Wir tauchen in die Kykladen ein

1.5.-8.5.24

Die Kykladen Inseln sind der Inbegriff für weiße Häuser mit blauen Fensterläden. Und natürlich Unmengen weißer Kirchen mit blauen Dächern.
Jeder hat ein Bild von Santorini oder Mykonos . Und ja so sehen fast alle Orte auf den Kykladen aus die wir bisher besucht haben. Wenn man durch die weiß gekalkten Gassen läuft spürt man die Schönheit und das besondere der Kykladen.
Als wir vom Festland gekommen sind haben wir erst mal die Insel Kea angesteuert. Sie ist voll in Athener Hand, da es nicht sehr weit weg ist. Viele Athener haben hier ein Ferienhaus.
Wir gehen mit Alina an die Stadtmole da wieder mal Starkwind😏 gemeldet ist, und hoffen das es dort sicher ist. Das anlegen ist kein Problem obwohl es schon fast voll ist.
Abends gehen wir gerne noch etwas wandern und können oberhalb des Ortes auf den Hafen schauen und sehen das ein Boot mehrfach wieder ablegt und versucht wieder anzulegen.


Das verursacht bei uns ein komisches Gefühl 🤔und wir wandern umgehend wieder zurück.
Der Wind ist noch stärker geworden und bei dem Boot hat der Anker nicht gehalten. Kaum ist dieses Boot wieder sicher fest, sehen wir das auch unser Anker nicht hält. Wir fragen noch schnell einen Österreicher ob er unsere Leinen annimmt wenn wir wieder anlegen und gehen raus und holen den Anker wieder ein. Aber auch der Österreicher muss ablegen weil er slippt (=Anker hält nicht).
Wir legen den Anker neu mit fast 70m Kette und sind dann sicher fest.
Der Österreicher kämpft noch bis er mir zuruft auf Kanal 68 das Funkgerät anzumachen. Dort sagt er mir das er seinen Anker verloren hat, der am Ende nicht gut befestigt war. Er würde versuchen seinen Ersatzanker zu werfen. Ich bleibe derweil am Funk auf Standby. Es ist mittlerweile zehn Uhr Abends und der Wind ist sehr stark.
Fast zwei Stunden kämpft er, aber der Anker will nicht halten. Wir empfehlen ihm trotz auflandigem Wind, längsseits an die Mole zu gehen. Wir würden ihm auch noch Fender zum ab polstern geben.
Er hat eine unruhige Nacht aber ist wenigstens fest. Peter sagt ihm das er am nächsten Morgen nach dem Anker tauchen kann, was ihn sehr glücklich macht.

Gesagt getan. Am nächsten Morgen geht Peter in seine Tauchkluft und sucht den Anker den er auch schnell findet.

Ich leite den Österreicher über Funk an Peter heran damit er die Ankerkette wieder ans Boot befestigen kann. Alles geht gut und er zieht seines Weges wieder davon.

Wir ziehen nach dieser Aktion los und erkunden die Insel Kea mit dem Roller. Sehr bergig mit vielen Mühlen. Eine atemberaubend schöne Landschaft mit wunderschönen Stränden und smaragd- grünem Wasser. Tolle uralte Wanderwege unter schönen alten Eichen.Eine wunderschöne Chora und der berühmte Beschützer, der „Löwe von Kea „ der mehr als 3000 Jahre alt ist.

Hier beginnt gerade das griechische Osterfest und wir können die Prozessionen vom Boot aus verfolgen.

Traditionell wird hier zu Ostern ein rotes Ei im Hefezopf eingebacken

Samstags wird die Auferstehungsfeier groß mit Feuerwerk gefeiert.
Am Ostermontag geht es dann weiter nach Kythnos.
Wir verabschieden uns von allen und los geht es.

Die Winde hier sind um den Inseln nicht so einfach zu besegeln. Sie drehen in kürzester Zeit, werden von starkem zu schwachen Wind, und die Wellen kommen von allen Seiten.
Das heißt wir haben kurz schönen Segelwind und dann reicht er plötzlich nicht mehr um gegen die Wellen anzukommen. Also muss leider der Motor ran.
Am Nachmittag liegen wir in einer tollen Doppelbucht auf Kythnos und ruhen uns erst mal aus.
Zum Sonnenuntergang wandern wir zu einer kleinen Kapelle und genießen dann einen ruhigen Abend.

