Unsere Route 2023 und mein Rèsume‘

https://maps.app.goo.gl/GyKsMfLGJS2jJ9zq7?g_st=org. (Wenn ihr die Liste ganz nach unten scrollt könnt ihr alle Punkte sehen wo wir waren)

Es fing mit einem Traum an und wurde zu einem Ziel auf das wir hin gearbeitet und gelebt haben.

Und hat sich mein/unser Traum erfüllt?

Ja! Wir sind mit unserem Boot auf dem Wasser und leben unseren Traum!

Erst mal mussten wir das Boot kennen und vertrauen lernen. Und auch wir mussten lernen uns seglerisch zu vertrauen. Auch die Enge auf dem Boot ist zu Anfang nicht immer einfach gewesen.

Nun, nach über acht Monaten ist unsere kleine Alina für uns riesengroß geworden obwohl wir die Kabine vorne in der Spitze noch nicht mal nutzen. In Wirklichkeit braucht man gar nicht viel Platz!

Es gab aber auch Momente wo ich gerne alles hingeschmissen hätte. Wo mir alles zu viel war!

Das war die Zeit als wir noch nicht unser Gleichgewicht gefunden hatten. Wir hetzten von einem Spot zum nächsten um an einem bestimmten Datum ganz oben im Norden zu sein. Das ist nicht der Traum von mir. Mein Traum ist es, Land und Leute kennen zu lernen und das Segeln als fahrbaren Untersatz zu nutzen. Wir haben wunderschöne Orte kennengelernt aber keine Zeit sie richtig einzuatmen und zu genießen.

Mitte August waren wir dann am Treffpunkt und konnten von dort an den Gang raus nehmen.

Wir haben fortan wunderbare Orte kennengelernt und konnten sie auch tief in uns einatmen. Wir hatten nun Zeit an einem Ort die Natur zu genießen in all ihren Facetten. Die Stille die schon fast weh tat zu erfahren und die absolute Dunkelheit an einsamen Orten zu genießen.

In diesen Momenten habe ich gespürt das ich hier richtig bin. Ja ich lebe meinen Traum!

Oft war es mir mulmig wenn wieder mal ein Sturm angesagt war. Und das waren echt nicht wenige. Aber wir haben beim festmachen an der Mole oder beim ankern mit Landleine uns so lange abgesichert bis wir uns sicher waren das wir so den Sturm überstehen können. Alina ist ein starkes Boot mit super Ankergeschirr und ich konnte immer gut schlafen und mich auf sie verlassen.

Beim segeln spüre ich es besonders wie ich der Natur ausgeliefert bin.Ich fühlte mich manchmal so hilflos da ich das Wetter nicht beeinflussen kann. Wir haben uns einfach (na ja, einfach war es nicht immer) dem Wetter mit unserem Verhalten angepasst, darauf reagiert, gehandelt. Indem wir den Kurs gewechselt haben, das Segel angepasst wurde, aus einer Bucht geflüchtet sind oder mehr Festmacher Leinen befestigt wurden. Es war nach einem der vielen Starkwind-Phasen immer wieder toll zu erkennen das wir die Kontrolle durch unser Wissen behalten haben. Es war schön zu erleben das wir in schwierigen Situationen gut zusammen arbeiten. Und es hat mich auch etwas stolz gemacht das ich alles machen kann. Denn wir sind der Meinung das jeder von uns alles alleine schaffen muss falls der andere mal nicht kann. Und das funktioniert echt gut! Ich habe in diesem Jahr sehr viel dazu gelernt!

Segeln ist eine komplexe Situation und wir mussten oft durch sehr schnelles handeln reagieren da es sonst schnell gefährlich werden kann. Und das haben wir geschafft was mich sehr freut und Stolz macht.

