Alle Wege führen nach Olympia (8.6.-11.6.23)

Unserer halt übers Wasser.

Wir stehen bei Sonnenaufgang auf, denn da soll noch guter Wind aus Osten stehen, und den brauchen wir. Aber leider ist der versprochene Wind nicht da.

Ein Fischschwarm mit jagenden Delfinen und Möwen.

Wir können etwas mit dem Para segeln aber leider nicht lange und schwenken dann wieder bei 18kn auf normale Besegelung um. Die Welle kommt von der Seite. Sehr unangenehm, wir werden ganz schön durchgeschüttelt.

Kurz darauf ist der auch wieder weg und wir müssen motoren. Der ekelige Wellengang von der Seite bleibt aber und wir werden ganz schön durchgeschüttelt. Motoren wir ja gar nicht, aber manchmal will man einfach nur noch ankommen. Und das ist in Kyllinis.

Für uns ist es einfach eine Zwischenstation. Wir ankern vor dem Hafen und Peter fährt mit dem Dinghi an Land Benzin holen. Wir können die Tankstelle sehen und nutzen dies. Denn das kommt selten vor. In der Zeit koche ich. Wir genießen es das kommen und gehen der Fähren zu beobachten auch wenn sie uns unangenehmen Schwell (Wellen) bringen. Der fantastische Sonnenuntergang entschädigt für alles.

Wir gehen am nächsten Morgen etwas später raus und haben sehr schnell genug Wind für den Para.

Wir können mit ihm bis Katakolon segeln, Klasse. Kaum sind wir an der Mole fest helfen wir anderen beim festmachen die sich etwas schwer tun. Das nennt sich „Gute Seemannschaft“.

Abends gehen wir in den Ort der winzig ist aber einen riesen Hafen hat. Wir wollen ein Auto mieten um nach Olympia zu fahren. Der Mann im Büro ist ultra nett und smart. Er erklärt das morgen eins der größten Cruiser hier halt macht. Wir sollen ganz früh losfahren bevor die 4000 Passariere dort ankommen. :-0

Wir bekommen einen kleinen LILA Flitzer ( grässlich 🙂 )und düsen schon um halb acht los. Genau richtig. Alles ist noch schön ruhig. Außerdem empfiehlt er eine virtuelle Brille die an bestimmten Punkten im Gelände erklärt und wenn man durchschaut auch zeigt wie es damals wohl aussah. Echt Klasse.

Wir schauen uns alles genau an und sind fertig als die Massen kommen. Olympia die Stadt ist auch sehr nett. Über Olympia gibt es zuviel zu erzählen ich wüsste gar nicht wo ich anfangen sollte, darum lass ich es lieber. An dieser Stätte sind auf jeden Fall einige Epochen drüber gerauscht.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch ein altes Weingut und gehen sehr lange an einem ca. 30km langen Strand spazieren.

Heute gehen wir mal Essen. Das war ein sehr anstrengender Tag.

Am nächsten Morgen ist schon früh Hafenkino. Ein Catamaran will ablegen und zieht einen anderen Anker mit hoch. Als er frei ist will unser Nachbar raus. Erst hat er eine Mooringleine am Haken und dann eine Kette. Er braucht eine Stunde bis er wieder frei ist.

Und dann können wir endlich los. Unser Nachbar hat eine Kette über unsere gelegt. Na toll. Also ist auch bei uns Kettensalat. Aber Peter kann es schnell enthuddeln und wir können los nach Kyparissia. Ein etwas blöder Kurs. Sogar mir wurde unter Deck beim kochen etwas mulmig. Aber kurz die Nase in den Wind und alles war wieder gut. Wir ankern in Kyparissia mitten im Hafenbecken.

Ich glaube dort leben um die zehn Schildkröten die wir vom Boot oder vom Sub aus beobachten können. Manchmal sind bis zu drei in direkter Nähe. Wir machen unsere obligatorische Wanderung durch die Stadt, gehen noch baden, sprich duschen und legen morgens drauf schon wieder ab Richtung Pylos. Da wollen wir dann etwas länger bleiben.

Wir sind immer noch an Strecke machen.

