Resümee Italien

Unsere diesjährige Route 216 Tage und 10280km. Dies ist Polarstep und dort sieht man immer wo wir ganz aktuell sind.

Ich habe mich wahnsinnig auf Italien gefreut. Die tolle Mentalität, das schöne Singsang der italienischen Sprache, Familie über alles, „Dolce Vita“ und „Bella Figura“, Pizza, Pasta, Eis und viel Geschichte. Und das ist auch so wie ich es mir vorgestellt habe.

Von Griechenland kommend sind wir um den gesamten Stiefel bis nach Rom hoch in den Norden gesegelt.

Hier bin ich schon irgendwie an meine Grenzen herangetreten. Keine Buchten in denen wir uns vor den Wellen und Winden retten konnten. Für eine ruhige Nacht mussten wir uns in Häfen flüchten und diese sind in Italien wahnsinnig teuer. Lagen wir mal in einer Bucht konnten wir nicht an Land denn die allgegenwärtigen Lidos (das sind Strandabschnitte die durch Liegen und Sonnenschirm Vermieter, bewirtschaftet werden) ließen es nicht zu das wir unser Dingi an den Strand legten um dann zu wandern oder einfach nur einkaufen zu gehen.

Jedes Fleckchen der Küste ist in ihren Händen. Oft haben wir gehört;“No,No! Privat“

So konnten wir vom Landesinnere nicht wahnsinnig viel kennen lernen und auch die Menschen wahren weit weg und nicht erreichbar. Das war echt schade!

Auf den Inseln, wie Liparische Inseln, Procida, Ischia, Ventutene, Ponza, Sardinien und Sizilien war es besser. Dort waren wir auch bei tollen Wanderungen unterwegs. Capri haben wir ausgelassen da es uns wirklich zu voll war.

Die Inseln haben wir sehr genossen, da es einfach wieder Buchten gab in denen wir gut schlafen konnten und wir so auch mehr Kontakt zu anderen Seglern hatten. Das Land mit seinen Menschen ist echt toll! Nur das maritime Italien gefällt mir nicht so besonders.

Italien ist ein Motorboot Land. Je größer das Boot desto besser und einflussreicher bin ich. Wenn der Italiener was darstellen will besitzt er es. Es gibt nur Stopp oder Vollgas. Die Häfen sind überfüllt und überteuert und leider lernt man sie nicht kennen da die wenigsten , gefühlt keiner, Englisch spricht.

Auf der Festland Seite fühlte ich mich manchmal wie eine Aussätzige die man nicht haben will die aber sooo gerne den Menschen dort kennen lernen möchte. Denn das ist das einzig wichtige! Die Begegnungen! Denn die Küste ist immer wieder traumhaft schön aber ziemlich ähnlich. Auf dieser Seite sind kaum ausländische Segler unterwegs und die Italiener die da sind können sich eben nicht verständigen.

Viele glauben, wir leben im Paradies und einen Traum. Doch dieser Traum kann auch zum Horror Film werden und ist in der meisten Zeit sehr anstrengend. Wenn wir nicht an Land kommen ist das auch für uns nicht gut. Wir brauchen Bewegung, Begegnungen, verschiedene Persönlichkeiten und Begebenheiten um uns wohl zu fühlen. Und ohne diese wird unsere kleine Alina für uns immer kleiner und enger.

Ich brauche es, das ich an Land gehen kann wann ich will sonst fühle ich mich eingesperrt. Und das war sehr oft so! Ich hatte oft den Gedanken, aufzuhören. So möchte ich das nicht. Ich mag das Land kennen lernen. Die Menschen. Und das Boot ist nur unser Fortbewegungsmittel!!

Das hat dieses Jahr gar nicht geklappt. Wir sind hauptsächlich gesegelt. Es fühlte sich oft an wie das abhaken eines neuen Ortes und dann weiter.

Das lag aber auch daran das wir mehr als 700 Seemeilen zurücklegen mussten um Besuch zu einem geplanten Termin aufzunehmen. Und das bereitet eben sehr viel Stress. Ein anderer Besuch meldete sich und sagte:“Hey ich bin jetzt da ich könnte morgen an Bord kommen.“ Einfach perfekt. 👏 Nur so machen wir es jetzt in Zukunft. Denn ich mag einfach nicht mehr hetzen.

Seglerisch ist das Tyrrhenische Meer sehr anspruchsvoll. Trotzdem hatten wir öfter wunderbare Segel Phasen und dann wieder sehr anstrengende.

