Wassern (Launching oder Hull in ) mit Hindernissen

In der letzten Woche machen wir viele Kleinigkeiten am Boot fertig. Außer natürlich den Generator. Peter hat ihn zwar schon so weit es geht wieder zusammen gebaut, aber der Rest wird mit dem hoffentlich kommenden und auch passenden Teil an Bord montiert.

Charris sagt uns das wir am (Oster-)Montag ins Wasser kommen. Hier in Griechenland ist erst Anfang Mai Ostern. Darum ist es für uns auch eine ganz normale Zeit.

Freitags fahren wir mit Eelko noch mal zum Edelstahlschweißer um die letzten Teile für die Davids zu holen. Danach folgt der letzte Großeinkauf mit dem Auto. So können wir uns gut mit den schweren Teilen eindecken.

Die Fahrt in die Stadt geht immer über die Berge und wir sind fast 45 Minuten unterwegs. Wir fahren durch die verbrannte Gegend von Edipsos/Loudra in der im August 21, 24 Dörfer und der Großteil der Natur und Felder, abgebrannt ist. Die verbrannten Bäume stehen immer noch wie ein Mahnmal. Doch die Winde schmeißen die Bäume immer mehr um, oder wird in manchen Teilen das verbrannte Holz aus den Wäldern geholt. Die Feuerwalze scheuchte so schnell über die Insel das die meisten der auf 52 000 Hektar Wald und Ackerland gewachsenen Bäume nur vielleicht 1 cm tief verbrannt sind. Aus dem Rest könnte man echt noch was machen. Aber es sind so so viele. Die Menschen sind überfordert und sicher auch noch traumatisiert.

Das Buschwerk der unteren Etage ist schon wieder schön grün. Der Frühling bringt nun auch viel blühendes zu Tage. Es wird immer bunter. Nur die Bäume fehlen!

Am Sonntag gehen auch zwei Französische Boote ins Wasser die uns Samstags zum Grillen einladen. Es wird ein ganz netter Mittag und Nachmittag😉

Die Verständigung läuft über Französisch, Englisch, Deutsch und Händen und Füßen und ist kein Problem. Es macht riesen Spaß.

Mit leichten Füßen machen wir uns zu letzten kleinen Arbeiten auf den Heimweg und genießen einen schönen Abend auf unserem fliegenden Boot.

Sonntags stehen wir früh auf um die beiden französischen Boote zu verabschieden und bald fange ich an zu kochen. In dieser Zeit wird unser Boot schon auf den Anhänger gestellt damit es morgen früh schnell ins Wasser gehen kann. Abends haben wir Amanda (NZ) und Paul ( UK) und natürlich Eelko (NL) zum Essen eingeladen. Liebe Menschen die zu Freunden geworden sind.

Ich koche, da wir jetzt die Sonne dafür haben und ich kein Gas verbrauchen muss.

Wir verbringen alle einen wunderschönen und feuchtfröhlichen Abend miteinander der sehr unterhaltsam und lustig ist. Der Abschied fällt immer schwerer!

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker. Launching Tag!

Peter saust noch mit dem Roller ganz schnell ins Dorf und holt frisches Brot. Dann frühstücken wir gemütlich und warten darauf das der Radlader aufheult und warm läuft.

Wir verabschieden uns von allen. Evangelis (Senior), Charris (Junior) und Efgenia die Seniorchefin.

Und von unseren neuen Freunden natürlich auch.

Es geht kaum Wind also perfekt für unser Vorhaben.

Sicher werden wir ins Wasser bugsiert. Die beiden machen das sehr genau und professionell. Um halb zehn schwimmen wir.

Der Motor läuft und das Kühlwasser spritzt fröhlich so wie es soll.

Unter Deck ist alles dicht! Also los: Charris lässt uns los, Evangelis gibt uns einen Schucker, und schon gleiten wir rückwärts aus dem Trailer ins tiefe Wasser.

Ein lautes Hupen und winken und schon nehmen wir Kurs auf unser heutiges Ziel.

Kaum sind wir auf dem Wasser werden wir von zwei sehr großen und auf uns zu preschenden Delfinen begrüßt. Sie verlassen uns sehr schnell wieder aber dieses Begrüssungskomitee war wirklich magisch.

Beim einschalten unserer Instrumente kommt dann der große Schreck.

Der Tiefenmesser geht nicht 😮

Das ist das wichtigste Instrument an Bord. Oh Gott! 😱

Ich werde natürlich innerlich gleich etwas panisch. Mein Darm rumort. Viele Gedanken huschen durch meinen Kopf.

Da ich schon die ganze Zeit am Ruder bin bleibe ich auch dort und Peter geht auf die Suche. Kriecht durch die engsten Winkel um den Kabeln zu folgen und ich versuche den Unmengen an Netzbojen auszuweichen. Das Wasser ist total ruhig und es geht kein Lüftchen. Trotzdem ist mir etwas mulmig. Das kenne ich von mir gar nicht! Wir haben 10 Seemeilen vor uns, etwa 2 Stunden.

So lange haben wir Zeit den Fehler zu finden. Um mich abzulenken, spiele ich etwas am Plotter rum. Für mich ist das heute total komisch auf dem Wasser zu sein. Ich muss mich echt erst dran gewöhnen.

3 Seemeilen vor der Bucht rufe ich ganz laut, Peter es geht wieder. Was hast du gemacht?

Die Antwort:“Nichts, habe ich gemacht!“

Der arme Peter ist anderthalb Stunden überall rum gekrochen und hat alle Kontakte geprüft und mit Kontaktspray behandelt. Dabei hat er es einfach geschafft!👏👏👏

Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen. Nun haben wir in der Bucht die sichere Tiefenangabe zum ankern. Und es kann nichts passieren.

Eine halbe Stunde später fällt der Anker in Sand auf 8m Tiefe und hält bombenfest.

Jetzt erst mal ankommen 😊