Nun machen wir erst mal etwas Strecke (3.6.-7.6.23)

Das sind wir unterwegs

Wir verlassen Kalamos nach einem frühen und kaltem schwimmen, und kreuzen raus mit dem Ziel Messalonghi am Golf von Korinth. Wir bauen auf dieser Strecke das Paragsegel auf. Wir wissen noch nicht genau wo, für alle Rollen und Leinen, der beste Platz ist, aber das werden wir mit der Zeit schon lernen. Es dauert nicht mehr so lange bis er steht, und ein wenig wackelig ist er noch. Aber man merkt jetzt schon was für ein Gewinn es ist ihn zu haben. Danke Friedel!

Aber es dauert nicht lange und wir haben den typischen Winddreher des Ionischen Meeres. Wir drehen ab und fahren in die Bucht Spilia auf halber Strecke nach Messalonghi. Kurz vorher briest es plötzlich auf 19kn hoch und die Wellen( die noch schlimmer sind) gehen auf 1,5m hoch.

Also den Para wieder runter, was bei 13 Knoten Wind auch keinen Spaß macht. Es schaukelt ziemlich vorne an Deck. Peter turnt am Vordeck rum und ich bin am Ruder und habe vier Leinen in der Hand. :-0 Den Bergeschlauch über das Segel ziehen, dann fällt es automatisch zusammen, alle Stricke vorne ordnen, dann die Luke der Vorderkabine aufgemacht und mit der langen Wurst rein damit. Luke zu , Affe tot 🙂 . Hat alles gut geklappt.

Messalonghi kann es nicht werden das schaffen wir bei diesem starken Wind auf die Nase nicht. So ist das eben beim segeln, die Pläne richten sich nach dem Wind. Wir steuen eine geschützte Bucht in der Nsis Petalas an.

In der Bucht ist es relativ sicher. Aber es kommen mal wieder Gewitter auf. Irgendwie hört das nicht auf. Wir legen auf 5m Tiefe 35m Kette das ist gut und sicher. Als wir fest sind merken wir erst mal das Peters Angelschnur noch draußen war und die sich natürlich um den Propeller gewickelt hat als wir geankert haben und Rückwärts gefahren sind. Oh Mist. Also holt Peter sein Tauchzeug raus und befreit uns recht schnell von der Leine. Dann erst mal ankommen und essen. War ein anstrengender Tag mit 24 nautischen Meilen. Abends wird um uns rum wieder alles schwarz. Aber es zieht Gott sei Dank vorbei. Morgens fahren wir noch zu eine Felssteilwand mit Höhle. Ein sehr steiler Weg geht hoch den der Peter erklimmt.

Ich sehe mir die, ich glaube Wanderfalken an die die Dohlen von ihrem Nest fern halten wollen, an. Hier gibt es auch noch andere Greife. Echt schön an zu schauen.

Zurück am Boot wird alles klar gemacht und wir legen ab. Wenig Wind am Morgen. Im Eingang vom Golf von Korinth können wir wieder den Para setzen und bis kurz vor der langen Einfahrt von Messolonghi auch benutzen. Echt toll.

Zur Stadt führt ein langer Kanal durch eine Lagunenwelt gesäumt mit echt schönen Fischerhäusern. Manche vergessen und andere wieder liebevoll aufgebaut zu Ferienhäuser. Denn Fische gibt es ja kaum noch.

Wir ankern im Hafenbecken und genießen noch den späten Abend. Hier bleiben wir drei Nächte da wir uns wieder mit allem zum Leben bestücken müssen. Segler schreiben von einer unattraktiven Stadt. Aber sie ist ab der Kirche echt süß mit vielen kleinen Gassen und alten Häusern.

Die Stadt heißt auch: „Stadt der Helden“, ein heiliger Ort, eine wasserreiche Naturidylle, unzählige Vögel und Fische und das Symbol des nationalen Revolutionsgeistes.

Ich weiß jetzt nicht wie viel ich erklären soll, ich möchte nicht das es langweilig wird. Ihr könnt es ja mal im Kommentar sagen ob ich in die Orte tiefer eintauchen soll.

Wir genießen es mal wieder länger an einem Ort zu sein. Erledigen kleine Arbeiten, ich mache das deutsche Büro und schreibe vielleicht etwas oder gehe schwimmen. So langsam wird das Wasser erträglich.

