Weit weg

Wir sind nun schon eine Weile zuhause und der Alltag kehrt wieder ein. Einerseits geht das viel zu schnell und zu intensiv, und andererseits ist es schön diesen Alltag wieder erleben zu dürfen.

1. Großeinkauf denn die Schränke sind leer 🙂

Ich habe es ja schon erwähnt das wir in der Ferne ein paar Probleme gehabt haben. Da möchte ich etwas näher drauf eingehen.

Dazu muss ich kurz erwähnen das die Alina das erste Mal seid wir sie haben über Winter im Wasser bleibt. Denn in Italien ist es nicht üblich das das Schiff an Land überwintert und darum gibt es auch nicht so viele Möglichkeiten.

Die Alina liegt aber in einem sicheren Hafen mit einer guten Segler Gemeinschaft. Und das ist auch gut so wie wir bitter erleben durften.

Ich war mit meinem Enkel bei seinem ersten Lauf auf dem Hockenheimring als ich beim gehen feststellen musste das ein Segler Freund mehrfach versucht hat mich zu erreichen.

Da es aber im Stadion so laut war habe ich nichts mitbekommen.

So schnell wie möglich melde ich mich bei ihm und erfahre das auf der Alina, 2000km von uns entfernt ein Alarm brüllt. Was für ein Schock! Was denn nun? Was kann es sein

Tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf.

Schnell ist herausgefunden das Wasser im Boot ist und der Wasseralarm den ich überall montiert habe, schreit. Unser Segler Freund muss tief ins Innere der Alina krabbeln um dann auf Anfrage von mir, fest zu stellen, das es Süßwasser ist.

Mir fällt ein Stein vom Herzen. Kein Salzwasser! Die Ventile die wir noch kurz vorm gehen gewechselt haben sind dicht. Absaufen werden wir dann wohl nicht denn die Trinkwassertanks haben wir vorm gehen geleert.

Was kann es aber sein!

Unser Freund schaut nach den Fenstern da ich vermutet habe das vielleicht was eingeklemmt ist und nach den dauernden Gewittern dort, Wasser eindringt.

Dem war nicht ganz so, aber fast🤔

Unser Freund stellt fest das in Peters Bad das Fenster auf ist und die Gewitter ungebremst eindringen konnten. Er schließt es und macht sogar alles trocken damit über Winter nichts schimmelt. Wir sind ihm zu großen Dank verpflichtet und werden wenn wir wieder dort sind auch gemeinsam was tolles machen. Danke dir, Dirk.

Nun können wir mit einem guten Gefühl hier in der Heimat unseren Winter verbringen, die Natur genießen und auch schon wieder ans zurückfahren denken.

Ich nähe, soweit es mit meinen Vorlagen geht, ein neues Cover für unser Dingi. Die Schablonen und das alte Cover habe ich hier, aber dennoch ist es irgendwie, wie blind nähen.

Ich kann vieles fertig machen aber nicht alles. Dafür brauche ich dann das Dingi zum genauen anpassen. Aber ich bin guter Dinge. Wird schon! Die Nähmaschine muss dann halt mit nach Italien😁.

Nach vier Wochen merke ich, das auch unsere Alina meine Heimat ist, nur eben anders. Ich vermisse sie schon. Aber die Zeit geht sehr schnell rum.

Ich mache jetzt meine Winterpause und melde mich im Februar wieder wenn es zurück zur Alina geht.

Vielleicht bringe ich Peter dazu auch mal etwas zum Abschluss zu schreiben. Ich mache mir aber nicht so viel Hoffnung.

Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2026

Auguro a tutti un felice Natale e un felice anno nuovo 2026.🎄

Heimat

Heimat, das sind die Menschen,
die man kennt, die man
Verwandte, Nachbarn und
Freunde nennt.
Heimat, das ist die Sprache, die
man spricht, die man hört, liest
und versteht wie ein Gedicht.
Heimat, das sind der Hof, das
Haus und die Räume, das sind das
Feld, die Wiese, der Garten, die
Bäume.
Heimat, das sind die Wälder, die
Berge und die Quellen, das sind
die Bäche, die Ufer und der Flüsse
Wellen.
Heimat, das ist der Ort, seine
Straßen und Brücken, das sind die
Blumen, die wir am Wegrand
pflücken.
Heimat, das ist die Luft, die wir
atmen, das ist die Sonne, das Licht
der Sterne, das ist unsere Erde, die
Nähe und die Ferne.
Heimat, das ist was wir lieben, ist
all das Vertraute, was unser
Vorfahr hier einst erbaute.
Heimat, das ist die Vergangenheit,
von der unsere Mütter und Väter berichten, in
vielen alten und fernen
Geschichten.
Heimat, das ist die Gegenwart mit
Freude und Sorgen, das ist
unserer Kinder leuchtendes
morgen.
Heimat, das ist wo wir wirken,
schaffen und streben, das ist wo
wir lieben, leiden und leben.
Heimat, viele Wege führen von
dir hinaus, aber alle führen einmal
zurück nach Haus.
(Arnold Scherner)

