EUBÖA

2.7.23-9.7.23
Wir segeln nun zwischen dem Festland Attika und Euböa immer Richtung Norden. Hier ist es etwas geschützter da auf der östlichen Seite von Euböa schon der Meltimi wütet. Das ist ein sehr starker Wind in der Ägäis, der sich in den heißen Monaten aufbaut. Und da es schon sehr heiß und trocken ist geht es auch schon mit dem Meltimi los.


Als wir so unterwegs sind, mache ich in der Griechenlandgruppe über Facebook einen Aufruf wo sie denn alle stecken. Denn ich fühle mich gerade etwas einsam. Wir haben schon sehr lange keinen Kontakt mehr mit anderen Seglern gehabt und schon gar nicht mit Deutschen.
Und tatsächlich sind zwei in unserer Nähe die wir dann auch kennen lernen und teilweise sogar ein Stück miteinander segeln. Das tut echt gut mal wieder Leute zu treffen. Denn es ist immer wieder sehr interessant andere Lebensgeschichten zu hören. Es ist eine tolle Vielfalt und nie langweilig. Alles sehr unterschiedliche Menschen die aber eines verbindet, und das ist das segeln. Herrlich!
Als wir die Hälfte von Euböa hoch geschafft haben müssen wir die Brücke bei Khalkis passieren.


Dies ist die engste Stelle zwischen Festland und Euböa. Die Brücke wird nur zu einer bestimmten Zeit eingezogen damit die Segler durchfahren können. Und diese Zeit bestimmt Ebbe und Flut in der Nacht, damit der Autoverkehr nicht zu arg gestört wird. Die Brücke macht in der kurzen Zeit auf, in der die Tide sich ändert. Das ist die Slagtime. In dieser Zeit ist am wenigsten Strömung. Denn dadurch das es dort so eng ist fließt zur vollen Flut ein richtiger Wildwasserfluss durch diese Stelle. Und das will kein Bootsbesitzer . 😉
Man muss sich im Hafenbüro anmelden und die Durchfahrt bezahlen. Unser Slot ist Gott sei Dank nicht so spät. Um 23 Uhr werden wir Namentlich über Funk gerufen das wir durchfahren können. Echt spannend. Viele Leute stehen oben und winken und laute Musik läuft. Ein tolles Erlebnis!
Danach laufen wir einfach die nächste Bucht an, lassen den Anker fallen und gehen todmüde ins Bett. War alles sehr aufregend für uns. 🙂
In diesem Gebiet ist es gar nicht so einfach zu segeln.
Durch die hohen Berge haben wir ständig Winddreher und die Fallböen die von diesen Bergen runterrutschen haben auch mal gerne 25kn Wind.


In einer Bucht waren wir auf ein anderes Boot eingeladen. Dieses war höchsten 30m weit weg. Da aber Abends 23kn den Berg runter kamen, sind wir sehr schwer rudernd, mit unserem Dinghi wieder zu uns aufs Boot gekommen. Ein richtiger Sturm!
Der Golf von Euböa ist echt anstrengend. Kein wunder das es auch Namen wie „Teufels-Kanal“,gibt.
Das schönste ist wirklich das man nun immer wieder auf bekannte Boote trifft und auch immer mehr ins tiefere Gespräch kommt. Es werden Tipps ausgesprochen wo es sehr schön ist und auch natürlich wo man gut essen gehen kann. Es ist wirklich toll. Einen Deutschen den es in die Türkei geführt hat weil eben dort das schönste Segelrevier ist. Deutsche die schon seid 30 Jahren in Neuseeland leben und andere die im Winter auf La Palma im schönsten Haus der Welt leben 🙂 und im Sommer mit dem Schiff unterwegs sind. Jeder ist spannend und eine wahre Bereicherung sie kennengelernt zu haben.

Im Eingang zum Golf von Volos trennen sich leider unsere Wege, aber wir werden uns hoffentlich wieder sehen. Bis bald.

P.S. Hallo Hias. Ich habe gehört das du hier gerne ließt. Alles liebe nachträglich zum 🎂

Schönes Hydra ?

25.6.-1.7.23
Die Künstlerinsel mit Berühmtheiten oder die es noch werden wollen.
Eine schöne Insel auf der keine Autos fahren sondern nur Esel und Mulis die Ware transportieren. Ein wunderschöner Ort in den Berg gebaut mit vielen kleinen Villen außerhalb der Stadt. Sie hat ihren ganz eigenen Flair. Aber leider, total überlaufen!


Wir kamen so gegen halb zwei an und schauten mit dem Boot in den Hafen. Aber keine Chance. Die Schiffe lagen in dreier Reihen, es war wahnsinnig eng und Boote kämpften mit Ankersalat. Nichts für uns!


Wir fuhren zur nächsten Bucht. Auch dort war es irre voll. Wir brauchten fast zwei Stunden um sicher fest zu sein denn es waren drehende Winde, Wassertaxis schossen an uns ganz nah vorbei und verursachten Mords Wellengang, scharfkantige Felsen, irre tiefer Grund und durcheinander fahrende Boote die einen Platz suchen.

