Und immer wieder Generator…

Seid drei Wochen sind wir im Wasser. Die ersten fast zwei Wochen haben wir auf den Zylinderkopf gewartet, den ich nach langem suchen über Bulgarien in Deutschland gefunden habe. Die Lieferung hat etwas Geduld gekostet, dann aber doch sehr gut geklappt. Peter hat bis dorthin sehr viel Arbeit in den Generator gesteckt. Hat alles penibel sauber gemacht. Alle Kanäle die zur Kühlung dienen, waren komplett mit Salz und steinhartem Schmodder zu. Es war eine heiden Arbeit. Ich habe ihm geholfen wo ich konnte.

Als wir dann im Wasser waren haben wir uns vom Werft Leben erholt und sind erst mal in der Nähe geblieben.

Am 9.4. haben wir uns dann vor der Werft an die Boje gehängt und von dort weiter gewartet. Es war sehr starker Wind und wir konnten leider nicht an Land.

Das Wetter ist immer noch sehr unbeständig. An einem Tag kommt der Wind aus allen Richtungen von stürmisch zu windstill.

Am 10. starre ich vom Boot den ganzen Tag auf den Weg ob ein Kurierfahrzeug kommt. Abends bin ich total zermürbt. Wir fahren mit dem Dinghi an Land um auf andere Gedanken zu kommen.

Dort treffen sich dann auch die anderen Segler zum Sundowner und die bauen mich auf ihre lustige Art wieder auf. Danke!⛵❤

Am nächsten Morgen gehen wir früh an Land und helfen Segler Freunden ihren Mast zu stellen.

Irgendwann kommt der Ruf von Charris, Alina ich glaube ich habe euer Päckchen.

Jaaaaa. Endlich! Es ist unser Päckchen. Die Freude ist riesengroß und alle feiern es mit.

Peter packt es natürlich gleich aus und bestätigt schnell das es das richtige ist. Klasse jetzt kann es endlich weiter gehen.👏

Gleich am nächsten Morgen segeln wir weiter Richtung Süden und Peter nutzt jede Gelegenheit in der Vorkabine die zur Werkstatt umgemodelt wurde, den Generator wieder zusammen zu bauen.

Ich muss ihn manchmal zwingen aufzuhören, denn er würde sonst kein Ende finden.

Bald ist der Moment da wo wir den Generator wieder an seine alte Stelle im Motorraum bugsieren müssen. Das sind knapp 100kg die bewegt werden müssen.

Aber mit viel Grips und Muckies wird auch das geschafft. Dann wird von Peter wieder alles angeschlossen was fast einen halben Tag Zeit braucht.

Beim ersten Startversuch bekommt er kein Sprit, Fehler erkannt und behoben. Dann gibt es noch einige Undichtigkeiten die von Peter auch mühevoll beseitigt werden. Immer mit dem Kopf im Motorraum auf engstem Raum. Ich bewundere seinen Biss. Auch wenn ihm zwischendrin als die Zweifel kommen, er beißt sich durch.

Und heute in der Bucht mit wieder mal Starkwind hat er es geschafft. Alles ist dicht und der Generator läuft wieder.

Nun wünsche ich mir für Peter das er auch sehr stabil läuft, damit sich die ganze Arbeit, den Generator general zu überholen, auch gelohnt hat.

Heute den 21.4. feiern wir dies bestimmt erst einmal mit einem Schnaps.😉😀

Impressionen von unterwegs

Heute ist der 19.4. und wir sind seid dem 1.4. im Wasser. Wir mussten aber noch bis zum 11.4. auf unser Ersatzteil für den Generator warten.

Die Warterei war nicht schön aber wir haben das beste daraus gemacht und sind gegenüber an die Inseln und nach Loudra zu den heißen Quellen.

Die Geschichte des Generators kommt noch wenn sie dann beendet ist.

Wir können noch nicht das tuen was wir gerne wollen da das Wetter schon eine Weile wie eine Waschmaschine ist. Der Wind kommt aus allen Richtungen und das an einem Tag. Entweder nichts oder gleich sehr sehr viel. Nicht berechenbar und somit auch nichts richtig planbar. Aus Plan A wird Plan B und doch noch zu Plan C den man erst suchen muss.

