Das Maddalena Archipel ,

liegt in der Straße von Bonifacio und besteht aus einer Vielzahl von Inseln, Inselchen, Riffen und Felsen die aus dem starken Mistral-Wind und der Strömung geformt wurden. Hier herrscht der rosa Granitfelsen vor und ist wunderschön an zu sehen. Der Wind hat viele Buchten und schöne Strände geformt die im kristallklarem Wasser mit seinen tollen Farben einfach traumhaft wären wenn wir nicht August hätten. Schlimmer noch,“ Ferragosta“, Maria Himmelfahrt. Es ist am Tag alles sehr sehr voll aber am Abend beruhigt es sich und wir hatten schöne ruhige Abende.

Das Archipel gilt als Geheimtipp, was es definitiv nicht mehr ist sondern der Treffpunkt der Reichen und Super Reichen. An einigen Stränden sind wir mit unserem ollen Dingi nicht gerne gesehen und an anderen können wir ein 0,2l Bier für 10 € genießen.

Seid 1994 ist dieses Archipel ein Naturschutzgebiet mit seinen Anordnungen. Diese werden aber leider nicht eingehalten. Es wird überall geankert! Die Park Rancher sind zwar jeden Tag unterwegs und kontrollieren ob du den Eintritt bezahlt hast aber das war es auch.

Die 3 kn maximal Geschwindigkeit werden nicht eingehalten denn die Italiener wollen zeigen was sie unter der Haube haben und das mitten durchs Ankerfeld damit es auch ja alle sehen.😏Wir genießen die Zeit trotzdem und saugen alles in uns auf. Es gibt traumhaft schöne Momente.

Die Hauptstadt ist wirklich nett und wir machen einen schönen Spaziergang durch den Ort.

Auch auf den Inselchen machen wir kleine Wanderungen.

Am Tag drängeln sich die Boote. Es kommt leider nicht rüber.

Nach fünf Tagen haben wir genug und segeln wieder nach Sardinien. Und von jetzt an immer Richtung Süden.👏

Ankunft auf Sardinien

Nach der etwas anstrengenden Überfahrt nach Sardinien legen wir uns erst mal in eine Bucht um auszuruhen. Den Ausdruck „ruhige Bucht“, muss ich weg lassen, denn wir haben August und das ist die Haupt Ferien Zeit der Italiener. 😉🤣 Und außerdem steht auch Ferragosto ( Mariahimmelfahrt) vor der Tür. Und das ist der wichtigste Feiertag hier in Italien.

Das heißt für uns das zig Motorbötchen über Tag an uns vorbei rasen und einen Wellengang wie bei einem Sturm von 8 Beaufout verursachen. Denn sie kennen nur die Gasstellung, Stopp oder Vollgas😂.

Es geht nur schnell

Eigentlich wollten wir erst die berühmten Maddalena Inseln anfahren aber die Strömung aus der Straße von Bonifacio heraus hat uns südlicher Richtung Olbia getrieben. Aber das ist nicht schlimm. Auch hier gibt es super schöne Buchten die man nach 19 Uhr auch für sich alleine haben kann. Denn Die Italiener gehen Abends wieder in den Hafen wenn es geht und so ist es dann Abends traumhaft ruhig. Wir bewegen uns zwischen verschiedenen Buchten im Golf von Olbia. Mal gehen wir in eine Bucht die nah an einem Supermarkt ist oder in eine Bucht in der man schön wandern kann. Dieses tuen wir aber erst gegen frühen Abend denn hier sind die ganze Zeit über 35°C im Schatten. Und Schatten gibt es bei diesen Wanderungen nicht.

Hier in der Gegend kommen wir erst mal an und gewöhnen uns an die Menge von Booten.

Man hat viel zu schauen denn es gibt auch ganz Fantasievolle Boote.😀

Landurlaub

Wir haben am Römer Flughafen ein Auto gemietet und lassen unsere Alina im Yachthafen von Rom zurück. Hannes und Isolde ein deutsches Seglerpaar hat bei diesen Winden und Gewittern ein Auge auf Sie. So können wir uns ohne Bedenken auf den Weg zu Nina und David auf den Campingplatz am Bolsener Vulkansee machen.

Eigentlich könnten wir in zwei Stunden dort sein. Aber wir lassen uns über die kleinen Sträßchen einfach treiben sehen immer mal wieder Gruppen von Jugendlichen die auf dem Weg nach Rom sind, picknicken auf einer Kuhweide und schauen uns die Klosterherberge der Pilgernden an.

Am Nachmittag sind wir bei David und Nina in Val di Lago und freuen uns sehr auf unsere gemeinsame Zeit.