Aber die ständigen Wassertaxis mit ihren Bugwellen waren das schlimmste. Bei diesen Wellen klemmte sich das Dinghi unter die Badeplattform und das Ergebnis war ein krummes Paddel. Nicht mehr zu gebrauchen! Echt ärgerlich! Immer mehr Boote kamen und legten ihren Anker über andere Ankerketten. Das Chaos begann. Wir blieben am Abend lieber an Bord um da zu sein wenn was ist und auch weil es nach Gewitter aussah. Aber es blieb ruhig und wir konnten langsam entspannen.

Am nächsten Morgen wanderten wir früh in die, und durch die Stadt. Sie ist wirklich schön nur mit wirklich viel zu vielen Menschen. Eine Fähre nach der anderen spukte tausende Menschen aus. Echt irre. Die geduldigen Esel trugen Ware und Koffer die Treppen rauf und runter.
Für mich wirkte es als wenn die Stadt am Limit ist.

Über die heiße Zeit gingen wir zurück zum Boot und ruhten uns aus. Ein großes Motorboot hatte neben uns geankert. Gegen Abend legte sich eine Flottille quer zu uns und alle legten ihre Kette über die des Motorbootes. Der Kapitän gab Bescheid das er bald ablegen will, aber der Flottille war dies egal.
Irgendwann begann das Geschrei. Sogar die Polizei kam. Sie sollen ihre Anker lichten damit er fahren kann. Keine Reaktion. Also fuhr der Kapitän langsam los und zog alle Anker mit hoch. Nun mussten sie doch alle nochmal weg. Riesiges Chaos.
Mein Resume ist: Hydra du bist echt schön, aber die Hektik der vielen Menschen und Boote hat mich echt verrückt gemacht. Nie wieder!
Am nächsten Morgen sind wir echt geflüchtet und waren sehr froh das bei uns kein Ankersalat war.
Wir machten einen kurzen Stopp in Poros und fuhren dann aber gleich am nächsten Morgen weiter.


Wir hatten sehr unsteten Wind und irgendwann einfach keine Lust mehr. Wir sahen in der Ferne eine Bucht mit einem Tempel und warfen einfach dort den Anker. Nun sind wir am Festland auf Attika und dieser Tempel ist der berühmte Poseidon-Tempel.
Wir entdecken vieles einfach nur zufällig.


Da es dort den schönsten Sonnenuntergang überhaupt geben soll, nehmen wir uns vor ihn auch dort zu genießen.
Abends sehen wir aber die Mengen von Menschen die dort hinwandern und entschließen uns den Sonnenuntergang vom Schiff aus zu bewundern. Wir hatten nun wirklich genug Menschen die letzten Tage und an Bord ist der Sonnenuntergang eh am schönsten. 🙂
Am nächsten Tag haben wir dann guten Wind und können bei gutem Tempo weiter segeln.
Auf diesem Weg kommt uns eine große 85 Fuß Contest sehr nah und fährt kurz neben uns her. Der Skipper hält mit uns ein wenig Small Talk während der schnellen Fahrt über die Reeling und lobt unser Schiff. Ein tolles Erlebnis. Wir fühlen uns echt geehrt denn es war der Skipper der Polina Star 4 der vor kurzem erst in der Yacht Zeitschrift war.
Dann dreht er ab und gibt Gas und fährt uns davon. Ein tolles Erlebnis.
Wir suchen uns gegen Abend eine sichere Bucht denn es hat ganz schön aufgebrist und die Wellen sind sehr hoch. Wir kommen mit Segeln nicht mehr gegen an.


Ich dieser Bucht bleiben wir zwei Tage. Ruhen aus, machen kleinere Arbeiten und bestücken uns mit allem was wir brauchen für die nächste Zeit.

23.7.23 Aktuelles

Wie sieht momentan unser Alltag aus
Wir liegen am liebsten in Buchten und haben natürlich so nicht die Annehmlichkeiten einfach von Bord zu gehen und in den nächsten Supermarkt hinein zu maschieren. Oder vom Hafen, Wasser oder Strom zu nutzen. Das letzte mal als wir dies hatten, waren wir in Kalamata und das war glaube ich Anfang Juni. Uns ist es im Hafen einfach zu eng und zu laut und meist auch noch viel heißer als in einer Bucht. Und da wir momentan in einer Hitzewelle stecken und Teile von Griechenland leider wieder brennen, ist es uns in der Bucht viel lieber. Auch wenn wir des öfteren doch35°c und mehr unter Deck haben und Nachts der Wind weg ist um etwas Luft heran zu fächeln.
Aber das heißt auch das alles gut geplant sein muss.
Als erstes muss natürlich das Wetter passen. Das kontrollieren wir jeden Tag! Sogar manchmal mehrmals. Denn der Wind und die Wellen sollen natürlich nicht in die Bucht rein wehen. Das wäre einfach nicht sicher und könnte bei stärkerem Wind gefährlich werden. Aber das geht natürlich im Zeitalter des Internets ohne Probleme. Zu 90% hat man Empfang. Und hat man keinen steigen wir auch mal ins Dinghi, fahren zum Cap vor, klettern auf einen Berg und erledigen dort das wichtigste 🙂


