Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende,

und wir haben wieder viele schöne Ecken mit einfach wundervollen Menschen, in Griechenland erleben dürfen.

Wir haben eine schöne Runde durch die Ägais gemacht die dieses Jahr geprägt war von schon früh angefangenen starken Winden. Wir mussten oft in Buchten Tagelang warten um Stürmen aus dem Weg zu gehen. In dieser Zeit konnten wir auch oft das Boot nicht verlassen da es zu unsicher erschien. Was auch etwas hat, wenn man Zeit genug hat. Und das haben wir, denn wie es die Neuseeländer formulieren, sind wir :“Rich in Time“. Auf deutsch . „Zeitmillionäre“. 🙂

Unsere Route 2024

Die Agäis gilt als Wiege der minoischen Kultur und des antiken Griechenlands. Es herrschten aber auch die Perser, Römer, Byzantiner, Genuesen, Venezianer und Osmanen.

Diese Vielfalt der Kulturen begegnete uns täglich. Denn Griechenland ist reich an Altertümern die aber leider teilweise verfallen da es einfach zu viele gibt.

Die Inseln der Kykladen und der Dodekanes sind sehr trocken und somit haben wir wenig grün im Sommer erleben dürfen. Das hat mir zwischen drin sehr gefehlt und auch zu schaffen gemacht.

Doch jede Insel ist oder hat etwas besonderes. Santorin haben wir ganz bewusst ausgelassen da wir die unbekannteren und ruhigeren Inseln erleben wollten.

Und außerdem haben wir Mykonos erlebt. Ein 0.3 er Bier 12€ und schon am Nachmittag halb nackte Tanzende und volltrunkene Leute auf den Tischen :-0 . Das sind nicht wir, also haben wir es einfach weggelassen.

Wenn mich jemand fragt welche die schönste Insel war kann ich es gar nicht beantworten. Es hat jede besuchte Insel etwas besonderes gehabt.

Wir haben tolle Menschen aus aller Welt kennen gelernt und dadurch wird mein Englisch auch immer besser. Langsam aber stetig 🙂

Als wir dann Ende August wieder ins ionische Meer abgebogen sind hat es mich sehr gefreut. Wir kannten schon vom letzten Jahr einige schöne Ecken und so war es irgendwie wie nach Hause kommen.

Die Inseln sind hier wieder grün da der wenige Regen der aus Norden oder Westen kommt, hier gerne abregnet.

Ab September war die Zeit etwas geprägt von schweren Gewittern die auch Stürme mitgebracht haben. Aber wir hatten Glück, wir waren immer am richtigen Ort um dies sicher zu überstehen. Andere hatten leider nicht so viel Glück.

In dieser Zeit der Familie haben wir einen anderen Rhythmus eingenommen und die Familie bestimmen lassen was und wohin.

Manchmal musste ich etwas bremsen da meine Erfahrung mit dem Wetter doch erkennbar höher war. Aber oft habe ich auch nichts gesagt und eine unruhige Nacht in einer Traum-Bucht erlebt, in der wir zwei bei diesen Bedingungen nie reingegangen wären. Aber ehrlich, dann hätten wir auch manches wunderschöne verpasst!

Wir haben nach Verabschieden der Familie diese Region noch sehr genossen und den Herbst ganz toll erlebt.

Nun sind wir zuhause in Deutschland und genießen es warm und trocken in einer gemütlichen Wohnung den Winter mit Freunden und Familie zu erleben.

Der Opa als Nikolaus

Und darum möchte ich mich bei euch auch für dieses Jahr verabschieden.

Es kehrt Ruhe ein um uns. Habt alle eine tolle Adventszeit. Genießt die Weihnachtszeit und einen guten Rutsch.

Tschüß bis 2025

Es wird ruhig im Ionischen Meer

Der wunderschön farbige und ruhige Herbst ist da. Und wir genießen es in vollen Zügen. Wir haben nun Anfang November. Die Chartersaison neigt sich dem Ende und es werden immer weniger Segelboote die man unterwegs trifft. Auch bei uns kehrt nun Ruhe ein und wir genießen die Wind ruhigen Tage in denen man immer noch gut bei 23 Grad Celsius, schwimmen kann. OK, ich bin eine kleine Pienzerin, wenn etwas Wind ist, ist es mir einfach zu kalt ( ich denke so um 25 °C) 🤣. Ich verziehe mich dann Abends lieber unter Deck und wasche mich dort.

Das Wetter ist immer noch sehr gut. Der Herbst bringt Abends den Dunst und es kommt immer mal etwas Regen. Aber über den Nachmittag läuft man noch gerne in kurzen Hosen und im T-Shirt.

