30.7.-4.8.24
Wir starten unseren Weg von der Insel Kythira Abends um fünf um über Nacht zu unserem Ziel auf den westlichen Finger der Peloponnes zu segeln. Wir erwarten drehende Winde aber nicht sehr stark und es ist leider der beste Moment. Denn sonst müssen wir noch fast eine Woche bleiben da der Wind wieder sehr stark werden soll.
Wir setzen in der Bucht schon das volle Groß und haben aber nicht bedacht das es um die Insel immer stark bläst. Wir kämpfen die erste Zeit mit Starkwind der uns aber auch mit über 9 Knoten dahin fliegen lässt. Kaum haben wir etwas Abstand zur Insel wird es auch wieder weniger und mein Muffen sausen normalisiert sich. Es ist schöner Wind und wir kommen gut voran. Peter legt sich früh hin und ich kämpfe mit dem immer weniger werdenden Wind. Bald kommen wir an eine stark befahrene Schifffahrtsstraße und ich hole bei sehr wenig Wind das Vorsegel ein und mache den Motor an. Noch erkennt man die riesigen Schiffe mit dem Restlicht aber bald ist es auch schon stockdunkel und man erkennt nur noch winzige Fahrlichter. Außer die Cruiser, die sind wie ein Tannenbaum hell erleuchtet.🤣
Gott sei Dank haben wir AIS. Das ist ein System, da können wir auf unserem Bildschirm alle Schiffe sehen die AIS haben. Ich kann schauen wie sie heißen, wie schnell sie sind und wie nah sie uns maximal kommen. Schon sehr praktisch. Und die anderen sehen uns natürlich auch.
Auf dem Bildschirm sehe ich die Dichte der Schiffe durch die wir durch müssen. Wirklich gruselig und es erfordert eine 100 % ige Aufmerksamkeit. Erst fahre ich etwas Zick Zack und gebe dann fast Vollgas um im kürzesten Winkel über die Straße zu queren. Ich war echt froh als ich durch war und sich alles etwas entspannt hat.
Die Fahr ist gespickt mit Manövern. Segel hoch, Segel runter, Motor an, Motor aus, In die Richtung kreuzen in die andere Richtung kreuzen. Sehr anstrengend. Auch für den der unten liegt und schlafen will. Denn alles ist ziemlich laut und so hat der Ruhende auch keine Ruhe.
Um eins gebe ich an Peter ab. Ich bin kaputt und kann nicht mehr. Auch er kämpft in den nächsten Stunden mit dem schwankenden Wind. Um sechs übernehme ich wieder und Peter legt sich noch mal hin. Um neun kommen wir dann auf der Insel Schiza vor der Peloponnes an.
Dies ist eine militärische Insel die für Flugzeuge als Ziel dient. (Heute denke ich nur noch digital im Anflug) In einer Bucht liegt ein Schiffswrack das zu Schießübungen genutzt wurde. In dieser Bucht frühstücken wir erst mal und gehen dann das Wrack erschnorcheln. Man kann gut sehen das es wirklich mal beschossen wurde. Schon etwas Angsteinflößend. Die Natur nimmt es immer mehr ein und einige Rote Feuerfische haben hier ihr Zuhause. Es sind tolle Farben die wir unter Wasser sehen. Aber nun schnell weg nicht das wir noch beschossen werden🤪
Ich drängel schon bald auf die nächste Insel Sapienza, unserem eigentlichen Ziel, zu segeln um zur Ruhe zu kommen. Denn irgendwie fühle ich mich hier beobachtet.
In der Bucht Port Longos bleiben wir erst mal ein paar Tage und genießen es wieder an der Peloponnes zu sein.

Leider gibt es zu diesem Blog keine Bilder. Denn das meiste war ja Nachts. 😉⛵