Wir sind schon wieder 3 Wochen Zuhause und hatten genug Zeit wieder im Alltag anzukommen. Das hat uns auch Zeit gegeben, um die 8 Wochen auf Alina revue passieren zu lassen. Nochmal kurz für die neuen Leser: Wir sind zu viert (Anja, Lio (2), Liara (4 Monate) und ich) am 01.09.2024 auf Zakynthos gelandet und bei meinen Eltern an Bord gegangen. Wir kannten Alina schon von letztem Jahr. Wir wussten also, worauf wir uns einlassen. Allerdings sind 8 Wochen schon sehr lange und es kann nicht immer alles kommen wie man sich das vorstellt. Wir sind von Zakynthos über Kefalonia, Ithaki, Meganisi, Lefkada bis nach Paxos und Antipaxos gesegelt. Wir lagen in einsamen Buchten vor Anker oder haben in einem Hafen fest gemacht. Anfang Oktober sind wir zu viert mit dem Auto nach Arta gefahren und haben dort 4 Tage verbracht. Am 25.10.24 sind wir vier von Preveza aus mit dem Bus nach Athen gefahren (4,5h) und nach zwei schönen Tagen in Athen, sind wir am 28.10. wieder nach Hause geflogen.
Um es vorneweg zu nehmen: die Zeit war toll und jede Minute wert. Wir hatten keine Bedenken mit dem Leben an Bord zu sechst, und das hat sich auch bestätigt. Es hat etwas gedauert, bis sich alle auf das Leben an Bord zu sechst eingestellt haben und jeder musste mit seinen eigenen Bedürfnissen etwas zurücktreten. Das klappt aber gut, wenn man gut kommuniziert und offen über alles reden kann. Für Lio war es eine tolle Zeit mit den Großeltern. Die drei konnten richtig gut zusammen wachsen und intensiv Zeit miteinander verbringen. Er hat, nach kurzer Eingewöhnung, keine Angst vor dem Wasser und der Tiefe gezeigt und jede Möglichkeit genutzt schwimmen zu gehen. Er hat sich gut an Bord bewegt und hat mal mehr oder weniger gut auf die gesetzten Sicherheitsregeln gehört. Ich freue mich sehr auf weitere Segelurlaube mit ihm.
Liara hat entwicklungstechnisch nicht viele Fortschritte gemacht, da sie viel getragen wurde. Sie hat eine intensive Zeit mit ihrer Mama gehabt und Anja konnte sich fast ausschließlich um sie kümmern und hat die Kuschelzeit sehr genossen. Beide Kinder haben die Salz-Luft ganz gut vertragen.
Ich habe die Zeit mit meinen Eltern genossen, da ich sie nicht mehr so oft sehe als früher, aber auch weil ich sehr glücklich darüber bin, dass sie ihren Traum leben und nicht mehr auf ihn hinarbeiten müssen. Sie sind an und auch zur Ruhe gekommen. Ich habe die Segelarbeit und das Meer genossen. Ich konnte regelmäßig Strecke schwimmen und Schnorcheln gehen. Konnte Apnoe-Tauchen üben und auch Gerätetauchen gehen. Ich haben mir vor der Reise oft vorgestellt selbst auf einem Boot zu leben und währenddessen genaue Vorstellungen von einem eigenen Boot gemacht. Mein Traum, selbst einmal auf dem Boot zu leben und die Welt zu bereisen, ist nach der Reise definitiv nicht weg, aber ich freue mich doch auch mehr auf die Familienzeit im Haus.
Die schönsten Orte, die wir bereist haben, waren die Buchten umringt von einer Steilwand, die Höhlen rings um den ionischen Inseln, der Ambrakische Golf mit seinen Delfinen, Paxos mit der tollen Bucht von Lakka. Die Wanderungen zum Paralia Navagio (Schiffswrack auf Zakynthos) oder in der roten Wüste, sowie über die verschlafenen Insel Antipaxos, auf der die Zeit stillgestanden ist. Aber am schönsten war die Zeit auf und um das Boot mit der Familie in einer Bucht.
