Etwas naiv 😏

Ich habe die Runde dieses Jahr schon ziemlich naiv gewählt. Das merke ich immer mehr. Von Euböa in die Kykladen und von dort in die Dodekanes bis Rhodos über Kreta wieder nach Zakynthos. Hört sich rundum gut an, aber….

Denn mit Rhodos, Karpathos und Kreta befinden wir uns an der Windreichsten Ecke der Aegais, der Ausgang des Melthimi ins restliche Mittelmeer. Und zwischen den großen Inseln Rhodos und Kreta muss dieser Wind irgendwie durch. Und das mit den hohen Bergen. Auf Kreta allein ein 2500m hoher. Aber von vorne.

Nachdem wir unseren lieben Freund am Flughafen abgesetzt haben, sind wir noch auf einige sehenswerte Plätze gestoßen.

Eine Festung auf der wir an ihrer Kapelle einen total romantischen Heiratsantrag erleben durften.

Rosenblätter am Boden der Kniefall, Tränen, das Ja und romantische Musik dabei. Natürlich schauen wir aus einer respektvollen Entfernung zu😊

Der Ort in den Bergen den Mussolini nach einem Südtiroler Bergdorf hat nachbauen lassen und natürlich sein Haus in den Bergen das aber mittlerweile total zerfallen ist. Und einiges andere.

Zurück am Hafen geben wir das Auto nach einem Einkauf ab, verabschieden uns von den Marineros und segeln am nächsten Tag an Rhodos vorbei weiter Richtung Westen. Am Ende der Insel müssen wir zwei Tage warten um das nächste Stück Richtung Karpathos weiter segeln zu können.

Auf diesem Teil ist die See sehr kabbelige, da der Untergrund von 500-700m auf 50m rauf geht und an dieser Engstelle auch immer starker Wind ist. Da ich das Wetter mache entscheide ich mich für einen etwas ruhigeren Tag. Doch ist der Wind nicht wie gemeldet und wir müssen sogar 2 Stunden Motoren. Wir sehen eine riesige Delfin Herde an uns vorbei sausen. Ein absolut magischer Moment.

Der neue Hafen auf Karpathos ist leider mit lauter Bootsleichen voll. Also legen wir uns in den unruhigen alten Hafen der sehr kabbelig ist. Da aber in den nächsten Tagen wieder ein Sturm gemeldet wird legen wir uns lieber in eine sichere Bucht. Dort müssen wir vier Tage warten bis der Sturm vorbei ist und können nur zweimal kurz an Land. Etwas anstrengend und manchmal auch etwas langweilig. Aber auch das geht rum.

In dieser Zeit geht hier die Regatta Aegaen 600 vorbei. Durch den Sturm die schnellste in ihrer Geschichte und aber auch mit sehr vielen Ausfällen wie zerrissene Segel. Die wir durch das Fernglas auch teilweise sehen können.

Da warten wir lieber in der Bucht das ganze ab.

Da der Wind am südlichen Ende immer sehr stark ist und wir gegen an müssen, entscheiden wir uns die lange Insel hoch im Norden zu umrunden um nach Kreta einen bessere Winkel zum Wind zu bekommen. Dadurch sehen wir noch zwei ganz nette Orte. Die Stadt Dhiafani und oben kurz vorm Kap eine schöne einsame Bucht von der wir dann den Absprung nach Kreta wagen wollen. Aber erst schauen wir uns noch den alten minoischen Ort mit dem Dinghi in der Nachbarbucht an. Sehr beeindruckend. So waren wir eine ganze Woche auf der Insel Karpathos bis es weiter gehen kann.

Diesmal haben wir einen Tag gewählt an dem starker aber machbarer Wind angesagt wurde. Wir stehen morgens um vier auf, machen langsam alles segelfertig und frühstücken.

So früh weil wir ja noch ums Kap müssen, da ist der Wind noch nicht ganz so heftig. Und weil es eine weite Strecke ist.

Bei Sonnenaufgang runden wir das Kap. Die Welle die von den vielen Wind starken Tagen noch steht ist, enorm. Jeder Schritt ist ein Kraftakt und wir bewegen uns draußen nur mit der Life-Line, eingepickt. Brote schmieren oder anderes unter Deck ist eine Herausforderung und hinterlässt einige blaue Flecken. Peter hat die Angel draußen an der sich plötzlich etwas tut. Er schaut schon gar nicht mehr auf die Angel da wir noch nie einen Biss hatten. Also mache ich ihn darauf aufmerksam. Nach kurzem Kampf ist die Leine gerissen.