Wir sind in der Gegend von Lefkas und lassen uns durch die ruhigen Buchten treiben. Treffen uns mit Seglerfreunden und beginnen die gesellige Zeit.

Langsam müssen wir uns aber organisieren wie wir es mit unserem Trocken Yard machen. Die Rouga Bay liegt wunderschön im ambrakischen Golf aber ist auch weit weg von jeglicher Zivilisation. 🤔

Unsere Lösung ist die. Wir segeln nach Lefkas Stadt und ich hole ein gemietetes Auto. Peter segelt nach Preveza und ich fahre mit dem Auto dorthin. Von Preveza fährt dann Peter in die Rouga Bay und ich segel alleine die 13 sm (24km). Das erste mal Einhandsegler. Ich bin ganz stolz das es auch bei anfänglichen 18kn Wind gut klappt.

Es ist irgendwie nach Hause kommen als ich in die Rouga Bay abbiege. Die Natur ist wunderbar und die Flamingos sind auch schon wieder da.

An Land ist das Hallo sehr groß und wir genießen es sehr alle wieder zu sehen und verabreden uns natürlich zum Yanis auf ein Wein.

Wir liegen noch zwei Tage im Wasser, machen die ersten Wintervorbereitungen und dann ruft uns auch schon Wolfgang an das wir Nachmittags rauskommen.

Also noch schnell die letzten Arbeiten und schon geht es los.

An Land sind wir wieder ganz schnell im Arbeitsalltag zurück. Es ist immer etwas zu tun und auch anderen zu helfen.

Neben der vielen Arbeit machen wir aber auch tolle Ausflüge ins Hinterland. Denn das Wetter ist perfekt zum wandern.

Wir fuhren zum Monument Zalongos mit dem Kloster Agios Dimitrios und kletterten über sehr viele Treppen hoch auf den 462m hohen Felsen und waren von dessen Geschichte und der Umgebung total beeindruckt.

Dieses Monument soll daran erinnern das im Jahre 1803 die Frauen aus dem Dorf Souli beschlossen von diesem Felsen singend und tanzend in die Tiefe zu springen statt von den Türken des Ali Pashas gefangen genommen zu werden.

Sie verabschiedeten sich von der traurigen Welt und dem süßen Leben,

denn es lebt kein Fisch auf dem Land

und keine Blüte im Sand,

so leben auch Souliotisses genannt nicht ohne ihre Freiheit,

wie es frei übersetzt in ihrem Gesang heißt.

Außerdem wanderten wir den Acheron Fluß entlang. Einfach traumhaft!

In der griechischen Mythologie war das Tal des Acheron der Ort, wo die Seelen der Toten wohnten. Der Fluss stellte den Weg dar, über den die Seelen der Toten zum See Acherousia geführt wurden, in dessen Tiefen sich das Reich des Hades, die Unterwelt befand. Den Eingang zum Hades bewachte ein wilder, unbarmherziger Hund mit Namen Kerveros. Dieser hatte drei Köpfe und einen Drachenschwanz. Der Fährmann Haron überbrachte die Seelen der Toten mit seinem Boot in die Unterwelt. Diese Reise war nicht umsonst, sondern es musste ein Obulus entrichtet werden. Der Obulus war eine Münze, die sich unter der Zunge der Toten befand. Aus diesem Grund wurden im antiken Griechenland die Toten entsprechend rituell beerdigt. Seelen, die den Preis der Reise nicht aufbringen konnten, waren dazu verurteilt, ewig am Ufer des Flusses umher zu wandeln.

Wir haben diese Zeit sehr genossen, aber irgendwann mussten wir dann zum Bus Richtung Heimat.

Erst fuhren wir nach Athen und hatten dort Pech das wir in einem Generalstreik geraten sind. Mit ein Paar Schwierigkeiten haben wir es aber ins Hotel geschafft. Ganz früh am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zum Flughafen und ab nach München zum Sohnemann mit seiner Freundin. Denn dort haben wir noch etwas Zeit mit den Beiden verbracht bis es dann nach Hause ging.

Das Ionische Meer

Ich muss sagen ich habe die Ionischen Inseln sehr genossen. Jede Insel ist auf ihre Weise einzigartig.

Für mich ist es sehr schön, da es wieder grün ist und es tolle alte Wälder gibt in die man schöne Wanderungen machen kann.

In den Kykladen und Dodekanes war es mir einfach zu karg. Es sind auch wunderschöne Inseln dabei, aber hier habe ich gemerkt wie arg mir die grüne Natur gefehlt hat.

Wir besuchen einige Ionische Inseln und genießen die angenehmeren Winde. Ja, es ist mancher Orts sehr voll. Aber wir haben es immer wieder geschafft einsame Buchten für uns alleine zu haben. Denn uns war es nie zu viel, das Boot mit teilweise 70m Kette und bis zu drei Landleinen sicher fest zu machen. So konnten wir eindrucksvolle und wilde Natur erleben.