Nach dem Wetter checken überlegen wir wo es hingehen soll. Auch wenn wir uns treiben lassen muss ich persönlich ein Ziel haben auf das ich mich freuen kann.
Das Ziel hängt auch ein bißchen davon ab was wir noch im Kühlschrank haben. Wann können wir das nächste mal einkaufen? Gibt es dort einen Laden in der Nähe?
Wir sind gerade in den kleineren nördlichen Sporaden. Da gibt es gar nichts und das muss auch geplant sein.
Wenn dann das Ziel feststeht und der Kühlschrank nicht genug aufweist, heißt es: „ Dann müssen wir nochmal an Land, einkaufen!“
Also wieder das Dinghi vom Geräteträger runterhiefen, den Motor genauso und ans Schlauchboot fest machen.
Das Schlauchboot hängt an Leinen hinten an der Davids. Also Leinen lösen und das Dinghi vorsichtig runter lassen. Denn hier ist oft viel Fährverkehr oder Wassertaxis sind unterwegs, die keine Rücksicht nehmen und riesen Wellen bilden.
Das hat uns schon ein Paddel gekostet da es so unter unsere Badeplattform geriet und danach verbogen  war.
Dann noch den Motor in diesem wackeligen Boot befestigen.
Wir sind schon ein gutes Team und somit klappt es mittlerweile sehr gut.
Rüber fahren an Land und dort eine geeignete Anlandungsstelle finden.
Nicht überall darf man fest machen, oder ist es sicher vor dem Schwell. Wenn die Wellen das Schlauchboot immer an die Mole schlagen, wäre es bald kaputt da es dort sehr scharfkantige Steine und Muscheln gibt.
Wir schmeißen einen kleinen Anker der das Dinghi von der Wand fernhält ziehen uns an die Mauer, klettern hoch und binden es sicher fest.
Nun suchen wir einen Supermarkt. Wir müssen uns durchfragen und manchmal haben wir auch kein Glück und müssen noch sehr weit laufen.
Hier in der Gegend gibt es nur sehr kleine und man bekommt nicht immer alles was man braucht aber daran haben wir uns schon gewöhnt. Wir kaufen einfach das was da ist 😉
Dann alles durch die Hitze zurück zum Dinghi tragen, einladen und wieder zum Boot fahren. Einkaufstaschen verräumen, Motor wieder mit den Leinen hochhiefen und befestigen und auch das Dinghi wieder an den Geräteträger hochziehen. Beides ist nicht leicht.
Nach alle dem sind wir klatsch nass geschwitzt.
Und nun kommt unser Privileg, wir ziehen uns aus und springen noch mal ins Wasser bevor es los geht. Herrlich!!
Strom haben wir durch unsere Solarpanelen immer. Das klappt echt gut. Wasser können wir mit dieser Energie auch selber machen.
Aber nun gehen leider die Verbraucherbatterien kaputt und können die Energie nicht mehr speichern.
Das heißt für uns, wir müssen leider die einsamen Sporaden verlassen und nach Volos ans Festland zurück um neue Batterien zu bekommen. Das wäre hier unmöglich. Auch das kommt vor, das unsere Pläne über den Haufen geworfen werden.
Das heißt jetzt für uns einen einfachen Weg von drei Tagen auf uns nehmen, um dort an neue Batterien zu kommen.
Hoffen wir das es klappt.

Aktuell: Papas 90igster. Happy Birthday and RIP und unser 0igster Hochzeitstag :-0



Monemvasia 21.6.-25.6.23


Da sind wir eigentlich ganz zufällig hingeraten da uns der Wind ausging. Erst hatten wir schreckliche Fallwinde am Cap des zweitletzten Fingers der Peleponnes mit denen wir etwas zu kämpfen hatten, und dann war er weg , der Wind.
Also Plan B. Und so sind wir zum Gibraltar des Ostens oder auch „ Der Fels“ gekommen. Wir hatten vorher noch gar nichts davon gehört.


Er soll einer der romantischsten Orte Griechenlands sein.  Eine mittelalterliche Festung mit der integrierten Stadt aus verschiedenen Epochen des Mittelalters. Sie wurde unsichtbar vom Festland gebaut und somit nicht angegriffen. Sie ist nur mit einer schmalen Straße mit dem Festland verbunden und auch nur von See her zu sehen.
Allein der Felsen auf dem die Stadt erbaut ist, ist wunderschön. Besonders wenn die Sonne langsam unter geht und die tollen Rosatöne zur Geltung kommen.
Wir gehen spät zur Stadt damit es nicht mehr so warm ist. Die ganze Straße bis zum Stadttor ist mit Autos zugeparkt. Denn ab da kommt kein Auto mehr weiter.


