Unser Winter Zuhause

Es geht wieder los! Wir sind wieder unterwegs!

Unser Winter in Deutschland war sehr intensiv und ich habe es sehr genossen. Neben Familie und Freunden ist es tatsächlich die Kultur die mir sehr gefehlt hat. Ein Freund sagte zu mir als ich dies mal erwähnt habe: „Aber du hast doch jeden Tag Kultur auf deiner Reise. In jeder Ecke findet man Altertümer und uralte Geschichte.!“

Ja er hat schon Recht, aber es gibt noch andere Kultur. Die Konzerte die ich mit Freunden genießen kann, Theater , Ausstellungen in der man die Geburtssprache hört, Kino wo ich alles verstehe 😊(da war ich mehrmals, sogar ganz alleine) und einiges andere. Vieles merke ich erst, das es fehlt, wenn ich lange nicht mehr da bin.

Was war denn noch so?

Die standesamtliche Trauung von David und Nina zum Beispiel, Weihnachtsmärkte, Familie genießen bei Nikolaus (das ist der Peter 🤣), Mama zu Weihnachten holen, spontan im Garten einen Weihnachtsmarkt veranstalten, Weihnachten zelebrieren, wandern mit Freunden, Infinity in der heilig Geist Kirche erleben, Familienwochenende im Schwarzwald, die liebe Schwester am Rhein besuchen und an unserer Geburts-Heimat vorbei spazieren.

Und immer wieder sorgenvoll das Wetter bei der Alina beobachten.

Denn es zogen viele Stürme und Gewitter durch. Besonders dirty Harry machte uns Sorgen. Dieser Cyclon sollte bis zu 16m hohe Wellen aus Osten bringen. Jemand nannte es den 50iger Jahre Schwell (Wellen).

Denn die Wellen hatten 1300km um sich aufzubauen und nichts würde sie bremsen. Es war enorm! Der Meeresspiegel stieg noch dazu und ließ alles mit voller Wucht auf die Küste prallen. Es ist im armen Sizilien und anderen Regionen, viel zerstört worden. Auch von den noch folgenden Stürmen. Aber um es kurz zu machen, wir haben einen guten Hafen ausgewählt.

Hier ist nichts passiert und wir hatten auch einen lieben Freund der immer nach unserem Bötchen geschaut hat.

Im Ort selber sind die Lokale auf dem Strand zerstört worden. Sie waren zwar ungefähr 300 m vom Wasser entfernt aber dieses kam bis an die Promenade hoch und hat alles mit Sand gefüllt.

Gemeinsam sind die Boat-Leute zum aufräumen an den Strand gegangen. Man hilft sich gegenseitig und das ist in dieser Notlage auch sehr wichtig.

Es hat auch sehr viel geregnet. Und dieser Regen hat den Sahara-Sand auf alles gelegt. Wiedermal ist alles orange.

Wir mussten alles aus der Ferne mitmachen. Und ich weiß echt nicht was besser ist. Zittern vor Ort oder in der Ferne wenn man sich sehr hilflos fühlt.

Nun geht es aber wieder nach Sizilien. Die Pakete für DHL sind losgeschickt und wir sitzen auf dem Weg nach Rom im Flieger. Wir freuen uns schon sehr, wollen aber erst noch mal Rom genießen. Eine wirklich tolle Stadt.

Weit weg

Wir sind nun schon eine Weile zuhause und der Alltag kehrt wieder ein. Einerseits geht das viel zu schnell und zu intensiv, und andererseits ist es schön diesen Alltag wieder erleben zu dürfen.

1. Großeinkauf denn die Schränke sind leer 🙂

Ich habe es ja schon erwähnt das wir in der Ferne ein paar Probleme gehabt haben. Da möchte ich etwas näher drauf eingehen.

Dazu muss ich kurz erwähnen das die Alina das erste Mal seid wir sie haben über Winter im Wasser bleibt. Denn in Italien ist es nicht üblich das das Schiff an Land überwintert und darum gibt es auch nicht so viele Möglichkeiten.

Die Alina liegt aber in einem sicheren Hafen mit einer guten Segler Gemeinschaft. Und das ist auch gut so wie wir bitter erleben durften.

