. Unser Slot ist Gott sei Dank nicht so spät. Um 23 Uhr werden wir Namentlich über Funk gerufen das wir durchfahren können. Echt spannend. Viele Leute stehen oben und winken und laute Musik läuft. Ein tolles Erlebnis!
Danach laufen wir einfach die nächste Bucht an, lassen den Anker fallen und gehen todmüde ins Bett. War alles sehr aufregend für uns. 🙂
In diesem Gebiet ist es gar nicht so einfach zu segeln.
Durch die hohen Berge haben wir ständig Winddreher und die Fallböen die von diesen Bergen runterrutschen haben auch mal gerne 25kn Wind.


In einer Bucht waren wir auf ein anderes Boot eingeladen. Dieses war höchsten 30m weit weg. Da aber Abends 23kn den Berg runter kamen, sind wir sehr schwer rudernd, mit unserem Dinghi wieder zu uns aufs Boot gekommen. Ein richtiger Sturm!
Der Golf von Euböa ist echt anstrengend. Kein wunder das es auch Namen wie „Teufels-Kanal“,gibt.
Das schönste ist wirklich das man nun immer wieder auf bekannte Boote trifft und auch immer mehr ins tiefere Gespräch kommt. Es werden Tipps ausgesprochen wo es sehr schön ist und auch natürlich wo man gut essen gehen kann. Es ist wirklich toll. Einen Deutschen den es in die Türkei geführt hat weil eben dort das schönste Segelrevier ist. Deutsche die schon seid 30 Jahren in Neuseeland leben und andere die im Winter auf La Palma im schönsten Haus der Welt leben 🙂 und im Sommer mit dem Schiff unterwegs sind. Jeder ist spannend und eine wahre Bereicherung sie kennengelernt zu haben.

Im Eingang zum Golf von Volos trennen sich leider unsere Wege, aber wir werden uns hoffentlich wieder sehen. Bis bald.

P.S. Hallo Hias. Ich habe gehört das du hier gerne ließt. Alles liebe nachträglich zum 🎂

Schönes Hydra ?

25.6.-1.7.23
Die Künstlerinsel mit Berühmtheiten oder die es noch werden wollen.
Eine schöne Insel auf der keine Autos fahren sondern nur Esel und Mulis die Ware transportieren. Ein wunderschöner Ort in den Berg gebaut mit vielen kleinen Villen außerhalb der Stadt. Sie hat ihren ganz eigenen Flair. Aber leider, total überlaufen!


Wir kamen so gegen halb zwei an und schauten mit dem Boot in den Hafen. Aber keine Chance. Die Schiffe lagen in dreier Reihen, es war wahnsinnig eng und Boote kämpften mit Ankersalat. Nichts für uns!


Wir fuhren zur nächsten Bucht. Auch dort war es irre voll. Wir brauchten fast zwei Stunden um sicher fest zu sein denn es waren drehende Winde, Wassertaxis schossen an uns ganz nah vorbei und verursachten Mords Wellengang, scharfkantige Felsen, irre tiefer Grund und durcheinander fahrende Boote die einen Platz suchen.

Aber die ständigen Wassertaxis mit ihren Bugwellen waren das schlimmste. Bei diesen Wellen klemmte sich das Dinghi unter die Badeplattform und das Ergebnis war ein krummes Paddel. Nicht mehr zu gebrauchen! Echt ärgerlich! Immer mehr Boote kamen und legten ihren Anker über andere Ankerketten. Das Chaos begann. Wir blieben am Abend lieber an Bord um da zu sein wenn was ist und auch weil es nach Gewitter aussah. Aber es blieb ruhig und wir konnten langsam entspannen.

Am nächsten Morgen wanderten wir früh in die, und durch die Stadt. Sie ist wirklich schön nur mit wirklich viel zu vielen Menschen. Eine Fähre nach der anderen spukte tausende Menschen aus. Echt irre. Die geduldigen Esel trugen Ware und Koffer die Treppen rauf und runter.
Für mich wirkte es als wenn die Stadt am Limit ist.

