Unser Bordleben zu sechst

Heute schreibt jeder wie sie/er es nach einem Monat an Bord, empfindet.

Endlich wieder segeln und den ganzen Tag mit der Familie verbringen. Morgens weckt uns Lio zwar schon früher als uns lieb ist, aber es mach an jedem Tag wieder Spaß aufzustehen und das Bootleben zu starten. Morgens schwimmen so oft es geht. In der Bordküche für alle kochen und mit dem Kleinen im Wasser planschen. Wir haben alle etwas gebraucht, bis wir uns auf einen gemeinsamen Rhythmus eingespielt haben und jeder sich soweit angepasst hat, dass es für die anderen auch ein schönes Miteinander ist. Ich genieße die Segelarbeit und das Endecken der verschiedenen Orte. Mal eine einsame Bucht und mal ein verträumtes Städtchen. Ich versuche so oft es geht das Apnoe-Tauchen zu trainieren und suche immer wieder nach Tauchplätzen für das Gerätetauchen. Mit Martina hat es auch gut geklappt, die ersten Tauchübungen und -gänge zu machen. An Board kommt die Zeit zu viert leider etwas zu kurz, dafür hat jeder auch mal Zeit für sich alleine. Wir planen aktuell einen kurzen Landtrip (4 Tage) nur zu viert und danach lassen wir den zweiten Monat an Board ausklingen. Anja und ich sprechen immer wieder über unseren (meinen) Plan, auch eine Weltumsegelung zu machen. Das freut mich dann sehr und wir träumen etwas zu zweit.

Lukas

Boatlife bedeutet für mich alltägliche Dinge weit weg von Zuhause vor traumhaften Kulissen zu machen. Haare schneiden in einer einsamen Bucht, oder kochen mit Blick auf eine Steilwand. Es bedeutet Lio nicht durch spazieren gehen müde zu machen, sondern mit Schwimmflügeln zum Strand zu schwimmen. Es ist eine intensive Zeit mit unsrer Tochter Liara da ihr Bruder Lio mittlerweile an den Großeltern klebt wie ein „babbets Gutzel“ (klebriges Bonbon) und sich diese wirklich liebevoll und mit großem Einsatz um ihn kümmern. Es bleibt mehr Zeit zum kuscheln, lesen, oder schwimmen. Der Tierpark wird durch wilde Schweine und Ziegen am Strand ersetzt und die tägliche Sporteinheit wird bei dem gewackel nicht nur zum Kraft-, sondern auch zum Balanceakt. Einen kleinen Wirbelwind auf so engem Raum zu haben bedeutet, noch mehr als zuhause, aufräumen, aufräumen und aufräumen. Irgendwie ist vieles gleich und doch völlig anders. Es macht Spaß, es ist anstrengend und manchmal, gerade in der Mittagsschlafzeit von Lio, auch sehr friedlich.

Anja

Nach dem „Umbau“ von Alina zum Familienboot fühlen sich alle nach der Eingewöhnung wohl an Bord. Lio als „Kapitän“ weckt die Mannschaft und mit einem nonstop Programm geht es rasant durch den Tag. Für alte Opas ist es schon eine Herausforderung mit zu halten. Schwimmen, spielen, tauchen, segeln, und immer wuselt es zwischen den Füßen. Nach kurzer Zeit, wird man aber entspannter, wenn Lio auf dem Boot oder im Hafen turnt. Die Enkel so nah und intensiv mit den Eltern zu erleben, freut mich riesig und ist ein großes Geschenk. Wir fahren Buchten an, die wir zu zweit nicht besucht hätten, kochen außergewöhnliche Gerichte, lachen gemeinsam wenn Lio mit Sport macht und gehen am Abend ins kalte Wasser, weil er sich beim Schwimmen austoben will. Kurz gesagt vieles ist anders aber richtig schön. Tja Großeltern sein ist kein Kindergeburtstag. Liara macht in dieser kurzen Zeit eine Entwicklung durch, dass ich staune. Sie ist am Lachen und brabbeln und planscht sogar mit uns im Wasser. Ich bin dankbar, dass sich Anja und Lukas dafür entschieden haben die Elternzeit hier an Bord zu verbringen und freue mich schon auf den kommenden Monat und vielleicht ein nächstes Mal.

Peter

Es ist schon eine riesen Umstellung. Nicht nur der enge Raum sondern auch nach dreißig Jahren,😱(sooo lange schon?), zwei Kleinkinder 24/7 um die Ohren zu haben. Aber ich muss sagen ich möchte keine Sekunde dieser intensiven Zeit missen. Ja, es liegen immer irgendwo volle Windeln herrum, ja die Kleine kotzt in jedes Eck ( am Ende machen wir einfach alle einen großen Bootsputz😉), ja es liegen immer tausend Sachen herum die aufgeräumt sein sollten, ja unser bisherige Tagesablauf ist passe’ und wir richten uns mit jeder Körperzelle nach den Kindern und ja es ist manchmal sehr anstrengend. Aber soooo nah werden wir unseren Enkeln wohl nie wieder sein. Und ich genieße es auch sehr, besonders Lio etwas zu verwöhnen. Die Eltern mögen es mir verzeihen🙏.