Ich war mit meinem Enkel bei seinem ersten Lauf auf dem Hockenheimring als ich beim gehen feststellen musste das ein Segler Freund mehrfach versucht hat mich zu erreichen.

Da es aber im Stadion so laut war habe ich nichts mitbekommen.

So schnell wie möglich melde ich mich bei ihm und erfahre das auf der Alina, 2000km von uns entfernt ein Alarm brüllt. Was für ein Schock! Was denn nun? Was kann es sein

Tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf.

Schnell ist herausgefunden das Wasser im Boot ist und der Wasseralarm den ich überall montiert habe, schreit. Unser Segler Freund muss tief ins Innere der Alina krabbeln um dann auf Anfrage von mir, fest zu stellen, das es Süßwasser ist.

Mir fällt ein Stein vom Herzen. Kein Salzwasser! Die Ventile die wir noch kurz vorm gehen gewechselt haben sind dicht. Absaufen werden wir dann wohl nicht denn die Trinkwassertanks haben wir vorm gehen geleert.

Was kann es aber sein!

Unser Freund schaut nach den Fenstern da ich vermutet habe das vielleicht was eingeklemmt ist und nach den dauernden Gewittern dort, Wasser eindringt.

Dem war nicht ganz so, aber fast🤔

Unser Freund stellt fest das in Peters Bad das Fenster auf ist und die Gewitter ungebremst eindringen konnten. Er schließt es und macht sogar alles trocken damit über Winter nichts schimmelt. Wir sind ihm zu großen Dank verpflichtet und werden wenn wir wieder dort sind auch gemeinsam was tolles machen. Danke dir, Dirk.

Nun können wir mit einem guten Gefühl hier in der Heimat unseren Winter verbringen, die Natur genießen und auch schon wieder ans zurückfahren denken.

Ich nähe, soweit es mit meinen Vorlagen geht, ein neues Cover für unser Dingi. Die Schablonen und das alte Cover habe ich hier, aber dennoch ist es irgendwie, wie blind nähen.

Ich kann vieles fertig machen aber nicht alles. Dafür brauche ich dann das Dingi zum genauen anpassen. Aber ich bin guter Dinge. Wird schon! Die Nähmaschine muss dann halt mit nach Italien😁.

Nach vier Wochen merke ich, das auch unsere Alina meine Heimat ist, nur eben anders. Ich vermisse sie schon. Aber die Zeit geht sehr schnell rum.

Ich mache jetzt meine Winterpause und melde mich im Februar wieder wenn es zurück zur Alina geht.

Vielleicht bringe ich Peter dazu auch mal etwas zum Abschluss zu schreiben. Ich mache mir aber nicht so viel Hoffnung.

Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2026

Auguro a tutti un felice Natale e un felice anno nuovo 2026.🎄

Heimat

Heimat, das sind die Menschen,
die man kennt, die man
Verwandte, Nachbarn und
Freunde nennt.
Heimat, das ist die Sprache, die
man spricht, die man hört, liest
und versteht wie ein Gedicht.
Heimat, das sind der Hof, das
Haus und die Räume, das sind das
Feld, die Wiese, der Garten, die
Bäume.
Heimat, das sind die Wälder, die
Berge und die Quellen, das sind
die Bäche, die Ufer und der Flüsse
Wellen.
Heimat, das ist der Ort, seine
Straßen und Brücken, das sind die
Blumen, die wir am Wegrand
pflücken.
Heimat, das ist die Luft, die wir
atmen, das ist die Sonne, das Licht
der Sterne, das ist unsere Erde, die
Nähe und die Ferne.
Heimat, das ist was wir lieben, ist
all das Vertraute, was unser
Vorfahr hier einst erbaute.
Heimat, das ist die Vergangenheit,
von der unsere Mütter und Väter berichten, in
vielen alten und fernen
Geschichten.
Heimat, das ist die Gegenwart mit
Freude und Sorgen, das ist
unserer Kinder leuchtendes
morgen.
Heimat, das ist wo wir wirken,
schaffen und streben, das ist wo
wir lieben, leiden und leben.
Heimat, viele Wege führen von
dir hinaus, aber alle führen einmal
zurück nach Haus.
(Arnold Scherner)

Nun sind wir schon einige Zeit Zuhause und ich genieße es sehr. Freunde besuchen, Kinder und Enkelkinder bobbeln, Familie treffen, ins Kino gehen, Konzerte besuchen, wandern, den riesigen Garten in Ordnung bringen, und das Theater besuchen. Und ich kann dies immer tuen wann ich es will, und das ist das schönste.