Über die heiße Zeit gingen wir zurück zum Boot und ruhten uns aus. Ein großes Motorboot hatte neben uns geankert. Gegen Abend legte sich eine Flottille quer zu uns und alle legten ihre Kette über die des Motorbootes. Der Kapitän gab Bescheid das er bald ablegen will, aber der Flottille war dies egal.
Irgendwann begann das Geschrei. Sogar die Polizei kam. Sie sollen ihre Anker lichten damit er fahren kann. Keine Reaktion. Also fuhr der Kapitän langsam los und zog alle Anker mit hoch. Nun mussten sie doch alle nochmal weg. Riesiges Chaos.
Mein Resume ist: Hydra du bist echt schön, aber die Hektik der vielen Menschen und Boote hat mich echt verrückt gemacht. Nie wieder!
Am nächsten Morgen sind wir echt geflüchtet und waren sehr froh das bei uns kein Ankersalat war.
Wir machten einen kurzen Stopp in Poros und fuhren dann aber gleich am nächsten Morgen weiter.


Wir hatten sehr unsteten Wind und irgendwann einfach keine Lust mehr. Wir sahen in der Ferne eine Bucht mit einem Tempel und warfen einfach dort den Anker. Nun sind wir am Festland auf Attika und dieser Tempel ist der berühmte Poseidon-Tempel.
Wir entdecken vieles einfach nur zufällig.


Da es dort den schönsten Sonnenuntergang überhaupt geben soll, nehmen wir uns vor ihn auch dort zu genießen.
Abends sehen wir aber die Mengen von Menschen die dort hinwandern und entschließen uns den Sonnenuntergang vom Schiff aus zu bewundern. Wir hatten nun wirklich genug Menschen die letzten Tage und an Bord ist der Sonnenuntergang eh am schönsten. 🙂
Am nächsten Tag haben wir dann guten Wind und können bei gutem Tempo weiter segeln.
Auf diesem Weg kommt uns eine große 85 Fuß Contest sehr nah und fährt kurz neben uns her. Der Skipper hält mit uns ein wenig Small Talk während der schnellen Fahrt über die Reeling und lobt unser Schiff. Ein tolles Erlebnis. Wir fühlen uns echt geehrt denn es war der Skipper der Polina Star 4 der vor kurzem erst in der Yacht Zeitschrift war.
Dann dreht er ab und gibt Gas und fährt uns davon. Ein tolles Erlebnis.
Wir suchen uns gegen Abend eine sichere Bucht denn es hat ganz schön aufgebrist und die Wellen sind sehr hoch. Wir kommen mit Segeln nicht mehr gegen an.


Ich dieser Bucht bleiben wir zwei Tage. Ruhen aus, machen kleinere Arbeiten und bestücken uns mit allem was wir brauchen für die nächste Zeit.

23.7.23 Aktuelles

Wie sieht momentan unser Alltag aus
Wir liegen am liebsten in Buchten und haben natürlich so nicht die Annehmlichkeiten einfach von Bord zu gehen und in den nächsten Supermarkt hinein zu maschieren. Oder vom Hafen, Wasser oder Strom zu nutzen. Das letzte mal als wir dies hatten, waren wir in Kalamata und das war glaube ich Anfang Juni. Uns ist es im Hafen einfach zu eng und zu laut und meist auch noch viel heißer als in einer Bucht. Und da wir momentan in einer Hitzewelle stecken und Teile von Griechenland leider wieder brennen, ist es uns in der Bucht viel lieber. Auch wenn wir des öfteren doch35°c und mehr unter Deck haben und Nachts der Wind weg ist um etwas Luft heran zu fächeln.
Aber das heißt auch das alles gut geplant sein muss.
Als erstes muss natürlich das Wetter passen. Das kontrollieren wir jeden Tag! Sogar manchmal mehrmals. Denn der Wind und die Wellen sollen natürlich nicht in die Bucht rein wehen. Das wäre einfach nicht sicher und könnte bei stärkerem Wind gefährlich werden. Aber das geht natürlich im Zeitalter des Internets ohne Probleme. Zu 90% hat man Empfang. Und hat man keinen steigen wir auch mal ins Dinghi, fahren zum Cap vor, klettern auf einen Berg und erledigen dort das wichtigste 🙂