Ab dem Tor ist es sehr Touristisch aber es ist gar nicht schlimm. Wir lassen uns durch einsame Gassen immer nach oben treiben und kommen so zu den Ruinen des ältesten Teil der Stadt, „Die Oberstadt“. Hier oben hat man die pure Geschichte zu Füßen und eine traumhafte Aussicht aufs Meer.
Auch in der „Unterstadt“ ist es traumhaft. Nichts wurde optisch verändert. Man hat echt das Gefühl in der Zeit zurück geschickt worden zu sein.
Hier hätte ein Teil der „Herr der Ringe“ gedreht sein können.
Wir trinken in einer ganz süßen Gasse ein Glas Wein und unterhalten uns mit dem Wirt. Der erklärt uns das zu Renovierungen nur die Steine des Felsens verwendet werden dürfen. Man sieht keine Sat-Schüsseln und keine Kabel. Alles muss authentisch sein. Schwer für normale Griechen dies um zu setzen, da sehr teuer. Darum sind es wohl lauter Unterkünfte für Touristen. Nicht alles aber sehr viel.
Am Abend am Boot merken wir auch bald das es hier nicht unbekannt ist denn ein Dreimaster-Cruiser liegt in der Bucht :-).
Wir sollten uns wohl doch etwas informieren und nicht nur treiben lassen.
Hier ist es auf jeden Fall sehr schön!
Wir bleiben noch einen Tag und machen die normalen Dinge wie einkaufen, saubermachen und Büro.
Am nächsten Morgen geht es dann weiter in den Sonnenaufgang hinein.
Wir haben ziemlich Wind von vorn und müssen aufkreuzen.
Dann knallt es plötzlich laut. Peter war beim reffen ( da wird das Segel kleiner gemacht wenn zuviel Wind ist), als die Reffleine plötzlich reißt.

Meine Gedanken:“Oh Gott was jetzt. Wie kriegen wir das Segel wieder rein? Man kann es mit der Kurbel machen, aber die normale Kurbel ist zu groß!! Was jetzt?“ Peter stürmt nach unten und kommt mit einer kleinen Notkurbel wieder hoch. Mit der können wir dann das Segel einholen.
Glück gehabt. Ich hatte natürlich schon wieder etwas Bammel. Aber wir haben alles gut gemeistert. Ich glaube wir sind ein echt gutes Team!


Als dann der Wind weg ist nehmen wir Kurs auf die nächste Bucht Kyparissi und können dort an eine Mole festmachen und sogar Wasser tanken. Bisher haben wir unseren Wassermacher noch gar nicht laufen lassen.

Heute hat Peter (23.6.) Geburtstag und wir gehen natürlich in der Bucht zur Feier des Tages, essen.


Peter sucht direkt eine neue Reffleine und fängt an zu spleißen ( eine Endlosleine zu verbinden).
Am nächsten Tag als es weiter Richtung Osten auf den letzten Finger der Peleponnes geht ist die Reffleine fertig und wir können wieder ganz normal segeln. Das hat er echt super hingekriegt. Es war sehr schwer weil ihm das richtige Werkzeug dazu fehlte aber mit einer Häkelnadel ging es auch, nur viel Zeitaufwendiger.

Unser nächstes Ziel ist das berühmte Hydra aber in der Nacht davor gehen wir an eine kleine Insel in die Bucht da es schon sehr spät ist und Hydra noch 9nm weit weg.



Kalamata 5.6-21.6.23

Das wunderschöne Mani Gebirge

Da wir in Kalamata etwas Zeit verbringen wollen um aufkommendes schlechtes Wetter abzuwarten nehmen wir uns vor einen Roller zu mieten und die Mani zu erkunden. Aber erst bleiben wir einen Tag an Bord um zu schauen ob das Leinen System bei viel Wind gut hebt. Das machen wir eigentlich immer so denn dann kann man mit einem viel besseren Gefühl von Bord gehen.

In der Nacht zerrt es an den Leinen. Ich mache kaum ein Auge zu denn das Boot ist wie ein Klangkörper, kleines Knarzen ist im Bett wie ein Symphonie-Orchester von schiefen Tönen. An Bord ist es selten leise. Entweder gurgelt das Wasser laut an unseren Köpfen( im Bett) oder es klappert und knarzt etwas an Bord. Aber daran muss ich mich einfach gewöhnen.

Die Zeit nutzen wir mit kleinen Arbeiten und ich schnappe mir Bettwäsche und Handtücher und gehe zur Marina eigenen Waschmaschine. Denn da kann ich die großen Teile alle auf einmal rein schmeißen.

Abends gehen wir in die Stadt und suchen einen Roller Vermieter. Das ist gar nicht so einfach aber wir fragen uns bis zur richtigen Stelle durch. Am nächsten Morgen geht es los. Wir wollen über die Mani zur zweitgrößten Tropfsteinhöhle Griechenlands fahren.

