Nun kommt der letzte Raum dran

Wir ziehen uns immer weiter zurück.

Nun ist auch der Ausstellungsraum leer. Hier soll ja dann der Rest unserer kleinen Werkstatt entstehen. Zuerst um dem Senior noch einen Wirkungsbereich zur Verfügung zu stellen und später dann für uns privat und für kleine Aufträge wenn wir dann mal Zuhause sind.

Ich habe nun auch angefangen zu weißeln. Der Raum wird super hell und ist bestimmt herrlich darin zu arbeiten. mal sehen wie es wird.

Weiter geht’s

Nachdem ich das letzte mal etwas rumgejammert habe war es aber auch gleich wieder gut. Sorry dafür. Aber auch das gehört dazu. Ich werde gerade nur etwas ungeduldig.

Peter hat den Ausstellungsraum nun schon ganz leer geräumt und beginnt mit dem Durchbruch der Tür, die zu den Büros führt. Wenn der Durchbruch fertig ist kommt mein Part. Verputzen, reinigen und streichen und eventuell den Korkboden verlegen.

Dieser Raum wird dann für uns als Werkstatt bleiben damit der Senior noch etwas arbeiten kann.

Gibt es etwas neues?

Momentan sind wir in unserem ganz normalen Alltag wie die letzten 30 Jahren auch.

Die Arbeit dominiert unser Leben. Es ist gerade wieder viel zu tun. Wir sehen uns zum Essen oder geschäftlich im Büro. Abends ist etwas oder wir sind einfach müde vor dem Fernseher.

Ich bin froh das wir ein Traum vor Augen haben das zu einem Ziel wurde. Ohne dieses Ziel glaube ich, würde ich so langsam verkümmern. Wäre es mir irgendwann zu langweilig. Ich wäre nicht mehr zufrieden.

In den Nachrichten der Welt hört man meist nichts gutes. Oder sehen wir die kleinen guten und schönen Dinge schon gar nicht mehr? Ich weiß es nicht.

Für mich kann es nicht schnell genug aufs Schiff ins neue Leben gehen denn ich möchte die schönen Flecken auf dieser Welt sehen. Die fremden Menschen kennen lernen die zu Freunden werden.

Ich möchte die Hoffnung auf diese schöne Welt nicht verlieren.

Denn die leeren Regale in denen ich schon seid unserem letzten Griechenlandaufendhalt im März kein Öl mehr kaufen kann, und die Kriegsnachrichten jeden Tag und nun auch noch Massaker in Grundschulen, machen mir Angst und ich verliere langsam den Glauben an die Menschheit.

„Mensch: das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige was Grund dazu hat.“ Mark Twain

Leider sind es noch vier ewig lange Monate bis es wieder nach Griechenland geht.

Aber in der Zeit passieren auch schöne Dinge. Denn ich will nicht so negativ sein. Wir werden bald Oma und Opa.

Und jedes neue Menschlein bringt Hoffnung auf unseren kaputt gehenden Planeten.

Sorry dafür, das waren einfach mal Gedanken die mich beschäftigen.

Momentan passiert nicht viel. Ich bringe hier an den Gebäuden so einiges auf Vordermann. Es ist in unserer Abwesenheit nicht sehr viel gemacht worden.

Es ist sehr anstrengend aber gibt auch ein gutes Gefühl.

Peter ist voll im Frühjahrs Stress. Es ist nun viel zu tun.

Vom Segel habe ich noch nichts gehört und im Energiemanagment ist der Peter noch dran. Angebote laufen. Mal sehen was es gibt.

Ich muss das vom letzten mal wohl aufklären. Bin mehrmals geschockt darauf angesprochen worden.

Nein unsere Pläne haben sich nicht geändert. Nur wie ich kurz erwähnt habe versuchen wir es dem Senior gerecht zu machen und zermürben uns das Gehirn wie wir sinnvoll für ihn eine Werkstatt gestalten.

Nun stand für uns alles fest und am Samstag kam von ihm die Aussage: Für mich braucht ihr keine Werkstatt einrichten. Ich bin dann 81 Jahre alt, ich werde dann nichts mehr machen. Das könnt ihr auch vermieten.“

Wow! Wir sind total überrascht und in dem Moment auch überfordert. Uns fällt das Gesicht runter.

Die ganze bisherige Planung ist hinfällig.

Uns geht am Sonntag viel durch den Kopf. Aber das hätten wir gar nicht gebraucht denn am Montag war dies schon wieder vergessen. Er will doch eine Werkstatt!

Es wäre schön wenn es dann irgendwann auch feststeht! Denn das Wirrwar der Gefühle und der tausend Gedanken sind schon sehr belastend!

Mal was anderes!

Wie geht es eigentlich gerade in unserem Geschäft weiter?