Durch das enger werden an Bord habe ich gelernt das es wichtig ist seinen eigenen Raum zu behalten. Seine eigenen Aufgaben und Themen. Ich hatte zwischen drin das Gefühl das dieser Raum immer kleiner für mich wird. Das meine Persönlichkeit verschwindet wie in einem Vakuum. Meine Geschichten werden übernommen, meine Themen und Meinungen. Gibt es mich noch? Oder bin ich nur noch Partner von…? Wie war noch der Name ? , Marina oder Martina?

Im letzten Drittel der Saison haben wir viele liebe Menschen kennengelernt und es hat die Einsamkeit in manchen Abschnitten, wieder wett gemacht. Jede Geschichte ist besonders und ich genieße es sie zu hören.

Das Maritime Italien. Nun wie soll ich das beschreiben?

Die Lido Situation habe ich ja schon erwähnt. Gefühlt hat jeder Italiener ab dem Mittelstand ein Boot oder mietet sich eins. Zum Wochenende wird das Eigentum dann am Freitag Abend auf Hochglanz gebracht und am Samstag morgen geht es dann aus dem Hafen. Mit den vielen Mietbooten zusammen. Dann legt man sich vor den Hafen oder einer eventuellen Bucht, wirft den Anker und hängt dort den ganzen Tag ab um Abends wieder in den Hafen zu fahren. Das wiederholt sich am Sonntag.

So entsteht am Wochenende eine richtige Rush Our in der alle Boote unterwegs sind und Wellen, zum Beispiel vor der Amalfiküste, entstehen, die so hoch und unangenehm sind wie zu einem richtigen Sturm. Ist das Wetter nicht gut, sprich höhere Wellen oder Wind und Gewitter , verbringen sie den Tag genauso, nur eben im Hafen.🤣

Die Menschen die wir kennenlernen durften waren wahnsinnig freundlich und wir haben uns immer wohlgefühlt. Besonders in den einfachen Arbeiterstädten, ich nenne sie „ehrliche Stadt“, war es toll.

Um mal zum Ende zu kommen. Italien ist immer eine Reise wert. Aber lieber von Land her erkunden. 😉😁

Das ist mein persönliches Empfinden über dieses Jahr. Das kann beim Peter ganz anders sein. Ich versuche ihn zu überreden das er sein eigenes Resümee‘ schreibt. Mal sehen.

Rückreise über Rom

Wir beschließen auf der Heimreise einen Stopp in Rom einzulegen. Früh morgens geht es mit dem Bus los.

Ätna

Was wir nicht wussten, es ist wieder einmal ein „heiliges Jahr und steht unter dem Leitwort -Pilger der Hoffnung.“

Das heißt für uns, die Stadt ist zum bersten voll. Denn an diesem Wochenende ist großes Treffen der Synodal-Teams und Beteiligungsorgane. Die kommen dann nicht in kleinen Gruppen sondern Busse weise. Ich weiß nicht wie viele Menschen zu Besuch waren ,aber ich kann sagen es waren einige.

Für das gesamte heilige Jahr werden ca. 32-45 Millionen Pilger erwartet.

Es ist aber nicht schlimm. Wir beschließen in keine großen Sehenswürdigkeiten zu gehen da die Schlangen der Wartenden enorm sind. Wir lassen uns einfach durch die Stadt treiben und lernen wunderschöne Ecken von Rom kennen.

Hier hat der Herbst auch schon begonnen und lässt die Bäume in wunderschönen Farben leuchten.

Wir entdecken natürlich tolle Kirchen und Plätze mit Brunnen aber auch ganz kleine bezaubernde Cafes wo sich kein Pilger hin verirrt.

Nach drei Nächten steigen wir in den Frecciarossa und fliegen mit dem roten Pfeil über Mailand nach Hause.

Marina di Ragusa

Unser Winterhafen

Ich hatte im Frühjahr lange gesucht und mich dann für Marina di Ragusa entschieden um dort über Winter zu liegen. Und ich glaube das war eine gute Entscheidung. Hier befinden sich sehr viele Segler über Winter die auch schon einige Jahre hier sind. Einige davon pflegen ganz rührig die MdR (Marina di Ragusa)-Gruppe auf Facebook. Hier erfährt man alles was in der Community (Gemeinschaft) los ist. Von Treffen zum Sundowner auf der Hauptmole, Happy Our in der Kneipe, wandern am Freitag, Sport, Halloween-Party, etc., bis hin zu Fragen die beantwortet werden, Ersatzteile oder Flohmarkt. Es ist einfach toll.

