Ankunft auf Sardinien

Nach der etwas anstrengenden Überfahrt nach Sardinien legen wir uns erst mal in eine Bucht um auszuruhen. Den Ausdruck „ruhige Bucht“, muss ich weg lassen, denn wir haben August und das ist die Haupt Ferien Zeit der Italiener. 😉🤣 Und außerdem steht auch Ferragosto ( Mariahimmelfahrt) vor der Tür. Und das ist der wichtigste Feiertag hier in Italien.

Das heißt für uns das zig Motorbötchen über Tag an uns vorbei rasen und einen Wellengang wie bei einem Sturm von 8 Beaufout verursachen. Denn sie kennen nur die Gasstellung, Stopp oder Vollgas😂.

Es geht nur schnell

Eigentlich wollten wir erst die berühmten Maddalena Inseln anfahren aber die Strömung aus der Straße von Bonifacio heraus hat uns südlicher Richtung Olbia getrieben. Aber das ist nicht schlimm. Auch hier gibt es super schöne Buchten die man nach 19 Uhr auch für sich alleine haben kann. Denn Die Italiener gehen Abends wieder in den Hafen wenn es geht und so ist es dann Abends traumhaft ruhig. Wir bewegen uns zwischen verschiedenen Buchten im Golf von Olbia. Mal gehen wir in eine Bucht die nah an einem Supermarkt ist oder in eine Bucht in der man schön wandern kann. Dieses tuen wir aber erst gegen frühen Abend denn hier sind die ganze Zeit über 35°C im Schatten. Und Schatten gibt es bei diesen Wanderungen nicht.

Hier in der Gegend kommen wir erst mal an und gewöhnen uns an die Menge von Booten.

Man hat viel zu schauen denn es gibt auch ganz Fantasievolle Boote.😀

Landurlaub

Wir haben am Römer Flughafen ein Auto gemietet und lassen unsere Alina im Yachthafen von Rom zurück. Hannes und Isolde ein deutsches Seglerpaar hat bei diesen Winden und Gewittern ein Auge auf Sie. So können wir uns ohne Bedenken auf den Weg zu Nina und David auf den Campingplatz am Bolsener Vulkansee machen.

Eigentlich könnten wir in zwei Stunden dort sein. Aber wir lassen uns über die kleinen Sträßchen einfach treiben sehen immer mal wieder Gruppen von Jugendlichen die auf dem Weg nach Rom sind, picknicken auf einer Kuhweide und schauen uns die Klosterherberge der Pilgernden an.

Am Nachmittag sind wir bei David und Nina in Val di Lago und freuen uns sehr auf unsere gemeinsame Zeit.

Wir besuchen schöne alte Orte wie Pitigliano, Orvieto und Bolsena die auf Tuffsteinfelsen gebaut sind, und lassen uns durch die Gassen treiben. Gehen lecker zusammen essen und genießen aber auch gemeinsam den See und ihre Freunde dort am Campingplatz.

Am letzten Tag ist eine Weinverkostung mit Besichtigung gebucht auf die wir uns schon sehr freuen.

Das Weingut liegt oberhalb vom Bolsener See mit traumhaften Blick zum Lago. Das Weingut Villa Caviciana wurde dort von den Deutschen Fritz und Mocca Metzler aufgebaut und im Jahr 2022 an einem non Profit Verein (Fai-Fondo per L’Ambiente Italiano) anvertraut.

Ein wunderbarer Ort.

Dort wurden wir auch von einem Heiratsantrag von David an Nina, überrascht. Es ist wunderschön mit anzusehen und des öfteren sind meine Augen auch voll von Tränen weil ich mit ihnen so glücklich bin. David hat alles wunderbar geplant und trifft mit allem tief in Ninas Herz. Sie sagt ja! 😀🙏 Nächstes Jahr dürfen wir eine Hochzeit feiern.🙏

Es ist ein wundervoller Ort für einen Antrag, besser geht es nicht.

Nachdem die letzten Flaschen im Garten des Weingutes geleert sind fahren wir zum Campingplatz zurück und feiern dort mit Freunden und Pizza bis tief in die Nacht.

Für uns geht es nach drei Tagen schon wieder zurück. Schade eigentlich denn hier die Gegend ist wunderschön und ich hätte noch etwas bleiben können. Aber so ist es eben. Wenn es am schönsten ist….