Der Bordalltag wird natürlich von den beiden bestimmt. Wann geschlafen wird und wann getobt wird. Beim Rest hat sich nicht viel geändert. Es muss nur viel mehr eingekauft werden, es gibt feste Essenszeiten, wir produzieren viel mehr Müll der gemanagt werden muss und wir machen neuerdings einen Essensplan. Der Wasserverbrauch ist natürlich enorm gestiegen und wir müssen bei jeder Gelegenheit Wasser machen auch wenn manchmal nicht die Sonnenenergie zur Verfügung steht. Energie wird natürlich auch viel mehr verbraucht da einiges geladen werden muss. Aber bisher hat es noch gut geklappt. Doch je später es in den Herbst geht desto enger könnte es werden.

An Bord klappt es also sehr gut zu sechst.

Nun sind wir ein paar Tage alleine da die Vier einen Viertägigen Ausflug machen. Wir machen in der Zeit kleinere Reparaturen und genießen andere Segler bei einem Essen oder einem Bier.

Dafür hatten wir nun doch keine Zeit in diesem Monat 🤣 doch hier das ist jetzt viel wichtiger!! Martina

Kefalonia und die zweite Woche zu sechst

9.9.24-15.9.24

Nach einer Woche verlassen wir Zakynthos und segeln nach Kefalonia in die tiefe Bucht der Hauptstadt Argostoli. Denn es sind wieder schwere Gewitter angesagt. Es ist eine gut geschützte Bucht. Nachdem Lukas, Anja und die Kids etwas einkaufen waren und wir wieder alle zusammen beim Essen an Bord sind, beginnt es auch schon zu schütten. Der Wind legt zu aber alles ist gut. Nachts toben um uns rum die Gewitter und es schüttet immer wieder. Wir liegen gut und ich mache mir gar keine Sorgen. Nur etwas aufmerksamer ist man doch.

Wir bleiben noch zwei Tage in der Stadt und machen kleinere Wanderungen zu den Wassermühlen, zum Leuchtturm und zur englischen Brücke.

Kefalonia ist die größte Ionische Insel und hat den imposanten Berg Ainos der uns wohl auch das schwere Wetter vom Leib gehalten hat. Wir besuchen schöne Buchten und mieten uns in der Stadt Sami ein Auto um das Inland kennen zu lernen. Die einzigartigen Pinienwälder und die bezaubernden goldenen Strände. Wir besuchen Städtchen die beim großen Erdbeben 1953 stehen geblieben sind und eine tollen Scharm verbreiten. Wir sehen wie das Meer die Farbe verändert und bewundern die venezianische Festung von Assos aus der Ferne. Wirklich traumhaft!

Unter Kefalonia fließt ein Flusssystem das sogar tiefer wie der Meeresspiegel in den Melissani-See der Drogarati-Höhle auf die andere Seite fließt. Die Farben des unterirdischen Sees sind traumhaft da bei dem Erdbeben damals die Decke einbrach und die Sonne das Wasser tief grün bis türkis scheinen lässt.

Wir genießen es wirklich als Familie unterwegs zu sein. Wir rücken immer enger zusammen und das ist sehr schön. Lio ist schon voll und ganz angekommen, liebt es nach anfänglicher Angst im Meer zu schwimmen und ist fast nicht mehr raus zu bekommen. Oma und Opa werden im Wechsel in Beschlag genommen die ihn natürlich auch etwas verwöhnen😉.

Die kleine Liara merken wir zu Anfang gar nicht da sie noch sehr intensiv an ihrer Mutter klebt. Außer das man sie mal hört. Lukas genießt es zu segeln und immer wieder mal zu tauchen. Er ist mir ein sehr guter Lehrer und führt mich ganz langsam und behutsam dazu mit ihm zu tauchen.

Anja ist noch ganz eng mit Liara zusammen und hat leider noch nicht die Gelegenheit sich am segeln zu beteiligen. Aber das wird noch mit großer Sicherheit kommen.

Sie machen es echt gut als Eltern!

Am letzten Tauchspot drehe ich mit der Alina meine Runden während ein stärkeres Gewitter runter kommt und Lukas und Peter im Wasser sind. Kaum sind sie wieder an Bord nehmen wir Kurs auf Ithaka die Insel des Odysseus.

Noch ein paar Gutzeln