Neben unseren kleinen Arbeiten lernen wir viele liebe Leute kennen und haben eine tolle Zeit.

Wir wechseln sogar die Ventile während wir im Wasser sind. Das muss ich kurz erklären.

Bei uns gibt es einige Löcher unter der Wasserlinie nach draußen. Toilette (die hier im Hafen natürlich nicht verwendet wird), Abwasser Waschbecken und Küche und natürlich noch andere für den Wassermacher und den Motor. Die Ventile schließen die Löcher wenn man das will.

Und davon müssen fünf gewechselt werden weil die alten sich langsam auflösen.

Normalerweise macht man das wenn das Schiff an Land ist aber ich hatte im laufe des Sommers die Idee das Loch von außen zu schließen denn dafür gibt es schöne Holzpfropfen , die man im Normalfall von innen bei einem Leck verwendet. Wenn das schief gehen würde, würde das Boot sich sehr schnell mit Wasser füllen.

Aber die Idee war gut. Es hat alles wunderbar funktioniert obwohl uns einige für verrückt erklärt haben.

Ich bin außen mit dem SUP im Wasser und mache die „Stöpsel“ rein und Peter wechselt innen die Ventile. Ohne Probleme, war dies recht schnell erledigt.

Sonst haben wir nur Kleinigkeiten zu machen und Peter langweilt sich recht schnell😉.

Während ich unser Boot Winterfest mache ist er schon wieder auf anderen Booten unterwegs und repariert hier und hilft dort.

Es vergehen einfach nur drei/vier Tage und die Nachbarn haben es erlickert das er was kann🙃.

Ich laufe dann nach der Arbeit einfach los und genieße den tollen Strand zum laufen oder gehe mit Freunden ein leckeres Eis essen oder etwas trinken. Mir geht es also gut dabei auch wenn es manchmal nervt.

Aber er hat nun mal riesigen Spaß dabei zu zeigen was er kann.

Abends ist immer was los. Entweder sind wir auf anderen Booten, oder haben mit anderen Seglern einen gemütlichen Abend bei uns an Bord oder gehen wir auch mal essen. Kaum ein Abend an dem nichts los ist.

Das Wetter ist noch sehr schön im Oktober. Der Wind ist zwar oft sehr stark aber wir sind gut und sicher im Hafen, da ist es uns egal. Es regnet aber immer öfter und dann verkrümeln sich alle unter Deck. Das ist der Moment wo es sehr ruhig ist im Hafen. Er wirkt wie ausgestorben. Aber kaum ist der Regen vorbei kommen wieder alle aus ihren Höhlen.

Wir besuchen auch mal mit dem Bus die alte Stadt Ragusa Ibla die seid 2002 zum UNESCO-Menschheitserbe ernannt wurde. 1693 wurde sie wie viele andere Städte durch ein verheerendes Erdbeben fast vollständig zerstört aber sehr schnell auf den Ruinen wieder aufgebaut. Sie ist eine der bedeutendsten Kunst-Städten. Wir lassen uns einfach durch den Ort treiben und genießen es sehr.

Plötzlich ist der Moment gekommen das wir an die Abreise denken müssen. Wir beschließen mit dem Zug zu fahren und noch einige Tage in Rom zu bleiben. Und darauf freuen wir uns sehr.

Die Zeit hier ist rasend schnell vorbei gegangen, mit lustigen Abenden und wertvollen Begegnungen. Habt einen schönen Winter, bis bald.

Wir sind dann mal weg.🖐

Weiter geht es an der Südküste Siziliens

Wir segeln gemütlich Richtung Winterhafen.

Das Wetter ist gerade sehr schön ruhig und so können wir uns sogar vor dem Capo Bianco und der Türkischen Treppe über Nacht vor Anker legen. Das ist hier selten so genießen wir es auch ganz bewusst hier sein zu können.

Die Türkische Treppe soll so heißen, weil sarazenische Piraten, die von den normalen Leuten „ Türken“ genannt wurden, sich hier nach ihren Überfällen im Windschatten verankert und versteckt haben. Eine andere Theorie ist, weil dieser weiße Mergel sehr an das türkische Pamukkale erinnert. Man weiß es nicht!🙂.

Die Nacht vor Anker ist nicht mehr ganz so ruhig aber am Morgen fahren wir trotzdem recht früh an Land um diesen schönen Ort alleine zu genießen. Es ist wirklich traumhaft dieser Kreideweiße Felsen. Ein besonderer Ort!

