Weit weg

Wir sind nun schon eine Weile zuhause und der Alltag kehrt wieder ein. Einerseits geht das viel zu schnell und zu intensiv, und andererseits ist es schön diesen Alltag wieder erleben zu dĂŒrfen.

1. Großeinkauf denn die SchrĂ€nke sind leer 🙂

Ich habe es ja schon erwÀhnt das wir in der Ferne ein paar Probleme gehabt haben. Da möchte ich etwas nÀher drauf eingehen.

Dazu muss ich kurz erwĂ€hnen das die Alina das erste Mal seid wir sie haben ĂŒber Winter im Wasser bleibt. Denn in Italien ist es nicht ĂŒblich das das Schiff an Land ĂŒberwintert und darum gibt es auch nicht so viele Möglichkeiten.

Die Alina liegt aber in einem sicheren Hafen mit einer guten Segler Gemeinschaft. Und das ist auch gut so wie wir bitter erleben durften.

Ich war mit meinem Enkel bei seinem ersten Lauf auf dem Hockenheimring als ich beim gehen feststellen musste das ein Segler Freund mehrfach versucht hat mich zu erreichen.

Da es aber im Stadion so laut war habe ich nichts mitbekommen.

So schnell wie möglich melde ich mich bei ihm und erfahre das auf der Alina, 2000km von uns entfernt ein Alarm brĂŒllt. Was fĂŒr ein Schock! Was denn nun? Was kann es sein

Tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf.

Schnell ist herausgefunden das Wasser im Boot ist und der Wasseralarm den ich ĂŒberall montiert habe, schreit. Unser Segler Freund muss tief ins Innere der Alina krabbeln um dann auf Anfrage von mir, fest zu stellen, das es SĂŒĂŸwasser ist.

Mir fÀllt ein Stein vom Herzen. Kein Salzwasser! Die Ventile die wir noch kurz vorm gehen gewechselt haben sind dicht. Absaufen werden wir dann wohl nicht denn die Trinkwassertanks haben wir vorm gehen geleert.

Was kann es aber sein!

Unser Freund schaut nach den Fenstern da ich vermutet habe das vielleicht was eingeklemmt ist und nach den dauernden Gewittern dort, Wasser eindringt.

Dem war nicht ganz so, aber fastđŸ€”

Unser Freund stellt fest das in Peters Bad das Fenster auf ist und die Gewitter ungebremst eindringen konnten. Er schließt es und macht sogar alles trocken damit ĂŒber Winter nichts schimmelt. Wir sind ihm zu großen Dank verpflichtet und werden wenn wir wieder dort sind auch gemeinsam was tolles machen. Danke dir, Dirk.

Nun können wir mit einem guten GefĂŒhl hier in der Heimat unseren Winter verbringen, die Natur genießen und auch schon wieder ans zurĂŒckfahren denken.

Ich nĂ€he, soweit es mit meinen Vorlagen geht, ein neues Cover fĂŒr unser Dingi. Die Schablonen und das alte Cover habe ich hier, aber dennoch ist es irgendwie, wie blind nĂ€hen.

Ich kann vieles fertig machen aber nicht alles. DafĂŒr brauche ich dann das Dingi zum genauen anpassen. Aber ich bin guter Dinge. Wird schon! Die NĂ€hmaschine muss dann halt mit nach Italien😁.

Nach vier Wochen merke ich, das auch unsere Alina meine Heimat ist, nur eben anders. Ich vermisse sie schon. Aber die Zeit geht sehr schnell rum.

Ich mache jetzt meine Winterpause und melde mich im Februar wieder wenn es zurĂŒck zur Alina geht.

Vielleicht bringe ich Peter dazu auch mal etwas zum Abschluss zu schreiben. Ich mache mir aber nicht so viel Hoffnung.

Ich wĂŒnsche allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2026

Auguro a tutti un felice Natale e un felice anno nuovo 2026.🎄

Heimat

Heimat, das sind die Menschen,
die man kennt, die man
Verwandte, Nachbarn und
Freunde nennt.
Heimat, das ist die Sprache, die
man spricht, die man hört, liest
und versteht wie ein Gedicht.
Heimat, das sind der Hof, das
Haus und die RĂ€ume, das sind das
Feld, die Wiese, der Garten, die
BĂ€ume.
Heimat, das sind die WĂ€lder, die
Berge und die Quellen, das sind
die BĂ€che, die Ufer und der FlĂŒsse
Wellen.
Heimat, das ist der Ort, seine
Straßen und BrĂŒcken, das sind die
Blumen, die wir am Wegrand
pflĂŒcken.
Heimat, das ist die Luft, die wir
atmen, das ist die Sonne, das Licht
der Sterne, das ist unsere Erde, die
NĂ€he und die Ferne.
Heimat, das ist was wir lieben, ist
all das Vertraute, was unser
Vorfahr hier einst erbaute.
Heimat, das ist die Vergangenheit,
von der unsere MĂŒtter und VĂ€ter berichten, in
vielen alten und fernen
Geschichten.
Heimat, das ist die Gegenwart mit
Freude und Sorgen, das ist
unserer Kinder leuchtendes
morgen.
Heimat, das ist wo wir wirken,
schaffen und streben, das ist wo
wir lieben, leiden und leben.
Heimat, viele Wege fĂŒhren von
dir hinaus, aber alle fĂŒhren einmal
zurĂŒck nach Haus.
(Arnold Scherner)