Was ist die Mani eigentlich.

Es ist eine Region im Süden der Peleponnes am mittleren Finger. Kernig, wild und trocken mit mächtigen Gebirgszügen, dichtem Laubwald uralten Oliven Plantagen, kleinen Buchten und schmalen Stränden. In den Bergdörfern sind viele antike Ruinen sowie zahlreiche Verteidigungstürme. Jeder der vor langer Zeit dort wohnte hatte sich einen Verteidigungsturm gebaut. Das Resultat ist, das das Mani- Gebirge nie von einer Macht übernommen wurde. Keine Osmanen, Venezianer oder wie sie alle hießen.

Die meisten Türme sind natürlich mittlerweile verfallen aber einige werden auch wieder aufgebaut und zu Ferienunterkünften umgebaut. Es hat einen ganz tollen Charm weil es auch noch ganz wenig Tourismus hat und wohl auch ein richtiger Geheimtipp ist.

Der Weg ist etwas beschwerlich und man muss sich diese tolle Gegend schon hart erarbeiten. Enge Bergstraßen mit vielen Windungen und steil nach oben oder nach unten. Uns hat es irrsinnig gut gefallen. Ein wirklich ursprüngliches Griechenland. Wir haben es sehr genossen.

Irgendwann haben wir es bis zur Höhle geschafft. Es ist um diese Jahreszeit noch sehr ruhig darum haben wir an diesem besonderen Ort auch ziemlich unsere Ruhe.

Man wird in Boote gesetzt und durch die Höhlen geführt. Leider haben wir ja diesen starken Wind draußen der auch vermehrt Meerwasser in die Höhle drückt. So können wir nur eine kleine Tour machen, die aber auch sehr schön ist.

Auf dem Rückweg genießen wir noch die tolle Natur und kaufen am Straßenrand lecker Oliven, Honig etc. ein. Das war eine sehr gelungene Tour die ich mit viel Zeit und einem Auto nur empfehlen kann.

Bald sind wir auch schon wieder mit dem Boot, mit kurzen Übernachtungsstopps in schönen Buchten, Richtung Monemvasia unterwegs.

Ich habe beschlossen nicht mehr von allen Buchten genau zu erzählen. Ich werde nur die rauspicken die für uns etwas besonderes waren. Das heißt aber nicht das das nicht erwähnte, nicht auch schön war.

Kleine Verschnaufpause

Wir fahren nach Pylos. Nicht so der tolle Wind.

Wir passieren auch eine kleine Insel und überlegen dort zu ankern. Es ist sehr tief und der Wind sehr starkund der Anker will nicht halten. Peter würde an der Felswand mit Landleine fest machen aber ich bin für den Abbruch. Es ist mir zu nah an der Felswand und die Fallböen sind sehr stark. Hier würde ich kein Auge zumachen können. Peter geht auf meine Ängste ein. Etwas widerwillig aber so doch tut er es. Würde nicht jeder Mann machen!

Hoch konzentriert 🙂

Also brechen wir ab und kämpfen uns bei starkem Wind in die schöne große Bucht von Ormos Navarinou. Wir legen Längsseits an der Stadtmole an. Das klappt sehr gut obwohl es das erste Mal mit Alina ist und wir starken Seitenwind haben. Aber der drückt uns vom Kai weg und das ist auch gut so. Alle Festmacher werden noch eine Weile optimiert und dann gehen wir in die Stadt und hoch zur Festung. Die ist leider schon zu aber außen an der Burgmauer können wir noch einen schönen Sonnenuntergang genießen.

Am Marktplatz erleben wir bei einem Glas Wein eine Griechische Hochzeit . Es ist schön anzuschauen. Wir genießen es, es wird miteinander im Kreis getanzt und gesungen und immer wieder wird im Zentrum des Kreises Porzellan zerdeppert. Alle haben einen heiden Spaß. Und alle außen herum feiern irgendwie mit.

Am nächsten Morgen bekommen wir Besuch von der Port Police. Wir sollen uns dort melden. OHHHH. Ich bin ganz aufgeregt. Das ist das erste Mal. Ich schnappe meine Mappe mit den Papieren und wir laufen zum Büro. Natürlich fehlt ein Papier , nämlich das der Versicherung. Es hat gerade ein frisches Jahr angefangen und ich hatte es noch nicht ausgedruckt. Also flitze ich zurück und kämpfe mit lauter leeren Akkus ( Ja, meine lieben Söhne, eine Powerbank wäre sicher auch leer gewesen ;-). ) Habe aber bald die neue Police ausgedruckt und kann zur Polizei zurück. Sonst ist alles gut und wir können wieder los.

Wir segeln durch die riesen Bucht auf die andere Seite und schmeißen in der Nähe des riesigen Strandes den Anker. Wir warten bis gegen Abend und laufen zur berühmten Ochsenbauchbucht (Voidokilia) und hoch zur Festung. Teilweise mit kleinem Klettersteig aber gut machbar. Eine tolle Wanderung auch wenn sie sehr anstrengend ist. Dort oben sind wir ganz alleine und haben eine traumhafte Aussicht auf die Bucht mit Alina. Kann es einen friedlicheren Ort geben?