Irgendwie ist es dieses Jahr sehr viel ruhiger. Wir haben zu tun aber es ist sehr viel weniger als sonst die Jahre. Hat es mit Corona zu tun? Oder mit dem schrecklichen Krieg in der Ukraine? Ich weiß es nicht aber  eigentlich glaube ich es nicht. Es ist wohl eher der Grund dass die Leute nicht richtig zuhören.

Peter erzählte und erzählt  den Kunden dass  wir im Winter 22 aufhören werden. Aber wir glauben dass  die Kunden im letzten  Jahr nur bis zum Wort Winter zugehört haben und  das Jahr gar nicht mehr hörbar war. Sie waren einfach zu geschockt. Manche bestätigen auch diese Annahme.

Außerdem sind sehr viele falsche Gerüchte im Umlauf die an den Haaren herbeigezogen sind.

Oft heißt es am Telefon:“ Ach ihr seid ja doch noch da, Gott sei Dank! dann komme ich mit meinem Mäher.“

So wird es um einiges ruhiger und wir, beziehungsweise der Peter räumt weiter die Werkstatt aus.

Der Ausstellungsraum ist nun auch so gut wie, leer. Hier wollen wir die Werkstatt für den Senior gestalten. Klein aber fein damit er mit seinen 80 Jahren noch was machen kann wenn er will.

Ob es das Richtige ist bezweifele ich, aber wir wollen ihm die Möglichkeit geben und haben auch schon sehr viel Gehirnschmalz verwendet um dies sinnvoll zu gestalten.

Nun hat sich aber heute etwas geändert das unsere Gestaltungspläne total umwirft. Das wird nicht das letzte Mal sein!

Das heißt für uns, wieder auf Anfang und aufs Neue planen.

Ne ne. Keine Angst aufs Boot geht es immer noch 🙂

Matratze selber zuschneiden

Nach ganz kurzer Recherche habe ich beschlossen unsere neuen Matratzen für das Boot selber passend zu schneiden. Maßanfertigung ist mir dann doch zu teuer und sooo schwer kann es nach meinen naiven Überlegungen ja eigentlich nicht sein. Am Boot habe ich Maße genommen und weiß also genau wie es werden soll.

Nun muss ich erst mal Matratzen kaufen. Das hasse ich!! Matratzen und Fliesen sind die schlimmsten Dinge beim kaufen. Es gibt gefühlte Trilliarden Möglichkeiten. 😮 Schrecklich!

Es soll eine Federkern Matratze sein da diese sich am besten Durchlüften was bei Hitze ja nicht schlecht ist.

Die Matratzen sind schnell gefunden, oh Wunder. Bei meiner fange ich gleich an aber Peter soll erst mal drauf schlafen denn er ist bei der Härte ein wenig Diva 🙂

Als er grünes Licht gibt fange ich auch an seiner an.

Von so zu so soll es werden.

Erst mal den Bezug wegnehmen und darunter den, na ich nenne es mal Strumpf. Nun liegt nur der äußere Schaumstoff vor mir. Ich male die Maße der Länge und der Seitenteile darauf, nehme mein schärfstes und längste Messer aus der Küche und kürze alles um 4cm und nehme die Ecken der Seite weg.

Die Matratze hat einen dicken Schaumstoffrahmen. Den nehme ich weg und ebenfalls die Federn bis zum Maß und dann noch die Breite des Rahmens. Denn der soll ja wieder hin.

Das ist mit den Federn schon ein wenig Gefriemel aber es geht leichter wie gedacht. Wenn alles passend ist klebe ich es an manchen Stellen mit Heißkleber. Das geht recht gut, ich habe es vorher am Abfall ausprobiert. Dann ziehe ich die Matratze wieder mit dem Strumpf und dem Schoner an.

Ja ja, das war es noch lange nicht! Das war nur der leichte Teil!

Nun muss der Schoner passend gemacht werden. Dieser hat aber einen Reißverschluss außen herum den ich so gut es geht erhalten will. Das kostet ganz schön Überlegungskünste. Zumindest für mich. Für Profis bestimmt nicht.

Ich entferne an der geschnittenen Seite mit 1cm Reserve den Reißverschluss vom Deckel, markiere den Boden und schneide dort weg was nun zu viel ist. Nähe alles so zusammen das ich auf dieser Seite den Reißverschluss schließen kann, fixiere dies mit Heißkleber damit es sich nicht mehr öffnet, setze den Reißverschluss neu an und kann den Rest des Schoners schließen. An den Ecken improvisiere ich etwas aber da kommt ja eh ein Laken rüber.

Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit. Und es war bis auf ein paar Dinge auch kein Hexenwerk. Ich würde sagen mit etwas Handwerklichem Geschick gut machbar.

So sehen sie fertig aus 🙂

Ich bin sehr zufrieden. Jetzt müssen sie nur noch passen.