Die folgende Nacht ist endlich mal wieder super ruhig. Wir können also sehr gut schlafen und am nächsten Tag einige kleine Arbeiten erledigen. Am späten Nachmittag geht es dann zur nächsten Stadt.

Denn wir müssen einkaufen.
Morgends drauf geht es dann weiter.

Herzlich willkommen auf dieser wunderschönen Welt die wir für dich beschützen müssen.

Unser neuer Familienzuwachs 🥰

Wind , viel Wind und Sturm

Ich fühle mich schon das ganze Frühjahr wie in einer Waschmaschine.

Natürlich weiß ich das wir in der windreichen Ägäis unterwegs sind. Aber es kann schon sehr anstrengend sein und hat mir des öfteren ganz schön viel Respekt vermittelt.

Bisher war es so das ich eigentlich nicht richtig zur Ruhe gekommen bin.

Mehrmals am Tag das Wetter checken und jedes mal sagt es was anderes. Wo sollen wir uns da vor dem kommenden Starkwind verkrümeln wenn wir nicht wissen aus welcher Richtung er dann nun kommt oder er in der Nacht mehrmals die Richtung ändert. Echt anstrengend. Aber das haben wir ja so gewollt🙃.

Nun bewegen wir uns in den Kykladen und hier ist der Wind nicht weniger geworden, aber hier kommt er meist aus Nord oder auch mal aus Süd. Aus dem Süden bringt er leider den Saharastaub mit 😏.

Der übliche Sommerwind der hier im Juli und August weht, ist der berühmte und auch berüchtigte Meltemi der immer vom Norden weht und meist sehr stark ist. Durch unsere Klimaveränderung fängt er oft sogar viel früher im Jahr an. Denn der Meltemi hängt stark von den Tagestemperaturen ab. In den heißesten Stunden des Tages, weht er am stärksten und lässt gegen Abend etwas nach.

Wir hatten ihn sogar schon des öfteren jetzt im Mai mit Stärken von über 40 kn. Dann verkrümeln wir uns in eine sichere Bucht und warten ab bis es ruhiger wird. Auch wenn ich weiß das die Bucht sicher ist bleibt doch während des Sturmes eine gewisse Anspannung. Dieses und der schreiend laute Wind im Rigg (=Mast+das was ihn hält) kann einen schon zermürben.

Von diesen Momenten habe ich leider kein Bild. Erstens habe ich mit mir dann genug zu tun und zweitens kommt es auf Bildern nicht rüber.

Zwischen den Inseln kann man die Windstärke meist verdoppeln und muss deshalb dort sehr aufpassen und vorbereitet sein. Sprich, wir machen vorher schon das Segel-Kleid kleiner.

Auf manchen Inseln soll man nur ankern wenn man ein starkes Ankergeschirr hat. Das haben wir Gott sei Dank.

Diese Tipps stehen in Revierführern die wir natürlich auch in unsere Planung einbeziehen.

Jetzt habe ich den Eindruck das sich das Wetter etwas beruhigt. Es ist noch kühl und regnerisch, aber auch mit Sonne dazwischen. Die Winde sind zur Zeit OK und machbar.

So können wir endlich auch die verschiedenen Inseln erkunden.

Aber dazu beim nächsten mal mehr.

Aktueller Nachtrag:

Gestern liegen wir in einer sicheren Bucht von Paros. Es ist sehr schwül und gewittrig. Nahezu kein Wind. Wir wollen an Land zu einer Wanderung aufbrechen. Auf einmal das:

Von einer Sekunde zur anderen dreht der Wind um 180* und steigt genauso schnell von 5 auf 36 kn.

Die Boote werden voll in den Anker nach vorne geschmettert, legen sich dann auf die Seite und drehen den Bug wieder in den Wind. Fliegendes Wasser ist unterwegs.

Leicht beängstigend. Unser Anker hält aber bombig. Keine Gefahr.

Da kann man nun etwas nachfühlen was vor zwei Jahren in Italien passiert ist. Dort war es noch stärker und das Resultat war, viele Boote lagen am Strand oder auf Felsen.😔

Bei uns war dann nichts mehr, und wir konnten später zu unserer Wanderung aufbrechen.👍

Schöne ?? und Reiche von Griechenland

Wir erleben ein komplett anderes Griechenland, wie das, welches wir bisher erleben durften und lieben.