Doch dann geht es weiter. Wir wollen nach Empedocle in den Hafen um in das Tal der Tempel zu gehen.

Im Hafen ist es wirklich sehr eng und nur zwei bis drei Plätze frei. Aber wir quetschen uns in eine 2,5m Bucht mit unseren 4,40m rein und liegen zwischen einem Forschungsschiff mit Sonargerät und einem großen Motorboot wie in Abrahams Schoß. Leider haben wir uns bei dieser Aktion einen Kratzer in die Solarplatte geholt. Was für ein Mist!

Giuseppe der Hafenmeister erklärt alles ganz nett: „Es gibt keine Toilette, da müsst ihr ins Fährterminal. Es gibt eine Dusche hier an meiner Hütte auf der Außenseite die könnt ihr nutzen.“ Die ist aber für alle ersichtlich😂.

Im Terminal leihen wir uns einen Elektroroller und fahren zum Tal der Tempel. Ein wirklich besonderer Ort. Dieser Ort zeigt die Überreste der Stadt Akragas, eine der bedeutendsten antiken griechischen Städte auf Sizilien. Es gibt noch viele Tempel zu sehen die die damalige Größe der Macht und die kulturelle Hochblüte zeigen. Diese größte antike Städte im Mittelmeerbereich ist noch in sehr gutem Zustand.

Wir lassen uns sehr viel Zeit und genießen es sehr.

Empedocle ist eine normale Arbeiter Stadt. Ich sage dazu immer:“Eine ehrliche Stadt.“

Touristen verirren sich selten hierher. Und wenn doch welche mit der Fähre kommen, fahren sie nur zum Tal der Tempel.

Der Hafen wurde nach einem Philosophen benannt der für seine Theorie der Elemente: Erde,Wasser,Luft und Feuer bekannt ist und auch später den Schriftsteller Andrea Camillerie, inspirierte. Ihn findet man als Graffiti an mancher Hauswand.

Nach drei Nächten verlassen wir den Hafen und segeln nach Licata. Wir segeln durch, da die Wellen einen Ankerstopp nicht erlauben.

Licata ist eine alte gewachsene Stadt mit einer Burg und einem modernen Hafen. Hier überwintern auch sehr viele Segler und wir kommen, kaum angelegt, in den Genuss einer aktiven Seglercommunity. Wir werden gleich zur Happy Our eingeladen🤣.

Unterwegs haben wir schon sehr viele Segler getroffen. Und wenn man gefragt hat: „Wo überwintert Ihr?“

Wurde sehr oft gesagt: „Licata“!

Manchmal hatten wir schon das Gefühl das wir in Marina di Ragusa alleine sein werden. Wir werden sehen😊.

Die Stadt ist sehr schön und wir wandern zwei Tage in ihr herum. Abends genießen wir die Gesellschaft anderer Segler.

Aber dann kommt unser letzter Törn in dieser Saison.

Auf geht es zur Marina di Ragusa.

Sizilien

Wir kommen auf dem schönen Sizilien an und segeln an der Südküste vorbei. Einige sagten zu uns, „Segelt nicht an der Südküste vorbei, da ist nichts , geht nördlich vorbei nach Ragusa da ist es viel schöner!“

Wir lassen uns aber nicht beirren denn für die Südseite passt auch einfach der Wind. Wir können so wunderbar segeln wie schon lange nicht mehr. Es macht richtig Spaß! Kaum Welle und mäßiger Wind. Richtiges Kaffee-segeln, herrlich!

Weil es so herrlich ist machen wir auch gleich einmal 40sm. Wir kommen spät bei Porto Palo an.

Eigentlich wollten wir vor den Tempeln von Selinunt ankern aber dort ist es einfach zu unruhig und wir müssen uns neben dem Hafen etwas verstecken. Rein können wir nicht da er zu flach ist und somit den Fischern vorbehalten.

Einer der vielen Tempel

Selinunt ist ein alter Handelsposten aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. mit einigen Tempeln und einem Marktplatz. Es gilt als größtes Archäologische Areal Europas und gehört zu den bedeutendsten griechischen Tempeln in Sizilien. Das gesamte Areal/Land ist das größte der Welt ( aber hier ist ja nichts🤣). Von Wasser her ist es schon sehr schön anzuschauen aber wir entscheiden uns an einer anderen Stätte uns in die Geschichte zu stürzen. Denn hier können wir das Boot nicht gut alleine lassen. Schade, aber so ist es nun mal manchmal.