Die Alina liegt sicher in Marina di Ragusa im Wasser. Das erste mal seid wir sie haben und das erste mal das wir Probleme in der Ferne haben. Aber Dank ganz lieber Menschen die ein Auge auf sie haben, haben wir davon erfahren.

Aber darüber mehr im nächsten Blog.

Gaeta,

ist für uns zuerst einmal ein Zufluchtsort denn über Ventotene geht ein Starkwind Feld und wir suchen einen Ort der uns etwas Schutz bietet. Das bedeutet 30 Seemeilen Richtung Festland segeln. Diese Strecke ist etwas besonderes für uns denn wir sehen zwei junge Finnwale. Erst denken wir, es ist ein verloren gegangener Container und das Wasserblasen wird durch die Wellen verursacht. Aber dann können wir es genau erkennen. Einfach magisch. Die Tiere sind eine ganze Weile an der Wasseroberfläche und lassen sich einfach treiben. Als aber ein Motorboot angerauscht kommt tauchen sie ab und wir sehen die großen Fluken wie sie vor dem Abtauchen in die Höhe gehen. Echt ein Wow-Moment. Mit Walen habe ich hier nun gar nicht gerechnet aber scheinbar gibt es in dieser Gegend ein Schutzgebiet. Außerdem sehen wir viele jagende Tunfische die von unserem Köder aber leider nichts wissen wollen😥.Und am Ende des Tages besuchen uns noch Delfine. Was für ein Segeltag.

Wir haben vorher noch nie etwas von Gaeta gehört und sind schon beeindruckt als wir an diesem riesen Felsen vorbeisegeln auf dem das Castello Angioino-Aragonese steht.

Gaeta liegt genau zwischen Rom und Neapel und wir können uns dort vor dem Hafen in die Bucht legen. Dieser Bereich bietet uns genügend Schutz. Wir nutzen die Zeit und gehen mal wieder größer einkaufen, können in der Marina die Waschmaschinen nutzen und mal die Bettwäsche und die Handtücher durch waschen. Alles wird mal wieder klar Schiff gemacht.

Abends sind wir dann in der Stadt unterwegs denn dann werden die Temperaturen langsam erträglich.

Im mittelalterlichen Stadtkern lassen wir uns über viele Treppen und engen Gassen hoch zur Kirche San Francesco treiben. Von hier hat man einen wunderbaren Blick über den Golf von Gaeta.

Unten im Hafenviertel steht der Dom von Gaeta mit seinem charakteristischen Glockenturm.Die Altstadt ist sehr lebendig und wir genießen es sehr hier zu sein.

An einem Tag wandern wir den Monte Orlando rauf. Wir wollten wegen der Hitze eigentlich früh los aber es wurde doch wieder zwölf Uhr🤣.

Dort oben liegt eine der schönsten Sehenswürdigkeiten, die Montagna Spaccata = gespaltener Berg. Der Legende nach soll sich der Fels bei der Kreuzigung Christi gespalten haben. Dort liegt nun die Wallfahrtskirche aus dem 15. Jahrhundert und ist ein bekanntes Pilgerziel. Zur Grotta del Turco geht es über Treppen zu einer wunderschönen Meeresgrotte. Aber leider haben wir Pech und es ist alles zu.

Also wandern wir weiter zum Mausoleum auf dem Gipfel, das aber leider wegen Restaurationsarbeiten zu ist 😏. Irgendwie haben wir Pech.

Über einen schönen Weg laufen wir zurück in die Stadt, genießen ein Eis und gehen an Bord kochen. Wir sehen mal wieder ein Löschflugzeug, denn im Umland von Gaeta brennt es. Aber er schafft es bis Sonnenuntergang, und das Feuer ist aus.