Nach dem Wetter checken überlegen wir wo es hingehen soll. Auch wenn wir uns treiben lassen muss ich persönlich ein Ziel haben auf das ich mich freuen kann.
Das Ziel hängt auch ein bißchen davon ab was wir noch im Kühlschrank haben. Wann können wir das nächste mal einkaufen? Gibt es dort einen Laden in der Nähe?
Wir sind gerade in den kleineren nördlichen Sporaden. Da gibt es gar nichts und das muss auch geplant sein.
Wenn dann das Ziel feststeht und der Kühlschrank nicht genug aufweist, heißt es: „ Dann müssen wir nochmal an Land, einkaufen!“
Also wieder das Dinghi vom Geräteträger runterhiefen, den Motor genauso und ans Schlauchboot fest machen.
Das Schlauchboot hängt an Leinen hinten an der Davids. Also Leinen lösen und das Dinghi vorsichtig runter lassen. Denn hier ist oft viel Fährverkehr oder Wassertaxis sind unterwegs, die keine Rücksicht nehmen und riesen Wellen bilden.
Das hat uns schon ein Paddel gekostet da es so unter unsere Badeplattform geriet und danach verbogen  war.
Dann noch den Motor in diesem wackeligen Boot befestigen.
Wir sind schon ein gutes Team und somit klappt es mittlerweile sehr gut.
Rüber fahren an Land und dort eine geeignete Anlandungsstelle finden.
Nicht überall darf man fest machen, oder ist es sicher vor dem Schwell. Wenn die Wellen das Schlauchboot immer an die Mole schlagen, wäre es bald kaputt da es dort sehr scharfkantige Steine und Muscheln gibt.
Wir schmeißen einen kleinen Anker der das Dinghi von der Wand fernhält ziehen uns an die Mauer, klettern hoch und binden es sicher fest.
Nun suchen wir einen Supermarkt. Wir müssen uns durchfragen und manchmal haben wir auch kein Glück und müssen noch sehr weit laufen.
Hier in der Gegend gibt es nur sehr kleine und man bekommt nicht immer alles was man braucht aber daran haben wir uns schon gewöhnt. Wir kaufen einfach das was da ist 😉
Dann alles durch die Hitze zurück zum Dinghi tragen, einladen und wieder zum Boot fahren. Einkaufstaschen verräumen, Motor wieder mit den Leinen hochhiefen und befestigen und auch das Dinghi wieder an den Geräteträger hochziehen. Beides ist nicht leicht.
Nach alle dem sind wir klatsch nass geschwitzt.
Und nun kommt unser Privileg, wir ziehen uns aus und springen noch mal ins Wasser bevor es los geht. Herrlich!!
Strom haben wir durch unsere Solarpanelen immer. Das klappt echt gut. Wasser können wir mit dieser Energie auch selber machen.
Aber nun gehen leider die Verbraucherbatterien kaputt und können die Energie nicht mehr speichern.
Das heißt für uns, wir müssen leider die einsamen Sporaden verlassen und nach Volos ans Festland zurück um neue Batterien zu bekommen. Das wäre hier unmöglich. Auch das kommt vor, das unsere Pläne über den Haufen geworfen werden.
Das heißt jetzt für uns einen einfachen Weg von drei Tagen auf uns nehmen, um dort an neue Batterien zu kommen.
Hoffen wir das es klappt.

Aktuell: Papas 90igster. Happy Birthday and RIP und unser 0igster Hochzeitstag :-0



Monemvasia 21.6.-25.6.23


Da sind wir eigentlich ganz zufällig hingeraten da uns der Wind ausging. Erst hatten wir schreckliche Fallwinde am Cap des zweitletzten Fingers der Peleponnes mit denen wir etwas zu kämpfen hatten, und dann war er weg , der Wind.
Also Plan B. Und so sind wir zum Gibraltar des Ostens oder auch „ Der Fels“ gekommen. Wir hatten vorher noch gar nichts davon gehört.


