„In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume.
(Mark Twain)
Da ich euch nicht anders erreichen kann, sage ich es eben hier.
Ich finde es toll das ihr eure Lebensmittel und die Getränke nicht in den Müll geschmissen habt. Denn so sind wir auch gestrickt.
Nicht nur das Ressourcen geschont werden sondern auch weil nun unser Kühlschrank rappel voll ist und wir heute einen leckeren Wein auf euch trinken können.
Habt eine gute Zeit und bleibt wie ihr seid. Vielleicht treffen wir und irgendwo mal wieder.
Es ist nun schon halb elf und stockdunkel. Bei jedem Blitz kann ich sehen das alle Boote ständig anders stehen da andauernd der Gewitterwind aus einer anderen Richtung weht. Peter ist noch an Bord und ich sehe um uns einige Positionslichter, das mir sagt das Boote unterwegs sind.
Neben uns lagen zwei Türkische Boote die im Päckchen lagen. Das heißt sie haben sich zusammen gebunden.
Nun bei diesem Gewitter mussten sie sich ja schnell lösen, was aber nicht ging da sich ihre Anker zusammengeknotet hatten.
Und Alina mitten drin in diesem Dilemma.
Als es sich etwas entspannt hatte kam Peter mit dem Dinghi angesaust um mir zu sagen das ich schnell bezahlen soll.
Er war ziemlich aufgewühlt und sauste erst mal wieder zurück zum Boot um mir fürs zahlen etwas Zeit zu geben und dort auf zu passen.
Bald war ich auch wieder an Bord. Das Gewitter hatte sich dann auch beruhigt. Wir haben noch mal alles kontrolliert. Die Türken haben sich in der Bucht verteilt und wir konnten ins Bett gehen.
Schlafen konnte ich nach alledem nicht besonders gut und eines habe ich daraus gelernt, das wir bei solchen Wetteranzeichen immer gemeinsam an Bord zurück gehen.
Auch wenn der Tisch noch voll steht. Das muss in diesem Moment egal sein!!
Wir sitzen im Restaurant in der Klosterbucht von Symi.
Ich nutzt hier das Internet um endlich unseren Blog hoch zu laden und etwas Büro zu machen. Danach wollen wir eigentlich um die Bucht wandern.
Plötzlich sind wir mit weiteren zwei Tischen in einem intensiven Gespräch. Wir sagen unsere Wanderung ab und genießen lieber diese Begegnung.
In diesem Gespräch merken wir aber nicht das ein Gewitter heranzieht. Wir haben Wein bestellt und einen griechischen Salat. Alles steht auf dem Tisch. Die ersten Tropfen fallen. Blitze leuchten auf.
Der Donner lässt uns hören das das Gewitter schon sehr nah ist.
Wir haben bei der Hitze natürlich alle Fenster auf.
Die Nachbar-Tische verschwinden auf ihre Boote. Was machen wir mit unserem vollen Tisch.
Peter schlägt vor zum Schiff zu paddeln und alles dicht zu machen. Ich bleibe hier.
Natürlich hat er sein Handy bei mir gelassen so können wir uns nicht erreichen. Was jetzt?
Nachdem er eine Weile weg ist merkt man das sich das Gewitter verzieht. Gott sei Dank gab es keinen Böenkragen. Zumindest bis jetzt.
Es ist ein komisches Gefühl nicht mit Peter bei dieser Gefahr an Bord zu sein sondern hier, handlungsunfähig in diesem Lokal zu sitzen und ab zu warten wie das Gewitter weiter zieht.
In diesem Moment sehe ich das unser Nachbar Anker auf genommen hat. Warum?? Ich mache mir Sorgen. Sind sie uns zu nahe gekommen?
Ich weiß es nicht und das macht mich etwas unruhig.
Gut das Peter an Bord ist. Ihm vertraue ich Alina zu 100% an.
Der Regen lässt langsam nach. Ab und zu donnert es noch und Blitze leuchten auf.
Um Alina sind Boote unterwegs. Ich sehe es an den Lichtern. Ich fühle mich total hilflos.
Die kleinen Kykladen von denen ich noch nie gehört hatte.
Neben Paros liegt die kleine Insel Delos die ein Hotspot der Antike ist und mit Tempel und Figuren damals das religiöse Zentrum Griechenlands darstellte und heute tausende Touristen anzieht.