Da der Wind uns immer noch zu stark ist, bleiben wir noch etwas und besuchen das Castello.

Der eine Teil wird heute von der Gardia Finanzia als Seeschule verwendet. Den anderen Teil besichtigen wir. Ein Teil gab es schon seid dem 6.-7. Jahrhundert und wurde über die vielen Jahrhunderte ständig erweitert oder umgebaut.

Von 1881 – 1990 !! wurde es als Militärgefängnis für Kriegsdienstverweigerer und politische Häftlinge benutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden hier auch die beiden Nazioffiziere Walter Reder, der für das Massaker von Marzabote verantwortlich war und Herbert Kappler der federführend beim Massenmord in Rom von 335 Menschen war, eingesperrt.

Den beiden ging es aber nicht schlecht, sie hatten ein Apartment und andere Häftlinge die für sie arbeiten mussten. Obwohl sie ein vielfaches an Lebenslang bekommen hatten, kamen sie Mitte der siebziger frei und konnten in ihre Heimat zurück. Man munkelt es ist Geld geflossen damit sie diese Privilegien haben können.

Da wird mir ganz schlecht und ich habe mich als Deutsche bei diesen Äußerungen echt nicht wohl gefühlt. Schlimm kann ich nur sagen!

Danach lassen wir uns wieder durch die Altstadt treiben.

Nach ein paar Tagen geht es dann aber weiter denn der Wind stimmt für Ponza.

Neapel

Wir legen uns in die große Bucht direkt vor die Altstadt und neben das Castel dell’ Ovo.

Mir ist schon etwas mulmig vor dieser riesigen Stadt. Sie ist mit fast einer Millionen Einwohner die drittgrößte von Italien und wir liegen mit unserer kleinen Alina direkt davor.

Erst mal müssen wir versuchen an Land zu kommen das ist hier in Italien ja leider nicht so einfach.

Wir fahren mit dem Dingi in den Yachthafen und werden erst mal freundlich verjagt. Privat!

Also fahren wir an eine Mauer die nach Stadthafen aussieht. Hier kann aber auch jeder hin!

Aber uns bleibt gar nichts übrig und wir müssen dieses Risiko in Kauf nehmen.

Wir lassen uns treiben. Erst an der Promenade mit seinen Straßenmusikern und dann biegen wir in die Stadt ab.

Diese ist wirklich sehenswert. Lebendig und etwas chaotisch aber liebenswert. Hier leben die einfachen Leute die stolz auf ihren Fußballverein sind der zum 4. mal Meister wurde. Und sie zeigen auch überall das sie Maradona und ihre Stars, vergöttern.

Überall hängt noch der Festschmuck

In ihrer lebendigen Atmosphäre hat Neapel auch eine lange Geschichte und viele Sehenswürdigkeiten.

Wir lassen uns durch das Centrum Storico treiben das zum UNESCO_Weltkulturerbe gehört, wandern die Himmelsleiter hoch zum Castel Sant’ Elmo und genießen auf dem Weg nach unten eine selbstgemachte Zitronenlimonade und dann die Altstadt.

Wir schauen in die Galleria Umberto und sind von der Baukunst total geflasht.

Wir kommen an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei wie das Castel Nuovo, das Teatro di San Carlo und die Basilika San Francesco mit seinem großen Platz davor.

Neapel hat seinen Reiz und viel Energie. Mir hat es sehr gut gefallen da sie sehr ehrlich wirkt.

Am ersten Tag war auch alles gut als wir zum Dingi zurück kamen.

Nur am zweiten Tag hatte man uns an einem Teil des Bodens die Luft abgelassen. Aber das waren wohl eher spielende Kinder vermute ich.

Wir genießen die Stadt sehr und sind aber dann auch froh weiter zu ziehen. Nun ist das Wochenende vorbei und man kann es wagen nach Ischia zu segeln. Denn am Wochenende ist es wie überall brutal voll.

PS.