Am Hafen wieder angekommen verbringen wir noch viel Zeit mit Hannes und Isolde, gehen mit dem Auto nochmal groß einkaufen und müssen uns dann auch schon von allen verabschieden.

Der Wind passt, es geht rüber nach Sardinien. Die Wellen sind etwas hoch aber es geht und ist machbar. Wir haben nun fast hundert vierzig Seemeilen vor uns. Die längste Etappe bisher.

Über Tag wechseln wir uns am Ruder ab, so wie es gerade passt. In der Nacht teilen wir die Nachtwache auf jeweils vier Stunden ein. Ich segle bis ein Uhr Morgens und Peter bis um sechs. Danach bin ich wieder dran und Peter kann sich nochmal hinlegen. Nach seiner Pause frühstücken wir gemeinsam und der Rest der Strecke geht wieder im Wechsel.

Vier/fünf Stunden finden wir gut in der Nacht so kann jeder mal richtig zur Ruhe kommen und eventuell richtig schlafen. Was bei diesen klatschenden Wellen allerdings etwas schwierig war.

Nach 32 Std. kommen wir an und müssen erst mal eine Weile einen Ankerplatz suchen da alles voll ist.

Aber dann heißt es ankommen und erst mal ausruhen.

Auf ans Festland

Wir haben bis zum römischen Hafen Ostia 80 sm zu segeln und nicht ganz einfaches Wetter.

Aber wir starten heute da der Wind sich sonst gegen uns drehen wird, und wir es dann besonders schwer haben. Die Wellen sind etwas anstrengend und der Wind nimmt auf der ersten Etappe auch gehörig zu. Aber da er mehr von hinten kommt sind 26 kn nicht ganz so schlimm.

Bald realisieren wir das wir bei diesen Wellen und Winden am Festland nicht frei ankern können. Es gibt nur einen Hafen auf unserem Weg und das ist die Marina Nettuno.

Wir funken kurz vor dem Hafen rein und haben Glück, wir dürfen kommen. Auch dieser Hafen ist wie viele etwas am Eingang versandet . Schon eine Seemeile vor dem Hafen sind nur noch 6m unterm Kiel. Schon etwas gruselig. Aber wir schaffen die Einfahrt ohne Probleme und der Mann vom Tower leitet uns in einem perfekten und gut verständlichen Englisch auf unseren Platz. Das ist erwähnenswert da dies leider kaum vorkommt.😉.

Marina Nettuno

Nachdem ich uns angemeldet und bezahlt habe lernen wir erst mal unsere Umgebung kennen.

Nettuno hat eine sehr schöne aber auch sehr kleine Altstadt direkt am Hafen. Es gibt riesige und zig Kilometerlange Strände. Diese Gegend ist den nicht so betuchten Italienern vorbehalten.

Leider ist das meiste in der Neustadt schon etwas runtergekommen und ich vermute auch das hier Nachts die Gangs unterwegs sind.

Für uns ist aber alles super! Wir können duschen, haben eine tolle kleine Altstadt, wir können einkaufen und uns vor dem kommenden Starkwind verstecken. Einfach perfekt.Wir erledigen kleine Dinge und kommen mit unserem Italienischen Nachbarn Roberto nett ins Gespräch.

Nach zwei Tagen geht es aber weiter denn unser Ziel ist ja der Hafen Porto Touristico di Roma.

Wir kommen gut voran und der Wind passt auch. Da wir immer etwas Zeitpuffer einkalkulieren sind wir natürlich etwas zu früh und segeln an der Tiber-Mündung vorbei zu einem toten Hafen.

Das große Hafenbecken existiert aber sonst auch nichts. Für uns ist das egal denn uns genügt dieser Schutz auf gut haltendem Sand. Wir bleiben zwei wunderbar ruhige Nächte und fahren dann in unseren gebuchten Hafen. Denn es soll Sauwetter geben. Viel Wind mit Gewittern. Und in ein paar Tagen wollen wir auch David und Nina am Bolsener See besuchen.

Hier im Hafen haben wir seid sehr langer Zeit auch mal wieder eine tolle Begegnung mit deutschen Seglern die hier ihren festen Liegeplatz haben. Wir freunden uns an und Peters Wissen über vieles wird gern gesehen und auch genutzt.😀 Er geht voll darin auf und genießt dies sichtlich.