Es wird bald dunkel, also müssen wir uns an den Abstieg machen. Der ist um einiges einfacher da er um den ganzen Berg geht und die Neigung nicht so stark ist. Unten angekommen laufen wir noch am fantastischen langen Strand bis zum Dinghi und ab zurück aufs Boot. Kaum da ist es auch schon dunkel und wir lassen den Tag ausklingen.

Die Nacht ist sehr ruhig und wir starten sehr früh mit der Weiterfahrt nach Methoni mit dem wunderbaren Städtchen und seinem Türkischen Turm und der Weiterfahrt nach Kalamata. Dort wollen wir einen aufkommenden Sturm ab wettern.

In diesem Abschnitt erleben wir das Drama von Kalamata mit dem Flüchtlingsboot das unter ging.

Darüber habe ich schon geschrieben und tue es darum nicht mehr.

Alle Wege führen nach Olympia (8.6.-11.6.23)

Unserer halt übers Wasser.

Wir stehen bei Sonnenaufgang auf, denn da soll noch guter Wind aus Osten stehen, und den brauchen wir. Aber leider ist der versprochene Wind nicht da.

Ein Fischschwarm mit jagenden Delfinen und Möwen.

Wir können etwas mit dem Para segeln aber leider nicht lange und schwenken dann wieder bei 18kn auf normale Besegelung um. Die Welle kommt von der Seite. Sehr unangenehm, wir werden ganz schön durchgeschüttelt.

Kurz darauf ist der auch wieder weg und wir müssen motoren. Der ekelige Wellengang von der Seite bleibt aber und wir werden ganz schön durchgeschüttelt. Motoren wir ja gar nicht, aber manchmal will man einfach nur noch ankommen. Und das ist in Kyllinis.

Für uns ist es einfach eine Zwischenstation. Wir ankern vor dem Hafen und Peter fährt mit dem Dinghi an Land Benzin holen. Wir können die Tankstelle sehen und nutzen dies. Denn das kommt selten vor. In der Zeit koche ich. Wir genießen es das kommen und gehen der Fähren zu beobachten auch wenn sie uns unangenehmen Schwell (Wellen) bringen. Der fantastische Sonnenuntergang entschädigt für alles.

Wir gehen am nächsten Morgen etwas später raus und haben sehr schnell genug Wind für den Para.

Wir können mit ihm bis Katakolon segeln, Klasse. Kaum sind wir an der Mole fest helfen wir anderen beim festmachen die sich etwas schwer tun. Das nennt sich „Gute Seemannschaft“.

Abends gehen wir in den Ort der winzig ist aber einen riesen Hafen hat. Wir wollen ein Auto mieten um nach Olympia zu fahren. Der Mann im Büro ist ultra nett und smart. Er erklärt das morgen eins der größten Cruiser hier halt macht. Wir sollen ganz früh losfahren bevor die 4000 Passariere dort ankommen. :-0

Wir bekommen einen kleinen LILA Flitzer ( grässlich 🙂 )und düsen schon um halb acht los. Genau richtig. Alles ist noch schön ruhig. Außerdem empfiehlt er eine virtuelle Brille die an bestimmten Punkten im Gelände erklärt und wenn man durchschaut auch zeigt wie es damals wohl aussah. Echt Klasse.

Wir schauen uns alles genau an und sind fertig als die Massen kommen. Olympia die Stadt ist auch sehr nett. Über Olympia gibt es zuviel zu erzählen ich wüsste gar nicht wo ich anfangen sollte, darum lass ich es lieber. An dieser Stätte sind auf jeden Fall einige Epochen drüber gerauscht.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch ein altes Weingut und gehen sehr lange an einem ca. 30km langen Strand spazieren.

Heute gehen wir mal Essen. Das war ein sehr anstrengender Tag.

Am nächsten Morgen ist schon früh Hafenkino. Ein Catamaran will ablegen und zieht einen anderen Anker mit hoch. Als er frei ist will unser Nachbar raus. Erst hat er eine Mooringleine am Haken und dann eine Kette. Er braucht eine Stunde bis er wieder frei ist.

Und dann können wir endlich los. Unser Nachbar hat eine Kette über unsere gelegt. Na toll. Also ist auch bei uns Kettensalat. Aber Peter kann es schnell enthuddeln und wir können los nach Kyparissia. Ein etwas blöder Kurs. Sogar mir wurde unter Deck beim kochen etwas mulmig. Aber kurz die Nase in den Wind und alles war wieder gut. Wir ankern in Kyparissia mitten im Hafenbecken.

Ich glaube dort leben um die zehn Schildkröten die wir vom Boot oder vom Sub aus beobachten können. Manchmal sind bis zu drei in direkter Nähe. Wir machen unsere obligatorische Wanderung durch die Stadt, gehen noch baden, sprich duschen und legen morgens drauf schon wieder ab Richtung Pylos. Da wollen wir dann etwas länger bleiben.