Es war bisher noch sehr kalt. Das liegt daran das das Wasser hier sehr tief ist und durch den sehr starken Wind noch durchwühlt wird.

Die drei Tage gehen schnell vorbei, und schon machen wir uns wieder auf den Weg.

Lefkas und Kalamos

Lefkada/Stadt haben wir ja sehr viel während der Refit Phase mit dem Auto besuchen müssen darum kannten wir uns auch ziemlich gut aus. Es ist eine sehr schöne grüne Insel an der eben auch viel Regen der von Westen kommt, hängen bleibt. Es ist sehr Touristisch aber alles sehr dezent.

Wir haben mit dem Boot einige Tage in der Vlycho-Bay bei Nidri verbracht und hatten somit auch Gelegenheit einige Wandertouren zu machen. Überall findet man Zitrusbäume im Wechsel mit teilweise uralten Olivenbäumen. Von Kai dem Landschaftsgärtner habe ich gelern das 1cm Wachstum ca. 50 Jahre sind. Somit gibt es hier sehr viele die bestimmt mehr wie 1000 Jahre alt sind. Echt klasse diese knorrigen Altertümer.

Wir sind zu einem Wasserfall gewandert und über manchen Hügel. Es ist lange nicht mehr die ländliche Bauerneinsamkeit oder Provinz wie bei der Werft.

Aber es ist immer einen Besuch wert.

Beim verlassen des Golfes habe wir noch eine Nacht am südlichen Ausgang des Kanals verbracht und konnten schön die ein oder ausfahrenden Boote beobachten.

Von dort haben wir dann mal etwas Strecke gemacht und haben uns in eine geschützte Bucht auf Kalamos begeben. Denn am späten Nachmittag beginnt hier immer ein strammer Wind und dann ist man froh wenn man sicher fest ist. Wir haben den Anker geworfen und zwei Landleinen befestigt. Sicher wie in Abrahams Schoß!

Abends sind wir noch zu einem verlassenen Ort mit einem Kloster rübergefahren und sind etwas rum gelaufen. Echt schön hier. Auch wieder uralte Bäume.

„Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit.“ Herman Hesse

Kaum geht langsam die Sonne unter kommen unzählige schwarze Ziegen aus den Bergen auf den Weg und laufen Richtung nächstem Ort.

Ich glaube hier gibt es nichts anderes wie Ziegen. 😉

Ein schöner einsamer Ort. Es gefällt mir sehr hier an diesem Ort. Sehr friedlich!

Aktuelle Situation

Ein Flüchtlingsboot ist 46nm südwestlich von Pylos gesunken. Die ganze Dramatik haben wir über Funk mitbekommen. Wir sind am Dienstag von Pylos Richtung Kalamata unterwegs und hören immer wieder hektische Funksprüche von Olympic Radio.( Das ist hier die Rettungszentrale)

Das Flüchtlingsboot will sich nicht helfen lassen. Dann darf auch niemand eingreifen da sie in internationalem Gewässer sind.

Ich registriere es erst gar nicht richtig da man kaum über Funk etwas versteht. Der Sprecher redet wahnsinnig schnell.

Einzelne Wörter wie, überfülltes Boot mit Menschen, höre ich aber heraus. Dann ist irgendwann Ruhe.

Mich lässt es nicht los. Es ist einfach furchtbar was hier im Mittelmeer passiert. Jeder weiß es, aber getan wird nichts. Wie gehen wir damit um. Ich mache es immer wieder zum Thema.

Wir haben das Glück hier geboren zu sein, leben unseren Traum! Und keine 50nm von uns weg beginnt ein Drama.

Mir kommen immer wieder die Tränen wenn ich da mithöre. Wir können nicht helfen. Es ist zu weit weg und unser Boot zu klein.

Wir kommen in unserer Übernachtungsbucht Ormos Kolivi an, ankern dort und machen die Elektrik aus. Eben auch das Funkgerät.

Aber es lässt mir keine Ruhe ich träume sogar davon.

Am nächsten Morgen gehen wir sehr früh Anker auf, da der Weg nach Kalamata recht lang ist. Aber wir müssen dort hin da wir schlechtes Wetter bekommen. Der Wind ist jetzt schon. Nachmittags bekommen wir bis 24kn Wind.