Wir segeln weiter nach Sciacca und bleiben dort für vier Nächte. Erst legen wir uns vor die Klippen und haben einen traumhaften Abend an Bord mit einem wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Die Nacht ist sehr ruhig aber wir legen uns wegen kommenden Wetters recht früh in den Hafen von Sciacca. Das war auch gut so denn kaum sind wir fest geht der Wind los. Roberto der Hafenmeister ist sehr nett (wie alle hier!!) und erklärt uns alles genau. Wir machen das Schiff mal wieder sauber, gehen einkaufen und Abends ruft Roberto beim Roller Vermieter an der uns dann abholt und uns einen Roller vermietet. Wow, was für ein Service.

Sciacca ist eine Hafenstadt und ein Thermalbad. Außerdem ist die ganze Gegend sehr Landwirtschaftlich geprägt und gilt als bedeutendste Weinbauregion Siziliens. Unter den Arabern und den Normannen entstand die heutige Stadt mit der Stadtmauer und dem Kastell.

Die Thermalbäder sind in wunderbaren alten Gebäuden, die aber leider alle zu sind da es politische Querelen gibt, wie man uns erklärt hat.

Der Monte San Calogero oder auch Monte Kronio genannt mit dem unvollendeten Hotel Grande San Calogero ist die höchste Erhebung der Stadt und dort fahren wir auch gleich mal mit dem Scooter hin und schauen uns um.

Der ganze Berg ist ein Komplex von Hypogäums (unter der Erde liegend), in der Luft und Dämpfe in thermischen Phänomenen zirkulieren. In diesen Höhlen sind 38°C und mehr das ganze Jahr zugegen. Die fünf Haupthöhlen gehen als Labyrinth durch den ganzen Berg und der Dampf kommt an einigen Stellen zu Tage. Die Menschen gingen mit ihren Leiden in die Höhlen da diese warmen Dämpfe wunderbare Linderung brachte.

Aber wie gesagt es ist leider alles zu.

Abends lassen wir uns noch in der Stadt treiben.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Roller ins Hinterland zu der wunderschönen Bergstadt

Caltabellotta mit der normannischen Burg Sibilla.

Auf kleinen, seeehr schlechten Straßen fahren wir durch wunderbar gepflegtes Landwirtschaftliches Gebiet. Mandeln, die jetzt bald geerntet werden, Oliven, Wein, Zitrus, Getreide und vieles mehr. Wirklich schön hier. Wir genießen es sehr!

Die Stadt Sciacca ist es echt wert das man sich dort etwas Zeit nimmt. Das haben wir auch gemacht und sogar noch etwas verlängert.

In dieser Gegend gibt es auch eine nette Legende.

Es geht um eine tragische Liebe einer Sicilianerin und einem Mauren während der arabischen Herrschaft. Er verspricht ihr die ewige Liebe und sie erfährt das er in seiner Heimat Frau und Kinder hat. Somit köpft sie ihn im Schlaf und pflanzt in seinem Kopf Basilikum das hervorragend gedeiht. Und so kann man in der ganzen Gegend die auch bekannt für ihre Keramik ist, diese Porzellan Köpfe kaufen. In allen erdenklichen Formen, Farben und Größen.

Wir genießen die Stadt sehr aber irgendwann muss es dann mal weiter gehen.

Tschüss Sardinien

Nach einem abschließenden Spaziergang am Abend verlassen wir nach den Gewittern bei Sonnenaufgang Sardinien.

Mit zwei weiteren Booten haben wir am Nachmittag verschiedene Ideen des Startzeitpunktes diskutiert. Wir segeln als letzte Richtung Sizilien. Die Petite Jolie und die Cutty Sark segeln schon am Abend los. Zu diesem Zeitpunkt ist es uns noch zu gewittrig. Wir haben lieber noch die Nacht abgewartet.

Es heißt also, um fünf raus aus dem Bett und los gehts. Ca.155sm (248km) in 28 Std.

Die Bedingungen sind gut. Nicht zu hohe Wellen und Wind fast von hinten der nicht zu stark ist.

Peter hat sich wieder hingelegt und ich bin ins dunkle gesegelt. Als die Sonne aufgegangen ist habe ich ihn geweckt und wir haben zusammen den Para (Leichtsegel) gesetzt.

