Die drei Finger von Chalkidiki

1.8.-10.8.23

Nun sind wir wieder auf Skiathos in den Sporaden und warten auf ein Wetterfenster um rüber auf die Finger bei Thessaloniki zu segeln. Unterwegs zeigt es sich das leider weniger Wind wie gemeldet ist und irgendwann ist er dann auch ganz weg. Also müssen wir leider den Rest motoren. Das ist nicht schön aber manchmal ist es eben so. Wir kommen an einem kleinen Fischerhafen an der ersten Fingerspitze an und können sicher fest machen.

Nea Skioni erster Finger

Wir entscheiden uns dagegen bis hinten nach Thessaloniki rein zu segeln sondern überspringen diesen Finger (Kassandra) und segeln in den größten Naturhafen von Griechenland auf dem zweiten Finger (Sithonia). In der Bucht ist es zu tief und der Anker will nicht fassen. Also machen wir an einer alten Mole in Porto Koufo fest die viel zu hoch ist und überall Stahl rausschaut.

Hier bleiben wir ein paar Nächte. Wir schauen uns gleich um ob man ein Auto oder Roller mieten kann. Aber leider gibt es in diesem kleinen Ort nichts. Ein junger Mann erklärt uns das es nur in Marmaras Vermietungen gibt. Also steigen wir am nächsten Tag in den Bus und fahren in die Stadt. Das Büro ist leider dauerhaft geschlossen aber wir können alles über das Telefon klären und haben am Abend schon ein Auto um zurück zum Boot zu fahren.

Am nächsten Morgen starten wir unsere Rundreise über den mittleren Finger.

Er ist sehr bergig und hat tolle Wandermöglichkeiten. Die können wir wegen der anhaltenden Hitze aber leider nicht laufen. Wir besuchen eine Geisterstadt. Straßen und die Infrastruktur wurden über eine riesige Fläche schon erschlossen. Aber dann ist alles gestoppt worden. Wir wissen nicht warum und es ist auch schon eine ganze Weile her. Es ist auch nicht zu verstehen, denn in der Nähe sind wunderschöne Strandbuchten die an die Seychellen erinnern.

Wir halten immer wieder an und schauen uns verschiedene Orte an. Der Finger ist echt sehr schön.

Abends sind wir wieder an Bord und genießen die lauten Angler und die gefräßigen Mücken die durch alle Netze kommen 😉

Am nächsten Morgen nutzen wir erst mal das Auto um Benzin für das Dinghi zu holen denn heute Abend geben wir es ja schon ab.

Dann machen wir uns auf den Weg zum ersten Finger ( Kassandra). Dieser ist ganz anders, landwirtschaftlich geprägt. Wir wollen zur Hauptstadt die in der Mitte des Landes liegt. Man merkt das das Leben an der Küste stattfindet. Eine sterbende Stadt. Sehr viel Leerstand.

Irgendwo hatte ich diese Erklärung mal gelesen. Auf Kassandra sind die Feier Meilen für die Jugend. Hier trifft man sich, lernt sich lieben und zeugt Kinder. Auf Sithonia gehen dann diese Familien in Urlaub die sich auf Kassandra gefunden haben.:-)

Abends geben wir das Auto wieder ab. Alles klappt wunderbar. Nach anfänglichem Zweifel klappt es dann auch mit dem Bus.

Warten auf den Bus der dann doch noch kommt

Es ist spät als wir wieder an Bord sind.

Neben uns hat ein großer Fischkutter fest gemacht. Lauter libysche Matrosen. Denen schenken wir unsere alten Auflagen die wir nicht mehr wollen. Diese sind überaus glücklich und legen sich gleich zum schlafen darauf . Hatten sie vorher gar keine Unterlagen? Könnte sein. So sah es zumindest aus.

Am nächsten Tag starten wir wieder und segeln ganz hinten rein zwischen dem zweiten und dritten Finger. Diese Ecke wurde uns empfohlen und stellt sich auch als wunderschön raus. Nur leider sehr voll denn hier ist die Urlaubszeit des ganzen Balkans.

Zwischen dem ersten und zweiten Finger fühlt man sich auf die Seychellen versetzt

Den dritten Finger (Arthos) dürfen wir nicht betreten. Denn dort herrscht die Arthos Mönchsrepublik. Wir müssen1 Seemeile weit von der Küste wegbleiben da ich, eine Frau, mit an Bord bin. Wäre nur ein Mann an Bord dürfte er 500m nah ran. Täglich dürfen 10 ausländische Pilger an Land aber die Bürokratie für die Erlaubnis ist enorm. Für Griechen ist es einfacher.

Da es 70nm bis Thassos sind und wir nicht anlegen dürfen müssen wir auf ein gutes Wetterfenster warten. Das ist diesmal sehr schwer. Ich fühle mich ein wenig wie in einer Falle so weit hinten drin.

Aber dann machen wir es einfach, und das wird etwas heftig. 😉