Am Morgen überschlägt sich wieder das Funkgerät. Nun wird auch mal ganz deutlich gesprochen und auch sehr eindringlich. Maday relay, Maday Relay, Maday Relay (Das ist ein weitergeleiteter Funkspruch für Leben in Gefahr)

Menschen im Wasser, Schiff sinkt, alle Schiffe in der Nähe sollen zu den Koordinaten fahren.

Das sind Tanker und andere Große. Kalamata schickt alles was es hat auch eine Fregatte, Hubschrauber etc.

Wir sehen sie abends im Hafen und hören auch ständig die Hubschrauber in der Luft.

Unser Hafen wird abgeriegelt denn die Überlebenden werden hier her gebracht. Aber viele haben es nicht geschafft. Details werden wohl genug in den Medien gewesen sein.

Fahnen hängen auf Halbmast, Griechenland trauert. Und ich tue es auch.

Irgendwie schäme ich mich gerade das ich dieses Leben führen kann und es auch tue.

Hat nicht jeder das Recht, das Glück für sein eigenes Leben zu finden?

Doch, das sollte jeder haben!! Das ist zumindest meine Meinung.

Wir verlassen den Ambrakischen Golf

Einen ganzen Monat haben wir uns zwischen dem Ambrakischen Golf und Meghanisi bewegt.

Das haben wir getan um uns erst mal zwei Wochen zu gewöhnen bis wir den ersten Besuch an Bord begrüßen durften. Erst waren es Reinhard und Tuk die auf einem Motorrad Treffen in Igoumenitsa waren , die uns auf einen Kaffee in Vonitsa besuchten. Es war sehr schön, liebe bekannte Gesichter zu treffen und mit ihnen ein paar Stunden zu verbringen.

Schön das ihr uns besucht habt.

Und am gleichen Abend sind Kathrin und Kai gekommen mit denen wir ein paar Tage auf Alina segelnd unterwegs waren. Wir haben uns in Vonitsa getroffen und Peter und Kai sind dann mit dem Wohnmobil in die Rougha Bay gefahren um es dort stehen zu lassen.

Ich habe Kathrin eingewiesen wie es mit dem Anker auf funktioniert und wir sind erst ein Stück rüber motort und dann sogar gesegelt. Vor der Bucht kam das Vorsegel wieder runter und wir sind den Rest reinmotort. Währenddessen habe ich Kathrin die Antiken Steinsärge in der Steilwand gezeigt. Auch das ankern hat sehr gut geklappt. Das erste Mal für mich alles ganz allein.

Dann noch den Dinghi-Motor anschmeißen und rüber zu den Männern düsen. Alle in der Bucht haben mich ganz genau beobachtet 🙂

Fünf wunderschöne Tage haben wir mit euch verbracht, die sehr schön waren.

Nachdem wir euch wieder abgesetzt hatten, haben wir noch etwas Zeit in der Rougha Bay verbracht.

Zum Beispiel sind wir in einer ganz ruhigen Minute Morgens ganz nah an Wolfgangs Steg gefahren um von ihm Wasser zu bunkern. Wir sind knapp 2m tief und müssen deswegen genau aufpassen. Wir beschließen vorwärts hin zu fahren und einen Heckanker zu werfen und dann noch eine Landleine zu befestigen. Ich fahre und Peter macht die Landleine. Alles klappt ganz entspannt und wir können unsere Tanks wieder füllen.

Nachdem wir wieder auf der Ankerposition sind, arbeiten wir noch etwas, putzen und räumen auf, und Abends kommen Susann und Wolfgang an Bord zu einem Sundowner. Ein schöner Abschluss von der Rougha Bay.

Morgens geht es Anker auf und wir verlassen wohl für immer diese Bucht. Noch eine Nacht in Preveza und dann geht es endgültig raus aus den Golf.

Es war eine schöne Zeit aber jetzt muss es endlich weiter gehen Richtung Süden, die Peloponnes entlang.

Wetter

Ich möchte nur kurz erwähnen das wir in Griechenland sind 😉

Im März und April waren wir ja noch auf dem trockenen und haben dort schon sehr, sehr viel Regen, Kälte und Stürme erlebt. Das Boot hat zwar ziemlich vom Wind gewackelt aber wir fühlten uns sicher und haben uns einfach nach innen verkrümelt und dort Arbeiten erledigt.

