Kefalonia und die zweite Woche zu sechst

9.9.24-15.9.24

Nach einer Woche verlassen wir Zakynthos und segeln nach Kefalonia in die tiefe Bucht der Hauptstadt Argostoli. Denn es sind wieder schwere Gewitter angesagt. Es ist eine gut geschützte Bucht. Nachdem Lukas, Anja und die Kids etwas einkaufen waren und wir wieder alle zusammen beim Essen an Bord sind, beginnt es auch schon zu schütten. Der Wind legt zu aber alles ist gut. Nachts toben um uns rum die Gewitter und es schüttet immer wieder. Wir liegen gut und ich mache mir gar keine Sorgen. Nur etwas aufmerksamer ist man doch.

Wir bleiben noch zwei Tage in der Stadt und machen kleinere Wanderungen zu den Wassermühlen, zum Leuchtturm und zur englischen Brücke.

Kefalonia ist die größte Ionische Insel und hat den imposanten Berg Ainos der uns wohl auch das schwere Wetter vom Leib gehalten hat. Wir besuchen schöne Buchten und mieten uns in der Stadt Sami ein Auto um das Inland kennen zu lernen. Die einzigartigen Pinienwälder und die bezaubernden goldenen Strände. Wir besuchen Städtchen die beim großen Erdbeben 1953 stehen geblieben sind und eine tollen Scharm verbreiten. Wir sehen wie das Meer die Farbe verändert und bewundern die venezianische Festung von Assos aus der Ferne. Wirklich traumhaft!

Unter Kefalonia fließt ein Flusssystem das sogar tiefer wie der Meeresspiegel in den Melissani-See der Drogarati-Höhle auf die andere Seite fließt. Die Farben des unterirdischen Sees sind traumhaft da bei dem Erdbeben damals die Decke einbrach und die Sonne das Wasser tief grün bis türkis scheinen lässt.

Wir genießen es wirklich als Familie unterwegs zu sein. Wir rücken immer enger zusammen und das ist sehr schön. Lio ist schon voll und ganz angekommen, liebt es nach anfänglicher Angst im Meer zu schwimmen und ist fast nicht mehr raus zu bekommen. Oma und Opa werden im Wechsel in Beschlag genommen die ihn natürlich auch etwas verwöhnen😉.

Die kleine Liara merken wir zu Anfang gar nicht da sie noch sehr intensiv an ihrer Mutter klebt. Außer das man sie mal hört. Lukas genießt es zu segeln und immer wieder mal zu tauchen. Er ist mir ein sehr guter Lehrer und führt mich ganz langsam und behutsam dazu mit ihm zu tauchen.

Anja ist noch ganz eng mit Liara zusammen und hat leider noch nicht die Gelegenheit sich am segeln zu beteiligen. Aber das wird noch mit großer Sicherheit kommen.

Sie machen es echt gut als Eltern!

Am letzten Tauchspot drehe ich mit der Alina meine Runden während ein stärkeres Gewitter runter kommt und Lukas und Peter im Wasser sind. Kaum sind sie wieder an Bord nehmen wir Kurs auf Ithaka die Insel des Odysseus.

Noch ein paar Gutzeln

Der Besuch (01.09. – 08.09.2024)


Hallo liebe Alina Community! Mein Name ist Lukas und ich bin der Sohn von Martina und Peter. Ich werde als Gastautor in den kommenden Wochen auch Beiträge veröffentlichen. Ich bin mit meiner Frau Anja und meinen Kindern Lio und Liara für 2 Monate bei meinen Eltern zu Besuch. Wir machen Elternzeit auf dem Boot.