Peter geht sofort hoch motiviert wieder unter Deck und bestückt die Angel neu. Und tatsächlich, keine halbe Stunde später ist wieder ein Biss. Peter an der Angel und ich am Ruder. Ich hole das Vorsegel ein damit wir langsamer werden und falle ab. Peter kämpft und hat nach einer halben Stunde Kampf einen wunderschönen Bigeye Yellowfinn Tune an Bord. Ich setzte wieder Segel und Peter zerlegt den Fisch bei diesem starken Wellengang.

Abends um elf kommen wir endlich auf Kreta an. Die letzten 2 Stunden waren mit 30 kn noch sehr heftig. Aber wir haben es geschafft. Nachdem der Anker sicher eingegraben ist , verschwindet Peter sofort in die Küche und keine fünf Minuten später riecht es nach leckerem Fisch.🤣

Sonnenuntergang vor Kreta. Um elf sitzt der Anker

Symi, Rhodos und lieben Besuch

15.6.-30.6.24

Symi ist die absolute „Muss sein Insel“ von Peter. Also ist es klar das wir da hin segeln. Die Überfahrt ist etwas heftig und es wird auch noch mehr Wind gemeldet.

Also suchen wir uns auf Symi eine sicher Bucht. Die erste Wahl ist leider schon voll so weichen wir in eine kleine Bucht aus die wir Hardanger nennen. Sie umschließt sich mit 150-200m hohen Felswänden. Wir ankern mit sehr viel Kette und Reitgewicht und zusätzlichen Landleinen denn heute Nacht soll es richtig kacheln. Auf den Weg hier hin haben wir in den Fallböen schon 40kn gelesen und fliegendes Wasser gesehen also sind wir gewarnt und machen es besonders sorgfältig.

Während wir noch arbeiten kommt noch ein amerikanischer Katamaran rein und macht sich auch mit 2 Ankern sicher fest.

Wir sprechen später noch miteinander und machen den Funkkanal 68 aus um in Kontakt zu sein falls was ist. Peter und ich schauen bis spät Filme, kontrollieren immer alles und gehen als es ruhiger wird ins Bett. Bei beiden Booten ist alles gut geblieben. Wir genießen die Bucht noch einen Tag und segeln dann am nächsten Tag in die Stadt Symi. Sie liegt ganz toll in einer tiefen Bucht und es ist sehr beeindruckend was hier alles für Megayachten fest machen.

Wir legen uns in eine kleine Bucht vor der Stadt. Es ist dort nicht einfach zu ankern da es gleich 20m tief ist. Einmal müssen wir uns umlegen da wir slippen aber dann ist es gut.

In der Stadt fragt sich Peter durch, da er doch die Tränen Allahs (Weihrauch) finden will. Dies ist doch der Grund warum er auf diese Insel wollte. Doch erklärte man ihm bald das dies die falsche Insel ist🙁. Die richtige Insel heißt Chios und liegt nördlich von Samos. Nicht schlimm aber schade.

Abends wird es auch in dieser Bucht wieder sehr eng. Zwei türkische Katamarane legen sich ziemlich dicht auf uns. Und wie soll es auch anders sein, morgens hat der Wind gedreht und einer der beiden berührt uns fast vorne am Anker.

Peter geht vor und sagt während er mit der Hand das Boot fern hält, ganz ruhig:“Das ist aber nun doch zu eng, oder!?“ Kleinlaut gibt der Skipper dem Peter recht und macht sich von dannen. 😀

Nach der Stadt schauen wir uns noch die Klosterbucht auf Symi an und bleiben etwas.

Hier ist dann auch die Geschichte mit dem Gewitter passiert die ich schon in Worte gefasst habe.

Dann heißt es bald, auf nach Rhodos denn am Samstag kommt der Frank. Wir legen in der Rhodos Marina mit perfektem Service an, machen klar Schiff, bringen unsere Bettwäsche und Handtücher zur Wäscherei, ordern ein Auto um Frank vom Flughafen ab zu holen und bummeln durch die eindrucksvolle Altstadt von Rhodos. Eine bekannte Crew schenkt uns ihr übrig gebliebenes Essen🙏 und somit brauchen wir gar nicht mehr so viel einkaufen. Eine andere Crew bucht Peter als Taxi zum Lidl und so haben wir die Hälfte des Auto-Geldes wieder drin😉. Ein perfekter Tag denn Abends ist dann Frank an Bord und wir verbringen ihn auch dort ganz gemütlich.