Zum Ende der Elternzeit gehen wir noch in den Ambrakischen Golf und zeigen den beiden wo wir im Frühjahr 23 so lange das Refit von Alina gemacht haben.

Auf dem Törn zurück nach Preveza ist noch mal sportliches segeln angesagt und Lukas genießt es in vollen Zügen alleine nach Preveza zu kreuzen. Ich sitze vorne am Bugkorb und gebe immer das Wende -Zeichen damit wir keine Fischfarm rammen🤣. Das bräuchte ich natürlich nicht, aber wir hatten so einen Riesen Spaß.

Am Ende war es für mich doch sehr traurig denn der Abschied kam immer näher. 😥

Nun haben wir Lukas, Anja, Lio und Liara zum Bus nach Athen gebracht und sind wieder alleine.

Wir vermissen sie sehr, genießen es aber auch wieder in unserer Zweisamkeit zu sein.

Wir segeln nach Lefkas und legen uns an die Mole von GR-Charter. Es ist nicht teuer und wir können das Süßwasser nutzen. Das ist echt toll, denn diesen Luxus hatten wir wegen Wassermangel auf den Inseln, das ganze Jahr nicht. Wir schrubben das ganze Boot mit Süßwasser und machen das SUP und das Dinghi sauber. Gehen die ganze Wäsche des Besuchs in der Laundry (Wäscherei ) waschen und machen das Boot wieder für uns fertig.

Als alles wieder sauber und verräumt ist, segeln wir in eine wunderschöne und ruhige Bucht, und genießen die absolute Ruhe.

Erledigen dabei auch noch so manche Arbeit. Die Relingsnetze werden wieder abmontiert und ein Fenster wird neu eingedichtet.

Nach zwei Nächten müssen wir wieder mal etwas einkaufen und segeln nach Palairos . Wir schauen uns den kleinen Ort an und lernen andere Segler kennen.

Am nächsten Tag segeln wir gemütlich nach Meganisi rüber und verbringen dort zwei ruhige Tage. Die Saison ist zu Ende und in den Buchten sind kaum noch Segler. Allerdings sind auch fast alle Tavernen und Cafés geschlossen. Was uns aber nicht stört.

Dann geht es wieder nach Lefkas/Nidri in die große Vlychon Bucht.

Dort beginnt für uns auch der gesellige Teil mit anderen Seglern. Es ist ein Sunbeam – Treffen ( so heißt unser Schiffs-Typ) geplant. Wir sind vier Boote und haben Abends in der Taverne viel Spaß.

Es sind tolle Menschen die wir immer wieder auf unseren Reisen treffen. Diese Momente mag ich nicht missen.

Danke SY Africa, SY Xarifa und SY Seabbutical.

Unser Bordleben zu sechst

Heute schreibt jeder wie sie/er es nach einem Monat an Bord, empfindet.

Endlich wieder segeln und den ganzen Tag mit der Familie verbringen. Morgens weckt uns Lio zwar schon früher als uns lieb ist, aber es mach an jedem Tag wieder Spaß aufzustehen und das Bootleben zu starten. Morgens schwimmen so oft es geht. In der Bordküche für alle kochen und mit dem Kleinen im Wasser planschen. Wir haben alle etwas gebraucht, bis wir uns auf einen gemeinsamen Rhythmus eingespielt haben und jeder sich soweit angepasst hat, dass es für die anderen auch ein schönes Miteinander ist. Ich genieße die Segelarbeit und das Endecken der verschiedenen Orte. Mal eine einsame Bucht und mal ein verträumtes Städtchen. Ich versuche so oft es geht das Apnoe-Tauchen zu trainieren und suche immer wieder nach Tauchplätzen für das Gerätetauchen. Mit Martina hat es auch gut geklappt, die ersten Tauchübungen und -gänge zu machen. An Board kommt die Zeit zu viert leider etwas zu kurz, dafür hat jeder auch mal Zeit für sich alleine. Wir planen aktuell einen kurzen Landtrip (4 Tage) nur zu viert und danach lassen wir den zweiten Monat an Board ausklingen. Anja und ich sprechen immer wieder über unseren (meinen) Plan, auch eine Weltumsegelung zu machen. Das freut mich dann sehr und wir träumen etwas zu zweit.