Isolde und Hans haben auch ein Auge wenn wir zu David fahren. Das ist schon sehr beruhigend denn bei diesen Winden ist auch hier im Hafen von Rom ganz schön Bewegung.

Hier sieht man einige Boote mit Jugendlichen und einer Nonne oder einem Abt. In Rom ist ein großes Jugend Treffen mit Messe die vom Papst gehalten wird. Die Boote kommen meist auf ihrer Pilgerreise von Frankreich und haben schon eine gehörige Strecke hinter sich gebracht.

Wir verbringen die Abende mit Isolde, Hans und den Kindern. Aber dann heißt es, das Auto holen und auf nach Bolsena.

Ponza

Die Lieblingsinsel der Römer gilt außerhalb Italiens als Geheimtipp. Sie gehört auch zu den Pontischen Inseln und ist einfach mit seinen weißen Steilküsten und türkisblauem, kristallklarem Wasser nicht ohne Grund in den Sommermonaten seeeehr gut besucht.

Die Inselhauptstadt ist in dieser Zeit auch gut besucht und man kann schön zwischen den pastellfarbenen Häusern spazieren gehen. Vielleicht sieht man ja einen Promi😉.

In Italien sind einfach schnelle Motorboote beliebt die gerne durch das volle Ankerfeld sausen und so sollte man nicht auf die Idee kommen zwischen fünf und acht Uhr sein Beiboot ins Wasser zu lassen und mit dem Motor zu bestücken. Denn dann herrscht „Rushour“ und es gibt wahnsinnige Wellen. Ähnlich wie an der Amalfiküste. Den Fehler haben wir einmal gemacht und es ist nur nichts passiert weil wir uns akrobatisch verrenkt haben. 🤣 Aber wenn man es weiß gewöhnt man sich so langsam daran.

Wir besuchen je nach Wind verschiedene Buchten, segeln rüber auf die kleine Nachbarinsel Palmarola und wieder zurück nach Ponza.

Wir beobachten Helikopter die den Besuch auf die Megayachten bringen und Abends schauen wir uns die Leute beim flanieren an. Natürlich immer „bella Figura“.

Man merkt schon, wir lassen uns Zeit denn wir wollen uns mit David und Nina auf dem Festland treffen. Darauf freuen wir uns schon sehr. Landurlaub! Mal weg vom Boot ist auch sehr schön und natürlich die Familie.

Es war lange nicht klar ob es klappt. Ob wir einen Hafenplatz finden der dann auch noch bezahlbar ist. Aber ich habe durch einen Tipp, in Ostia Glück. Der Yachthafen von Rom hat ein Plätzchen für uns. Im Tiber wäre es sicher auch noch gegangen aber dort ist es am Eingang sehr flach und das wollten wir dann nicht.

Ich frage sogar noch zwei Tage früher an und bekomme Platz. Denn es soll Sturm geben und so sind wir dann froh dort sein zu können.

Aber bis dort sind es noch 80 Seemeilen und so machen wir uns dann auf den Weg.

P.S. Als Peter den kleinen Anker geborgen hatte war er total heiß und fand beim schnorcheln noch mal einen Anker. Als er dann runter tauchte und am Anker zog, erkannte er das an seinem Anker noch ein Schiff hang. So hat er ihn lieber unter gelassen. 😂🤣 Wir haben uns noch den ganzen Abend darüber amüsiert.😀

Gaeta,

ist für uns zuerst einmal ein Zufluchtsort denn über Ventotene geht ein Starkwind Feld und wir suchen einen Ort der uns etwas Schutz bietet. Das bedeutet 30 Seemeilen Richtung Festland segeln. Diese Strecke ist etwas besonderes für uns denn wir sehen zwei junge Finnwale. Erst denken wir, es ist ein verloren gegangener Container und das Wasserblasen wird durch die Wellen verursacht. Aber dann können wir es genau erkennen. Einfach magisch. Die Tiere sind eine ganze Weile an der Wasseroberfläche und lassen sich einfach treiben. Als aber ein Motorboot angerauscht kommt tauchen sie ab und wir sehen die großen Fluken wie sie vor dem Abtauchen in die Höhe gehen. Echt ein Wow-Moment. Mit Walen habe ich hier nun gar nicht gerechnet aber scheinbar gibt es in dieser Gegend ein Schutzgebiet. Außerdem sehen wir viele jagende Tunfische die von unserem Köder aber leider nichts wissen wollen😥.Und am Ende des Tages besuchen uns noch Delfine. Was für ein Segeltag.