Ertrunken wären wir auf jeden ja Fall nicht 😉

Auch ein Fünfer Erdbeben war dabei, so das wir Nachts davon wach geworden sind.

Seid Anfang Mai sind wir nun schon im Wasser und haben drei richtig heftige Stürme mit viel Regen erlebt.

Starkwind war auch genug dabei. Die Einheimischen sagten, das es seid 13 Jahren zu dieser Zeit nicht so schlechtes Wetter war.

Na toll sage ich! Nicht das wir Alina erst mal kennen lernen müssen, sondern wir müssen auch erst mal die Seebeine bekommen.

Der erste Gewittersturm kam auf Lefkas /Nidri in der Vlychos Bucht. Wir lagen vor Anker und schliefen. Wir wurden vom pfeifen des Windes wach. 30-35kn ! Beide standen wir eine Weile im Salon und beobachteten alles. Kein anderes Schiff slippte. (so heißt es wenn der Anker nicht hält und über den Grund rutscht) Das Boot wurde vorne am Anker hin und her gerissen. Jedes mal gab es einen Schlag wenn es auf die andere Seite gerissen wurde. Gott sei Dank ist hier ein guter Ankergrund. Und wir hatten auch bei 5m Tiefe genug Platz für 50m Kette. Das sollte halten. Es hielt auch aber das muss man nicht haben. Mir standen die Nackenhaare. Peter blieb zuerst im Salon zur Ankerwache und am frühen Morgen ich. Alles ist gut gegangen! Als es hell wurde beruhigte sich die Lage.

Das zweite Mal keine Woche später am Stadthafen von Lefkas. Dort war es über Tag. Wir wussten das was kommt. Aber so heftig war dann doch nicht klar.

Am Stadthafen fährt man rückwärts an die Mole und lässt während dessen den Anker raus. Kurz inne halten und einfahren und dann weiter rückwärts bis an die Mole, um mit zwei Landleinen fest zu machen. Das hat alles ohne Probleme geklappt. Wir hatten genug Abstand zur Mauer und der Anker war weit voraus gut eingefahren.

Und dann kam am Nachmittag der Wind mit 25-30 Knoten direkt auf die Nase (also von vorn).

Von der Seite waren wir durch einen riesen Catamaran geschützt. Die Mauer kam immer Näher. Wir mussten den Motor anmachen um uns von der Mole frei zu fahren. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, um nach zwei Stunden Pause, das gleiche noch mal zu tun. Insgesamt waren es drei Mal. Echt die Hölle. Und Nachts auch noch mal das gleiche. Wir haben uns wieder bei der Wache abgewechselt.

Und das dritte mal war es in Preveza. Wir kamen aus dem Ambrakischen Golf und sahen über den ganzen Tag wie sich hinter uns, ganz weit weg, vor den Bergen ein Gewitter sammelte. Kein Problem das war ja hinter uns. Wir konnten gut mit unserem Besuch nach Preveza segeln. Dort ankerten wir wieder auf 3m unter Kiel mit 30m Kette. Alles gut. Noch schön schwimmen (das erste mal das man es konnte) und dann in die wunderschöne Stadt zum essen. Erst hielten wir in einem Café, saßen keine zehn Minuten als ich merkte das sich von jetzt auf nachher der Wind um 180° gedreht hat und das Gewitter zurück kam.

Ich sagte nur noch, Peter wir müssen zum Boot (er saß mit dem Rücken zur Front) und den anderen sie sollen unseres mit begleichen und ich melde mich später. Dann sind wir los gerannt zum Dinghi und rüber zum Boot. Gerade noch rechtzeitig, dann ging es schon los. 35Kn Wind und sehr starker Regen. Man hat keine 50m mehr schauen können. Wieder standen wir im Salon und haben die anderen Boote beobachtet. Gott sei Dank waren auf allen die Eigner vertreten. Zwei, drei waren auf slipp ( sie trieben ab) nahmen aber sofort Anker auf und sind in sicheres Tiefwasser gefahren. Nach 1 Stunde war es wieder ruhiger. Kathrin und Kai haben in der Stadt gegessen und wir an Bord. So ist das eben! Später haben wir sie mit dem Dinghi geholt und noch einen ruhigen Abend verbracht.