Er soll einer der romantischsten Orte Griechenlands sein.  Eine mittelalterliche Festung mit der integrierten Stadt aus verschiedenen Epochen des Mittelalters. Sie wurde unsichtbar vom Festland gebaut und somit nicht angegriffen. Sie ist nur mit einer schmalen Straße mit dem Festland verbunden und auch nur von See her zu sehen.
Allein der Felsen auf dem die Stadt erbaut ist, ist wunderschön. Besonders wenn die Sonne langsam unter geht und die tollen Rosatöne zur Geltung kommen.
Wir gehen spät zur Stadt damit es nicht mehr so warm ist. Die ganze Straße bis zum Stadttor ist mit Autos zugeparkt. Denn ab da kommt kein Auto mehr weiter.


Ab dem Tor ist es sehr Touristisch aber es ist gar nicht schlimm. Wir lassen uns durch einsame Gassen immer nach oben treiben und kommen so zu den Ruinen des ältesten Teil der Stadt, „Die Oberstadt“. Hier oben hat man die pure Geschichte zu Füßen und eine traumhafte Aussicht aufs Meer.
Auch in der „Unterstadt“ ist es traumhaft. Nichts wurde optisch verändert. Man hat echt das Gefühl in der Zeit zurück geschickt worden zu sein.
Hier hätte ein Teil der „Herr der Ringe“ gedreht sein können.
Wir trinken in einer ganz süßen Gasse ein Glas Wein und unterhalten uns mit dem Wirt. Der erklärt uns das zu Renovierungen nur die Steine des Felsens verwendet werden dürfen. Man sieht keine Sat-Schüsseln und keine Kabel. Alles muss authentisch sein. Schwer für normale Griechen dies um zu setzen, da sehr teuer. Darum sind es wohl lauter Unterkünfte für Touristen. Nicht alles aber sehr viel.
Am Abend am Boot merken wir auch bald das es hier nicht unbekannt ist denn ein Dreimaster-Cruiser liegt in der Bucht :-).
Wir sollten uns wohl doch etwas informieren und nicht nur treiben lassen.
Hier ist es auf jeden Fall sehr schön!
Wir bleiben noch einen Tag und machen die normalen Dinge wie einkaufen, saubermachen und Büro.
Am nächsten Morgen geht es dann weiter in den Sonnenaufgang hinein.
Wir haben ziemlich Wind von vorn und müssen aufkreuzen.
Dann knallt es plötzlich laut. Peter war beim reffen ( da wird das Segel kleiner gemacht wenn zuviel Wind ist), als die Reffleine plötzlich reißt.

Meine Gedanken:“Oh Gott was jetzt. Wie kriegen wir das Segel wieder rein? Man kann es mit der Kurbel machen, aber die normale Kurbel ist zu groß!! Was jetzt?“ Peter stürmt nach unten und kommt mit einer kleinen Notkurbel wieder hoch. Mit der können wir dann das Segel einholen.
Glück gehabt. Ich hatte natürlich schon wieder etwas Bammel. Aber wir haben alles gut gemeistert. Ich glaube wir sind ein echt gutes Team!


Als dann der Wind weg ist nehmen wir Kurs auf die nächste Bucht Kyparissi und können dort an eine Mole festmachen und sogar Wasser tanken. Bisher haben wir unseren Wassermacher noch gar nicht laufen lassen.

Heute hat Peter (23.6.) Geburtstag und wir gehen natürlich in der Bucht zur Feier des Tages, essen.