Am 1. September starten wir mit 2 Koffern, 3 Rucksäcken und viel Vorfreude von Frankfurt aus mit Lufthansa nach Zakynthos Airport. Der Start wurde glücklicherweise auf 7:35 nach hinten verlegt. Dadurch mussten wir mit den Kids nicht zu früh am Flughafen sein. Nach einem reibungslosen Flug und netten Sitznachbarn, landen wir um kurz nach 11 Uhr Ortszeit auf Zakynthos. Mit dem Taxi fahren wir direkt bis auf die Mole, an der Alina festgemacht ist. Martina und Peter erwarten uns schon freudig und es gibt ein großes Wiedersehen und Hallo. Taschen verräumen und umziehen – Zack Urlaub.

Lio bekommt nachträglich zum Geburtstag noch eine Kleinigkeit: Ein Mini-Planschbecken und Mal-Zeug. Perfekt! Er will natürlich direkt rein und das wird sofort von den begeisterten Großeltern umgesetzt.

Den Abend verbringen wir in Zakynthos Stadt und lassen ihn bei gutem griechischen Gyros ausklingen.

Wir haben uns vorgenommen die Süd- und Westküste von Zakynthos über und unter Wasser zu erkunden. Peter ist voller Tatendrang, da er endlich mal mehr Tauchen kann. Das liegt auch an den Upgrades am Tauchkompressor, die wir von Deutschland mitgebracht haben. Wir erkunden die White Cliffs und die vielen Höhlen. Wir liegen in einsamen Buchten mit mehr oder weniger Schwell und genießen die Familienzeit. Lio ist zu beginn noch vorsichtig im Wasser, paddelt aber beim zweiten mal schon alleine mit Schwimmärmeln in der Flut. Hilfe lehnt er entschieden mit dem Ausruf: „ALLEINE!“ ab.

Während der Große die Freuden des Wassers genießt verbringt die Kleine Maus die meiste Zeit mit schlafen in der Trage an Mamas Bauch.

In Agios Nikolaos im Norden Zakynthos’ gehen wir an eine Boje und erkunden am nächsten Tag die Insel mit dem Auto.

Hier unsere Impressionen von Zakynthos:

Das nächste Ziel ist Kefalonia und (hoffentlich) einsame Buchten.

Bis nächste Woche.

Grüße aus der Elternzeit, oder wie manche es nennen: Urlaub!

Zakynthos oder auch Zante

Nach einer angenehmen Überfahrt vom Festland kommen wir in der großen Bucht von Lagana auf Zakynthos an und legen uns vor den kleinen Ort Keri ins Ankerfeld.

Wir suchen uns immer Sandfelder denn wir wollen unseren Anker nicht ins Poseidonia-Gras legen. Dort findet die Fischbrut Schutz und auch die Jungfische können sich dort verstecken. Diese riesige Bucht ist ein Nationalpark. Hier legt von Mai bis August die unechte Karettschildkröte ihre Eier in tiefen Mulden in den Sand und die Sonne brütet sie aus.

Doch wir sind ziemlich schockiert. Wahnsinnig viele kleine Boote die man mieten kann schießen hier durch die Gegend. Auch in Bereichen wo es eigentlich nicht getan werden soll. Aber die Bucht ist auch in drei Teile eingeteilt. Nur in einen relativ kleinen Bereich darf niemand rein.

Wir lassen uns in dieser Bucht viel Zeit denn wir genießen das ankommen, faulenzen ein paar Tage, schauen uns die berühmten Höhlen von Keri an, lernen andere Segler kennen und bereiten das Boot für Lukas, Anja, Lio und Liara vor.

Ich habe Relingsnetz besorgt das wir komplett außen herum legen.

Als wir damit fertig sind segeln wir gemütlich an der Westküste nach Zakynthos Stadt und liegen einige Zeit vorm Hafen vor Anker. Es ist ziemlich rollig da viele Boote vorbei fahren aber in der Nacht ist es eigentlich ruhig.

Wir schauen uns in der Stadt um und gehen bald wieder Anker auf Richtung Norden und schauen uns etwas um. So kennen wir uns etwas aus wenn Lukas kommt und wissen was machbar ist.

Ein paar Tage vor ihrer Ankunft segeln wir wieder nach Zakynthos Stadt und suchen uns einen Platz in der Marina. Dort müssen wir auch zwei heftige Gewitter abwettern.