Leider sind ein paar Bilder verloren gegangen denn mein Handy ist leider doch kaputt gegangen. Von wegen wasserdich 😥

Amalfiküste

In Agropoli freuen wir uns auf unseren Besuch. Ute, Elia und Jochen kommen an Bord und wollen uns eine Woche begleiten. Ich mache mir lange Gedanken welche Route wohl am besten ist da hier in Italien die Strecken immer recht lang sind.

Wir entscheiden uns darauf rüber zur Amalfiküste zu segeln denn das wäre eine lange Strecke am Anfang mit sehr ruhigen Bedingungen und dann wären es kürzere Etappen die Küste entlang.

Aber leider zeigt sich schon unterwegs das der Besuch nicht Seefest ist. Da steckt man nicht drin und es kann leider jeden erwischen. Auf der Fahrt über den Golf von Salerno können wir einiges noch durch Ablenkung minimieren aber angekommen an der Amalfiküste leider nicht mehr.

Hier ist es aber auch extrem. Hunderte Boote fahren die Küste rauf und runter und verursachen durch ihr Tempo hohe Wellen die uns meistens am Anker von der Seite erwischen. Und das ist sehr unangenehm. Auch für uns ist das nicht schön denn die Italiener lieben Motorboote und schnelles fahren. Und es ist auch noch Wochenende. Es kommt also alles zusammen.

Die Mädels gehen von Bord an den Strand und überlegen was sie machen wollen. Wieder an Bord ist die Entscheidung gefallen. Sie verlassen uns leider wieder, müssen aber noch eine Nacht aushalten bis sie im Hafen von Arechi wieder an Land gehen. Sie haben eine nette Unterkunft in den Bergen gefunden und werden sogar am Hafen abgeholt, genießt jetzt die gemeinsamen Tage.

Schade für euch, aber das kann jedem so gehen. Es war aber auch sehr heftig!

Wir segeln dann wieder die Amalfiküste entlang und legen uns in Minori an die Boje. Ein sehr netter Ort neben Amalfi. Der Ort ist sehr schön ruhig und wir können mit dem Bus ins überlaufene Amalfi fahren. Es sind nur 10 Minuten die aber ein paar graue Haare verursachen denn die Straße ist sehr eng und der Bus saust nur so dahin.

Als wir in die Stadt laufen entdecken wir die drei Baiertaler und erkunden somit zusammen das Städtchen Amalfi mit seiner tollen Kathedrale und dem besonderen Zitronensorbet.

Nachdem wir uns Abends wieder getrennt haben gehen wir wieder mit dem Bus zurück nach Minori.

Wir wollen noch etwas trinken und lernen dabei die Amerikaner Carmela und Mark kennen die wir auf ihrer Linda Lee schon ein paar mal gesehen haben.

Es wird ein sehr netter Abend und wir alle bemerken erst auf dem Wassertaxi zu unseren Booten das es ziemlich wild in der Bucht zugeht. Die Boote hüpfen so das wir kaum übersteigen können.

Die Nacht wird sehr unruhig und wir gehen recht früh am Morgen von der Boje weg.

Wir fahren die Amalfiküste entlang um die Landzunge von Sorrento herum und genießen den Anblick der Amalfi Küste. Auf der anderen Seite suchen wir eine ruhige Bucht in der wir erst mal etwas bleiben.

Das Problem hier in Italien für uns Segler ist das ans Land kommen. Jeder Strandabschnitt ist ein Lido und somit privat. Da dürfen wir nicht anlanden. Die Häfen wollen es in der Regel auch nicht.

Also was tun.

Da wir eine Wanderung machen wollen beschließen wir an Land zu schwimmen . Wir stecken alles in wasserfeste Säcke und dann los. Das klappt sehr gut und wir haben eine schöne Zeit an Land.

Das zurückschwimmen ist gegen den Wind etwas anstrengender, geht aber auch gut, nur merke ich das in die eine Tasche mit dem Handy Wasser eingedrungen ist. So ein Mist! Ich spüle es gleich mit Süßwasser und trockne es gut. Noch mache ich mir keine Sorgen. Es funktioniert noch alles👍

Am nächsten Morgen beschließen wir nach Neapel zu segeln da der Wind gut dafür ist.