Wir haben die zwei Monate gut investiert und würden es auch immer wieder so machen. An alle, die selbst vor der Frage stehen, was sie mit ihrer Elternzeit mit kleinem Kind machen sollen: Macht etwas, das ihr immer schonmal machen wolltet und macht es so lange wie möglich.
Ruhige BuchtenEiner der wenigen SandsträndeBuchten mit SteilwandLio hat das Schwimmen geliebtAbende an BordSport muss auch seinWanderungen an der KüsteWanderung im Inland (Rote Wüste)Viel SchwimmenPeter konnte wieder viel tauchenSport auf engem RaumLio ist der KapitänErfahrungen die sonst nicht möglich sindFamilienpapaParalia Navagio (Schiffswrack auf Zakynthos)Lio hat sich wohl gefühltDie Männer machen QuatschDas Segeln genießenDas Segeln auch so genießenViel Quatsch mit Opa machenLio hilft gerne beim SegelnDie glückliche OmaSegeln mit Kleinkind ist kein ProblemDie ruhigen Momente waren zahlreich
Nach vier Tagen Landgang sind wir vier wieder zurück an Bord. Wir hatten eine kleine Wohnung in der Nähe von Arta und haben das Festland nördlich des ambrakischen Golfs erkundet. Eine rote Wüste, alte Festungen und Gebäude. Wir waren viel Wandern und haben die Zeit zu viert sehr genossen. Danach haben sich alle wieder auf Alina gefreut. Nachmittags am 09.10.2024 sind wir zurück an Bord gekommen und haben auch Abends noch das Mietauto zurückgegeben, damit wir gleich am nächsten Morgen früh nach Antipaxos aufbrechen können.
NikopolisAquäduktDance of ZalongoAmbrakischer Golf
Wir legen am nächsten Morgen (10.10.24) früh ab und fahren durch die Schifffahrtsstraße aus dem ambrakischen Golf raus. Der Wind ist optimal um den Parasailor zu setzten und uns gemütlich nach Antipaxos schieben zu lassen.
Jeder hilft beim vorbereitenMir macht das Trimmen viel Spaß
Wir verbringen schöne Tage auf Anitpaxos mit Schwimmen, Tauchen und Insel erkunden. Wir liegen in einsamen Buchten mit türkisenem Wasser. Nach ein paar Tage fahren wir weiter nach Norden nach Paxos. Dort wettern wir in Gaios der Hauptstadt ein Gewitter ab und bunkern Lebensmittel. Wir erkunden die Westseite, die nur bei guten Windbedingungen sichere Ankerplätze bietet. Wir fahren einige Tauchspots an, die in der Seekarte markiert sind und erkunden die Höhlen und Steilküste. Als das nächste Gewitter anrückt verlegen wir nach Lakka in eine wunderschöne, tiefe und geschützte Bucht mit super Ankergrund. Wir bleiben dort zwei Nächte und wollen dann noch einen Tauchstop an den vorgelagerten Felsen vor der Nordküste Paxos machen. Dieser ist ein kleiner Reinfall, da wir uns am ganz falschen Platz absetzen lassen und der Wind und die Wellen das Warten an Bord auch nicht angenehm machen. Danach machen wir einen schönen sportlichen Segelschlag wieder nach Gaios, um von dort die Insel zu erwandern.
Die Großeltern beim SpielenParalia VoutoumiGaiosAntipaxosLakkaTripitos ArchWanderung durch Olivenplantagen
Wir machen zwei schöne Wanderungen an den beiden Tagen und füllen unsere Vorräte auf. Vor hier wollen wir auch wieder zurück nach Preveza starten, da die Elternzeit sich leider dem Ende neigt. Nächste Woche möchte ich euch noch von den letzten Tagen an Bord und der Elternzeit allgemein berichten. Bis dahin, wünsche ich euch eine Schöne Woche.