Wir sind immer noch an Strecke machen.

Nun machen wir erst mal etwas Strecke (3.6.-7.6.23)

Das sind wir unterwegs

Wir verlassen Kalamos nach einem frühen und kaltem schwimmen, und kreuzen raus mit dem Ziel Messalonghi am Golf von Korinth. Wir bauen auf dieser Strecke das Paragsegel auf. Wir wissen noch nicht genau wo, für alle Rollen und Leinen, der beste Platz ist, aber das werden wir mit der Zeit schon lernen. Es dauert nicht mehr so lange bis er steht, und ein wenig wackelig ist er noch. Aber man merkt jetzt schon was für ein Gewinn es ist ihn zu haben. Danke Friedel!

Aber es dauert nicht lange und wir haben den typischen Winddreher des Ionischen Meeres. Wir drehen ab und fahren in die Bucht Spilia auf halber Strecke nach Messalonghi. Kurz vorher briest es plötzlich auf 19kn hoch und die Wellen( die noch schlimmer sind) gehen auf 1,5m hoch.

Also den Para wieder runter, was bei 13 Knoten Wind auch keinen Spaß macht. Es schaukelt ziemlich vorne an Deck. Peter turnt am Vordeck rum und ich bin am Ruder und habe vier Leinen in der Hand. :-0 Den Bergeschlauch über das Segel ziehen, dann fällt es automatisch zusammen, alle Stricke vorne ordnen, dann die Luke der Vorderkabine aufgemacht und mit der langen Wurst rein damit. Luke zu , Affe tot 🙂 . Hat alles gut geklappt.

Messalonghi kann es nicht werden das schaffen wir bei diesem starken Wind auf die Nase nicht. So ist das eben beim segeln, die Pläne richten sich nach dem Wind. Wir steuen eine geschützte Bucht in der Nsis Petalas an.

In der Bucht ist es relativ sicher. Aber es kommen mal wieder Gewitter auf. Irgendwie hört das nicht auf. Wir legen auf 5m Tiefe 35m Kette das ist gut und sicher. Als wir fest sind merken wir erst mal das Peters Angelschnur noch draußen war und die sich natürlich um den Propeller gewickelt hat als wir geankert haben und Rückwärts gefahren sind. Oh Mist. Also holt Peter sein Tauchzeug raus und befreit uns recht schnell von der Leine. Dann erst mal ankommen und essen. War ein anstrengender Tag mit 24 nautischen Meilen. Abends wird um uns rum wieder alles schwarz. Aber es zieht Gott sei Dank vorbei. Morgens fahren wir noch zu eine Felssteilwand mit Höhle. Ein sehr steiler Weg geht hoch den der Peter erklimmt.

Ich sehe mir die, ich glaube Wanderfalken an die die Dohlen von ihrem Nest fern halten wollen, an. Hier gibt es auch noch andere Greife. Echt schön an zu schauen.

Zurück am Boot wird alles klar gemacht und wir legen ab. Wenig Wind am Morgen. Im Eingang vom Golf von Korinth können wir wieder den Para setzen und bis kurz vor der langen Einfahrt von Messolonghi auch benutzen. Echt toll.

Zur Stadt führt ein langer Kanal durch eine Lagunenwelt gesäumt mit echt schönen Fischerhäusern. Manche vergessen und andere wieder liebevoll aufgebaut zu Ferienhäuser. Denn Fische gibt es ja kaum noch.

Wir ankern im Hafenbecken und genießen noch den späten Abend. Hier bleiben wir drei Nächte da wir uns wieder mit allem zum Leben bestücken müssen. Segler schreiben von einer unattraktiven Stadt. Aber sie ist ab der Kirche echt süß mit vielen kleinen Gassen und alten Häusern.

Die Stadt heißt auch: „Stadt der Helden“, ein heiliger Ort, eine wasserreiche Naturidylle, unzählige Vögel und Fische und das Symbol des nationalen Revolutionsgeistes.

Ich weiß jetzt nicht wie viel ich erklären soll, ich möchte nicht das es langweilig wird. Ihr könnt es ja mal im Kommentar sagen ob ich in die Orte tiefer eintauchen soll.

Wir genießen es mal wieder länger an einem Ort zu sein. Erledigen kleine Arbeiten, ich mache das deutsche Büro und schreibe vielleicht etwas oder gehe schwimmen. So langsam wird das Wasser erträglich.

Es war bisher noch sehr kalt. Das liegt daran das das Wasser hier sehr tief ist und durch den sehr starken Wind noch durchwühlt wird.

Die drei Tage gehen schnell vorbei, und schon machen wir uns wieder auf den Weg.