Peter sucht direkt eine neue Reffleine und fängt an zu spleißen ( eine Endlosleine zu verbinden).
Am nächsten Tag als es weiter Richtung Osten auf den letzten Finger der Peleponnes geht ist die Reffleine fertig und wir können wieder ganz normal segeln. Das hat er echt super hingekriegt. Es war sehr schwer weil ihm das richtige Werkzeug dazu fehlte aber mit einer Häkelnadel ging es auch, nur viel Zeitaufwendiger.

Unser nächstes Ziel ist das berühmte Hydra aber in der Nacht davor gehen wir an eine kleine Insel in die Bucht da es schon sehr spät ist und Hydra noch 9nm weit weg.



Kalamata 5.6-21.6.23

Das wunderschöne Mani Gebirge

Da wir in Kalamata etwas Zeit verbringen wollen um aufkommendes schlechtes Wetter abzuwarten nehmen wir uns vor einen Roller zu mieten und die Mani zu erkunden. Aber erst bleiben wir einen Tag an Bord um zu schauen ob das Leinen System bei viel Wind gut hebt. Das machen wir eigentlich immer so denn dann kann man mit einem viel besseren Gefühl von Bord gehen.

In der Nacht zerrt es an den Leinen. Ich mache kaum ein Auge zu denn das Boot ist wie ein Klangkörper, kleines Knarzen ist im Bett wie ein Symphonie-Orchester von schiefen Tönen. An Bord ist es selten leise. Entweder gurgelt das Wasser laut an unseren Köpfen( im Bett) oder es klappert und knarzt etwas an Bord. Aber daran muss ich mich einfach gewöhnen.

Die Zeit nutzen wir mit kleinen Arbeiten und ich schnappe mir Bettwäsche und Handtücher und gehe zur Marina eigenen Waschmaschine. Denn da kann ich die großen Teile alle auf einmal rein schmeißen.

Abends gehen wir in die Stadt und suchen einen Roller Vermieter. Das ist gar nicht so einfach aber wir fragen uns bis zur richtigen Stelle durch. Am nächsten Morgen geht es los. Wir wollen über die Mani zur zweitgrößten Tropfsteinhöhle Griechenlands fahren.

Was ist die Mani eigentlich.

Es ist eine Region im Süden der Peleponnes am mittleren Finger. Kernig, wild und trocken mit mächtigen Gebirgszügen, dichtem Laubwald uralten Oliven Plantagen, kleinen Buchten und schmalen Stränden. In den Bergdörfern sind viele antike Ruinen sowie zahlreiche Verteidigungstürme. Jeder der vor langer Zeit dort wohnte hatte sich einen Verteidigungsturm gebaut. Das Resultat ist, das das Mani- Gebirge nie von einer Macht übernommen wurde. Keine Osmanen, Venezianer oder wie sie alle hießen.

Die meisten Türme sind natürlich mittlerweile verfallen aber einige werden auch wieder aufgebaut und zu Ferienunterkünften umgebaut. Es hat einen ganz tollen Charm weil es auch noch ganz wenig Tourismus hat und wohl auch ein richtiger Geheimtipp ist.

Der Weg ist etwas beschwerlich und man muss sich diese tolle Gegend schon hart erarbeiten. Enge Bergstraßen mit vielen Windungen und steil nach oben oder nach unten. Uns hat es irrsinnig gut gefallen. Ein wirklich ursprüngliches Griechenland. Wir haben es sehr genossen.

Irgendwann haben wir es bis zur Höhle geschafft. Es ist um diese Jahreszeit noch sehr ruhig darum haben wir an diesem besonderen Ort auch ziemlich unsere Ruhe.

Man wird in Boote gesetzt und durch die Höhlen geführt. Leider haben wir ja diesen starken Wind draußen der auch vermehrt Meerwasser in die Höhle drückt. So können wir nur eine kleine Tour machen, die aber auch sehr schön ist.

Auf dem Rückweg genießen wir noch die tolle Natur und kaufen am Straßenrand lecker Oliven, Honig etc. ein. Das war eine sehr gelungene Tour die ich mit viel Zeit und einem Auto nur empfehlen kann.

Bald sind wir auch schon wieder mit dem Boot, mit kurzen Übernachtungsstopps in schönen Buchten, Richtung Monemvasia unterwegs.