Nun sind wir schon einige Zeit Zuhause und ich genieße es sehr. Freunde besuchen, Kinder und Enkelkinder bobbeln, Familie treffen, ins Kino gehen, Konzerte besuchen, wandern, den riesigen Garten in Ordnung bringen, und das Theater besuchen. Und ich kann dies immer tuen wann ich es will, und das ist das schönste.

Die Alina liegt sicher in Marina di Ragusa im Wasser. Das erste mal seid wir sie haben und das erste mal das wir Probleme in der Ferne haben. Aber Dank ganz lieber Menschen die ein Auge auf sie haben, haben wir davon erfahren.

Aber darĂŒber mehr im nĂ€chsten Blog.

ResĂŒmee Italien

Unsere diesjÀhrige Route 216 Tage und 10280km. Dies ist Polarstep und dort sieht man immer wo wir ganz aktuell sind.

Ich habe mich wahnsinnig auf Italien gefreut. Die tolle MentalitĂ€t, das schöne Singsang der italienischen Sprache, Familie ĂŒber alles, „Dolce Vita“ und „Bella Figura“, Pizza, Pasta, Eis und viel Geschichte. Und das ist auch so wie ich es mir vorgestellt habe.

Von Griechenland kommend sind wir um den gesamten Stiefel bis nach Rom hoch in den Norden gesegelt.

Hier bin ich schon irgendwie an meine Grenzen herangetreten. Keine Buchten in denen wir uns vor den Wellen und Winden retten konnten. FĂŒr eine ruhige Nacht mussten wir uns in HĂ€fen flĂŒchten und diese sind in Italien wahnsinnig teuer. Lagen wir mal in einer Bucht konnten wir nicht an Land denn die allgegenwĂ€rtigen Lidos (das sind Strandabschnitte die durch Liegen und Sonnenschirm Vermieter, bewirtschaftet werden) ließen es nicht zu das wir unser Dingi an den Strand legten um dann zu wandern oder einfach nur einkaufen zu gehen.

Jedes Fleckchen der KĂŒste ist in ihren HĂ€nden. Oft haben wir gehört;“No,No! Privat“

So konnten wir vom Landesinnere nicht wahnsinnig viel kennen lernen und auch die Menschen wahren weit weg und nicht erreichbar. Das war echt schade!

Auf den Inseln, wie Liparische Inseln, Procida, Ischia, Ventutene, Ponza, Sardinien und Sizilien war es besser. Dort waren wir auch bei tollen Wanderungen unterwegs. Capri haben wir ausgelassen da es uns wirklich zu voll war.

Die Inseln haben wir sehr genossen, da es einfach wieder Buchten gab in denen wir gut schlafen konnten und wir so auch mehr Kontakt zu anderen Seglern hatten. Das Land mit seinen Menschen ist echt toll! Nur das maritime Italien gefÀllt mir nicht so besonders.

Italien ist ein Motorboot Land. Je grĂ¶ĂŸer das Boot desto besser und einflussreicher bin ich. Wenn der Italiener was darstellen will besitzt er es. Es gibt nur Stopp oder Vollgas. Die HĂ€fen sind ĂŒberfĂŒllt und ĂŒberteuert und leider lernt man sie nicht kennen da die wenigsten , gefĂŒhlt keiner, Englisch spricht.

Auf der Festland Seite fĂŒhlte ich mich manchmal wie eine AussĂ€tzige die man nicht haben will die aber sooo gerne den Menschen dort kennen lernen möchte. Denn das ist das einzig wichtige! Die Begegnungen! Denn die KĂŒste ist immer wieder traumhaft schön aber ziemlich Ă€hnlich. Auf dieser Seite sind kaum auslĂ€ndische Segler unterwegs und die Italiener die da sind können sich eben nicht verstĂ€ndigen.

Viele glauben, wir leben im Paradies und einen Traum. Doch dieser Traum kann auch zum Horror Film werden und ist in der meisten Zeit sehr anstrengend. Wenn wir nicht an Land kommen ist das auch fĂŒr uns nicht gut. Wir brauchen Bewegung, Begegnungen, verschiedene Persönlichkeiten und Begebenheiten um uns wohl zu fĂŒhlen. Und ohne diese wird unsere kleine Alina fĂŒr uns immer kleiner und enger.