Wir haben vorher noch nie etwas von Gaeta gehört und sind schon beeindruckt als wir an diesem riesen Felsen vorbeisegeln auf dem das Castello Angioino-Aragonese steht.

Gaeta liegt genau zwischen Rom und Neapel und wir können uns dort vor dem Hafen in die Bucht legen. Dieser Bereich bietet uns genügend Schutz. Wir nutzen die Zeit und gehen mal wieder größer einkaufen, können in der Marina die Waschmaschinen nutzen und mal die Bettwäsche und die Handtücher durch waschen. Alles wird mal wieder klar Schiff gemacht.

Abends sind wir dann in der Stadt unterwegs denn dann werden die Temperaturen langsam erträglich.

Im mittelalterlichen Stadtkern lassen wir uns über viele Treppen und engen Gassen hoch zur Kirche San Francesco treiben. Von hier hat man einen wunderbaren Blick über den Golf von Gaeta.

Unten im Hafenviertel steht der Dom von Gaeta mit seinem charakteristischen Glockenturm.Die Altstadt ist sehr lebendig und wir genießen es sehr hier zu sein.

An einem Tag wandern wir den Monte Orlando rauf. Wir wollten wegen der Hitze eigentlich früh los aber es wurde doch wieder zwölf Uhr🤣.

Dort oben liegt eine der schönsten Sehenswürdigkeiten, die Montagna Spaccata = gespaltener Berg. Der Legende nach soll sich der Fels bei der Kreuzigung Christi gespalten haben. Dort liegt nun die Wallfahrtskirche aus dem 15. Jahrhundert und ist ein bekanntes Pilgerziel. Zur Grotta del Turco geht es über Treppen zu einer wunderschönen Meeresgrotte. Aber leider haben wir Pech und es ist alles zu.

Also wandern wir weiter zum Mausoleum auf dem Gipfel, das aber leider wegen Restaurationsarbeiten zu ist 😏. Irgendwie haben wir Pech.

Über einen schönen Weg laufen wir zurück in die Stadt, genießen ein Eis und gehen an Bord kochen. Wir sehen mal wieder ein Löschflugzeug, denn im Umland von Gaeta brennt es. Aber er schafft es bis Sonnenuntergang, und das Feuer ist aus.

Da der Wind uns immer noch zu stark ist, bleiben wir noch etwas und besuchen das Castello.

Der eine Teil wird heute von der Gardia Finanzia als Seeschule verwendet. Den anderen Teil besichtigen wir. Ein Teil gab es schon seid dem 6.-7. Jahrhundert und wurde über die vielen Jahrhunderte ständig erweitert oder umgebaut.

Von 1881 – 1990 !! wurde es als Militärgefängnis für Kriegsdienstverweigerer und politische Häftlinge benutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden hier auch die beiden Nazioffiziere Walter Reder, der für das Massaker von Marzabote verantwortlich war und Herbert Kappler der federführend beim Massenmord in Rom von 335 Menschen war, eingesperrt.

Den beiden ging es aber nicht schlecht, sie hatten ein Apartment und andere Häftlinge die für sie arbeiten mussten. Obwohl sie ein vielfaches an Lebenslang bekommen hatten, kamen sie Mitte der siebziger frei und konnten in ihre Heimat zurück. Man munkelt es ist Geld geflossen damit sie diese Privilegien haben können.

Da wird mir ganz schlecht und ich habe mich als Deutsche bei diesen Äußerungen echt nicht wohl gefühlt. Schlimm kann ich nur sagen!

Danach lassen wir uns wieder durch die Altstadt treiben.

Nach ein paar Tagen geht es dann aber weiter denn der Wind stimmt für Ponza.

Ventotene,

eine Pontische Insel im Thyrrenischen Meer, liegt 50km vor der Festlandküste und gilt noch als Geheimtipp. Die Küste ist sehr zerklüftet und man erkennt gut das sie zu dem Vulkanarchipel gehört.

Ventotene ist ein Naturschutzgebiet und somit auch ein Paradies für Taucher und Schnorchler.

Das Inselchen hat aber auch eine dunkle Vergangenheit. Schon in der frühen Römerzeit galt sie, wie viele Inseln in Italien, als Verbannungsort. Schon Kaiser Augustus hat einige störende und unbequeme Verwandte seiner hierher entledigt.