Darum möchte ich heute nur ein paar Bildeindrücke bringen. Nächstes mal wieder ausführlicher mit besseren Wind.🤞🖐

Wassern (Launching oder Hull in ) mit Hindernissen

In der letzten Woche machen wir viele Kleinigkeiten am Boot fertig. Außer natürlich den Generator. Peter hat ihn zwar schon so weit es geht wieder zusammen gebaut, aber der Rest wird mit dem hoffentlich kommenden und auch passenden Teil an Bord montiert.

Charris sagt uns das wir am (Oster-)Montag ins Wasser kommen. Hier in Griechenland ist erst Anfang Mai Ostern. Darum ist es für uns auch eine ganz normale Zeit.

Freitags fahren wir mit Eelko noch mal zum Edelstahlschweißer um die letzten Teile für die Davids zu holen. Danach folgt der letzte Großeinkauf mit dem Auto. So können wir uns gut mit den schweren Teilen eindecken.

Die Fahrt in die Stadt geht immer über die Berge und wir sind fast 45 Minuten unterwegs. Wir fahren durch die verbrannte Gegend von Edipsos/Loudra in der im August 21, 24 Dörfer und der Großteil der Natur und Felder, abgebrannt ist. Die verbrannten Bäume stehen immer noch wie ein Mahnmal. Doch die Winde schmeißen die Bäume immer mehr um, oder wird in manchen Teilen das verbrannte Holz aus den Wäldern geholt. Die Feuerwalze scheuchte so schnell über die Insel das die meisten der auf 52 000 Hektar Wald und Ackerland gewachsenen Bäume nur vielleicht 1 cm tief verbrannt sind. Aus dem Rest könnte man echt noch was machen. Aber es sind so so viele. Die Menschen sind überfordert und sicher auch noch traumatisiert.

Das Buschwerk der unteren Etage ist schon wieder schön grün. Der Frühling bringt nun auch viel blühendes zu Tage. Es wird immer bunter. Nur die Bäume fehlen!

Am Sonntag gehen auch zwei Französische Boote ins Wasser die uns Samstags zum Grillen einladen. Es wird ein ganz netter Mittag und Nachmittag😉

Die Verständigung läuft über Französisch, Englisch, Deutsch und Händen und Füßen und ist kein Problem. Es macht riesen Spaß.

Mit leichten Füßen machen wir uns zu letzten kleinen Arbeiten auf den Heimweg und genießen einen schönen Abend auf unserem fliegenden Boot.

Sonntags stehen wir früh auf um die beiden französischen Boote zu verabschieden und bald fange ich an zu kochen. In dieser Zeit wird unser Boot schon auf den Anhänger gestellt damit es morgen früh schnell ins Wasser gehen kann. Abends haben wir Amanda (NZ) und Paul ( UK) und natürlich Eelko (NL) zum Essen eingeladen. Liebe Menschen die zu Freunden geworden sind.

Ich koche, da wir jetzt die Sonne dafür haben und ich kein Gas verbrauchen muss.

Wir verbringen alle einen wunderschönen und feuchtfröhlichen Abend miteinander der sehr unterhaltsam und lustig ist. Der Abschied fällt immer schwerer!

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker. Launching Tag!

Peter saust noch mit dem Roller ganz schnell ins Dorf und holt frisches Brot. Dann frühstücken wir gemütlich und warten darauf das der Radlader aufheult und warm läuft.

Wir verabschieden uns von allen. Evangelis (Senior), Charris (Junior) und Efgenia die Seniorchefin.

Und von unseren neuen Freunden natürlich auch.

Es geht kaum Wind also perfekt für unser Vorhaben.

Sicher werden wir ins Wasser bugsiert. Die beiden machen das sehr genau und professionell. Um halb zehn schwimmen wir.

Der Motor läuft und das Kühlwasser spritzt fröhlich so wie es soll.

Unter Deck ist alles dicht! Also los: Charris lässt uns los, Evangelis gibt uns einen Schucker, und schon gleiten wir rückwärts aus dem Trailer ins tiefe Wasser.

Ein lautes Hupen und winken und schon nehmen wir Kurs auf unser heutiges Ziel.

Kaum sind wir auf dem Wasser werden wir von zwei sehr großen und auf uns zu preschenden Delfinen begrüßt. Sie verlassen uns sehr schnell wieder aber dieses Begrüssungskomitee war wirklich magisch.

Beim einschalten unserer Instrumente kommt dann der große Schreck.