Lefkas und Kalamos

Lefkada/Stadt haben wir ja sehr viel während der Refit Phase mit dem Auto besuchen müssen darum kannten wir uns auch ziemlich gut aus. Es ist eine sehr schöne grüne Insel an der eben auch viel Regen der von Westen kommt, hängen bleibt. Es ist sehr Touristisch aber alles sehr dezent.

Wir haben mit dem Boot einige Tage in der Vlycho-Bay bei Nidri verbracht und hatten somit auch Gelegenheit einige Wandertouren zu machen. Überall findet man Zitrusbäume im Wechsel mit teilweise uralten Olivenbäumen. Von Kai dem Landschaftsgärtner habe ich gelern das 1cm Wachstum ca. 50 Jahre sind. Somit gibt es hier sehr viele die bestimmt mehr wie 1000 Jahre alt sind. Echt klasse diese knorrigen Altertümer.

Wir sind zu einem Wasserfall gewandert und über manchen Hügel. Es ist lange nicht mehr die ländliche Bauerneinsamkeit oder Provinz wie bei der Werft.

Aber es ist immer einen Besuch wert.

Beim verlassen des Golfes habe wir noch eine Nacht am südlichen Ausgang des Kanals verbracht und konnten schön die ein oder ausfahrenden Boote beobachten.

Von dort haben wir dann mal etwas Strecke gemacht und haben uns in eine geschützte Bucht auf Kalamos begeben. Denn am späten Nachmittag beginnt hier immer ein strammer Wind und dann ist man froh wenn man sicher fest ist. Wir haben den Anker geworfen und zwei Landleinen befestigt. Sicher wie in Abrahams Schoß!

Abends sind wir noch zu einem verlassenen Ort mit einem Kloster rübergefahren und sind etwas rum gelaufen. Echt schön hier. Auch wieder uralte Bäume.

„Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit.“ Herman Hesse

Kaum geht langsam die Sonne unter kommen unzählige schwarze Ziegen aus den Bergen auf den Weg und laufen Richtung nächstem Ort.

Ich glaube hier gibt es nichts anderes wie Ziegen. 😉

Ein schöner einsamer Ort. Es gefällt mir sehr hier an diesem Ort. Sehr friedlich!

Aktuelle Situation

Ein Flüchtlingsboot ist 46nm südwestlich von Pylos gesunken. Die ganze Dramatik haben wir über Funk mitbekommen. Wir sind am Dienstag von Pylos Richtung Kalamata unterwegs und hören immer wieder hektische Funksprüche von Olympic Radio.( Das ist hier die Rettungszentrale)

Das Flüchtlingsboot will sich nicht helfen lassen. Dann darf auch niemand eingreifen da sie in internationalem Gewässer sind.

Ich registriere es erst gar nicht richtig da man kaum über Funk etwas versteht. Der Sprecher redet wahnsinnig schnell.

Einzelne Wörter wie, überfülltes Boot mit Menschen, höre ich aber heraus. Dann ist irgendwann Ruhe.

Mich lässt es nicht los. Es ist einfach furchtbar was hier im Mittelmeer passiert. Jeder weiß es, aber getan wird nichts. Wie gehen wir damit um. Ich mache es immer wieder zum Thema.

Wir haben das Glück hier geboren zu sein, leben unseren Traum! Und keine 50nm von uns weg beginnt ein Drama.

Mir kommen immer wieder die Tränen wenn ich da mithöre. Wir können nicht helfen. Es ist zu weit weg und unser Boot zu klein.

Wir kommen in unserer Übernachtungsbucht Ormos Kolivi an, ankern dort und machen die Elektrik aus. Eben auch das Funkgerät.

Aber es lässt mir keine Ruhe ich träume sogar davon.

Am nächsten Morgen gehen wir sehr früh Anker auf, da der Weg nach Kalamata recht lang ist. Aber wir müssen dort hin da wir schlechtes Wetter bekommen. Der Wind ist jetzt schon. Nachmittags bekommen wir bis 24kn Wind.

Am Morgen überschlägt sich wieder das Funkgerät. Nun wird auch mal ganz deutlich gesprochen und auch sehr eindringlich. Maday relay, Maday Relay, Maday Relay (Das ist ein weitergeleiteter Funkspruch für Leben in Gefahr)

Menschen im Wasser, Schiff sinkt, alle Schiffe in der Nähe sollen zu den Koordinaten fahren.

Das sind Tanker und andere Große. Kalamata schickt alles was es hat auch eine Fregatte, Hubschrauber etc.

Wir sehen sie abends im Hafen und hören auch ständig die Hubschrauber in der Luft.

Unser Hafen wird abgeriegelt denn die Überlebenden werden hier her gebracht. Aber viele haben es nicht geschafft. Details werden wohl genug in den Medien gewesen sein.

Fahnen hängen auf Halbmast, Griechenland trauert. Und ich tue es auch.

Irgendwie schäme ich mich gerade das ich dieses Leben führen kann und es auch tue.

Hat nicht jeder das Recht, das Glück für sein eigenes Leben zu finden?

Doch, das sollte jeder haben!! Das ist zumindest meine Meinung.