Wir haben sie links liegen lassen und sind gleich nach Antiparos in eine wunderschöne große Bucht gesegelt. Dort steht der große Apollo Tempel den man erst vor kurzem(1993) entdeckt hat und immer noch weitere Teile entdeckt und restauriert. Es wird nun schon vermutet das er noch älter wie Delos ist. Wir konnten leider nicht hin da es geschlossen war, haben es aber sehr aus der Entfernung genossen.
Endlich ist die Wassertemperatur knapp über 20 °C und auch ich kann mich zu sehr kurzem schwimmen aufraffen. Aber auch nur um zu duschen.😋
Peter beginnt die Griffe für die Backskisten zu montieren. Wir versuchen immer kleine Arbeiten zu erledigen und alles was uns auffällt auch gleich zu richten. Wie zuhause. Am Haus ist auch immer etwas zu tun.
Plötzlich ruft uns jemand, ich springe nach draußen und sehe das die SY Sunny neben uns anhält.
Wir freuen uns sehr die beiden die wir letztes Jahr in den Sporaden kennengelernt haben, wieder zu sehen. Als sie kurz drauf in der Ferne fest sind fahren wir mit dem Dinghi rüber und begrüßen die beiden. Wir verabreden uns für den Abend den wir dann auch total genießen.
Es ist einfach toll wenn man bekannte Gesichter wieder trifft.
Uns zieht es aber am nächsten Tag weiter denn der Wind soll passen. Ich lege unter Segel ab und es toll diese schöne Bucht gemütlich an mir vorbei ziehen zu lassen und die zweite Tasse Kaffee zu genießen.
Keine 2 Stunden später ist der Wind schon wieder so stark das wir das Segel gehörig verkleinern müssen. Wir gehen ins 2. Reff. Während ich segel macht der Peter unten Wasser und füllt den Wassertank und meine Trinkflaschen wieder auf. Wir trinken das Wassermacher Wasser sehr gerne. Es schmeckt sehr gut. Die fehlenden Mineralien füllen wir durch etwas Saft auf und es gibt in jedem Lokal erst mal eine Flasche Wasser wenn man sich hinsetzt. Bis jetzt haben wir noch keinen Mangel festgestellt.
Die nächste Insel auf der wir zwei Tage verweilen ist Schionousa. Die Magie dieser Insel ist wunderbar. Als wenn die Zeit auf dieser kleinen Kykladeninsel stehen geblieben wäre. Es gibt nur zwei Orte. Die Hauptstadt (Chora) auf dem Berg und ein sehr kleiner charmanter Hafen. Wir erwandern beides und lieben diese Insel auf Anhieb. Eine sehr authentische griechische Insel auf der die Zeit wohl stehen geblieben ist.
Aber leider müssen wir weiter. Der Wind zwingt uns dazu.
Wir sind sehr früh unterwegs, treffen auf zwei Delfin-Mütter mit ihren Jungen. Es ist immer wieder wundervoll diese Tiere zu treffen und uns ist auch bewusst das dies ein riesen Privileg ist und bestimmt nicht selbstverständlich. Unsere Welt ist sooo schön.🥰
Bald liegen wir in einer karibischen Bucht auf Koufonisi. Das Wasser ist wahnsinnig in den Farben. Der Wind ist recht stark aber der Halt ist sehr gut.
Wir merken nun immer mehr das hier die Saison beginnt. Die Bucht ist schon recht voll was aber nicht unangenehm ist. Auch andere möchten die schönen Flecken dieser Erde entdecken😉
Wir bleiben hier zwei Nächte und genießen das kommen und gehen der verschiedenen Boote, die Farben des Wassers und die zerklüfteten Felsen mit den vielen Höhlen. Leider können wir dort nicht schnorcheln da der Wind zu stark und auflandig ist. Aber wir wandern über die Insel in die Stadt.
Dann nervt mich aber bald der laute Wind und das rollende Boot und so rege ich an hoch nach Naxos in eine geschützte Bucht zu gehen um dort den zunehmenden Wind abzuwettern.
Ja ich weiß, es ist immer wieder das Thema Wind. Aber der ist hier in den Kykladen auch sehr dominant und wir können das leider nicht umgehen.🤪
Aktuell sind wir sehr nah an der türkischen Grenze. Und ohne es zu merken hat der Türke unser Datenvolumen vom Router gefressen da ich es nicht schaffe um zu stellen😏.