Nun sind wir schon einige Zeit Zuhause und ich genieße es sehr. Freunde besuchen, Kinder und Enkelkinder bobbeln, Familie treffen, ins Kino gehen, Konzerte besuchen, wandern, den riesigen Garten in Ordnung bringen, und das Theater besuchen. Und ich kann dies immer tuen wann ich es will, und das ist das schönste.

Die Alina liegt sicher in Marina di Ragusa im Wasser. Das erste mal seid wir sie haben und das erste mal das wir Probleme in der Ferne haben. Aber Dank ganz lieber Menschen die ein Auge auf sie haben, haben wir davon erfahren.

Aber darüber mehr im nächsten Blog.

Resümee Italien

Unsere diesjährige Route 216 Tage und 10280km. Dies ist Polarstep und dort sieht man immer wo wir ganz aktuell sind.

Ich habe mich wahnsinnig auf Italien gefreut. Die tolle Mentalität, das schöne Singsang der italienischen Sprache, Familie über alles, „Dolce Vita“ und „Bella Figura“, Pizza, Pasta, Eis und viel Geschichte. Und das ist auch so wie ich es mir vorgestellt habe.

Von Griechenland kommend sind wir um den gesamten Stiefel bis nach Rom hoch in den Norden gesegelt.

Hier bin ich schon irgendwie an meine Grenzen herangetreten. Keine Buchten in denen wir uns vor den Wellen und Winden retten konnten. Für eine ruhige Nacht mussten wir uns in Häfen flüchten und diese sind in Italien wahnsinnig teuer. Lagen wir mal in einer Bucht konnten wir nicht an Land denn die allgegenwärtigen Lidos (das sind Strandabschnitte die durch Liegen und Sonnenschirm Vermieter, bewirtschaftet werden) ließen es nicht zu das wir unser Dingi an den Strand legten um dann zu wandern oder einfach nur einkaufen zu gehen.

Jedes Fleckchen der Küste ist in ihren Händen. Oft haben wir gehört;“No,No! Privat“

So konnten wir vom Landesinnere nicht wahnsinnig viel kennen lernen und auch die Menschen wahren weit weg und nicht erreichbar. Das war echt schade!

Auf den Inseln, wie Liparische Inseln, Procida, Ischia, Ventutene, Ponza, Sardinien und Sizilien war es besser. Dort waren wir auch bei tollen Wanderungen unterwegs. Capri haben wir ausgelassen da es uns wirklich zu voll war.

Die Inseln haben wir sehr genossen, da es einfach wieder Buchten gab in denen wir gut schlafen konnten und wir so auch mehr Kontakt zu anderen Seglern hatten. Das Land mit seinen Menschen ist echt toll! Nur das maritime Italien gefällt mir nicht so besonders.

Italien ist ein Motorboot Land. Je größer das Boot desto besser und einflussreicher bin ich. Wenn der Italiener was darstellen will besitzt er es. Es gibt nur Stopp oder Vollgas. Die Häfen sind überfüllt und überteuert und leider lernt man sie nicht kennen da die wenigsten , gefühlt keiner, Englisch spricht.

Auf der Festland Seite fühlte ich mich manchmal wie eine Aussätzige die man nicht haben will die aber sooo gerne den Menschen dort kennen lernen möchte. Denn das ist das einzig wichtige! Die Begegnungen! Denn die Küste ist immer wieder traumhaft schön aber ziemlich ähnlich. Auf dieser Seite sind kaum ausländische Segler unterwegs und die Italiener die da sind können sich eben nicht verständigen.

Viele glauben, wir leben im Paradies und einen Traum. Doch dieser Traum kann auch zum Horror Film werden und ist in der meisten Zeit sehr anstrengend. Wenn wir nicht an Land kommen ist das auch für uns nicht gut. Wir brauchen Bewegung, Begegnungen, verschiedene Persönlichkeiten und Begebenheiten um uns wohl zu fühlen. Und ohne diese wird unsere kleine Alina für uns immer kleiner und enger.

Ich brauche es, das ich an Land gehen kann wann ich will sonst fühle ich mich eingesperrt. Und das war sehr oft so! Ich hatte oft den Gedanken, aufzuhören. So möchte ich das nicht. Ich mag das Land kennen lernen. Die Menschen. Und das Boot ist nur unser Fortbewegungsmittel!!