Neben der tollen Natur haben wir auch tolle Menschen kennengelernt. Vor allem natürlich Segler mit spannenden und interessanten Geschichten hinter ihrem Lebensmodell. Alle waren total unterschiedlich aber auch irgendwie doch nicht. Denn das segeln hat uns alle verbunden. Ich bin froh um jede Person die ich kennengelernt habe.

Die Griechen sind toll. Super freundlich und herzlich mit dem Herz an der richtigen Stelle. Und wir waren sehr oft von der Ehrlichkeit begeistert. Es ist wirklich perfekt von hier unseren Traum zu starten.

Ein Segler der schon um die ganze Welt gesegelt ist, hat es mal so gesagt. „Ich habe alles gesehen. Aber hier gehe ich nicht mehr weg denn hier ist es am schönsten!“

Das können wir noch nicht beurteilen. Wir können aber schon sagen das dieses Land viele wunderschöne Ecken hat. Es sind einfach zu viele Inseln und wir haben viele noch nicht gesehen. Darum haben wir beschlossen noch ein Jahr hier in Griechenland dran zu hängen und dann erst weiter durchs Mittelmeer zu ziehen.

Also das heißt,es geht weiter!!!!!!!

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren.“ (Vincent van Gogh)

Athen und Heimreise

Plötzlich ist der 7. November da und wir reisen ab. 😯 Am Ende ist es komischerweise immer etwas Stress.

Habe ich an alles gedacht? Sind die Rest-Lebensmittel alle gut verpackt? Ist wirklich jegliches Wasser aus dem System? Denn auch hier wird es kalt und kann schneien. Ich bin immer etwas unsicher. Auch wenn wir das Einwintern schon zum dritten mal machen.

Aber letztendlich muss ich mir selber vertrauen das ich und Peter an alles gedacht haben. Wir gehen mit ruhigem Gewissen. Denn vor ein paar Tagen hatten wir wieder mal einen Sturm und haben gesehen das Charris mit seinem Vater alle Boote abgelaufen ist und sie kontrolliert hat ob alles gut ist. Außerdem haben wir einen Freund hier der direkt von seinem Balkon auf unsere Alina schaut und somit ein Auge für uns ist. Das beruhigt sehr.

Wir fahren früh mit dem Mietauto nach Chalkida und geben es direkt am Bahnhof wieder ab. Es klappt wunderbar und wir können ohne Unterbrechung in den Zug steigen.

Kurze Pause in Chalkida

Wir genießen die Fahrt und ich komme etwas runter. Denn Boadyard ist immer anstrengend.

Wir fahren anderthalb Stunden und genießen die Aussicht. Auch wenn wir sehr erschrocken sind. Denn auch hier hat 2019 überall das Feuer gewütet. Rechts der Bahnlinie ist alles verbrannt und links sieht es sehr viel besser aus.

Dann sind wir in Athen, steigen in die Metro und finden ganz schnell unsere Unterkunft in Plaka direkt unter der Akropolis. Nun lassen wir uns in dieser schönen Stadt treiben.

Für den ersten Eindruck sind wir mit dem Roten Bus unterwegs und genießen später alles zu Fuß.

Wir schauen uns alles an und sind Abends in angesagten Stadtteilen. Zumindest ein bisschen denn die vielen Eindrücke und ganz besonders die vielen Menschen überfordern uns ein wenig. 🤣 Somit sind wir Abends sehr müde und keine Nachtmenschen. Aber wir genießen es im Straßen Café zu sitzen und Menschen anzuschauen.

Am 10.11. fliegen wir nach München um den 30igsten unseres Sohnes zu feiern. Er holt uns vom Flughafen ab, fährt uns zur Pension damit wir unser Zimmer beziehen können.

Aber, was für ein Schreck, in unserem Zimmer liegt schon ein Pärchen im Bett😱. Nach ein paar Anrufen ist alles geklärt und wir bekommen den richtigen Schlüssen. Beim Frühstück treffen wir das Pärchen und wir lachen alle über diese Situation😃.