Liste…

Wir arbeiten immer noch an unserer Liste.

Die richtigen Borddurchlässe sind ja Gott sei Dank schon da.

Als nächstes kommt der Coppercoat. Na was ist das denn, wäre eine gute Frage!

Hier die Antwort. Im Wasser leben viele Organismen wie Algen, Schnecken , Muscheln und viele andere Kleinlebewesen die sich gerne ans Unterwasserschiff festhaken um ein schönes neues Zuhause zu finden oder eben von A nach B zu kommen. Das Trampen der Meeresorganismen 🙂

Um eben dieses zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen streicht man das Unterwasserschiff mit einem Antifouling der etwas in sich trägt was die Algen und diese Tierchen nicht mögen.

Aus Umweltschutz Gründen fallen die effektiven Mittel alle weg. Was auch gut so ist!!!!

Die Mittel die noch erlaubt sind, sind aber nicht sehr lange wirksam und müssen eigentlich jedes Jahr erneuert werden. Das heißt Schiff an Land und loslegen.

Das ist nicht billig und wahnsinnig viel Arbeit.

Wie wir wissen wird im Bio Anbau Kupfer als Fungizid also Pilzmittel verwendet. So ist es auch im Maritimen Bereich. Dieses Mittel nennt sich eben Coppercoat. Das ist ein 99%ig reines Kupfer das mit Epoxyd angerührt, und auf das Unterwasserschiff gestrichen wird.

Nach dem Trocknen wird noch mal alles angeschliffen damit das Kupfer offen liegt. Dieses Kupfer hält dann Algen und Kleintiere im besten Fall ab sich fest zu setzen. Das soll dann mehrere Jahre halten. Somit muss man nicht jedes Jahr an Land. So die Theorie. Wie die Praxis aussieht werden wir sehen.

Das wollen wir machen bevor es endgültig ins Wasser geht und von hier ist es einfacher dies zu besorgen. Ich habe dies auch gleich angeleiert denn man kann ja nie wissen wie es mit der Lieferung aussieht und die Preise steigen auch immer höher.

Das Coppercoat ist auch angekommen.

Epxy+Härter+Kupfer

Wieder etwas zum abhaken. Klasse

Liste abarbeiten!

Nun beginnt das besorgen. Auf unserer Liste sind einige wichtige Dinge die wir so schnell wie möglich abarbeiten müssen da wir nie wissen wie lange die Lieferzeit ist.

Das sind als aller erstes die Borddurchlässe.

Das mit dem Gewinde ist der Borddurchlass

Ohne sie können wir nicht ins Wasser denn es klaffen zwei sehr große Löcher im Boden.

Das nächste ist Coppercoat. Mit dem wollen wir das Unterwasserschiff streichen damit wir sehr lange Ruhe haben.

Das Vorsegel und das Solar mit allen Bestandteilen. Das wirkt nicht sehr viel aber es können riesen Hürden auftauchen.

So bei den Borddurchlässen. Niemand weiß was es für eine Firma ist und wo ich es besorgen kann.

Ich maile mit jemanden in Holland der jemanden kennt…..

Und ich schreibe nochmal an Schöchl mit einer anderen Mailadresse. Und siehe da ich bekomme sofort Antwort. Sie verweisen mich an einen Österreichischen Yachtelektroniker der mit ihrem Hause zusammen arbeitet. Bilder werden hin geschickt, Angaben zum Boot und viele Fragen beantwortet. Bald kommt dann die Mail: „Es können nur die und die Durchlässe sein“.

Wow, ein Lichtblick? Kann es sein das ich es geschafft habe? Ich entscheide diese zu bezahlen damit sie losgeschickt werden. Hoffentlich sind sie es. Das Bangen beginnt.

In der Zwischenzeit habe ich Kontakt mit den Segelmachern aufgenommen und den Vordruck der Abmessungen hin gemailt. Nachdem alle Fragen beantwortet sind haben wir das Segel in Auftrag gegeben. Das kann ich jetzt schon mal abhaken.

Das Coppercoat frage ich bei der Firma an. Nach einem netten Telefonat ist auch das abgehakt.

Aber was ist mit den Borddurchlässen? Ich bin so aufgeregt als der Peter Mittags mit einem Päckchen hoch zum Essen kommt.

Ich mache es gleich auf, hole die alten und schaue genau. Wir können es fast nicht glauben, es sind die Richtigen. Uns fällt ein riesiger Stein von der Seele. Gott sei Dank. Das wäre sonst noch schwierig geworden.

Nun nur noch die Solargeschichte mit seinen Komponenten.

Ach was ich noch vergessen habe. Wir haben für den Herbst auch eine Zusage vom Stahlbauer in Vonitsa der unseren Geräteträger für das Solar bauen soll.

Irgendwie läuft alles.

Ich kann es gar nicht fassen!