Das hat dieses Jahr gar nicht geklappt. Wir sind hauptsächlich gesegelt. Es fühlte sich oft an wie das abhaken eines neuen Ortes und dann weiter.

Das lag aber auch daran das wir mehr als 700 Seemeilen zurücklegen mussten um Besuch zu einem geplanten Termin aufzunehmen. Und das bereitet eben sehr viel Stress. Ein anderer Besuch meldete sich und sagte:“Hey ich bin jetzt da ich könnte morgen an Bord kommen.“ Einfach perfekt. 👏 Nur so machen wir es jetzt in Zukunft. Denn ich mag einfach nicht mehr hetzen.

Seglerisch ist das Tyrrhenische Meer sehr anspruchsvoll. Trotzdem hatten wir öfter wunderbare Segel Phasen und dann wieder sehr anstrengende.

Durch das enger werden an Bord habe ich gelernt das es wichtig ist seinen eigenen Raum zu behalten. Seine eigenen Aufgaben und Themen. Ich hatte zwischen drin das Gefühl das dieser Raum immer kleiner für mich wird. Das meine Persönlichkeit verschwindet wie in einem Vakuum. Meine Geschichten werden übernommen, meine Themen und Meinungen. Gibt es mich noch? Oder bin ich nur noch Partner von…? Wie war noch der Name ? , Marina oder Martina?

Im letzten Drittel der Saison haben wir viele liebe Menschen kennengelernt und es hat die Einsamkeit in manchen Abschnitten, wieder wett gemacht. Jede Geschichte ist besonders und ich genieße es sie zu hören.

Das Maritime Italien. Nun wie soll ich das beschreiben?

Die Lido Situation habe ich ja schon erwähnt. Gefühlt hat jeder Italiener ab dem Mittelstand ein Boot oder mietet sich eins. Zum Wochenende wird das Eigentum dann am Freitag Abend auf Hochglanz gebracht und am Samstag morgen geht es dann aus dem Hafen. Mit den vielen Mietbooten zusammen. Dann legt man sich vor den Hafen oder einer eventuellen Bucht, wirft den Anker und hängt dort den ganzen Tag ab um Abends wieder in den Hafen zu fahren. Das wiederholt sich am Sonntag.

So entsteht am Wochenende eine richtige Rush Our in der alle Boote unterwegs sind und Wellen, zum Beispiel vor der Amalfiküste, entstehen, die so hoch und unangenehm sind wie zu einem richtigen Sturm. Ist das Wetter nicht gut, sprich höhere Wellen oder Wind und Gewitter , verbringen sie den Tag genauso, nur eben im Hafen.🤣

Die Menschen die wir kennenlernen durften waren wahnsinnig freundlich und wir haben uns immer wohlgefühlt. Besonders in den einfachen Arbeiterstädten, ich nenne sie „ehrliche Stadt“, war es toll.

Um mal zum Ende zu kommen. Italien ist immer eine Reise wert. Aber lieber von Land her erkunden. 😉😁

Das ist mein persönliches Empfinden über dieses Jahr. Das kann beim Peter ganz anders sein. Ich versuche ihn zu überreden das er sein eigenes Resümee‘ schreibt. Mal sehen.

Rückreise über Rom

Wir beschließen auf der Heimreise einen Stopp in Rom einzulegen. Früh morgens geht es mit dem Bus los.

Ätna

Was wir nicht wussten, es ist wieder einmal ein „heiliges Jahr und steht unter dem Leitwort -Pilger der Hoffnung.“

Das heißt für uns, die Stadt ist zum bersten voll. Denn an diesem Wochenende ist großes Treffen der Synodal-Teams und Beteiligungsorgane. Die kommen dann nicht in kleinen Gruppen sondern Busse weise. Ich weiß nicht wie viele Menschen zu Besuch waren ,aber ich kann sagen es waren einige.

Für das gesamte heilige Jahr werden ca. 32-45 Millionen Pilger erwartet.

Es ist aber nicht schlimm. Wir beschließen in keine großen Sehenswürdigkeiten zu gehen da die Schlangen der Wartenden enorm sind. Wir lassen uns einfach durch die Stadt treiben und lernen wunderschöne Ecken von Rom kennen.

Hier hat der Herbst auch schon begonnen und lässt die Bäume in wunderschönen Farben leuchten.

Wir entdecken natürlich tolle Kirchen und Plätze mit Brunnen aber auch ganz kleine bezaubernde Cafes wo sich kein Pilger hin verirrt.

Nach drei Nächten steigen wir in den Frecciarossa und fliegen mit dem roten Pfeil über Mailand nach Hause.