Dieser Beitrag wurde verfasst von Lukas und Anja Hack
Jetzt sind sie schon 6 Monate weg von Baiertal und schon 4 Monate auf dem Wasser. Da wird es Zeit die Sehnsucht zu stillen und die Familie zu besuchen. Deshalb haben wir, Lukas, Anja und Lio (1), uns entschlossen nach Griechenland zu fliegen und eine Zeit lang mit Martina und Peter zu segeln. Um 2:00 nachts geht es los nach Stuttgart. Check-In und Sicherheitscheck verlaufen mit Kleinkind erstaunlich schnell und wir sind wie üblich viel zu früh am Gate. Zum Glück wurde der Trinkbecher von Lio auf Sprengstoff untersucht, sonst hätte ich nicht beruhigt fliegen können. Schlafen konnten wir alle drei nicht. Das erste Mal Fliegen ist für das Kind einfach zu aufregend. Ohne Beinfreiheit, immer wieder einnickend (wir, nicht das fröhlich vor sich hin brabbelnde Kind) und gerädert landen wir sicher am Flughafen Kavala „Alexander der Große“ und fahren mit dem Taxi zum Yachthafen. Wir laufen an den Molen vorbei und suchen nach Alina dem neuen Familienmitglied. Dann sehen wir Martina und Peter überrascht winken, weil sie noch nicht mit uns gerechnet haben. Der Empfang ist herzlich und wir freuen uns alle sehr, uns wieder zu sehen. Wir sind verblüfft, wie braun die beiden geworden sind. Richtig südländisch sehen sie aus.
Wir verstauen unser Zeug in der Vorschiffkabine und legen sofort ab, um in die nächstgelegene Bucht zu fahren für die Nacht. Bei der lauen Briese tuckern wir gemächlich dahin und lassen es nach der durchzechten Nacht ganz ruhig angehen. In der Bucht angekommen lassen wir den Anker fallen und fahren mit dem Dingi an Land, um einzukaufen. Abends grillen wir an Bord.
Schlaf nachholenWillkommensgrillen mit deutschem Bier
Am nächsten Morgen erfolgte die Überfahrt nach Thassos. Lio erweist sich sofort als potenzieller Seemann und Segler. Voller Neugier krabbelt er am Rand des Schiffes, der Gangway, entlang, hängt sich an die Seile der Großschot und hält interessiert Ausguck. Über ihm blähen sich die weißen Segel der Alina im Wind und tragen das Schiff gemächlich in Richtung Limenaria. Eine kleine Stadt im Süden von Thassos. Die letzten Seemeilen werden aufgrund einer flaute mit dem Motor bewältigt. Am frühen Nachmittag laufen wir in den kleinen und gemütlichen Hafen von Limenaria ein.
Das Schiff wird erkundetÜberfahrt nach ThassosKleiner Seemann ganz groß.
In der Nacht läutet die Natur Martinas Geburtstag mit Pauken und Trompeten ein. Der Wind prescht mit Spitzengeschwinden von 50 Knoten (92 km/h) durch das Rigg.
Wie gefesselte Tiere zerren die Schiffe an ihren Leinen, schaukeln hin und her und schlagen immer wieder aneinander. Gehalten von den starken und unerbittlichen Tauen. Die Fender quietschen unter der Belastung. Der auflandige Wind drückt die Schiffe unerbittlich auf die Mole und die Ankerketten knarren und ächzten. Alina liegt mit ihren 68 Meter Kette sicher, doch die Nachbarschiffe haben ganz schön zu kämpfen. Ein Nachbarboot muss über Nacht den Motor laufen lassen, um sich dadurch von der Mole abzudrücken, da der Anker nicht hält.
Der Regen peitscht von oben gegen den Decksalon und von unten klatschen die Wellen an den Rumpf.
Und inmitten dieses, sehr Respekt einflößenden, Konzertes der Natur sitzen wir um den Tisch, lassen die Korken knallen und die Gläser klirren. Wir feiern die beste Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Oma.
Am nächsten Morgen ist der Spuck vorbei. Nur der Wind, der immer wieder das Tauwerk zum Vibrieren bringt, zeugt noch von der letzten Nacht. Der Regen ist versiegt, den Himmel verdeckt eine graue Wolkendecke, die aber nicht bedrohlich wirkt.