Wir besuchen schöne alte Orte wie Pitigliano, Orvieto und Bolsena die auf Tuffsteinfelsen gebaut sind, und lassen uns durch die Gassen treiben. Gehen lecker zusammen essen und genießen aber auch gemeinsam den See und ihre Freunde dort am Campingplatz.

Am letzten Tag ist eine Weinverkostung mit Besichtigung gebucht auf die wir uns schon sehr freuen.

Das Weingut liegt oberhalb vom Bolsener See mit traumhaften Blick zum Lago. Das Weingut Villa Caviciana wurde dort von den Deutschen Fritz und Mocca Metzler aufgebaut und im Jahr 2022 an einem non Profit Verein (Fai-Fondo per L’Ambiente Italiano) anvertraut.

Ein wunderbarer Ort.

Dort wurden wir auch von einem Heiratsantrag von David an Nina, überrascht. Es ist wunderschön mit anzusehen und des öfteren sind meine Augen auch voll von Tränen weil ich mit ihnen so glücklich bin. David hat alles wunderbar geplant und trifft mit allem tief in Ninas Herz. Sie sagt ja! 😀🙏 Nächstes Jahr dürfen wir eine Hochzeit feiern.🙏

Es ist ein wundervoller Ort für einen Antrag, besser geht es nicht.

Nachdem die letzten Flaschen im Garten des Weingutes geleert sind fahren wir zum Campingplatz zurück und feiern dort mit Freunden und Pizza bis tief in die Nacht.

Für uns geht es nach drei Tagen schon wieder zurück. Schade eigentlich denn hier die Gegend ist wunderschön und ich hätte noch etwas bleiben können. Aber so ist es eben. Wenn es am schönsten ist….

Am Hafen wieder angekommen verbringen wir noch viel Zeit mit Hannes und Isolde, gehen mit dem Auto nochmal groß einkaufen und müssen uns dann auch schon von allen verabschieden.

Der Wind passt, es geht rüber nach Sardinien. Die Wellen sind etwas hoch aber es geht und ist machbar. Wir haben nun fast hundert vierzig Seemeilen vor uns. Die längste Etappe bisher.

Über Tag wechseln wir uns am Ruder ab, so wie es gerade passt. In der Nacht teilen wir die Nachtwache auf jeweils vier Stunden ein. Ich segle bis ein Uhr Morgens und Peter bis um sechs. Danach bin ich wieder dran und Peter kann sich nochmal hinlegen. Nach seiner Pause frühstücken wir gemeinsam und der Rest der Strecke geht wieder im Wechsel.

Vier/fünf Stunden finden wir gut in der Nacht so kann jeder mal richtig zur Ruhe kommen und eventuell richtig schlafen. Was bei diesen klatschenden Wellen allerdings etwas schwierig war.

Nach 32 Std. kommen wir an und müssen erst mal eine Weile einen Ankerplatz suchen da alles voll ist.

Aber dann heißt es ankommen und erst mal ausruhen.

Auf ans Festland

Wir haben bis zum römischen Hafen Ostia 80 sm zu segeln und nicht ganz einfaches Wetter.

Aber wir starten heute da der Wind sich sonst gegen uns drehen wird, und wir es dann besonders schwer haben. Die Wellen sind etwas anstrengend und der Wind nimmt auf der ersten Etappe auch gehörig zu. Aber da er mehr von hinten kommt sind 26 kn nicht ganz so schlimm.

Bald realisieren wir das wir bei diesen Wellen und Winden am Festland nicht frei ankern können. Es gibt nur einen Hafen auf unserem Weg und das ist die Marina Nettuno.

Wir funken kurz vor dem Hafen rein und haben Glück, wir dürfen kommen. Auch dieser Hafen ist wie viele etwas am Eingang versandet . Schon eine Seemeile vor dem Hafen sind nur noch 6m unterm Kiel. Schon etwas gruselig. Aber wir schaffen die Einfahrt ohne Probleme und der Mann vom Tower leitet uns in einem perfekten und gut verständlichen Englisch auf unseren Platz. Das ist erwähnenswert da dies leider kaum vorkommt.😉.

Marina Nettuno

Nachdem ich uns angemeldet und bezahlt habe lernen wir erst mal unsere Umgebung kennen.

Nettuno hat eine sehr schöne aber auch sehr kleine Altstadt direkt am Hafen. Es gibt riesige und zig Kilometerlange Strände. Diese Gegend ist den nicht so betuchten Italienern vorbehalten.

Leider ist das meiste in der Neustadt schon etwas runtergekommen und ich vermute auch das hier Nachts die Gangs unterwegs sind.