In den 40iger Jahren haben die Faschisten sie neu entdeckt und hier hunderte Regimegegner entsorgt. Auch die kleine Nachbarinsel Santo Stefano wurde noch bis in die 1960iger Jahre als Gefängnisinsel genutzt und galt als gefürchtete Haftanstalt.

Gefängnisinsel Sant Stafano mit Ventotene im Hintergrund

Heute ist das alles vergessen und die Insel ist einfach schön.

Wir liegen erst vor dem Hafen aber entscheiden uns im Hafen anzufragen der komplett aus dem Tuffstein in der Römerzeit gegraben wurde. Sehr beeindruckend.

Wir genießen den Ort und den Hafen. Überall entdeckt man die römische Handschrift. Es wurden richtige Nischen für die Galeeren aus dem Tuffstein gehauen so das sie genau reinpassten.

Nur die heutigen Schiffe halt nicht und somit mussten wir in dem engen Hafen vorwärts anlegen da die Tiefe sonst nicht gegeben wäre. Es sind kleine Lokale die ebenfalls in den Fels geschlagen sind und geben dem Hafen etwas besonderes.

Zu größeren Wanderungen sind wir nicht fähig da es zur Zeit weit über 40°C ist. So genießen wir nur den Ort und die nahe Umgebung.

Am Wochenende herrscht hier ein Hochsee Angel Wettbewerb und wir beschließen uns vor den Hafen zu legen um dies mit zu erleben.

Peter ist ganz aus dem Häuschen als er das Equipment der Angler sieht. Unzählige typische Hochsee Angel Motorboote kommen angerauscht und füllen den Hafen und bringen Unruhe bei den ankernden Booten.

Nach einem Tag draußen auf hoher See kommen sie mit ihrem Fang zurück der bewertet wird. Parallel ist noch ein Kochwettbewerb der auch bewertet wird.

Es macht Spaß das alles mit zu erleben und wir genießen es sehr.

Aber dann dreht der Wind und wir müssen Richtung Festland denn nur hier ist ein Windgeschützter Zipfel den wir nutzen können.

Auf nach Gaeta.

Auf nach Ischia und Procida

Capri haben wir ausgelassen denn wir hatten keine Lust auf diese immens überlaufene Insel.

Es ist eine schöne Überfahrt die wir sehr genießen. In Ischia habe ich im Hafen angefragt und auch einen Platz bekommen. Das gönnen wir uns mal denn Peter hat Geburtstag. Es ist wahnsinnig heiß, über 40°C und wir warten bis zum Abend bevor wir an Land gehen.

Es ist ein sehr netter, kleiner Hafen mit einem großen Fähraufkommen. Die Boote schwanken sehr stark wenn wieder eine Fähre kommt. Aber wir sind so zwischen den Nachbarbooten eingequetscht das uns nichts passieren kann🤣.Die Stadt ist sehr nett und wir gehen lecker essen.

Eigentlich wollten wir nur einen Tag hier bleiben aber mein Handy hat den Geist aufgegeben und wir suchen jemanden der es reparieren kann. Aber leider gibt es keine Hoffnung mehr.

Der Laden hat auch kein gebrauchtes I Phone . Wir überlegen was wir tun, denn mein Handy ist äußerst wichtig zur Törnplanung, um Wetterdaten abzurufen, Ankerplätze zu finden und mit Häfen zu kommunizieren. Einfach in allem! Die Kommunikation mit dem Ladenbesitzer läuft auch über das Handy. Allerdings seins.😉 Denn die wenigsten Italiener können Englisch.

Er kann uns leider nicht weiter helfen. Dann kommt mir die Idee ob es eventuell in Neapel ein gebrauchtes Handy gibt. Kaum ausgesprochen sitzt er schon am Computer und sagt uns ein paar Minuten später das es morgen früh da sein kann. Der Preis ist ok und somit kann ich am nächsten Morgen das neue Handy holen. Im Hafen konnten wir auch bleiben,also alles perfekt.

Wir nutzen die gewonnene Zeit in der Stadt und fahren mit dem öffentlichen Bus über die ganze Insel und steigen aus wo es uns gefällt.

Als dies alles erledigt ist verlegen wir uns ein Stück weiter direkt neben das Castello Aragonese.