Nun genießen wir unsere Familie und reisen Sonntags mit dem Zug nach Hause.

Unser Enkel unterhält uns alle köstlich und wir haben lange nicht so viel gelacht. Die Zeit verfliegt wie im Flug. Obwohl wir alle total müde sind.

Als wir in unsere Wohnung treten ist es als wenn wir gestern erst weggegangen wären. 🙂

Auf dem Trockenen

29.10.-7.11.23

Und alle Finger sind noch dran! Niemandem ist was ernsthaftes passiert!!!

Wir sind auf unserem Winterplatz gut angekommen und stehen sicher auf den Ständern. Nun heißt es wieder. Leiter rauf und Leiter runter. Ich versuche mal ein paar Arbeiten auf zu zählen die wir nun zu tun haben.

– Unterwasserschiff kontrollieren und an ein paar Stellen nach reinigen

– Propeller Welle sauber kratzen

– Dinghi + Sup reinigen und verstauen

– alles was Metall ist mit Süßwasser spülen damit es nicht rostet

– Rettungsring säubern

– Groß-Segel runter holen und dem Segelmacher mitgeben ((wir brauchen einen neuen Sonnenschutz)

-Vorsegel reinigen und später verpacken und unter Deck tun

-Wassermacher einwintern

– Fender unters Boot binden

– Seile mit Süßwasser spülen

– Anker ablassen

– Motor einwintern

– Wassersystem einwintern = Wasser ablassen

– alles gut reinigen

– Schränke auswaschen etc.

und noch ganz viele Kleinigkeiten. Sogar den Generator hat Peter ausgebaut, was wir erst im Frühling machen wollten, um zu schauen warum er nicht geht. Das war allein eine Heiden Arbeit da er sehr schwer ist und aus dem hintersten Eck unter Deck erst aufs Deck gehievt werden musste und wir dann mit einem selbstgebauten Kran ihn runter vom Schiff auf einen Tisch gehievt haben.

Während ich dann viele Reinigungsarbeiten gemacht habe hat Peter den Generator total zerlegt und den Schaden eingegrenzt. Er muss wohl schon sehr sehr lange undicht gewesen sein und somit wurde einiges vom Salzwasser zerfressen und die Kristalle haben das Auslass-Rohr verstopft.

Aber das schaffen wir im Frühjahr.

Drei Tage haben wir von Morgens bis Abends ohne Pause gearbeitet. Nur Abends haben wir uns mit anderen Seglern immer auf ein Boot zum Abendessen getroffen. Die Community unter den Seglern ist echt toll. Und jeder hat sich natürlich Hilfe beim Peter geholt 😉

Eine tolle Gemeinschaft, jeder bringt Essen mit, aber gegessen wird gemeinsam

Nach diesen anstrengenden ersten Tagen haben wir beschlossen nur Halbtags zu arbeiten und Nachmittags die Insel Euböa die zweitgrößte Insel Griechenlands anzuschauen. Dafür sind wir 85 km mit dem Bus in die Hauptstadt gefahren und haben dort uns ein Mietauto geholt. Die Insel ist sehr bergig und eigentlich das Motorradparadies. Wir sind 85km gefahren als wenn wir in den Alpen über die Pässe wären. Sehr kurvig und wunderschön.

Im Norden haben die Feuer von 2019 den ganzen Waldbestand vernichtet. Sehr viele Menschen haben damals ihre Existenz verloren. In einer eh nicht reichen Ecke gab es fast nichts außer Landwirtschaft wie Oliven, Pistazien, Feigen und Nüsse und Gemüse. Und dann kam das Feuer.

Athen hat die wenigen Löschflugzeuge benutzt um sich selber zu retten und Euböa hat man brennen lassen. Die Menschen konnten nur Richtung Wasser auf Fähren flüchten denn von Land her tobte das Feuer.