Um David und Nina empfangen zu können mussten wir Wetterbedingt auf der Westseite von Attika ziemlich hoch nach Athen segeln. Denn keine Marina vorher hatte Platz.

Diese war etwas ab vom Schuss aber im Zentrum des ehemaligen Olympischen Wasserparks von 2006. Auf diesem ehemaligen Sportgelände und auf einem ehemaligen Athener Flughafen wird nun der riesige Ellinikon Experience Park gebaut. Wirkt etwas wie das amerikanische Silicon Valley.

Die Zwei kommen mit dem Bus vom Flughafen zur Marina. Die Bushaltestelle ist nur 10 Gehminuten von uns weg. Wir laufen Ihnen entgegen und freuen uns riesig als sie uns schon entgegen kommen. Auch die Zwei strahlen über das ganze Gesicht. Nun werden sie das erste mal die Alina sehen. Beide sind begeistert und fühlen sich glaube ich von der ersten Minute an wohl.

Sie richten sich ein, wir erklären alles und Nina stellt fest, das es nichts anders ist wie in einem Wohnmobil. Später laufen wir drei eine Stunde in die Stadt und wollen etwas einkaufen. Apperol und Sekt 😀. Ich bin etwas überfordert. Die totale Großstadt mit allen Läden die es bei uns in D auch gibt. Das bin ich von den Inseln gar nicht gewöhnt. Zurück fahren wir mit dem Bus, denn es war schon etwas weit.

An Bord wird erst mal gekocht und lecker gegessen. Danach schmeiße ich die Eismaschine an und wir genießen den Abend bei einem oder zwei Aperol Spritz.

Das Wetter ist hier auf der Westseite auch nicht so toll. Wir haben sehr viel Wind. Ich schlage vor am nächsten Tag nur einen Segelschlag vor Athen zu machen und später in eine sichere Bucht zu flüchten bevor der Wind wieder über 30 kn geht.

Gesagt getan. Wir segeln sportlich raus und machen drei Stunden später, am frühen Nachmittag in der Bucht „Ormos Vouliagmenis“ wieder unter Anker fest. Beide sind seefest und können den kleinen Törn auch genießen.

Wir genießen den Nachmittag an Bord auch wenn die Alina ziemlich am Anker zerrt.

Gegen Abend gehen wir zum Essen an Land. Die Jugend hat ein nettes Lokal ausgewählt. Schnell merkt man, das hier nichts mehr so ist wie auf den Inseln. In dieser Bucht scheint das Geld Athens unterwegs zu sein. Riesen Protz Autos, sogar ehemals schöne Mädels sind in Botox gefallen. Gefühlt jede Person hat Unsummen für Schönheits-OP’s ausgegeben. Ich glaube ich konnte meinen Mund vor Entsetzen nicht mehr schließen. Ein wenig habe ich mich wie Crocodil Dundee in New York gefühlt. Und das bei so jungen Leuten.

Aber nichts desto Trotz hatten wir einen wundervollen Abend in einem hervorragenden Restaurant.

Bei sehr viel Wind kämpfen wir uns mit dem Dinghi wieder zurück an Bord. Wir spielen Kniffel und sind alle recht früh im Bett.

Am nächsten Tag ist der Wind noch sehr heftig und Nina und David beschließen nach Athen zu fahren. Dort verbringen sie einen schönen Tag. Auch wenn David leider etwas kränkelt.

Wir bleiben an Bord und halten Ankerwache.

Abends tauchen wir wieder in die Welt der Reichen ein. David hat in der Beef Bar neben dem 4 Season und dem Naxos Hotel einen Tisch reserviert. Eins der 101 besten Restaurants der Welt.

Oje, was ziehe ich an. Für diese Welt habe ich nichts. Aber dort angekommen merke ich bald das es hier total egal ist. Nicht die Kleidung ist wichtig sondern das Essen und das Ambiente.

Es wird ein klasse Abend mit wirklich leckerem Essen. Das hätten wir ohne die Zwei nie gemacht.

Am nächsten Tag können wir vormittags wieder etwas segeln. Es ist etwas heftig aber es geht.