So was hatten wir so geballt in unseren 30 Jahren segelei noch nicht. Es reicht jetzt auch. Ich hoffe es wird mal bald etwas stetiger mit dem Wetter. In solchen Momenten habe ich natürlich vergessen Bilder zu machen aber ein paar von kurz vorher und danach kann ich zeigen.

Wir schwimmen noch!

Nun sind wir schon drei Wochen im Wasser und wir schwimmen noch. Scheinbar ist wirklich alles dicht. Alina scheint uns akzeptiert zu haben und mag uns nicht ärgern.

Es ist echt schön im Wasser zu sein. Keine Leiter mehr! Das ist erst mal das beste. Und das wir wieder ein benutzbares Klo haben.

Wir bleiben noch zwei Nächte in der Rougha Bay. Die erste zum ankommen und die zweite, weil Peter noch die Werkstatt der Werft nutzen möchte um die Reelings-Stützen für die Solarplatten zu bauen. Sonntags segeln wir aber nach Vonitsa um am nächsten Morgen ganz früh auf dem schönen Markt einzukaufen.

Am Abend besucht uns noch eine Baby Seeschlange die an die Badeleiter will, was wir aber nicht wollen 😉

Beim rausfahren aus der Bucht verabschiedet uns eine Schildkröte und unterwegs treffen wir auf Delfine.

Schöner kann es nicht anfangen!!

Über Vonitsa nach Preveza und raus aus den Ambrakischen Golf ins Mittelmeer. Auch draußen besuchen uns wieder Delfine. Echt toll.

Wir müssen durch die schwimmende Brücke von Lefkas die jede ganze Stunde für 10 Minuten den Booten Platz macht. In Lefkas Stadt machen wir an der Mole fest und schauen erst mal ob unsere bestellten Ersatzteile angekommen sind und ziehen somit durch die Stadt. An der Lagune trinken wir noch etwas und nutzen das Wlan um mit der Familie zu telefonieren.

Es fühlt sich noch an wie ein Charterurlaub und nicht wie unser zukünftiges Leben. Alles ist noch so unwirklich.

Als die Mole ausgestorben ist füllen wir noch unsere Wassertanks voll damit wir eine Weile genug haben und genießen den Abend an Bord.

Morgens drauf legen wir früh ab und motoren durch den Kanal von Lefkas. Unser Ziel ist auf Meghanisi die Bucht Atherinos.

Hier bleiben wir einige Tage. Es ist noch schön ruhig in der Bucht, aber eben auch noch ziemlich kalt in der Nacht. Schwimmen geht gar nicht, brrrr.

Kurz rein, einseifen, nochmal kurz rein und dann mit Süßwasser abspritzen. So sieht unser duschen aus. Und das ist momentan noch sehr heftig kalt.

Wir arbeiten noch viel aber Nachmittags gehen wir wandern oder in den Ort. Wir lernen nette Menschen kennen die wir dann auch nach ein paar Tagen wieder verabschieden müssen, denn wir müssen zurück nach Lefkas um Ersatzteile abzuholen. Und außerdem bekommen wir bald Besuch.

Kurz mal zum Wetter. Es ist immer noch sehr April lastig. In den drei Wochen haben wir schon drei Stürme erlebt. Ich hoffe das wird bald mal besser.

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Es regnet sehr viel und der Südwind bringt Saharastaub mit. Gestern hatte ich erst drei Stunden geschrubbt. Das passierte 3 Mal 😦 . Ich finde es reicht jetzt!

Aber davon berichte ich nächste Woche, das wäre jetzt zu viel.

Der große Tag

Wir wussten es ja ein paar Tage , nämlich am 5.5.23 soll es ins Wasser gehen . Wolfgang hat uns diesen Termin genannt. Und trotzdem war der Schreck groß als dann tatsächlich, urplötzlich 😉 der 5.5. war. Die letzten zwei Tage konnten wir nichts machen da es aus Eimern geregnet hat.