Da wir im Winter mit dem Zug nach Hause fahren, lassen wir Sorrent mit Pompei jetzt aus und machen es dann wenn es kühler ist.

Also auf in die Großstadt Neapel.

Festland Italien

Tropea bis Agropoli

Nach dem Erlebnissen der Vulkane legen wir uns in die Nähe von Tropea in die Bucht. Eine wunderschöne alte Stadt die auf den Felsklippen gebaut ist. Hier bleiben wir etwas und verlegen uns Tags drauf nochmal näher zur Stadt.

Wir fahren mit dem Dinghi in den Hafen, machen dort fest und wandern zur Oberstadt zu einem Supermarkt. Es ist ziemlich weit aber uns tut diese Bewegung gut.

Als wir zurückkommen ist unser Dinghi weg! Der Schreck ist sehr groß, wir sind geschockt. Wir fragen einen jungen Mann in der Nähe ob er was gesehen hat. Er vermutet mit einem verschmitzten Lächeln, das es der Hafenmeister bestimmt geholt hat. Wir sollen mal zum Hafenbüro gehen und dort fragen. Das Büro ist auf der ganz anderen Seite des großen Hafens und wir müssen einen weiten Weg dorthin zurücklegen.

Im Büro bestätigen sie, das sie das Schlauchboot haben und belehren uns das man nicht einfach in den Hafen darf, der wäre Privat. Wir müssen 25 € dafür bezahlen.Ich erkläre das es ja nur kurz, und wir nur einkaufen waren. Er drückt noch mal ein Auge zu und lässt uns springen.

Abends machen wir es dann korrekt. Wir funken rein und fragen an und bezahlen unseren Betrag und können so ohne schlechtes Gewissen die Stadt genießen.

Hier ist die rote Zwiebel berühmt (Cipolle) und wir müssen natürlich ein Gericht mit dieser Knolle essen 🤣.

Eine tolle Stadt mit der vorgelagerten Kirche Santa Maria dell’Isola.

Tags drauf geht es weiter.

Wir bewegen uns die Kalabrische Küste hoch, essen das berühmte Tartufo-Eis in Pizzo, und wollen Richtung Maratea zur schwebenden Madonna auf dem Berg.

Doch bei einem Zwischenstopp bei Torre Sant Nicola, einem tollen Felsbogen, müssen wir Nachts flüchten da sich in die enge Bucht noch ein Pole gelegt hat und plötzlich wahnsinniger Schwell in die Bucht kommt.

Wir wurden wie ein Ping-Pong Ball hin und her geschmissen. Um halb eins in der Nacht haben wir uns entschieden zu flüchten. Es war untragbar. Draußen haben wir erst überlegt wie es weiter geht. Uns bleibt keine Wahl wir müssen über Nacht langsam über diese große Bucht segeln damit wir auf der anderen Seite im hellen ankommen. Gesagt getan!

Da ich hellwach bin habe ich Peter ins Bett geschickt und bin in die Nacht gesegelt. Auch aus der Ferne kann man in der Nacht die schwebende Madonna von Maratea sehr gut sehen.

Irgendwann höre ich immer wieder lautes prusten. Im Mondschein bemerke ich das uns eine große Gruppe Delfine ( die Alina) in die Mitte genommen haben. Fast so als würden wir dazugehören. Total magisch aber auch etwas gruselig. Als der Wind weg ist und ich den Motor anmache, verschwinden die Tiere und ich sehe sie nicht mehr.

Kurz vor Sonnenaufgang wecke ich Peter und gehe selber ins Bett. Um sieben sind wir in dem kleinen Ort Scario. Werfen den Anker und gehen erst mal schlafen.

Ein wirklich netter Ort. Schade das wir nicht noch was bleiben können aber am 13.6. müssen wir in Agropoli sein. Denn wir bekommen Besuch. Und das ist nicht mehr lange hin so das wir schon genau planen müssen.

Doch Palinuro bleiben wir noch etwas in der „ Guten Schlaf“ Bucht. Denn diese ist wirklich toll zum schnorcheln und wir können super schlafen. Wir wandern zum Ort, sind mit dem SUP unterwegs und geniessen eine neue Seglerbekanntschaft.