Ischia ist eine Vulkaninsel, die größte im Golf von Neapel, und besitzt unzählige Thermalquellen und Schlammbäder. Im Park von Aragonese gab es in der Vergangenheit viele Wasserläufe und Becken an denen man vorbeischlendern konnte. Nun sind alle trocken und ich vermute das die vielen Hotels das Thermalwasser für ihren Spa Bereich nutzen und diese Quellen nicht mehr im Park ankommen.

Auch an unserem Ankerplatz steigen überall Luftblasen aus dem Grund denn Ischia hat noch zwei aktive Vulkankrater.

Wir genießen den Ankerplatz sehr und das kommen und gehen der Boote. Denn es ist Wochenende und ein Filmfestival beginnt im Castell.

Dann besuchen wir noch St. Angelo ein netter Ort an dem wohl Angela Merkel des öfteren Urlaub gemacht hat. Außerdem waren auch sonst sehr viele Prominente gerne auf dieser Insel. Zum Beispiel Charly Chaplin, JFK, Elisabeth Taylor und einige mehr.

Wir legen uns neben die Stadt und besuchen mit dem SUP ein Thermalbad direkt am Wasser.

Wirklich sehr schön. Bis zu 90°C kommen aus dem Boden und man kann in verschiedenen Becken seine Temperatur wählen. An dem Ort wo es aus dem Boden kommt liegen ein Netz Eier und Kartoffeln die der angrenzende Wirt wohl für seine Küche nutzt😃

Peter genießt das heiße Wasser und ich genieße ein kaltes Getränk🤣

Am nächsten Tag verlassen wir Ischia, segeln nach Procida und legen uns in eine Bucht. Dort wandern wir von diesem netten Ort über die Insel. Es ist Wochenende und in der Bucht herrscht Chaos. Eng an eng liegen die Bötchen. Das ist nichts für meine Nerven. Ich werde fast Wahnsinnig.

Aber Abends ist der Spuk zu Ende und es kehrt Ruhe ein die wir sehr genießen.

Nach ein paar Tagen geht es für uns dann weiter Richtung Pontinische Inseln.

Neapel

Wir legen uns in die große Bucht direkt vor die Altstadt und neben das Castel dell’ Ovo.

Mir ist schon etwas mulmig vor dieser riesigen Stadt. Sie ist mit fast einer Millionen Einwohner die drittgrößte von Italien und wir liegen mit unserer kleinen Alina direkt davor.

Erst mal müssen wir versuchen an Land zu kommen das ist hier in Italien ja leider nicht so einfach.

Wir fahren mit dem Dingi in den Yachthafen und werden erst mal freundlich verjagt. Privat!

Also fahren wir an eine Mauer die nach Stadthafen aussieht. Hier kann aber auch jeder hin!

Aber uns bleibt gar nichts übrig und wir müssen dieses Risiko in Kauf nehmen.

Wir lassen uns treiben. Erst an der Promenade mit seinen Straßenmusikern und dann biegen wir in die Stadt ab.

Diese ist wirklich sehenswert. Lebendig und etwas chaotisch aber liebenswert. Hier leben die einfachen Leute die stolz auf ihren Fußballverein sind der zum 4. mal Meister wurde. Und sie zeigen auch überall das sie Maradona und ihre Stars, vergöttern.

Überall hängt noch der Festschmuck

In ihrer lebendigen Atmosphäre hat Neapel auch eine lange Geschichte und viele Sehenswürdigkeiten.

Wir lassen uns durch das Centrum Storico treiben das zum UNESCO_Weltkulturerbe gehört, wandern die Himmelsleiter hoch zum Castel Sant’ Elmo und genießen auf dem Weg nach unten eine selbstgemachte Zitronenlimonade und dann die Altstadt.

Wir schauen in die Galleria Umberto und sind von der Baukunst total geflasht.

Wir kommen an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei wie das Castel Nuovo, das Teatro di San Carlo und die Basilika San Francesco mit seinem großen Platz davor.

Neapel hat seinen Reiz und viel Energie. Mir hat es sehr gut gefallen da sie sehr ehrlich wirkt.

Am ersten Tag war auch alles gut als wir zum Dingi zurück kamen.

Nur am zweiten Tag hatte man uns an einem Teil des Bodens die Luft abgelassen. Aber das waren wohl eher spielende Kinder vermute ich.