Somit ist es nicht immer Sonntag wenn was kommt, sondern nur dann wenn ich in einer Taverne mit Wifi bin. Sorry!
Drei wunderschöne Kykladen Inseln und keine ist annähernd gleich. Nur die Landschaft ähnelt sich sehr.
Wir liegen in einer gut geschützten Bucht auf Syros und müssen wieder mal einen Wind von 40 kn abwettern.
Der Anker liegt gut und tief eingegraben im Sand und somit sind wir sicher. Aber die Lautstärke des Windes ist sehr anstrengend. Und so flüchten wir an einem Tag von Bord, fahren mit dem Dinghi ans Land und mit dem Bus in die Hauptstadt. Die Busfahrt ist richtig angenehm. Wir sehen viel vom Insel Innern. Getreide, Gemüse was man so braucht wächst hier. Aber es ist alles schon sehr trocken. Es hat im Winter kaum geregnet und somit herrscht hier schön die Brandgefahr „orange“.
Syros, die edle. Wenn man durch die Hauptstadt läuft, könnte man fast meinen in Italien zu sein. Es ist gut zu sehen das die Venezianer eine ganze Zeit auf der Insel geherrscht haben. Die typischen venezianischen Villen und Kuppelbauten. Wunderschöne alte Gebäude. Die Stadt Emourpoli ist auch Uni-Stadt und somit gibt es sehr viel junge Leute und nette kleine Cafés .
Wir lernen auch wieder ganz nette Segler kennen mit denen wir gerne Zeit verbringen. Aber die beiden segeln früher los und haben ein anderes Ziel wie wir und somit trennen sich wieder unsere Wege. Schade, es war schön mit euch Ingrid und Gerd.
Peter mag unbedingt nach Mykonos. Ich eigentlich nicht da ich nun wirklich keine Partygängerin bin. Aber wie heißt es: „In guten wie in schlechten Zeiten“, 😁
Mykonos steht für Traumstrände und Party. Sie ist vielleicht die berühmteste und bekannt für ihr pulsierendes Nachtleben. Und so kommt es natürlich auch das hier 3 große Cruiser in der Bucht liegen, wir keinen Platz ( trotz Anmeldung per Mail) im Hafen bekommen, und das teuerste Bier, 0,330ml für 12 € in unserem Leben trinken. Schon um neun tanzen leicht bekleidete Urlauber auf den Tischen und wir machen uns von klein Venedig davon und laufen durch schöne enge Gassen in denen die teuersten Lable und Galerien, ihre Ware anbieten und die Preise sogar in München ein Schnäppchen wären.
Hier genießen wir das Bier Tröpfchenweise🤣
Wir sind spät gekommen und haben in einer etwas entfernten Bucht eine Boje ergattert die allerdings 50€ kosten soll. Abends kam niemand und morgens sind wir schon bei Sonnenaufgang geflüchtet und so war sie kostenlos.😉
Unser nächstes Ziel sollte Naxos sein. Aber die über 3m hohen Wellen lassen uns die Richtung etwas angenehm ändern und wir steuern Paros an.
Waschtag
Wir legen uns nach einer anstrengenden Fahrt in die Bucht der Hauptstadt, wir möchten einen Wäsche Tag einlegen. Denn hier hat es eine Münz Wäscherei und so können wir die ganze Bettwäsche und unsere Handtücher waschen. Dafür ist unsere Waschmaschine zu klein.
Paros ist wunderschön und eine richtige Postkarteninsel. Weiß blaue kleine Fischerdörfer und ein wildes Hinterland.
Wir ordern für den nächsten Tag einen Roller und fahren über die Insel, besuchen die Chora Lefkes und schlendern durch die engen Gassen. Ein Besuch der alten Minen in denen der berühmte fast durchsichtige Marmor abgebaut wurde steht auch noch auf dem Plan. Daraus wurde der Tempel von Delphi und Delos gebaut und auch die berühmte Venus von Milos oder die Nike von Samuthraki.
Abends kommen wir mit tausend Eindrücken wieder an Bord und lassen den Tag ausklingen.
Der nächste Tag ist diesig und schwül. Wir wollen um die große Bucht wandern. Aber plötzlich ist von jetzt und in die nächste Sekunde ein Windwechsel von nichts auf 35kn und ein Dreher um 180°.