Lukas

Boatlife bedeutet für mich alltägliche Dinge weit weg von Zuhause vor traumhaften Kulissen zu machen. Haare schneiden in einer einsamen Bucht, oder kochen mit Blick auf eine Steilwand. Es bedeutet Lio nicht durch spazieren gehen müde zu machen, sondern mit Schwimmflügeln zum Strand zu schwimmen. Es ist eine intensive Zeit mit unsrer Tochter Liara da ihr Bruder Lio mittlerweile an den Großeltern klebt wie ein „babbets Gutzel“ (klebriges Bonbon) und sich diese wirklich liebevoll und mit großem Einsatz um ihn kümmern. Es bleibt mehr Zeit zum kuscheln, lesen, oder schwimmen. Der Tierpark wird durch wilde Schweine und Ziegen am Strand ersetzt und die tägliche Sporteinheit wird bei dem gewackel nicht nur zum Kraft-, sondern auch zum Balanceakt. Einen kleinen Wirbelwind auf so engem Raum zu haben bedeutet, noch mehr als zuhause, aufräumen, aufräumen und aufräumen. Irgendwie ist vieles gleich und doch völlig anders. Es macht Spaß, es ist anstrengend und manchmal, gerade in der Mittagsschlafzeit von Lio, auch sehr friedlich.

Anja

Nach dem „Umbau“ von Alina zum Familienboot fühlen sich alle nach der Eingewöhnung wohl an Bord. Lio als „Kapitän“ weckt die Mannschaft und mit einem nonstop Programm geht es rasant durch den Tag. Für alte Opas ist es schon eine Herausforderung mit zu halten. Schwimmen, spielen, tauchen, segeln, und immer wuselt es zwischen den Füßen. Nach kurzer Zeit, wird man aber entspannter, wenn Lio auf dem Boot oder im Hafen turnt. Die Enkel so nah und intensiv mit den Eltern zu erleben, freut mich riesig und ist ein großes Geschenk. Wir fahren Buchten an, die wir zu zweit nicht besucht hätten, kochen außergewöhnliche Gerichte, lachen gemeinsam wenn Lio mit Sport macht und gehen am Abend ins kalte Wasser, weil er sich beim Schwimmen austoben will. Kurz gesagt vieles ist anders aber richtig schön. Tja Großeltern sein ist kein Kindergeburtstag. Liara macht in dieser kurzen Zeit eine Entwicklung durch, dass ich staune. Sie ist am Lachen und brabbeln und planscht sogar mit uns im Wasser. Ich bin dankbar, dass sich Anja und Lukas dafür entschieden haben die Elternzeit hier an Bord zu verbringen und freue mich schon auf den kommenden Monat und vielleicht ein nächstes Mal.

Peter

Es ist schon eine riesen Umstellung. Nicht nur der enge Raum sondern auch nach dreißig Jahren,😱(sooo lange schon?), zwei Kleinkinder 24/7 um die Ohren zu haben. Aber ich muss sagen ich möchte keine Sekunde dieser intensiven Zeit missen. Ja, es liegen immer irgendwo volle Windeln herrum, ja die Kleine kotzt in jedes Eck ( am Ende machen wir einfach alle einen großen Bootsputz😉), ja es liegen immer tausend Sachen herum die aufgeräumt sein sollten, ja unser bisherige Tagesablauf ist passe’ und wir richten uns mit jeder Körperzelle nach den Kindern und ja es ist manchmal sehr anstrengend. Aber soooo nah werden wir unseren Enkeln wohl nie wieder sein. Und ich genieße es auch sehr, besonders Lio etwas zu verwöhnen. Die Eltern mögen es mir verzeihen🙏.

Der Bordalltag wird natürlich von den beiden bestimmt. Wann geschlafen wird und wann getobt wird. Beim Rest hat sich nicht viel geändert. Es muss nur viel mehr eingekauft werden, es gibt feste Essenszeiten, wir produzieren viel mehr Müll der gemanagt werden muss und wir machen neuerdings einen Essensplan. Der Wasserverbrauch ist natürlich enorm gestiegen und wir müssen bei jeder Gelegenheit Wasser machen auch wenn manchmal nicht die Sonnenenergie zur Verfügung steht. Energie wird natürlich auch viel mehr verbraucht da einiges geladen werden muss. Aber bisher hat es noch gut geklappt. Doch je später es in den Herbst geht desto enger könnte es werden.

An Bord klappt es also sehr gut zu sechst.

Nun sind wir ein paar Tage alleine da die Vier einen Viertägigen Ausflug machen. Wir machen in der Zeit kleinere Reparaturen und genießen andere Segler bei einem Essen oder einem Bier.

Dafür hatten wir nun doch keine Zeit in diesem Monat 🤣 doch hier das ist jetzt viel wichtiger!! Martina

Kefalonia und die zweite Woche zu sechst

9.9.24-15.9.24

Nach einer Woche verlassen wir Zakynthos und segeln nach Kefalonia in die tiefe Bucht der Hauptstadt Argostoli. Denn es sind wieder schwere Gewitter angesagt. Es ist eine gut geschützte Bucht. Nachdem Lukas, Anja und die Kids etwas einkaufen waren und wir wieder alle zusammen beim Essen an Bord sind, beginnt es auch schon zu schütten. Der Wind legt zu aber alles ist gut. Nachts toben um uns rum die Gewitter und es schüttet immer wieder. Wir liegen gut und ich mache mir gar keine Sorgen. Nur etwas aufmerksamer ist man doch.