Aber bald müssen wir los um nach Agropoli zu segeln.

Lieber Besuch und böse Überraschungen

Wir sind voll im Boatyard Leben angekommen und starten auch sofort mit unseren Arbeiten. Die beiden großen Sachen die wir machen müssen sind das Kiel und der Abwassertank. Den möchten wir tauschen da der alte in den Schweißnähten undicht war. Edelstahl eben.

Erst mal sind aber die Menschen hier wichtig und wir begrüßen alte und neue Gesichter die wir auch Abends bei Yanis Taverne treffen.

Da hier ziemliches Sauwetter ist suchen wir uns erst mal die Arbeit im Innern. Wir hatten im Herbst plötzlich Rost im Frischwasser und dem wollten wir mal auf dem Grund gehen bevor wir den Tank wieder befüllen. So war dies unsere erste Arbeit. Nach dem öffnen des Deckels kam auch gleich die Miesere in Sicht. Die UV-Lampen zur Bakterienabtötung haben sich aufgelöst😨.

Das Metall der Lampe war total verrostet. 1,5 Jahre sind sie drin und schon sind 500€ am A…! Das gibt es doch nicht!! Wir machen mühevoll die Tanks und die Leitungen sauber damit wir wieder frisches Wasser tanken können. Das ärgert mich sehr und ich nehme Kontakt mit der Firma auf. Sie wollen die Lampen sehen. Also bringe ich sie zur Post bezahle noch mal 30 € und kann jetzt nur hoffen das was zurück kommt.

Als wir so in unserer Arbeit sind stehen plötzlich Tanja und Michael mit ihrem Camper vor unserer Alina. Mit den beiden hatten wir zuhause eigentlich nicht viel zu tun. Man kannte sich aber hatte andere Anlaufpunkte.

Hier haben wir ein paar tolle Tage gemeinsam verbracht. Viel geredet und gelacht, zusammen gekocht und den Unabhängigkeits-Tag erlebt. Die Zeit war sehr intensiv und sie sind uns als Freunde ans Herz gewachsen.

Abschiedsbild von Tanja und Michael
Unabhängigkeitstag in Prevesa

Als wir einmal zusammen im Ort essen waren kamen wir recht spät nach Hause und die Alina hat uns mit einem Alarm-Ton empfangen. Schnell haben wir festgestellt das es der Gas Alarm ist. Dann kommt die böse Überraschung. Zwei unserer drei anderthalb Jahre alten Verbraucherbatterien kochen! Das heißt ein innerer Kurzschluss. Eine davon ist kochend heiß und schon aufgeblasen und an manchen Stellen auch offen. Die zweite die direkt daneben war ist auch sehr heiß.

Als erstes reiße ich alle Fenster auf um das Gas los zu werden und dann bugsieren wir ganz vorsichtig die Batterien von Bord.

Peter schafft die 60kg schweren Batterien an Deck und dort befördern wir sie mit einem Seilzug nach unten. Denn wir stehen ja immer noch auf Stelzen.

Um halb eins in der Nacht sind wir fertig und fallen erst mal tot ins Bett.

Am nächsten Tag fängt das überlegen an. Was machen wir? Wir brauchen neue Batterien und das recht zügig. Bleiben wir bei AGM oder wechseln wir jetzt auf Lithium?

Wir entscheiden uns zu wechseln und holen in Lefkas einige Angebote ein. Gleichzeitig korrespondiere ich mit der Firma bei der wir die Batterien gekauft haben. Wir sollen sie auf ihre Kosten zuschicken. Eine Transportfirma ist schnell gefunden und ab mit ihnen nach Volos.

Wir bestellen die neuen Batterien in einem Autoladen und sparen uns so den Maritimen Aufschlag 😉.

Natürlich geht auch in dieser Zeit die Arbeit weiter. Von Tanja und Michel haben wir uns leider schon verabschieden müssen und so läuft hier wieder der normale Arbeitsalltag ab.

Wenn das Wetter passt arbeite ich am Kiel. Alles muss runter da sich unter der Farbe Oxid bildet und die Farbe abplatzen lässt. Eine heiden Arbeit und ich hoffe das wir dann Ruhe haben.