Die Boote werden in die Ankerkette katapultiert, legen sich auf die Seite und drehen sich um 180°. Dann pendeln sie es aus und alles ist wieder gut. Das war echt gruselig. Wir warten noch etwas und gehen dann später wandern. Kann ja sein das noch was kommt. Aber alles bleibt ruhig.
Auch hier findet man Ähnlichkeiten zu Mykonos. Nur viel sympathischer und entspannter.
Und immer wieder die bezaubernden weißen Häuschen mit den blauen Fensterläden.
PS. Etwas spät. Aber manchmal habe ich kein Internet wenn es einfach zu einsam ist.
Die Kykladen Inseln sind der Inbegriff für weiße Häuser mit blauen Fensterläden. Und natürlich Unmengen weißer Kirchen mit blauen Dächern. Jeder hat ein Bild von Santorini oder Mykonos . Und ja so sehen fast alle Orte auf den Kykladen aus die wir bisher besucht haben. Wenn man durch die weiß gekalkten Gassen läuft spürt man die Schönheit und das besondere der Kykladen. Als wir vom Festland gekommen sind haben wir erst mal die Insel Kea angesteuert. Sie ist voll in Athener Hand, da es nicht sehr weit weg ist. Viele Athener haben hier ein Ferienhaus. Wir gehen mit Alina an die Stadtmole da wieder mal Starkwind😏 gemeldet ist, und hoffen das es dort sicher ist. Das anlegen ist kein Problem obwohl es schon fast voll ist. Abends gehen wir gerne noch etwas wandern und können oberhalb des Ortes auf den Hafen schauen und sehen das ein Boot mehrfach wieder ablegt und versucht wieder anzulegen.
Abendliches BadKorissia/Insel KeaSpaziergang zur KapelleEingang der Bucht von Korissia
Das verursacht bei uns ein komisches Gefühl 🤔und wir wandern umgehend wieder zurück. Der Wind ist noch stärker geworden und bei dem Boot hat der Anker nicht gehalten. Kaum ist dieses Boot wieder sicher fest, sehen wir das auch unser Anker nicht hält. Wir fragen noch schnell einen Österreicher ob er unsere Leinen annimmt wenn wir wieder anlegen und gehen raus und holen den Anker wieder ein. Aber auch der Österreicher muss ablegen weil er slippt (=Anker hält nicht). Wir legen den Anker neu mit fast 70m Kette und sind dann sicher fest. Der Österreicher kämpft noch bis er mir zuruft auf Kanal 68 das Funkgerät anzumachen. Dort sagt er mir das er seinen Anker verloren hat, der am Ende nicht gut befestigt war. Er würde versuchen seinen Ersatzanker zu werfen. Ich bleibe derweil am Funk auf Standby. Es ist mittlerweile zehn Uhr Abends und der Wind ist sehr stark. Fast zwei Stunden kämpft er, aber der Anker will nicht halten. Wir empfehlen ihm trotz auflandigem Wind, längsseits an die Mole zu gehen. Wir würden ihm auch noch Fender zum ab polstern geben. Er hat eine unruhige Nacht aber ist wenigstens fest. Peter sagt ihm das er am nächsten Morgen nach dem Anker tauchen kann, was ihn sehr glücklich macht.
Gesagt getan. Am nächsten Morgen geht Peter in seine Tauchkluft und sucht den Anker den er auch schnell findet.
Fertig machenSuche nach dem AnkerDa hängt der Anker wieder
Ich leite den Österreicher über Funk an Peter heran damit er die Ankerkette wieder ans Boot befestigen kann. Alles geht gut und er zieht seines Weges wieder davon.
Wir ziehen nach dieser Aktion los und erkunden die Insel Kea mit dem Roller. Sehr bergig mit vielen Mühlen. Eine atemberaubend schöne Landschaft mit wunderschönen Stränden und smaragd- grünem Wasser. Tolle uralte Wanderwege unter schönen alten Eichen.Eine wunderschöne Chora und der berühmte Beschützer, der „Löwe von Kea „ der mehr als 3000 Jahre alt ist.
Hier beginnt gerade das griechische Osterfest und wir können die Prozessionen vom Boot aus verfolgen.
Traditionell wird hier zu Ostern ein rotes Ei im Hefezopf eingebacken
Samstags wird die Auferstehungsfeier groß mit Feuerwerk gefeiert. Am Ostermontag geht es dann weiter nach Kythnos. Wir verabschieden uns von allen und los geht es.