Mit dem Segel machen wir gute Fahrt. So kann es bis zum Schluss weitergehen, was es aber leider nicht tut. Am Ende des Tages müssen wir leider motoren. Die Wellen sind zu hoch, der Wind zu schwach und so ist der Para immer wieder zusammen gefallen. Das geht zu sehr aufs Material und so haben wir ihn wieder runter genommen. Zum Trost hat Peter kurz vor Sonnenuntergang noch eine Goldmakrele gefangen. Dies hat uns sehr gefreut .

Durch die Nacht haben wir uns wie schon am Tag immer abgewechselt. Die meiste Zeit ist es ruhig. Nur als wir Sizilien immer näher kommen, werden auch die Schiffskontakte häufiger. Peter muss auch mal mit einem Kreuzfahrtschiff funken da es nicht ersichtlich ist wie es an uns vorbeifahren will. Aber nach einem netten Gespräch ist alles geklärt und es kann ohne weitere Vorkommnisse weiter gehen.

Gegen Morgen habe ich etwas Geschwindigkeit raus genommen damit wir im hellen ankommen. Denn in einem Revier in dem man noch nie war ist es so viel sicherer.

Um halb acht haben wir unseren Anker auf der Insel Favignana in einer Bucht dieses Ägadischen Archipels direkt vor Sizilien, fallen lassen.

Jetzt erst mal schlafen und dann erkunden wir über die nächsten Tage diese Insel.

Diese Insel war bekannt für seine Geschichte des Thunfischfangs, der traditionell durch die Mattanza durchgeführt wurde. Die Tiere wurden durch ein Labyrinth von Netzen zwischen März und Juni in die sogenannte Todeskammer getrieben wo sie dann mit Enterhaken herausgeholt wurden. Ein riesen Massaker! Dann kamen die Tiere in die Tonnara di Favignana (Thunfischfabrik) der Familie Florio, wo sie in Konserven gefüllt wurden. Sie galt bis in die 1990iger Jahre als die größte Fabrik des Mittelmeeres und ist heute ein sehenswertes Museum.

Heute gibt es die Mattanza hier nicht mehr, sondern es werden Schleppnetze verwendet die auch nicht besser sind. Das Mittelmeer ist leider völlig überfischt.

Für uns ist dies alles sehr interessant, wenn es auch traurig ist.

Wir genießen die Zeit hier sehr, lernen neue Segler kennen und segeln dann auch bald weiter zur Südseite Siziliens.

Wir sind sehr gespannt obwohl wir gehört haben das es auf dieser Seite nichts geben soll. Die erste Bucht ist auf jeden Fall schon einmal sehr schön, auch wenn es etwas unruhig ist.

Der Südosten von Sardinien

Wir bewegen uns langsam Richtung Süden. Geschützte Buchten gibt es leider nicht so viel und da das Wetter sehr unbeständig und gewittrig ist, gehen wir dann doch ab und zu in einen Hafen.

Diese gibt es nicht so oft da die Küstenlandschaft eher eine Mischung aus Sandstränden ( Wie die berühmte Costa Rei) und kleinen Felsbuchten mit dem Sarrabus Gebirge im Hintergrund, ist.

Im Hinterland gibt es immer wieder Binnenseen die von den vorbeiziehenden Vögeln Richtung Süden gerne für eine Pause genutzt werden. Zur Zeit sieht man einige Flamingos aber auch vorbeiziehende weiße Reiher. Ein untrügliches Zeichen das der Herbst nun anfängt.

Nachdem wir bei einer sehr ungemütlichen Überfahrt mit sehr hoher Welle und zu wenig Wind, 2/3 des Großsegels als Stütze draußen gelassen haben, haben wir uns einen etwa 1,5m langen Riss eingefangen. Also fragen wir im Hafen Corallo an ob wir kommen dürfen. Es geht klar und wir legen bei 22kn Seitenwind an. Alles klappt super!

Hier lernen wir ganz liebe Menschen von der SY Joy kennen mit denen wir sehr viel schöne Zeit verbringen.

Als wir dann irgendwann einmal starten um weiter zu kommen, kommt auch noch Jörg von der SY Fitou dazu.

Auch dies wird ein harter Ritt und wir haben bald ohne Großsegel keine Chance mehr da gegen anzukommen und müssen leider mit dem Motor weiter stampfen. Wir haben alle drei das gleiche Ziel. Eine relativ gut geschützte Bucht am Ende der Costa Rei. Kaum angekommen bereiten wir alles vor um unser Segel zu nähen.