Ich habe beschlossen nicht mehr von allen Buchten genau zu erzählen. Ich werde nur die rauspicken die für uns etwas besonderes waren. Das heißt aber nicht das das nicht erwähnte, nicht auch schön war.

Kleine Verschnaufpause

Wir fahren nach Pylos. Nicht so der tolle Wind.

Wir passieren auch eine kleine Insel und überlegen dort zu ankern. Es ist sehr tief und der Wind sehr starkund der Anker will nicht halten. Peter würde an der Felswand mit Landleine fest machen aber ich bin für den Abbruch. Es ist mir zu nah an der Felswand und die Fallböen sind sehr stark. Hier würde ich kein Auge zumachen können. Peter geht auf meine Ängste ein. Etwas widerwillig aber so doch tut er es. Würde nicht jeder Mann machen!

Hoch konzentriert 🙂

Also brechen wir ab und kämpfen uns bei starkem Wind in die schöne große Bucht von Ormos Navarinou. Wir legen Längsseits an der Stadtmole an. Das klappt sehr gut obwohl es das erste Mal mit Alina ist und wir starken Seitenwind haben. Aber der drückt uns vom Kai weg und das ist auch gut so. Alle Festmacher werden noch eine Weile optimiert und dann gehen wir in die Stadt und hoch zur Festung. Die ist leider schon zu aber außen an der Burgmauer können wir noch einen schönen Sonnenuntergang genießen.

Am Marktplatz erleben wir bei einem Glas Wein eine Griechische Hochzeit . Es ist schön anzuschauen. Wir genießen es, es wird miteinander im Kreis getanzt und gesungen und immer wieder wird im Zentrum des Kreises Porzellan zerdeppert. Alle haben einen heiden Spaß. Und alle außen herum feiern irgendwie mit.

Am nächsten Morgen bekommen wir Besuch von der Port Police. Wir sollen uns dort melden. OHHHH. Ich bin ganz aufgeregt. Das ist das erste Mal. Ich schnappe meine Mappe mit den Papieren und wir laufen zum Büro. Natürlich fehlt ein Papier , nämlich das der Versicherung. Es hat gerade ein frisches Jahr angefangen und ich hatte es noch nicht ausgedruckt. Also flitze ich zurück und kämpfe mit lauter leeren Akkus ( Ja, meine lieben Söhne, eine Powerbank wäre sicher auch leer gewesen ;-). ) Habe aber bald die neue Police ausgedruckt und kann zur Polizei zurück. Sonst ist alles gut und wir können wieder los.

Wir segeln durch die riesen Bucht auf die andere Seite und schmeißen in der Nähe des riesigen Strandes den Anker. Wir warten bis gegen Abend und laufen zur berühmten Ochsenbauchbucht (Voidokilia) und hoch zur Festung. Teilweise mit kleinem Klettersteig aber gut machbar. Eine tolle Wanderung auch wenn sie sehr anstrengend ist. Dort oben sind wir ganz alleine und haben eine traumhafte Aussicht auf die Bucht mit Alina. Kann es einen friedlicheren Ort geben?

Es wird bald dunkel, also müssen wir uns an den Abstieg machen. Der ist um einiges einfacher da er um den ganzen Berg geht und die Neigung nicht so stark ist. Unten angekommen laufen wir noch am fantastischen langen Strand bis zum Dinghi und ab zurück aufs Boot. Kaum da ist es auch schon dunkel und wir lassen den Tag ausklingen.

Die Nacht ist sehr ruhig und wir starten sehr früh mit der Weiterfahrt nach Methoni mit dem wunderbaren Städtchen und seinem Türkischen Turm und der Weiterfahrt nach Kalamata. Dort wollen wir einen aufkommenden Sturm ab wettern.

In diesem Abschnitt erleben wir das Drama von Kalamata mit dem Flüchtlingsboot das unter ging.

Darüber habe ich schon geschrieben und tue es darum nicht mehr.