Wir genießen die Stadt sehr und sind aber dann auch froh weiter zu ziehen. Nun ist das Wochenende vorbei und man kann es wagen nach Ischia zu segeln. Denn am Wochenende ist es wie überall brutal voll.

PS.

Leider sind ein paar Bilder verloren gegangen denn mein Handy ist leider doch kaputt gegangen. Von wegen wasserdich 😥

Amalfiküste

In Agropoli freuen wir uns auf unseren Besuch. Ute, Elia und Jochen kommen an Bord und wollen uns eine Woche begleiten. Ich mache mir lange Gedanken welche Route wohl am besten ist da hier in Italien die Strecken immer recht lang sind.

Wir entscheiden uns darauf rüber zur Amalfiküste zu segeln denn das wäre eine lange Strecke am Anfang mit sehr ruhigen Bedingungen und dann wären es kürzere Etappen die Küste entlang.

Aber leider zeigt sich schon unterwegs das der Besuch nicht Seefest ist. Da steckt man nicht drin und es kann leider jeden erwischen. Auf der Fahrt über den Golf von Salerno können wir einiges noch durch Ablenkung minimieren aber angekommen an der Amalfiküste leider nicht mehr.

Hier ist es aber auch extrem. Hunderte Boote fahren die Küste rauf und runter und verursachen durch ihr Tempo hohe Wellen die uns meistens am Anker von der Seite erwischen. Und das ist sehr unangenehm. Auch für uns ist das nicht schön denn die Italiener lieben Motorboote und schnelles fahren. Und es ist auch noch Wochenende. Es kommt also alles zusammen.

Die Mädels gehen von Bord an den Strand und überlegen was sie machen wollen. Wieder an Bord ist die Entscheidung gefallen. Sie verlassen uns leider wieder, müssen aber noch eine Nacht aushalten bis sie im Hafen von Arechi wieder an Land gehen. Sie haben eine nette Unterkunft in den Bergen gefunden und werden sogar am Hafen abgeholt, genießt jetzt die gemeinsamen Tage.

Schade für euch, aber das kann jedem so gehen. Es war aber auch sehr heftig!

Wir segeln dann wieder die Amalfiküste entlang und legen uns in Minori an die Boje. Ein sehr netter Ort neben Amalfi. Der Ort ist sehr schön ruhig und wir können mit dem Bus ins überlaufene Amalfi fahren. Es sind nur 10 Minuten die aber ein paar graue Haare verursachen denn die Straße ist sehr eng und der Bus saust nur so dahin.

Als wir in die Stadt laufen entdecken wir die drei Baiertaler und erkunden somit zusammen das Städtchen Amalfi mit seiner tollen Kathedrale und dem besonderen Zitronensorbet.

Nachdem wir uns Abends wieder getrennt haben gehen wir wieder mit dem Bus zurück nach Minori.

Wir wollen noch etwas trinken und lernen dabei die Amerikaner Carmela und Mark kennen die wir auf ihrer Linda Lee schon ein paar mal gesehen haben.

Es wird ein sehr netter Abend und wir alle bemerken erst auf dem Wassertaxi zu unseren Booten das es ziemlich wild in der Bucht zugeht. Die Boote hüpfen so das wir kaum übersteigen können.

Die Nacht wird sehr unruhig und wir gehen recht früh am Morgen von der Boje weg.

Wir fahren die Amalfiküste entlang um die Landzunge von Sorrento herum und genießen den Anblick der Amalfi Küste. Auf der anderen Seite suchen wir eine ruhige Bucht in der wir erst mal etwas bleiben.

Das Problem hier in Italien für uns Segler ist das ans Land kommen. Jeder Strandabschnitt ist ein Lido und somit privat. Da dürfen wir nicht anlanden. Die Häfen wollen es in der Regel auch nicht.

Also was tun.

Da wir eine Wanderung machen wollen beschließen wir an Land zu schwimmen . Wir stecken alles in wasserfeste Säcke und dann los. Das klappt sehr gut und wir haben eine schöne Zeit an Land.

Das zurückschwimmen ist gegen den Wind etwas anstrengender, geht aber auch gut, nur merke ich das in die eine Tasche mit dem Handy Wasser eingedrungen ist. So ein Mist! Ich spüle es gleich mit Süßwasser und trockne es gut. Noch mache ich mir keine Sorgen. Es funktioniert noch alles👍

Am nächsten Morgen beschließen wir nach Neapel zu segeln da der Wind gut dafür ist.