Ich brauche es, das ich an Land gehen kann wann ich will sonst fĂŒhle ich mich eingesperrt. Und das war sehr oft so! Ich hatte oft den Gedanken, aufzuhören. So möchte ich das nicht. Ich mag das Land kennen lernen. Die Menschen. Und das Boot ist nur unser Fortbewegungsmittel!!

Das hat dieses Jahr gar nicht geklappt. Wir sind hauptsĂ€chlich gesegelt. Es fĂŒhlte sich oft an wie das abhaken eines neuen Ortes und dann weiter.

Das lag aber auch daran das wir mehr als 700 Seemeilen zurĂŒcklegen mussten um Besuch zu einem geplanten Termin aufzunehmen. Und das bereitet eben sehr viel Stress. Ein anderer Besuch meldete sich und sagte:“Hey ich bin jetzt da ich könnte morgen an Bord kommen.“ Einfach perfekt. 👏 Nur so machen wir es jetzt in Zukunft. Denn ich mag einfach nicht mehr hetzen.

Seglerisch ist das Tyrrhenische Meer sehr anspruchsvoll. Trotzdem hatten wir öfter wunderbare Segel Phasen und dann wieder sehr anstrengende.

Durch das enger werden an Bord habe ich gelernt das es wichtig ist seinen eigenen Raum zu behalten. Seine eigenen Aufgaben und Themen. Ich hatte zwischen drin das GefĂŒhl das dieser Raum immer kleiner fĂŒr mich wird. Das meine Persönlichkeit verschwindet wie in einem Vakuum. Meine Geschichten werden ĂŒbernommen, meine Themen und Meinungen. Gibt es mich noch? Oder bin ich nur noch Partner von
? Wie war noch der Name ? , Marina oder Martina?

Im letzten Drittel der Saison haben wir viele liebe Menschen kennengelernt und es hat die Einsamkeit in manchen Abschnitten, wieder wett gemacht. Jede Geschichte ist besonders und ich genieße es sie zu hören.

Das Maritime Italien. Nun wie soll ich das beschreiben?

Die Lido Situation habe ich ja schon erwĂ€hnt. GefĂŒhlt hat jeder Italiener ab dem Mittelstand ein Boot oder mietet sich eins. Zum Wochenende wird das Eigentum dann am Freitag Abend auf Hochglanz gebracht und am Samstag morgen geht es dann aus dem Hafen. Mit den vielen Mietbooten zusammen. Dann legt man sich vor den Hafen oder einer eventuellen Bucht, wirft den Anker und hĂ€ngt dort den ganzen Tag ab um Abends wieder in den Hafen zu fahren. Das wiederholt sich am Sonntag.

So entsteht am Wochenende eine richtige Rush Our in der alle Boote unterwegs sind und Wellen, zum Beispiel vor der AmalfikĂŒste, entstehen, die so hoch und unangenehm sind wie zu einem richtigen Sturm. Ist das Wetter nicht gut, sprich höhere Wellen oder Wind und Gewitter , verbringen sie den Tag genauso, nur eben im Hafen.đŸ€Ł

Die Menschen die wir kennenlernen durften waren wahnsinnig freundlich und wir haben uns immer wohlgefĂŒhlt. Besonders in den einfachen ArbeiterstĂ€dten, ich nenne sie „ehrliche Stadt“, war es toll.

Um mal zum Ende zu kommen. Italien ist immer eine Reise wert. Aber lieber von Land her erkunden. 😉😁

Das ist mein persönliches Empfinden ĂŒber dieses Jahr. Das kann beim Peter ganz anders sein. Ich versuche ihn zu ĂŒberreden das er sein eigenes ResĂŒmee‘ schreibt. Mal sehen.

RĂŒckreise ĂŒber Rom

Wir beschließen auf der Heimreise einen Stopp in Rom einzulegen. FrĂŒh morgens geht es mit dem Bus los.

Ätna

Was wir nicht wussten, es ist wieder einmal ein „heiliges Jahr und steht unter dem Leitwort -Pilger der Hoffnung.“

Das heißt fĂŒr uns, die Stadt ist zum bersten voll. Denn an diesem Wochenende ist großes Treffen der Synodal-Teams und Beteiligungsorgane. Die kommen dann nicht in kleinen Gruppen sondern Busse weise. Ich weiß nicht wie viele Menschen zu Besuch waren ,aber ich kann sagen es waren einige.

FĂŒr das gesamte heilige Jahr werden ca. 32-45 Millionen Pilger erwartet.