Nachdem es Blank ist streiche ich es zweimal mit einem Zweikomponenten Epoxid und muss nun darauf warten das sich ein Wetter Fenster für das Coppercoad bildet. Das ist dann die endgültige Kupferbeschichtung.. Aber das Wetterfenster lässt auf sich warten. Es regnet sehr viel.

Sauwetter

Peter beschäftigt sich mit dem Tankeinbau. Da muss einiges umgebaut werden. Eine Heiden Arbeit die er perfekt ausarbeitet. Zwischendrin kommen unsere lang ersehnten Pakete aus Deutschland an und wir haben kurz etwas von Weihnachten.

Die Treppe wird rutschfest gemacht und es gibt auch mal einen kleinen Spaziergang in den wundervollen Frühling hier in der Rouga Bay. Alles blüht und die Flamingos und Pelikane sind auch wieder da.

Ab und zu treffen wir uns mit Segler Freunden die immer mehr eintrudeln.

Auf nach Griechenland

Sigrid ist von uns gegangen und nun machen wir uns auf dem Weg zurück zur Alina.

Wir sind ziemlich kaputt von den vielen traurigen Emotionen und nutzen jede Gelegenheit auf der langen Reise etwas zur Ruhe zu kommen. Gut das wir bei der Anreise nach Griechenland schon genau wissen wo wir hin müssen.

Die Anreise nach Frankfurt ist ohne nennenswerte Störungen da wir auf jeden Fall eine S-Bahn früher nehmen. Das Vertrauen an die deutsche Bahn ist einfach nicht mehr gegeben 😏.

Wir sind dadurch natürlich viel zu früh am Flughafen und können noch die Flughafen Haute Cuisine bei MC Donalds geniessen.😂

Pünktlich in Athen angekommen fahren wir mit dem Bus zu unserer Unterkunft mitten in die Stadt.

Es zieht uns noch kurz in die Gassen um etwas zu essen und den Wachwechsel beim unbekannten Soldaten zu sehen ,doch es geht nicht lange und wir liegen total zerschlagen im Bett.

Am nächsten Morgen lassen wir uns noch bis um 13Uhr treiben bis der Bus vom Busbahnhof nach Lefkas geht.

Eine sechs Stunden lange Fahrt liegt vor uns und wir genießen den Ausblick und die kurzen Nickerchen.

Rio Brücke über den Golf von Korinth

Unterwegs melde ich mich bei unseren Autovermieter Panos und wir treffen uns am Busbahnhof in Lefkas. Er ist mit seinem Sohn gekommen und steht schon wartend dort. Es ist fast so als wenn uns ein guter Freund abholt.

Wir bringen ihn heim, machen die Papiere fertig und los geht es Richtung Ambrakischen Golf zur Alina.

Auf dem Weg gehen wir schon mal groß einkaufen und dann aber schnell nach Hause zur Alina.

Es ist spät als wir ankommen. Wir richten nur kurz das Bett und schon liegen wir drin.

Es ist alles trocken im Boot. Alina scheint den Winter gut überstanden zu haben.

Dachten wir zumindest. Wir werden in den nächsten Tagen eines besseren belehrt.

Aber dies später.

Brrr ist das kalt! ❄🌨

In Deutschland ist es schöner 🤣

Tschüss

Wir haben von der besten Schwiegermutter die ich mir wünschen konnte, Abschied nehmen müssen.

Ich hätte mit Ihr Pferde stehlen können!

Ich freue mich das ich ein kleiner Teil von deinem Leben sein durfte.

Tschüss, mach’s gut, und misch alle da oben schön auf.

„Wie schön, dass es dich gab
Freundin, für viele Jahre.
Offenes Ohr für meine Sorgen.
Tröstende Worte, in Kummer und Leid.
Einigkeit.
Lachen und glücklich sein.
Viele Dinge gemeinsam erleben.
Auseinandersetzung –
und das Wissen:
Du bist immer für mich da.
Ich vermisse dich!
Tod, grüße sie von mir.“

Annette Andersen