Da wir im Winter mit dem Zug nach Hause fahren, lassen wir Sorrent mit Pompei jetzt aus und machen es dann wenn es kühler ist.

Also auf in die Großstadt Neapel.

Festland Italien

Tropea bis Agropoli

Nach dem Erlebnissen der Vulkane legen wir uns in die Nähe von Tropea in die Bucht. Eine wunderschöne alte Stadt die auf den Felsklippen gebaut ist. Hier bleiben wir etwas und verlegen uns Tags drauf nochmal näher zur Stadt.

Wir fahren mit dem Dinghi in den Hafen, machen dort fest und wandern zur Oberstadt zu einem Supermarkt. Es ist ziemlich weit aber uns tut diese Bewegung gut.

Als wir zurückkommen ist unser Dinghi weg! Der Schreck ist sehr groß, wir sind geschockt. Wir fragen einen jungen Mann in der Nähe ob er was gesehen hat. Er vermutet mit einem verschmitzten Lächeln, das es der Hafenmeister bestimmt geholt hat. Wir sollen mal zum Hafenbüro gehen und dort fragen. Das Büro ist auf der ganz anderen Seite des großen Hafens und wir müssen einen weiten Weg dorthin zurücklegen.

Im Büro bestätigen sie, das sie das Schlauchboot haben und belehren uns das man nicht einfach in den Hafen darf, der wäre Privat. Wir müssen 25 € dafür bezahlen.Ich erkläre das es ja nur kurz, und wir nur einkaufen waren. Er drückt noch mal ein Auge zu und lässt uns springen.

Abends machen wir es dann korrekt. Wir funken rein und fragen an und bezahlen unseren Betrag und können so ohne schlechtes Gewissen die Stadt genießen.

Hier ist die rote Zwiebel berühmt (Cipolle) und wir müssen natürlich ein Gericht mit dieser Knolle essen 🤣.

Eine tolle Stadt mit der vorgelagerten Kirche Santa Maria dell’Isola.

Tags drauf geht es weiter.

Wir bewegen uns die Kalabrische Küste hoch, essen das berühmte Tartufo-Eis in Pizzo, und wollen Richtung Maratea zur schwebenden Madonna auf dem Berg.

Doch bei einem Zwischenstopp bei Torre Sant Nicola, einem tollen Felsbogen, müssen wir Nachts flüchten da sich in die enge Bucht noch ein Pole gelegt hat und plötzlich wahnsinniger Schwell in die Bucht kommt.

Wir wurden wie ein Ping-Pong Ball hin und her geschmissen. Um halb eins in der Nacht haben wir uns entschieden zu flüchten. Es war untragbar. Draußen haben wir erst überlegt wie es weiter geht. Uns bleibt keine Wahl wir müssen über Nacht langsam über diese große Bucht segeln damit wir auf der anderen Seite im hellen ankommen. Gesagt getan!

Da ich hellwach bin habe ich Peter ins Bett geschickt und bin in die Nacht gesegelt. Auch aus der Ferne kann man in der Nacht die schwebende Madonna von Maratea sehr gut sehen.

Irgendwann höre ich immer wieder lautes prusten. Im Mondschein bemerke ich das uns eine große Gruppe Delfine ( die Alina) in die Mitte genommen haben. Fast so als würden wir dazugehören. Total magisch aber auch etwas gruselig. Als der Wind weg ist und ich den Motor anmache, verschwinden die Tiere und ich sehe sie nicht mehr.

Kurz vor Sonnenaufgang wecke ich Peter und gehe selber ins Bett. Um sieben sind wir in dem kleinen Ort Scario. Werfen den Anker und gehen erst mal schlafen.

Ein wirklich netter Ort. Schade das wir nicht noch was bleiben können aber am 13.6. müssen wir in Agropoli sein. Denn wir bekommen Besuch. Und das ist nicht mehr lange hin so das wir schon genau planen müssen.

Doch Palinuro bleiben wir noch etwas in der „ Guten Schlaf“ Bucht. Denn diese ist wirklich toll zum schnorcheln und wir können super schlafen. Wir wandern zum Ort, sind mit dem SUP unterwegs und geniessen eine neue Seglerbekanntschaft.

Aber bald müssen wir los um nach Agropoli zu segeln.