Es ist aber nicht schlimm. Wir beschließen in keine großen SehenswĂŒrdigkeiten zu gehen da die Schlangen der Wartenden enorm sind. Wir lassen uns einfach durch die Stadt treiben und lernen wunderschöne Ecken von Rom kennen.

Hier hat der Herbst auch schon begonnen und lÀsst die BÀume in wunderschönen Farben leuchten.

Wir entdecken natĂŒrlich tolle Kirchen und PlĂ€tze mit Brunnen aber auch ganz kleine bezaubernde Cafes wo sich kein Pilger hin verirrt.

Nach drei NĂ€chten steigen wir in den Frecciarossa und fliegen mit dem roten Pfeil ĂŒber Mailand nach Hause.

Marina di Ragusa

Unser Winterhafen

Ich hatte im FrĂŒhjahr lange gesucht und mich dann fĂŒr Marina di Ragusa entschieden um dort ĂŒber Winter zu liegen. Und ich glaube das war eine gute Entscheidung. Hier befinden sich sehr viele Segler ĂŒber Winter die auch schon einige Jahre hier sind. Einige davon pflegen ganz rĂŒhrig die MdR (Marina di Ragusa)-Gruppe auf Facebook. Hier erfĂ€hrt man alles was in der Community (Gemeinschaft) los ist. Von Treffen zum Sundowner auf der Hauptmole, Happy Our in der Kneipe, wandern am Freitag, Sport, Halloween-Party, etc., bis hin zu Fragen die beantwortet werden, Ersatzteile oder Flohmarkt. Es ist einfach toll.

Neben unseren kleinen Arbeiten lernen wir viele liebe Leute kennen und haben eine tolle Zeit.

Wir wechseln sogar die Ventile wÀhrend wir im Wasser sind. Das muss ich kurz erklÀren.

Bei uns gibt es einige Löcher unter der Wasserlinie nach draußen. Toilette (die hier im Hafen natĂŒrlich nicht verwendet wird), Abwasser Waschbecken und KĂŒche und natĂŒrlich noch andere fĂŒr den Wassermacher und den Motor. Die Ventile schließen die Löcher wenn man das will.

Und davon mĂŒssen fĂŒnf gewechselt werden weil die alten sich langsam auflösen.

Normalerweise macht man das wenn das Schiff an Land ist aber ich hatte im laufe des Sommers die Idee das Loch von außen zu schließen denn dafĂŒr gibt es schöne Holzpfropfen , die man im Normalfall von innen bei einem Leck verwendet. Wenn das schief gehen wĂŒrde, wĂŒrde das Boot sich sehr schnell mit Wasser fĂŒllen.

Aber die Idee war gut. Es hat alles wunderbar funktioniert obwohl uns einige fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rt haben.

Ich bin außen mit dem SUP im Wasser und mache die „Stöpsel“ rein und Peter wechselt innen die Ventile. Ohne Probleme, war dies recht schnell erledigt.

Sonst haben wir nur Kleinigkeiten zu machen und Peter langweilt sich recht schnell😉.

WĂ€hrend ich unser Boot Winterfest mache ist er schon wieder auf anderen Booten unterwegs und repariert hier und hilft dort.

Es vergehen einfach nur drei/vier Tage und die Nachbarn haben es erlickert das er was kann🙃.

Ich laufe dann nach der Arbeit einfach los und genieße den tollen Strand zum laufen oder gehe mit Freunden ein leckeres Eis essen oder etwas trinken. Mir geht es also gut dabei auch wenn es manchmal nervt.

Aber er hat nun mal riesigen Spaß dabei zu zeigen was er kann.

Abends ist immer was los. Entweder sind wir auf anderen Booten, oder haben mit anderen Seglern einen gemĂŒtlichen Abend bei uns an Bord oder gehen wir auch mal essen. Kaum ein Abend an dem nichts los ist.

Das Wetter ist noch sehr schön im Oktober. Der Wind ist zwar oft sehr stark aber wir sind gut und sicher im Hafen, da ist es uns egal. Es regnet aber immer öfter und dann verkrĂŒmeln sich alle unter Deck. Das ist der Moment wo es sehr ruhig ist im Hafen. Er wirkt wie ausgestorben. Aber kaum ist der Regen vorbei kommen wieder alle aus ihren Höhlen.

Wir besuchen auch mal mit dem Bus die alte Stadt Ragusa Ibla die seid 2002 zum UNESCO-Menschheitserbe ernannt wurde. 1693 wurde sie wie viele andere StĂ€dte durch ein verheerendes Erdbeben fast vollstĂ€ndig zerstört aber sehr schnell auf den Ruinen wieder aufgebaut. Sie ist eine der bedeutendsten Kunst-StĂ€dten. Wir lassen uns einfach durch den Ort treiben und genießen es sehr.