Wir bleiben noch zwei Tage in der Stadt und machen kleinere Wanderungen zu den Wassermühlen, zum Leuchtturm und zur englischen Brücke.

Kefalonia ist die größte Ionische Insel und hat den imposanten Berg Ainos der uns wohl auch das schwere Wetter vom Leib gehalten hat. Wir besuchen schöne Buchten und mieten uns in der Stadt Sami ein Auto um das Inland kennen zu lernen. Die einzigartigen Pinienwälder und die bezaubernden goldenen Strände. Wir besuchen Städtchen die beim großen Erdbeben 1953 stehen geblieben sind und eine tollen Scharm verbreiten. Wir sehen wie das Meer die Farbe verändert und bewundern die venezianische Festung von Assos aus der Ferne. Wirklich traumhaft!

Unter Kefalonia fließt ein Flusssystem das sogar tiefer wie der Meeresspiegel in den Melissani-See der Drogarati-Höhle auf die andere Seite fließt. Die Farben des unterirdischen Sees sind traumhaft da bei dem Erdbeben damals die Decke einbrach und die Sonne das Wasser tief grün bis türkis scheinen lässt.

Wir genießen es wirklich als Familie unterwegs zu sein. Wir rücken immer enger zusammen und das ist sehr schön. Lio ist schon voll und ganz angekommen, liebt es nach anfänglicher Angst im Meer zu schwimmen und ist fast nicht mehr raus zu bekommen. Oma und Opa werden im Wechsel in Beschlag genommen die ihn natürlich auch etwas verwöhnen😉.

Die kleine Liara merken wir zu Anfang gar nicht da sie noch sehr intensiv an ihrer Mutter klebt. Außer das man sie mal hört. Lukas genießt es zu segeln und immer wieder mal zu tauchen. Er ist mir ein sehr guter Lehrer und führt mich ganz langsam und behutsam dazu mit ihm zu tauchen.

Anja ist noch ganz eng mit Liara zusammen und hat leider noch nicht die Gelegenheit sich am segeln zu beteiligen. Aber das wird noch mit großer Sicherheit kommen.

Sie machen es echt gut als Eltern!

Am letzten Tauchspot drehe ich mit der Alina meine Runden während ein stärkeres Gewitter runter kommt und Lukas und Peter im Wasser sind. Kaum sind sie wieder an Bord nehmen wir Kurs auf Ithaka die Insel des Odysseus.

Noch ein paar Gutzeln

Der Besuch (01.09. – 08.09.2024)


Hallo liebe Alina Community! Mein Name ist Lukas und ich bin der Sohn von Martina und Peter. Ich werde als Gastautor in den kommenden Wochen auch Beiträge veröffentlichen. Ich bin mit meiner Frau Anja und meinen Kindern Lio und Liara für 2 Monate bei meinen Eltern zu Besuch. Wir machen Elternzeit auf dem Boot.

Am 1. September starten wir mit 2 Koffern, 3 Rucksäcken und viel Vorfreude von Frankfurt aus mit Lufthansa nach Zakynthos Airport. Der Start wurde glücklicherweise auf 7:35 nach hinten verlegt. Dadurch mussten wir mit den Kids nicht zu früh am Flughafen sein. Nach einem reibungslosen Flug und netten Sitznachbarn, landen wir um kurz nach 11 Uhr Ortszeit auf Zakynthos. Mit dem Taxi fahren wir direkt bis auf die Mole, an der Alina festgemacht ist. Martina und Peter erwarten uns schon freudig und es gibt ein großes Wiedersehen und Hallo. Taschen verräumen und umziehen – Zack Urlaub.

Lio bekommt nachträglich zum Geburtstag noch eine Kleinigkeit: Ein Mini-Planschbecken und Mal-Zeug. Perfekt! Er will natürlich direkt rein und das wird sofort von den begeisterten Großeltern umgesetzt.

Den Abend verbringen wir in Zakynthos Stadt und lassen ihn bei gutem griechischen Gyros ausklingen.