Die Winde hier sind um den Inseln nicht so einfach zu besegeln. Sie drehen in kürzester Zeit, werden von starkem zu schwachen Wind, und die Wellen kommen von allen Seiten. Das heißt wir haben kurz schönen Segelwind und dann reicht er plötzlich nicht mehr um gegen die Wellen anzukommen. Also muss leider der Motor ran. Am Nachmittag liegen wir in einer tollen Doppelbucht auf Kythnos und ruhen uns erst mal aus. Zum Sonnenuntergang wandern wir zu einer kleinen Kapelle und genießen dann einen ruhigen Abend.
Vorteil bei Starkwind, Strandgut-Fender gefundenKythnos
Die folgende Nacht ist endlich mal wieder super ruhig. Wir können also sehr gut schlafen und am nächsten Tag einige kleine Arbeiten erledigen. Am späten Nachmittag geht es dann zur nächsten Stadt.
Denn wir müssen einkaufen. Morgends drauf geht es dann weiter.
Herzlich willkommen auf dieser wunderschönen Welt die wir für dich beschützen müssen.
Ich fühle mich schon das ganze Frühjahr wie in einer Waschmaschine.
Natürlich weiß ich das wir in der windreichen Ägäis unterwegs sind. Aber es kann schon sehr anstrengend sein und hat mir des öfteren ganz schön viel Respekt vermittelt.
Bisher war es so das ich eigentlich nicht richtig zur Ruhe gekommen bin.
Mehrmals am Tag das Wetter checken und jedes mal sagt es was anderes. Wo sollen wir uns da vor dem kommenden Starkwind verkrümeln wenn wir nicht wissen aus welcher Richtung er dann nun kommt oder er in der Nacht mehrmals die Richtung ändert. Echt anstrengend. Aber das haben wir ja so gewollt🙃.
Nun bewegen wir uns in den Kykladen und hier ist der Wind nicht weniger geworden, aber hier kommt er meist aus Nord oder auch mal aus Süd. Aus dem Süden bringt er leider den Saharastaub mit 😏.
Alles ist Orange bepudert
Der übliche Sommerwind der hier im Juli und August weht, ist der berühmte und auch berüchtigte Meltemi der immer vom Norden weht und meist sehr stark ist. Durch unsere Klimaveränderung fängt er oft sogar viel früher im Jahr an. Denn der Meltemi hängt stark von den Tagestemperaturen ab. In den heißesten Stunden des Tages, weht er am stärksten und lässt gegen Abend etwas nach.
Wir hatten ihn sogar schon des öfteren jetzt im Mai mit Stärken von über 40 kn. Dann verkrümeln wir uns in eine sichere Bucht und warten ab bis es ruhiger wird. Auch wenn ich weiß das die Bucht sicher ist bleibt doch während des Sturmes eine gewisse Anspannung. Dieses und der schreiend laute Wind im Rigg (=Mast+das was ihn hält) kann einen schon zermürben.
Von diesen Momenten habe ich leider kein Bild. Erstens habe ich mit mir dann genug zu tun und zweitens kommt es auf Bildern nicht rüber.
Zwischen den Inseln kann man die Windstärke meist verdoppeln und muss deshalb dort sehr aufpassen und vorbereitet sein. Sprich, wir machen vorher schon das Segel-Kleid kleiner.
Auf manchen Inseln soll man nur ankern wenn man ein starkes Ankergeschirr hat. Das haben wir Gott sei Dank.
Diese Tipps stehen in Revierführern die wir natürlich auch in unsere Planung einbeziehen.
Jetzt habe ich den Eindruck das sich das Wetter etwas beruhigt. Es ist noch kühl und regnerisch, aber auch mit Sonne dazwischen. Die Winde sind zur Zeit OK und machbar.
So können wir endlich auch die verschiedenen Inseln erkunden.
Aber dazu beim nächsten mal mehr.
Aktueller Nachtrag:
Gestern liegen wir in einer sicheren Bucht von Paros. Es ist sehr schwül und gewittrig. Nahezu kein Wind. Wir wollen an Land zu einer Wanderung aufbrechen. Auf einmal das:
Von einer Sekunde zur anderen dreht der Wind um 180* und steigt genauso schnell von 5 auf 36 kn.