Morgens schnell noch das Coppercoad fertig anschleifen. Außerdem kontrollieren wir noch den Fäkalien tank mit dem Endoskop und Peter tauscht den Schlauch vom Klo in den Tank. Es war ja etwas Glysantin drin und diese Reaktion mit den Fäkalien dämpfen hat uns und unsere Nachbarn kurze Zeit erfreut. Gott sei Dank war es nur kurz.

In der Zwischenzeit habe ich das Stromkabel aus gestöpselt und hatte echt Mühe das Kabel aus den hohen Kräutern und Gräsern wieder heraus zu bekommen. Es war schon richtig eingewachsen.

Na ja wir waren ja nun auch 64 Tage hier in der Werft mit viel Regen und einem wunderbaren

Frühling mit Pflanzen die ich auch nicht kannte.

Das Kabel ist weg, der Wasserschlauch verräumt das Dinghi schon an den Steg gebracht, wir sind bereit.

Um 12 Uhr geht der Radlader an. Das ist unser Zeichen, wir kommen ins Wasser. Ich bin so was von aufgeregt. Mir ist sogar etwas schlecht.

Wird alles dicht sein? Wir haben schließlich alle Löcher selber gemacht.

Ich habe echt Angst.

Das super eingespielte Team mit Wolfgangs Vater auf dem Radlader und Asem und Wolfgang am Trailer, die eine Wahnsinns Ruhe und Sicherheit ausstrahlen, vermitteln mir auch das Gefühl:“ Wird schon gut gehen“.

Mit absoluter Souveränität und Gewissenhaftigkeit wird das Boot auf den Trailer gesetzt und langsam den Hang runter zum Wasser gefahren. Jetzt wird es ernst! Alina berührt nach 8 Monaten Trockendock endlich wieder das Wasser.

Ich sage zum Wolfgang das er uns etwas Zeit geben soll bis wir alles auf Dichtheit geprüft haben. Somit setzt er Alina etwas tiefer rein das alle Borddurchlässe im Wasser sind. Wir rudern mit dem Dinghi zu Alina gehen an Bord und kontrollieren alles. Es scheint alles dicht zu sein. Hipp Hipp Hurra.

Bei Ansage Motor an, starte ich den Motor und schaue ob Kühlwasser raus kommt, gebe Wolfgang mit Daumen hoch das Zeichen das alles klar ist.

Wiederum nach Ansage, Rückwärtsgang rein, fahre ich rückwärts vom Trailer in die Bucht suche bei 5 Metern eine schöne Stelle und Peter setzt dort den Anker.

Nun erst mal etwas runter kommen!

Immer wieder kontrollieren wir alles.

Auch die Wassermelder die ich platziert habe, bleiben ruhig.

So, nun sind wir im Wasser, aber irgendwie kommt der Kopf nicht so schnell hinterher. Es ist noch nicht richtig bei mir angekommen das wir jetzt schwimmen.

Peter probiert den Dinghi-Motor aus und macht die erste Probefahrt. Ist noch etwas alter Sprit drin darum braucht er als noch etwas beim starten. Aber das wird.

Ich fasse es nicht, wir sind im Wasser. Langsam kapieren es auch meine Synapsen und transportieren es zu meinem Hirn.

Aber die Seebeine müssen noch wachsen, denn ich stolpere bei kaum Welle durch die Gegend und habe bestimmt schon zehn blaue Flecken 🙂

Ich freue mich auf die erste Nacht im Wasser.

Elektrik

Den Geräteträger haben wir ja für die Energieversorgung bauen lassen. Auf diesem liegen jetzt 3x 180W Paneel und an der Reling kommen nochmal 2x 155W.

Wir haben 3x 280Ah AGM Verbraucherbatterien. Dies muss gefüllt werden weil wir einen Wassermacher an Bord haben, der Peter einen Tauchkompressor betreiben will, eine Waschmaschine Mini gerade eingebaut wird (auch Peters Baby) und ich mir eine Eismaschine gewünscht habe. Also sehr viel Luxus mit 220V.

Dies alles muss natürlich erst mal eingebaut werden und geht auch nicht von heute auf morgen.

Peter hat sich schon daheim eingelesen und weiß genau was er will.

Der Einbau ist fast schon eine Doktorarbeit und dabei lasse ich ihn auch lieber in Ruhe, damit er sich konzentrieren kann. Ich mache die Holz-oder Aluarbeiten die er bei mir in Auftrag gibt um die blauen Geräte daran zu montieren.

