Die Straße von Messina

Nachdem wir uns in einem winzig kleinen Hafen nach den anstrengenden Tagen der Fußsohle ausgeruht haben und das nächste schlechte Wetter an uns vorbei gezogen ist, machen wir uns auf den Weg um durch die Engstelle zwischen Sizilien und dem Stiefel zu segeln.

Ich informiere mich schon Tage vorher und bin ein bisschen ängstlich denn es soll Strudel geben und eine starke Strömung von bis zu 6-8 Knoten herrschen. Außerdem geht eine wichtige Schifffahrtsstraße mit Großschifffahrt hier durch. Alles nicht ganz ohne!

Die Meerenge ist 32km lang und an der engsten Stelle nur 3km breit. Die Durchfahrt war von je her wegen den Strömungs-und Windverhältnissen sehr schwierig.

Außerdem hausten hier schon laut Homer die beiden Ungeheuer Skylla und Charybdis die die Durchfahrt auf beiden Seiten noch mehr erschwerten. Hier kam auch Odysseus durch.

Durch die besondere Lage der Straße gab es in der Frühzeit viele Seeschlachten. Außerdem kam es in der frühen Vergangenheit immer wieder zu Brückenbauprojekten über die Meerenge, die aber nie realisiert wurden.

Auf beiden Seiten der engsten Stelle gibt es zwei 232m hohe Hochspannungs-Masten die bis 1994 noch mit einem Kabel verbunden waren. Nun laufen die Kabel im Wasser und die Masten „Pilone di Torre Faro“, stehen als Wahrzeichen und wurden erst jüngst im Juli 24 als Slackline Spektakel von Jaan Rooses genutzt der die 3,4km über die Meerenge überquerte.

Heutzutage ist die Durchfahrt etwas einfacher. Ich benutze eine App die mir genaue Strömungen anzeigt, kann das Wetter ablesen und habe eine elektronische Karte die mir auch die anderen Schiffe anzeigt.

Aber trotzdem bin ich mal wieder ziemlich nervös ☺.

Wir fahren mit der Strömung los die aber unterwegs dreht. Aber wir müssen eh motoren da der Wind direkt von vorne kommt.

Unterwegs ist es eigentlich recht unspannend. Die Strömungsfelder sind wow und die Fähren sind unheimlich. Sie sind einfach überall und man muss schon aufpassen.

Als wir dann an der engsten Stelle ankommen, sehen wir auch die ersten Schwertfisch-Fischerboote die hier kreuz und quer lang schießen.

Der Steuermann ist oben auf dem Turm und hält Ausschau nach den Schwertfischen. Die kommen im Juni/Juli hier her um zu laichen. Sie lassen sich an der Oberfläche treiben und können so von den Fischern ausgemacht werden. Alle an Bord halten Ausschau. Wird einer gesichtet , rennt ein Fischer auf den langen Ausleger (der ist dafür da, das die Fische das Boot erst recht spät bemerken), nimmt vorne den Sperr und wirft ihn auf den Fisch.

Das haben wir aber nie gesehen da die Fische noch nicht da sind und die Boote nur auf sie warten. Sie schießen unkontrolliert in der Gegend rum und wir müssen sehr aufpassen.

Die erste Nacht legen wir uns in die Bucht der schönen Stadt Scilla (Hier hat eins der Ungeheuer gewohnt) und erleben einen berühmten und traumhaften Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag gehen wir in den kleinen Hafen an die Boje da es schon ziemlich gerollt hat vor Anker und noch mehr Wind kommen soll. Wir genießen diese schöne Stadt die in die Felsen gebaut wurde.

Doch Mittags macht uns der Hafenmeister darauf aufmerksam das wir bei dem kommenden Wind nicht bleiben können. Das sei zu gefährlich. Er gibt uns einen Tipp wo wir hin können und wir starten augenblicklich.

Es geht noch mal durch die Straße ein Stück zurück in den Hafen Porto di Croce Rossa. Dieser öffnet erst zum 1.6. somit sind wir sicher und es ist auch noch kostenlos. Passt also. 😃

Hier wettern wir ab, mieten ein Auto und fahren zur verlassenen Stadt Pentidattilo, machen dort eine kleine Wanderung und lassen uns dann durch die Berge Aspromonte zurück zum Hafen treiben.

Hier oben ist es echt schön. Überall blüht der Gister. Traumhaft.

Wir kommen sogar durch ein Skigebiet, das ich hier in Süditalien nie vermutet hätte. Wunderbare alte Wälder.

Als das Wetter wieder stabil ist segeln wir Richtung Äolische (Liparische) Inseln.

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Autor: Tina

„In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume. (Mark Twain)

2 Kommentare zu „Die Straße von Messina“

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