Die Boote werden voll in den Anker nach vorne geschmettert, legen sich dann auf die Seite und drehen den Bug wieder in den Wind. Fliegendes Wasser ist unterwegs.
Leicht beängstigend. Unser Anker hält aber bombig. Keine Gefahr.
Da kann man nun etwas nachfühlen was vor zwei Jahren in Italien passiert ist. Dort war es noch stärker und das Resultat war, viele Boote lagen am Strand oder auf Felsen.😔
Bei uns war dann nichts mehr, und wir konnten später zu unserer Wanderung aufbrechen.👍
Wir erleben ein komplett anderes Griechenland, wie das, welches wir bisher erleben durften und lieben.
Um David und Nina empfangen zu können mussten wir Wetterbedingt auf der Westseite von Attika ziemlich hoch nach Athen segeln. Denn keine Marina vorher hatte Platz.
Diese war etwas ab vom Schuss aber im Zentrum des ehemaligen Olympischen Wasserparks von 2006. Auf diesem ehemaligen Sportgelände und auf einem ehemaligen Athener Flughafen wird nun der riesige Ellinikon Experience Park gebaut. Wirkt etwas wie das amerikanische Silicon Valley.
Die Zwei kommen mit dem Bus vom Flughafen zur Marina. Die Bushaltestelle ist nur 10 Gehminuten von uns weg. Wir laufen Ihnen entgegen und freuen uns riesig als sie uns schon entgegen kommen. Auch die Zwei strahlen über das ganze Gesicht. Nun werden sie das erste mal die Alina sehen. Beide sind begeistert und fühlen sich glaube ich von der ersten Minute an wohl.
Sie richten sich ein, wir erklären alles und Nina stellt fest, das es nichts anders ist wie in einem Wohnmobil. Später laufen wir drei eine Stunde in die Stadt und wollen etwas einkaufen. Apperol und Sekt 😀. Ich bin etwas überfordert. Die totale Großstadt mit allen Läden die es bei uns in D auch gibt. Das bin ich von den Inseln gar nicht gewöhnt. Zurück fahren wir mit dem Bus, denn es war schon etwas weit.
An Bord wird erst mal gekocht und lecker gegessen. Danach schmeiße ich die Eismaschine an und wir genießen den Abend bei einem oder zwei Aperol Spritz.
Das Wetter ist hier auf der Westseite auch nicht so toll. Wir haben sehr viel Wind. Ich schlage vor am nächsten Tag nur einen Segelschlag vor Athen zu machen und später in eine sichere Bucht zu flüchten bevor der Wind wieder über 30 kn geht.
Gesagt getan. Wir segeln sportlich raus und machen drei Stunden später, am frühen Nachmittag in der Bucht „Ormos Vouliagmenis“ wieder unter Anker fest. Beide sind seefest und können den kleinen Törn auch genießen.
Dinghi hoch holen..und ablegenAngenehmes segeln
Wir genießen den Nachmittag an Bord auch wenn die Alina ziemlich am Anker zerrt.
Der Wind zereist unsere Fahnenschnurr. David zieht sie neu einEndlich kann unsere Fahne gehisst werdenBrrr. 16°C
Gegen Abend gehen wir zum Essen an Land. Die Jugend hat ein nettes Lokal ausgewählt. Schnell merkt man, das hier nichts mehr so ist wie auf den Inseln. In dieser Bucht scheint das Geld Athens unterwegs zu sein. Riesen Protz Autos, sogar ehemals schöne Mädels sind in Botox gefallen. Gefühlt jede Person hat Unsummen für Schönheits-OP’s ausgegeben. Ich glaube ich konnte meinen Mund vor Entsetzen nicht mehr schließen. Ein wenig habe ich mich wie Crocodil Dundee in New York gefühlt. Und das bei so jungen Leuten.
Aber nichts desto Trotz hatten wir einen wundervollen Abend in einem hervorragenden Restaurant.
Die Bucht der Schönen und Reichen
Bei sehr viel Wind kämpfen wir uns mit dem Dinghi wieder zurück an Bord. Wir spielen Kniffel und sind alle recht früh im Bett.
Am nächsten Tag ist der Wind noch sehr heftig und Nina und David beschließen nach Athen zu fahren. Dort verbringen sie einen schönen Tag. Auch wenn David leider etwas kränkelt.
Auf nach Athen
Wir bleiben an Bord und halten Ankerwache.