Wir haben uns vorgenommen die Süd- und Westküste von Zakynthos über und unter Wasser zu erkunden. Peter ist voller Tatendrang, da er endlich mal mehr Tauchen kann. Das liegt auch an den Upgrades am Tauchkompressor, die wir von Deutschland mitgebracht haben. Wir erkunden die White Cliffs und die vielen Höhlen. Wir liegen in einsamen Buchten mit mehr oder weniger Schwell und genießen die Familienzeit. Lio ist zu beginn noch vorsichtig im Wasser, paddelt aber beim zweiten mal schon alleine mit Schwimmärmeln in der Flut. Hilfe lehnt er entschieden mit dem Ausruf: „ALLEINE!“ ab.

Während der Große die Freuden des Wassers genießt verbringt die Kleine Maus die meiste Zeit mit schlafen in der Trage an Mamas Bauch.

In Agios Nikolaos im Norden Zakynthos’ gehen wir an eine Boje und erkunden am nächsten Tag die Insel mit dem Auto.

Hier unsere Impressionen von Zakynthos:

Das nächste Ziel ist Kefalonia und (hoffentlich) einsame Buchten.

Bis nächste Woche.

Grüße aus der Elternzeit, oder wie manche es nennen: Urlaub!

Zakynthos oder auch Zante

Nach einer angenehmen Überfahrt vom Festland kommen wir in der großen Bucht von Lagana auf Zakynthos an und legen uns vor den kleinen Ort Keri ins Ankerfeld.

Wir suchen uns immer Sandfelder denn wir wollen unseren Anker nicht ins Poseidonia-Gras legen. Dort findet die Fischbrut Schutz und auch die Jungfische können sich dort verstecken. Diese riesige Bucht ist ein Nationalpark. Hier legt von Mai bis August die unechte Karettschildkröte ihre Eier in tiefen Mulden in den Sand und die Sonne brütet sie aus.

Doch wir sind ziemlich schockiert. Wahnsinnig viele kleine Boote die man mieten kann schießen hier durch die Gegend. Auch in Bereichen wo es eigentlich nicht getan werden soll. Aber die Bucht ist auch in drei Teile eingeteilt. Nur in einen relativ kleinen Bereich darf niemand rein.

Wir lassen uns in dieser Bucht viel Zeit denn wir genießen das ankommen, faulenzen ein paar Tage, schauen uns die berühmten Höhlen von Keri an, lernen andere Segler kennen und bereiten das Boot für Lukas, Anja, Lio und Liara vor.

Ich habe Relingsnetz besorgt das wir komplett außen herum legen.

Als wir damit fertig sind segeln wir gemütlich an der Westküste nach Zakynthos Stadt und liegen einige Zeit vorm Hafen vor Anker. Es ist ziemlich rollig da viele Boote vorbei fahren aber in der Nacht ist es eigentlich ruhig.

Wir schauen uns in der Stadt um und gehen bald wieder Anker auf Richtung Norden und schauen uns etwas um. So kennen wir uns etwas aus wenn Lukas kommt und wissen was machbar ist.

Ein paar Tage vor ihrer Ankunft segeln wir wieder nach Zakynthos Stadt und suchen uns einen Platz in der Marina. Dort müssen wir auch zwei heftige Gewitter abwettern.

Beim ersten Gewitter retten wir an einem verlassenen Catamaran den Rest des Vorsegels das aber leider schon zerrissen ist. Es war nicht gut gesichert und hat sich komplett gelöst und heftig geschlagen. Dabei ist es kaputt gegangen. Peter, ich und ein Australischer Segler gehen an Bord und retten den Rest.

Wir liegen Gott sei Dank sehr sicher.

Beim zweiten Gewitter, das noch heftiger ist, helfen wir zwei anderen Booten sich an einen besseren Ort zu verlegen. Das eine lag ziemlich am Eingang des Hafens und schlug immer wieder heftig an die Mole.

Das zweite setzte mit dem Kiel immer wieder auf Grund da das Wasser fast um einen Meter im Sturm gesunken war. Beide sind tiefer in den Hafen und lagen bald sicher. Die Segler Gemeinschaft hat wieder mal gut funktioniert!

Dann hieß es nur noch warten. Wir waren sehr aufgeregt und konnten es gar nicht mehr abwarten bis die vier endlich mit dem Taxi im Hafen ankamen. Es war ein sehr schöner Moment die kleine Familie zu sehen denn die Jüngste hatten wir bisher nur auf Bildern kennen gelernt und konnten sie nun live erleben.

Jetzt beginnt für uns ein wahres Abenteuer. 2 Monate auf kleinstem Raum mit zwei Kleinkindern und ihren Eltern. Ich wünsche uns allen viel Geduld und Nachsicht und besonders viel Kraft und hoffe das wir uns nach dieser Zeit immer noch gerne sehen😊.

Drückt uns die Daumen.

Bekannte Ecken

Als wir nichts mehr zu essen haben ( bei dem Gedanken könnten wir immer noch eine Weile überleben🤣) segeln wir weiter.