Für uns ist aber alles super! Wir können duschen, haben eine tolle kleine Altstadt, wir können einkaufen und uns vor dem kommenden Starkwind verstecken. Einfach perfekt.Wir erledigen kleine Dinge und kommen mit unserem Italienischen Nachbarn Roberto nett ins Gespräch.

Nach zwei Tagen geht es aber weiter denn unser Ziel ist ja der Hafen Porto Touristico di Roma.

Wir kommen gut voran und der Wind passt auch. Da wir immer etwas Zeitpuffer einkalkulieren sind wir natürlich etwas zu früh und segeln an der Tiber-Mündung vorbei zu einem toten Hafen.

Das große Hafenbecken existiert aber sonst auch nichts. Für uns ist das egal denn uns genügt dieser Schutz auf gut haltendem Sand. Wir bleiben zwei wunderbar ruhige Nächte und fahren dann in unseren gebuchten Hafen. Denn es soll Sauwetter geben. Viel Wind mit Gewittern. Und in ein paar Tagen wollen wir auch David und Nina am Bolsener See besuchen.

Hier im Hafen haben wir seid sehr langer Zeit auch mal wieder eine tolle Begegnung mit deutschen Seglern die hier ihren festen Liegeplatz haben. Wir freunden uns an und Peters Wissen über vieles wird gern gesehen und auch genutzt.😀 Er geht voll darin auf und genießt dies sichtlich.

Isolde und Hans haben auch ein Auge wenn wir zu David fahren. Das ist schon sehr beruhigend denn bei diesen Winden ist auch hier im Hafen von Rom ganz schön Bewegung.

Hier sieht man einige Boote mit Jugendlichen und einer Nonne oder einem Abt. In Rom ist ein großes Jugend Treffen mit Messe die vom Papst gehalten wird. Die Boote kommen meist auf ihrer Pilgerreise von Frankreich und haben schon eine gehörige Strecke hinter sich gebracht.

Wir verbringen die Abende mit Isolde, Hans und den Kindern. Aber dann heißt es, das Auto holen und auf nach Bolsena.

Ponza

Die Lieblingsinsel der Römer gilt außerhalb Italiens als Geheimtipp. Sie gehört auch zu den Pontischen Inseln und ist einfach mit seinen weißen Steilküsten und türkisblauem, kristallklarem Wasser nicht ohne Grund in den Sommermonaten seeeehr gut besucht.

Die Inselhauptstadt ist in dieser Zeit auch gut besucht und man kann schön zwischen den pastellfarbenen Häusern spazieren gehen. Vielleicht sieht man ja einen Promi😉.

In Italien sind einfach schnelle Motorboote beliebt die gerne durch das volle Ankerfeld sausen und so sollte man nicht auf die Idee kommen zwischen fünf und acht Uhr sein Beiboot ins Wasser zu lassen und mit dem Motor zu bestücken. Denn dann herrscht „Rushour“ und es gibt wahnsinnige Wellen. Ähnlich wie an der Amalfiküste. Den Fehler haben wir einmal gemacht und es ist nur nichts passiert weil wir uns akrobatisch verrenkt haben. 🤣 Aber wenn man es weiß gewöhnt man sich so langsam daran.

Wir besuchen je nach Wind verschiedene Buchten, segeln rüber auf die kleine Nachbarinsel Palmarola und wieder zurück nach Ponza.

Wir beobachten Helikopter die den Besuch auf die Megayachten bringen und Abends schauen wir uns die Leute beim flanieren an. Natürlich immer „bella Figura“.

Man merkt schon, wir lassen uns Zeit denn wir wollen uns mit David und Nina auf dem Festland treffen. Darauf freuen wir uns schon sehr. Landurlaub! Mal weg vom Boot ist auch sehr schön und natürlich die Familie.

Es war lange nicht klar ob es klappt. Ob wir einen Hafenplatz finden der dann auch noch bezahlbar ist. Aber ich habe durch einen Tipp, in Ostia Glück. Der Yachthafen von Rom hat ein Plätzchen für uns. Im Tiber wäre es sicher auch noch gegangen aber dort ist es am Eingang sehr flach und das wollten wir dann nicht.

Ich frage sogar noch zwei Tage früher an und bekomme Platz. Denn es soll Sturm geben und so sind wir dann froh dort sein zu können.

Aber bis dort sind es noch 80 Seemeilen und so machen wir uns dann auf den Weg.

P.S. Als Peter den kleinen Anker geborgen hatte war er total heiß und fand beim schnorcheln noch mal einen Anker. Als er dann runter tauchte und am Anker zog, erkannte er das an seinem Anker noch ein Schiff hang. So hat er ihn lieber unter gelassen. 😂🤣 Wir haben uns noch den ganzen Abend darüber amüsiert.😀