Als wir durch das riesige Gebiet fuhren waren wir unendlich traurig über diesen Anblick denn die Baumleichen stehen immer noch und zeugen von einem ehemaligen wunderbaren alten Baumbestand. Andererseits sah es so bizarr aus das es schon wieder mystisch schön wirkte.

Und dann kam dieses Jahr das Wasser und hat auf dem verbrannten Boden alles aus den steilen Hängen abgewaschen und im Tal unter Schlammlawinen vergraben. Wieder sind unzählige Existenzen vernichtet worden.

Anfang September kam das Wasser

Vieles wurde auch ins Meer gewaschen und wird bei den Herbststürmen wieder an den Strand gespült. Es ist sehr traurig wenn man ins Wasser schaut. Überall Müll!

Am 7.11. sind wir dann mit dem Auto zurück zur Hauptstadt Chalkidisch gefahren und sind von dort mit dem Zug nach Athen um dort vor dem Abflug noch ein paar Tage zu verbringen.

Eine tolle Stadt ! Aber dazu später.

Rückweg

17.10.-28.10.23

Ein komischer Titel ich weiß. Aber so fühlt es sich an, denn hier waren wir schon. Es ist toll an Orte zu kommen die man schon kennt oder zumindest dran vorbei gekommen ist. Wir wollen uns am 26.10. an unserem Winterplatz von dem befreundeten Ehepaar der SY Uenuku, verabschieden und gemeinsam essen gehen. Also müssen wir schon jetzt das richtige Wetterfenster abwarten um wieder in in den Dhiavlos zu fahren. Das ist die Straße zwischen Festland und Euböa. Wir haben zwar noch 10 Tage Zeit aber wenn das Wetterfenster nicht passt können wir es auch verpassen.

Unterwegs verbringen wir noch etwas Zeit auf Skopelos bis wir rüber segeln nach Skiathos. Hier wollen wir auf den passenden Wind warten.

Auch auf diesen beiden ABBA-Inseln hat das Unwetter von Anfang September ganz schön gewütet.

Die Fußgängerzone war ein reißender Schlammfluß und hat sehr viel zerstört. Der Norden der Insel ist kaum noch zugänglich. Sehr traurig das zu sehen. 😦 Überall riecht es immer noch nach Kanal.

Da Südwind ist müssen wir warten weil sonst der Wind direkt von vorne käme. Darum beschließen wir in den Norden der Insel zu segeln um eine Höhle zu erschnorcheln. Das geht bei Nordwind nicht. Auf dem Weg dorthin stellen wir fest das ein guter Nordwind herrscht der in der Bucht nicht spürbar, und auch nicht gemeldet war. Wir schauen uns an und beschließen spontan Kurs auf Euböa zu nehmen.

Das war eine sehr gute Entscheidung. Denn die nächsten Tage wäre es nicht mehr gegangen 😉

Auf dem Weg nach Limni treffen wir wieder auf einen bekannten Segler. Helfen ihm bei einen technischen Problem und segeln über verschiedene Stopps nach Limni.

Da dort wieder zuviel Wind aus Süden kommt und wir nicht an die Boje vor dem Boad Yard können, gehen wir nach Limni in den ganz kleinen und engen Hafen. Dort liegen wir sicher und können Abends mit der SY Uenuku schön essen gehen.

Der nächste Tag ist noch sehr heftig und wir bleiben im Hafen aber dann bekommen wir den Anruf mit der Nachricht, das wir an die Boje kommen sollen, denn wir werden rausgeholt. Ohhhh. Die Aufregung ist sehr groß. Wir machen alles fertig und ich fahre rüber zum Yard und auch direkt auf den Trailer.

Nun sind wir nach 2320 Seemeilen = 4296,64 km wieder auf dem Trockenen.

Jetzt haben wir genug Zeit alles fertig zu machen, denn am 10.11. geht es nach München. Dort feiern wir den 30 igsten Geburtstag des Sohnemannes. 🙂

Ich freue mich wie wahnsinnig auf Zuhause.