Am nächsten Morgen starten wir dann nach Symi und zeigen Frank die zwei Orte wo wir schon waren und Pedi eine weitere Bucht von der wir dann mit dem Bus in die Stadt gefahren sind. Weitaus angenehmer wie in der tiefen Bucht zu ankern. Chalki können wir leider nicht machen weil der Wind wieder mal was anderes will. Wir sind also schon Mittwochs Abends wieder vor der Altstadt von Rhodos vor Anker und genießen auch mit Frank die Stadt. Donnerstags segeln wir noch Richtung Lindos , gehen baden und sind Abends wieder in der Marina. Wir ordern noch ein Auto für Freitags und machen eine tolle Tour über die Insel.

Abends noch Käptains-Dinnerr und am Samstag Morgen müssen wir leider schon wieder Abschied nehmen. War schön das du da warst. Bis denne

Ein aktiver Vulkan

Nisyros hat mit ihrer Vulkan -Athmosphäre, der idyllischen Unbekanntheit und ihrer Schönheit uns voll in ihren Bann genommen.

Es ist eine runde Insel die im Zentrum ihren Krater mit den größten aktiven Fumarolen der Welt in der Caldera hat. Es gibt nur drei Orte und einen Hafen. Buchten zum anlegen gibt es nicht. Man findet wilde schwarze von Bimssteinen übersäte Strände und nur wenige Touristen. Außer die Tagestouristen der anderen Insel die sich den Vulkan anschauen wollen.

Eine Legende besagt:

-Nisyros entstand durch den Kampf der Giganten. Als der Meeresgott Poseidon bemerkte das der besiegte Polyvotis ängstlich die Ägäis durchschreitet um sich zu retten, fand er ihn bei Kos, schnitt mit seinem Dreizack ein Stück von Kos ab, wirft es nach ihm und erschlägt ihn damit.

So entstand Nisyros und Polyvotis sendet mit jedem Atemzug aus den tiefen der Insel seine Seufzer aus dem Vulkan auf die Erde.- Schön nicht🙂.

Wir mieten uns ein Auto und erkunden die Insel. Nicht nur der Vulkan ist beeindruckend sondern auch Flora und Fauna. Sehr steil und im Inneren eine grüne Oase. Diese Insel hat uns sehr beeindruckt.

Die süßeste griechische Insel von der wir noch nie gehört haben.

Über Tilos segeln wir weiter nach Chalki.

Eine kleine Insel nördlich von Rhodos. Wir legen uns in eine schöne und sichere Bucht und genießen erst mal die Ankunft. Abends laufen wir über die Anhöhe in die Stadt die wirklich sehr schön bunt ist. Kleine Tavernen am Hafen, Fischer die ihre Langleinen mit Krabben bestücken und andere die bei einem Frappe‘ sich unterhalten. Eine schöne Atmosphäre. Wir genießen bei einem Glas Wein die abendliche Beleuchtung des Ortes und machen uns dann auf den Weg zurück.

Morgens gehen wir Anker auf zur Nachbarinsel Alimia die in Spuckweite ist. Dort genießt Peter einen Tauchgang am Wrack und ich bin mit dem SUP unterwegs an Land zu einer Erkundungstour durch eine deutsche Kaserne des 2. Weltkrieges. Nachmittags geht es zurück zur Bucht.

Kurz drauf kommt ein Charterboot in die Bucht und der Skipper ruft rüber, :“ Hallo, bist du Martina, ich habe euch auf Navily gesehen?!“

Navily ist eine App in der Buchten und Häfen von Seglern beschrieben werden. Echt praktisch zur Planung. Ich wusste gar nicht das man mich sieht. Ist aber echt nett. Der Skipper schwimmt später zu uns und wir unterhalten uns nett bei einem Bier. So Begegnungen lieben wir.

Sie verlassen aber bald wieder die Bucht denn sie wollen in den Hafen.

Kaum sind sie weg dreht in der Bucht der Wind und nimmt auch gehörig zu. Also müssen auch wir die Bucht verlassen und uns in die Bucht mit dem Hafen verholen. Das ist etwas schwierig weil es dort sehr tief ist und in den Hafen wollen wir nicht. Irgendwann sind wir dann vor Anker, genießen dieses Lichtermeer des Ortes und gehen ins Bett. Morgens früh merke ich während Peter beim Bäcker ist das wir slippen. Also Motor an und alles fertig machen und auf Peter warten. Kaum ist er da wird das Dinghi verräumt und wir starten zur nächsten Insel.