Abends tauchen wir wieder in die Welt der Reichen ein. David hat in der Beef Bar neben dem 4 Season und dem Naxos Hotel einen Tisch reserviert. Eins der 101 besten Restaurants der Welt.
Oje, was ziehe ich an. Für diese Welt habe ich nichts. Aber dort angekommen merke ich bald das es hier total egal ist. Nicht die Kleidung ist wichtig sondern das Essen und das Ambiente.
Es wird ein klasse Abend mit wirklich leckerem Essen. Das hätten wir ohne die Zwei nie gemacht.
Am nächsten Tag können wir vormittags wieder etwas segeln. Es ist etwas heftig aber es geht.
Wir suchen uns die nächste Bucht aus die bei diesem Wind gut geschützt ist, denn leider müssen die zwei am nächsten Tag schon wieder zurück.
Es war toll das ihr da wart, wir haben uns sehr gefreut und es auch sehr genossen mit euch.
Beim nächsten mal suchen wir uns eine ruhigere Zeit aus damit ihr auch das Meer genießen könnt.
Denn dies war durch den Wind und der Wassertemperatur von 16°C noch nicht so gegeben.
Endlich können wir unsere Reise beginnen und neue Orte kennenlernen. Da wir wieder durch die Engstelle Zwischen Festland und der Insel Euböa (Chalkis) müssen kommen wir auch wieder an schon bekannte Orte. Die Engstelle verbindet eine Brücke die immer zur Nachtzeit, wenn die Tide ruht, für Segler und Boote geöffnet wird. Nachts deswegen damit der Autoverkehr am wenigsten gestört wird. Wir müssen uns am Hafenbüro anmelden und die Rechnung zahlen. Leider wird uns gesagt das sie heute zu bleibt, weil zu wenig Boote durch wollen. Es ist eben noch sehr früh im Jahr und man muss damit rechnen. Also machen wir uns einen schönen Abend in der Stadt und besteigen am nächsten Vormittag den Berg zur Burg hoch. Chalkis ist die Hauptstadt von Euböa und sehr umtriebig. Man bekommt alles was man braucht.
Burg ChalkisSicht von oben
Spät Abends warten wir dann auf den Funkspruch der uns auffordert durch die Brücke zu gehen.Um halb eins fällt der Anker auf der anderen Seite und wir können ins Bett. Das ganze ist immer sehr aufregend. Laute Musik läuft aus einem Restaurant und viele Leute stehen am Rand und schauen sich diese Attraktion an.
Am nächsten Morgen segeln immer weiter Richtung Süden. Das ist ein sehr gutes Gefühl denn ich hoffe immer noch auf beruhigtes Wetter. Aber leider nicht. Ständig müssen wir mehrere Tage den starken Wind ab wettern. Entweder in einer Bucht vor Anker oder an einer Stadtmole.
In den Buchten sind wir überwiegend alleine. Die wenigen Boote die schon unterwegs sind gehen lieber an eine Stadtmole.
Wir versuchen eine sichere Bucht auf der Festlandseite Nähe Flughafen zu finden da David, unser Sohn mit seiner Freundin Nina an Bord kommen möchten.
Rot will man nicht😉Es ist noch eisig beim segelnTempel des Poseidon am Kap Sounion
Aber auch zu dieser Zeit sagt der Wetterbericht auf der Ostseite von Attika um die 40 kn an, was für uns heißt wir müssen noch um Attika herum und von der Ostseite auf die Westseite wechseln.
erster StrandspaziergangAmphitheater KarystoSaharastaub fliegt anund am nächsten Tag ist unser Boot orange
Es ist aber kein Problem da wir genug Zeit einkalkuliert haben.
Und dann geht noch der Boiler kaputt. Gerade ist der Generator wieder fix, kommt schon das nächste. Ich fasse es nicht. Scheinbar ist der Heizstab mit der Anode durch. Nur haben wir leider die Wassertanks voll also ist der Wechsel ( wir haben Gott sei Dank Ersatz an Bord) nicht so einfach.
Der ÜbeltäterSpülen des Boilers es ist viel Kalk drin
Aber Peter klemmt die Leitungen ab und findet auch für den fehlenden 52er Maulschlüssel eine Lösung. Er ist einfach ein Fass und kriegt alles hin. Echt zu bewundern!