Plötzlich ist der Moment gekommen das wir an die Abreise denken mĂŒssen. Wir beschließen mit dem Zug zu fahren und noch einige Tage in Rom zu bleiben. Und darauf freuen wir uns sehr.

Die Zeit hier ist rasend schnell vorbei gegangen, mit lustigen Abenden und wertvollen Begegnungen. Habt einen schönen Winter, bis bald.

Wir sind dann mal weg.🖐

Sizilien

Wir kommen auf dem schönen Sizilien an und segeln an der SĂŒdkĂŒste vorbei. Einige sagten zu uns, „Segelt nicht an der SĂŒdkĂŒste vorbei, da ist nichts , geht nördlich vorbei nach Ragusa da ist es viel schöner!“

Wir lassen uns aber nicht beirren denn fĂŒr die SĂŒdseite passt auch einfach der Wind. Wir können so wunderbar segeln wie schon lange nicht mehr. Es macht richtig Spaß! Kaum Welle und mĂ€ĂŸiger Wind. Richtiges Kaffee-segeln, herrlich!

Weil es so herrlich ist machen wir auch gleich einmal 40sm. Wir kommen spÀt bei Porto Palo an.

Eigentlich wollten wir vor den Tempeln von Selinunt ankern aber dort ist es einfach zu unruhig und wir mĂŒssen uns neben dem Hafen etwas verstecken. Rein können wir nicht da er zu flach ist und somit den Fischern vorbehalten.

Einer der vielen Tempel

Selinunt ist ein alter Handelsposten aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. mit einigen Tempeln und einem Marktplatz. Es gilt als grĂ¶ĂŸtes ArchĂ€ologische Areal Europas und gehört zu den bedeutendsten griechischen Tempeln in Sizilien. Das gesamte Areal/Land ist das grĂ¶ĂŸte der Welt ( aber hier ist ja nichtsđŸ€Ł). Von Wasser her ist es schon sehr schön anzuschauen aber wir entscheiden uns an einer anderen StĂ€tte uns in die Geschichte zu stĂŒrzen. Denn hier können wir das Boot nicht gut alleine lassen. Schade, aber so ist es nun mal manchmal.

Wir segeln weiter nach Sciacca und bleiben dort fĂŒr vier NĂ€chte. Erst legen wir uns vor die Klippen und haben einen traumhaften Abend an Bord mit einem wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Die Nacht ist sehr ruhig aber wir legen uns wegen kommenden Wetters recht frĂŒh in den Hafen von Sciacca. Das war auch gut so denn kaum sind wir fest geht der Wind los. Roberto der Hafenmeister ist sehr nett (wie alle hier!!) und erklĂ€rt uns alles genau. Wir machen das Schiff mal wieder sauber, gehen einkaufen und Abends ruft Roberto beim Roller Vermieter an der uns dann abholt und uns einen Roller vermietet. Wow, was fĂŒr ein Service.

Sciacca ist eine Hafenstadt und ein Thermalbad. Außerdem ist die ganze Gegend sehr Landwirtschaftlich geprĂ€gt und gilt als bedeutendste Weinbauregion Siziliens. Unter den Arabern und den Normannen entstand die heutige Stadt mit der Stadtmauer und dem Kastell.

Die ThermalbÀder sind in wunderbaren alten GebÀuden, die aber leider alle zu sind da es politische Querelen gibt, wie man uns erklÀrt hat.

Der Monte San Calogero oder auch Monte Kronio genannt mit dem unvollendeten Hotel Grande San Calogero ist die höchste Erhebung der Stadt und dort fahren wir auch gleich mal mit dem Scooter hin und schauen uns um.

Der ganze Berg ist ein Komplex von HypogĂ€ums (unter der Erde liegend), in der Luft und DĂ€mpfe in thermischen PhĂ€nomenen zirkulieren. In diesen Höhlen sind 38°C und mehr das ganze Jahr zugegen. Die fĂŒnf Haupthöhlen gehen als Labyrinth durch den ganzen Berg und der Dampf kommt an einigen Stellen zu Tage. Die Menschen gingen mit ihren Leiden in die Höhlen da diese warmen DĂ€mpfe wunderbare Linderung brachte.

Aber wie gesagt es ist leider alles zu.

Abends lassen wir uns noch in der Stadt treiben.

Am nÀchsten Tag fahren wir mit dem Roller ins Hinterland zu der wunderschönen Bergstadt

Caltabellotta mit der normannischen Burg Sibilla.

Auf kleinen, seeehr schlechten Straßen fahren wir durch wunderbar gepflegtes Landwirtschaftliches Gebiet. Mandeln, die jetzt bald geerntet werden, Oliven, Wein, Zitrus, Getreide und vieles mehr. Wirklich schön hier. Wir genießen es sehr!

