Ich fühle mich schon das ganze Frühjahr wie in einer Waschmaschine.
Natürlich weiß ich das wir in der windreichen Ägäis unterwegs sind. Aber es kann schon sehr anstrengend sein und hat mir des öfteren ganz schön viel Respekt vermittelt.
Bisher war es so das ich eigentlich nicht richtig zur Ruhe gekommen bin.
Mehrmals am Tag das Wetter checken und jedes mal sagt es was anderes. Wo sollen wir uns da vor dem kommenden Starkwind verkrümeln wenn wir nicht wissen aus welcher Richtung er dann nun kommt oder er in der Nacht mehrmals die Richtung ändert. Echt anstrengend. Aber das haben wir ja so gewollt🙃.
Nun bewegen wir uns in den Kykladen und hier ist der Wind nicht weniger geworden, aber hier kommt er meist aus Nord oder auch mal aus Süd. Aus dem Süden bringt er leider den Saharastaub mit 😏.

Der übliche Sommerwind der hier im Juli und August weht, ist der berühmte und auch berüchtigte Meltemi der immer vom Norden weht und meist sehr stark ist. Durch unsere Klimaveränderung fängt er oft sogar viel früher im Jahr an. Denn der Meltemi hängt stark von den Tagestemperaturen ab. In den heißesten Stunden des Tages, weht er am stärksten und lässt gegen Abend etwas nach.
Wir hatten ihn sogar schon des öfteren jetzt im Mai mit Stärken von über 40 kn. Dann verkrümeln wir uns in eine sichere Bucht und warten ab bis es ruhiger wird. Auch wenn ich weiß das die Bucht sicher ist bleibt doch während des Sturmes eine gewisse Anspannung. Dieses und der schreiend laute Wind im Rigg (=Mast+das was ihn hält) kann einen schon zermürben.
Von diesen Momenten habe ich leider kein Bild. Erstens habe ich mit mir dann genug zu tun und zweitens kommt es auf Bildern nicht rüber.
Zwischen den Inseln kann man die Windstärke meist verdoppeln und muss deshalb dort sehr aufpassen und vorbereitet sein. Sprich, wir machen vorher schon das Segel-Kleid kleiner.
Auf manchen Inseln soll man nur ankern wenn man ein starkes Ankergeschirr hat. Das haben wir Gott sei Dank.
Diese Tipps stehen in Revierführern die wir natürlich auch in unsere Planung einbeziehen.
Jetzt habe ich den Eindruck das sich das Wetter etwas beruhigt. Es ist noch kühl und regnerisch, aber auch mit Sonne dazwischen. Die Winde sind zur Zeit OK und machbar.
So können wir endlich auch die verschiedenen Inseln erkunden.
Aber dazu beim nächsten mal mehr.
Aktueller Nachtrag:
Gestern liegen wir in einer sicheren Bucht von Paros. Es ist sehr schwül und gewittrig. Nahezu kein Wind. Wir wollen an Land zu einer Wanderung aufbrechen. Auf einmal das:
Von einer Sekunde zur anderen dreht der Wind um 180* und steigt genauso schnell von 5 auf 36 kn.
Die Boote werden voll in den Anker nach vorne geschmettert, legen sich dann auf die Seite und drehen den Bug wieder in den Wind. Fliegendes Wasser ist unterwegs.
Leicht beängstigend. Unser Anker hält aber bombig. Keine Gefahr.
Da kann man nun etwas nachfühlen was vor zwei Jahren in Italien passiert ist. Dort war es noch stärker und das Resultat war, viele Boote lagen am Strand oder auf Felsen.😔
Bei uns war dann nichts mehr, und wir konnten später zu unserer Wanderung aufbrechen.👍