Wir suchen uns die nächste Bucht aus die bei diesem Wind gut geschützt ist, denn leider müssen die zwei am nächsten Tag schon wieder zurück.

Es war toll das ihr da wart, wir haben uns sehr gefreut und es auch sehr genossen mit euch.

Beim nächsten mal suchen wir uns eine ruhigere Zeit aus damit ihr auch das Meer genießen könnt.

Denn dies war durch den Wind und der Wassertemperatur von 16°C noch nicht so gegeben.

Schön das ihr da wart.

Endlich unterwegs

Endlich können wir unsere Reise beginnen und neue Orte kennenlernen. Da wir wieder durch die Engstelle Zwischen Festland und der Insel Euböa (Chalkis) müssen kommen wir auch wieder an schon bekannte Orte. Die Engstelle verbindet eine Brücke die immer zur Nachtzeit, wenn die Tide ruht, für Segler und Boote geöffnet wird. Nachts deswegen damit der Autoverkehr am wenigsten gestört wird. Wir müssen uns am Hafenbüro anmelden und die Rechnung zahlen. Leider wird uns gesagt das sie heute zu bleibt, weil zu wenig Boote durch wollen. Es ist eben noch sehr früh im Jahr und man muss damit rechnen. Also machen wir uns einen schönen Abend in der Stadt und besteigen am nächsten Vormittag den Berg zur Burg hoch. Chalkis ist die Hauptstadt von Euböa und sehr umtriebig. Man bekommt alles was man braucht.

Spät Abends warten wir dann auf den Funkspruch der uns auffordert durch die Brücke zu gehen.Um halb eins fällt der Anker auf der anderen Seite und wir können ins Bett. Das ganze ist immer sehr aufregend. Laute Musik läuft aus einem Restaurant und viele Leute stehen am Rand und schauen sich diese Attraktion an.

Am nächsten Morgen segeln immer weiter Richtung Süden. Das ist ein sehr gutes Gefühl denn ich hoffe immer noch auf beruhigtes Wetter. Aber leider nicht. Ständig müssen wir mehrere Tage den starken Wind ab wettern. Entweder in einer Bucht vor Anker oder an einer Stadtmole.

In den Buchten sind wir überwiegend alleine. Die wenigen Boote die schon unterwegs sind gehen lieber an eine Stadtmole.

Wir versuchen eine sichere Bucht auf der Festlandseite Nähe Flughafen zu finden da David, unser Sohn mit seiner Freundin Nina an Bord kommen möchten.

Aber auch zu dieser Zeit sagt der Wetterbericht auf der Ostseite von Attika um die 40 kn an, was für uns heißt wir müssen noch um Attika herum und von der Ostseite auf die Westseite wechseln.

Es ist aber kein Problem da wir genug Zeit einkalkuliert haben.

Und dann geht noch der Boiler kaputt. Gerade ist der Generator wieder fix, kommt schon das nächste. Ich fasse es nicht. Scheinbar ist der Heizstab mit der Anode durch. Nur haben wir leider die Wassertanks voll also ist der Wechsel ( wir haben Gott sei Dank Ersatz an Bord) nicht so einfach.

Aber Peter klemmt die Leitungen ab und findet auch für den fehlenden 52er Maulschlüssel eine Lösung. Er ist einfach ein Fass und kriegt alles hin. Echt zu bewundern!

Es ist eine Heiden Arbeit wieder in der engen Backskiste, aber nach einem halben Tag geht auch wieder der Boiler und unsere Gäste werden warmes Wasser haben können.

Denn im Meer duschen geht leider noch nicht. Dies hat erst 16 Grad. Wenn es Windstill ist schaffe ich es manchmal. Aber das war bisher nur zwei, dreimal. Peter schafft es öfter.

Ich wasche mich am Waschbecken und das ist auch gar kein Problem für mich. Man gewöhnt sich an alles. Und außerdem verbrauche ich so wahnsinnig wenig Wasser was mich etwas stolz macht aber eigentlich nicht notwendig wäre da wir ja einen Wassermacher haben und eigendlich haben wir auch eine Dusche🤣

Auf der Westseite finden wir dann auch eine Marina die uns aufnimmt und wir liegen sicher neben Schiffen der Reichen. Hier können wir nun auf die Zwei warten. Ich freue mich schon wahnsinnig.