Die Stadt Sciacca ist es echt wert das man sich dort etwas Zeit nimmt. Das haben wir auch gemacht und sogar noch etwas verlÀngert.

In dieser Gegend gibt es auch eine nette Legende.

Es geht um eine tragische Liebe einer Sicilianerin und einem Mauren wĂ€hrend der arabischen Herrschaft. Er verspricht ihr die ewige Liebe und sie erfĂ€hrt das er in seiner Heimat Frau und Kinder hat. Somit köpft sie ihn im Schlaf und pflanzt in seinem Kopf Basilikum das hervorragend gedeiht. Und so kann man in der ganzen Gegend die auch bekannt fĂŒr ihre Keramik ist, diese Porzellan Köpfe kaufen. In allen erdenklichen Formen, Farben und GrĂ¶ĂŸen.

Wir genießen die Stadt sehr aber irgendwann muss es dann mal weiter gehen.

TschĂŒss Sardinien

Nach einem abschließenden Spaziergang am Abend verlassen wir nach den Gewittern bei Sonnenaufgang Sardinien.

Mit zwei weiteren Booten haben wir am Nachmittag verschiedene Ideen des Startzeitpunktes diskutiert. Wir segeln als letzte Richtung Sizilien. Die Petite Jolie und die Cutty Sark segeln schon am Abend los. Zu diesem Zeitpunkt ist es uns noch zu gewittrig. Wir haben lieber noch die Nacht abgewartet.

Es heißt also, um fĂŒnf raus aus dem Bett und los gehts. Ca.155sm (248km) in 28 Std.

Die Bedingungen sind gut. Nicht zu hohe Wellen und Wind fast von hinten der nicht zu stark ist.

Peter hat sich wieder hingelegt und ich bin ins dunkle gesegelt. Als die Sonne aufgegangen ist habe ich ihn geweckt und wir haben zusammen den Para (Leichtsegel) gesetzt.

Mit dem Segel machen wir gute Fahrt. So kann es bis zum Schluss weitergehen, was es aber leider nicht tut. Am Ende des Tages mĂŒssen wir leider motoren. Die Wellen sind zu hoch, der Wind zu schwach und so ist der Para immer wieder zusammen gefallen. Das geht zu sehr aufs Material und so haben wir ihn wieder runter genommen. Zum Trost hat Peter kurz vor Sonnenuntergang noch eine Goldmakrele gefangen. Dies hat uns sehr gefreut .

Durch die Nacht haben wir uns wie schon am Tag immer abgewechselt. Die meiste Zeit ist es ruhig. Nur als wir Sizilien immer nÀher kommen, werden auch die Schiffskontakte hÀufiger. Peter muss auch mal mit einem Kreuzfahrtschiff funken da es nicht ersichtlich ist wie es an uns vorbeifahren will. Aber nach einem netten GesprÀch ist alles geklÀrt und es kann ohne weitere Vorkommnisse weiter gehen.

Gegen Morgen habe ich etwas Geschwindigkeit raus genommen damit wir im hellen ankommen. Denn in einem Revier in dem man noch nie war ist es so viel sicherer.

Um halb acht haben wir unseren Anker auf der Insel Favignana in einer Bucht dieses Ägadischen Archipels direkt vor Sizilien, fallen lassen.

Jetzt erst mal schlafen und dann erkunden wir ĂŒber die nĂ€chsten Tage diese Insel.

Diese Insel war bekannt fĂŒr seine Geschichte des Thunfischfangs, der traditionell durch die Mattanza durchgefĂŒhrt wurde. Die Tiere wurden durch ein Labyrinth von Netzen zwischen MĂ€rz und Juni in die sogenannte Todeskammer getrieben wo sie dann mit Enterhaken herausgeholt wurden. Ein riesen Massaker! Dann kamen die Tiere in die Tonnara di Favignana (Thunfischfabrik) der Familie Florio, wo sie in Konserven gefĂŒllt wurden. Sie galt bis in die 1990iger Jahre als die grĂ¶ĂŸte Fabrik des Mittelmeeres und ist heute ein sehenswertes Museum.

Heute gibt es die Mattanza hier nicht mehr, sondern es werden Schleppnetze verwendet die auch nicht besser sind. Das Mittelmeer ist leider völlig ĂŒberfischt.

FĂŒr uns ist dies alles sehr interessant, wenn es auch traurig ist.

Wir genießen die Zeit hier sehr, lernen neue Segler kennen und segeln dann auch bald weiter zur SĂŒdseite Siziliens.

Wir sind sehr gespannt obwohl wir gehört haben das es auf dieser Seite nichts geben soll. Die erste Bucht ist auf jeden Fall schon einmal sehr schön, auch wenn es etwas unruhig ist.