Wir segeln in die große Navarino Bucht bei Pylos ans Festland und verbringen dort einige Tage in verschiedenen Ecken der riesigen Bucht. Hier kann man in ruhigen Ecken ankern oder legt sich vor die Stadt und kann alle Besorgungen machen. Was wir natürlich auch tun. Außerdem mieten wir ein Auto für einen Tag und fahren in die Umgebung und besichtigen den berühmten Nestor Palast, gehen etwas wandern und genießen in den Bergen die alte Chora.

Wir sind in der Nähe von Kalamata. Somit ist jede Ecke von Olivenbäumen in Beschlag genommen. Wunderschöne Täler mit teilweise ur-uralten Bäumen.

Irgendwann geht es dann weiter nach Kyparissia.

Diesen Hafen kennen wir schon. Hier gibt es nichts besonderes und dennoch bleiben wir etwas. In einem Cafe erfahren wir das in den Bergen am Abend ein Weinfestival stattfindet. Peter erzählt begeistert unserem Französischen Nachbarn davon die sich dann auch begeistert an uns hängen und mitgehen.

Wir ordern also ein Taxi und fahren hoch ich die beeindruckende Berglandschaft zu der Stelle wo das Weinfestival sein soll. Als wir dort ankommen stellt es sich heraus das es ein Open Air Konzert auf dem Gipfel eines Berges an einem alten mykenischen Grab ist.

Es gibt zwar kein Wein und kein Zuessen, aber wir haben an einem herrlichen Ort ein wunderschönes Konzert mit einer bezaubernden Kulisse. Um halb zwölf sind wir wieder am Hafen.

Durstig und hungrig🤪. Aber wir trinken noch ein großes Bier mit unseren französischen Nachbarn und das ist ja bekanntlich auch eine Mahlzeit.😉

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von den beiden und machen uns auf den Weg über Katakolon nach Zakynthos in die Lagana Bucht vor Keri. Denn bald kommt Lukas mit seiner Familie für zwei Monate an Bord und wir haben noch einiges vor zu bereiten.

Aber bis dahin haben wir noch genug Zeit

Angekommen!

Nun sind wir raus aus der windreichen Ägäis und ich bin auch ganz froh drum. Es war bisher ein sehr anstrengendes windreiches Jahr und ich hoffe hier im ionischen Meer auf etwas angenehmere Winde zu stoßen.

Wir liegen in einer Bucht vor dem westlichen Finger und kommen einfach nur an. Wir genießen die Ruhe mit sehr viel Zeit. Hier bleiben wir ein paar Tage, wandern zum alten Leuchtturm und hoffen ein Kri Kri zu sehen. Diese sind eine wilde Urform der Ziegen und wurden hier ausgesetzt zum Erhalt aber auch zum Vergnügen. Denn diese unbewohnte Insel nimmt ein Jagt-Verein in Anspruch. Der kontrolliert den Bestand und sagt an wann dort gejagt werden darf.

Eigentlich darf man nicht auf die Insel aber es wird geduldet das man zum Leuchtturm wandert.

Morgens starten wir recht früh damit es noch nicht so heiß ist bleiben aber noch etwas an einem deuten Boot hängen.

Dann aber los! Es ist ein schöner Natur Weg über die Insel hoch zum Leuchtturm. Erst im Schatten niedriger Bäume und dann mit offener Sicht.

Der Leuchtturm ist beeindruckend. Sehr alt und stellenweise auch schon eingestürzt. Die alte Technik wurde vor kurzem erst auf Solartechnik umgestellt. Nun ist eine sehr starke winzige LED Lampe an einer kleinen Batteriebank angeschlossen die wiederum von ein paar Solarpaneelen gespeist wird und über einen Dämmerungsschalter eingeschaltet wird. Klasse wie wenig man braucht.

Moderne Solarplatten….

Peter inspiziert alles ganz genau. Leben tut hier niemand mehr, nur die Jäger scheinen es als Unterschlupf zu nutzen. Aber früher gab es hier Leben. Entweder vom Leuchtturm Wärter oder von Soldaten.

Auf dem Rückweg zum Boot sehen wir das die Deutschen ablegen. Es soll 20 kn Wind geben und sie flüchten zum Festland. Ich merke das uns die Ägäis abgehärtet hat. Wir finden 20 kn hier sehr sicher und bleiben noch.

Abends entdecken wir dann sogar einen Kri Kri und genießen den majestätischen Anblick.

Es ist toll hier einige Tage zu bleiben und zur Ruhe zu kommen. Wir erledigen einige kleine Arbeiten am Boot wie Unterwasserschiff putzen, eine Seite des Rumpfes putzen, Edelstahl reinigen, Dinghi-Motor-Ölwechsel da ja noch Salzwasser drin ist, Davids (da wo das Schlauchboot dran hängt) verbessern, am Ruder war ein Geräusch das wir kontrollieren müssen (waren Gott sei Dank nur Muscheln), Wasserfilter vom Wassermacher kontrollieren, Blog schreiben, Büro machen aber auch schwimmen gehen und lesen.