Die nächsten Tage erforschen wir mit unserem kleinen Entdecker die Insel. Wir fahren mit einem Mietauto zu einem mystischen Wasserfall, der wie sich dann herausstellte, gar nicht mehr so geheim ist. Jedenfalls nach den Menschenmassen zu urteilen die zum Wasserfall pilgern. Wir springen von 8 Metern Höhe in den Naturpool Giola. Hinein in die weißen Schaumkronen die die Brandung in den Pool schäumt.
Der WasserfallGiola. Der Sprung aus 8 Metern Höhe.
Tag für Tag wird es wieder wärmer und die Sonne kämpft sich immer weiter durch die Wolken, doch der Wind lässt nicht nach. Während die Charter- Crews um uns herum keine andere Wahl haben und sich dem starken Wind von immer noch ca. 25 Knoten stellen müssen, um ihr Schiff pünktlich wieder abzugeben, genießen wir die Vorteile eines Eigners. Wir legen noch zwei Strand Tage ein und erkennen den großen Vorteil der die Kombination Strand und Kind mit sich bringt. Kleine Kinderfüße tapsen über den Sand, begleitet von einem ständigen „Da da“ „Ja ja“ „Bebe“ und natürlich „Plumps“ wenn der Windelpopo in den weichen Sand plumpst. Mit Essen, Trinken, Handtüchern, Badesachen und einem Plastikeimer bewaffnet lässt sich Lio stundenlang am Strand beschäftigen. Steine in den Eimer rein, Steine wieder raus, Steine rein, und raus …..
Dann geht es endlich wieder aufs Meer. Früh morgens wird der Anker gelichtet und wenige Minuten später in einer Geschützen Bucht wieder fallen gelassen. Es wird eine Landleine gelegt und es beginnt ein wunderbarer entspannter Tag in einer Bucht, die nur vom Wasser zugänglich ist. Die alte Rettungsinsel wird ausgepackt und über Bord geworfen. Martina zieht an der Leine und mit einem leisten Knall pustet sich die schwarz/orangene Rettungsinsel auf. Mit viel Getöse springen wir von Bord und klettern in die Sicherheit bietende Insel. Ja gut, wir liegen in einer ruhigen Bucht ohne jeglichen Seegang bei strahlendem Sonnenschein. Aber in unserer Fantasie sind wir Schiffbrüchige auf hoher See die ums überlegen kämpfen und um ihr Leben „schwammen“ (Das Wasser mithilfe eines Schwammes aus der Rettungsinsel bekommen).
Unter einem Sternenklaren Himmel verbringen wir eine ruhige Nacht in der Bucht und lassen den schönen Tag ausklingen.
Nach der Nacht in der Bucht wollen wir die Insel Thassos halb umrunden, um uns noch die Hauptstadt von Thassos anzuschauen. 20 Knoten Wind und hohe Welle können uns nicht von dem Vorhaben abbringen. Wir gehen ins 2. Reff (Segelfläche verkleinert) und kreuzen an den Bohrinseln vorbei nach Nordosten. Alina legt sich in den Wind und das Wasser schöpft immer wieder über den Rand bis auf die Gangway. Der Wind in den Haaren und die Sonne im Gesicht jagen wir über die weißen Schaumkronen der Wellen. Wir stampfen bis zum Nachmittag gegen an und liegen um 15 Uhr im Hafen von Thassos an. Dort entsorgen wir die ausgediente Rettungsinsel und gehen mit Lio an den Strand.
Nach dem kurzen Aufenthalt in Thassos Hafen geht es auch schon wieder zurück nach Kavala. Mit achterlichem Wind schaukelt die Alina über das blaue Wasser. Lio turnt wieder begeistert an Deck herum und versucht sich auch am Steuer.
Zurück nach KavalaVolle Fahrt voraus!
Wir legen an der mit Anemonen und Muscheln übersäten Mole an. Am letzten Abend gehen wir nochmal gut essen, Peter jagt mit Lio die Katzen, leider fangen sie jedoch keine.
Leben an der Hafenmole
Am nächsten Morgen geht der Flug zurück. Es waren wirklich 10 wunderschöne Tage voller Familien- Strand- und Segelspaß, die wir auf keinen Fallen missen wollen.
Wir kommen auf jeden fall gerne wieder und können es kaum erwarten.