Der SĂŒdosten von Sardinien

Wir bewegen uns langsam Richtung SĂŒden. GeschĂŒtzte Buchten gibt es leider nicht so viel und da das Wetter sehr unbestĂ€ndig und gewittrig ist, gehen wir dann doch ab und zu in einen Hafen.

Diese gibt es nicht so oft da die KĂŒstenlandschaft eher eine Mischung aus SandstrĂ€nden ( Wie die berĂŒhmte Costa Rei) und kleinen Felsbuchten mit dem Sarrabus Gebirge im Hintergrund, ist.

Im Hinterland gibt es immer wieder Binnenseen die von den vorbeiziehenden Vögeln Richtung SĂŒden gerne fĂŒr eine Pause genutzt werden. Zur Zeit sieht man einige Flamingos aber auch vorbeiziehende weiße Reiher. Ein untrĂŒgliches Zeichen das der Herbst nun anfĂ€ngt.

Nachdem wir bei einer sehr ungemĂŒtlichen Überfahrt mit sehr hoher Welle und zu wenig Wind, 2/3 des Großsegels als StĂŒtze draußen gelassen haben, haben wir uns einen etwa 1,5m langen Riss eingefangen. Also fragen wir im Hafen Corallo an ob wir kommen dĂŒrfen. Es geht klar und wir legen bei 22kn Seitenwind an. Alles klappt super!

Hier lernen wir ganz liebe Menschen von der SY Joy kennen mit denen wir sehr viel schöne Zeit verbringen.

Als wir dann irgendwann einmal starten um weiter zu kommen, kommt auch noch Jörg von der SY Fitou dazu.

Auch dies wird ein harter Ritt und wir haben bald ohne Großsegel keine Chance mehr da gegen anzukommen und mĂŒssen leider mit dem Motor weiter stampfen. Wir haben alle drei das gleiche Ziel. Eine relativ gut geschĂŒtzte Bucht am Ende der Costa Rei. Kaum angekommen bereiten wir alles vor um unser Segel zu nĂ€hen.

Wir wollen gerade anfangen da kommt eine Nachricht der Fitou. „Ihr habt doch Tauchsachen, oder?! Könnt ihr mir helfen, mein Anker hĂ€ngt zwischen Felsen und kommt nicht mehr hoch. Der hat sich total verklemmt.“

Also NÀhzeug wieder weg und die Tauchsachen zusammen suchen. Etwas Àrgerlich aber wir helfen ja gerne.

Mich macht ein nahes Boot immer etwas unruhig und ich kann nicht gut schlafen. Denn man weiß ja nie. Aber nach Ansprache korrigiert er etwas und daraufhin ist es eigentlich gut.

Peter braucht mit der lieben Hilfe von Bine, die schwimmend die OberflÀche sichert und Anweisungen von Peter unter Wasser weitergibt, mehr als eine Stunde. Doch dann ist der Anker frei und die Fitou kann sich einen besseren Platz suchen. Leider etwas nah an uns, aber gut.

Nach dieser Nacht segeln wir ums sĂŒdöstliche Cap Sardiniens in die Bucht Carbonara vor der Stadt Villasimius. Die anderen beiden segeln weiter nach Caligiari, so können wir hier in Ruhe den ganzen Tag das Segel nĂ€hen. Es klappt sehr gut und wir sind bald ein eingespieltes Team mit der Nadel. Jeder auf einer Seite und die Nadel annehmen und zurĂŒck fĂŒhren.

Nach sechs Stunden sind wir mit einer sehr guten Naht fertig und können das Segel noch vor Sonnenuntergang wieder aufziehen. Wir beide sind super glĂŒcklich das wir das geschafft haben.

In der Nacht dreht der Wind auf auflandig und es wird sehr ungemĂŒtlich. So starten wir schon bei Sonnenaufgang nach Cagliari und treffen dort wieder auf SY Joy und SY Fitou.

Sardinien,

ist wirklich eine schöne Insel. Wir bewegen uns langsam Richtung SĂŒden und besuchen verschiedene Buchten. So wie es der Wind zulĂ€sst. Und wir besuchen das ehemals kleinste Königreich der Welt. Die Insel Tavolara liegt vor der Bucht von Olbia und erinnert an einen schlafenden Drachen der jedes Schiff durch seine beeindruckende GrĂ¶ĂŸe begrĂŒĂŸt. FĂŒr Wanderer und Kletterer ein Paradies aber leider nicht im August da es viel zu heiß dafĂŒr ist. Wir ĂŒberqueren die Bucht von Olbia und legen uns vor diese schöne Insel, machen einen schönen Spaziergang und essen Abends im Restaurant des letzten Nachfahren des Königs von Tavolara. Es leben nur noch elf Personen in dieser Mini-Monarchie die schon seid 1962 nicht mehr anerkannt ist. Aber eigentlich existiert sie immer noch, denn Italien hat diese 6km lange Insel offiziell nie einverleibt.