Wir klettern in den tiefen des Schiffes herum und verlegen Kabel die von den Paneelen an die Geräte geführt werden. Für eine Seite an der Reling fehlt uns leider noch das Kabel.

Das ist jetzt sehr kurz beschrieben, war aber eine heiden Arbeit über viele Tage hinweg.

In dem Zug haben wir auch viele unnötigen Kabel herausgezogen die teilweise ungesichert auf irgendwas geklemmt war. Besonders in der Navigationsecke wurde viel aufgeräumt und unnötiges entfernt. Es hat sehr viel Platz gegeben. Ich habe wieder die Holzarbeiten gemacht.

Außerdem hat der Peter am Anker das Kettenzählwerk montiert und mit seinen Ideen auch zum laufen gebracht obwohl alle auf „Der Boot“ gesagt haben das es nicht geht.

Ich habe in der Zeit den Ankerkasten gerichtet und gestrichen. Der neue Ankerwirbel ist nun auch montiert und das ankern wird jetzt sicher eine Wonne sein.

Bisher war es so das man ihn mehrmals festfahren musste und beim hoch holen hat er sich nicht in die richtige Position gedreht. Das war echt nervig und ich habe von daheim gleich einen neuen Wirbel mitgebracht. Man hat gesehen das in einem Sturm scheinbar ziemlich daran gezerrt wurde und Peter musste einiges schleifen um die Schadstellen wieder zu glätten.

Ich werde berichten wie er läuft wenn wir dann im Wasser sind.

In ein paar Tagen ist es soweit. Wir haben den Termin bekommen. Jetzt geben wir nochmal Gas und freuen uns dann aufs Wasser.

Friede, Freude, Eierkuchen?

Wir sind jetzt schon eine ganze Weile hier und arbeiten die ganze Zeit.

Es gibt nicht nur Hochgefühle weil etwas klappt sondern auch Enttäuschungen wenn es nicht so klappt.

Und so fühle ich mich manchmal schon etwas „bescheiden“.

Aber im Grunde ist alles gut. Der Geräteträger ist fertig, aber wie es halt so oft hier in Griechenland ist müssen wir Geduld haben. Denn es kommt ständig etwas dazwischen. Denn zur Zeit sind einige Eigner hier die schnell ins Wasser wollen und brauchen noch etwas von Wolfgang. Somit werden wir immer etwas nach hinten geschoben.

Es ist nicht immer einfach. Das Warten ist echt doof.

Aber wir sind hier eine nette kleine Gemeinschaft in der Marina. Sehr verschiedene Menschen echt spannend.

Nun kommt aber die Zeit des Abschied Nehmens.

Immer wieder geht ein Boot ins Wasser. Bisher war es so das es die Boote waren die in zwei Tagen gerichtet waren und dann ab ins Wasser gingen.

Aber nun kommt die Zeit wo auch die gehen die man über die lange Zeit ins Herz geschlossen hat.

Und da bisher meistens Sauwetter war und alle so vor sich hin gearbeitet haben habe ich für den nächsten schönen Tag einen Grillabend organisiert.

Mein Gemüt hat es auch gebraucht mal aus dem Arbeitstrott heraus zu kommen.

Ich habe allen Bescheid gegeben und die Kohle besorgt. Auch die Werft-Leute wie Asem, Wolfgang und Gerhard sind eingeladen für die wir auch eingekauft haben.

Der Rest der Bande bringt sein eigenes Zeug mit und manche machen einen Salat. So ist das üblich.

Es sind auch alle da und es beginnt ein richtig schöner Abend dem manch einem noch ein paar Tage in den Knochen liegt 🙂

An den folgenden Tagen verlassen uns manche Boote die wir am Steg verabschieden, winken oder sogar ein Shanty-Chor bilden.

Auch das muss ich erst lernen. Wir lernen nicht nur tolle Menschen kennen sondern müssen sie auch bald wieder verabschieden.

Also es ist nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“, sondern kann auch sehr hart sein.

Nicht nur die Arbeit, auch die Emotionen.

Aber wir glauben das es das wert ist dieses Leben zu führen.