Wir erreichen die Dodekanes

2.6.-10.6.24

Wir verlassen die Kykladen mit der kleinen Insel Levitha und ihrem einzigen Bauern und segeln nach Leros in die Dodekanes. Wir sind nun in Rufweite der Türkei.

Leros hat als Verbannungsort eine traurige Tradition. Zur Diktatur gab es ein großes Internierungslager. Ab 1947 wurden hier die Kinder von kommunistischen Partisanen in „Kinderdörfern“ umerzogen und viel früher war es eine Lepra Station. Ab 1957 wurde in Lakki die größte psychiatrische Klinik Griechenlands eingerichtet in der bis zu 2700 „psychisch“ Kranke aus ganz Griechenland unter schrecklichen Bedingungen, teilweise nackt an Ketten, untergebracht wurden. Erst in den Achtzigern wurde die internationale Öffentlichkeit darauf aufmerksam und hat sich für die Menschen dort eingesetzt und die meisten enthospitalisiert. Wenn man ein wenig im Internet sucht findet man von dieser Klinik schreckliche Informationen.

Heute ist in Lakki eins der vier großen Flüchtlingslager Griechenlands und man sieht von der schrecklichen Vergangenheit nur noch eine große Ruine.

Wir machen in einer großen geschützten Bucht fest und werden gleich von einem befreundeten Segler begrüßt. Die Fahrt hierher war recht gemütlich und somit hatten wir einen langen Tag. Nach einem kleinen Spaziergang und einem Glas Wein sind wir auch früh ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen sind wir dann nach Lakki getrampt und die Fahrerin erzählte uns von der traurigen Vergangenheit.

Die Stadt selber hat viel von den Italienern behalten. Viele Venezianischen Häuser erkennt man. Wir schauen uns das Militär-Museum an und lernen das hier die Deutschen, Engländer und Italiener im 2. Weltkrieg gewütet haben.

Wir fahren mit dem Bus in die Mitte der Insel und wandern von einem Ort zum anderen. Aber die Hitze lässt uns das ganze abbrechen und wir sind am frühen Abend wieder an Bord. Wir schauen uns noch eine andere empfohlene Bucht mit dem Boot an und segeln dann schon bald weiter nach Kalymnos.

Uns hat diese ehemalige Schwamm Insel Kalymnos sehr gut gefallen. Die viertgrößte Insel der Dodekanes und berühmt bei allen Kletterern und Höhlenwanderern. Sehr gut ausgewiesene Klettersteige in allen Schwierigkeitsstufen. Im Frühjahr und Herbst strömen somit die Kletterer auf diese bezaubernde und authentische Insel. Wir entdecken unzählige Steinkauze die am Tag sogar aktiv sind da sie Nestpflege betreiben oder Agamen die sich sonnen. Hier verbringen wir einige Tage an einer Boje und genießen das kommen und gehen der anderen Boote und kleine Wanderungen. Wir treffen auch unsere Freunde der Lazy Lady wieder und verbringen bei der Bojen-Besitzerin in der Taverne, sehr nette Abende.

Da sich aber unser Freund Frank angemeldet hat der uns auf Rhodos besuchen will, geht es dann bald weiter nach Kos.

Wir versuchen rechtzeitig am ausgemachten Ort zu sein und lassen uns dann nicht mehr ganz so viel Zeit auf den Inseln. Damit wir ein Wetterpuffer haben.

Aber Kos hat uns tatsächlich auch nicht richtig gefesselt. Die erste Insel auf denen man Bettenburgen sieht. Sie möchte sich eben auch etwas von der Scheibe des Tourismus abschneiden. Die Insel hat im Gegensatz zu Kalymnos schöne Sandstrände die bei der Masse an Urlaubern mehr gefragt sind.

Uns gefallen die etwas kleineren Inseln besser die auch Touristisch sind aber eben in Maßen. So entscheiden wir uns Kos etwas links liegen zu lassen.

Was mir hier in den Dodekanes auffällt ist, das man nicht mehr die typischen weißen Häuser mit blauen Fensterläden sieht sondern sind es nun mehr kunterbunte Häuser. Ebenfalls sind die Kirchen in einem ganz anderen Baustil und man sieht ab und zu eine Moschee.

Daran merkt man auch das wir nur noch 5 km von der Türkei weg sind.