Wir wollen gerade anfangen da kommt eine Nachricht der Fitou. „Ihr habt doch Tauchsachen, oder?! Könnt ihr mir helfen, mein Anker hängt zwischen Felsen und kommt nicht mehr hoch. Der hat sich total verklemmt.“

Also Nähzeug wieder weg und die Tauchsachen zusammen suchen. Etwas ärgerlich aber wir helfen ja gerne.

Mich macht ein nahes Boot immer etwas unruhig und ich kann nicht gut schlafen. Denn man weiß ja nie. Aber nach Ansprache korrigiert er etwas und daraufhin ist es eigentlich gut.

Peter braucht mit der lieben Hilfe von Bine, die schwimmend die Oberfläche sichert und Anweisungen von Peter unter Wasser weitergibt, mehr als eine Stunde. Doch dann ist der Anker frei und die Fitou kann sich einen besseren Platz suchen. Leider etwas nah an uns, aber gut.

Nach dieser Nacht segeln wir ums südöstliche Cap Sardiniens in die Bucht Carbonara vor der Stadt Villasimius. Die anderen beiden segeln weiter nach Caligiari, so können wir hier in Ruhe den ganzen Tag das Segel nähen. Es klappt sehr gut und wir sind bald ein eingespieltes Team mit der Nadel. Jeder auf einer Seite und die Nadel annehmen und zurück führen.

Nach sechs Stunden sind wir mit einer sehr guten Naht fertig und können das Segel noch vor Sonnenuntergang wieder aufziehen. Wir beide sind super glücklich das wir das geschafft haben.

In der Nacht dreht der Wind auf auflandig und es wird sehr ungemütlich. So starten wir schon bei Sonnenaufgang nach Cagliari und treffen dort wieder auf SY Joy und SY Fitou.

Sardinien,

ist wirklich eine schöne Insel. Wir bewegen uns langsam Richtung Süden und besuchen verschiedene Buchten. So wie es der Wind zulässt. Und wir besuchen das ehemals kleinste Königreich der Welt. Die Insel Tavolara liegt vor der Bucht von Olbia und erinnert an einen schlafenden Drachen der jedes Schiff durch seine beeindruckende Größe begrüßt. Für Wanderer und Kletterer ein Paradies aber leider nicht im August da es viel zu heiß dafür ist. Wir überqueren die Bucht von Olbia und legen uns vor diese schöne Insel, machen einen schönen Spaziergang und essen Abends im Restaurant des letzten Nachfahren des Königs von Tavolara. Es leben nur noch elf Personen in dieser Mini-Monarchie die schon seid 1962 nicht mehr anerkannt ist. Aber eigentlich existiert sie immer noch, denn Italien hat diese 6km lange Insel offiziell nie einverleibt.

Die Insel genießt es auf jeden Fall mit dieser Popularität.

Wie überall ist es über Tag sehr voll und am Abend wird es wunderschön. Nach einem kleinen Tanz am Strand fahren wir wieder zu unserer Alina und verlassen diese schöne Insel am nächsten Morgen da das Wetter schlechter werden soll.

Und tatsächlich. Auf Tavolara setzt sich ein Wolkenhut und für die Einheimischen ist klar das es bei diesem eindeutigen Zeichen, Regen gibt.

Wir sind aber inzwischen in einer sicheren Bucht und können diesen Stark Regen gut ab wettern. Nach dem einkaufen und einer kleinen Wanderung die Küste entlang geht es nach ein paar Tagen auch schon weiter.

Wir wollen in einen Hafen und suchen uns la Caletta aus. Wir lernen nette Holländer kennen die hier permanent leben und verbringen mit Esther und Clemens zwei tolle Abende. Erleben einen Sardischen Abend mit Tanz und gutem Essen und leihen uns ein Auto um das Inland kennen zu lernen.

Hier ist Sardinien schön wild mit hohen Bergen und einem Tal der Bauern. Wir besuchen eine Tropfsteinhöhle mit dem größten Stalagmiten Europas (37m) fahren durch die Berge, besichtigen ein altes Grab des Urvolkes von Sardinien und eine schöne Burg mit toller Aussicht.

Nach zwei Tagen geht es weiter Richtung Süden und wir besuchen verschiedene Buchten und erkunden unsere eigene kleine Tropfsteinhöhle in der Cala Luna.

Ich würde sagen sehr viel schöner als die berühmte blaue Grotta.