Es ist eine Heiden Arbeit wieder in der engen Backskiste, aber nach einem halben Tag geht auch wieder der Boiler und unsere Gäste werden warmes Wasser haben können.
Denn im Meer duschen geht leider noch nicht. Dies hat erst 16 Grad. Wenn es Windstill ist schaffe ich es manchmal. Aber das war bisher nur zwei, dreimal. Peter schafft es öfter.
Ich wasche mich am Waschbecken und das ist auch gar kein Problem für mich. Man gewöhnt sich an alles. Und außerdem verbrauche ich so wahnsinnig wenig Wasser was mich etwas stolz macht aber eigentlich nicht notwendig wäre da wir ja einen Wassermacher haben und eigendlich haben wir auch eine Dusche🤣
Auf der Westseite finden wir dann auch eine Marina die uns aufnimmt und wir liegen sicher neben Schiffen der Reichen. Hier können wir nun auf die Zwei warten. Ich freue mich schon wahnsinnig.
Das ist unser Ankeralarm für nachts. Da sieht man gut wie der Wind gedreht hat
Seid drei Wochen sind wir im Wasser. Die ersten fast zwei Wochen haben wir auf den Zylinderkopf gewartet, den ich nach langem suchen über Bulgarien in Deutschland gefunden habe. Die Lieferung hat etwas Geduld gekostet, dann aber doch sehr gut geklappt. Peter hat bis dorthin sehr viel Arbeit in den Generator gesteckt. Hat alles penibel sauber gemacht. Alle Kanäle die zur Kühlung dienen, waren komplett mit Salz und steinhartem Schmodder zu. Es war eine heiden Arbeit. Ich habe ihm geholfen wo ich konnte.
Als wir dann im Wasser waren haben wir uns vom Werft Leben erholt und sind erst mal in der Nähe geblieben.
Am 9.4. haben wir uns dann vor der Werft an die Boje gehängt und von dort weiter gewartet. Es war sehr starker Wind und wir konnten leider nicht an Land.
Das Wetter ist immer noch sehr unbeständig. An einem Tag kommt der Wind aus allen Richtungen von stürmisch zu windstill.
Am 10. starre ich vom Boot den ganzen Tag auf den Weg ob ein Kurierfahrzeug kommt. Abends bin ich total zermürbt. Wir fahren mit dem Dinghi an Land um auf andere Gedanken zu kommen.
Dort treffen sich dann auch die anderen Segler zum Sundowner und die bauen mich auf ihre lustige Art wieder auf. Danke!⛵❤
Am nächsten Morgen gehen wir früh an Land und helfen Segler Freunden ihren Mast zu stellen.
Irgendwann kommt der Ruf von Charris, Alina ich glaube ich habe euer Päckchen.
Jaaaaa. Endlich! Es ist unser Päckchen. Die Freude ist riesengroß und alle feiern es mit.
Peter packt es natürlich gleich aus und bestätigt schnell das es das richtige ist. Klasse jetzt kann es endlich weiter gehen.👏
Gleich am nächsten Morgen segeln wir weiter Richtung Süden und Peter nutzt jede Gelegenheit in der Vorkabine die zur Werkstatt umgemodelt wurde, den Generator wieder zusammen zu bauen.
Ich muss ihn manchmal zwingen aufzuhören, denn er würde sonst kein Ende finden.
Bald ist der Moment da wo wir den Generator wieder an seine alte Stelle im Motorraum bugsieren müssen. Das sind knapp 100kg die bewegt werden müssen.
Aber mit viel Grips und Muckies wird auch das geschafft. Dann wird von Peter wieder alles angeschlossen was fast einen halben Tag Zeit braucht.
Beim ersten Startversuch bekommt er kein Sprit, Fehler erkannt und behoben. Dann gibt es noch einige Undichtigkeiten die von Peter auch mühevoll beseitigt werden. Immer mit dem Kopf im Motorraum auf engstem Raum. Ich bewundere seinen Biss. Auch wenn ihm zwischendrin als die Zweifel kommen, er beißt sich durch.
Und heute in der Bucht mit wieder mal Starkwind hat er es geschafft. Alles ist dicht und der Generator läuft wieder.
Nun wünsche ich mir für Peter das er auch sehr stabil läuft, damit sich die ganze Arbeit, den Generator general zu überholen, auch gelohnt hat.
Heute den 21.4. feiern wir dies bestimmt erst einmal mit einem Schnaps.😉😀