Wir verlassen Kreta

Wir stehen um fünf auf und trinken gemütlich Kaffee, machen alles klar und los geht es.

Natürlich mache ich kein Wetter 😉 aber eben das Wetter Routing. Da es am Anfang kein, oder wenig Wind geben soll ist mein Plan, das wir erst so 10 Meilen direkt raus motoren. Dann soll der Wind kommen und wir haben für die restlichen 65 sm einen guten Winkel zum Wind und können segeln. Und mein Plan geht auch super gut auf. 🙏 Der Wind nimmt immer mehr zu und wir fliegen unserem Ziel entgegen. Um 16 Uhr werfen wir auf der Insel Kythera die der Peloponnes vorgelagert ist, den Anker. Auf dem Weg hat noch ein kleiner Thunfisch gebissen, es wäre perfekt für uns gewesen. Aber ein kurzer Moment bevor das Gaffe ihn aufspießen konnte, ist er davon gekommen. Peter war bitter enttäuscht, hat immer wieder vor sich hin geflucht und sich geärgert.

Der Anker sitzt in Kapsali sofort sehr gut. Wir genießen den Abend und gehen früh ins Bett. Der erste Tag an einem neuen Ort bleiben wir gerne erst mal an Bord um alles um uns herum zu beobachten. Beim Frühstück kommt ziemlich Wind auf und wir bemerken das ein Belgisches Boot auf Drift geht. Es sieht danach aus als wenn der Skipper noch schläft. Darum machen wir unser Dinghi fertig und Peter saust rüber um ihn zu wecken. Denn die Felsküste ist nicht mehr weit entfernt. Peter klopft an den Rumpf und ruft. Der verschlafene Kopf kommt raus, brummelt so etwas wie.“Och ne, nicht schon wieder!“

Er lässt sich noch ziemlich Zeit, nimmt den Anker hoch und verschwindet dann. Ein komischer Kauz.

Die Böen sind sehr stark, wir legen mehr Kette und nehmen das Reitgewicht dazu. So ist alles sicher. Bei einer starken Böe schlägt unser Dinghi um. Der Motor ist im Wasser. Ich reagiere schnell und kann es sofort wieder umdrehen. Aber Salzwasser und ein Motor vertragen sich gar nicht. Peter macht sofort alles frei vom Salzwasser und startet mehrmals bis er wieder läuft.

Im Öl wird auch Wasser sein aber das können wir jetzt bei dem Wind nicht machen. Wir verschieben es.

Ich mache an diesem Morgen noch Büro, denn wir sind am Monatsende und es muss die Steuer gemacht werden. Peter repariert etwas am Dinghi. Aber unser Highlight heute ist die Segnung von unseren Enkeln Lio und Liara. Wir können über YouTube direkt dabei sein und es miterleben. Echt schön die heutigen Möglichkeiten. Es ist eine schöne Zeremonie.

Danach räumen wir hoch motiviert die Vorkabine auf, machen Schränke leer und misten für die 4 Hacks ordentlich aus. Denn sie kommen ja bald. Wir freuen uns total.

Abends erkunden wir den Ort, gehen etwas essen und ich nutze das Internet fürs Büro. Es wird noch für den nächsten Tag ein Skooter (Motorroller) klar gemacht aber dann ist es Zeit ins Bett zu gehen.

Wir lassen uns mit dem Roller am nächsten Tag treiben. Entdecken durch Zufall eine tolle Höhle mit Kapelle und Fledermäusen. Fahren in ein schönes Bergdorf mit vielen Wassermühlen. Aber es ist sehr traurig. Seid vier Jahren hat der ehemals Wasserreiche Fluss kein Wasser mehr. Die Mühlen stehen still und die Gänse hecheln neben einer kleinen Pfütze. Wir laufen noch etwas am trockenen Fluss entlang brechen aber ab da es sehr traurig ist.

Danach geht es noch an die Küste runter an einen ganz bezaubernden Ort. Eine kleine Felsenbucht, wunderschön angelegt wo die Kinder die Klippen runter springen. Glasklares Wasser. Traumhaft schön. Am Boot zurück müssen wir erst mal etwas Ankerarbeit machen. Der Wind hat gedreht und abgenommen und die Bucht ist voller geworden. Also bauen wir das Reitgewicht ab und holen mal 10 m Kette rein um niemanden auf die Pelle zu rücken.

Zum Sonnenuntergang fahren wir hoch zur Chora und ihrer Festung und genießen die Athmosphäre. Sie ist sehr weitläufig und schön hergerichtet. In der Chora suchen wir uns einen netten Platz und beobachten das bunte Treiben. Denn hier beginnt das Leben und Treiben mit dem Sonnenuntergang. Denn da ist es einfach kühl. Die Alten stellen irgendwo ihre Stühle zusammen und gallern und die Kinder spielen auf einen Zentralen Platz zusammen. Es ist überall im Land das gleiche.

Am nächsten Morgen wandern wir noch zur Felsenkirche Argios Ioannis (Heiliger Johannes). Bestaunen die tolle Aussicht und unterhalten uns mit dem Wärter. Es hängen uralte Ikonen.

Bei der großen Hitze halten wir Siesta und gehen schwimmen bevor wir uns am frühen Abend für die weite Überfahrt zur Peloponnes fertig machen. Wird sicher etwas anstrengend da drehende Winde zu erwarten sind und eine stark befahrene Schifffahrtsstraße muss gekreuzt werden. Aber wird schon klappen. Ziel ist der westlichste Finger der Peleponnes.

Bis dann!🖐