Der Tiefenmesser geht nicht 😮

Das ist das wichtigste Instrument an Bord. Oh Gott! 😱

Ich werde natürlich innerlich gleich etwas panisch. Mein Darm rumort. Viele Gedanken huschen durch meinen Kopf.

Da ich schon die ganze Zeit am Ruder bin bleibe ich auch dort und Peter geht auf die Suche. Kriecht durch die engsten Winkel um den Kabeln zu folgen und ich versuche den Unmengen an Netzbojen auszuweichen. Das Wasser ist total ruhig und es geht kein Lüftchen. Trotzdem ist mir etwas mulmig. Das kenne ich von mir gar nicht! Wir haben 10 Seemeilen vor uns, etwa 2 Stunden.

So lange haben wir Zeit den Fehler zu finden. Um mich abzulenken, spiele ich etwas am Plotter rum. Für mich ist das heute total komisch auf dem Wasser zu sein. Ich muss mich echt erst dran gewöhnen.

3 Seemeilen vor der Bucht rufe ich ganz laut, Peter es geht wieder. Was hast du gemacht?

Die Antwort:“Nichts, habe ich gemacht!“

Der arme Peter ist anderthalb Stunden überall rum gekrochen und hat alle Kontakte geprüft und mit Kontaktspray behandelt. Dabei hat er es einfach geschafft!👏👏👏

Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen. Nun haben wir in der Bucht die sichere Tiefenangabe zum ankern. Und es kann nichts passieren.

Eine halbe Stunde später fällt der Anker in Sand auf 8m Tiefe und hält bombenfest.

Jetzt erst mal ankommen 😊

Ein seltener Sonntag

Wir zelebrieren einmal einen Sonntag und wollen wandern gehen.

Wir verabreden uns Sonntags mit Eelko zu einer Wanderung von den Drymonds Waterfals 605 Höhenmeter, auf den Gipfel des „ trockenen Berges“, 977 hm.

Schon die Fahrt dorthin ist nicht ohne. Die Straße ist nach den Unwettern vom Sept. 23 immer noch in katastrophalem Zustand. Für ein kleines Dorf und ein Kloster wird erst mal nur das notwendigste repariert.

Wir starten vom Parkplatz des Wasserfalls mit noch einem gut ausgebauten Weg bis zum ersten Plateau auf dem eine kleine Hütte und eine Schaukel steht. Ich denke vor dem Feuer gab es mehr.

Der erste Teil ist geprägt von einem bizarren und doch irgendwie schönem allerdings verbrannten Wald. Überall beginnt es langsam zu blühen. Es ist traumhaft. Auch deshalb weil wir mal vom Boad Yard wegkommen. Ich mache mir etwas Sorgen ob ich es mit meinem Knie schaffe. Sind ja keine 3 Monate seid der OP vergangen. Aber ich will es einfach probieren. Ich merke bald das es nach oben kein Problem wird.

Nach dem Plateau hört der ausgebaute Weg auf und wir folgen nur noch Pfaden die stetig nach oben gehen.

Wir können uns nicht satt sehen. Es ist einfach sehr schön.

Weiter oben ist auch der Wald vom Feuer verschont worden. Überall stehen dicht die Pinien (Mediterrane Kiefer) die durch Buchen und Eichen mal aufgelockert werden. Es herrscht sofort eine andere Stimmung, andere Luft. Ich sehe Wildspuren, höre viele Vögel im Frühlingstaumel. Ganz anders wie unten. Ein wundervoller alter Wald der ahnen lässt wie es vor dem großen Feuer 21 auf Euböa war.

Nach 2 Std. sind wir oben und genießen die atemberaubende Sicht in alle Richtungen., essen etwas und ruhen uns aus bevor wir uns wieder auf den Weg nach unten machen.

Der Weg nach unten ist für mich um einiges schwerer da die Beugung im rechten Knie noch fehlt.

Aber mit den Wanderstöcken schaffe ich es. Nur unten angekommen geht nichts mehr. Ich will nur noch sitzen 😋

Peter läuft noch den kurzen Abstecher zum Wasserfall. Ich will einfach nicht mehr.

Auf dem Heimweg halten wir noch kurz am Kloster an in der Hoffnung es gibt vielleicht einen Kaffee. Aber leider nicht. Also halten wir in dem kleinen Dorf und essen dort in einem ganz gemütlichen Taverne. Der Abschluss von einem ganz tollen Tag.

Wieder bei der Alina, möchte ich nur noch die Beine hochlegen und mich nicht mehr bewegen🙃.