Beim ersten Gewitter retten wir an einem verlassenen Catamaran den Rest des Vorsegels das aber leider schon zerrissen ist. Es war nicht gut gesichert und hat sich komplett gelöst und heftig geschlagen. Dabei ist es kaputt gegangen. Peter, ich und ein Australischer Segler gehen an Bord und retten den Rest.

Wir liegen Gott sei Dank sehr sicher.

Beim zweiten Gewitter, das noch heftiger ist, helfen wir zwei anderen Booten sich an einen besseren Ort zu verlegen. Das eine lag ziemlich am Eingang des Hafens und schlug immer wieder heftig an die Mole.

Das zweite setzte mit dem Kiel immer wieder auf Grund da das Wasser fast um einen Meter im Sturm gesunken war. Beide sind tiefer in den Hafen und lagen bald sicher. Die Segler Gemeinschaft hat wieder mal gut funktioniert!

Dann hieß es nur noch warten. Wir waren sehr aufgeregt und konnten es gar nicht mehr abwarten bis die vier endlich mit dem Taxi im Hafen ankamen. Es war ein sehr schöner Moment die kleine Familie zu sehen denn die Jüngste hatten wir bisher nur auf Bildern kennen gelernt und konnten sie nun live erleben.

Jetzt beginnt für uns ein wahres Abenteuer. 2 Monate auf kleinstem Raum mit zwei Kleinkindern und ihren Eltern. Ich wünsche uns allen viel Geduld und Nachsicht und besonders viel Kraft und hoffe das wir uns nach dieser Zeit immer noch gerne sehen😊.

Drückt uns die Daumen.

Bekannte Ecken

Als wir nichts mehr zu essen haben ( bei dem Gedanken könnten wir immer noch eine Weile überleben🤣) segeln wir weiter.

Wir segeln in die große Navarino Bucht bei Pylos ans Festland und verbringen dort einige Tage in verschiedenen Ecken der riesigen Bucht. Hier kann man in ruhigen Ecken ankern oder legt sich vor die Stadt und kann alle Besorgungen machen. Was wir natürlich auch tun. Außerdem mieten wir ein Auto für einen Tag und fahren in die Umgebung und besichtigen den berühmten Nestor Palast, gehen etwas wandern und genießen in den Bergen die alte Chora.

Wir sind in der Nähe von Kalamata. Somit ist jede Ecke von Olivenbäumen in Beschlag genommen. Wunderschöne Täler mit teilweise ur-uralten Bäumen.

Irgendwann geht es dann weiter nach Kyparissia.

Diesen Hafen kennen wir schon. Hier gibt es nichts besonderes und dennoch bleiben wir etwas. In einem Cafe erfahren wir das in den Bergen am Abend ein Weinfestival stattfindet. Peter erzählt begeistert unserem Französischen Nachbarn davon die sich dann auch begeistert an uns hängen und mitgehen.

Wir ordern also ein Taxi und fahren hoch ich die beeindruckende Berglandschaft zu der Stelle wo das Weinfestival sein soll. Als wir dort ankommen stellt es sich heraus das es ein Open Air Konzert auf dem Gipfel eines Berges an einem alten mykenischen Grab ist.

Es gibt zwar kein Wein und kein Zuessen, aber wir haben an einem herrlichen Ort ein wunderschönes Konzert mit einer bezaubernden Kulisse. Um halb zwölf sind wir wieder am Hafen.

Durstig und hungrig🤪. Aber wir trinken noch ein großes Bier mit unseren französischen Nachbarn und das ist ja bekanntlich auch eine Mahlzeit.😉

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von den beiden und machen uns auf den Weg über Katakolon nach Zakynthos in die Lagana Bucht vor Keri. Denn bald kommt Lukas mit seiner Familie für zwei Monate an Bord und wir haben noch einiges vor zu bereiten.

Aber bis dahin haben wir noch genug Zeit