Die Insel genießt es auf jeden Fall mit dieser PopularitĂ€t.

Wie ĂŒberall ist es ĂŒber Tag sehr voll und am Abend wird es wunderschön. Nach einem kleinen Tanz am Strand fahren wir wieder zu unserer Alina und verlassen diese schöne Insel am nĂ€chsten Morgen da das Wetter schlechter werden soll.

Und tatsĂ€chlich. Auf Tavolara setzt sich ein Wolkenhut und fĂŒr die Einheimischen ist klar das es bei diesem eindeutigen Zeichen, Regen gibt.

Wir sind aber inzwischen in einer sicheren Bucht und können diesen Stark Regen gut ab wettern. Nach dem einkaufen und einer kleinen Wanderung die KĂŒste entlang geht es nach ein paar Tagen auch schon weiter.

Wir wollen in einen Hafen und suchen uns la Caletta aus. Wir lernen nette HollÀnder kennen die hier permanent leben und verbringen mit Esther und Clemens zwei tolle Abende. Erleben einen Sardischen Abend mit Tanz und gutem Essen und leihen uns ein Auto um das Inland kennen zu lernen.

Hier ist Sardinien schön wild mit hohen Bergen und einem Tal der Bauern. Wir besuchen eine Tropfsteinhöhle mit dem grĂ¶ĂŸten Stalagmiten Europas (37m) fahren durch die Berge, besichtigen ein altes Grab des Urvolkes von Sardinien und eine schöne Burg mit toller Aussicht.

Nach zwei Tagen geht es weiter Richtung SĂŒden und wir besuchen verschiedene Buchten und erkunden unsere eigene kleine Tropfsteinhöhle in der Cala Luna.

Ich wĂŒrde sagen sehr viel schöner als die berĂŒhmte blaue Grotta.

Hier ist das Höhlenlabyrinth 18km bis ins Inland erforscht. Aber man vermutet das es noch viele km mehr sind und sich tief ins Gebirge zieht. Auch die große Tropfsteinhöhle Ispinigoli, in der wir waren, gehört zu diesem Labyrinth.

Am Morgen stehen wir extra frĂŒh auf um die Höhlen von Cala Luna alleine zu erleben und zeigen dem französischen PĂ€rchen Carolin und Daniele noch unsere Höhle mit dem Dingi. Sie sind begeistert von dieser traumhaften kleinen Tropfsteinhöhle.

ZurĂŒck an Bord, bekommen wir ekelhaften Schwell auf die Seite und Alina schwankt wie verrĂŒckt. So lichten wir einfach den Anker und segeln weiter nach SĂŒden.

Das Maddalena Archipel ,

liegt in der Straße von Bonifacio und besteht aus einer Vielzahl von Inseln, Inselchen, Riffen und Felsen die aus dem starken Mistral-Wind und der Strömung geformt wurden. Hier herrscht der rosa Granitfelsen vor und ist wunderschön an zu sehen. Der Wind hat viele Buchten und schöne StrĂ€nde geformt die im kristallklarem Wasser mit seinen tollen Farben einfach traumhaft wĂ€ren wenn wir nicht August hĂ€tten. Schlimmer noch,“ Ferragosta“, Maria Himmelfahrt. Es ist am Tag alles sehr sehr voll aber am Abend beruhigt es sich und wir hatten schöne ruhige Abende.

Das Archipel gilt als Geheimtipp, was es definitiv nicht mehr ist sondern der Treffpunkt der Reichen und Super Reichen. An einigen StrĂ€nden sind wir mit unserem ollen Dingi nicht gerne gesehen und an anderen können wir ein 0,2l Bier fĂŒr 10 € genießen.

Seid 1994 ist dieses Archipel ein Naturschutzgebiet mit seinen Anordnungen. Diese werden aber leider nicht eingehalten. Es wird ĂŒberall geankert! Die Park Rancher sind zwar jeden Tag unterwegs und kontrollieren ob du den Eintritt bezahlt hast aber das war es auch.

Die 3 kn maximal Geschwindigkeit werden nicht eingehalten denn die Italiener wollen zeigen was sie unter der Haube haben und das mitten durchs Ankerfeld damit es auch ja alle sehen.😏Wir genießen die Zeit trotzdem und saugen alles in uns auf. Es gibt traumhaft schöne Momente.

Die Hauptstadt ist wirklich nett und wir machen einen schönen Spaziergang durch den Ort.

Auch auf den Inselchen machen wir kleine Wanderungen.

Am Tag drĂ€ngeln sich die Boote. Es kommt leider nicht rĂŒber.

Nach fĂŒnf Tagen haben wir genug und segeln wieder nach Sardinien. Und von jetzt an immer Richtung SĂŒden.👏