Hier ist das Höhlenlabyrinth 18km bis ins Inland erforscht. Aber man vermutet das es noch viele km mehr sind und sich tief ins Gebirge zieht. Auch die große Tropfsteinhöhle Ispinigoli, in der wir waren, gehört zu diesem Labyrinth.

Am Morgen stehen wir extra früh auf um die Höhlen von Cala Luna alleine zu erleben und zeigen dem französischen Pärchen Carolin und Daniele noch unsere Höhle mit dem Dingi. Sie sind begeistert von dieser traumhaften kleinen Tropfsteinhöhle.

Zurück an Bord, bekommen wir ekelhaften Schwell auf die Seite und Alina schwankt wie verrückt. So lichten wir einfach den Anker und segeln weiter nach Süden.

Das Maddalena Archipel ,

liegt in der Straße von Bonifacio und besteht aus einer Vielzahl von Inseln, Inselchen, Riffen und Felsen die aus dem starken Mistral-Wind und der Strömung geformt wurden. Hier herrscht der rosa Granitfelsen vor und ist wunderschön an zu sehen. Der Wind hat viele Buchten und schöne Strände geformt die im kristallklarem Wasser mit seinen tollen Farben einfach traumhaft wären wenn wir nicht August hätten. Schlimmer noch,“ Ferragosta“, Maria Himmelfahrt. Es ist am Tag alles sehr sehr voll aber am Abend beruhigt es sich und wir hatten schöne ruhige Abende.

Das Archipel gilt als Geheimtipp, was es definitiv nicht mehr ist sondern der Treffpunkt der Reichen und Super Reichen. An einigen Stränden sind wir mit unserem ollen Dingi nicht gerne gesehen und an anderen können wir ein 0,2l Bier für 10 € genießen.

Seid 1994 ist dieses Archipel ein Naturschutzgebiet mit seinen Anordnungen. Diese werden aber leider nicht eingehalten. Es wird überall geankert! Die Park Rancher sind zwar jeden Tag unterwegs und kontrollieren ob du den Eintritt bezahlt hast aber das war es auch.

Die 3 kn maximal Geschwindigkeit werden nicht eingehalten denn die Italiener wollen zeigen was sie unter der Haube haben und das mitten durchs Ankerfeld damit es auch ja alle sehen.😏Wir genießen die Zeit trotzdem und saugen alles in uns auf. Es gibt traumhaft schöne Momente.

Die Hauptstadt ist wirklich nett und wir machen einen schönen Spaziergang durch den Ort.

Auch auf den Inselchen machen wir kleine Wanderungen.

Am Tag drängeln sich die Boote. Es kommt leider nicht rüber.

Nach fünf Tagen haben wir genug und segeln wieder nach Sardinien. Und von jetzt an immer Richtung Süden.👏

Ankunft auf Sardinien

Nach der etwas anstrengenden Überfahrt nach Sardinien legen wir uns erst mal in eine Bucht um auszuruhen. Den Ausdruck „ruhige Bucht“, muss ich weg lassen, denn wir haben August und das ist die Haupt Ferien Zeit der Italiener. 😉🤣 Und außerdem steht auch Ferragosto ( Mariahimmelfahrt) vor der Tür. Und das ist der wichtigste Feiertag hier in Italien.

Das heißt für uns das zig Motorbötchen über Tag an uns vorbei rasen und einen Wellengang wie bei einem Sturm von 8 Beaufout verursachen. Denn sie kennen nur die Gasstellung, Stopp oder Vollgas😂.

Es geht nur schnell

Eigentlich wollten wir erst die berühmten Maddalena Inseln anfahren aber die Strömung aus der Straße von Bonifacio heraus hat uns südlicher Richtung Olbia getrieben. Aber das ist nicht schlimm. Auch hier gibt es super schöne Buchten die man nach 19 Uhr auch für sich alleine haben kann. Denn Die Italiener gehen Abends wieder in den Hafen wenn es geht und so ist es dann Abends traumhaft ruhig. Wir bewegen uns zwischen verschiedenen Buchten im Golf von Olbia. Mal gehen wir in eine Bucht die nah an einem Supermarkt ist oder in eine Bucht in der man schön wandern kann. Dieses tuen wir aber erst gegen frühen Abend denn hier sind die ganze Zeit über 35°C im Schatten. Und Schatten gibt es bei diesen Wanderungen nicht.

Hier in der Gegend kommen wir erst mal an und gewöhnen uns an die Menge von Booten.

Man hat viel zu schauen denn es gibt auch ganz Fantasievolle Boote.😀