Als wir keine frischen Nahrungsmittel mehr haben wollen wir ans Festland segeln da wir einkaufen müssen. Leider müssen wir unseren ersten Kurs auf der Westseite der Insel abbrechen weil wir sehr hohe Wellen und 25kn Wind direkt auf die Nase haben.

Wir drehen ab und segeln an der Leeseite vorbei was viel angenehmer ist, machen Wasser und ankern vor der Steilküste der Peloponnes. Wir können hier zwar nicht einkaufen aber das ist nicht schlimm. Wir haben eh vergessen das heute Sonntag 🤣.

Manchmal vergisst man einfach die Zeit!

Wir kreuzen unseren Weg von 2023

30.7.-4.8.24

Wir starten unseren Weg von der Insel Kythira Abends um fünf um über Nacht zu unserem Ziel auf den westlichen Finger der Peloponnes zu segeln. Wir erwarten drehende Winde aber nicht sehr stark und es ist leider der beste Moment. Denn sonst müssen wir noch fast eine Woche bleiben da der Wind wieder sehr stark werden soll.

Wir setzen in der Bucht schon das volle Groß und haben aber nicht bedacht das es um die Insel immer stark bläst. Wir kämpfen die erste Zeit mit Starkwind der uns aber auch mit über 9 Knoten dahin fliegen lässt. Kaum haben wir etwas Abstand zur Insel wird es auch wieder weniger und mein Muffen sausen normalisiert sich. Es ist schöner Wind und wir kommen gut voran. Peter legt sich früh hin und ich kämpfe mit dem immer weniger werdenden Wind. Bald kommen wir an eine stark befahrene Schifffahrtsstraße und ich hole bei sehr wenig Wind das Vorsegel ein und mache den Motor an. Noch erkennt man die riesigen Schiffe mit dem Restlicht aber bald ist es auch schon stockdunkel und man erkennt nur noch winzige Fahrlichter. Außer die Cruiser, die sind wie ein Tannenbaum hell erleuchtet.🤣

Gott sei Dank haben wir AIS. Das ist ein System, da können wir auf unserem Bildschirm alle Schiffe sehen die AIS haben. Ich kann schauen wie sie heißen, wie schnell sie sind und wie nah sie uns maximal kommen. Schon sehr praktisch. Und die anderen sehen uns natürlich auch.

Auf dem Bildschirm sehe ich die Dichte der Schiffe durch die wir durch müssen. Wirklich gruselig und es erfordert eine 100 % ige Aufmerksamkeit. Erst fahre ich etwas Zick Zack und gebe dann fast Vollgas um im kürzesten Winkel über die Straße zu queren. Ich war echt froh als ich durch war und sich alles etwas entspannt hat.

Die Fahr ist gespickt mit Manövern. Segel hoch, Segel runter, Motor an, Motor aus, In die Richtung kreuzen in die andere Richtung kreuzen. Sehr anstrengend. Auch für den der unten liegt und schlafen will. Denn alles ist ziemlich laut und so hat der Ruhende auch keine Ruhe.

Um eins gebe ich an Peter ab. Ich bin kaputt und kann nicht mehr. Auch er kämpft in den nächsten Stunden mit dem schwankenden Wind. Um sechs übernehme ich wieder und Peter legt sich noch mal hin. Um neun kommen wir dann auf der Insel Schiza vor der Peloponnes an.

Dies ist eine militärische Insel die für Flugzeuge als Ziel dient. (Heute denke ich nur noch digital im Anflug) In einer Bucht liegt ein Schiffswrack das zu Schießübungen genutzt wurde. In dieser Bucht frühstücken wir erst mal und gehen dann das Wrack erschnorcheln. Man kann gut sehen das es wirklich mal beschossen wurde. Schon etwas Angsteinflößend. Die Natur nimmt es immer mehr ein und einige Rote Feuerfische haben hier ihr Zuhause. Es sind tolle Farben die wir unter Wasser sehen. Aber nun schnell weg nicht das wir noch beschossen werden🤪

Ich drängel schon bald auf die nächste Insel Sapienza, unserem eigentlichen Ziel, zu segeln um zur Ruhe zu kommen. Denn irgendwie fühle ich mich hier beobachtet.

In der Bucht Port Longos bleiben wir erst mal ein paar Tage und genießen es wieder an der Peloponnes zu sein.

Leider gibt es zu diesem Blog keine Bilder. Denn das meiste war ja Nachts. 😉⛵